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Leserstimmen (66)

Anne Freytag: Den Mund voll ungesagter Dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-27103-6

Erschienen: 06.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Rot ist eine kalte Farbe

Von: Herr Booknerd Datum : 13.07.2017

herrbooknerd.blogspot.de/

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Rezension schreiben soll. Ich habe mir (sehr viele) Notizen zu dem Buch gemacht. Habe mir die Woche über die Zeit genommen, meine Gedanken und Gefühle zu diesem Buch abkühlen zu lassen, sie zu sortieren und irgendwie in Worte zu fassen. Das Ergebnis davon war, eine Rezension die ich gestern vorbereitet habe und die einfach mal über 3000 Wörter umfasst, und sich auf sechs Word-Seiten verteilt. Viel zu viel. Deswegen habe ich die Rezension wieder gelöscht.
Sie hat nicht auf den Punkt gebracht, was ich eigentlich sagen wollte. Also, doch irgendwie schon, aber es war einfach von allem zu viel. Zu viele Ausführungen, etwa warum ich die Autorin nicht leiden mag. Oder dass es mir unheimlich schwer fällt, zu verstehen, warum so viele Bloggerkollegen, so voll des Lobes für dieses Buch sind, und scheinbar nicht reflektieren, was sie da empfehlen. Es waren zu viele Anmerkungen, die eigentlich keinerlei Relevanz haben. Zu viele kleine Seitenhiebe auf die Autorin, den Verlag usw. Das muss nicht sein.

Deswegen schreibe ich diese Rezension jetzt quasi "live" und direkt und ungefilterte (was wahrscheinlich, nicht unbedingt die beste Idee ist), hier rein. Ich hoffe ihr seht es mir nach, aber ich glaube so funktioniert es für mich einfach am besten. Einige werden sich jetzt sicher einen Rant erhoffen, hab ich ja auch so angekündigt. Die Sache ist die, ich könnte das Buch jetzt zerreißen. Ganz easy sogar. Brauche ich keine fünf Minuten für, dann wäre das Buch durch. Aber das will ich nicht. Nicht um jetzt irgendwie gönnerhaft zu wirken, sondern weil es niemandem etwas bringen wird. Klar, es ist immer ein bisschen unterhaltsamer, wenn man mit Sarkasmus nur so um sich ballert, aber ich möchte, das Leute (und allen voran oben genannte Bloggerkollegen), wirklich verstehen können, warum dieses Buch auf so vielen Ebenen einfach nur problematisch und falsch ist.

Es fängt schon damit an, dass Sophie (die 17-jährige Protagonistin in diesem Roman), eine wirklich unausstehliche Person ist. Und das nicht, weil sie (wie es im Buch geschildert wird), ein negatives, verkopftes und launisches Mädchen ist. Nee, sondern weil sie eine extrem voreingenommene, vorverurteilende, verzogene, präpubertäre Pute ist. Sie steckt Menschen, die sie überhaupt nicht kennt, mit denen sie noch kein Wort (oder nur wenige Worte), gewechselt hat, auf Grund von Äußerlichkeiten in Schubladen und verpasst ihnen irgendwelche Label. Wer macht so was? Jeder hat irgendwelche Vorurteile. Kann man gar nicht leugnen. Aber was Sophie macht, ist einfach nur unfair. Sie gibt niemandem eine Chance, und findet es auch noch okay so. Ob es jetzt Lena ist (die neue Freundin ihres Vaters), oder die Freunde des Nachbarsmädchen Alex (Clemens, Nikals und Jasmin), sie alle werden von Sophie bewertet, kategorisiert und in Schubladen gesteckt. Und das nur, wegen dem wie sie aussehen.

Der nächste Punkt, der es mir schwer gemacht hat Sympathie für Sophie zu empfinden oder sie irgendwie ernst zu nehmen, ist der, dass sie sich andauernd einfach nur selbst widerspricht. Auf der einen Seite, ist die wütend auf ihren Vater, der mit ihr von Hamburg nach München zieht, auf der anderen Seite sagt sie aber selbst, dass sie in Hamburg (nachdem ihr BFF Lukas nach Frankreich gegangen ist), keine Freunde oder sonst was mehr hat. Ja, was denn nu? Wenn in Hamburg doch eh nichts mehr ist, das sie hält warum flippt sie dann so aus? Oder auch die Sache mit ihrem Vater. Sie ist sauer, weil er sie (nachdem sie in München angekommen und bei Lena und ihren beiden Kindern eingezogen sind), ständig alleine ist. Erwähnt dann aber, dass sie in Hamburg ja auch immer alleine war, und es daher gewohnt ist alleine zu sein? Dass ihr Vater ständig seine Versprechen bricht ist eine Sache, ihm aber Vorwürfe zu machen, wegen einer Sache mit der sie sich eigentlich schon längst abgefunden hat, erscheint mir nicht sonderlich schlüssig.

Wo ich ihn gerade erwähnt habe, Lukas, Sophies bester Freund. Sein "Spitzname" für sie ist "Das Flittchen". Weil Sophie mal eine lange Zeit roten Lippenstift getragen hat, und Lukas der Meinung war, dass sie damit aussehe wie, "eine Märchenprinzessin mit wütendem Blick und obszönen Mund"
Fragt mich nicht, wie ein Mund obszön sein kann. Sophie sagt zuvor auch, dass ihre Mutter den Mund einer Hure habe. Kein Ahnung, wie so ein Hurenmund aussehen soll, und worin er sich von normalen Mündern unterscheidet.
Lukas nennt seine beste Freundin aber nicht nur deswegen Flittchen. Sondern auch deswegen, weil Sophie sexuell sehr aktiv ist. Andere mögen das vielleicht irgendwie lustig finden oder sonst was, aber für mich ist es Slut-shaming. Wer jetzt denkt, okay, wenn die Autorin dieses Fass aufmacht, dann wird sie doch sicherlich auf das Thema eingehen, und die Gelegenheit nutzen, ihren Lesern durch diese Sache zu vermitteln, dass es total egal ist mit wie vielen Jungen ein Mädchen schläft. Dass es ihr Körper ist, mit dem sie anstellen kann was sie möchte und dass sie niemand deswegen als Schlampe oder Flittchen zu bezeichnen hat. Ist aber nicht der Fall. Stattdessen wird munter und fröhlich weiter ge-slut-shamed. Sophie, sagt im späteren Verlauf sogar einmal selbst, nachdem sie auf einer Party einen Jungen und Alex (oben genanntes Nachbarsmädchen) geküsst hat, dass sie kein "Schlampenimage" haben möchte. Mal davon abgesehen, dass einen zwei Küsse wohl kaum zu einer Schlampe machen würden, was soll das bitte? Welches Signal oder welche Message soll denn damit, an die (vor allem jungen, weiblichen) Leser gesendet werden?

Kommen wir zum Kern des Buches. Als ich gesehen habe, dass der Roman sich um ein lesbisches Paar drehen würde, war ich sofort begeistert. LGBT-Charaktere, gerade lesbische Mädchen bekommen im YA-Bereich einfach zu wenige Aufmerksamkeit. Und wir brauchen definitiv mehr solcher Geschichten! Also, jetzt nicht Geschichten wie diese hier, aber mit lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans Charakteren.
Ich weiß natürlich nicht, inwiefern und wie intensiv Anne Freytag für dieses Buch recherchiert hat. Das Buch lässt mich vermuten, dass sie sich absolut nicht informiert hat. Mit niemandem gesprochen hat, der etwas derartiges durchlebt hat, oder sich sonst irgendwie mit dem Thema beschäftigt hat. Ich glaube ja, dass sie lediglich den Film "Blau ist eine warme Farbe" gesehen hat (inhaltlich gibt es auch einige sehr offensichtliche Parallelen), und sich dann gedacht hat, okay cool, so was mache ich jetzt. Der Film zeigt ja wie lesbischer Sex funktioniert, mehr muss ich nicht wissen. Und der Verlag ist wohl drauf angesprungen, weil es ja gerade eh ein "Trendthema" ist. Darf ich an dieser Stell kurz erwähnen, wie krass ich es einfach finde, wenn die Sexualität von Millionen von Menschen einfach zum "Trend" erklärt wird, und gar nicht berücksichtigt wird, dass diese Menschen täglich diskriminiert und marginalisiert werden?
Hier sind wir auch schon beim größten Problem des Buches, es geht total am Thema vorbei. Ja, Sophie und Alex sind lesbisch. Bisexuell sind sie nicht, weil ihnen der Sex mit Jungs absolut keinen Spaß bereitet. Und ich würde Frau Freytag jetzt auch einfach mal unterstellen, dass ihr sowohl das Fingerspitzengefühl, als auch die Empathie fehlen um über solche Themen zu schreiben. Man kriegt es zwar nicht so mit, weil der Fokus oft auf Schwulen-, Lesbischen- und Trans-Personen liegt, aber Bisexuelle werden ebenfalls krass diskriminiert. Entweder wird ihnen ihre Existenz abgesprochen, weil man kann ja nur Homo oder Hetero sein. Oder es wird ihnen unterstellt, einfach alles und jeden nageln zu wollen, oder gar keine Ahnung zu haben, was sie eigentlich wollen.

Jedenfalls bleibt das Buch die ganze Zeit über auf der sexuellen Ebene. Sophie und Alex schlafen die ganze Zeit miteinander (was ja total klar geht), aber was sie aneinander finden, bleibt offen. Noch viel wichtiger aber ist der Punkt, dass all diese wichtigen Fragen die man sich als homosexueller Teenager stellt, komplett ausgeklammert werden. Sie werden einfach ignoriert. Aus Erfahrung kann ich euch sagen, das Sex in dieser Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Und dass man nicht erst eine Person des eigenen Geschlechts küssen muss (so wie es in dem Buch dargestellt wird), um zu wissen ob man schwul oder lesbisch ist. Das ist einem schon früher bewusst. Sehr viel früher. Aber damit umzugehen, sich einzugestehen dass man es ist, zu realisieren was es für einen selbst und das Umfeld bedeutet, ist das, was einen in dieser Zeit wirklich beschäftigt. Was ist wenn es jemand merkt? Wie kann ich es am besten verheimlichen? Soll ich es jemandem sagen? Wenn ja, wann und wem? Was passiert, wenn meine Eltern mich deswegen verstoßen? Was mache ich, wenn sich meine Freunde deswegen von mir abwenden? In diesem Buch wird sich einfach nicht damit befasst. Es wird einfach nicht erwähnt, dass der Weg zum Coming-Out mit Selbstzweifeln, Selbsthass, Selbstverleugnung und Angst gepflastert ist. Es wird nicht geschildert, wie unfassbar schwer es ist, sich zu öffnen, zu diesem kleinen Teil zu stehen der zu einem gehört. Wie schwer es ist, offen schwul oder lesbisch zu leben, weil man im Alltag ständig damit konfrontiert wird, dass es nicht normal ist, dass man diskriminiert, marginalisiert und generell angefeindet wird.

Wüsste Anne Freytag, hätte sie sich ernsthaft dem Thema genähert. Aber lieber darüber schreiben, dass die beiden Mädels sich durch halb München vögeln, das wirkt dann sicher für viele realistischer und man ist so super progressive, wenn man über gleichgeschlechtlichen Sex schreibt.

Dann ist da noch die Sache mit dem Fremdgehen. Ich weiß nicht woher dieser Trend kommt, aber was zur Hölle soll das einfach? Seit wann ist denn in Ordnung, jemanden zu betrügen? Und kann man nicht, wenn man als Autor/in dagegen ist, das auch so in das Buch reinschreiben? Dass es eben nicht okay ist? Warum rechtfertigt man betrügen damit, dass die beiden ja verliebt sind und hach, es ist doch so schön wenn sie endlich zusammen sein können. Fun fact, sie könnten die eine Sache auch erst beenden und dann zusammen sein. Der Mindfuck an der Sache in diesem Buch ist aber, dass Alex darunter leidet dass ihr Vater ihre Mutter mit einer jüngeren Frau betrügt, und die Familie deswegen verlassen will. Und nicht nur das, Niklas einer ihrer Freunde, betrügt seine Freundin Jasmin am laufenden Band. Alex ist also von Menschen umgeben, die ohne Ende cheaten und stört sich nur bei ihrem Vater daran, macht dann aber genau das, was ihr Vater macht? Wie soll man das ernst nehmen? Wie soll ich Alex wegen ihrer Familienverhältnisse bedauern, wenn sie das gleiche Arschlochtum an den Tag legt, wie ihr Vater?

Als letzten Punkt, möchte ich noch über den Sex in diesem Buch sprechen. Ich bin total dafür, dass Autoren in Jugendbüchern Sex thematisieren und zu einem Bestandteil machen. Jugendliche haben nun mal eben Sex, ob es den Erwachsenen passt oder nicht. Und vor allem gleichgeschlechtlicher Sex, sollte viel öfter dargestellt werden. Jetzt nicht in diesen hirnverbrannten, PWP-Gay Romance Trashbüchern. Aber sonst so. Was ich in diesem Buch aber problematisch finde, ist einfach die Art und Weise wie Sex hier instrumentalisiert wird. Sophie hat keinen Spaß am Sex mit Jungs, an sich total okay. Wenn sie merkt, dass es sie nicht kickt, gut für sie. In dem Buch sagt Sophie, dass sie aber trotzdem immer und immer wieder (besoffen) mit Jungs gebumst hat, einfach weil sie in ihrem Kopf ein paar Fantasien hatte, die sich nicht in der Realität bestätigt haben. Und zwar deswegen nicht, weil beim Sex zwischen Mann und Frau, ja sowieso nur der Penis des Mannes im Vordergrund steht, Jungs per se ja ehe kein Plan haben, was sie da eigentlich machen, und Mädchen den Mund beim Sex natürlich nur öffnen können, wenns um Blowjobs geht. Aber sagen, was einem gefällt, was einem Spaß macht oder so geht ja nicht. Lieber regungslos auf dem Rücken liegen, und es über sich ergehen lassen, so wie Sophie (und auch Alex) in diesem Buch. Problematisch daran ist aber, dass es im Kern so wirkt, als wären Sophie und Alex deswegen lesbisch, weil Jungs es ihnen ja eh nicht richtig besorgen könnten, und das ist einfach so dumm und falsch, da ist mir bei der Lektüre echt die Luft weggeblieben. Der Umkehrschluss dessen wäre nämlich, dieses dumm aber immer wieder herangezogene Klischee, dass Lesben ja nur lesbisch seien, weil sie noch nicht den richtigen Mann hatten. Dass sie ja nur mal von dem passenden Mann richtige gebumst werden müssen, um wieder "normal" zu werden.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass Anne Freytag schreiben kann. Ist einfach so, kann man ihr nicht absprechen. Es gab auch durchaus Stellen in diesem Buch, die ich vom Stil her echt gut fand. Aber der Schreibstil ist nur die halbe Miete. Wenn der Rest, wie in diesem Fall, einfach nur problematischer Bullshit ist, dann hilft einem eine tolle Schreibe auch nicht weiter.
Meine vorherrschenden Gefühle im Moment sind Angst und Wut. Wütend bin ich deswegen, dass der Verlag und auch die Autorin sich ihrer Verantwortung anscheinend überhaupt nicht bewusst sind. Oder dass es ihnen egal ist, wie dieses Buch vielleicht bei Leute ankommt, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sophie befinden. Und Angst habe ich davor, dass ein junges Mädchen (das in dieser ganz besonderen Selbstfindungsphase ist, die heterosexuelle Menschen zum Glück nicht durchleben müssen), in die Buchhandlung geht um vielleicht dort ein paar Antworten zu finden. Oder ein paar aufmunternde, trostspenden Worte. Das zu diesem Buch greift, weil es denkt, es ginge um sie. Das dieses Buch liest und keine Antworten, keinen Trost, keine Bestärkung findet. Sondern das Gegenteil. Und so was, sollte eigentlich nicht sein.














