Leserstimmen zu
Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen

Anna Paulsen

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"Liebe M. du bringst mein Herz zum Überlaufen" überzeugt durch eine schöne Sprache und eine tolle Protagonistin. Matilda arbeitet in einem Briefsortierzentrum, im Amt für nicht zustellbare Post, und liebt ihre Arbeit. Tagtäglich muss Matilda aufgrund des Briefinhalts versuchen, die entsprechende Empfängeradresse ausfindig zu machen. Wenn sie es nicht schafft, kommt der Brief ins Archiv. Eines Tages entdeckt sie den allerschönsten Liebesbrief, der sie je in ihren Händen hielt. Der Brief berührt sie dermassen, dass Matilda sich in ihrer Freizeit mit Hilfe ihres pensionierten Nachbars dran macht, mehr über den Absender und die Empfängerin heraus zu finden. Der Roman hat mich total überrascht! Aus "nur mal schnell reinlesen" wurde in kürzester Zeit ein "ausgelesen". Matilda ist aber auch wirklich eine spezielle und sehr liebenswerte Protagonistin. Sie hat kein Handy, keinen Führerschein und liebt Wörter mit R. Lieber als in Bars abhängen denkt sie sich Geschichten aus über alles Mögliche. Seien es die Briefe, deren Empfänger sie ermitteln muss oder Alltagsgegenstände, von denen sie überlegt, wo sie herkommen könnten. Daher ist ihr sofort klar, dass sie diesen wunderschönen Liebesbrief nicht einfach ins Archiv verbannen kann und zumindest versuchen muss, ihn der Empfängerin zu zustellen, auch wenn er schlussendlich Jahrzehnte später ankommen würde. Matildas Nachbarn, Arbeitskollegen und Bekannte sind ebenso gut charakterisiert wie die altmodische, ein wenig aus der Zeit fallende, aber absolut warmherzige und romantische Matilda selbst. Die Kombination von jungen und älteren Figuren ist der Autorin toll gelungen, das Verständnis füreinander kamen glaubhaft an, und keineswegs war überraschend, dass es für einmal nicht die junge Generation ist, die sich mit Technik auskennt. Ich mag gut erzählte Geschichten, die mit einem speziellen Thema aufwarten. Leider gibt es die nur selten. Anna Paulsen hat Abhilfe geschaffen, dieser Roman ist ein kleines Juwel mit einer grandiosen Idee dahinter. Hinter "Liebe M." steckt eine leise, sehr schön erzählte Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann. Sie gehört eindeutig zu meinen Jahreshighlights 2018. Das farbenfrohe Cover fällt auf, genauso wie der Inhalt. Fazit: Wer auf liebenswerte, schrullige Charaktere steht und berührende Bücher mit überraschenden Themen mag, sollte "Liebe M." unbedingt lesen. 5 Punkte.

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Toller Roman ♥

Von: Betty

31.12.2018

Zum Buch: Das Buch ist am 9. Januar 2018 im Penguin Verlag erschienen. Diesen überaus süßen Roman hat Anna Paulsen geschrieben, die mir bisher noch total unbekannt war, da dieses Buch ihr Debütroman ist. Mittlerweile hat sie bereits ein weiteres Buch veröffentlicht, dass ich mir sicher noch genauer ansehen werde. Das Buch hat 336 Seiten. Cover und Titel: Das Cover in diesen wirklich schönen Pastelltönen (Pink, Rosa, Mint) und mit den Blumen, dem Brief und dem Stift ist für mich total stimmig, gefällt mir sehr gut und hat mich direkt angesprochen. Auch den Klappentext finde ich total süß ♥ Beides passt hervorragend zum Buchinhalt. Der Titel passt auch sehr gut zum Buch, allerdings ist er mir persönlich eindeutig zu lang... Die Abbildung des Titels auf dem Cover gefällt mir allerdings gut. Meine Meinung: Dieses Buch ist mit seinen 336 Seiten ein sehr kurzes Lesevergnügen aber unheimlich süß, sodass ich es garnicht mehr aus der Hand legen konnte und in wenigen Stunden verschlungen habe. Es geht um Briefe in diesem Buch, weswegen immer wieder Briefinhalte in Briefform dargestellt werden. Sowas mag ich immer sehr.. Allerdings ist auch die gesamte Story einfach unheimlich niedlich. Wir lernen die Hauptperson Matilda schnell gut kennen, trotzdem das Buch aus Erzählperspektive also der dritten Person geschrieben ist. Auch alle anderen hier handelnden Personen werden von der Autorin gut und authentisch dargestellt. Mir hat die Geschichte unheimlich gut gefallen, trotzdem ich eigentlich eher keine Liebesromane lese.. dieser Roman war romantisch aber in keinster Weise schnulzig, sondern sehr berührend..

