Leserstimmen zu
Fireman

Joe Hill

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Seit diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, konsequenter beim Abbrechen eines Buches zu sein, wenn es mich wirklich nicht packen kann. Früher habe ich mich durch solche Bücher geschliffen und am Ende war es einfach nur schwer eine Meinung zum Buch zu verfassen, weil man mit seiner Aufmerksamkeit nicht bei der Story war. So ging es mir auch mit „Fireman“ von Joe Hill. Joe Hill ist der Sohn von Stephen King, das sollte vielen Lesern bekannt sein. Demnach war sein ähnlicher Stil bereits durch „Christmasland“ bekannt und das mochte ich. Bereits 2017 habe ich gleich nach Erscheinen begonnen, in diesem Buch zu lesen. Anfänglich konnte mich das Buch packen, weil man in eine Welt hineingeworfen wird, welche gerade aus den Fugen gerät. Man lernt wichtige Charaktere, wie den Fireman oder aber Harper Grayson kennen. Jedoch fiel mir damals schon auf, dass ich kaum einen Bezug zu den Figuren im Buch finde. Des Weiteren habe ich mich mit Infektionen sehr schwer, welche übernatürlich erscheinen. Die Menschen stecken sich unter normalen Umständen an, aber bereits bei den Symptomen, welche die Krankheit hervorruft, merkte ich, dass ist nicht meins. Als die infizierten Personen im Buch anfingen zu qualmen, brennen oder zu leuchten, musste ich das Buch damals einfach zur Seite legen. Nun habe ich vor kurzem einen zweiten Versuch gewagt und mir das Hörbuch zum Buch heruntergeladen. Ich habe es nochmal von vorne gehört und natürlich kamen mir einige Dinge sofort wieder bekannt vor, aber im Verlauf machte es für mich die Story einfach nicht besser. Allerdings habe ich es mit dem Hörbuch etwas weiter geschafft, als damals lesend. Aber nach fast der Hälfte, war es für mich auch hörend vorbei. Mein Fazit Über diese Geschichte muss sich jeder Leser meines Erachtens selbst ein Bild machen. Man kann nicht sagen, dass es schlecht ist, nur weil ich es abgebrochen habe. Es traf einfach nicht meinen Geschmack. Bei Dystopien muss ich einfach immer mein Glück versuchen. Vom Stil her, sollte man den ausschweifenden Schreibstil von Stephen King mögen, denn sein Sohn verwendet diesen auch recht gut.

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Vielversprechend startet „Fireman“ mit dem ersten Opfer der Seuche in Harpers Peripherie: Vor ihren und den Augen ganzer Schulklassen taumelt ein Mann auf den Schulhof. Er raucht: Leider keine Zigarette, sondern tatsächlich aus jeder Pore. Als er zusammenbricht und Flammen aus seinem Körper züngeln, beginnt Harpers Welt endgültig aus den Fugen zu brechen. Es ist der Beginn einer Apokalypse, die keine Zombies, sondern goldene Feuerengel kennt und daher einen Hauch Innovation verspricht. Die ersten paar Dutzend Seiten gestalten sich als spannend, zumindest lesenswert. Wir erfahren, wie Harper sich in einem Krankenhaus um Dragonscale-Erkrankte kümmert. Deren Abschottung von der Gesellschaft wird im Laufe der Seiten immer deutlicher. Denn, logisch, wer ist auch sonderlich erpicht darauf, dass sein Nachbar plötzlich nicht nur sich selbst, sondern gleich die ganze Wohnung und letztlich das gesamte Wohnhaus in Brand steckt? Die Infizierten sind nicht nur eine Gefahr für sich und die direkten Angehörigen wie Bekannte, sondern für ganze Häuserblocks. Bald stehen ganze Städte oder gar Länder in Brand, Italien ist beispielsweise längst von einer Rauchwolke verschluckt worden. Die Prämisse ist unglaublich interessant – und krankt doch schnell am Erzählvermögen Hills. Den habe ich in seinen letzten Publikationen als sehr atmosphärisch malenden Schriftsteller kennengelernt. Umso enttäuschter bin ich ob des Textes, den er hier abliefert. Ein Schauer der leisen bis sehr akuten Bedrohung möchte sich bei mir nicht einschleichen. Zu lapidar