Nachdenkliche Geschichte, mit toller Protagonistin ...

Von: dieSeitenfluesterer-unserBuchblog Datum : 10.07.2017

dieseitenfluesterer-unserbuchblog.blogspot.de/

Anne Freytags Werk ist bereits im März 2017, im Heyne fliegt Verlag, erschienen. 400 Seiten beschreiben den neuen Lebensabschnitt von Sophie.

Sophie musste ohne Mutter aufwachsen und nun auch noch von ihrer Heimat Hamburg nach München ziehen. Sie traut sich nicht je irgendwas auszusprechen, oder ihre Sorgen von der Seele zu reden. Doch nun im neuen Zuhause ist plötzlich jemand da, mit der sie sich einen neuen Weg vorstellen kann - das Nachbarmädchen Alex …

“Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück” (Position 63%)

Anne Freytags Werk habe ich bereits im März gelesen und war hin und weg von ihrer Sophie. In dieser neuen Geschichte widmet sich die Autorin dem Thema Homosexualität und anders als bei den meisten, im Handel erhältlichen Büchern, wird hier die Seite der Lesben beleuchtet.
Sophie, als Protagonistin, hat es gleich zu Beginn nicht leicht sich der neuen Situation anzupassen. Denn ihr Vater bringt sie einmal quer durch Deutschland, zu seiner neuen Frau und ihren kleinen Kindern. Sich von Hamburg nach München umzuorientieren, ist hier nicht das Schlimmste. Sondern seine gewohnte Umgebung und natürlich die Freunde zurückzulassen, quält sie viel mehr.
Immer interessanter wird es, als Sophie das neue Nachbarmädchen inflagranti beim Liebesspiel erwischt. Doch diese Alex ist mehr an Sophie interessiert, als das sie ihr eine Szene macht. Da man zu Beginn der Geschichte noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, verfolgt man als Leser gespannt den weiteren Verlauf.
Wie jeder, als Teenager, beginnt auch Sophie ihre Sexualität zu entdecken und man merkt, dass sie selbst schockiert ist, sich zu Alex hingezogen zu fühlen.
Anne Freytag macht hier einen entscheidenden Schritt - ihre Figur wächst mit diesen Unsicherheiten. Die Erforschungen zwischen Alex und Sophie gehen bis ins Detail … in kleine, erotische Detail.
Als Leser fühlt man jede dieser Szenen mit und spürt die aufkeimende Liebe genauso deutlich, wie die Veränderungen, welche mit Sophie einhergehen. Von den sonst zu zurückhaltenden Mädchen beginnt zu verstehen, dass sie aussprechen muss, was ihr auf der Seele lastet.
Für mich war es jedoch nicht nur die Geschichte an sich, die mich faszinierte. Sondern die Wortkonstellationen und perfekt abgestimmte Dialoge, die Anne Freytags Figuren so lebendig werden ließen.
Sie hat den Mut dazu gehabt ihre Figuren an den Leser zu bringen und ein leider immer noch heikles Thema so zu formen, dass sich hoffentlich viele Menschen so fasziniert in Sophies Welt fallen lassen, wie ich es tat.
Man wird von dieser nachdenklich und einfühlsamen Geschichte einfach begeistert sein müssen!

“Den Mund voll ungesagter Dinge” formt eine nachdenkliche Story mit so viel wohlgesetzten Worten, dass man gern Sophie durch diese neue und schöne Liebe, begleitet!

Rezension unter: www.dieSeitenfluesterer-unserBuchblog.blogspot.de
Copyright: dieSeitenfluesterer-unserBuchblog

Den Mund voll ungesagter Dinge - Anne Freytag

Von: janalovesboooks Datum : 29.06.2017

janalovesbooooks.blogspot.de/

Das Cover:

Ersteinmal: Ich finde die Farbe von dem Cover super! Das Rot ist ein richtiger Blickfang und sorgt dafür, dass man noch mindestens einen zweiten Blick auf das Buch wirft. Auch der Schriftzug sieht toll aus, da er nicht einfach nur ,,langweilig" weiß ist, sondern farbig ist. Das Mädchen auf dem Cover weckt Interesse. Im Allgemeinen ein tolles Cover wie ich finde!��


Meine Meinung:

Dieses Buch ist das erste Buch was ich von Anne Freytag gelesen habe. Ich finde ihren Schreibstil sehr schön. Ich habe dieses Buch quasi ,,durchgesuchtet", es wollte mich nicht gehen lassen. Somit wurde es ganz schnell zu einer meiner Lieblingsbücher. Die Geschichte war total fesselnd und wunderschön. Da es ja in dem Roman um ein homosexuelles Päärchen handelt, wurde meine Neugier erst richtig geweckt, und ich war schon fast froh, dass es sich nicht um eine heterosexuelle Beziehung handelt wie eigentlich sonst fast immer. Man konnte sich richtig gut in die Personen hineinversetzen und mitfühlen. Ich habe mit den Personen geweint und gelacht, ein richtiges Gefühlschaos! Es ist sehr interessant zu lesen welche Probleme entstehen können, wenn man sich seinen Gefühlen nicht hingibt und diese verheimlicht. Sophie selber kannte diese Situation auch nicht und war zunächst selber damit total überfordert. Wie man sieht, man fiebert durchgehend mit!


Fazit:

Ein sehr sehr schöner Roman den ich wirklich nur empfehlen kann! Er könnte ggf. auch Menschen helfen, die sich selber nicht sicher sind auf welches Geschlecht sie stehen und/oder wie sie ihrer Familie kund geben sollen, dass sie nicht hetero sind. Aber natürlich kann und sollte auch jeder andere diesen Roman lesen, da man wirklich einiges aus dieser Geschichte lernen kann. ❤


Ganz großartig!

Von: Janine Gimbel Datum : 26.06.2017

schreiblust-leselust.de/anne-freytag-den-mund-voll-ungesagter-dinge

Sophie ist 17 Jahre alt und steht direkt vor ihren Abiturprüfungen, als es ihrem alleinerziehenden Vater einfällt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Umzug wäre. Er will die Zelte in Hamburg abbauen und zu seiner Freundin und deren zwei Söhnen nach München ziehen – zehn Wochen vor Sophies Abiturprüfungen! Mürrisch lässt sich Sophie darauf ein und ist in München die Neue, die keiner kennt. Doch dann lernt sie das gleichaltrige Nachbarsmädchen Alex und deren Freunde Clemens und Nik kennen und die Geschichte scheint eine Wendung zu nehmen. Alex nimmt sich freundlich Sophie an und selbst die Freundin ihres Vaters, Lena, scheint sich für das Mädchen zu interessieren.

Anne Freytag begeisterte junge wie nicht mehr ganz so junge Leser und Leserinnen im Vorjahr mit ihrem tollen Roman „Mein bester letzter Sommer“. Ihr neustes Werk steht diesem Highlight in nichts nach! „Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist ein flott zu lesendes Buch über eine Vater-Tochter-Beziehung und die Suche nach der eigenen Identität. Schon nach wenigen Seiten kommt es einem dabei vor, als kenne man Sophie. Das liegt nicht nur am Schreibstil der Autorin, sondern auch daran, dass Sophie wie aus dem Leben gegriffen wirkt. Ein Mädchen wie du und ich, mit Macken und Wünschen. Sie will geliebt werden und sich selbst kennenlernen.

Sophie fühlt sich nach einigen Wochen zu Alex hingezogen und weiß mit diesen Gefühlen kaum umzugehen. Ist sie nun lesbisch? Oder nicht normal? Und was ist mit Alex‘ Freund Clemens? Anne Freytag nähert sich dem Thema sensibel und genau im richtigen Tempo. Sie gibt dabei keine Antworten vor, sondern lässt ihre Figuren und Leser eigenständig nach diesen suchen.

Ein ganz großartiger Roman für Jugendliche ab 16 Jahren!

DEN MUND VOLL UNGESAGTER DINGE. ANNE FREYTAG.

Von: buecherkompass Datum : 15.06.2017

instagram.com/buecherkompass

INHALT

Als Sophies Vater beschließt, mit ihr zu seiner Freundin nach München zu ziehen, bricht für Sophie eine Welt zusammen. Doch in München angekommen lernt sie das Nachbarsmädchen kennen, Alex.

Alex ist anders, mit ihr kann man gut reden und gut schweigen zugleich. Mit Alex an ihrer Seite blüht Sophie auf – gemeinsam sind sie stark und unbezwingbar. Und so scheint sich letztlich doch noch alles zum Guten zu wenden, bis ein Kuss alles verändert.

MEINUNG

Den Mund voll ungesagter Dinge ist bislang mein erstes (gelesenes) Buch von Anne Freytag und obwohl ich es bereits seit Februar besitze (vielen Dank an dieser Stelle an Heyne fliegt für die überraschende Zusendung), kam ich jetzt erst dazu es zu lesen.

Und was soll ich sagen? Ich bin völlig überwältig von der Vielzahl an Emotionen, die ich beim Lesen durchlaufen habe. Aber fangen wir am besten vorne an:

Ich war natürlich wahnsinnig gespannt darauf, welche Geschichte, sich wohl hinter dem knallroten Einband verbergen würde. Schließlich wusste ich absolut nicht, was ich zu erwarten hatte, mit Anne Freytag habe ich (sozusagen) literarisches Neuland betreten.

Einmal aufgeschlagen konnte ich das Buch jedoch nicht mehr aus der Hand legen. Sophie habe ich, trotz oder gerade wegen ihrer Art, bereits früh ins Herz geschlossen und Alex muss man einfach gern haben. Die Mädchen sind jung und unerfahren und keineswegs perfekt und das ist gut so, weil man nur so die Möglichkeit dazu hat sie auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten.

Besonders schön ist es, die Charakterentwicklungen mitzuerleben, die sich im Verlauf des Buches vollziehen. Zu Beginn der Geschichte trifft man auf zwei Mädchen, die ihre Unsicherheiten so gut es geht zu verbergen versuchen. Doch ihre Freundschaft lässt sie aufblühen, sie kommen zu neuem Selbstbewusstsein, werden erwachsen.

Der Schreibstil von Anne Freytag steckt voller Emotion und ist zur gleichen Zeit so leicht, dass man mit Hochgefühlen durch die Seiten schwebt. Selbst die traurigsten Stellen haben mich beim Lesen positiv berührt. Es ist schwer in Worte zu fassen, doch die Geschehnisse wirken niemals beklemmend oder bedrückend, es werden zu keinem Zeitpunkt negative Gefühle geschürt – das Buch steckt voll Hoffnung und Lebensfreude.

Während ich häufig mit Buchtiteln hadere, weil sie nicht so recht zur Geschichte passen wollen, könnte der Titel des Buches bei diesem Werk nicht passender gewählt sein. Allzu viel möchte ich hier jedoch nicht vorweg nehmen.

Wer noch zögert das Buch zu lesen, dem möchte ich es an dieser Stelle unbedingt ans Herz legen. Anne Freytag zeigt, dass es manchmal nur den Mut braucht zu sich selbst zu stehen, um Dinge für sich selbst und andere zum Positiven zu wenden und Schönes zu schaffen.

Mein neues Lieblingsbuch

Von: szebrabooks Datum : 03.06.2017

szebrabooks.blogspot.de/

In diesem Roman geht es um die siebzehnjährige Sophie, die von ihrer Mutter direkt nach der Geburt verlassen wurde. Seit dem lebt sie mit ihrem Vater allein in Hamburg bis dieser sich plötzlich dazu entscheidet zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Sophie ist total unglücklich mit der Entscheidung ihres Vaters bis sie Alex, das Nachbarsmädchen, kennen lernt. Alex ist auch 17 und geht auf dieselbe Schule wie Sophie und ziemlich schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Sophie schafft es endlich sich auf einen anderen Menschen einzulassen, als ihren besten Freund, und plötzlich ist ihr Leben ganz anders. Bei einer Party kommt es dann zu einem Kuss, der dann alles verändert und erst da wird Sophie klar, was wirklich los ist...

