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Ferdinand von Schirach: Strafe

Strafe Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87538-5

Erschienen:  05.03.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 46
Spiegel Hardcover Belletristik

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Strafe

Von: Miss.mesmerized aus Deutschland Datum : 11.10.2018

https://missmesmerized.wordpress.com/2018/10/11/ferdinand-von-schirach-strafe/

Seit vielen Jahren schon ist Fernand von Schirach eine feste Größe im Literaturbetrieb und hat mit seinen Rechtsfällen eine eigene literarische Gattung geschaffen. „Strafe“ knüpft an seine beiden ersten Bücher „Verbrechen“ und „Schuld“ an und hat wieder einmal verschiedene Rechtsfälle in Form von Kurzgeschichten zum Inhalt. Zwölf Schicksale stellt von Schirach vor, die auch die Grenzen des Rechtssystems zeigen und nachvollziehen lassen, weshalb manchmal Unschuldige ins Gefängnis wandern und weshalb manchmal Schwerverbrecher auf freien Fuß kommen.

Der Autor ist kein klassischer Erzähler, sein Stil trägt deutlich die Handschrift des Juristen: klar, präzise, schnörkellos. Das mag nicht jedem gefallen, er bieten jedenfalls wenig Raum für analytische Sprachbetrachtung und vielschichtige Entschlüsselung des Textes. Dies ist auch gar nicht nötig, denn das, was der Autor mitzuteilen wünscht, liegt direkt vor einem und besticht eben durch die sachliche Darstellung, die keine Fragen offen lässt. Dies hindert einem jedoch keinesfalls daran, mit den Menschen Mitgefühl zu empfinden, zu leiden und sie auch bisweilen zu verachten.

Die Texte variieren in Länge und Perspektive, den einen oder anderen Fall glaube ich auch aus den Medien zu kennen, etwa die Geschichte um den Mann im Taucheranzug – das ist so skurril, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass die häufiger vorkommt. Am interessantesten und berührendsten fand ich die Fälle „Lydia“ um die Puppe, die zur Lebensgefährtin wird, und „Subotnik“, die zeigt, in welcher Zwickmühle sich Verteidiger wiederfinden können. Zwar kommen alle Geschichten nicht an das ethisch/moralisch nicht zu lösende Dilemma von „Terror“ heran, trotzdem liefern sie Einblicke in Grenzbereiche der Justiz, die einem ansonsten verborgen bleiben würden.

Ich mag Schirachs kurze, prägnante Sprache.

Von: Buch & Schöpfer Datum : 08.10.2018

www.100geschichten.blog

Dieser Satz aus Schirachs neuen Werk ist bei mir nachhaltig hängengeblieben.  Ebenso wie >Verbrechen< und >Schuld< ist sein neues Buch ein herausragendes Beispiel dafür, dass Gut und Böse sehr nah beieinander liegen. Und das in jedem von uns beide Seiten schlummern.
Ich mag Schirachs kurze, prägnante Sprache. Oftmals ist das Weglassen des Überflüssigen die wahre Kunst und diese beherrscht der Autor komplett.

Dieses Buch habe ich mit meinem Lebensgefährten zusammen im Urlaub gelesen. Er kannte nur die Verfilmungen der beiden Vorgänger und war nun ebenso vom Buch begeistert. Einer lass dem anderen vor bzw erzählte zwischendrin von jeder Geschichte. Die Geschichten und Schicksale beschäftigten uns eine Weile und wurden meinerseits, mit ihm als Jurist, heiß diskutiert.

Mich nahm die Story "Subotnik" so sehr mit, dass ich solch eine Wut auf das deutsche Rechtssystem bekam und das Buch im ersten Impuls auf den Boden warf. Unfassbar.

Aber auch die verbleibenden 11 Geschichten hinterlassen ihre Spuren.

Wer sich dafür interessiert, was hauptsächlich Einsamkeit mit einer Seele anstellen kann und welch schwerwiegende Folgen verzweifelte Handlungen haben, liegt mit diesem Buch richtig. Schirach verurteilt nicht. Er zeigt auf und schaut hinter Fassaden und gibt Einblicke in Dinge, die wir auf den ersten Blick nicht sehen.

Graustufen!,

Von: Tipperin Datum : 19.09.2018

www.dietipperin.wordpress.com

In diesem Buch warten 12 Kurzgeschichten auf den Leser. Alle haben irgendwie mit dem Titel „Strafe“ zu tun. Ich möchte keine Geschichte spoilern, daher nur so viel: Es geht um meist unglaubliche Geschichten, bei denen es kein Schwarz- Weiß gibt, sondern ganz viele Graustufen. Die Erzählungen haben teils skurrile, teils unfassbare Elemente. Da der Autor nicht verurteilt, kann der Leser es tun – muss es aber nicht.

Stil, Machart, Meinung
Nachdem ich vor ein paar Wochen „Terror“ gelesen hatte und begeistert war, versuchte ich es nun mit „Strafe“. Das ist nicht als Theaterstück aufgemacht, sondern besteht aus 12 Kurzgeschichten. Auch hier ist jedoch der gleiche Stil von Schirach verwendet worden. Distanziert und ohne zu verurteilen erzählt er die Geschichten, die dem Leser jedes Mal vor Augen führen, dass die Welt nicht Schwarz- Weiß ist. Trotz der Distanziertheit gibt es aber auch etwas Humor und auch Philosophisches. Wichtig ist, dass sehr krasse Geschichten ohne Wertung erzählt werden, und das der Leser nicht nur gut unterhalten ist – sondern, dass es auch etwas mit ihm macht.

Fazit
Dieses Buch läuft ja auch irgendwie außer Konkurrenz, es ist kein Krimi, Thriller oder Roman. Aber es sind viele kleine Geschichten, die irgendwie in die Richtung Krimi gehören. Ich vergebe 4 Sterne, bin aber Begeistert und möchte mehr von Schirach lesen. Da möchte ich mir in dieser speziellen Kategorie noch etwas Raum nach oben lassen, man weiß ja nicht was noch kommt..
Für wen das etwas ist, kann ich auch nicht so genau bestimmen. Menschen, die an Verbrechen und der Psychologie dahinter interessiert sind. Vom Niveau her etwas höher, und man sollte die Bereitschaft mitbringen, sich mit dem Gelesenen auch auseinanderzusetzen. Denn über manche Geschichten denkt man nach, und einige möchte man sogar weitererzählen.

