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Leserstimmen (18)

Ferdinand von Schirach: Strafe

Strafe Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87538-5

NEU
Erschienen:  05.03.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 5
Spiegel Hardcover Belletristik

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Einfach nur ATEMBERAUBEND!

Von: justmiaslife Datum : 06.05.2018

https://justmiaslife.wordpress.com/

Ein Buch ist für mich nur dann gut, wenn ich Nachts einfach durchlese und es nicht weglegen kann, obwohl ich Morgens früh raus muss und ich traurig bin, wenn es dann zu Ende ist. Und genauso ging es mir auch bei "Strafe". Ich bin süchtig nach Ferdinand von Schirachs Erzählungen. Auch wenn es etwas beängstigend ist, dass es sich bei jeder Geschichte um eine wahre Begebenheit handelt.

In kurzen und prägnanten Geschichten behandelt der Autor in diesem Buch die Begriffe gut und böse, Gerechtigkeit und Recht und Strafe. Ich saß genau so fassungslos vor diesem Buch wie es die junge Strafverteidigerin in einer der Stories ist, die, selbst aus unterdrückten Verhälnissen kommend, einen Mädchenhändler verteidigen muss, dessen Schuld bewiesen ist, und den sie dann mithilfe des Aufzeigens eines Formfehlers frei bekommt.

Ferdinand von Schirach verurteilt seine Figuren nicht, er beobachtet nur. Die Charaktere sind in den seltensten Fällen böse, sie sind allein, überfordert oder vielleicht auch rachsüchtig und persönlich betroffen. Ob sie ihre Strafe erhalten oder nicht hat nichts mit der wirklichen Tat zu tun, sondern mit Zusammenhängen, die aufgedeckt oder eben unter den Teppich gekehrt werden. Mich haben die Erzählungen sehr bewegt. Besonders wie abwechslungsreich und verschieden die Situationen waren, hat mir außerordentlich gut gefallen.

Fazit: "Strafe" ist ein großartiges Buch, eine Sammlung von Erzählungen Ferdinand von Schirachs, der einem das Wesen der Menschen vor Augen führt und die Leser berührt durch die Darstellung seiner Figuren. Ein großartiges, kurzweiliges Buch, das viel zu schnell zu Ende war.

Brilliant ausgeklügelte Kurzgeschichten

Von: Patno Datum : 01.05.2018

www.nichtohnebuch.blogspot.de

Ferdinand von Schirach steht schon länger auf meiner meiner To Read List und mit seinem neuen Werk „Strafe“, welches im März beim Luchterhand Literaturverlag erschienen ist, wollte ich mein Vorhaben endlich umsetzen.
Die Aufmachung des Buches ist sehr hochwertig. Besonders elegant finde ich den Einband samt roter Banderole, der auf ein Sachbuch schließen lässt.
Tatsächlich beherbergt dieses Buch zwölf interessante, ausgeklügelte Kurzgeschichten, bei denen der Buchautor von seine Erlebnisse und Erfahrungen als Strafverteidiger profitiert. Inwieweit es sich um tatsächlich Erlebtes handelt, vermag ich nicht zu beurteilen, zumindest wirkt es auf mich authentisch.
Da ich selbst seit einigen Jahren als Schöffin am Gericht tätig bin, hat mich besonders die erste Geschichte mit dem Titel „Die Schöffin“ gefesselt und mir die Tragweite meiner ganz persönlichen Entscheidungen vor Augen geführt.
Jede Story beginnt ganz banal und läuft dann in eine ganz andere, unerwartete Richtung. Das stimmt sehr nachdenklich und ruft Emotionen hervor.
Wer ist gut oder böse, schuldig oder unschuldig und welche Strafe ist angemessen?
Ferdinand von Schirach berichtet sachlich distanziert ohne zu werten. Er schmückt nichts aus und lässt den Leser eigene Schlüsse ziehen. Kann es gerechte Strafe geben, in rechtlicher, wie in moralischer Sicht? Wer trifft die Entscheidung?