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Ich habe mir das Buch bestellt und dann das Lesen doch etwas hinausgezögert. Das Cover hat mich sofort mitgerissen und auch den Klappentext fand ich sofort ansprechend. Als ich dann einmal mit Lesen angefangen habe konnte ich auch nicht mehr aufhören. Matilda ist eine faszinierende Protagonistin, weil sie auf ihre eigene Art und Weise glücklich und zufrieden ist mit dem Leben. Der Schreibstil ist echt schön, da man der Handlung leicht folgen kann und man immer weiter lesen möchte. Ein für mich wichtiger Punkt ist, dass man das Buch auf keinen Fall einfach abbrechen solte, da die "zweite" Hälfte dieses Buches, die ist, bei der man so richtig in Fahrt kommt mit den Charakteren und der Handlung. Die Arbeit im Amt für nicht zustellbare Post finde ich auch eine echt tolle Idee und ich persönlich habe noch nie ein Buch mit so einem Aspekt gelesen. Alles in allem kriegt der Roman von mir 4 von 5 Sternen.

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Während andere den Freitag herbeisehnen, freut sich Matilda auf Montag, denn nichts liebt sie mehr als ihren Job im Amt für nicht zustellbare Post, wo sie für die Buchstaben K bis M zuständig ist. Doch dann kommt der Tag, an dem Matilda ein nie überbrachter Liebesbrief so sehr berührt, dass sie beschließt, ihre gewohnten Pfade zu verlassen und den Empfänger ausfindig zu machen – ganz gleich, wie schwierig es wird. Sie stößt auf eine schmerzliche Liebesgeschichte, die bereits viele Jahrzehnte zurückliegt. Doch für ein Happy End ist es schließlich nie zu spät, oder? Matilda hat Spass bei ihrer Arbeit. Sie betreut die Buchstagen K bis M für unzustellbare Post. Eines Tages findet sie einen nie überbrachten Liebesbrief, der sie dazu veranlasst, auf eigene Faust nachzuforschen, ob dieser Brief nicht doch zustellbar ist und erlebt dabei allerlei Überraschungen. Eine schöne, wenn auch etwas weltfremde Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Die Geschichte wird leicht und locker erzählt und eigentlich konnte ich meinen Reader kaum aus der Hand legen. Ich war so gespannt auf das Ende. Meine Bewertung : 5 von 5 möglichen Punkten An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag bedanken, der mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Jedoch möchte ich ebenso betonen, dass es sich bei meiner Rezension um meine eigene Meinung handelt.

