Leserstimmen zu
Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag

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Liebe ist doch was schönes!

Von: Lina Franke aus Delmenhorst

24.10.2019

"Den Mund voll un gesagt er Dinge" ist ein wirklich hezzerreißend, romantisch und einfühlsamer Roman. Die Autorin hat das Buch sehr Realitätsnähe geschrieben, sodass man die Gedanken der Protagonistin total nachvollziehen kann. Eine Sache stört mich allerdings ein bisschen: Das vorletzte Kapitel isg wirklich sehr dramatisch und aufregend, aber mich ärgert etwas an dem letzten Kapitel, dass dann einige Wochen später spielt. Ich finde es etwas schade, dass nicht wirklich mehr auf den Konflikt eingegangen wurde und oder die Lösung des Problems weiter geschildert wurde. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, da ja nicht immer nur eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Mann beschrieben werden müssen. ; )

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„Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag - ehrlich gesagt war ich eine Weile unschlüssig, ob das ein Buch für mich ist. Die Protagonistin Sophie ist noch recht jung und ich hatte ein bisschen die Befürchtung es könnte hier eher ein Buch für Teenager sein, das eben eher für die jüngeren Leser gemacht ist. Doch die Autorin Anne Freytag hat hier eine Geschichte über das sich selbst finden geschrieben, die nach meinem Empfinden für jung und alt absolut lesbar und wichtig ist! Denn letztlich müssen wir uns im Leben immer wieder selbst finden, es gibt so viele schwierige Phasen, in denen wir neu erkunden müssen wer wir sind, was wir wollen und was nicht, dass es letztlich kaum eine Rolle spielt in welchem Alter man sich befindet. Anne Freytag hat mich hier von der ersten Zeile an gehabt! Der Schreibstil ist einfach unglaublich toll! Locker, leicht, voller Lebendigkeit und absolut ehrlich, das hat mir unglaublich gut gefallen, weswegen ich dringend bald den nächsten Freytag lesen muss ;-) „Den Mund voll ungesagter Dinge“ kann ich absolut empfehlen, es ist ein Buch mit ganz vielen Ecken und Kanten, mit ganz viel Liebe, Wut, Selbstzweifel, Hoffnung, Ängsten, halt, Freundschaft und Ehrlichkeit – es einfach pur , … ohne Kitsch und dennoch wundervoll! Definitiv ein Lese-Highlight für mich dieses Jahr!

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Inhalt: Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Meine Meinung: Da mir das Buch bis dahin völlig unbekannt war und ich noch keine Meinungen darüber gehört oder gelesen hatte bin ich ohne große Erwartungen ans Lesen herangegangen und wurde schließlich umso mehr begeistert und überrascht von der Geschichte selbst und den Protagonisten. Während des Urlaubs habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen regelrecht verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Die Farbe macht das Cover zu einem richtigen Blickfang und zu einem wunderschönen Buch für das Bücherregal. Es verrät durch die schlichte aber sehr schöne Gestaltung mit dem Regenbogen-Schriftzug und der Zeichnung nicht zu viel oder zu wenig. Auch beim Titel passt meiner Meinung nach perfekt zum Buch. Der Schreibstil des Buches gefällt mir sehr gut. Er war leicht und flüssig lesbar, wodurch ich schon nach den ersten Seiten mitten in die Geschichte abtauchte und die Seiten nur noch so dahinflogen. Auch die Kapitellänge war für mich genau richtig – nicht zu lang und nicht zu kurz. Die Charaktere des Buches haben mich wirklich begeistert. Anne Freytag hat so liebenswerte Protagonisten erschaffen, die sie durch deren eigenen Charakter mit Ecken und Kanten für den Leser lebensnah und realistisch erscheinen lässt. Ich konnte mich mit der Protagonistin Sophie unerwartet gut identifizieren und habe sie, wie nach und nach auch die anderen Charaktere, immer mehr ins Herz geschlossen. Besonders Alex und Sophies neue Familie haben es mir mit der Zeit immer mehr angetan. Alle Charaktere waren lebendig, vielseitig und wirklich liebenswert. Die Handlung der Geschichte bringt sowohl eine tolle Idee, als auch zentrale und aktuelle Thematiken mit sich. Der Roman beschäftigt sich mit Liebe und Freundschaft, Coming Out und auch mit der Frage nach der eigenen Identität und dem Anders sein während des Prozess des Erwachsenwerdens. Als einzigen Kritikpunkt des Romans empfinde ich Sophies Spitznamen den ihr bester Freund ihr gegeben hat. Hierbei handelt es sich jedoch wirklich nur um eine kleine Nebensache, welche jedoch mich persönlich trotz der nachvollziehbaren Erklärung etwas gestört hat. Fazit: Das Buch hat in meinen Augen eine 5 Sterne Bewertung mehr als verdient. Ich kann das Buch wirklich jedem weiter empfehlen der auf der Suche nach einer berührenden, facettenreichen, Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden ist.