Ich fand es faszinierend, wie Schirach es schafft, in seine kurzen Episoden Spannung zu erzeugen und dabei den Leser immer wieder zu überraschen. Diese zwölf Geschichten auf ca. 190 Seiten habe ich an einem Abend verschlungen. Jetzt möchte ich die anderen Schirach-Bücher lesen.

Dieser Autor gehört ins heimische Buchregal. Übrigens, auch ein niveauvolles Geschenk für gute Freunde! Meine 5 Sterne Leseempfehlung!

Bewegend

Von: Nici's WORT und Totschlag Datum : 04.04.2018

https://www.facebook.com/NicisWortundtotschlag/

Ferdinand von Schirach "Strafe"

Luchterhand Literaturverlag

Inhalt:

Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.

Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.

Autor:

Ferdinand von Schirach (* 1964 in München) ist ein deutscher Strafverteidiger,Schriftsteller und Dramatiker. Seine Bücher wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen bisher in 40 Ländern.

Meinung:

In seinem neuen Buch "Strafe" beschreibt Ferdinand von Schirach 12 Schicksale. Wohin treibt Menschen Einsamkeit und Verzweiflung?
Es ist nicht immer wie es scheint, urteilt unser Rechtssystem immer gerecht?
In seinen 12 Erzählungen steht immer die emotionale Position eines Menschen im Mittelpunkt.
Mich haben die Schicksale einiger handelnder Personen sehr berührt. Seine Charaktere sind in den seltensten Fällen böse, viele sind einsam, überfordert oder haben schlimmes erlebt und sind traumatisiert.
Schirachs Schreib - und Erzählstil ist klar reduziert und auf das Wesentliche beschränkt, aber trotzdem flüssig.

Ein grandioser Erzählband, der spannend und schockierend zugleich ist. Schirach versteht es, auf reduzierende Weise den Leser nachdenklich zurück zu lassen.
Glasklare Leseempfehlung und 5 ����������

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Ein Schirach eben

Von: Alfred Westermann aus Detmold Datum : 03.04.2018

Buchhandlung: Buchhaus am Markt GmbH

Gerade durch Ferdinand von Schirachs sachliche Distanz ist der Leser gefordert, seine eigene Meinung und Beurteilung zu finden. Es scheint, als ließe er den Leser mit der Bewertung allein und doch ist gerade das der Weg zu persönlicher Betroffenheit. Wie schon zuvor wieder eine gelungene Sammlung von Shortstorys, facettenreicher als mancher Roman, fesselnder als mancher Krimi. Sehr lesenswert.

In gewohnter Qualität schildert von Schirach menschliche Schicksale, die einen mitten ins Herz treffen.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum : 03.04.2018

https://buchwelten.wordpress.com/

12 Geschichten über das Thema „Strafe“, ob gerecht oder ungerecht.

.

Und erneut schafft es Ferdinand von Schirach auf grandiose Weise, menschliche Schicksale eindrucksvoll in nur wenige Zeilen zu packen, so dass man oftmals meint, einen ganzen Roman gelesen zu haben. Von Schirach bleibt seinem Stil treu und zieht seine Leser in gewohnter Manier in seinen Bann. In fast jeder Geschichte fühlt man sich angesprochen und vermeint, Dinge aus seinem eigenen Leben zu entdecken, die einem entweder selbst widerfahren sind oder über die man zumindest schon einmal nachgedacht hat. Der Autor hält uns oftmals einen Spiegel vors Gesicht, in dem wir uns auf unvermeidliche Art und Weise selbst erkennen. Wie kein anderer beherrscht von Schirach einen epischen Minimalismus, dem man sich schlichtweg nicht entziehen kann. Trotz des kühl und distanziert wirkenden Schreibstils findet man in den kurzen Geschichten eine Fülle an Emotionen, die einen direkt ins Herz trifft und berührt. Wie in fast allen seinen Geschichten handeln auch diese von der Einsamkeit der Protagonisten und von ihren Gedanken über den Sinn des Lebens. Von Schirach bringt all dies innerhalb kürzester Zeit auf den Punkt und schafft so manches Mal bessere Charaktere, als man sie in dicken Schmökern vorfindet.