berichtet Harper von der Gefahr, zu emotionslos wird es dargelegt. Harper wirkt wie eine Schlafwandlerin, die das alles nur schemenhaft erlebt ohne wirklich dabei zu sein. Nicht etwa aufgrund eines Traumas, sondern aufgrund der erzählerischen Undichte. Viele Dinge und Verfahren für oder vielmehr gegen Dragonscale wirken für mich zudem irrational. Ich als Laie würde Infizierte, die jederzeit in Flammen aufgehen können, vielleicht nicht mit nur geringer Aufsicht in Krankenhäusern zusammenpferchen. Da bedarf es mehr Vorkehrungen – und seien es nur Löschdecken, Feuerlöscher oder mindestens das Entfernen allzu brennbarer Materialien. Und das sind nur die offensichtlichsten Aspekte. Generell ist mir die Dichte an Fahrlässigkeiten viel zu hoch. Fast schwerer noch als die mangelhafte Atmosphäre wiegt für mich die Leere der Protagonistin. Harper reflektiert kaum. Sie denkt kaum. Sie versteht kaum. Sie erscheint mir tumb wie ein Stück Toastbrot – mit immerhin einer Scheibe Salami als Belag. Selbst als ihr Mann ihr wiederholt metaphorisch mit einem Morgenstern das Herz eindrischt, tangiert sie das nur sehr kurz – und äußerst dumpf. Als wären ihre Gefühle in meterdicke Schichten Watte gepackt. Ich rede nicht davon, aus ihr ein emotionales Wrack oder gar eine „Heulsuse“ zu machen. Aber diese stupide Stumpfheit raubt mir immer wieder den Nerv, von dem ich noch eine Seite zuvor geglaubt hatte, es wäre mein letzter gewesen. Von dieser Protagonistin aus ist es nur ein kleiner Schritt zu einem Plot, der sehr viele Längen kennt. Gerade der Mittelteil hätte um mindestens 300 Seiten gekürzt werden können. Nichtsdestotrotz findet man in einigen Kapiteln interessante Nebenstränge, manchmal sogar sehr schöne philosophische Ansätze. Man lernt vielschichtige Figuren kennen. Gut. Manche derer zeigen dezente Anwandlungen geistiger Abwesenheit, doch der Großteil der Personen sind nette Teilaspekte dieses doch eher gemäßigten Ganzen. „Fireman“ ist ein Roman, der von den meisten Kritikern gelobt wird, in mir jedoch keine Freundin findet. Zu stumpf ist mir die Protagonistin, zu porös die Atmosphäre, zu zäh der Plot. Dennoch liefert der Roman einige spannende Anklänge und „Dragonscale“ an sich ist eine Krankheit, die ich als äußerst gelungen bezeichnen würde – aus kreativer Autorensicht selbstverständlich. „Durchschnitt“ möchte ich diesen Roman nennen. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

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Wie die meisten seit langem wissen, ist Joe Hill der Sohn von Stephen King. Er versuchte zwar dies geheim zu halten, um nicht mit ihm verglichen zu werden, aber davor braucht er sich nicht zu fürchten. Erstens wurde es schon recht schnell bekannt und zweitens hat er mindestens genauso viel Potenzial wie sein berühmter Vater. Das Buch überrascht mit einem Schreibstil, der ausgereift und schön detailliert ist. Die Charaktere sind gut angelegt, die Protagonistin ist sehr gut herausgearbeitet und kommt auch sympathisch rüber. Die Krankheit, die sich pandemieartig ausbreitet, ist durchdacht und entwickelt auch teilweise eine eigene Schwarmintelligenz. Doch trotz allem ist die Pandemie selbst eigentlich nicht das Hauptthema, sondern die Bildung von Sekten und auch die darin verborgenen Gefahr wird sehr gut beschrieben, ohne sich in eine Richtung zu verrennen. Der namensgebende Fireman taucht zwar nur hin und wieder auf, ist aber immer irgendwie präsent. Schön ist auch, dass Joe Hill auch andere literarische Machwerke wie zum Beispiel Mary Poppins, aber auch Aktuelles wie Donald Trump einbezieht und auch (für Kingfans erkennbar) kleine Hinweise zu Büchern seines Vaters integriert hat. Letztendlich kann ich den Liebhabern von Hörbüchern auch die Hörbuchfassung, gelesen von David Nathan, empfehlen. Hörenswert und packend.