Mindestens genausogut wie die anderen Geschichten

Von: Marcs Bücherecke aus Bingen Datum : 17.09.2018

marcsbuecherecke.myblog.de

Schon seit Jahren bin ich ein Fan dieses Autors! Seine beiden Bände "Verbrechen" und "Schuld" habe ich in einem Rutsch gelesen und auch bei diesem Band hier war ich vollkommen gefangen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.
Gefangen? Ja, gefangen in einem Sumpf aus Niederträchtigkeit, Verrat und den anderen Abgründen der menschlichen Seele.
Erneut ist es Schirach gelungen in diesem Band kurz und präzise verschiedene Fälle zu beschreiben und dabei auch immer dem Leser ein wenig den Spiegel vorzuhalten, denn auch, wenn man selbst nicht unbedingt straffällig geworden ist, sind die beschriebenen Mensch doch wie Sie und ich. Normal, ohne besonders große Auffälligkeiten und rutschen dennoch ab.
Auch in diesem Band fragt man sich nicht selten, wie verdreht doch das Rechtssystem sein kann: immerhin werden eindeutig schuldige freigesprochen und andere werden verurteilt und dies alles wegen "kleiner" Fehler in der Verhandlung oder auch schon davor.
Hinzukommt, dass es Schirach gelingt das Buch in einer Art zu Schreiben, die es einem so vorkommen lässt, als lese man nicht, sondern der Autor säße sich in der Kneipe neben einen und fange an zu erzählen.

Fazit:

Auchg dieses Buch lässt mich nachdenklich zurück. Wie schnell wird aus einem ruhigen ein auffälliger Bürger und wie schnell kann sich das Blatt um 180 Grad drehen? Ein wirklich gelungenes Werk.

Viel Spaß beim Lesen.

Die Ironie des Schicksals

Von: buecherecke Datum : 23.08.2018

buecherecke8.blogspot.de

Inhalt:
Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.

Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Ich finde, dass der Klappentext zu dieser Sammlung von Kurzgeschichten einfach unglaublich ansprechend ist, da sich doch jeder fragt, was oder wer zu „gut“ und was zu „böse“ gehört. Zudem hatte ich vorher schon gutes vom Autor gehört und wollte nun wissen, was an den begeisterten Meinungen dran ist.
Ich kann schon an dieser Stelle sagen, dass ich dieses Buch an einem Tag verschlungen habe. Einmal mit dem Lesen angefangen, habe ich es nicht mehr aus der Hand legen können und in einem Rutsch alle zwölf Kurzgeschichten gelesen. Die Charaktere variieren von Geschichte zu Geschichte, sie sind unterschiedlich alt, unterschiedlichen Geschlechts und unterscheiden sich natürlich auch in ihren Chraktermerkmalen. Auch der Schreibstil wechselt immer wieder, mal wird in der Ich-Perspektive und der Gegenwart, mal von einem personalen Erzähler und in der Vergangenheit geschrieben, was für ein abwechslungsreiches Lesevergnügen sorgt. Die Handlung hat immer gemeinsam, dass irgendeine Art von Verbrechen begangen wird und es für dieses Verbrechen irgendeine Art von Strafe gibt. Beim Lesen war ich teilweise etwas verstört von den Dingen, die die Menschen getan haben, was das Buch meiner Meinung nach aber noch interessanter gemacht hat. In vielen der Geschichten verdient der Schuldige seine Strafe, in anderen dagegen fühlt es sich eher wie die Ironie des Schicksals an, wenn ein „Verbrecher“ durch ein ungerechtfertigtes Gerichtsurteil seiner Strafe entgeht und in die Freiheit entlassen wird. Dieses Buch zeigt wirklich, dass die Welt nicht immer gerecht ist und oft die falschen Menschen in den Fokus der Aufmerksamkeit schiebt.
Ich bin definitiv begeistert von Ferdinand von Schirachs Talent, ironische Geschichten zu erzählen, die einen sprachlos zurücklassen! Er nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt mit unwahrscheinlicher Offenheit!

Mein Fazit:
Geschichten, die schockieren und die Sprache verschlagen!

Ein großes Dankeschön an den Luchterhand Literaturverlag für die Bereitstellung des Buches!

Strafe bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Schuld, Unschuld oder Strafe?

Von: buecherweltentdecker Datum : 22.08.2018

https://www.instagram.com/buecherweltentdecker/

In „Strafe“ von Ferdinand Schirach werden einzelne Kurzgeschichten erzählt, die oberflächlich betrachtet zunächst einmal eindeutig erscheinen - jedoch werden sie durch bestimmte Gegebenheiten bzw. anderen Sichtweisen komplett in ein anderes Licht gerückt. Ich fand die Geschichten trotz des distanzierten Schreibstils zum Ende hin immer sehr erschreckend, was mich wiederum sehr zum Nachdenken angeregt hat.
Von der Länge her sind sie ideal für Zwischendurch. Doch von der Intensität her ist es dafür wiederum überhaupt nicht geeignet. Man benötigt nach jeder Erzählung immer ein wenig Zeit um sich das Geschriebene zu verinnerlichen und etwas sacken zu lassen.
Einige Geschichten haben mir mehr zugesagt, was bei einer Sammlung natürlich normal ist. Aber so ist definitiv für jeden etwas dabei.

Rezension: Strafe

Von: x.mariereads Datum : 23.07.2018

https://xmariereads.wordpress.com/

Mein zweites Buch von Ferdinand von Schirach und ein weiteres Buch von ihm, dass ich in kürzester Zeit verschlungen habe und das mir sehr gut gefallen hat. Ferdinand von Schirach erzählt in 12 Kurzgeschichten von unterschiedlichen Schicksalen und regt den Leser zum Nachdenken über gut und böse, über Schuld und Strafe an.