Die Opfer und Täter in diesen Geschichten erfahren Strafe(n), die nicht immer gerecht sind, aber dennoch eine nachvollziehbare Logik vorweisen. Von Schirach beherrscht sein Handwerk perfekt und zeigt Situationen auf, die jedem von uns passieren könnten oder auf die ein oder andere Weise vielleicht sogar passiert sind oder noch passieren werden. Es ist pures Leben, das aus den Storys sprudelt, und die sich nachhaltig ins Gedächtnis fressen, wie es auch schon bei der Geschichtensammlung „Carl Tohrberg“ der Fall war. Es mag den einen oder anderen Leser geben, der den knappen und schnörkellosen Schreibstil als zu schlicht und einfach abtut und dadurch der Intelligenz, die hinter fast jedem der Sätze steckt, keine Chance gibt. Wer es allerdings vermag, zwischen den Zeilen zu lesen, wird mit unglaublichen „Lebensweisheiten“ belohnt, die zum Nachdenken über das eigene Leben anregen. Die Seite der Justiz, die genau genommen im Vordergrund der Geschichten steht, wird von den Charakteren und deren Tragödien in den Hintergrund gerückt, so dass von Schirach es tatsächlich schafft, aus Kriminalfällen menschliche Dramen zu erschaffen. Fast möchte man bei den Geschichten von Ferdinand von Schirach das Wort „philosophische Justiz“ erfinden, um den Storys gerecht zu werden, die sich in diesem Buch befinden.

Ferdinand von Schirach behandelt menschliche Abgründe auf eine hypnotische Weise, die die Handlungsweise der Protagonisten für den Leser absolut nachvollziehbar macht. Es ist reine Poesie, mit der hier von Mord und Totschlag berichtet wird, und über den teils brutalen Vorgängen legt sich ein Schleier aus Nostalgie und Melancholie, der die Tat(en) verklärt wirken lässt, als wären sie lediglich ein Traum, dem man beim Lesen beiwohnt. Überhaupt wirken die Kurzgeschichten wie Träume, die auf wenigen Seiten die Zeitspanne eines (fast) ganzen Lebens umfassen. Es ist immer wieder erstaunlich und überraschend, wie detailgetreu und komplex von Schirach seine Personen präzisiert, obwohl er dies nur auf wenigen Seiten tut. Und auch wenn man schon ein paar Bücher des Autors gelesen hat, wird man von manchen Entwicklungen dennoch überrascht, weil man so nicht damit gerechnet hat. Von Schirach erfindet das (sein) Rad nicht neu, dafür hat er schon zu viele Bücher gleicher Art auf den Markt gebracht, aber entgegen vieler Kritiker hält er sein Niveau definitiv konstant aufrecht und bleibt seiner Linie treu. Für mich gehört Ferdinand von Schirach zu den ganz großen deutschen Schriftstellern, deren Bücher schon bei ihrem Erscheinen Klassiker sind. Mich begeistert der philosophierende Jurist nach wie vor.

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Fazit: In gewohnter Qualität schildert von Schirach menschliche Schicksale, die einen mitten ins Herz treffen.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Oft ist nichts wie es scheint...

Von: nicigirl85 Datum : 01.04.2018

nicigirl85.blogspot.de/

Da ich bereits die Bände "Verbrechen" und "Schuld" mit großem Interesse gelesen habe, war meine Neugierde zu diesem Band ebenfalls groß.

Auch in diesem Buch präsentiert der Autor dem Leser ganz besondere Geschichten, von kurios bis emotional. Jede ist für sich speziell und wartet immer mit einem Ende auf, dass man als Leser so nicht erwartet.

Schirach schafft es durch seine klare, schnörkellose Sprache die Handlung dem Leser nahe zu bringen. Dem Einen mag diese Sprache zu einfach erscheinen, ich hingegen finde sie äußerst passend, da dadurch nichts von der eigentlichen Handlung ablenkt.

Durch die Geschichten bekommt man Einblicke in die Gerichtssäle von heute und nicht immer sind Recht und Gerechtigkeit dasselbe, so wie im wahren Leben.