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Inhalt: Auf der ganzen Welt treibt eine Infektionskrankheit ihr Unwesen. Die Kranken bekommen zunächst Male auf der Haut, bevor sie in Flammen aufgehen und durch Verbrennen sterben. Harper Grayson arbeitet als Krankenschwester. Als auch bei ihr die ersten Male zu sehen sind, will ihr Mann Jakob ihrem leben ein Ende setzen, so wie sie es ausgemacht hatten. Aber Harper ist schwanger und will das Kind gebären. Der Fireman, den sie, ohne es zu wissen bereits kennt, rettet ihr das Leben und bringt sie in Sicherheit. Doch die Angst um ihr Leben ist noch lange nicht vorbei. Meine Meinung: Gut, aber anders als erwartet. Es geht in Joe Hills Fireman weniger um den unerbittlichen Kampf um Leben und To als um die Beziehungen der Personen zueinander. Dennoch sollte man nicht allzu zart besaitet sein, denn es sterben doch einige Charaktere auf brutale Art und Weise. Als Harper fast von ihrem Ehemann ermordet wurde, tritt der Fireman in ihr Leben und rettet sie. Darauf baut eine grandiose Liebesgeschichte mit tragischem Ende auf. Aber auch die anderen Beziehungen, die Harper zu ihren neuen Freunden entwickelt, sind hoch interessant. In dieser Geschichte ist wenig so wie es zu sein scheint. Immer wenn man dankt, man kann die Handlung vorhersehen, kommt eine überraschende Wendung. Manchmal zum Guten, manchmal zum schlechten. Für die Spannung ist das eine riesengroße Bereicherung! Diese Bereicherung hatte das Buch für mich auch nötg, es ist einfach ein dicker Wälzer den man lesen wollen muss. Das ganze hätte man, meiner Meinung nach, auch abkürzen können. Jedes kleinste Detail wird haargenau beschreiben. Ja, Joe Hill schreibt schön und angenehm zu lesen, aber knapp 1000 Seiten waren fast doch etwas zu viel. Aber eben durch diese Länge lernt man nicht nur den Hauptcharakter, sondern auch die wichtigsten Nebencharaktere sehr gut kennen, was wirklich Spaß macht und zugegebenermaßen für die Handlung unerlässlich ist. Joe Hill möchte und kann ich nicht mit seinem Vater Stephen King vergleichen. Joe Hill hat hier ein wunderbares Werk geschaffen, dass abschnittsweise zwar etwas langatmig, grundsätzlich aber wirklich gut ist. 4 von 5 Sternen

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Man sagt das der Apfel nicht weit vom Stamm falle. In diesem Fall ist es wohl eher der König, welcher nicht weit vom Thron fällt. Bevor ich eine Besprechung beginne zu tippen, recherchiere ich immer ob sich nicht ein wenig interessantes Backgroundmaterial über Autor oder Story finden lässt. In diesem Fall ist es meiner längeren Leseabstinenz geschuldet das mir der Name „Joe Hill“ so vollkommen gar nichts sagte. Aufmerksam auf sein Buch „The Fireman“ wurde ich durch die Pilotepisode eines amerikanischen Hörspielpodcasts namens „Point Mystic“ in der Podcaster Christopher Reynaga die Geschichte als Fingerübung für den eigentlichen Podcast verarbeitet. Mein Interesse war geweckt und so fragte ich bei Chris nach, welcher mich auf das Buch an sich verwies. Zurück zu „Joe Hill“, welcher mit richtigem Namen Joseph Hillstrom King heißt und einer der Söhn der Schriftsteller Stephen und Tabitha King ist. Somit liegt es also relativ nahe, das der Offspring ebenfalls den Beruf des Autors ergreift. Positiv war hier jedoch der Aspekt, dass ich von alledem keinerlei