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An erster Stelle möchte ich mich beim Penguin Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken. Wie bekannt ist, bin ich ja ein totaler Covermensch und als ich „Liebe M.“ auf der Homepage der Verlagsgruppe Random House gesehen habe und auch der Klappentext sehr ansprechend war, stand für mich fest: Dieses Buch muss ich lesen. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Wobei ich mich am Anfang der Geschichte schon gefragt habe, warum Matilda so ist wie sie ist. Denn ein Leben nur für die Arbeit ist nicht wirklich die Erfüllung – jedenfalls für mich nicht. Liest man allerdings dieses Buch, versteht man sie immer mehr. „Liebe M.“ ist ein Buch über die Findung zu sich selbst. Matilda möchte nämlich im Grunde ihres Herzens nur eins: Gebraucht und Geliebt werden. Und das sie sich dies nicht sofort selbst eingestehen kann, funktioniert es über Umwege. Sie möchte Menschen die sich lieben zusammen bringen. Und wo kann sie dies einfacher anstellen als in ihrem Job bei der Post – Abteilung unzustellbare Briefe. Hier beginnt für Matilda ihre Bestimmung und Detektivarbeit – jeder Brief sollte an seinen Bestimmungsort gelangen, egal wie. Mit Hilfe ihres Nachbarn, beginnt mit dem ersten Brief eine Reise zu verschiedenen Orten und Menschen und Matilda ist Glücksbotin. Ob sie dadurch auch ihre Liebe findet? Tja, um das herauszufinden, müsst ihr „Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ selbst lesen. Für mich war dies das erste Buch, welches ich von der Autorin Anna Paulsen gelesen habe. Ihr Schreibstil hat mir von Anfang an gut gefallen. Lediglich hätte ich mir im Laufe der Geschichte etwas mehr Spannung gewünscht. Denn in manchen Abschnitten zog die Story sich etwas. Gerne hätte ich mir noch die ein oder andere unvorhersehbare Wendung gewünscht. Aber alles in allem war „Liebe M.“ eine schöne schnuckelige Geschichte, die man mit einem warmen Tee auf der Couch genießen konnte. Die Autorin hat eine sehr charismatische Hauptprotagonistin erschaffen, die man eigentlich gern haben musste. Ja, Matilda ist noch nicht wirklich im Hier und Jetzt angekommen, ich meine in der heutigen Zeit ohne Smartphone und Internet? Aber sie fühlt sich wohl und ich finde, dies ist die Hauptsache. Mir war Matilda auf alle Fälle sehr sympathisch und ihr Umgang mit den unzustellbaren Briefen hat mich sehr berührt. Auch Knut, ihr Nachbar habe ich in der Story sehr gerne gehabt, denn er hilft Matilda ins Leben zu gehen. Und Cornelius ist ein sehr einfallsreicher Charakter, da können sich viele Männer eine Scheibe von abschneiden  Alles in Allem ist „Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ ein Buch, welches zum Träumen und mitfiebern einlädt. Auch wenn es in meinen Augen etwas mehr Spannung vertragen hätte, empfehle ich es sehr gerne an Leser weiter, die auf der Suche nach einer schönen Geschichte mit einer Portion Liebe sind! Ich für meinen Teil vergebe 4 Sterne!