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich so sehr in den Bann gezogen und ich kann gar nicht formulieren wie ich während dem Lesen empfunden habe! Was ich sagen kann, ist, dass dieses Buch es geschafft hat mein Lieblingsbuch zu werden. Bevor ich es gelesen habe, konnte ich nie die Frage "Was ist dein Lieblingsbuch?" beantworten, aber jetzt kann ich es!
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und ich wollte es einfach nicht weglegen und die ganze Zeit darin weiter lesen. Es war mal was ganz anderes, da es plötzlich um zwei Mädchen geht, die sich lieben. Ich muss sagen, dass ich sehr neugierig war, denn in den bisherigen Büchern waren homosexuelle Pärchen immer Nebencharaktere, aber hier hatte man diese als Hauptcharaktere. Außerdem war es nicht klischeehaft und es wurden zwei Jungen genommen, nein, es waren zwei Mädchen und ich muss sagen, dass ich dieses Buch gerade deshalb lesen wollte (und weil es das neue Buch von Anne Freytag war und nach "Mein bester letzter Sommer" wollte ich natürlich mehr von ihr lesen!) Nicht nur die Idee war perfekt, sondern auch die Umsetzung. Ich hatte eigentlich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich Sophie bin, weil ich mich einfach so gut in sie hinein versetzen konnte! Ich habe mit ihr mitgefühlt, habe ich mich gefreut, wenn sie sich gefreut hat und war traurig, wenn sie traurig war. Was will man mehr, wenn man quasi der Buchcharakter sein kann?!
Was ich jetzt auch noch loswerden muss, ist, dass ich eigentlich fast jede zweite Seite mit bunten Zettelchen hätte markieren können, weil es einfach so schön geschrieben war. Man hatte nicht nur den Inhalt mit den wunderbaren Szenen, sondern auch noch Sätze, die außerhalb des Kontext des Buchs wunderbar sind. Sätze, bei denen man lächeln muss und sich freut, wenn man sie sich durch liest. Aber es waren auch ganze Absätze dabei, die mir dieses Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben.
Ich weiß, dass ich an einem Sonntagabend beschlossen habe das Buch zu beenden und als ich dann morgens um zwei fertig war hatte ich das Bedürfnis mit aller Welt dieses Buch zu teilen und darüber zu reden. Eine Freundin hat da bei mir geschlafen und ich musste mich zurück halten sie nicht zu wecken, um mit ihr über das Buch zu reden, denn sie hat es ja parallel zu mir gelesen, war aber schneller fertig als ich. Aber ich konnte einfach nicht mehr einschlafen, weil ich die ganze Zeit an das Buch denken musste. Das hat dazu geführt, dass ich am Montag in der Uni sehr müde war, aber das war es mir Wert. Denn für das Buch mache ich gerne eine Nacht durch. Einfach, um es am Stück genießen zu können!
Ich hab ja vorhin gesagt, dass ich während dem Lesen sozusagen Sophie war und das lag vor allem auch daran, dass sie einem von der ersten Seite an sympathisch ist und man sich einfach super gut vorstellen kann sie als beste Freundin zu haben. In vielen Büchern gibt es früher oder später die Stelle, an der mir der/die Protagonist/in auf den Keks geht, aber hier war das nicht der Fall. Ich fand Sophie vom Anfang bis zum Ende toll und ich muss sagen, dass mir dieses Buch geholfen hat meine Alex zu finden...wenn ich schon mal bei Alex bin: ich habe sie von Anfang an ins Herz geschlossen und fand sie toll. Ich finde, dass sie jemand ist, den man toll findet und einfach mögen muss. Außerdem ist sie eine Freundin, die in allen Lebenslagen für einen da ist und so viel Freude ausstrahlt. Was will man mehr?
So, jetzt muss ich noch was zum Cover und der Klappe innen im Buch loswerden. Das Cover springt einem sofort ins Gesicht. Wäre ich kein so großer Booknerd und würde ab und zu Bücher lesen, dann wäre mir dieses Cover trotzdem aufgefallen. Dieses rot mit der regenbogenfarbenen Schrift fällt einem sofort auf und ist wunderschön. Außerdem finde ich, dass das Mädchen mit dem gestreiften Oberteil das ganze nochmal abrundet und perfekt macht. Außerdem hat es auch eine Bedeutung - also der Titel und das gestreifte Oberteil, die man während dem Lesen herausfindet. In der Klappe sind Gegenstände abgebildet und am Anfang fragt man sich wieso, aber das klärt sich im Laufe des Lesens. Ich fand das einfach genial. Das war schon bei "Mein bester letzter Sommer" so und ich habe mich so gefreut, dass es bei "Den Mund voll ungesagter" auch so war! Das freut einen beim Lesen einfach noch mehr und macht das Ganze einfach noch spannender!
Ich könnte einfach stundenlang über dieses Buch schwärmen! Denn ich liebe es einfach und es macht mich unendlich glücklich, dass es so ein wunderbares Buch gibt! Anne Freytag hat es geschafft mich erneut in den Bann zu ziehen, doch diesmal ist es noch besser als letztes Mal: denn diesmal bin ich mit einem Lieblingsbuch aus der Sache raus gegangen und am Liebsten würde ich das Buch jetzt gleich nochmal lesen. Es war also nicht nur Liebe auf den ersten Blick (wegen dem Cover), sondern auch Liebe auf den ersten Read!
Ich kann dieses Buch nur loben und weiter empfehlen. Man sollte es überall auf der Welt verbreiten, also muss es unbedingt übersetzt werden!!! Und es wäre doch genial, wenn Schüler in nicht allzu ferner Zukunft dieses Buch als Schullektüre lesen könnten. Ich habe das Bedürfnis mehrere Ausgaben dieses Buchs zu kaufen und sie an alle meine Liebsten zu verteilen, dass sie dieses Buch auch lesen!

So, ich musste auch mal zu einem Ende kommen, und zwar ist das die Bewertung: wie ihr entnehmen konntet bin ich grenzenlos begeistert von diesem Buch und ich gebe jetzt einfach unendlich viele Sterne!!! Wenn ihr es noch nicht getan habt, dann lest es, denn auch wenn es jetzt nur 5 von 5 möglichen Sternen hat: es ist eure Zeit definitiv wert und ihr werdet dadurch nur bereichert!

Ein einzigartiges Leseerlebnis!

Von: Nine_im_Wahn Datum : 18.05.2017

nine-im-wahn.blogspot.de

Beim LovelyBooks-Treffen der diesjährigen Leipziger Buchmesse war dieses Mal Anne Freytag zu Gast und hat von ihrem neuen Buch berichtet. Ich habe es zwar schon hier und da mal entdeckt, aber nicht wirklich Lust gehabt, es mir näher anzuschauen. Erst letztes Jahr wurde ihr Buch "Mein bester letzter Sommer" absolut gehyped und nach dem Lesen war ich dem Buch gegenüber zwar positiv gestimmt, konnte den Hype aber dennoch nicht komplett nachvollziehen. Sollte es bei diesem Buch auch wieder so werden? Doch dann sprach sie bei dem Treffen über ihr Buch und mit jedem Satz hat sie mich mehr in ihren Bann genommen. Es war etwas absolut Neues, sie selbst wusste zunächst nicht, wohin es führen sollte und aus dem Nachbarsjungen Alex wurde plötzlich Alex, das Mädchen von nebenan, in das sich Sophie schließlich verliebte.

Ich glaube, ich habe bisher noch nie ein Buch gelesen, in dem es komplett um Liebe zwischen Mädchen geht. Hier und da mal eine Fanfiction – ich habe auch ein paar Kurzgeschichten geschrieben – aber einen wirklichen Roman noch nie. Ich habe das Gefühl, dass es zu wenige Geschichten bisher gibt. Darum bin ich froh, dass sich Anne Freytag diesem Thema gewidmet hat und das auf so eine wunderbare Art und Weise. Es war leicht und locker, tiefgründig und melancholisch, leidenschaftlich und voller Leben. Ich habe ihr Buch verschlungen und konnte nicht genug davon bekommen. Zwei Tage bin ich vollkommen übermüdet zur Arbeit gewandelt, weil ich das Buch Abends einfach nicht aus der Hand legen wollte. Begleitet wurde es dabei von der wunderbaren Playlist, die Anne Freytag zusammengestellt hat. Alle diese Songs haben eine Bedeutung für Sophie und Alex und das fand ich so wunderbar.

Und jetzt möchte ich natürlich auch noch etwas zu den Beiden sagen. Sophie ist eine Zicke, oh ja, sie denkt selten an andere. Ihr Vater hat eine neue Frau gefunden und gemeinsam ziehen sie daher von Hamburg nach München und Sophie passt das absolut nicht. Auch wenn sie in Hamburg keine Freunde hatte, seit ihr einziger und bester Freund nach Paris gezogen ist, so will sie doch sicher nicht auf heile Familie mit der Neuen ihres Vaters machen. Also gibt sie alles, faucht und grummelt und macht einfach nur schlechte Laune. Dumm nur, dass die Freundin ihres Vaters echt super lieb ist. :D OH Mann, Sophie kann einem ja schon echt auf die Nerven gehen, aber ich konnte sie so sehr verstehen und habe sie echt immer angefeuert, wenn sie bissig war. Und dann ist da noch eine Seite an ihr, die sie nicht jedem zeigt, die in mir aber etwas bewegt hat. Sophie ist so ein verzweifeltes Mädchen, das sich selbst noch nicht gefunden hat. Doch dann lernt sie Alex kennen, die ihr zunächst eine gute Freundin zu werden scheint. Die Beiden entdecken so viele Gemeinsamkeiten an sich, lernen sich näher kennen und es gibt einfach eine so tiefe Verbindung zwischen ihnen Beiden, dass die Luft zu knistern scheint. Uah, es war so hammer, so elektrisierend, ja sogar erotisch.

Ihr merkt, ich bin begeistert von diesem Buch! Ja, ich war absolut gefesselt und konnte meine Finger nicht von dem Buch lassen. Aber dann flaute meine Leidenschaft gegen Ende doch leider etwas ab. Hach, es war gerade so schön, als es doch so ganz anders wurde. Bin ich zu verwöhnt? Mag sein. Das Ende war halt nicht ganz das, was ich mir erträumt habe. Doch immer noch denke ich mit so viel Wärme in meinem Bauch an dieses Buch und bin einfach nur glücklich. Ich wünschte mir jetzt fast, dass Anne Freytag doch noch einmal so ein Buch schreiben würde. Doch wahrscheinlich sollte sie es doch lieber sein lassen, damit "Den Mund voll ungesagter Dinge" ein wirklich einzigartiges Erlebnis bleibt.

Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: Madita Hofmann aus Krailling Datum : 13.05.2017

lucciola-test.blogspot.de/2017/05/books-anne-freytag-den-mund-voll.html

Die Protagonistin ist sehr eigensinnig, sturköpfig und pubertär. Klar, sie ist ja auch 17. Oftmals ist sie wirklich unausstehlich und geht mit den Menschen in ihrer Umgebung wirklich mies um, vor allem mit Lena, ihrer neuen "Stiefmutter", die sich wirklich Mühe gibt, ihr das Leben einfach zu machen. Sie ist also nicht gerade die klassische Sympathieträgerin, aber sie war gut und vielschichtig dargestellt und beschrieben. Wie alle anderen Charaktere der Autorin hat sie Ecken und Kanten und lässt sich nicht in eine simple Schublade einsortieren.

Die Denkweise von Teenagern ist meiner Ansicht nach super dargestellt und sehr realistisch. Ich hab mit Sophie gelacht und geweint, war wütend und traurig und zickig. Anne Freytag schafft es, den Leser mit den Personen fühlen zu lassen, und das obwohl die Charaktere allesamt keine typischen Sympathieträger und perfekten Protagonisten sind. Im Gegenteil. Aber genau das macht die Sache authentisch.

Sehr schade fand ich die Darstellung von Fremdgehen - das wird einfach als viel zu normal und als in Ordnung dargestellt. Fremdgehen ist schlichtweg niemals in Ordnung.

Der Schreibstil von Anne Freytag ist wunderschön und einfach zu lesen. Sie erzählt in vielen, wundervollen Metaphern, die das Leseerlebnis sehr steigern und einfach Spaß machen. Anne Freytag kann wirklich wundervoll schreiben!

Die Entstehung der Freundschaft und Beziehung zwischen Sophie und Alex ging mir teilweise zu schnell und zu unreflektiert. Die Erlebnisse der beiden sind toll geschildert und die beiden sind einfach süß zusammen, aber irgendwie hat da trotzdem etwas die Tiefe gefehlt. Ein Großteil meines Freundeskreises ist lesbisch oder schwul und sie alle haben eine lange Odyssee hinter sich, bis sie sich selbst darüber im Klaren wurden und vor allem bis sie es akzeptieren konnten. Und bis sie sich getraut haben, es ihrer Familie oder ihren Freunden zu sagen verging noch viel mehr Zeit.
Insgesamt wurde das Thema Outing hier viel zu wenig angesprochen und zu schnell abgehandelt. So etwas passiert nicht in zwei Zeilen und dann ist alles in Ordnung und jeder akzeptiert es und findet es gut - meistens läuft es leider ganz anders ab. Ich kenne viele, die von ihren Familien regelrecht verstoßen wurden oder die sich nur langsam wieder mit ihren Eltern aussöhnten. Oftmals hat es Jahre gedauert, bis die Eltern es einigermaßen akzeptiert haben.
Hier wurde leider viel Potential verschenkt und eine große Chance vergeben, die Problematik darzustellen, mit der Homosexuelle leider bis heute zu kämpfen haben. Das ist sehr schade, aber vielleicht ist es ein Anfang. Vielleicht ist es einfach das erste Buch seiner Art von einer deutschen Autorin und es werden weitere folgen. Autoren oder Autorinnen, die sich mehr trauen und reflektierter mit dem Thema umgehen. Die tiefer graben und weniger auf Klischees geben. Also vielleicht war dieses Buch einfach nötig, um den ersten Schritt zu tun.

Fazit

Trotz einiger Schwächen hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist fantastisch und die Denkweise von Teenagern ist sehr authentisch wiedergegeben. Leider wurde beim Thema Outing viel Potential verschenkt, da es zu schnell abgehandelt wurde. Ein bisschen mehr Problematik beim Erkennen der eigenen Sexualität, der Herausforderung der Akzeptanz, des Outings und der Nicht-Akzeptanz der Gesellschaft hätte hier nicht geschadet und aufgezeigt, wie schwierig es bis heute für die LGBT-Community ist.

Berührende Geschichte aus dem echten Leben

Von: Buchschatzjägerin Datum : 10.05.2017

https://buchschatzjaegerin.blogspot.de/

WORUM GEHT ES?

Sophie ist 17 Jahre alt, kurz vor ihrem Abitur und wird genau jetzt von ihrem Vater dazu gezwungen, von Hamburg nach München, zu seiner neuen Freundin und ihren zwei Söhnen zu ziehen. Davon ist Sophie natürlich alles andere als begeistert. Sie will keine neue Familie, will nicht für ein paar Wochen die Neue an ihrer neuen Schule sein und auch sonst nichts an ihrem Leben ändern. Immerhin ist doch alles gut so, wie es ist!
Irgendwie wünscht sie sich, dass ihr Leben um so vieles einfacher wäre. Dann müsste sie nämlich nicht ihr Leben in Hamburg hinter sich lassen, hätte noch eine Mutter, die sie nicht einfach so aus dem Staub gemacht hätte und ihr bester Freund Lukas wäre auch immer noch bei ihr und nicht bei seiner Freundin in Frankreich.
Doch Sophies Leben ist nun mal nicht so einfach und so muss sie in München komplett von vorne anfangen. Als sie dann aber das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt, scheint ihr neues Zuhause gar nicht mehr so schlimm zu sein. Durch Alex lernt Sophie Einiges, aber vor allem, dass "normal" für jeden etwas Anderes ist und dass "Anders sein" nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss.