Bei einigen der Erzählungen bleibt einem einfach die Spucke weg, denn es fällt einem echt schwer zu glauben, dass Täter unentdeckt davonkommen oder durch einen Verfahrensfehler weniger oder gar keine Strafe erhalten.

Meine Lieblingsgeschichten aus diesem Band sind "Der Taucher" und "Tennis", wahrscheinlich weil ich gern Abhandlungen über interessante Ehen lese und deren eventuelles Ende.

Fazit: Erzählungen, die nichts beschönigen und einfach nur real erscheinen. Man wird doch sehr nachdenklich nach dieser Lektüre, was mir sehr gefällt. Klasse!

Wie immer gut

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 21.03.2018

www.rezensions-seite.de

Was macht man als alternder Witwer „in den besten Jahren“. Wenn man, wie jeden Morgen seit zig Jahren, die Hand in die andere Seite des Bettes streckt, da aber seit vier Jahren kein Händedruck mehr erwidert wird?

Schwarzer Hautkrebs. Schnell gings. In der noblen Gegend Hamburgs.

Jeder Tag nach festem Rhythmus. Dort die Zeitung, hier das „petit dejeuners“, am Ende die immer gleichen Stufen zählend und nach Hause. Ins Leere.

Kaum dringen Veränderungen ins Gemüt. Erst als die neue Nachbarin, blutjung, klingelt, um sich vorzustellen, man ins Gespräch kommt. Wochen später ein Gegenbesuch sorgfältig vorbereitet stattfindet, da kommt ein wenig Licht ins Leben des Mannes.

Nun ist die junge Frau auch viel alleine, Reichtum hat seinen Preis, der ebenso attraktive, strahlende Ehemann ist erst spätabends je zu Hause.

Schön, kann man denken, dass so ein Witwer ein wenig Anschluss noch findet, auch wenn er in sommerlichen Tagen ein wenig schlucken muss am Pool der Nachbarsleute ob des kaum verhüllten jungen Körpers.

Es trifft sich, dass er nach geraumer Weile des Bekanntseins erst dann auch dem Ehemann persönlich begegnet. Bei dessen Hobby, dem „Schrauben“ an den automobilen Besitztümern.

Wobei von Schirach nicht von Schirach wäre, wenn hier im Hintergrund nicht auch ein Hauch, ein Erleben aus der eigenen Praxis als Rechtsanwalt noch lauern würde. Was den Leser unverhofft, überraschend, fast lakonisch erzählt unmittelbar treffen wird.

Im Gegensatz zur Entwicklung der Schöffin“, bei der von Schirach nicht das „Verbrechen“ in den Mittelpunkt setzt, sondern die innere Erlebniswelt der „Schöffin“ anhand ihres Lebensweges dem Leser offenlegt, bis am Ende Betroffenheit herrscht, wie aus all dem Befangenheit werden konnte und welche furchtbaren Folgen das in sich trägt.

In jeder der Geschichten kommt das Talent von Schirachs, ohne weitschweifige sprachliche Ausschmückungen präzise die Punkte zu treffen. Und das eben nicht in anwaltlicher „Berichtsform“, sondern mit einem genauen und klaren Blick für die handelnden Personen, deren sich entwickelnde Motive, ob Betrachter, Opfer, Täter, der Leser ist immer genau auf der Höhe der Geschichten und Personen und damit emotional in bester Form beteiligt.

Wofür als (je nach Geschmack) bestes Beispiel der kleine, 11jährige Junge und die „Mutprobe“ seiner Clique, den alten, fast blinden Mann, nur „Stinkefisch“ benannt, betreffend im Buch nachzulesen ist.

Das erschüttert. In jede der Personen kann sich der Leser mühelos einfinden und dann ein Geschehen erleben, das nicht leicht zu verdauen ist.

Eine, wieder einmal, hervorragende Lektüre.

Jeder sollte von Schirach lesen!

Von: misshappyreading Datum : 19.03.2018

misshappyreading.blogspot.de/

Stellt eure intuitive Meinung in Frage. Recht und Gerechtigkeit. Welche Strafe ist angemessen. Ein Meisterwerk. Wie immer. Jeder sollte Herrn von Schirach lesen.