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Cover: Das Cover ist in Pastelltönen gehalten und zeigt einen Brief, einen Stift und Blumen. Mit dem Brief ist das Thema des Buches gut zusammengefasst, denn alles dreht sich hier um Briefe. Die Oberfläche ist pergamentartig, was das ganze noch authentischer macht. Handlung: Nach einer Einführung in Matildas Leben, die zeigt, dass sie ein Einzelgänger und Eigenbrötler ist und ziemlich andere Ansichten hat als Menschen in ihrem Alter, findet sie den alten Brief und möchte dem Geheimnis auf die Spur kommen. Es bleibt nicht bei diesem einen Brief, doch die anderen sind viel leichter zustellbar und so zieht sich die Geschichte des alten Briefes durch das gesamte Buch, bis später ein weiterer kurioser Briefeschreiber hinzukommt, dessen Briefe ebenfalls ein Problem darstellen. Während Matilda die Rätsel der Briefeschreiber zu lösen versucht muss sie ihre Komfortzone mehr als einmal verlassen. Schreibstil: Das Buch ist aus Matildas Sicht in der 3.-Person-Perspektive geschrieben. Ich mag eigentlich die Ich-Perspektive lieber, aber hier hätte das nicht gepasst. Dadurch das Matilda ein wenig seltsam ist, kam genau das eben rüber durch die Perspektive, was bei einem Ich-Erzähler wahrscheinlich nicht so gut geklappt hätte. Der Schreibstil selbst war flüssig und leicht zu lesen und es gab keine unnachvollziehbaren Gedankensprünge oder dergleichen. Im Gegenteil, der Leser verstand Dinge oftmals bevor Matilda es tat. Charaktere: Matilda ist zwar seltsam und manchmal wollte ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber sie ist dennoch liebenswert und eine interessante Überbringerin der Geschichte. Knut und die andere Nachbarin mochte ich sehr gerne, ebenso wie Leni und Michel. Selbst Cornelius fand ich gar nicht so schlimm, aber Matilda hat eben andere Ansichten als viele. Wen ich nicht mochte, war Lutz, aber das war wohl auch so gewollt. Insgesamt haben alle Charaktere ihren Zweck gut erfüllt, (ich glaube) das rübergebracht, was sie sollten und die Geschichte lebendig gemacht und ihr den nötigen Tiefgang verliehen. Ende: Das Ende war nicht mein Fall. Es war zwar gut und man konnte sich halbwegs denken, was da kommen mag, aber ich bin kein Freund solch offener Enden und hätte mir noch ein paar Seiten mehr an Infos gewünscht. Es war aber dennoch passend. Meinung (hier könnten Spoiler auftauchen): Mir hat das Buch ziemlich gut gefallen. Zwischendurch hat Matilda mal kurz genervt oder einen „Oh mein Gott, dein Ernst“-Gedanken hervorgerufen, aber insgesamt war sie eine gute Protagonistin. Ich mochte die Geschichte um die nicht zustellbaren Briefe, aber die des mysteriösen Briefeschreibers mit der krakeligen Handschrift, konnte ich sofort einer Person und einem Empfänger zuordnen, was meiner Meinung nach auch keine Kunst war, was die Story ein bisschen langatmig und langweilig gemacht hat, weil jedoch die anderen Briefe noch mit hineingespielt haben, war es nicht so schlimm. Insgesamt war es eine nette Geschichte für zwischendurch, nicht sehr anspruchsvoll, aber süß und mit einer schönen Palette an Charakteren. Fazit: Das Buch war insgesamt ganz gut. Zu einem tollen Buch hätte mir etwas gefehlt und die Story um M. und den Briefeschreiber hätte etwas mysteriöser sein können. Also 4 Sterne, weil es trotzdem nicht langweilig wurde und schön für Zwischendurch war, mich außerdem aus meiner Leseflaute geholt hat und das erste Buch war, in dem ich mir jemals schöne Zitate markiert habe, denn ich musste einfach. Konnte es bei anderen nie verstehen, aber an ein paar Stellen konnte ich wirklich nicht anders.

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Habt ihr euch schon einmal gefragt, was eigentlich mit Briefen passiert, die nicht zugestellt werden können? Um solche Briefe und das dazugehörige Amt für nicht zustellbare Post geht es in "Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen" von Anna Paulsen. Protagonistin Matilda arbeitet im besagten Amt und ist zuständig für die Briefe von K bis M. Sie war mir gleich zu Beginn sympathisch, weil sie so herrlich anders ist. Sie geht nicht mit der Zeit, verhält und kleidet sich nicht ihrem Alter entsprechend - ist eher ziemlich altmodisch - liest gern und hat eine eigenartige Art von Humor. Im Laufe der Geschichte kann man eine tolle Wandlung von Matilda verfolgen. Sie öffnet sich anderen Menschen, probiert neue Dinge aus und wagt sich aus ihrer Komfortzone. Dabei bleibt sie sich selbst und ihren Eigenschaften, die mir an ihr so sympathisch waren, aber treu. Dies alles beginnt mit einem sehr lange verschollenen Liebesbrief und ihrer dadurch entstehenden Freundschaft mit dem älteren Hausbewohner Knut. Mit ihm hat Anna Paulsen eine absolut liebenswerte Figur geschaffen. Knut ist das komplette Gegenteil von Matilda und geht viel mehr mit der Zeit als sie. Trotzdem strahlt er auch den typischen Charme älterer Herren aus. Er schafft es, Matilda aus ihrer Komfortzone zu locken und gemeinsam mit ihr die Geheimnisse der nicht zustellbaren Briefe zu offenbaren. Die Liebesgeschichte des verschollenen Briefes steht gar nicht so sehr im Vordergrund des Buches, berührt aber deswegen nicht weniger. Man fühlt sich Michel und Leni verbunden und wünscht sich nichts mehr als eine zweite Chance für die beiden. Natürlich sei hier nicht mehr verraten, nur so viel: Das Buch ist eine kleine Liebeserklärung an die Liebe selbst und lebt von wundervollen sympathischen und authentischen Charakteren. Es ist ein Buch, das einen schmunzeln, ja sogar laut lachen lässt, einen aber ebenso zu Tränen rührt.