REZENSION

Bereits kurz nach dem Erscheinen von Anne Freytags Den Mund voll ungesagter Dinge wurde der Roman viel diskutiert und kritisiert. Ich habe das zwar etwas verfolgt, wollte mir aber mein ganz eigenes Bild davon machen und habe deshalb auch ganz unvoreingenommen mit dem Lesen begonnen.
Besonders schön finde ich bereits die Aufmachung des Romans. Allein das Cover polarisiert bereits durch die Farbenvielfalt - dem roten Hintergrund, sowie der regenbogenfarbenen Schrift. Die Bedeutung des Rot und des abgebildeten Mädchens erfährt man innerhalb des Romans. Klappt man die linke Hälfte des Umschlags auf, sieht man ein paar Zeichnungen, die sich im Roman auch über den einzelnen Kapitelüberschriften wiederfinden. Jede dieser Zeichnungen hat etwas mit dem Roman zu tun und je weiter man liest, desto mehr findet man sie dort wieder. Im rechten Umschlag findet man zwei Playlisten, die man aus den Romanen von Anne Freytag bereits gewohnt ist. Die Songs der beiden Listen spielen auch in der Geschichte eine Rolle und begleiten das Geschehen ein wenig.

Der Roman ist mit seinen 400 Seiten wirklich schnell gelesen. Die Kapitel sind teilweise kurz und knackig, was aber keineswegs schlimm ist, denn mich hat das eher noch zum Weiterlesen animiert - ganz nach dem Motto: "Ach, ein Kapitel schaffe ich noch!". Die Geschichte wird aus Sophies Sicht, in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch erhalten wir beim Lesen ein viel tieferen Einblick in Sophies Charakter, was mir besonders gut gefallen hat. Sophies nachdenkliche Art, ihre Neigung zu viel nachzudenken, konnte man damit perfekt einfangen.
Für viele wirkt Sophie bestimmt nicht gleich sympathisch, kommt sie manchmal doch sehr mürrisch oder furchtbar stur daher. Doch gerade Sophie hat mir besonders gut gefallen, denn ich konnte mich ganz oft in ihr wiederfinden. Manchmal war ich wirklich total erschrocken, weil Sophie und ich uns wirklich in vielerlei Hinsicht ähneln. Aber gerade das hat mir das Gefühl vermittelt, dass die Autorin mich und natürlich auch all die anderen, die sich in Sophie wiederfinden, versteht.
Demnach waren Sophies Handlungen für mich eigentlich gut nachvollziehbar. Wenn man nicht weiß, wo man selbst hingehört und wer man selbst ist, dann ist man nun mal unzufrieden und macht Dinge, die man nicht tun sollte. Und man hält den Mund, wenn man es vielleicht nicht tun sollte. Für mich hat Anne Freytag diese innere Zerrissenheit und vor allem Sophies Drang, über alles nachdenken zu müssen, wahnsinnig gut getroffen und gerade das macht diesen Charakter so wunderbar echt.

Doch mir haben auch die anderen Charaktere gut gefallen. Ich bin ohnehin ein großer Fan von Freundschaften zwischen Mann und Frau, die ganz ohne sexuelle Anziehung auskommen. Kein Wunder also, dass mir Sophies und Lukas Freundschaft gefallen hat. Aber nicht nur das Zusammenspiel der Beiden gefällt, sondern auch, dass diese Freundschaft zeigt, dass man nicht immer ständig zusammen sein muss, um befreundet zu sein. Auch wenn die eine in Hamburg oder München wohnt und der andere in Frankreich, heißt das nicht, dass man unerreichbar ist und den Kontakt verlieren muss.
Besonders berührt hat mich jedoch Lenas Geschichte. Anfangs hatte ich sie völlig anders eingeschätzt, vermutlich eher so, wie Sophie sie gesehen hat. Doch als Lena sich Sophie öffnet und ihr ihre Geschichte erzählt, hat sich mein Bild von ihr wahnsinnig geändert und ich habe in ihr eine sehr starke, lebensfrohe und vor allem liebenswürdige Frau gesehen. Dadurch, dass die Geschichte aus Sophies Sicht erzählt wurde, konnte man auch gut mitbekommen, wie sich auch ihr Verhältnis zu Lena ganz schleichend verändert hat.
Natürlich hat auch Alex ihren ganz besonderen Charme mit in die Geschichte gebracht. Sie wirkte wie das coole, toughe Mädchen von nebenan. Es schien so, als wüsste sie ganz genau, wer sie war und wohin sie gehörte, ganz anders als Sophie. Doch Alex zeigt uns, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es ist einfach, nach außen hin so zu tun, als wäre alles perfekt, obwohl es das nicht ist.

Alles in allem beschreibt Anne Freytag in Den Mund voll ungesagter Dinge die Geschichte zweier Mädchen, die mich sehr berührt hat. Eine Geschichte aus dem echten Leben mit durchweg greifbaren Charakteren. Einer Protagonistin, die ihren Platz noch nicht gefunden hat und deshalb nicht weiß, wohin sie gehört oder ob sie überhaupt irgendwohin gehört. In erster Linie geht um die Liebe, jemanden zu lieben und zurück geliebt zu werden, weniger um die Frage nach der Sexualität. Es geht darum, sich selbst zu finden und dass man manchmal falsche Wege gehen muss, um den richtigen zu finden.
Ich habe mich in dem Roman sehr oft wiedergefunden, weshalb die Geschichte mich eindeutig in ihren Bann gezogen hat. Ich wünschte, es hätte diesen Roman schon eher gegeben, denn hätte ich ihn in Sophies Alter gelesen, als ich selbst eigentlich nur "normal" sein wollte, hätte mir Roman sicher gezeigt, dass man nicht zwanghaft andere zufrieden machen muss, wenn man selbst mit sich zufrieden ist.
Aber auch jetzt nehme ich Einiges aus dieser Geschichte mit - nicht zuletzt die Freudentränen nach Beenden der letzten Seite, weil ich selten eine so schöne, bewegende und vor allem echte Geschichte gelesen habe, die mich einfach nur glücklich gemacht hat.


FAZIT

Mit Den Mund voll ungesagter Dinge hat Anne Freytag einen All Age Roman geschrieben, der wahnsinnig vielseitig und schön erzählt ist. Die Autorin erzählt eine Geschichte aus dem wahren Leben, spricht eine wichtige Thematik an, die mit Höhen und Tiefen verbunden ist und einer Protagonistin, deren Innenleben vielleicht nicht für jeden, aber auf jeden Fall für mich zugänglich ist. Dennoch bin ich sicher, dass jeder sich irgendwo ein Stück weit in diesem Roman wiederfindet. Für mich ist dieser Roman definitiv einer meiner Highlights dieses Jahr, weshalb ich nicht weniger als fünf von fünf Sternen vergeben kann.

Feinfühles Thema, mitten ins Herz

Von: AntjeDomenic Datum : 07.05.2017

antjesbuechereckeundco.blogspot.de/?m=1

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre Ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophie´s Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend.
Bis ein Kuss alles verändert ...



Gestaltung des Buches: Durch das Rot des Buches, fällt es immer und überall auf, zurecht. Das Cover ist sehr gelungen und wirklich ansprechend. Das Mädchen mit dem Dutt habe ich sofort gemocht und es erinnert mich an die Autorin. Die Zeichnung wirkt realistisch und der Titel in Regenbogenfarben paßt zum Hintergrund.



Meine Meinung: Es war mein erstes Buch der Autorin und nach der tollen Lesung auf der Leipziger Buchmesse 2017 mußte ich es direkt Lesen. Es klingt vielleicht komisch, aber beim Lesen erinnerte ich mich sehr genau, wie die Autorin es vorlas. Es war mir sofort wieder warm ums Herz, denn den Schreibstil und auch das Vorlesen der Autorin ist einfach zum Wohlfühlen.

In das feinfühlige Thema, was aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, konnte ich mich direkt hineinversetzen. Die Schreibweise der Autorin ist für mich real und lebendig. Das Thema hat Anne Freytag super verdeutlicht und beim Lesen waren meine bildlichen Vorstellungen sehr reell. Ein Anzeichen, das dieses Buch mich berührt hat.

Die Handlung über die Erkundung der eigenen Sexualität ist besonders. Anne Freytag konnte es Umsetzen und bringt dies den Lesern nahe.

Leider ist dieses Thema nicht für jeden Menschen selbstverständlich, was ich sehr schade finde. Daher meinen Respekt, das Anne Freytag dies in einem Buch umgesetzt hat.

Von mir daher 5 von 5 * und das von ganzem Herzen!

Liebe Anne, ich wünsche Dir weiterhin wundervolle Momente beim Schreiben und das wir noch viele Deiner Bücher Lesen können!

Keine echte Rezension, nur meine bescheidene Meinung

Von: Danisnotontop aus Freiburg Datum : 06.05.2017

[enthält kleine Spoiler]
Ich habe das Buch gelesen, weil ich mich mit dem Klappentext identifizieren konnte. Die Autorin kannte ich nicht.
Nach all den Geschichten (und vor allem Fanfiction) zu gleichgeschlechtlicher Liebe, die ich im Internet gelesen habe, war das hier etwas ganz anderes. Man kommt durch drei viertel des Buches, ohne dass das Wort "lesbisch" erwähnt wird - lange nach dem ersten Kuss und auch dem ersten Sex von Alex und Sophie.
Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich bin schon lange raus aus dem Kleiderschrank, und zwar lange vor meinem ersten Kontakt mit anderen Mädchen. Ob es auch Leute gibt, die da tatsächlich so wenig darüber nachdenken, dass sie erst mal Sex haben und dann ihrer Sexualität einen Namen geben (oder auch nicht) - kann schon sein.
Aber Sophie denkt viel nach. Und die allermeisten Menschen, die durch ein Coming Out gehen, beschäftigen sich intensiv mit dem Thema, recherchieren online, entdecken auch Begriffe wie "Bisexualität" oder "Pansexualität" und können am Ende trotzdem zu dem Schluss kommen, sich kein Label zu geben.

Um all das ging es in dem Buch nicht. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, (und halte es aus Sophies Sicht auch für sinnvoll), deswegen fehlt ein Stern.
Und ich sage jetzt hier nicht, dass die Gedanken und Gefühle von Sophie zu ihrem Coming Out oder allgemein zum Wort lesbisch nicht nachvollziehbar waren, das waren sie. Es hätte nur mehr geben müssen.

Tatsächlich war das Buch aber in jeder anderen Hinsicht so großartig, dass ich es trotzdem sehr zu schätzen weiß. Der Schreibstil ist wirklich schön, ich glaube sogar, ich könnte ihn wiedererkennen, und die Handlung ist überzeugend und spannend.
Ich mochte Sophie, auch wenn sie am Ende nicht die war, mit der ich mich am meisten identifizieren konnte - das war Alex.
Es gab auch schöne Nebenfiguren, das größte Lob von mir geht aber an die beiden Hauptcharaktere Sophie und Alex.

Und es war tatsächlich nicht kitschig. Das muss man ihr lassen, es war wirklich romantisch und kein bisschen kitschig. Die Atmosphäre war toll, vor allem der Regen, aber eigentlich immer.
Im Gegensatz zu meiner Internetlektüre war es völlig anders. Die Menge an Sex war überraschenderweise ähnlich, aber weniger graphisch beschrieben als im Internet. Mit 14 hätte es mich vermutlich trotzdem sehr verunsichert.

Alles in Allem mochte ich das Buch sehr, auch wenn es nicht ganz das war, was ich erwartet hatte.

Über das Erwachsenwerden

Von: Jutta aus Dortmund Datum : 26.04.2017

Sophies Mutter hat sie und ihren Vater direkt nach der Geburt im Stich gelassen. Was für eine Mutter macht so etwas? Dementsprechend eng ist das Verhältnis zwischen Sophie und ihrem Vater. Doch nun ist ihr Vater mit Lena zusammen und die beiden ziehen 10 Wochen vor dem Abitur von Hamburg nach München um (hier ist das Buch doch unwahrscheinlich, denn wie kann man problemlos so kurz vor dem Abitur nach Bayern wechseln und dort das Abi machen? Die Voraussetzungen sind schließlich nicht identisch - aber das nur am Rande). Sophie hat keine Lust auf den Umzug, auch wenn ihr einziger Freund, ihr Seelenverwandter Lukas seit einiger Zeit in Paris bei seiner Freundin lebt. Die täglichen Skype Anrufe sind da nicht immer ein guter Ausgleich.
Die neue Freundin ihres Vaters möchte sie nicht mögen, genausowenig wie die Söhne von Lena, aber das ist einfacher als gesagt. Überhaupt ändert sich ihr Leben sehr. Und da ist auch noch ihre neue Freundin Alex, die im Nachbarhaus wohnt...

Anne Freytag hat wieder ein wunderbares Buch geschrieben über das Erwachsenwerden, über Liebe und Freundschaft und natürlich das Leben.
Die Selbstzweifel und Unsicherheit von Sophie werden gut deutlich, doch es gibt auch sehr viele schöne Momente.
Ein Schreibstil, der so leicht daherkommt, dass man in dem Buch versinkt und die Seiten nur so fliegen.
Trotz großer Gefühle kein kitschiges Buch mit Protagonisten, die nicht den Klischees entsprechen - wie sie selbst feststellen und wo die Autorin deutlich aus den Zeilen heraus spricht.
Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Anne Freytag.

Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: Rosisamazinglibrary Datum : 23.04.2017

https://rosisamazinglibrary.blogspot.de

Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag

Allgemeines
Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autorin: Anne Freytag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Genre: Jugendbuch
Preis: 14,99 €

Inhalt
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Meine Meinung
In diesem Buch geht es um Sophie. Sophies Mutter hat Sophie und ihren Vater nach ihrer Geburt sitzen lassen. Ihr Vater ist Chirurg und nur selten zuhause trotzdem zieht er Sophie alleine auf. Nach 17 Jahren trauter Zweisamkeit, zieht ihr Vater jedoch mit Sophie und gegen ihren Willen zu seiner neuen Freundin und ihren Kindern von Hamburg nach München. Dazu ist auch ihr bester Freund zu seiner großen Liebe nach Paris gezogen. Sie fühlt sich von allen im Stich gelassen und das passt Sophie gar nicht. Sie hasst alles in München und stellt sich komplett Quer. Doch dann lernt sie das Nachbarsmädchen Alex kennen und auf einmal gibt es doch etwas tolles in München. Sie verbringt sehr gerne Zeit mit Alex und auf einer Party kommt es dann zum Kuss...