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Meine Meinung Ich hatte das Buch schon oft gesehen und mir genauso oft schon überlegt, es zu lesen. Warum ich es bisher nicht gemacht habe, weiß ich eigentlich auch nicht. Aber was ich weiß ist, dass ich es schön längst hätte lesen sollen. Der Schreibstil hat mir von Anfang sehr, sehr gut gefallen. Es gab viele amüsante Stellen, aber auch Stellen, die mich zu Tränen gerührt haben. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Was ich sehr amüsant fand, waren die Kapitelüberschriften. Die Kapitellänge war perfekt. Sophie konnte ich anfangs nicht so ganz einschätzen und fand sie deswegen ein bisschen nervig, ABER das hat sich schnell geändert. Man spürt, wie verzweifelt und einsam sie eigentlich ist, sie stößt alle von sich, damit dies keiner bemerkt. Außer ihre besten Freund, Lukas, der in Paris lebt. Die beiden haben eine sehr enge Bindung zueinander, das merkt man schnell, ihre liebevollen Neckereien sind sehr amüsant. Die beiden skypen regelmäßig. Er ist ihr sicherer Hafen, den sie sehr vermisst. Das erste „Aufeinandertreffen“ mit Alex ist sehr witzig. Die beiden Mädchen sind eigentlich sehr verschieden, aber vielleicht verstehen sie sich gerade deshalb so gut. Sophie hat nie verstanden, was es mit der Liebe auf sich hat, bis sie Alex trifft. Alex, die sie wirklich kennen lernen möchte und gerne Zeit mit verbringt. Die keine Vorurteile gegen sie hat, mit der sie lachen und über alles reden kann. Doch dann verändert ein Kuss alles? Sie ist teilweise mit sich und ihren Gefühlen total überfordert? Denn bisher hat sie immer nur mit Jungs geschlafen, doch auf einmal sind da Gefühle für Alex, ein Mädchen. Ihr Vater versucht für sie da zu sein, aber sie stößt ihn immer wieder von sich. Mit viel Mühe findet Lena, die neue Freundin ihres Vaters, einen Zugang zu ihr. Bewertung Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da mich die Geschichte von Sophie und Alex so sehr berührt hat. Die Beziehung der beiden ist etwas besonderes, vor allem, da man miterleben darf, wie sie sich entwickelt. Es ging nicht nur um zwei Mädchen, die sich ineinander verlieben, es geht um so viel mehr. Es geht um die Fragen „Wer bin ich?“, „Wen liebe ich?“, „Wen darf ich lieben ?“ und "Wer entscheidet, wen man lieben darf?" Sollten wir nicht selbst entscheiden, für wen unser Herz schneller schlägt, bei wem wir glücklich sind? Natürlich spielen auch die Themen Coming Out und die Reaktion darauf eine zentrale Rolle. Denn ist nicht vielleicht das schwerste daran, sich selbst einzugestehen, „anders“ zu sein (als alle von einem erwarten)? Ich denke Bücher wie „Der Mund voll ungesagter Dinge“ sind unglaublich wichtig, damit Jugendliche verstehen, dass es in Ordnung ist, schwul, lesbisch, bisexuell … zu sein. Dass sie dadurch nicht weniger Wert sind oder sich verstecken müssen. Denn niemand wacht eines morgens plötzlich auf und entscheidet sich dafür, nein, wir sind so wie wir sind und wen wir lieben ist ein Teil unserer Persönlichkeit. Liebe ist Liebe, egal wer wen liebt, solange diese Personen glücklich sind, ist alles richtig. Denn die Liebe kennt kein richtig oder falsch. Ich finde, jeder sollte die Gefühle akzeptieren, niemand hat ein Recht, über die Liebe anderer zu urteilen oder sie sogar zu verabscheuen. Denn nicht diese Liebe oder die Gefühle sind falsch, nein, die Gesellschaft macht an diesem Punkt Fehler, da vielen Menschen die Akzeptanz, das Verständnis und das Einfühlungsvermögen fehlt. Deswegen wird um das Thema Outing so ein Trubel gemacht, da die Personen Angst vor Unverständnis, Zurückweisung oder Ablehnung haben. Aber keiner von uns möchte unglücklich sein oder sich verstecken, nur weil man nicht in die gesellschaftliche Norm passt. Wir möchten doch alle nur Menschen finden, die uns verstehen und akzeptieren, so wie wir sind. Jeder von und ist perfekt, so wie er ist, mit seinen Ecken und Kanten, denn Diamanten sind auch nicht perfekt. Wir alle haben unsere Ängste, manche sind verständlich, andere nicht. Denn haben wir nicht alle manchmal den Mund voll ungesagter Dinge? Vielen lieben Dank an Anne Freytag für diese wundervolle und besondere Geschichte über die Liebe und das Erwachsenwerden. Dieses Buch hat 5 Sterne verdient.