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In ihrer Kindheit war für Matilda Keller, inzwischen Ende 20, die Flucht in die Welt der Bücher und der Phantasie eine notwendige Überlebensstrategie, um den permanenten Auseinandersetzungen ihrer Eltern zu entkommen. In Romanen kann einem nichts Böses passieren. Wenn einem die Lektüre nicht behagt, legt man das Buch beiseite und gut ist’s Matilda, von Natur aus introvertiert, lebt auch als Erwachsene noch in ihrer eigenen Welt. Was andere Menschen umtreibt – Freundschaft, Geselligkeit, Partnerschaft, Kinder – ist für sie kein Thema. Dass sie aufgrund ihrer Familiengeschichte eine Ehe nicht für erstrebenswert hält, kann man ja verstehen. Und sie ist auch sonst ein bisschen anders. Mode interessiert sie nicht, sie hat keinen Führerschein, kein Smartphone, kein Internet, kaum Sozialkontakte und einen Beruf, bei dem sie es nur indirekt mit Menschen zu tun hat. Matilda arbeitet bei der Post und ist für unzustellbare Briefe zuständig. Das heißt, wenn ein Brief weder eine korrekte Anschrift noch einen Absender enthält, muss sie ihn öffnen, lesen und prüfen, ob der Inhalt Rückschlüsse auf eine Adresse zulässt. Wenn ja, wird der Brief zugestellt, wenn nicht, kommt er ins Archiv. Das Sortieren muss schnell gehen, viel Zeit für Recherchen hat sie nicht, und so bleiben viele Liebesgeständnisse und Familiengeheimnisse ewig im Dunkeln und manch eine Erklärung und Entschuldigung erreicht nie ihren Adressaten. Wenn Matilda es schafft, eine Nachricht doch noch an den Mann oder die Frau zu bringen, ist das ein erhebendes Gefühl. Als sie hinter einem Schrank im Büro einen 50 Jahre alten Liebesbrief findet, ist sie wild entschlossen, den Verfasser und die verhinderte Empfängerin ausfindig zu machen, denn der Verlust dieser Nachricht dürfte dramatische Folgen gehabt haben: Weil „Leni“ sie nie erhalten hat, konnte sie auch nicht zu einem Treffen erscheinen, und vermutlich hat sie nie erfahren, dass ihr „Michel“ mit ihr durchbrennen wollte. Obwohl es verboten ist, macht Matilda eine Kopie von dem Schreiben und zeigt diese einem alten Herrn in der Nachbarschaft, für sie gelegentlich einkauft. Der Nachbar, Knut Valentin, mag nach einem Unfall schlecht zu Fuß sein, aber im Kopf ist er hellwach. Und er ist, im Gegensatz zu Matilda, ein Technikfreak. Ruckzuck hat er im Internet eine heiße Spur gefunden. Die menschenscheue Matilda überwindet sich und ruft auf der Suche nach dem Liebespaar aus den 60er-Jahren eine Menge wildfremder Menschen an. Sie meistert auch den Umgang mit dem Smartphone und reist ganz allein an die Ostsee. Nach und nach erfährt sie Lenis Geschichte. Aber was ist mit Michel? Auch er hat ein Recht darauf, zu erfahren, warum Leni damals nicht zum Treffpunkt gekommen ist. Doch die Suche nach ihm gestaltet sich schwierig. Matilda und der technikaffine alte Herr entwickeln mehr und mehr Freude