Sophie ist ein 17 jähriges Mädchen, das schon viel mit machen musste in ihrem Leben. Sie wurde von ihrer Mutter verlassen und hasst sie dafür, doch gleichzeitig vermisst sie auch und das macht ihr mehr zu schaffen als sie eigentlich zugeben will, da sie die Frau ja nie wirklich kennen gelernt hat. Und seit ihr Vater eine neue Freundin hat, beginnt auch ihr Verhältnis zu ihm zu bröckeln und der Umzug gibt dem ganzen dann den Rest. Ihr bester Freund ist dazu auch noch nach Paris zu seiner großen Liebe gezogen. Sophie fühlt sich einfach nur allein, ungeliebt und weiß nicht was sie will und fühlt sich leer und versucht dies mit Sex mit verschiedenen Männern zu bessern. Doch danach geht es ihr noch schlechter. Erst als sie Alex trifft, beginnt sie wieder zu leben und sieht auch wieder das positive im Leben. Alex zieht Sophie mit ihrer lebensfrohen Art aus ihrem tiefen, dunklen Loch. Doch auch Alex hat private Probleme und zusammen helfen sie sich gegenseitig das gute in den Tagen zu sehen.
Alex mochte ich wirklich sehr, denn sie ist ein aufgeschlossener manchmal etwas überdrehter Mensch. Doch auch sie hat ihre Geheimnisse und Laster mit sich rum zu schleppen und je besser sie Sophie kennen lernt, umso mehr vertraut sie ihr und öffnet sich ihr gegenüber. Ich hatte den manchmal den Eindruck, dass auch Alex nicht wirklich weiß wo sie im Leben hingehört und kam mir manchmal etwas verloren vor.
Ich glaube auch deshalb können die zwei Protagonisten sich gegenseitig so gut helfen und ihr Leben gegenseitig bereichern. Sie machen das Leben des jeweils anderen um einiges besser, was man in der Geschichte wirklich sehr gut sehen kann und es ist schön mit anzusehen wie sie sich langsam verändern.

Die Geschichte wird aus Sophies Sicht erzählt und Anne Freytag hat es auch in diesem Buch geschafft eine schöne und spannende, reale Geschichte zu erschaffen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten was die Spannung an manchen Stellen noch weiter herausgezögert hat.
Trotzdem hat mir in dem Buch das gewisse etwas gefehlt. Ich konnte mich einfach nicht so gut hineinversetzten wie in das andere Buch „Mein bester letzter Sommer“ was ich von der Autorin gelesen habe. Ich konnte manchmal einfach gewisse Handlungen und Gedanken der Protagonisten nicht nachvollziehen. Trotzdem ist es mit so viel Gefühl und Liebe erzählt, dass man es einfach gelesen haben muss.

Das Cover finde ich sehr schlicht aber trotzdem schön auffällig was mir sehr gut gefallen hat! Und wie ich finde auch gut zu der Geschichte passt. Ich hätte es nur gerne in Gebunden und frage mich warum es nur als Taschenbuch herausgekommen ist. Was jedoch noch besser ist als das Cover, ist die Innengestaltung des Buches. Am Anfang des Buches gibt es kleine Zeichnungen, die alle eine besondere Beziehung zu der Geschichte haben und am Ende gibt es wieder eine sehr schön illustrierte Song Liste, mit Songs die alle im Buch vorkommen. Wie ich es schon aus dem anderen Buch der Autorin kenne (Und kleiner Fun-Fakt: Wer die Playlist hören möchte der findet diese unter dem Titel des Buches bei Spotify). Man merkt wie viel Mühe sich die Autorin gegeben hat und was alles dahinter steckt und dies ist auch das Resultat daraus. Ein wunderschönes und realistisches Buch, dass man in nur wenigen Tagen verschlingt.

Bewertung
Alles in allem handelt es sich hier um eine wirklich schöne Geschichte mit sehr viel Gefühl, die zum abschalten und abtauchen in ein anderes Leben einlädt. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen der gerne Liebesgeschichten und Jugendromane liest. Deshalb gebe ich diesem Buch auch vier von fünf Herzen.

Glaubwürdige Geschichte über gleichgeschlechtliche Liebe und die Erkundung eigener Sexualität

Von: Laura von Skyline Of Books Datum : 23.04.2017

skyline-of-books.blogspot.de/

Klappentext
„Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.“

Gestaltung
Da rot meine Lieblingsfarbe ist, finde ich das Cover natürlich ziemlich cool! Mir gefällt auch die Skizze des Mädchens mit Dutt sehr gut, da die Haare sehr realistisch gezeichnet sind und da das Mädchen vor dem einfarbigen Hintergrund gut zur Geltung kommt. Die Schrift ist zwar sehr gradlinig und einfach, fällt aber durch die Regenbogenfarben auf. Insgesamt gefällt mir das Cover sehr gut, auch wenn ich finde, dass der Titel vor dem roten Hintergrund besser zu lesen wäre, wenn der Titel etwas dicker geschrieben wäre.

Meine Meinung
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist mein erstes Buch von Anne Freytag, die schon durch ihren Jugendroman „Mein bester letzter Sommer“ große Bekanntheit in der Jugendbuchszene erlangt hat. Darum war ich natürlich sehr gespannt, was hinter all dem Lob für ihren Schreibstil und ihre literarischen Werke steckt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Sophie erzählt. Dabei fand ich es sehr beeindruckend, wie Anne Freytag erzählt, denn durch ihre Wort- und Satzwahl wurde die Geschichte für mich nahezu lebendig. Sie kombiniert lange und kurze Sätze und erzeugt so, wenn beispielsweise eine der Figuren rennt, das Gefühl, als würde ich als Leser mitrennen. So fühlte ich mich beim Lesen sehr nah an den Geschehnissen, denn sie wirkten für mich sehr real.

Die Handlung ist eine besondere, denn sie behandelt die Erkundung der eigenen Sexualität. Dabei wird hier besonders auf Homosexualität eingegangen, denn Sophie verliebt sich in ein Mädchen, in Alex. Diese Thematik ist zwar nichts Neues, denn sie findet sich heutzutage immer mal wieder in (Jugend-)Büchern, aber trotzdem ist es wichtig und gut, dass die Autorin es aufgreift. Viele junge Menschen sehen sich mit den Fragen, die sich Sophie im Buch stellt konfrontiert und darum bietet das Buch einiges Identifikationspotenzial.

Was ich sehr gerne an der Geschichte mochte war, dass ich durch Sophies Handlungen immer wieder überlegt habe, wie ich mich an ihrer Stelle verhalten würde. Würde ich genauso reagieren? Was würde ich an ihrer Stelle tun? Anne Freytag regt den Leser dazu an, sich intensiv mit Sophie und ihren Erlebnissen sowie Gefühlen auseinander zu setzen. Dabei fand ich es klasse, wie die Autorin Sophies Identitätskrise bzw. ihre Entwicklung dargestellt hat, denn dies war für mich sehr glaubhaft. Es kamen viele Gefühle vor, die man selber noch aus seiner Jugendzeit kennt: Glück, Unsicherheit, Zweifel, Liebe… Was mir vielleicht etwas zu viel war, war der Sex zwischen Sophie und Alex. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass sie sehr oft miteinander schlafen.

Sophie war für mich auch eine sehr realistische Protagonistin. Sie ist menschlich und reagiert so, wie 17jährige reagieren würden (oder wie ich in dem Alter vermutlich auch reagiert hätte). Da hier mit der gleichgeschlechtlichen Liebe etwas beschrieben wurde, das ich nie selbst so empfand, musste ich mich hier auch sehr auf Sophie verlassen, denn ohne sie, hätte ich nie einen Einblick in die Gefühlswelt eines Menschen, der sein Coming Out noch vor sich hat, werfen können. Dies hat die Autorin in meinen Augen sehr gut gelöst und beschrieben, denn ich habe zu keinem Zeitpunkt an Sophie oder ihren Handlungen gezweifelt. Sie erschienen für mich sehr authentisch.

Fazit
Mein erstes Buch von Anne Freytag hat mir sehr gut gefallen, denn der Schreibstil der Autorin hat mir die Erlebnisse der Figuren sehr nah gebracht. „Den Mund von ungesagter Dinge“ ist eine Geschichte über die Erkundung der eigenen Sexualität und über gleichgeschlechtliche Liebe, die aus meinen Augen sehr authentisch und glaubwürdig geschildert wurde, auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu viel Sex gab. Die emotionale Berg- und Talfahrt hat die Geschichte dafür aber sehr spannend gemacht und mir die Identitätsentwicklung von Sophie sehr glaubhaft dargestellt.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Liebe ist Liebe ist Liebe

Von: Sarah Rawrpunx Datum : 20.04.2017

rawrpunx.blogspot.co.at

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.


Ein kleiner Hype ist um dieses Buch entstanden und wie es so ist, siegt meine Neugier und ich muss es auch lesen. So war ich anfangs recht skeptisch, das Thema ist jetzt nicht neu aber schon nach ein paar Kapiteln war klar: Das kann was!

Der Schreibstil von Anne Freytag ist fesselnd, authentisch und schlicht. Die Geschichte ist weder überdramatisiert noch ins kitschige gezogen worden. Bei New Adult ist das ja immerhin so eine Sache. Eines davon, wenn nicht eh beides, hat man immer.

Aber man muss auch klar sagen, dass "Den Mund voll ungesagter Dinge" wirklich eine Geschichte über zwei Mädchen ist, die sich verlieben und die üblichen (Teenager) Probleme durchleben. Es ist definitiv keine Coming Out Story, hier wird nicht lang und breit über Vorurteile diskutiert oder das Gefühlsleben von lesbischen Frauen erklärt. Es ist ganz schlicht und einfach eine moderne Liebesgeschichte.

Und das ist gut so! Denn genau das ist es ja auch: normal.

Sophie zieht mit ihrem Vater von Hamburg nach München, zu einer neuen Familie. Ihre leibliche Mutter hat sie nie kennengelernt und so muss Sophie nun das schlimmste durchstehen. Eine neue Heimat, neue Schule, eine Stiefmutter und zwei Halbbrüder. Zudem ist ihr bester Freund nach Paris gezogen und kann ihr somit nur mehr über Skype Sessions beistehen. Ihre neue Nachbarin Alex lernt sie über ein witziges Ereignis kennen und wird von ihr gleich mal für Schule und Freizeit eingespannt. Die beiden kommen sich näher, doch Alex hat einen Freund und Sophie weiß diese neuen Gefühle erstmal nicht einzuordnen.

Die Autorin hat wirklich ein Händchen für gefühlvolle Situation, die einem erstmal völlig alltäglich erscheinen und einem dann voll eins auf die Tränendrüse hauen. Ich sag es gern nochmal, das Thema mag nicht neu sein, aber die Umsetzung allemal.

Aber dennoch gab es ein paar Punkte die mich ein bisschen störten. Zb der Spitzname für Sophie. Nope, dafür bin ich dann wohl schon zu alt. Auch die Erklärung, weshalb sie so genannt wird, machte es nicht besser. Auch ein Zitat fand ich unpassend, ich sag da nur Autobahn dazu. (Ich will nicht spoilern, aber nach dem Lesen wisst ihr bestimmt was ich gemeint habe.) Hätte man weglassen können.

Ansonsten kann ich nicht meckern, ein unterhaltsames New Adult Buch mit dementsprechender Handlung. Ich werde sicherlich noch das ein oder andere Buch von Anne Freytag lesen.

Die Augen voll ungeweinter Tränen

Von: Gisela Simak Datum : 18.04.2017

lese-himmel.blogspot.de/

Nachdem ich in das Buch hineingelesen habe, war ich mir sicher, dass mir das Buch gefallen wird. Mit einer so emotionalen Story habe ich jedoch nicht gerechnet. Es gibt viele Bücher, die den Leser mit auf die Reise nehmen. Nur wenige Bücher haben es jedoch bisher geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich ein Teil davon. Mir ging der alte Schlager von Chris Roberts durch den Kopf: >>Du kannst nicht immer siebzehn sein.<< Das stimmt! Aber, bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" war ich wieder siebzehn. 400 Seiten lang.

Sophie muss mit ihrem Vater von Hamburg nach München ziehen. Sie ist sehr unglücklich darüber. Ihr Vater Christian hat dort seine große Liebe gefunden. Sophie musste erst Abschied von ihrem besten Freund Lukas nehmen. Lukas hat seine große Liebe in Paris gefunden. Für Sophie ein schwerer Verlust. Lukas ist eigentlich das für sie, was man beste Freundin nennt. Sophie ist eine Einzelgängerin, mit vielen Gedanken im Kopf. Mit vielen ungesagten Dingen im Mund. Sie macht Dinge, die sie eigentlich nicht will. Lukas skypt mit ihr jeden Tag. Es ist für sie ein Ersatz, der sie mit Wehmut erfüllt.

>>Seit er weg ist, bin ich allein. Davor war ich einfach nur seltsam.<< (Seite 12)

Sophie verspürt Sehnsucht nach ihrer Mutter, die sie nie kennengelernt hat. Sie hat sie nach der Geburt verlassen. Sie kann nicht aussprechen, wie sie das mitnimmt. Sie erfindet Dinge, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat.

Sophie möchte Christians Freundin hassen. Das ist gar nicht so leicht. Lena ist eine warmherzige Person, die ihr Freiraum gewährt. Lena buhlt nicht um Sophies Sympathie. Lena ist einfach nur feinfühlig. Lena tut das, was ihre eigene Mutter versäumt hat: Sie ist für sie da.

Ich mag Sophie sehr gerne. Sie ist eine direkte Person; jedoch vermeidet sie, die Gefühle anderer Menschen zu verletzen. Sophie kann sich bei der Liebe nicht so fühlen, wie in ihrer Phantasie. Sophie tut Dinge, die sie eigentlich nicht mag.

Lena war mir von Anfang an sympathisch. Sie und ihre beiden Söhne, haben Sophie von Anfang an herzlich in die Familie aufgenommen. Bei Lena darf Mensch sein, wie Mensch ist.

Von Christian habe ich anfangs nicht viel gehalten. Er hätte seiner Tochter mehr helfen müssen. Ich verstehe, dass ein Chirurg wenig Zeit hat. Aber, mehr Mitgefühl hätte er Sophie schon entgegenbringen können.

Sophie freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Alex an. Alex hat einen Freund. Alex und Sophie sind von einander fasziniert. Auf einer Party müssen sie sich beim Flaschendrehen küssen. Von da ab ist nichts mehr, wie es vorher war.

Fazit:
Ich empfand Sophie sehr reif für ihr Alter. In der Schule bringt sie gute Leistungen. Mit anderen Menschen geht sie meist taktvoll um. Ihre neue Familie hat einen großen Fehler: Sie ist einfach nicht so schrecklich, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch der Mischlingshund Carlos bringt ihr uneingeschränkte Liebe entgegen.