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Tolles Buch

Von: Tamy

30.09.2018

Eigene Meinung: "Einzelne dicke Tropfen fallen aus den Baumkronen, der Boden spiegelt die Welt." An erster Stelle möchte ich mich bei dem Heyne Verlag bedanken, dass ich das Buch vorab lesen durfte. Ich hatte mich riesig über die Überraschung gefreut. An zweiter Stelle möchte ich erwähnen, dass ich „Where is my mind“ von Maxence Cyrin höre, während ich diese Rezension schreibe. Die Melodie kommt im Buch vor und ich habe mich direkt in die sanften Töne verliebt. Sophie wurde direkt nach der Geburt von ihrer Mutter in Stich gelassen. Also existiert sie für Sophie nicht. Weil sich ihr Vater neu verliebt hat, ziehen sie von Hamburg nach München, zu Lena und ihren zwei Söhnen Valentin und Leon. Darauf hat Sophie natürlich keine Lust, da sie ihre Freunde zurücklassen muss und eine Umgewöhnung ist eben nie einfach. Ich habe Sophie direkt in mein Herz geschlossen. Während des Lesens habe ich mich gefühlt, als wäre ich sie selbst. So tolle und gefühlvolle Gedankengänge, die mich mehr als einmal bewegen konnten. Auch konnte ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen. Allein die Freundschaft zwischen Lukas und Sophie wurde sehr echt beschrieben und kein bisschen überheblich. Im Laufe der Geschichte trifft Sophie auf Alex. Und auf einer Party verändert ein scheinbar unbedeutender Kuss alles. Die Beziehung zwischen Alex und Sophie, fand ich so toll beschrieben und es wirkte auf mich sehr echt, so als wäre ich hautnah dabei. Ich hatte während dem Lesen, nicht das Gefühl, als würde ich ein Buch lesen. Dieses Buch hat mich zum Lachen, Weinen, Mitfühlen und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut und hab die Seiten förmlich verschlungen. Die Geschichte wirkte auf mich sehr echt und realitätsnah, da es einfach die Realität ist. Es geht um so viel mehr als nur um Liebe. Es geht um Freundschaft, die erste richtige Liebe, Selbstzweifel, Homosexualität und die alltäglichen Problemen in der Familie. Ich war mittendrin und als es zu Ende war, hat es mich doch etwas mitgenommen. Auch jetzt schwirrt mir die Geschichte noch im Kopf rum. Das Thema „Homosexualität“ wird in dem Buch sehr gut erfasst, da es heute immer noch Vorurteile gibt. Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll. Teilweise bin ich überwältigt, was für eine tolle Geschichte Anne Freytag zu Papier gebracht hat und hier mit uns teilt. Dieses Buch zählt zu meinen bisherigen Highlights in diesem Jahr. Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen, wundervoll und ergreifend. Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr gefühlvoll und emotional. Man fliegt durch die Seiten. Ich konnte nicht mehr aufhören. Cover: Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Mir gefällt die Schrift, die im Vordergrund steht, da sie nicht perfekt gerade ist. Denn was ist schon Perfekt? Auch die Gestaltung der Klappbroschur finde ich richtig schön. Bei jeder Kapitelüberschrift, findet man auch kleine Illustrationen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Am Ende, findet man eine Playlist vor, da sind wirklich schöne Songs dabei. Buch Zitate: „Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach.“ S. 81 „Es liegt an mir. Mir fehlt was. Ich weis nicht. Ich ticke nicht richtig.“ ( Alex ) S. 245 „Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runter schlucke, sie kommen jedes mal zurück.“ S. 254 „Ich bin ein trauriger Teenager mit einem glücklichen Gesicht.“ S. 357 „Als wir vor etwa über eineinhalb Stunden hier angekommen sind, war ich wütend. Und verletzt. Jetzt bin ich auf eine erfüllte Art leer. Als wäre meine Wut abgelaufen.“ S. 123