an ihrer selbstgewählten Mission als „Glücksboten“. Immer öfter bringt Matilda besonders anrührende Briefe aus dem Büro mit und die beiden recherchieren. Wenn es gar nicht anders geht, reist Matilda sogar quer durchs Land, um die Schreiben persönlich zu überbringen. Der allabendliche Besuch bei Nachbar Knut wird für sie beide zur lieb gewordenen Routine. Sogar mit seinem Kater „Professor Hawking“ freundet Matilda sich an. Nur Knuts Enkel Cornelius ist nicht so ihr Fall. Lackaffe mit Anzug und Angeber-Auto, lautet ihr abfälliges Urteil, und wenn er auftaucht, verschwindet sie schnell. Wie unangenehm, dass ausgerechnet er Zeuge wird, wie sie sich beim Speeddating blamiert. Warum hat sie sich auch von ihrer Kollegin Kirsten zu dieser Aktion überreden lassen! Matilda sucht doch gar keinen Mann! Sie ist als Single vollkommen zufrieden. In ihrem Kopf ist mehr los als im Leben mancher Mitmenschen, und sie versteht nicht, warum ihr Umfeld sie immer wieder zu Aktionen nötigen will, an denen sie keinerlei Interesse hat. Doch eines muss sie zugeben: Ein bisschen beneidet sie die „liebe Schöne“, die von dem Mann mit der unlesbaren Unterschrift so herrlich romantische, humorvolle und selbstironische Liebesbriefe bekommt. Das heißt, sie bekommt sie ja nicht! Sie landen bei Matilda, weil die Adresse nicht lesbar ist. Als der kritzelnde Kavalier sich mit seiner „Schönen“ verabreden will, geht Matilda an ihrer statt zu dem Treffpunkt um ihm zu sagen, dass seine wunderschönen Briefe ins Leere laufen. Doch ganz so einfach ist die Arbeit als Glücksbotin nicht! Und auch die Geschichte von Michel und Leni entwickelt sich nicht so, wie Matilda sich das ausgemalt hat. Also, ab und zu ein Happy End wäre schon nicht schlecht …! Matilda, der menschenscheuen Heldin des Romans, würden wir ein Happy End auch von Herzen gönnen – eines nach ihren Vorstellungen, wohlgemerkt. Dass man Menschen wie sie weder „reparieren“, therapieren noch bekehren muss und ihnen auch nicht die eigenen Vorstellungen von Spaß und Glück aufzwingen sollte, das wird in dieser Geschichte deutlich. Dass aber auch Eigenbrötlerinnen über sich hinauswachsen können, wenn sie ein entsprechendes Ziel vor Augen haben, das sehen wir hier auch. Ihr Engagement für gestrandete Gefühle animiert Matilda dazu, ihre Komfortzone zu verlassen, und so kann in ihrem Leben Neues entstehen. Die Lebens- und Liebesgeschichte von Leni und Michel ist wirklich überaus berührend, und man kann verstehen, dass ihr das nahegeht. Dem geheimnisvollen Romeo mit der unleserlichen Schrift bin ich vielleicht ein bisschen zu schnell auf die Schliche gekommen. Aber egal! Er schreibt so gefühlvoll, amüsant und ehrlich, dass ich das nicht als Manko empfunden habe. Vor allem seine Idee mit den „100 kleinen Wahrheiten“ ist klasse! Das sollte man glatt selbst mal probieren.

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