Ahnung hatte (denn ich lese auch keine Klappentexte und „Über den Autor“), während ich das Buch las und somit auch keine Vergleiche mit Papa King ziehen musste. Auch im Nachhinein möchte ich dies vermeiden, denn Sohnemann hat seinen eigenen Stil und mit jemandem wie dem Allvater der modernen Horrorliteratur verglichen zu werden, ist mehr als unbefriedigend. So viel Geschwafel zur Recherche… Postapokalypse wird zumeist mit Monstern, Vampiren, Zombies oder ähnlichem Viehzeugs verbunden und viele der zeitgenössischen Endzeit-Autoren bedienen sich an diesem Horrorrepertoire auch ausführlich. So kommt es gelegentlich vor, dass selbst hartgesottenen Fans der Postapokalypse – zu denen ich mich zähle - die immer wiederkehrenden Gegenspieler der noch existierenden Menschheit auf die Nerven gehen und man sich nach ein wenig innovativem Wind sehnt. Wenn man nun den Rückentext von „Fireman“ liest, so scheint dieser Backstein von einem Buch nicht wirklich in die dystopische Ecke zu passen, sondern eher in die Welt der Sagen und Mythen. Diese Gedanken verflüchtigten sich beim Lesen sehr schnell bei mir denn Hill schreckt vor keiner Maßnahme zurück um die Welt von „Fireman“ als ausweglos und nicht mehr wirklich lebenswert darzustellen. Die Menschheit wird vom Dragonscale-Virus gegeißelt. Dieser Virus beschert den Infizierten zuerst eine Art Tätowierung auf der Haut um sie dann später spontan in Flammen aufgehen zu lassen. Heilung gibt es nicht, doch es ist die Rede von einem Menschen, der in der Lage ist den Virus zu kontrollieren. Besagter Mensch ist der „Fireman“. Die Hauptakteurin Harper Grayson lebt in dieser Welt und hat sich eigentlich schon von einer weiteren Zukunft verabschiedet, bis das sie schwanger wird und das ungeborenen Leben in ihr einen größeren Stellenwert einnimmt als ein geplanter Selbstmord. Hapers Ehemann ist von dieser Wendung der Dinge alles andere als erfreut und dreht durch. Und in diesem Moment tritt der „Fireman“ in Harpers Leben, rettet sie aus ihrem bisherigen Chaos und bringt sie in ein Camp in dem es ebenfalls andere Menschen gibt, die so sind wie der Fireman – also in der Lage dem Dragonscale-Virus habhaft zu werden. Wer allerdings jetzt davon ausgeht, dass sich die Geschichte nun in bekannten Bahnen entwickeln wird, der wird positiv enttäuscht. Joe Hill riss immer dann, wenn ich dachte zu wissen was als nächsten kommen würde, das Ruder herum und bewegt die Handlung in eine andere als die vermutete Richtung. Sicherlich erfindet er hier das Genre nicht neu, doch mit seiner Art des stets kurzen Spiels und nur oberflächlichem Anreißen des bisher Bekannten und gerade mit dessen Vermeidung im Großteil des Buches, verstand er es recht gut mich relativ schnell durch die 800 Seiten des Backsteins (denn anders ist der Umfang nicht zu bezeichnen) zu führen. Man braucht weder Geduld am Anfang um in die Story hinein zu kommen oder gar Ausdauer um an ihr dran zu bleiben, denn Hill versteht sich auf Spannungsaufbau und das Halten des Bogens besser als Papa King – zumindest erschien es mir subjektiv so. Da war er dann also doch noch, der Vergleich. „Fireman“ ist nichts für reinrassige Fans von Zombies, welche sich nicht einfach mit einer reinen Seuche zufriedengeben können. Wer jedoch mal etwas anders als wandelnde Leichen sucht, der wird hier fündig und gut bedient.