Die Sammlung der Kurzgeschichten zeigt unterschiedlichste Facetten von Strafen und auch Schuld spielt in diesem Buch wieder eine Rolle. Die Kurzgeschichten werden zwar mit nüchternen Worten, jedoch gleichzeitig auch einfühlsam geschrieben. Der Autor leitet den Leser durch den ungeschmückten Schreibstil in keine Richtung, sondern lässt viel Spielraum für eigene Gedanken. Manche Enden der Geschichten sind nicht komplett eindeutig und bleiben definitiv noch eine Weile im Kopf nach dem Lesen.

Ich möchte definitiv noch weitere Bücher von Ferdinand von Schirach lesen und hoffe, dass mich alle weiteren Bücher auch so begeistern können.

Das Buch „Schuld“ von ihm hat mir ein bisschen besser gefallen, da mich die Geschichten mehr bewegt und berührt haben, dennoch ist auch „Strafe“ ein sehr empfehlenswerters Buch.

Der Name ist Programm

Von: Stefanie Hofmann aus Stuttgart Datum : 14.06.2018

https://buecherverkaufen24.net/

Ferdinand von Schirachs erzählt keine Geschichten. Er beschreibt Vorgänge. Und davon gleich zwölf an der Zahl. Es geht um Schmerz, Rache und Ungerechtigkeit. Das Besondere an „Strafe" ist der Schreibstil des Berliner Autoren. Beinahe gefühllos fasst von Schirach die Geschehnisse zusammen. Das macht auch den dritten Band seines Schaffens zu einem besonderen Stück Literatur das ich nur jedem herzlichst empfehlen möchte.

„All unsere Erinnerungen sind profan und alle sind heilig“

Von: herzlichstkitty Datum : 12.06.2018

www.morebooks-and-life.blogspot.de/

„All unsere Erinnerungen sind profan und alle sind heilig“

Gerade habe ich es beendet, und immer noch bin ich sprachlos. Teilweise musste ich zwischen den Geschichten- die keine waren, etwas anderes tun, mich ablenken. Sie sind teilweise nur schwer verdaulich. Und sie zeigen, wie unwichtig es manchmal ist, wirklich im Recht zu sein. Wie hart die Welt sein kann. Wie verrückt die Menschen sind.
Ferdinand von Schirach erzählt in dem Buch von Fällen aus seiner Kanzlei. Viele Male konnte ich kaum glauben, dass sich Situationen so zugetragen haben. Es zeigt wie die Welt nicht schwarz-weiß ist und wie schwierig die Wahrheit manchmal zu finden ist und wie sie manchmal sogar gar keine Rolle spielt.
Er erzählt ruhig, unaufgeregt, nicht emotional und gerade das macht das Buch so besonders. Ich finde es sehr gelungen. Es regt zum Nachdenken an.

spannende Fälle

Von: Sarah Datum : 09.06.2018

https://www.instagram.com/buechermops/

Strafe von Ferdinand von Schirach war mein erstes Buch von diesem Autor. Ich hatte zuvor viel Positives über seine Bücher gehört und der Fakt, dass er selbst Anwalt ist und über seine Erfahrungen berichtet, hat mich auch sehr neugierig gemacht.

In dem Buch bekommt man einen guten Einblick in die Welt der Rechtswissenschaften. Das es nicht immer um die Moral geht sondern um die Beweise sowie um die Auslegungen der Gesetze wird schnell klar. Mir haben eigentlich alle Kurzgeschichten (Fälle) sehr gut gefallen und ich mochte seine sehr trockene und distanzierte Erzählweise. Mache der Fälle haben mich zum nachdenken gebracht und über manch einen musste ich schmunzeln. Es ist nun mal nicht immer alles Schwarz und Weiß.

Ich möchte nach diesem- leider etwas kurzem - Buch, noch eins seiner anderen Werke lesen. Wahrscheinlich wird es Terror. Mich konnte der Autor aber auf jeden Fall überzeugen noch ein Buch von ihm zu lesen und er hat mein Interesse geweckt.

Ein großartiger Erzählband voller unerwarteter Wendungen

Von: leseratte_bookworm Datum : 02.06.2018

https://leserattebookworm.wordpress.com/

Ferdinand von Schirach habe ich vor einigen Jahren entdeckt, als eine Freundin mir sein erstes Buch mit Erzählungen („Verbrechen“) in die Hand drückte, und meinte, ich müsse es unbedingt lesen, es wäre genial.

Und das war es. Ich liebe Ferdinand von Schirachs nüchternen Schreibstil. Er ist neutral, er beschreibt ohne jegliche Wertung, er drückt sich klar und präzise aus. Ich finde es wahnsinnig erfrischend etwas zu lesen, das nicht überquillt vor Metaphern oder voller hochgestochener Dialoge ist.

Ferdinand von Schirachs Erzählungen sind einfach. Und das finde ich so großartig daran.

Da ich bisher jedes Buch von von Schirach gelesen habe, war natürlich klar, dass ich auch „Strafe“, erschienen im Luchterhand Verlag, lesen musste. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass dieses Buch mir von der Verlagsgruppe Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde.

Klappentext:
„Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.

Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.“

Der Klappentext nimmt eigentlich einen Großteil der Sachen vorweg, die ich hier in dieser Rezension erzählen könnte.

Da es sich bei „Strafe“ um eine Sammlung von 12 Stories handelt, werde ich nichts über den Inhalt verraten können, ohne etwas von den Geschichten vorwegzunehmen. Ich möchte, dass jede Leserin die Geschichten selbst entdecken kann. Dass sie in die Welten der Protagonisten Einblick erhalten kann, ohne dass jemand im Voraus eine Richtung vorgegeben hätte. Dass sie vollkommen ohne Wertung betrachten kann.

Wann immer ich etwas von Ferdinand von Schirach lese, denke ich nach der Lektüre über unsere Moralvorstellungen nach, über das, was man darf und nicht darf. Über das, was „gut“ ist und das, was „schlecht“ ist.