***

Ferdinand von Schirach schreibt über die 'Strafe'. Der Verhängen einer Strafe ist nicht zwangsläufig eine Gesetztesentscheidung. Zwölf Geschichten stellen den Leser vor moralische Fragen die nicht einfach mit ja oder nein beantwortet werden können. Die Geschichten machen deutlich das die Grauzone deutlich größer ist als der schwarze Rahmen und der weiße Mittelpunkt.

Am liebsten würde ich gar keine Rezension schreiben, sondern jedem ein Buch von Ferdinand von Schirach in die Hand drücken und sagen: 'Das muss man lesen. Punkt.'

Ich habe noch keinen Schriftsteller wie von Schirach entdeckt. Jedem dem ich ein Buch von ihm empfohlen habe, war begeistert danach. Ausnahmslos.

Was macht die Bücher des Autor so besonders?

Zum einen der Schreibstil. Punktuell. Ohne Ausschweifungen. Mit wenigen prägnanten Sätzen schreibt von Schirach seinen Leser in eine zerrissene Stimmung. Ohne viele Worte baut er ein Szenario auf das so detailliert vor meinem inneren Auge ist wie ein Hollywood Blockbuster.

Die Moral. Jede Geschichte lässt den Leser nachdenklich zurück, stellt die moralischen Überzeugungen in Frage. Können wir nach dem Lesen eines Zeitungsartikels über Recht und Unrecht entscheiden? Nein.

Die Strafe. Der Titel des Buches ist (oh Wunder) das Thema. Welche Strafe kann das Gesetz auferlegen? Wie bestrafen sich die Angeklagten selbst? Welche Strafe bekommen die Angeklagten von ihrem Umfeld oder der Gesellschaft auferlegt - völlig unabhängig vom gerichtlichen Strafmaß? Wo und wann können wir mit unserem Wissensstand überhaupt beurteilen was die angemessene Betrafung ist?

Lesen bildet. Das kann man gar nicht oft genug sagen. Nach einem Schriach Buch ist man ein anderer Mensch. Zumindest trifft das auf mich zu. Ich betrachte das deutsche Gesetz inzwischen mit anderen Augen. Ich stelle meine eigene intuitive Meinung öfter in Frage. Wie schreibt Herr von Schirach in 'Die Würde ist antastbar' so schön: Schwarmmintelligenz wird oft zu Schwarmmdummheit (Achtung: das Zitat ist nicht wortwörtlich aber sinngemäß).

Von: Erik Evtimov aus Bern Datum : 10.03.2018

Wörter, drucken Wörter aus „… und es gibt kein Verbrechen und keine Schuld, sagt er, aber es gibt eine Straffe“. Ferdinand von Schirach verbindet somit die Trilogie, die er in 2010 literarisch angelegt hat, in perfekter weise und druckt mit kargen Wörtern starke Emotionen aus. Zwölf Kurzgeschichten gehen tief unter die Haut des Lesers und lassen die Gedanken lange Zeit danach nicht ruhen. Sie sind ästhetisch und vielfältig wie das Leben selbst; und menschlich zugleich. Was nur die deutsche Sprache zum Ausdruck bringen kann. Ein Genuss des realen Lebens!

Dieser Erzählband ist keine "Strafe" - ganz im Gegenteil!