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Als die junge Schulkrankenschwester Harper Zeugin davon wird, dass ein Mensch wie aus dem Nichts zu brennen beginnt, ahnt sie noch nicht, welche Folgen dies nach sich zieht. Denn dieses plötzliche in Flammen aufgehen ist eine neue Seuche, Dragonscale genannt, bei der zunächst Male auf der Haut auftauchen und bei der eine plötzliche Selbstentzündung entstehen kann. Niemand weiß, wie sich die Menschen anstecken und es werden immer mehr, die die Male auf der Haut aufweisen und immer mehr brennt nieder. Auch Harper entdeckt plötzlich die Male auf ihrer Haut, fast gleichzeitig mit der Feststellung, dass sie schwanger ist. Ihr Mann Jakob bringt ihr keinerlei Verständnis entgegen. Nach einem Streit wird sie von dem geheimnisvillen Fireman gerettet und dieser bringt sie in ein Camp mit weiteren infizierten Menschen. Allerdings scheinen diese gelernt zu haben, mit Dragonscale umzugehen und damit zu leben. Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von Endzeitromanen und der neue Roman von Stephen Kings Sohn Joe Hill klang einfach nur sehr spannend. Da ich auch bisher noch nichts von ihm gelesen habe, aber ein großer Fan seines Vaters bin, war ich äußerst neugierig auf Joe Hills Werk. Ich muss auch gleich sagen, dass er ganz viel von seinem Vater hat, was das Erzählen angeht. Joe Hill schreibt mit einer Leichtigkeit, die den Leser sehr schnell in die Geschichte zieht, dabei absolut flüssig und verständlich, allerdings auch sehr weit ausschweifend und detailverliebt. Dabei verliert er sich zwar nicht in unendlich langen Beschreibungen von Umgebungen, aber er zieht viele Handlungen sehr in die Länge und wenn ich lang sage, dann war es zeitweise richtig lang. Trotzdem war ich durchaus gefesselt von der Atmosphäre, die er hier entstehen lässt und gelangweilt habe ich mich eigentlich auch nicht, es war einfach nur laaaaang. Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn Hill gibt dem Leser hier einen guten Allgemeineindruck auf die teilweise doch sehr erschreckenden Ereignisse. Doch dann machen die Ereignisse eine Wendung und die Protagonistin befindet sich in einem Camp, das sich fernab von der Welt und dem Geschehen befindet. Man erfährt kaum noch, was in der Welt und gerade bezüglich der Pandemie geschieht, sondern erhält stattdessen ganz viele Ereignisse im Camp, das wie eine Sekte anmutet, geliefert. Diesen kompletten Bereich schildert er mit einer Intensität, dass man fast schon zu viel miterlebt. Manch ein Dialog wurde einfach zu lang und zu detailreich, so dass hier wieder Längen auftauchten, genau so wie die kompletten Geschehnisse. Wenn man bedenkt, dass dieses Buch ungefähr den Zeitraum einer Schwangerschaft wiedergibt, kann