Alex und Sophie verbringen wunderschöne zwei Wochen im Mai. Mit dem Roller fahren sie durch München und zum Zelten an einen See.
Ich hatte stets das Gefühl, mit dabei zu sein. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Besonders bei einer Szene, so ziemlich am Schluss. Ich habe ein wunderschönes Klavierstück gehört.
Ich habe vielen Songs aus Sophies Playlist gelauscht. Die Musik und diese wunderbare Geschichte, haben mich an allem teilhaben lassen. Der Schreibstil ist magisch. Emotional und ohne übertriebene Rührseligkeit. Aus der Sicht von Sophie erzählt.

Die Autorin hat ein brisantes Thema aufgegriffen. Sie räumt mit Vorurteilen auf. Sie gibt der Thematik die Selbstverständlichkeit, die sie auch verdient hat. Ihre direkte Ausdrucksweise gefällt mir. Sie schafft das, ohne dabei taktlos zu werden. Ohne die Romantik zu zerstören. Die Ernsthaftigkeit kommt voll zum Ausdruck. Der Sarkasmus von Sophie ist einfach nur köstlich.
Sophie gibt sich nach außen selbstbewusst und unnahbar. >>Es ist schwer, Schwäche zu zeigen, wenn alle denken, dass man stark ist.<< (Seite 290)

Ein Sommer in München mit Regen, Sonne, Lachen, Weinen und viel Liebe. Ein Sommer, der eigentlich nie vergehen sollte.

Einmal lag Sophie in ihrer "Dienstbotenkammer" auf dem Bett und hat ein Klavierstück gehört. Es war mein Lieblingsstück aus Sophies Playlist. Es hat die melancholische Stimmung von Sophie perfekt eingefangen. "Where is My Mind" von Maxense Cyrin. Warum Dienstbotenkammer? Also, das war so .....
Ach ... und Christian! Was ich dir noch sagen wollte ... am Ende fand ich dich super. Warum nicht gleich so?!

Danke Anne Freytag.

WAHNSINNIG GUT!!!

Von: Agathe Knoblauch Datum : 17.04.2017

https://www.youtube.com/channel/UCDd4-I59BhmFFSLJ33zuSpQ

Anne Freytag hat sich mit ihrem neuen Werk mal wieder selbst übertroffen! Sie geht unheimlich zart und bewusst mit einem empfindlichen Thema um und legt dabei einen zauberhaften Schreibstile an den Tag. Es war mal wieder ein Buch, dass ich am liebsten niemals mehr aus der Hand gelegt hätte!

Eine besondere und bittersüße Geschichte, die die Wahrheit sagen und nichts beschönigen will.

Von: Buchmagie Datum : 17.04.2017

https://m.facebook.com/buchmagie88


Das ist Sophie. 17 Jahre alt.
Von ihrer Mutter als Baby verlassen und seitdem auf der Suche diesen Verlust irgendwie auszugleichen.
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verkündet ihr Vater plötzlich, dass er mit Sophie von Hamburg nach München zu seiner neuen Freundin und ihren zwei kleinen Söhnen ziehen will. Aus ihrem alten Leben herausgerissen, fühlt sich Sophie wie der am meisten missverstandene Mensch auf diesem Planeten.
Was haben die Leute bloß immer mit dieser Liebe?
Sophie selbst war noch nie verliebt, es gab da schon ein paar Jungs, doch nach ihren Erfahrungen brachten ein paar Jungs auch immer ein paar Probleme mit sich.
Doch dann tritt Alex, das Nachbarsmädchen mit den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen, in Sophies Leben. Und dieses Leben wird besser und aufregender.
Bis ein Kuss alles verändert...

Schon im Vorfeld habe ich einige Meinungen zu dem neuen Roman von Anne Freytag "Den Mund voll ungesagter Dinge" zu lesen und zu hören bekommen. Und anders als bei ihrem Jugendbuchdebüt "Mein bester letzter Sommer" waren auch einige negative Stimmen mit dabei. Viele mochten die Protagonistin nicht, oder waren mit der Art und Weise nicht einverstanden, wie einzelne Themen in der Handlung angegangen wurden. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Meinungen war ich natürlich dementsprechend neugierig wie mir "Den Mund voll ungesagter Dinge" gefallen würde, und schlussendlich noch überraschter, dass es mir sogar besser als "Mein bester letzter Sommer" gefallen hat.

Dabei kann ich sogar die Kritikpunkte nachvollziehen, ich hatte auch meine Probleme mit Sophie. Ich fand sie egoistisch und konnte nicht fassen, wie sie in vielen Situationen reagiert hat. Kurz darauf habe ich mir allerdings schon wieder die Frage gestellt, wie ich reagiert hätte, wenn ich mit 17 Jahren, von der Mutter als Kind verlassen, von meinem Vater aus vertrauter Umgebung gerissen in eine fremde Stadt, in ein fremdes Haus mit fremden Menschen gezerrt worden wäre. Mit meinen 28 Jahren würde ich natürlich denken, dass mein Vater eine neue Liebe verdient hat, dass ich nun einmal jetzt zurückstecken müsste, um mich bestmöglich mit der neuen Situation zu arrangieren. Aber junge Menschen denken eben nicht so. Für sie ist so eine Situation die größte Ungerechtigkeit, die passieren kann, und da denkt man egoistisch und fühlt sich schlecht behandelt. Aus dieser Sicht betrachtet, fand ich Sophies Verhalten nicht unbedingt nachvollziehbar, aber doch realistisch. Sie ist nun einmal keine Protagonistin zum Liebhaben, sondern eine mit Ecken und Kanten, aber was ich allerdings noch einmal betonen möchte, mit vielen liebevollen Charakterzügen.

Und dann ist da noch die Geschichte an sich, die mich besonders im ersten Teil richtig verzaubert hat. Auf eine unglaublich liebevolle, zarte und vor allem ehrliche Art und Weise tastet sich die Autorin an das Thema gleichgeschlechtliche Liebe heran. Eine Liebe voller Missverständnisse, Emotionen und Glücksmomenten. Und- große Überraschung - plötzlich bekommen wir eine ganz neue Seite von Sophie zu sehen, die sich das erste Mal wirklich auf einen anderen Menschen einlässt. Beim Lesen habe ich die Momente, in denen sich Sophie und Alex begegnen richtig herbeigesehnt, weil es so gewirkt hat, als wäre bei beiden etwas kaputt gegangen, was nur der jeweils andere wieder reparieren kann. Und was war das für eine Anziehungskraft zwischen den beiden. Ich habe mich zwischendurch gewundert, dass die Funken nicht aus dem Buch heraus geflogen sind.

Anne Freytag ist eine ehrliche, leichte und zarte Liebesgeschichte gelungen, die auf jeder Seite ohne Kitsch auskommt. Zudem erzählt "Den Mund voll ungesagter Dinge" noch so viel mehr. Es geht um das Erwachsen werden, um die schwierige Findungsphase von Jugendlichen zwischen den Fragen "Wer bin ich?" und "Wer möchte ich sein?", es geht um Lebenssituationen, in denen man plötzlich völlig fremde Menschen als 'Familie' bezeichnen soll. Es geht um das Erleben, ums Bereuen, um das Entdecken und ums Glücklich sein.
Eine besondere und bittersüße Geschichte, die die Wahrheit sagen und nichts

Wichtiges und wunderbares Buch

Von: Rebecca Feist Datum : 15.04.2017

muffins-light-side.blogspot.de/

Cover:
Dieses Cover ist einfach wunderbar. Ich bin regelrecht verliebt. Das Rot ist total intensiv, ebenso wie die Geschichte. Der Titel ist in keiner einheitlichen Größe, als wäre er mutig und unsicher zugeich. Die Buchstaben sind nicht nur veredelt, auch der Farbverlauf bildet einen schönen Kontrast zum Hintergrund. Und der gezeichnete Hinterkopf? Einfach, aber wirkungsvoll!

Meinung:
Wenn Freytag draufsteht, muss ich es einfach lesen. Das liegt zum einen an der sympathischen Autorin selbst und zum anderen daran, dass mir bisher immer gefallen hat, was aus ihrer Feder kam. Dennoch hat mich dieses Buch überrascht. Überrascht, weil ich vorher nicht wusste, wie sich die Story entwickelt, denn ich machte mich ohne große Vorabinfo an diesen Roman.
Ich lernte also Sophie kennen, die gerade mit ihrem Vater zu dessen Freundin und deren Söhnen zieht. Schon diese ersten Szenen empfand ich als sehr emotional. Ich fühlte plötzlich die Wut und die Traurigkeit, hatte selbst das Gefühl, das 5. Rad am Wagen zu sein in dieser neuen Familie. Den Konflikt zwischen Vater und Tochter hat Anne Freytag sehr nachvollziehbar dargestellt.
Sophie hat mir als Charakter wirklich sehr gut gefallen. Der Leser merkt allerdings schon früh, dass sie nicht nur mit der neuen Wohnsituation unzufrieden ist. Ihr fehlt etwas. Keine konkrete Person oder etwas Materielles - eher ein Stück eigene Identität. Die findet sie als sie die Nachbarstochter Alex kennenlernt. Natürlich passiert das nicht über Nacht. Und genau das hat mir so gut gefallen. Da sind zwei Mädchen, die Freundinnen werden und schließlich mehr finden, als sie zu suchen glaubten. Sophies innere Zerrissenheit war deutlich zu spüren.
Anne Freytag schreibt locker, lustig und leicht, dabei aber auch sehr gefühlvoll. Ich vergaß sehr schnell, dass es hier um zwei Mädchen geht und sah nur noch die Gefühle zweier Menschen. Ich denke, dass es vielen Lesern so gehen wird wie mir. Ich konnte das Buch kaum beiseite legen.

Fazit:
Dieser Roman hat mich komplett abgeholt. Protagonisten und Handlung wirkten auf mich absolut authentisch.Gewohnt humorvoll, aber auch voller Gefühl erzählt Anne Freytag die Geschichte von Sophie und Alex. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Selbstfindung und auch Selbstakzeptanz.
"Den Mundvoll ungesagter Dinge" ist ein wichtiges Buch, finde ich und ich kann es euch ohne Wenn und Aber ans Herz legen. Klare Leseempfehlung!

Eine wunderbare Geschichte die einen nicht mehr los lässt

Von: Anni_book Datum : 11.04.2017

annisbookworld.blogspot.de/

Klappentext...
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Meine Meinung...
Als ich gesehen habe das es von Anne Freytag ein neues Buch gibt, stand für mich fest, dass ich es haben MUSS!
Und ich wurde nicht eine Sekunde enttäuscht.

Das Cover und die einzelnen Kapitel sind wunderschön gestaltet und die Playlist finde ich sehr gelungen. Ich habe mir beim Lesen einige der Lieder angehört und hatte dabei das Gefühl, ich würde neben Sophie sitzen.
Der Titel Den Mund voll ungesagter Dinge passt sehr gut zum Buch, denn man merkt das Sophie vieles sagen möchte und es dann doch nicht tut.
Der Schreibstil ist locker leicht und man kann das Buch super fix lesen.
Die einzelnen Charaktere werden einfach toll beschrieben. Nehmen wir nur einmal Lena als Beispiel.
Erst dachte ich da kommt eine Stiefmutter, wie wir sie aus vielen Büchern und Filmen kennen, doch das genaue Gegenteil war der Fall. Ich fand Lena von ersten Moment an Sympathisch.
Auch Sophies Vater wird toll beschrieben und ich konnte ihn in einzelnen Situationen wirklich sehr gut verstehen, in anderen dachte ich mir aber: „Sie ist deine Tochter, solltest du nicht versuchen sie ein bisschen mehr zu verstehen? Solltest du nicht mehr auf sie eingehen?

Zu Sophie kann ich nur sagen Ich liebe Sie! Sie ist ein so bezaubernder Charakter. Genau wie ihr bester Freund, der sie liebevoll „Flittchen“ nennt. Und auch Alex, alle drei werden mit so viel Liebe beschrieben, dass ich mich fühlte als würde ich dazu gehören.
Mit Sophie habe ich gelacht, geweint, gehofft und andere verflucht.
Sie versucht sich selbst zu finden und niemanden vor den Kopf zu stoßen und sind wir doch mal ehrlich, haben wir das nicht alle in unserer Pubertät versucht? Versuchten wir nicht alle jemanden zu gefallen und wollten wir nicht alle einfach wir selbst sein?

Das Thema, dass zwei Mädchen sich in einander Verlieben, habe ich so in noch keinem anderen Buch gelesen und fand es sehr gut gewählt!

Ich glaube, dass gerade junge Mädchen sich mit diesem Buch gut identifizieren können.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es euch nur empfehlen. Lasst euch von Sophie ihre Welt zeigen und vertraut darauf, dass sie das richtige tut

Du bist gut so, wie du bist! Schrei es in die Welt.

Von: Jil Aimée Datum : 11.04.2017

www.jilys-blog.com/

‚Den Mund voll ungesagter Dinge‘ bekam ich als Überraschungspost aus dem Heyne Verlag – und ich habe mich sehr darüber gefreut, da das Buch eh auf meiner Wunschliste stand. Ich weiß noch, wie mich das kleine Päckchen erreicht hat. Es war der perfekte Zeitpunkt. Auch für das Lesen dieser einzigartigen, echten und einfach absolut klaren Geschichte. Dazu aber gleich mehr.

Zunächst ganz kurz, was Inhalt der Geschichte um Sophie ist. Das ist nämlich der schöne Name der Protagonistin – und er geht unter die Haut, wie ihre Story selbst. Sophie steht für Weisheit, und genau das vermittelt die Geschichte auch. Die Weisheit, was es bedeutet zu wissen, wer man ist. Und dies auch sagen zu können. In die Welt zu schreien. Sophie ist einer dieser Namen, die zu meinen persönlichen Lieblingen gehören. Einfach, weil es sich richtig anfühlt. Und das tut es auch in Bezug auf den Charakter, den Sophie verkörpert. Sie ist 17 und muss unfreiwillig aus ihrer Heimat fortziehen. Ihr Dad hat sich neu verliebt. Und damit ändert sich nicht nur sein, sondern auch vor allem ihr Leben. Sie tauscht die eine Großstadt im Norden Deutschlands gegen eine andere im Süden. Sie muss neue Freunde finden. Sich ein anderes Leben aufbauen. Und erlebt dabei viele erste Male. Und das so knapp vorm Abitur. Natürlich weigert sie sich zunächst, ihre „neue“ Familie – des Vaters Freundin und deren Kinder – zu mögen. Sie gibt sich dabei alle Mühe, nur leider gelingt es ihr nicht. Sie wird sie mögen, ins Herz schließen. Alles verändert sich, sie sich selbst vielleicht am meisten. Vielleicht sieht sie sich selbst aber auch nur in der neuen Lebenssituation das erste Mal richtig – so wie sie ist. Entdeckt sich und immer wieder neue Seiten ihres Lebens, ihrer Person. Natürlich findet Sophie neue Freunde, allen voran ihre Nachbarin. Doch ist es wirklich nur Freundschaft, die die zwei verbindet? Findet es heraus und begebt Euch auf ein Abenteuer durch das Leben, das Erwachsenwerden und zu sich selbst ...