In der Philosophie bekommt man immer zu hören, wenn man irgendeine Sache als „gut“ oder „schlecht“ bezeichnet: „Aber was ist das überhaupt? Was ist „gut“? Was ist „schlecht“? Wer sagt, dass dein Empfinden dem deines Gegenübers entspricht?“

Und genau das macht Ferdinand von Schirach deutlich. Es drängen sich viele Fragen auf. Woher kommen überhaupt meine Moralvorstellungen? Wieso denke ich das, was ich denke? Bin ich mit meinen Moralvorstellungen überhaupt noch zufrieden?

Ich finde es immer fantastisch, wenn mich ein Buch so sehr zum Nachdenken anregen kann. Ich kann euch die Lektüre nur ans Herz legen und hoffe, dass es auch euch zum Nachdenken anregen wird.

Ich gebe 5/5 Sternen.

Wie hätten Sie entschieden?

Von: Stephanie Schuster Datum : 20.05.2018

www.leselieben.de

Katharina aus dem Hochschwarzwald. Oder Schlesinger, der früher ein guter Anwalt gewesen ist. Oder Brinkmann, dessen Frau an Krebs stirbt. Schicksale, in schlichten, fast emotionslosen Sätzen erzählt. Wir Leser wissen nicht, ob die Hauptfiguren Opfer oder Täter sind. Wie bei allen Schirach-Büchern läuft es am Ende der Kurzgeschichte auf eine Verurteilung hinaus, schließlich ist der Autor Strafverteidiger oder war es, bis er als Schriftsteller ein Millionenpublikum begeisterte und vermutlich keine Zeit mehr hat, wahre Fälle zu übernehmen.
Das allein ist der Grund, dass wir süchtig nach seinen Texten bleiben, der Einblick in wahre Verbrechen, die literarisch verkürzt und verdichtet wurden. Auch wenn es immer das gleiche Strickmuster, von Buch zu Buch, ist. Allerdings variiert Schirach in den Motiven, sodass es nie langweilig wird. Und gerade die scheinbare Schlichtheit der Erzählweise ist große Kunst. Sie ermöglicht es uns Lesern, sich selbst in den Geschichten zu finden, sich zu fragen, wie man selbst entschieden hätte, sei es auf Opfer- Täter- oder Richterseite.

Einfach nur ATEMBERAUBEND!

Von: justmiaslife Datum : 06.05.2018

https://justmiaslife.wordpress.com/

Ein Buch ist für mich nur dann gut, wenn ich Nachts einfach durchlese und es nicht weglegen kann, obwohl ich Morgens früh raus muss und ich traurig bin, wenn es dann zu Ende ist. Und genauso ging es mir auch bei "Strafe". Ich bin süchtig nach Ferdinand von Schirachs Erzählungen. Auch wenn es etwas beängstigend ist, dass es sich bei jeder Geschichte um eine wahre Begebenheit handelt.

In kurzen und prägnanten Geschichten behandelt der Autor in diesem Buch die Begriffe gut und böse, Gerechtigkeit und Recht und Strafe. Ich saß genau so fassungslos vor diesem Buch wie es die junge Strafverteidigerin in einer der Stories ist, die, selbst aus unterdrückten Verhälnissen kommend, einen Mädchenhändler verteidigen muss, dessen Schuld bewiesen ist, und den sie dann mithilfe des Aufzeigens eines Formfehlers frei bekommt.

Ferdinand von Schirach verurteilt seine Figuren nicht, er beobachtet nur. Die Charaktere sind in den seltensten Fällen böse, sie sind allein, überfordert oder vielleicht auch rachsüchtig und persönlich betroffen. Ob sie ihre Strafe erhalten oder nicht hat nichts mit der wirklichen Tat zu tun, sondern mit Zusammenhängen, die aufgedeckt oder eben unter den Teppich gekehrt werden. Mich haben die Erzählungen sehr bewegt. Besonders wie abwechslungsreich und verschieden die Situationen waren, hat mir außerordentlich gut gefallen.

Fazit: "Strafe" ist ein großartiges Buch, eine Sammlung von Erzählungen Ferdinand von Schirachs, der einem das Wesen der Menschen vor Augen führt und die Leser berührt durch die Darstellung seiner Figuren. Ein großartiges, kurzweiliges Buch, das viel zu schnell zu Ende war.

Brilliant ausgeklügelte Kurzgeschichten

Von: Patno Datum : 01.05.2018

www.nichtohnebuch.blogspot.de

Ferdinand von Schirach steht schon länger auf meiner meiner To Read List und mit seinem neuen Werk „Strafe“, welches im März beim Luchterhand Literaturverlag erschienen ist, wollte ich mein Vorhaben endlich umsetzen.
Die Aufmachung des Buches ist sehr hochwertig. Besonders elegant finde ich den Einband samt roter Banderole, der auf ein Sachbuch schließen lässt.
Tatsächlich beherbergt dieses Buch zwölf interessante, ausgeklügelte Kurzgeschichten, bei denen der Buchautor von seine Erlebnisse und Erfahrungen als Strafverteidiger profitiert. Inwieweit es sich um tatsächlich Erlebtes handelt, vermag ich nicht zu beurteilen, zumindest wirkt es auf mich authentisch.
Da ich selbst seit einigen Jahren als Schöffin am Gericht tätig bin, hat mich besonders die erste Geschichte mit dem Titel „Die Schöffin“ gefesselt und mir die Tragweite meiner ganz persönlichen Entscheidungen vor Augen geführt.
Jede Story beginnt ganz banal und läuft dann in eine ganz andere, unerwartete Richtung. Das stimmt sehr nachdenklich und ruft Emotionen hervor.
Wer ist gut oder böse, schuldig oder unschuldig und welche Strafe ist angemessen?
Ferdinand von Schirach berichtet sachlich distanziert ohne zu werten. Er schmückt nichts aus und lässt den Leser eigene Schlüsse ziehen. Kann es gerechte Strafe geben, in rechtlicher, wie in moralischer Sicht? Wer trifft die Entscheidung?