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Tolles Buch

Von: Tamy

30.09.2018

Eigene Meinung: "Einzelne dicke Tropfen fallen aus den Baumkronen, der Boden spiegelt die Welt." An erster Stelle möchte ich mich bei dem Heyne Verlag bedanken, dass ich das Buch vorab lesen durfte. Ich hatte mich riesig über die Überraschung gefreut. An zweiter Stelle möchte ich erwähnen, dass ich „Where is my mind“ von Maxence Cyrin höre, während ich diese Rezension schreibe. Die Melodie kommt im Buch vor und ich habe mich direkt in die sanften Töne verliebt. Sophie wurde direkt nach der Geburt von ihrer Mutter in Stich gelassen. Also existiert sie für Sophie nicht. Weil sich ihr Vater neu verliebt hat, ziehen sie von Hamburg nach München, zu Lena und ihren zwei Söhnen Valentin und Leon. Darauf hat Sophie natürlich keine Lust, da sie ihre Freunde zurücklassen muss und eine Umgewöhnung ist eben nie einfach. Ich habe Sophie direkt in mein Herz geschlossen. Während des Lesens habe ich mich gefühlt, als wäre ich sie selbst. So tolle und gefühlvolle Gedankengänge, die mich mehr als einmal bewegen konnten. Auch konnte ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen. Allein die Freundschaft zwischen Lukas und Sophie wurde sehr echt beschrieben und kein bisschen überheblich. Im Laufe der Geschichte trifft Sophie auf Alex. Und auf einer Party verändert ein scheinbar unbedeutender Kuss alles. Die Beziehung zwischen Alex und Sophie, fand ich so toll beschrieben und es wirkte auf mich sehr echt, so als wäre ich hautnah dabei. Ich hatte während dem Lesen, nicht das Gefühl, als würde ich ein Buch lesen. Dieses Buch hat mich zum Lachen, Weinen, Mitfühlen und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut und hab die Seiten förmlich verschlungen. Die Geschichte wirkte auf mich sehr echt und realitätsnah, da es einfach die Realität ist. Es geht um so viel mehr als nur um Liebe. Es geht um Freundschaft, die erste richtige Liebe, Selbstzweifel, Homosexualität und die alltäglichen Problemen in der Familie. Ich war mittendrin und als es zu Ende war, hat es mich doch etwas mitgenommen. Auch jetzt schwirrt mir die Geschichte noch im Kopf rum. Das Thema „Homosexualität“ wird in dem Buch sehr gut erfasst, da es heute immer noch Vorurteile gibt. Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll. Teilweise bin ich überwältigt, was für eine tolle Geschichte Anne Freytag zu Papier gebracht hat und hier mit uns teilt. Dieses Buch zählt zu meinen bisherigen Highlights in diesem Jahr. Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen, wundervoll und ergreifend. Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr gefühlvoll und emotional. Man fliegt durch die Seiten. Ich konnte nicht mehr aufhören. Cover: Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Mir gefällt die Schrift, die im Vordergrund steht, da sie nicht perfekt gerade ist. Denn was ist schon Perfekt? Auch die Gestaltung der Klappbroschur finde ich richtig schön. Bei jeder Kapitelüberschrift, findet man auch kleine Illustrationen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Am Ende, findet man eine Playlist vor, da sind wirklich schöne Songs dabei. Buch Zitate: „Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach.“ S. 81 „Es liegt an mir. Mir fehlt was. Ich weis nicht. Ich ticke nicht richtig.“ ( Alex ) S. 245 „Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runter schlucke, sie kommen jedes mal zurück.“ S. 254 „Ich bin ein trauriger Teenager mit einem glücklichen Gesicht.“ S. 357 „Als wir vor etwa über eineinhalb Stunden hier angekommen sind, war ich wütend. Und verletzt. Jetzt bin ich auf eine erfüllte Art leer. Als wäre meine Wut abgelaufen.“ S. 123