„Das Mädchen, das tief in seinem Inneren Angst davor hat, dass Verlassenwerden der rote Faden seines Lebens sein könnte.“

Anne Freytag erzählt mit ‚Den Mund voll ungesagter Dinge‘ eine in mehrere Monate gegliederte – ja für mich ist es eine besondere! – Coming of Age Story, die tief berührt, ungeschönt daherkommt und einfach in ihrer Klarheit und Echtheit überzeugt. Voll verwirrender Gefühle, die eigentlich nicht verwirrend sind, sondern nur dem gesellschaftlichen Label dessen unterliegen, was womöglich anders sein könnte. Anders sind wir aber alle und anders ist nicht schlecht. Das bringt diese Geschichte auf wunderbare Art und Weise zum Ausdruck. Sie handelt von Gefühlen, die echter nicht sein könnten und die den Weg zu sich selbst – in diesem Fall für Sophie – ebnen. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte eines Teenagers, der lernt, sich selbst so lieben, wie er ist. Denn erst wenn man sich selbst wirklich akzeptiert und liebt, können es auch die anderen tun. Egal, was die Welt vielleicht sagen könnte. Es ist eine Geschichte über Mut. Den Mut zu seinen Gefühlen zu stehen und Veränderungen anzunehmen. Sei es im Umfeld oder in sich selbst. Der Ton des Romans ist dabei entspannt und doch voller Tempo. Gehaltvoll, tiefschichtig und weitsichtig. Er wirkt in jeder Zeile ehrlich, und das überzeugt. Jeden Charakter des Buches kann man sich in seinem persönlichen Leben exakt so vorstellen. Mit all den Entwicklungen, Wendungen und Überraschungen. Daher hat man beim Lesen auch das Gefühl, auf Bekannte zu treffen. Das wiederum ist – denke ich – identifikationsstiftend für viele Leser.

„Die Luft ist noch getränkt von Leben. Sie ist wie eine Erinnerung, die man riechen kann.“

Anne Freytags neues Buch ist anders, auch als ich es erwartet habe. Dabei weiß ich gar nicht so genau, was ich erwartet habe. Ich musste es einfach lesen. Allein der Titel hat bei mir schon für Gänsehaut gesorgt. Es ist einer dieser seltenen Titel, die direkt etwas im Herzen auslösen, die man nicht mehr vergisst. Ein Titel, der eine Redewendung sein könnte. Ein Titel der einfach perfekt passt. Und das Cover ist einfach ein absoluter Hingucker. Rot wie die Lippen und doch bunt wie das Leben. Das Leben hat eben mehr als eine Farbe und ein Mensch mehr als eine Seite. Das alles drücken Titel und Cover und Geschichte für mich aus. Übrigens finden sich im Buch viele kleine Bildchen, die direkt verbunden mit dem Charakter von Sophie, ihrer Leidenschaft des Zeichnens und der Geschichte selbst stehen. Das finde ich einfach klasse. Es ist das Gesamtpaket, das mitreißt. Ja, das Buch ist einfach anders, auf eine sehr positive Art. Doch sind wir nicht alle anders. Mehr als das, zu dem uns Familie und Gesellschaft machen.

‚Der Mund voll ungesagter Dinge‘ ermutigt dazu, die Hauptrolle im eigenen Leben zu spielen. Es zeigt aber auch, wie schwer der Weg zu sich selbst sein kann. Vor allem im Erwachsenwerden. Sophies Geschichte hilft dabei, zu erkennen, wer man selbst ist – lange noch, bevor man es in die Welt schreien kann. Und dass man genau gut so ist, wie man eben ist. Das Buch macht frei von Labeln, auf geschickte und vielleicht auch provokative Art, denn die Prota verteilt ja einige davon, aber genauso bricht sie auch mit diesen, die unsere Gesellschaft eh schon zu sehr zerdrücken. Es ist einfach echt. Und absolut lesenswert.

Rezension: Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: everythingsadream Datum : 08.04.2017

everythingsdreamy.blogspot.co.at/

Klappentext:
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Eigene Inhaltsangabe:
Als die 17-jährige Sophie mit ihrem Vater von Hamburg nach München zu dessen neuer Freundin zieht ändert sich ihr Leben schlagartig. Es gab schon einige Jungs in ihrem Leben, aber Liebe? Fehlanzeige! Doch dann trifft sie in München auf Alex das Nachbarsmädchen und der Kuss zwischen Sophie und ihr stellt plötzlich ihre beiden Leben völlig auf den Kopf.

Meinung zum Cover:
Gleich zu Beginn möchte ich mal ein paar Worte zum Cover sagen, denn da hat sich wirklich jemand Gedanken darüber gemacht. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ganz normales Buchcover, doch auf den zweiten erkennt man einige Details.
Beginnen wir mal mit der Farbe des Covers: rot! Das rot könnte einerseits für die Wut, die Sophie zu Beginn verspürt stehen, oder auch für Liebe, denn rot ist ja bekanntlich die Farbe der Liebe.
Auf dem Cover sieht man außerdem ein Mädchen, das offensichtlich Sophie darstellen soll. Glücklicherweise sieht man das Mädchen aber nur von hinten, so dass sich der Leser trotzdem seine eigenen Gedanken machen kann, wie Sophie wohl aussieht.
Die Farbe des Titels ist in Regenbogenfarben geschrieben, was für Homosexualität steht.
Vor allem ersteres und letzteres sind Details, auf die man nicht sofort achtet, an denen man aber merkt, dass das Cover nicht nur irgendein Cover ist, sondern dass auch etwas dahinter steckt.

Meinung zum Titel:
Der Titel ist meiner Meinung nach auch wahnsinnig gut gewählt worden, denn Sophie hat den Mund wirklich voll ungesagter Dinge, was man im Laufe des Buches immer wieder merkt.

Meinung zur Idee:
Die Idee an sich ist wahnsinnig gut und hat mich auch direkt neugierig gemacht, denn ich habe schon viele Bücher über Liebe gelesen. Wenige davon handelten von zwei Jungen und kein einziges davon handelte von zwei Mädchen. Keine Ahnung warum es so gut wie keine Bücher darüber gibt, aber ich bin froh, dass Anne Freytag eines geschrieben hat, denn auch wenn Homosexualität mittlerweile etwas ganz normales sein sollte ist es das leider immer noch nicht und Menschen fühlen sich immer noch von der Gesellschaft dazu verpflichtet, sich zu outen.

Umsetzung:
Nachdem sich die Idee wahnsinnig gut angehört hat, war ich gespannt auf die Umsetzung. Ich muss sagen, es war anders als ich es erwartet habe, aber keineswegs schlecht. Die Umsetzung ist der Autorin also auf jeden Fall gut gelungen.


Meinung zum Schreibstil:
Der Schreibstil von Anne Freytag war so gut! Ich habe mit dem Buch angefangen und bin über die ersten 200 Seiten und auch die danach nur so geflogen und ich war einfach komplett in dem Buch gefangen. Keine Ahnung wie die Autorin es geschafft hat mich mit ihren Worten so zu fesseln, aber sie hat es getan und ich bin ihr wahnsinnig dankbar dafür, denn das ist genau das was ich am Lesen so liebe, wenn ich einfach komplett in eine Welt eintauchen kann und erst wieder auftauche, wenn ich mit dem Buch fertig bin. Aber nichtmal da bin ich aufgetaucht, da mich Anne Freytags Worte noch nachwirkend berührt haben.

Meinung zum Verlauf der Geschichte:
Nachdem ich die Punkte davor nur gutes zu berichten hatte, kommt hier erstmal ein wenig negatives. Aber keine Angst, das Buch war trotzdem wahnsinnig gut.
Ich fand nämlich dass sich die Geschichte zwischen Alex und Sophie anfangs schön langsam entwickelt hat, aber an einem gewissen Punkt ging es mir viel zu schnell und ich hätte mir persönlich einfach gewünscht, dass die Beiden es langsamer angegangen wären. Ist jetzt kein besonders schlimmer Kritikpunkt, aber das ist so das einzige, dass mich wirklich gestört hat.

Meinung zur Protagonistin:
Ich finde Sophie war wirklich eine tolle Protagonistin und mir ist es sehr leicht gefallen sie zu verstehen, ihre Gedankengänge nachzuvollziehen und sie vor allem ins Herz zu schließen. Diese Wut die sie zu Beginn des Buches verspürt hat, konnte ich gut nachvollziehen und auch diese Leere die sie verspürt hat, denn so ist es mir auch schon einmal gegangen. Sophie ist nicht perfekt. Sie hat Ecken und Kanten und genau das macht eine gute Protagonistin aus. Und auch wenn sie auf den ersten Blick schwach erscheint ist sie wenn man genauer hinschaut eigentlich stark.

Meinung zu Nebencharakteren:
Einer der wichtigsten Nebencharaktere ist natürlich Alex. Ich habe sie genau wie Sophie in mein Herz geschlossen. Das selbe gilt auch für Lukas, den besten Freund von Sophie.
Und ich fand die Entwicklung von Sophie's Vater auch schön zu sehen.
Generell haben alle Charaktere eine tolle Entwicklung hingelegt und Anne Freytag hat hier wirklich tolle Personen erschaffen.

Zitate:
Bis jetzt habe ich noch nie Zitate in Büchern makiert, aber ich möchte das ab jetzt machen und so ist dieser Punkt zustande gekommen. Also hier kommen die meiner Meinung nach fünf besten Zitate des Buches:
S.81: "Ach man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach"
S.195: "Und während er sich Viannes Antwort zuwendet, frage ich mich, wieso man eigentlich auf die Frage "Wer bist du?" mit seinem Namen antwortet. Ich meine, ein Name ist doch nicht alles was man ist. Klar ich bin Sophie, aber das sind tausend andere auch. Und keine von ihnen ist wie ich. Oder ich wie sie. Und trotzdem geben wir auf die Frage, wer wir sind, alle dieselbe Antwort. Sophie. Als wären wir unser Name. Ich bin Sophie, 17 Jahre und mache bald Abitur. Ist das wirklich alles? Bin ich nicht mehr als das?"
S.260: "Ich rede nicht von Sachen wie Jeans oder Schuhen, die man ab und zu wirklich braucht, sondern von dem ganzen Kleinkram, den man sich nur kauft, weil man insgeheim hofft, dass er einen glücklich machen wird. Wenigstens für den Moment. Wenn auch nur einen Wimpernschlag lang. Es waren Dinge, von denen ich gehofft habe, dass sie die Leere füllen, die mich manchmal komplett eingenommen hat. Aber das haben sie nie."
S.382: "Du und ich, wir sind sehr verschieden. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ich die Selbstsichere von uns beiden bin, aber auf den zweiten wird klar, dass du es bist - und das ganz ohne es zu merken. Ich bin viel weniger stark als du. Ganz im Gegenteil zu meinen Gefühlen zu dir.
S. 394: "Und ich bin lesbisch. Und ich bin nicht lesbisch. Und ich bin unsicher. Und ich bin selbstsicher. All das bin ich. Ich bin nicht nur eine Sache. Ich bin das alles. Und das ist erst der Anfang."

Fazit:
Nachdem ich viel Gutes über das Buch gehört habe und auch über ihr anderes Buch Mein bester letzter Sommer , welches ich leider immer noch nicht gelesen habe, und mir auch der Klappentext super gut gefallen hat, hatte ich wahnsinnig hohe Erwartungen an das Buch. Diese wurden auch defintiv erfüllt, bis auf den kleinen Kritikpunkt zum Verlauf der Geschichte.

Leseempfehlung?
Ich kann dieses Buch absolut jedem der es gerne lesen möchte nur weiterempfehlen!

Bewertung:
Natürlich bekommt das Buch von mir 5 von 5 Sterne!

ein ganz wunderbarer Roman

Von: Manja Datum : 04.04.2017

www.manjasbuchregal.de

Kurzbeschreibung
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.
(Quelle: Heyne Verlag)

Meine Meinung
Bereits vor „Den Mund voll ungesagter Dinge“ war mir Anne Freytag ein Begriff. Nun hatte ich die Chance ihr neuestes Werk zu lesen. Der Klappentext und das Cover machten mich sehr neugierig, so begann ich gespannt mit dem Lesen.

Die Protagonistin Sophie hat mir auf Anhieb sehr gefallen. Sie ist sehr direkt und ihr Kopf ist voll mit Dingen, die niemals raus dürfen. Man kann sich als Leser hier sehr gut mit ihr identifizieren. Sie ist 17 Jahre alt und gerade erst mit ihrem Vater von Hamburg nach München gezogen. Man begleitet sie als Leser wie sie Erfahrungen macht und auch Fehler. Auf mich wirkte sie authentisch und sehr glaubhaft, eben jemand den man gern haben muss.

Neben Sophie mochte ich Alex noch sehr gerne. Sie ist lebensfroh, fröhlich und richtig klasse beschrieben.
Weniger gemocht habe ich sowohl Nik als auch Clemens. Beide wirkten auf mich irgendwie unsympathisch, sie sind Menschen denen ich auch so nicht unbedingt gerne begegnen möchte.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht und flüssig zu lesen. Bereits nach ein paar Seiten hatte Anne Freytag mich gefangen genommen und erst am Ende kam ich wieder in der Realität an.
Geschildert wird das Geschehen aus Sophies Sichtweise, was sie dem Leser noch viel näherbringt. Man bekommt so einen richtig guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.
An die Handlung hatte ich so einige Erwartungen und ja sie wurden erfüllt. Mehr noch, das Buch hat es geschafft sie zu übertreffen. Es geht hier um ein Thema, das eigentlich normal ist, irgendwie aber auch als etwas betrachtet wird, das nicht sein sollte. Anne Freytag schafft es hier sich die gleichgeschlechtliche Liebe authentisch rüberzubringen. Man merkt sie hat sich mit diesem Thema genauestens befasst, hat recherchiert, sich der Menschen angenommen.
Es geht hier emotional zu, es werden auch Dinge wie Freundschaft und Familie aufgegriffen.

Das Ende ist einfach perfekt. Es schließt das Buch sehr gut ab, macht es rund. Und die Playlist ganz am Ende unterstreicht die Geschichte wirklich super.