Ich fand es faszinierend, wie Schirach es schafft, in seine kurzen Episoden Spannung zu erzeugen und dabei den Leser immer wieder zu überraschen. Diese zwölf Geschichten auf ca. 190 Seiten habe ich an einem Abend verschlungen. Jetzt möchte ich die anderen Schirach-Bücher lesen.

Dieser Autor gehört ins heimische Buchregal. Übrigens, auch ein niveauvolles Geschenk für gute Freunde! Meine 5 Sterne Leseempfehlung!

Bewegend

Von: Nici's WORT und Totschlag Datum : 04.04.2018

https://www.facebook.com/NicisWortundtotschlag/

Ferdinand von Schirach "Strafe"

Luchterhand Literaturverlag

Inhalt:

Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.

Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.

Autor:

Ferdinand von Schirach (* 1964 in München) ist ein deutscher Strafverteidiger,Schriftsteller und Dramatiker. Seine Bücher wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen bisher in 40 Ländern.

Meinung:

In seinem neuen Buch "Strafe" beschreibt Ferdinand von Schirach 12 Schicksale. Wohin treibt Menschen Einsamkeit und Verzweiflung?
Es ist nicht immer wie es scheint, urteilt unser Rechtssystem immer gerecht?
In seinen 12 Erzählungen steht immer die emotionale Position eines Menschen im Mittelpunkt.
Mich haben die Schicksale einiger handelnder Personen sehr berührt. Seine Charaktere sind in den seltensten Fällen böse, viele sind einsam, überfordert oder haben schlimmes erlebt und sind traumatisiert.
Schirachs Schreib - und Erzählstil ist klar reduziert und auf das Wesentliche beschränkt, aber trotzdem flüssig.

Ein grandioser Erzählband, der spannend und schockierend zugleich ist. Schirach versteht es, auf reduzierende Weise den Leser nachdenklich zurück zu lassen.
Glasklare Leseempfehlung und 5 ����������

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Ein Schirach eben

Von: Alfred Westermann aus Detmold Datum : 03.04.2018

Buchhandlung: Buchhaus am Markt GmbH

Gerade durch Ferdinand von Schirachs sachliche Distanz ist der Leser gefordert, seine eigene Meinung und Beurteilung zu finden. Es scheint, als ließe er den Leser mit der Bewertung allein und doch ist gerade das der Weg zu persönlicher Betroffenheit. Wie schon zuvor wieder eine gelungene Sammlung von Shortstorys, facettenreicher als mancher Roman, fesselnder als mancher Krimi. Sehr lesenswert.

In gewohnter Qualität schildert von Schirach menschliche Schicksale, die einen mitten ins Herz treffen.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum : 03.04.2018

https://buchwelten.wordpress.com/

12 Geschichten über das Thema „Strafe“, ob gerecht oder ungerecht.

.

Und erneut schafft es Ferdinand von Schirach auf grandiose Weise, menschliche Schicksale eindrucksvoll in nur wenige Zeilen zu packen, so dass man oftmals meint, einen ganzen Roman gelesen zu haben. Von Schirach bleibt seinem Stil treu und zieht seine Leser in gewohnter Manier in seinen Bann. In fast jeder Geschichte fühlt man sich angesprochen und vermeint, Dinge aus seinem eigenen Leben zu entdecken, die einem entweder selbst widerfahren sind oder über die man zumindest schon einmal nachgedacht hat. Der Autor hält uns oftmals einen Spiegel vors Gesicht, in dem wir uns auf unvermeidliche Art und Weise selbst erkennen. Wie kein anderer beherrscht von Schirach einen epischen Minimalismus, dem man sich schlichtweg nicht entziehen kann. Trotz des kühl und distanziert wirkenden Schreibstils findet man in den kurzen Geschichten eine Fülle an Emotionen, die einen direkt ins Herz trifft und berührt. Wie in fast allen seinen Geschichten handeln auch diese von der Einsamkeit der Protagonisten und von ihren Gedanken über den Sinn des Lebens. Von Schirach bringt all dies innerhalb kürzester Zeit auf den Punkt und schafft so manches Mal bessere Charaktere, als man sie in dicken Schmökern vorfindet.

Die Opfer und Täter in diesen Geschichten erfahren Strafe(n), die nicht immer gerecht sind, aber dennoch eine nachvollziehbare Logik vorweisen. Von Schirach beherrscht sein Handwerk perfekt und zeigt Situationen auf, die jedem von uns passieren könnten oder auf die ein oder andere Weise vielleicht sogar passiert sind oder noch passieren werden. Es ist pures Leben, das aus den Storys sprudelt, und die sich nachhaltig ins Gedächtnis fressen, wie es auch schon bei der Geschichtensammlung „Carl Tohrberg“ der Fall war. Es mag den einen oder anderen Leser geben, der den knappen und schnörkellosen Schreibstil als zu schlicht und einfach abtut und dadurch der Intelligenz, die hinter fast jedem der Sätze steckt, keine Chance gibt. Wer es allerdings vermag, zwischen den Zeilen zu lesen, wird mit unglaublichen „Lebensweisheiten“ belohnt, die zum Nachdenken über das eigene Leben anregen. Die Seite der Justiz, die genau genommen im Vordergrund der Geschichten steht, wird von den Charakteren und deren Tragödien in den Hintergrund gerückt, so dass von Schirach es tatsächlich schafft, aus Kriminalfällen menschliche Dramen zu erschaffen. Fast möchte man bei den Geschichten von Ferdinand von Schirach das Wort „philosophische Justiz“ erfinden, um den Storys gerecht zu werden, die sich in diesem Buch befinden.