man sich die Ausschweifungen gut vorstellen. Dafür ist die Entwicklung innerhalb des Camps absolut interessant und sehr glaubhaft geschildert. Es zeigt, wieder einmal, das Menschen, egal in welcher Situation sie sich befinden, doch immer wieder gleich sind. Das Machtgefüge innerhalb des Camps wird immer strenger, manch eine Situation spitzt sich ordentlich zu und der Drill dahinter ist wiederum erschreckend. Das Ganze ist absolut vorstellbar und ich hatte hier zu keiner Zeit Zweifel am Geschehen. Schade ist, dass der Fireman, der dem Buch doch seinen Titel verleiht, hier doch eher im Hintergrund agiert und seine Rolle eher hintenan bleibt. Die Seuche, die Dragonscale Seuche, ist wiederum sehr gut beschrieben und so nach und nach bekam das Ganze einen sehr denkwürdigen Hintergrund. Ob es sowas wirklich geben könnte, sei mal dahin gestellt, aber die Fantasie, die der Autor hier hat, ist sehr spannend und die Verbindungen, die er zieht, nehmen Ausmaße an, die ich nicht ganz geahnt habe. Die Ereignisse können wir durch einen Erzähler in der dritten Person mitverfolgen, dieser erzählt aus der Sicht der Krankenschwester Harper und gibt alles sehr intensiv wieder. Harper wurde mir dadurch sehr nahe gebracht und ich mochte sie durch und durch, sie ist ein grundehrlicher, hilfsbereiter Mensch, der selbstlos handelt und die es immer wieder schaffte, mich an die Geschichte zu fesseln. Ich wollte einfach wissen, wie es mit ihr weitergeht und wie sie mit der immer schwieriger werdenden Situation zu Recht kommt und das war alles sehr gut durchdacht. Neben Harper agieren hier noch einige andere Personen, die dank der vielen Ausschweifungen beim Erzählen sehr lebendig wurden. Jeder spielt hier eine wichtige Rolle und jeder wirkt hier mit auf das Geschehen ein, so dass man die Entwicklungen absolut nachvollziehen kann. Wie erwähnt, hätte ich mir eigentlich gedacht, dass hier der Fireman eine wichtige Rolle spielt, doch er bleibt hier absolut hinter Harper. Mein Fazit: Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen, allerdings hätte ich gerne viel mehr über die Pandemie gelesen und was sich dadurch auf der Welt verändert, stattdessen liegt hier der Fokus eher auf eine kleine Randgruppe, bei der man den Eindruck einer Sekte und deren Entwicklung bekommt. Ich denke, dass an manch einer Stelle ruhig etwas weniger intensiv hätte geschildert werden können, trotzdem fand ich das Buch so gut erzählt, dass ich es in einem Rutsch gelesen habe, das trotz des Umfangs. Eins ist gewiss: Joe Hill steht seinem Vater in nichts nach und kann es genau so gut. Der Apfel fällt halt doch nicht allzu weit vom Stamm entfernt, denn ich musste hier (auch wenn ich es nicht wollte) immer wieder mit dem Vater vergleichen.