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Worum geht’s? Als ihr Vater plötzlich den Umzug von Hamburg nach München zu der neuen Lebensgefährtin und ihren Kindern verkündet, fällt Sophie aus allen Wolken. Sie will nicht umziehen, sie will keine neue Familie. In München angekommen trifft sie auf das Nachbarsmädchen Alex und zum ersten Mal erfährt Sophie, was wahre Freundschaft ist, hatte sie doch bisher nur ihren besten Freund an ihrer Seite. Alex hat ihren Freund, ihr Vater seine neue Freundin und der beste Freund seine Freundin in Frankreich. Doch Sophie selbst war noch nie verliebt, auch wenn sie nicht unerfahren ist, doch beim Flaschendrehen ändert sich plötzlich alles, als es zum Kuss kommt, der alles verändert. Wie gefällt es mir? Sophie ist als Ich-Erzählerin eine Teenagerin, die kurz vor ihren Abiturprüfungen steht und umziehen muss. Konsequent findet sie alles und jeden doof, was als Teenager ihr gutes Recht ist, wie ich finde. Jedoch steckt sie alle Welt gleich in Schubladen und quillt vor Vorurteilen beinahe über. Sie macht sich viele Gedanken zu sich selbst und hat nicht so wirklich jemanden, dem sie sich anvertrauen könnte, da sie außer ihrem besten Freund, der in Frankreich ist, keine Freunde hat. Aus diesem Grund weiß sie nicht, wie man Freunde findet. Diese Ecken und Kanten, die Sophie hat, machen sie sehr greifbar, was mir mehr als gut gefällt. Sehr positiv finde ich ihre vielen Gedanken, denn sie wünscht, sie könnte sich anders verhalten was Freundschaft und Jungs und ihre Vorurteile angeht, sie wünscht, sie wäre jemand anders. Wie auch in Hamburg fühlt sie sich fremd, seltsam und nicht so richtig zugehörig, doch mit Alex als Freundin geht es langsam bergauf. Ich denke, auch das ist typisch Teenager, seinen Platz in der Welt finden zu wollen. Ihr seht, die Protagonistin ist sehr vielschichtig, absolut nicht perfekt, was sie sehr real und greifbar für den Leser macht. Top! Alex führt in Sophies Augen das perfekte Leben, aber je besser man sie kennen lernt, desto deutlicher wird, dass hier nur der äußere Schein bewahrt wird: Freund, Familie, Haus, Pool. Doch Alex’ Familie ist bei Weitem nicht so perfekt, wie es den Anschein hat, denn auch sie hat Probleme, Sorgen, Ängste. Dabei scheint sie erwachsener als Sophie zu sein, bleibt aber noch Teenager. Die ganze Geschichte thematisiert verschiedenste Bereiche wie Patchwork-Familien, Freundschaft oder soziales Umfeld. Der Autorin ist dieses normale Umfeld mit sämtlichen Facetten, wie Hoffnung, Glück, Verzweiflung, Unsicherheit, Angst, mehr als gut gelungen, denn diese Geschichte kann und passiert wahrlich jedem. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Ich habe schon einige Geschichten gelesen, die ich “aus dem Leben gegriffen” fand, aber dies ist bisher das Einzige, bei dem die Figuren keine allzu dramatische Vergangenheit haben, die sie auf ihre Weise besonders machen. Denn hier haben die Figuren alltägliche Probleme, somit wird sich wirklich jeder Leser in dieser Geschichte auf die ein oder andere Art wieder entdecken. Der Schreibstil von Anne Freytag ist außerordentlich poetisch und einfach wunderschön. Dadurch hat sie es geschafft, dass die vielen Gedankengänge der Protagonistin keineswegs als langweilig empfunden werden. Der Spannungsbogen baut sich ganz sanft auf, reißt den Leser aber auch durch unvorhersehbare Handlungsstränge durchweg mit. Zitat Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach. (Den Mund voller ungesagter Dinge von Anne Freytag) Auf den Punkt gebracht Eine wunderschön poetisch verfasste Geschichte mit einem außerordentlich sanftem Spannungsbogen, alltäglichen Problemen und Sorgen und einer sehr vielschichtigen Protagonistin. Grandios! Daten Titel: Den Mund voller ungesagter Dinge Autor: Anne Freytag Verlag: Heyne Verlag Seiten: 400 Seiten (TB) Preis: € 14,99 (TB)