Ferdinand von Schirach behandelt menschliche Abgründe auf eine hypnotische Weise, die die Handlungsweise der Protagonisten für den Leser absolut nachvollziehbar macht. Es ist reine Poesie, mit der hier von Mord und Totschlag berichtet wird, und über den teils brutalen Vorgängen legt sich ein Schleier aus Nostalgie und Melancholie, der die Tat(en) verklärt wirken lässt, als wären sie lediglich ein Traum, dem man beim Lesen beiwohnt. Überhaupt wirken die Kurzgeschichten wie Träume, die auf wenigen Seiten die Zeitspanne eines (fast) ganzen Lebens umfassen. Es ist immer wieder erstaunlich und überraschend, wie detailgetreu und komplex von Schirach seine Personen präzisiert, obwohl er dies nur auf wenigen Seiten tut. Und auch wenn man schon ein paar Bücher des Autors gelesen hat, wird man von manchen Entwicklungen dennoch überrascht, weil man so nicht damit gerechnet hat. Von Schirach erfindet das (sein) Rad nicht neu, dafür hat er schon zu viele Bücher gleicher Art auf den Markt gebracht, aber entgegen vieler Kritiker hält er sein Niveau definitiv konstant aufrecht und bleibt seiner Linie treu. Für mich gehört Ferdinand von Schirach zu den ganz großen deutschen Schriftstellern, deren Bücher schon bei ihrem Erscheinen Klassiker sind. Mich begeistert der philosophierende Jurist nach wie vor.

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Fazit: In gewohnter Qualität schildert von Schirach menschliche Schicksale, die einen mitten ins Herz treffen.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Oft ist nichts wie es scheint...

Von: nicigirl85 Datum : 01.04.2018

nicigirl85.blogspot.de/

Da ich bereits die Bände "Verbrechen" und "Schuld" mit großem Interesse gelesen habe, war meine Neugierde zu diesem Band ebenfalls groß.

Auch in diesem Buch präsentiert der Autor dem Leser ganz besondere Geschichten, von kurios bis emotional. Jede ist für sich speziell und wartet immer mit einem Ende auf, dass man als Leser so nicht erwartet.

Schirach schafft es durch seine klare, schnörkellose Sprache die Handlung dem Leser nahe zu bringen. Dem Einen mag diese Sprache zu einfach erscheinen, ich hingegen finde sie äußerst passend, da dadurch nichts von der eigentlichen Handlung ablenkt.

Durch die Geschichten bekommt man Einblicke in die Gerichtssäle von heute und nicht immer sind Recht und Gerechtigkeit dasselbe, so wie im wahren Leben.

Bei einigen der Erzählungen bleibt einem einfach die Spucke weg, denn es fällt einem echt schwer zu glauben, dass Täter unentdeckt davonkommen oder durch einen Verfahrensfehler weniger oder gar keine Strafe erhalten.

Meine Lieblingsgeschichten aus diesem Band sind "Der Taucher" und "Tennis", wahrscheinlich weil ich gern Abhandlungen über interessante Ehen lese und deren eventuelles Ende.

Fazit: Erzählungen, die nichts beschönigen und einfach nur real erscheinen. Man wird doch sehr nachdenklich nach dieser Lektüre, was mir sehr gefällt. Klasse!

Wie immer gut

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 21.03.2018

www.rezensions-seite.de

Was macht man als alternder Witwer „in den besten Jahren“. Wenn man, wie jeden Morgen seit zig Jahren, die Hand in die andere Seite des Bettes streckt, da aber seit vier Jahren kein Händedruck mehr erwidert wird?

Schwarzer Hautkrebs. Schnell gings. In der noblen Gegend Hamburgs.

Jeder Tag nach festem Rhythmus. Dort die Zeitung, hier das „petit dejeuners“, am Ende die immer gleichen Stufen zählend und nach Hause. Ins Leere.

Kaum dringen Veränderungen ins Gemüt. Erst als die neue Nachbarin, blutjung, klingelt, um sich vorzustellen, man ins Gespräch kommt. Wochen später ein Gegenbesuch sorgfältig vorbereitet stattfindet, da kommt ein wenig Licht ins Leben des Mannes.

Nun ist die junge Frau auch viel alleine, Reichtum hat seinen Preis, der ebenso attraktive, strahlende Ehemann ist erst spätabends je zu Hause.

Schön, kann man denken, dass so ein Witwer ein wenig Anschluss noch findet, auch wenn er in sommerlichen Tagen ein wenig schlucken muss am Pool der Nachbarsleute ob des kaum verhüllten jungen Körpers.

Es trifft sich, dass er nach geraumer Weile des Bekanntseins erst dann auch dem Ehemann persönlich begegnet. Bei dessen Hobby, dem „Schrauben“ an den automobilen Besitztümern.

Wobei von Schirach nicht von Schirach wäre, wenn hier im Hintergrund nicht auch ein Hauch, ein Erleben aus der eigenen Praxis als Rechtsanwalt noch lauern würde. Was den Leser unverhofft, überraschend, fast lakonisch erzählt unmittelbar treffen wird.

Im Gegensatz zur Entwicklung der Schöffin“, bei der von Schirach nicht das „Verbrechen“ in den Mittelpunkt setzt, sondern die innere Erlebniswelt der „Schöffin“ anhand ihres Lebensweges dem Leser offenlegt, bis am Ende Betroffenheit herrscht, wie aus all dem Befangenheit werden konnte und welche furchtbaren Folgen das in sich trägt.

In jeder der Geschichten kommt das Talent von Schirachs, ohne weitschweifige sprachliche Ausschmückungen präzise die Punkte zu treffen. Und das eben nicht in anwaltlicher „Berichtsform“, sondern mit einem genauen und klaren Blick für die handelnden Personen, deren sich entwickelnde Motive, ob Betrachter, Opfer, Täter, der Leser ist immer genau auf der Höhe der Geschichten und Personen und damit emotional in bester Form beteiligt.

Wofür als (je nach Geschmack) bestes Beispiel der kleine, 11jährige Junge und die „Mutprobe“ seiner Clique, den alten, fast blinden Mann, nur „Stinkefisch“ benannt, betreffend im Buch nachzulesen ist.

Das erschüttert. In jede der Personen kann sich der Leser mühelos einfinden und dann ein Geschehen erleben, das nicht leicht zu verdauen ist.

Eine, wieder einmal, hervorragende Lektüre.

Jeder sollte von Schirach lesen!

Von: misshappyreading Datum : 19.03.2018

misshappyreading.blogspot.de/

Stellt eure intuitive Meinung in Frage. Recht und Gerechtigkeit. Welche Strafe ist angemessen. Ein Meisterwerk. Wie immer. Jeder sollte Herrn von Schirach lesen.