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Vor ein paar Jahren bin ich über Joe Hill gestoßen, dass Stephen King seinem Sohn das Schreiben mit in die Wiege gelegt hat, war mir vorher einfach nicht bewusst. Mit Christmasland konnte mich der Autor absolut begeistern, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite weggesuchtet und war hin und hergerissen zwischen Faszination und Schrecken. Kurz darauf habe ich mich an seiner Comic Reihe Locke & Key versucht, allerdings schnell gemerkt, dass die nun wirklich meine Grenzen überschreitet. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Als ich dann von dieser Neuerscheinung gehört habe, bin ich vor Vorfreude im Dreieck gesprungen, vor allem, als ich es dann auch noch vom Verlag als Rezensionsexemplar gestellt bekommen habe! „…Na gut, in gewisser Weise sterben wir alle mitten in einer guten Geschichte. In unserer eigenen Geschichte. Oder in der Geschichte unserer Kinder. Oder unserer Enkel. Der Tod ist eine ziemliche Zumutung für alle, die spannende Geschichten mögen.“ Trotz meiner Vorfreude, oder vielleicht auch genau deshalb, ist mir der Einstieg ein bisschen schwer gefallen. Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich, doch ich bin Anfangs einfach nicht in den Erzählstil reingekommen. Ich persönlich mag die Ich-Perspektive sehr gerne, kann mich aber dennoch auch von einem „Erzähler“ überzeugen lassen. Hier war es mir allerdings ein wenig zu monoton und gleichzeitig sehr hochgestochen. Gerade in Kombination, mit dem teilweise sehr derben und harten Inhalt. Nach sage und schreibe 350 Seiten konnte ich mich dann auch richtig auf die Geschichte einlassen, was ja aber bei insgesamt 960 Seiten noch ein kleiner Teil ist… Und nein, das wäre nicht nötig gewesen. Mindestens zu einem Drittel hätte die Geschichte sicherlich gekürzt werden können, ohne das inhaltlich etwas verloren geht. Der Vergleich zu den kurzen Textstellen, in denen mal etwas wirklich spannendes passiert und den unsagbaren Längen dazwischen war einfach nicht verhältnismäßig. Sie hatte jedenfalls nicht vergessen, dass Ekel und Lust ziemlich nahe beieinanderlagen. Den Klappentext fand ich ja wirklich vielversprechend, die Umsetzung war dann jedoch ein kleines bisschen anders als erwartet. Nicht schlecht, einfach nur anders. Bei der Länge gab es natürlich mehr als genug detailreiche Schilderungen, die wohl selbst mir jetzt die Möglichkeit geben würden, eine Dragonscale-Pandemie zu überstehen. Medizinische Hintergründe finde ich bei solchen Geschichten aber wirklich sehr interessant! Außerdem lassen sie, gut recherchiert, das Ganze einfach authentischer wirken. „Es sind zwei Seuchen, die sich ausbreiten. Das eine ist Dragonscale, das andere Panik.“ Die Beschaffenheit der Charaktere sind für mich ebenso wichtig, wie die Handlung. In dystopischen Geschichten, bin ich hier immer besonders gespannt. Es sind einfach Situationen, die die Menschen an ihre Grenzen treiben und meist das schlechteste in ihnen herausholt. So natürlich auch hier. Nicht nur einmal habe ich einen Charakter vollkommen falsch eingeschätzt und wäre wohl in jede nur erdenkliche Falle gelaufen. Die ganze Gesellschaft trieft nur so vor Intrigen und Selbstsucht, allerdings sind auch diese Ausschnitte leider oftmals einfach untergegangen. Vor allem Harper war eigentlich eine sehr solide Protagonistin. Nicht meine Heldin, aber sehr realistisch gehalten. Quasi Mary Poppins beim Weltuntergang. Die Anspielung auf diesen Film fand ich an der einen oder anderen Stelle ein bisschen übertrieben, obwohl ich den Film selbst absolut liebe. Der Fireman ist eigentlich ein großes Mysterium geblieben. Die Erzählperspektive hat sich eigentlich nur an die Sicht von Harper geknüpft und das große Phänomen…tja, ist zum Teil auch eins geblieben. Und soll ich euch was verraten? Trotz der 950 Seiten, kann ich ihn mir immer noch nicht bildlich vorstellen. Die Nebencharaktere fand ich dafür umso faszinierender, was nicht bedeutet, dass sie mir sympathischer waren. Aber vielleicht einfach ein bisschen facettenreicher. „Tja, wer hätte gedacht, dass die Zukunft sich fast genauso wie die Vergangenheit anhört?“ FAZIT Auch wenn Fireman nicht wirklich eine Enttäuschung war, so konnte es aber auch nicht meine Erwartungen erfüllen. Die Idee ist super und auch die Umsetzung mal etwas anderes, allerdings muss man sich einfach durch zu viele Längen kämpfen, als dass der Spannungsbogen gehalten werden könnte. Wer auf detailreiche Dystopien steht und auch auf viel Action verzichten kann, der ist mit diesem Buch bestens aufgehoben!