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Sophie ist absolut nicht einverstanden mit dem Umzug von ihrer Heimatstadt Hamburg nach München. Sie will zurück in ihr altes Leben, in dem es nur sie und ihren Vater gab. Doch jetzt ist da noch Lena. Und Leon und Valentin und Carlos. Ihre neue Familie. Doch davon will Sophie nichts wissen, denn sie will sich nicht an diese neue Stadt gewöhnen und auch nicht akzeptieren, dass sie nun Teil einer größeren Familie ist. Und dann lernt sie Alex kennen, das Mädchen aus dem Nachbarshaus und Sophies Leben stellt sich völlig auf den Kopf... Die Protagonistin ist sehr eigensinnig, sturköpfig und pubertär. Klar, sie ist ja auch 17. Oftmals ist sie wirklich unausstehlich und geht mit den Menschen in ihrer Umgebung wirklich mies um, vor allem mit Lena, ihrer neuen "Stiefmutter", die sich wirklich Mühe gibt, ihr das Leben einfach zu machen. Sie ist also nicht gerade die klassische Sympathieträgerin, aber sie war gut und vielschichtig dargestellt und beschrieben. Wie alle anderen Charaktere der Autorin hat sie Ecken und Kanten und lässt sich nicht in eine simple Schublade einsortieren. Sie hat Fehler, die man nicht gut heißen muss, die aber nunmal menschlich sind. Besonders in der Pubertät... Die Denkweise von Teenagern ist meiner Ansicht nach super dargestellt und sehr realistisch. Immerhin heißt es nicht umsonst, dass man während der Pubertät eine "Baustelle im Kopf" hat, man kann einfach nicht immer logisch denken und macht Dummheiten und verhält sich bescheuert. Das haben wir alle. Und zum Glück wächst man irgendwann da raus und wird wieder "normal" ;) Die Versagensängste von Sophie, der Leistungsdruck, ihre Einsamkeit, die Suche nach sich selbst, das Ablösen von den Eltern - und das gleichzeitige Bedürfnis nach Liebe von ihnen - das alles ist realistisch und gut beschrieben und sehr authentisch. Ich hab mit Sophie gelacht und geweint, war wütend und traurig und zickig. Anne Freytag schafft es, den Leser mit den Personen fühlen zu lassen, und das obwohl die Charaktere allesamt keine typischen Sympathieträger und perfekten Protagonisten sind. Im Gegenteil. Aber genau das macht die Sache authentisch. Sehr schade fand ich die Darstellung von Fremdgehen - das wird einfach als viel zu normal und als in Ordnung dargestellt. Fremdgehen ist schlichtweg niemals in Ordnung. Punkt aus. Für mich gibt es da nichts zu diskutieren und finde es sehr schade, dass in diesem Buch beinahe jeder fremdgeht und es dadurch beinahe alltäglich und eben normal wird. Der Schreibstil von Anne Freytag ist wunderschön