Von: Sigismund von Dobschütz aus Bad Kissingen Datum : 04.03.2018

https://www.facebook.com/buchbesprechung

Es scheint völlig gleichgültig zu sein, in welcher literarischen Form der deutsche Schriftsteller Ferdinand von Schirach (54) seine juristischen und philosophischen Gedanken zu Papier bringt: Es werden immer Bestseller! Nach den beiden Romanen „Der Fall Collini“ (2011) und „Tabu“ (2013), seinem Essay-Band „Die Würde ist unantastbar“ sowie seinem viel beachteten Theaterstück „Terror“ (2015) kam nun endlich wieder nach „Verbrechen“ (2009) und „Schuld“ (2010) ein dritter Band mit Kurzgeschichten „Strafe“ im Februar beim Luchterhand-Verlag heraus. Gerade einmal 190 Seiten stark, in großer Typographie, in wenigen Stunden leicht zu lesen, haben diese zwölf Erzählungen in ihrer Tiefgründigkeit mehr Aussagekraft als mancher dicke Roman. In bewährter Erzählweise, in kurzen Sätzen, ohne ein schmückendes Wort zuviel, geht es in „Strafe“ um die Frage, was eigentlich Wahrheit bedeutet, und um die Persönlichkeitsbildung der unterschiedlichen Figuren – oder um uns selbst: Wie wurden wir, wer wir sind? Wie in den zwei Vorgängerbänden gibt es bei Schirach auch in „Strafe“ keine guten und keine bösen Menschen. Oft sind die vermeintlichen Täter schicksalsbedingt eher Opfer, wie Schirach in seiner früheren Laufbahn als Strafverteidiger wohl wiederholt hat feststellen müssen. Es sind gerade diese philosophischen Gedanken um die Lebenswege seiner doch so normal-menschlichen Protagonisten, die Schirachs Bücher von den Werken anderer Autoren maßgeblich unterscheiden. Man spürt in seinen Erzählungen, wie der Jurist seine Figuren für ihre Handlungen bis hin zu Mord und Totschlag niemals verurteilt, sondern mit ihnen fühlt, ihr Handeln wenn nicht entschuldigt, so zumindest verstehen kann. Er erzählt in diesen zwölf Geschichten von Einsamkeit und Fremdheit, vom Streben nach dem kleinen Stückchen Glück, das sich doch jeder von uns im Leben wünscht, und über das klägliche Scheitern dabei. Auch in Schirachs drittem Erzählband geht es also nicht um die geschilderten Kriminalfälle - manchmal sind es nicht einmal solche. Sondern es geht in den zwölf Geschichten um uns, die Menschen und ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte und Leiden. Sicher wird auch „Strafe“ im Buchhandel wieder zu einem Mega-Bestseller hochgepriesen. Doch unabhängig davon: Liebhaber guter Literatur sollten sich diesen Erzählband keinesfalls entgehen lassen. Wer noch kein Schirach-Fan ist, dürfte durch diese Lektüre einer werden.

Dieser Erzählband ist keine "Strafe" - ganz im Gegenteil!

Von: Sigismund von Dobschütz Datum : 04.03.2018

https://www.facebook.com/buchbesprechung/

Es scheint völlig gleichgültig zu sein, in welcher literarischen Form der deutsche Schriftsteller Ferdinand von Schirach (54) seine juristischen und philosophischen Gedanken zu Papier bringt: Es werden immer Bestseller! Nach den beiden Romanen „Der Fall Collini“ (2011) und „Tabu“ (2013), seinem Essay-Band „Die Würde ist unantastbar“ sowie seinem viel beachteten Theaterstück „Terror“ (2015) kam nun endlich wieder nach „Verbrechen“ (2009) und „Schuld“ (2010) ein dritter Band mit Kurzgeschichten „Strafe“ im Februar beim Luchterhand-Verlag heraus. Gerade einmal 190 Seiten stark, in großer Typographie, in wenigen Stunden leicht zu lesen, haben diese zwölf Erzählungen in ihrer Tiefgründigkeit mehr Aussagekraft als mancher dicke Roman. In bewährter Erzählweise, in kurzen Sätzen, ohne ein schmückendes Wort zuviel, geht es in „Strafe“ um die Frage, was eigentlich Wahrheit bedeutet, und um die Persönlichkeitsbildung der unterschiedlichen Figuren – oder um uns selbst: Wie wurden wir, wer wir sind? Wie in den zwei Vorgängerbänden gibt es bei Schirach auch in „Strafe“ keine guten und keine bösen Menschen. Oft sind die vermeintlichen Täter schicksalsbedingt eher Opfer, wie Schirach in seiner früheren Laufbahn als Strafverteidiger wohl wiederholt hat feststellen müssen. Es sind gerade diese philosophischen Gedanken um die Lebenswege seiner doch so normal-menschlichen Protagonisten, die Schirachs Bücher von den Werken anderer Autoren maßgeblich unterscheiden. Man spürt in seinen Erzählungen, wie der Jurist seine Figuren für ihre Handlungen bis hin zu Mord und Totschlag niemals verurteilt, sondern mit ihnen fühlt, ihr Handeln wenn nicht entschuldigt, so zumindest verstehen kann. Er erzählt in diesen zwölf Geschichten von Einsamkeit und Fremdheit, vom Streben nach dem kleinen Stückchen Glück, das sich doch jeder von uns im Leben wünscht, und über das klägliche Scheitern dabei. Auch in Schirachs drittem Erzählband geht es also nicht um die geschilderten Kriminalfälle - manchmal sind es nicht einmal solche. Sondern es geht in den zwölf Geschichten um uns, die Menschen und ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte und Leiden. Sicher wird auch „Strafe“ im Buchhandel wieder zu einem Mega-Bestseller hochgepriesen. Doch unabhängig davon: Liebhaber guter Literatur sollten sich diesen Erzählband keinesfalls entgehen lassen. Wer noch kein Schirach-Fan ist, dürfte durch diese Lektüre einer werden.