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Ferdinand von Schirach schreibt über die 'Strafe'. Der Verhängen einer Strafe ist nicht zwangsläufig eine Gesetztesentscheidung. Zwölf Geschichten stellen den Leser vor moralische Fragen die nicht einfach mit ja oder nein beantwortet werden können. Die Geschichten machen deutlich das die Grauzone deutlich größer ist als der schwarze Rahmen und der weiße Mittelpunkt.

Am liebsten würde ich gar keine Rezension schreiben, sondern jedem ein Buch von Ferdinand von Schirach in die Hand drücken und sagen: 'Das muss man lesen. Punkt.'

Ich habe noch keinen Schriftsteller wie von Schirach entdeckt. Jedem dem ich ein Buch von ihm empfohlen habe, war begeistert danach. Ausnahmslos.

Was macht die Bücher des Autor so besonders?

Zum einen der Schreibstil. Punktuell. Ohne Ausschweifungen. Mit wenigen prägnanten Sätzen schreibt von Schirach seinen Leser in eine zerrissene Stimmung. Ohne viele Worte baut er ein Szenario auf das so detailliert vor meinem inneren Auge ist wie ein Hollywood Blockbuster.

Die Moral. Jede Geschichte lässt den Leser nachdenklich zurück, stellt die moralischen Überzeugungen in Frage. Können wir nach dem Lesen eines Zeitungsartikels über Recht und Unrecht entscheiden? Nein.

Die Strafe. Der Titel des Buches ist (oh Wunder) das Thema. Welche Strafe kann das Gesetz auferlegen? Wie bestrafen sich die Angeklagten selbst? Welche Strafe bekommen die Angeklagten von ihrem Umfeld oder der Gesellschaft auferlegt - völlig unabhängig vom gerichtlichen Strafmaß? Wo und wann können wir mit unserem Wissensstand überhaupt beurteilen was die angemessene Betrafung ist?

Lesen bildet. Das kann man gar nicht oft genug sagen. Nach einem Schriach Buch ist man ein anderer Mensch. Zumindest trifft das auf mich zu. Ich betrachte das deutsche Gesetz inzwischen mit anderen Augen. Ich stelle meine eigene intuitive Meinung öfter in Frage. Wie schreibt Herr von Schirach in 'Die Würde ist antastbar' so schön: Schwarmmintelligenz wird oft zu Schwarmmdummheit (Achtung: das Zitat ist nicht wortwörtlich aber sinngemäß).

Von: Erik Evtimov aus Bern Datum : 10.03.2018

Wörter, drucken Wörter aus „… und es gibt kein Verbrechen und keine Schuld, sagt er, aber es gibt eine Straffe“. Ferdinand von Schirach verbindet somit die Trilogie, die er in 2010 literarisch angelegt hat, in perfekter weise und druckt mit kargen Wörtern starke Emotionen aus. Zwölf Kurzgeschichten gehen tief unter die Haut des Lesers und lassen die Gedanken lange Zeit danach nicht ruhen. Sie sind ästhetisch und vielfältig wie das Leben selbst; und menschlich zugleich. Was nur die deutsche Sprache zum Ausdruck bringen kann. Ein Genuss des realen Lebens!

Dieser Erzählband ist keine "Strafe" - ganz im Gegenteil!

Von: Sigismund von Dobschütz aus Bad Kissingen Datum : 04.03.2018

https://www.facebook.com/buchbesprechung

Es scheint völlig gleichgültig zu sein, in welcher literarischen Form der deutsche Schriftsteller Ferdinand von Schirach (54) seine juristischen und philosophischen Gedanken zu Papier bringt: Es werden immer Bestseller! Nach den beiden Romanen „Der Fall Collini“ (2011) und „Tabu“ (2013), seinem Essay-Band „Die Würde ist unantastbar“ sowie seinem viel beachteten Theaterstück „Terror“ (2015) kam nun endlich wieder nach „Verbrechen“ (2009) und „Schuld“ (2010) ein dritter Band mit Kurzgeschichten „Strafe“ im Februar beim Luchterhand-Verlag heraus. Gerade einmal 190 Seiten stark, in großer Typographie, in wenigen Stunden leicht zu lesen, haben diese zwölf Erzählungen in ihrer Tiefgründigkeit mehr Aussagekraft als mancher dicke Roman. In bewährter Erzählweise, in kurzen Sätzen, ohne ein schmückendes Wort zuviel, geht es in „Strafe“ um die Frage, was eigentlich Wahrheit bedeutet, und um die Persönlichkeitsbildung der unterschiedlichen Figuren – oder um uns selbst: Wie wurden wir, wer wir sind? Wie in den zwei Vorgängerbänden gibt es bei Schirach auch in „Strafe“ keine guten und keine bösen Menschen. Oft sind die vermeintlichen Täter schicksalsbedingt eher Opfer, wie Schirach in seiner früheren Laufbahn als Strafverteidiger wohl wiederholt hat feststellen müssen. Es sind gerade diese philosophischen Gedanken um die Lebenswege seiner doch so normal-menschlichen Protagonisten, die Schirachs Bücher von den Werken anderer Autoren maßgeblich unterscheiden. Man spürt in seinen Erzählungen, wie der Jurist seine Figuren für ihre Handlungen bis hin zu Mord und Totschlag niemals verurteilt, sondern mit ihnen fühlt, ihr Handeln wenn nicht entschuldigt, so zumindest verstehen kann. Er erzählt in diesen zwölf Geschichten von Einsamkeit und Fremdheit, vom Streben nach dem kleinen Stückchen Glück, das sich doch jeder von uns im Leben wünscht, und über das klägliche Scheitern dabei. Auch in Schirachs drittem Erzählband geht es also nicht um die geschilderten Kriminalfälle - manchmal sind es nicht einmal solche. Sondern es geht in den zwölf Geschichten um uns, die Menschen und ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte und Leiden. Sicher wird auch „Strafe“ im Buchhandel wieder zu einem Mega-Bestseller hochgepriesen. Doch unabhängig davon: Liebhaber guter Literatur sollten sich diesen Erzählband keinesfalls entgehen lassen. Wer noch kein Schirach-Fan ist, dürfte durch diese Lektüre einer werden.