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Klappentext: Eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, und keiner ist davor gefeit: Alle Infizierten zeigen zunächst Markierungen auf der Haut, bevor sie urplötzlich in Flammen aufgehen. Die USA liegt in Schutt und Asche, und inmitten des Chaos versucht die Krankenschwester Harper Grayson, sich und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Doch dann zeigt auch sie die ersten Symptome. Jetzt kann sie nur noch der »Fireman« retten – ein geheimnisvoller Fremder, der wie ein Racheengel durch die Straßen New Hampshires wandelt und scheinbar das Feuer kontrollieren kann. Aufbau: Die Geschichte beginnt am Anfang der Pandemie und wird dann in chronologischer Reihenfolge geschildert. Man kann Harper Graysons Leben davor noch sehr gut kennenlernen. Nachdem sie sich infiziert hat ändert es sich jedoch schlagartig. Das Setting der ganzen Geschichte ist sehr authentisch und greifbar dargestellt. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich wirklich mittendrin bin. Auch die Krankheit als solches wird super realistisch und grandios dargestellt. Eine so gute Darstellung hatten ich in einigen Dystopien selten. Dennoch muss man bedenken bevor man das Buch liest, dass es sich um keinen Thriller oder Spannungsroman im klassischen Sinn handelt. Bei dem Buch geht es um eine Schilderung von Harper Graysons Leben und somit gibt es bei den 960 Seiten auch ein paar Längen. Für mich jedoch waren auch diese „Längen“ nicht langweilig. Ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und wissen, ob Harper Grayson es schafft ihr Baby durchzubringen. Gestaltung: Die Gestaltung des Buches hat mir sehr gut gefallen und sie ist auch passend zum Buch/Geschichte. Außerdem fand ich es toll, dass das Buch trotz seiner Dicke keine Leserillen bekommen hat. Charaktere: Die Charaktere waren sehr authentisch und greifbar. Besonders Harper Grayson als Protagonistin. Es gab zwar sehr viele unterschiedliche Charaktere, die in einigen Teilen des Buches immer mal wieder aufgetaucht sind, aber ich fand, dass es nicht zu viele waren. Denn durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge konnte man sich alles gut merken. Ich fand es auch sehr gut dargestellt wie unterschiedlich die einzelnen Charakter mit der Infizierung umgehen. Ende: Das Ende kam für mich sehr unvorbereitet und überraschend. Obwohl es im Verlauf des Buches einige Wendungen gab, hat es Joe Hill geschafft mich an Ende regelrecht zu Überrumpeln. Das Ende war passend zur Geschichte, jedoch kein Happy End. Dadurch hat es mich sehr getroffen, denn ich hätte für Harper Grayson etwas mehr erhofft. Fazit: Der Aufbau hat mir gut gefallen – mit seinen ganzen unterschiedlichen Settings und der greifbaren Schilderung der Krankheit. Jedoch muss man bedenken, dass es sich bei beim Buch um einen Roman und nicht um einen Thriller/Spannungsroman handelt. Man erfährt viel über die Krankheit und hat auch einige „Längen“ dabei, welche für mich trotzdem spannend waren. Die Gestaltung ist passend zur Geschichte und gefällt mir gut. Die Charaktere fand ich vielschichtig und gut ausgearbeitet. In Harper Grayson als Protagonistin konnte ich mich gut hinein versetzen. Das Ende hat mich überrascht und war passend. Aber ich hätte mir ein Anderes gewünscht. Dafür muss ich auch einen Stern abziehen.Insgesamt ein toller empfehlenswerter Roman!

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