Von: Kerstin Wichmann aus Koblenz Datum : 01.03.2018

Wie alles, was ich von Ferdinand von Schirach bisher gelesen habe, ist auch dieses Buch für mich unbedingt lesenswert.
Er läßt mich Bekanntes in einem neuen Licht sehen und schafft es immer wieder, dass ich alte Meinungen und manchmal auch Vorurteile über Bord kippe.
Leider hat auch dieses Buch ein Ende. Ich freue mich schon auf sein nächstes Buch.

Ein phänomenal gutes Buch über Strafe in all seiner vielseitigen Art!

Von: Detlef Rüsch aus Landshut Datum : 15.02.2018

Ein Buch mit zwölf Geschichten, wie sie fantastischer und wirklicher kaum sein können. Ferdinand von Schirach brilliert wieder durch seine Unmittelbarkeit, die uns fragen lässt: "Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Was hat uns so werden lassen, wie wir sind? Ist das Geschehene auch in unserer Nachbarschaft möglich?"
In diesem mit "Strafe" betitelten Buch beschreibt Ferdinand von Schirach wieder in Seziermesserklingenschärfe menschliche Gestalten, ihr Geworden sein und ihre Affektivität. Dabei schreibt Schirach ausgesprochen detailliert, lässt bewusst Raum für Phantasie, ohne sich im Einzelnen zu verlieren und schafft es, dass man Ahnungen bekommt - auch wenn diese manches Mal rasch wieder zunichte gemacht werden. Man wird als Leser verleitet, Vermutungen anzustellen und dem Realen ins Auge zu blicken, um doch wieder auf viele blinde Flecken zu stoßen. Der Autor schreibt nüchtern, nimmt einen mit in die Untiefen und Irrwege des Menschlichen - und entlässt einen dann wieder in einen profanen Alltag. "Strafe" zeigt die Verteidiger in ihrer Menschlichkeit und erhellt dunkle Seite. "Strafe" zeigt, dass es genug unterschiedliche Strafen für Verbrechen und Straftaten gibt. mal gerecht, mal ungerecht. "Strafe" zeigt, es gibt nur Annäherungen an sie, aber es gibt keine absolute Gerechtigkeit.
Wie wichtig Verfahrensregeln gibt - und wie tragisch: das macht eine Geschichte besonders deutlich und macht zugleich betroffen.

Ein phänomenal gutes Buch über Strafe in all seiner vielseitigen Art!

"Es gibt kein Verbrechen und keine Schuld (...), aber es gibt eine Strafe"

Von: Markus Felsmann aus Köln Datum : 03.01.2018

Buchhandlung: Buchladen Neusser Straße

Tolle Stories, auf den Punkt erzählt. Ich schätze die sprachliche Klarheit und narrative Verknappung von STRAFE sehr. Überzeugender als so mancher Roman!