Dieser Erzählband ist keine "Strafe" - ganz im Gegenteil!

Von: Sigismund von Dobschütz Datum : 04.03.2018

https://www.facebook.com/buchbesprechung/

Es scheint völlig gleichgültig zu sein, in welcher literarischen Form der deutsche Schriftsteller Ferdinand von Schirach (54) seine juristischen und philosophischen Gedanken zu Papier bringt: Es werden immer Bestseller! Nach den beiden Romanen „Der Fall Collini“ (2011) und „Tabu“ (2013), seinem Essay-Band „Die Würde ist unantastbar“ sowie seinem viel beachteten Theaterstück „Terror“ (2015) kam nun endlich wieder nach „Verbrechen“ (2009) und „Schuld“ (2010) ein dritter Band mit Kurzgeschichten „Strafe“ im Februar beim Luchterhand-Verlag heraus. Gerade einmal 190 Seiten stark, in großer Typographie, in wenigen Stunden leicht zu lesen, haben diese zwölf Erzählungen in ihrer Tiefgründigkeit mehr Aussagekraft als mancher dicke Roman. In bewährter Erzählweise, in kurzen Sätzen, ohne ein schmückendes Wort zuviel, geht es in „Strafe“ um die Frage, was eigentlich Wahrheit bedeutet, und um die Persönlichkeitsbildung der unterschiedlichen Figuren – oder um uns selbst: Wie wurden wir, wer wir sind? Wie in den zwei Vorgängerbänden gibt es bei Schirach auch in „Strafe“ keine guten und keine bösen Menschen. Oft sind die vermeintlichen Täter schicksalsbedingt eher Opfer, wie Schirach in seiner früheren Laufbahn als Strafverteidiger wohl wiederholt hat feststellen müssen. Es sind gerade diese philosophischen Gedanken um die Lebenswege seiner doch so normal-menschlichen Protagonisten, die Schirachs Bücher von den Werken anderer Autoren maßgeblich unterscheiden. Man spürt in seinen Erzählungen, wie der Jurist seine Figuren für ihre Handlungen bis hin zu Mord und Totschlag niemals verurteilt, sondern mit ihnen fühlt, ihr Handeln wenn nicht entschuldigt, so zumindest verstehen kann. Er erzählt in diesen zwölf Geschichten von Einsamkeit und Fremdheit, vom Streben nach dem kleinen Stückchen Glück, das sich doch jeder von uns im Leben wünscht, und über das klägliche Scheitern dabei. Auch in Schirachs drittem Erzählband geht es also nicht um die geschilderten Kriminalfälle - manchmal sind es nicht einmal solche. Sondern es geht in den zwölf Geschichten um uns, die Menschen und ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte und Leiden. Sicher wird auch „Strafe“ im Buchhandel wieder zu einem Mega-Bestseller hochgepriesen. Doch unabhängig davon: Liebhaber guter Literatur sollten sich diesen Erzählband keinesfalls entgehen lassen. Wer noch kein Schirach-Fan ist, dürfte durch diese Lektüre einer werden.

Von: Kerstin Wichmann aus Koblenz Datum : 01.03.2018

Wie alles, was ich von Ferdinand von Schirach bisher gelesen habe, ist auch dieses Buch für mich unbedingt lesenswert.
Er läßt mich Bekanntes in einem neuen Licht sehen und schafft es immer wieder, dass ich alte Meinungen und manchmal auch Vorurteile über Bord kippe.
Leider hat auch dieses Buch ein Ende. Ich freue mich schon auf sein nächstes Buch.

Ein phänomenal gutes Buch über Strafe in all seiner vielseitigen Art!

Von: Detlef Rüsch aus Landshut Datum : 15.02.2018

Ein Buch mit zwölf Geschichten, wie sie fantastischer und wirklicher kaum sein können. Ferdinand von Schirach brilliert wieder durch seine Unmittelbarkeit, die uns fragen lässt: "Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Was hat uns so werden lassen, wie wir sind? Ist das Geschehene auch in unserer Nachbarschaft möglich?"
In diesem mit "Strafe" betitelten Buch beschreibt Ferdinand von Schirach wieder in Seziermesserklingenschärfe menschliche Gestalten, ihr Geworden sein und ihre Affektivität. Dabei schreibt Schirach ausgesprochen detailliert, lässt bewusst Raum für Phantasie, ohne sich im Einzelnen zu verlieren und schafft es, dass man Ahnungen bekommt - auch wenn diese manches Mal rasch wieder zunichte gemacht werden. Man wird als Leser verleitet, Vermutungen anzustellen und dem Realen ins Auge zu blicken, um doch wieder auf viele blinde Flecken zu stoßen. Der Autor schreibt nüchtern, nimmt einen mit in die Untiefen und Irrwege des Menschlichen - und entlässt einen dann wieder in einen profanen Alltag. "Strafe" zeigt die Verteidiger in ihrer Menschlichkeit und erhellt dunkle Seite. "Strafe" zeigt, dass es genug unterschiedliche Strafen für Verbrechen und Straftaten gibt. mal gerecht, mal ungerecht. "Strafe" zeigt, es gibt nur Annäherungen an sie, aber es gibt keine absolute Gerechtigkeit.
Wie wichtig Verfahrensregeln gibt - und wie tragisch: das macht eine Geschichte besonders deutlich und macht zugleich betroffen.

Ein phänomenal gutes Buch über Strafe in all seiner vielseitigen Art!

"Es gibt kein Verbrechen und keine Schuld (...), aber es gibt eine Strafe"

Von: Markus Felsmann aus Köln Datum : 03.01.2018

Buchhandlung: Buchladen Neusser Straße

Tolle Stories, auf den Punkt erzählt. Ich schätze die sprachliche Klarheit und narrative Verknappung von STRAFE sehr. Überzeugender als so mancher Roman!