und einfach zu lesen. Sie erzählt in vielen, wundervollen Metaphern, die das Leseerlebnis sehr steigern und einfach Spaß machen. Anne Freytag kann wirklich wundervoll schreiben! Durch die bildhafte Sprache hat man gleich beim Lesen einen "Film im Kopf" und fühlt mit den Figuren mit. Die Geschichte ist aus der Perspektive von Sophie geschrieben, dadurch bekommt man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Die Entstehung der Freundschaft und Beziehung zwischen Sophie und Alex ging mir teilweise zu schnell und zu unreflektiert. Die Erlebnisse der beiden sind toll geschildert und die beiden sind einfach süß zusammen, aber irgendwie hat da trotzdem etwas die Tiefe gefehlt. Ein Großteil meines Freundeskreises ist lesbisch oder schwul und sie alle haben eine lange Odyssee hinter sich, bis sie sich selbst darüber im Klaren wurden und vor allem bis sie es akzeptieren konnten. Und bis sie sich getraut haben, es ihrer Familie oder ihren Freunden zu sagen verging noch viel mehr Zeit. Insgesamt wurde das Thema Outing hier viel zu wenig angesprochen und zu schnell abgehandelt. So etwas passiert nicht in zwei Zeilen und dann ist alles in Ordnung und jeder akzeptiert es und findet es gut - meistens läuft es leider ganz anders ab. Ich kenne viele, die von ihren Familien regelrecht verstoßen wurden oder die sich nur langsam wieder mit ihren Eltern aussöhnten. Oftmals hat es Jahre gedauert, bis die Eltern es einigermaßen akzeptiert haben. Hier wurde leider viel Potential verschenkt und eine große Chance vergeben, die Problematik darzustellen, mit der Homosexuelle leider bis heute zu kämpfen haben. Das ist sehr schade, aber vielleicht ist es ein Anfang. Vielleicht ist es einfach das erste Buch seiner Art von einer deutschen Autorin und es werden weitere folgen. Autoren oder Autorinnen, die sich mehr trauen und reflektierter mit dem Thema umgehen. Die tiefer graben und weniger auf Klischees geben. Also vielleicht war dieses Buch einfach nötig, um den ersten Schritt zu tun. Fazit Trotz einiger Schwächen hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist fantastisch und die Denkweise von Teenagern ist sehr authentisch wiedergegeben. Leider wurde beim Thema Outing viel Potential verschenkt, da es zu schnell abgehandelt wurde. Ein bisschen mehr Problematik beim Erkennen der eigenen Sexualität, der Herausforderung der Akzeptanz, des Outings und der Nicht-Akzeptanz der Gesellschaft hätte hier nicht geschadet und aufgezeigt, wie schwierig es bis heute für die LGBT-Community ist.

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