Fazit
Kurz gesagt ist „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag ein Jugendroman, der mich von Beginn an fesseln konnte.
Wirklich vorstellbare Charaktere, ein leicht und flüssig zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die sich nicht nur mit den Themen Familie und Freundschaft befasst sondern auch ein Tabu-Thema, das keines mehr sein sollte, aufgreift, haben mich ganz wunderbar unterhalten und mich rundum überzeugt.
Wirklich zu empfehlen!

Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: Vanessa Chase Datum : 03.04.2017

acityofbooksblog.blogspot.de

Autorin: Anne Freytag
Preis: 14,99€
Verlag: Heyne Verlag 2017
Seitenzahl: 399 Seiten








Klappentext

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis aus Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert…

Meinung
Das Cover ist einfach nur traumhaft schön! Ich liebe es. Auch die Innengestaltung ist wunderschön! Würde schon wieder zu eines der Cover-Kauf Bücher gehören. :D

Der Titel passt auch super zu dem Buch.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Man kam wirklich sehr schnell durch. Ich habe dieses Buch in 2 Tagen durchgelesen und konnte es gar nicht aus der Hand nehmen. Allerdings haben mich ein paar Wörter gestört die Anne Freytag in diesem Buch benutzt hat. Das empfohlene Alter ist 14 und ich bin mir nicht sicher, ob es da passend ist.. Meiner Meinung nach sollte es erst ab 16 sein.

Ich muss sagen, dass ich dachte das Lena zu der fiesen Stiefmutter Sorte gehörte und ich dann wirklich froh drüber war, dass es einmal nicht so ist. Sie war mir in diesem Buch die Sympathischste von allem. Allgemein passen aber die Charaktere zu diesem Buch wirklich gut.

Es geht darum, dass Sophie von Hamburg nach München zieht, mit ihrem Vater und es ihr überhaupt nicht passt. Sie fühlt sich dort sehr einsam und am falschen Platz. Sie kann Lena überhaupt nicht leiden, obwohl sie total nett zu ihr ist. Sophie schläft mit Jungs, aber fühlt sich danach immer so leer. Dann trifft sie auf das Nachbarsmädchen Alex und alles verändert sich..

Man konnte in diesem Buch merken, dass Sophie in der Pubertät ist, denn sie fängt oft an sich mit ihrem Vater zu streiten, findet vieles doof, vieles passt ihr nicht usw... Sie verschweigt auch vieles, anstatt es laut auszusprechen, weshalb der Titel auch gut zu dem Buch passt. Sophie kam mir sympathisch rüber, aber manchmal dann auch irgendwie nicht, bei dem was sie manchmal tut.. Ich habe mitgelacht und mitgeweint bei Sophie.

Ich denke, dass das Thema sehr wichtig ist, vor allem für junge Leute. Dennoch ist es heutzutage oftmals noch ein Tabu-Thema.. In diesem Buch wurde es sehr toll umgesetzt.

Außerdem finde ich, dass das Buch zeigt, das man sich in die Person liebt und da ist es egal, ob es dasselbe Geschlecht ist.

Dieses Buch zeigt das Leben einer Jugendlichen, also eine Mischung aus Liebe, Freundschaft, Familie und natürlich auch die Probleme.

Fazit
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil war super, die Handlung toll und dazu auch prima umgesetzt. Das Einzige was ich zu bemängeln habe, ist die Wortwahl, die ab und zu vielleicht nicht so passend waren für ein Jugendbuch ab 14.

Bewertung
5 von 5 Sternen

Extras
1. Alex war ursprünglich ein Junge, aber dann hat die Autorin es geändert.
2. Das Buch beinhaltet eine Playlist.

LOVE!

Von: N.A. Datum : 01.04.2017

www.youtube.com/nicoabrell

Ich kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen! Die Geschichte ist wirklich außergewöhnlich und wunderschön geschrieben und ich kann sie auch jeder Altersgruppe empfehlen!
5/5 Sterne!
ICH LIEBE DIESES BUCH SOOOOOOO SEHR

Schwierig.

Von: Influenza Bookosa Datum : 01.04.2017

influenza-bookosa.de/den-mund-voll-ungesagter-dinge-anne-freytag/

Anne Freytags Buch hat Ecken und Kanten. Und wie das mit Ecken und Kanten so ist, werden sich die einen mehr und die anderen weniger an ihnen stoßen. Vom Spitznamen „Flittchen“, über viel Sex ohne Verhütung und Fremdgehen ohne schlechtes Gewissen, bis hin zu voreingenommenen Teenager-Highschool-Gezicke, es ist für jeden etwas dabei. Ich für meinen Teil, bin zu dem Schluss gekommen, dass es bei all dem um zwei Dinge geht. Die Hauptthematik, die die Autorin aus meiner Sicht nur oberflächlich angeschnitten hat, und um die Frage: Kaufe ich ihr die Geschichte ab? Glaube ich, dass diese Dinge, über die sie schreibt, so passieren? Ist das alles echt? Für mich gibt es hier nur ein klares Ja. Ja, Dinge geschehen so, auch wenn sie mir nicht gefallen. That’s life.

Eine wundervolle Geschichte

Von: pia_liest Datum : 30.03.2017

pia-liest.blogspot.de/?m=0

Das Cover des Buches gefällt mir schon mal richtig gut. Es ist einerseits schlicht, andererseits aber wegen den kräftigen Farben auch auffällig. Von innen ist das Buch mit vielen Zeichnungen und einer Playlist wirklich liebevoll und einzigartig gestaltet.

Als ich einmal in der Geschichte drin war, hat mich der flüssige, leichte Schreibstil förmlich mitgerissen. Ich habe das Buch fast an einem Stück verschlungen und habe alles andere komplett ausgeblendet. Wie auch in "Mein bester letzter Sommer" ist der Schreibstil der Autorin sehr bildhaft und die ganze Geschichte wirkt daher richtig "lebendig".

"Figuren, die so echt sind, dass sie einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mit echten Problemen und echten Abgründen.
Wenn ich einen Film schaue oder eine Serie oder eben ein Buch lese, dann will ich, dass es sich so anfühlt, als wäre ich Teil der Handlung. Wie eine unsichtbare Nebenfigur. Ich will vergessen, dass jemand sich das alles nur ausgedacht hat."
S.294

In diesem Buch traut sich Anne Freytag an ein Thema, von dem es im deutschen Bereich fast gar keine Bücher gibt. Eine Geschichte in der es darum geht, dass zwei Mädchen/Frauen einander lieben.
Die Autorin hat dieses Thema meiner Meinung nach perfekt umgesetzt. Der Autorin zeigt, dass es egal ist, wen man liebt, dass man nicht so engstirnig sein sollte und anderen Menschen Akzeptanz entgegenbringen sollte.

Am Anfang des Buches verhält sich Sophie wie eine trotzige 17-jährige und findet in München grundsätzlich alles blöd. Egal wie sehr sich Lena, die Freundin ihres Vater, bemüht, macht sich Sophie erst gar nicht die Mühe sie kennen zulernen. Mit den beiden jüngeren Söhnen versteht sich Sophie allerdings von Anfang an richtig gut und auch der Hund der Familie Carlos wächst Sophie sofort ans Herz. Die Autorin hat die Nebencharaktere der Geschichte wirklich gut ausgearbeitet und rundet die Geschichte damit perfekt ab.
Doch je länger Sophie in München lebt, taut sie immer mehr auf und als sie dann Alex kennen lernt, beginnt sie sich dort richtig wohl zufühlen.

"Das Schlimme daran, Menschen so sehr zu lieben, ist, wie sehr man sie vermisst, wenn sie nicht da sind."
S.208

Sophie hat mir als Protagonistin direkt von Anfang an gut gefallen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und habe ihre inneren Konflikte wirklich nachvollziehen können.
Als Sophie das Nachbarsmädchen Alex kennen lernt, ist sie ihr auf Anhieb sympathisch und die beiden freunden sich an. Doch Alex geht Sophie gar nicht mehr aus dem Kopf und sie muss ständig an sie denken. Mehr als nur an eine gute Freundin. Der Kuss von Sophie und Alex ändert dann alles zwischen den beiden. Sophie muss lernen mit ihren Gefühlen umzugehen und der Wahrheit ins Auge blicken.

"Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück. Manchmal wünschte ich, sie würden endlich überlaufen. Aber dann lasse ich es doch nicht zu."
S.254

Fazit:
Eine perfekte Geschichte für den Frühling und Sommer. Dank des grandiosen Schreibstils fliegt man förmlich durch die Geschichte. Die Charaktere und generell die ganze Geschichte fühlen sich so echt und authentisch an, dass ich, obwohl ich das Buch schon vor ein paar Tagen beendet habe, immer wieder an die Geschichte denken muss. Das zeigt nur nochmal, wie gut mir das Buch gefallen hat und ich werde es bestimmt bald nochmal lesen.
Von gibt es eine klare Leseempfehlung. "Den Mund voll ungesagter Dinge" ist damit mein Highlight aus dem Monat März.

Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Eine tolle, besondere und süchtig machende Liebesgeschichte

Von: Ruby Datum : 29.03.2017

tintengewisper.blogspot.de/

Cover

Im Grunde ist das Cover natürlich wirklich eher einfach gehalten. Auch wenn durch die Farbe natürlich sofort eine Signalwirkung entsteht. Dennoch hat er bei mir irgendwie gleich einen Nerv getroffen. Vielleicht lag es auch am Titel. Immerhin kennt das sicher jeder. Wenn man den Kopf voller Worte hat, aber schon weiß das es entweder unpassend wäre die nun auszusprechen, oder man zu Mister und Miss unnett gekürt wird.



Handlung

Sophie hasst einfach alles hier in ihrem neuen Zuhause, das einfach nicht zu ihr passen will. Das Haus, ihre neue Stiefmutter, München. Vielleicht sind der Hund und ihre kleinen neuen Brüder keine vollendeten Minuspunkte. Aber der Rest. Sie hasste das alles hier. Wollte das alles hier hassen. Doch dann trifft sie durch einen recht peinlichen Zufall die Nachbarstochter Alex und ihre Freunde. Irgendwie schafft sie es sich da nicht vollkommen zurückzuziehen. Denn Alex ist recht hartnäckig und nett und als auf einer Party etwas passiert, weiß Sophie plötzlich nicht mehr ein noch aus.
Alles scheint neu. Anders.
Ist sie irgendwie seltsam?
Oder kommt doch alles zu einem guten Ende.


Charaktere

Sophie ist wie so viele Mädchen und ich selber auch. Direkt, mit so wahnsinnig vielen Gedanken im Kopf, die nie hinaufdürfen. Mit tausenden Fragen zur Welt, dem Leben, den ersten Schmetterlingen im Bauch. Kurz um, sie ist ein Mädchen, mit denen sich wahnsinnig viele sehr leicht identifizieren können. Einfach mit Macken, Kanten, Ecken und Launen. Auch Alex fand ich toll. Ein Mädchen, das viel versteckt hält und heile Welt spielt, was aber wirklich los ist, zeigt sich erst. Gleichzeitig steigen die Probleme, denn eigentlich ist da noch Clements, ihr Freund.

Mein Liebling der Nebencharas war übrigens Lukas. Ein so toller Junge, den ich einfach mögen musste. Er war für seine beste Freundin da. War cool. Verständnisvoll und rundete das so genial ab. Diese Beziehung zwischen ihm und Sophie ist wirklich eine sehr besondere. Ich glaube, einem Band von ihm wäre ich auch nicht abgeneigt.



Schreibstil

Von den ersten Seiten an bin ich vollkommen fasziniert von diesem Buch gewesen. Einfach weil irgendwie alles gestimmt hat. Die Charaktere, aber vorallen dieser tolle Stil. Ehrlich, wie erlebt sozusagen.. Einfach toll. Die Charaktere werden durch fließende Dialoge, haltlose Gedanken und eine Natürlichkeit so wunderbar lebendig. Der Stil der Autorin verlieht jeder Szene diese Nähe, das ein hineinversetzen so einfach ist. Ich fieberte mit, konnte mir ein verzücktes Quietschen nicht verkneifen, wenn die Spannung bis zum nächsten Gipfel kaum erträglich war.
Ich habe dieses Buch nicht nur gelesen, ich habe darin gelebt. Mit den Charakteren, mit den Gefühlen. Traumhaft.


Meinung

Dieses Buch enthält eine besondere Liebesgeschichte. Eine Geschichte so zartfühlend erzählt wie Libellenflügel. Mit Worten, die die Verwirrung aufzeigen, die Gefühle, die Unsicherheit. Was es heißt nicht dem "typischen" Muster zu entsprechen. Und ich habe jede Seite wahnsinnig geliebt. So sehr, das ich das Bedürfnis hatte, mir das Buch einzuteilen damit es länger hält und doch gleichzeitig wissen wollte, wie es weiter geht.
Fantastisch.
Jeder der also eine tolle, tiefgründige, fantastische Liebesgeschichte lesen möchte, greift einfach mal nach diesem Buch. Lässt sich fallen und bekommt dieses zufriedene Lächeln nicht aus dem Gesicht.

Das einzige was mich etwas gestört hatte, war das ein Typ relativ hartnäckig um Sophie herumgetänzelt ist und dann aber einfach so aus dem Blick verschwunden war. Das hätte man vielleicht etwas eleganter Lösen können. Wirkte für mich so als wäre einfach etwas vergessen worden. Er war zwar ein Idiot, aber hat er das verdient??

Rezension: "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag

Von: Anna Neumann Datum : 29.03.2017

https://inkofbooks.wordpress.com

Ich habe irgendwie ein Händchen dafür, mir vielversprechende Bücher auszusuchen, die dann überhaupt nicht meinem Geschmack entsprechen. Wie auch immer ich das gerade hinbekomme.

Ich wollte also UNBEDINGT „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag lesen, weil es sich so toll anhört: Ein Mädchen, was umziehen muss, sich in der neuen Stadt mit neuer Familie zurechtfinden muss und gleichzeitig entdeckt, dass sie auf ein Mädchen steht, was völliges Neuland für sie ist.

Momentan ploppen immer mehr der „Diversity“-Bücher auf, denn das Thema interessiert offenbar viele und das auch zurecht. Denn wenn nur weiße, heterosexuelle Mädels und der obgligatorische Bad Boy in einem Buch existieren, schließt das schon ziemlich viele, ziemlich coole Menschen aus.

Also hoffte ich, dass das Thema Repräsentation, die Angst vor Andersartigkeit, die Gedanken über die Sexualität hier gut eingefangen wären.

Aber: Pustekuchen.

Bibliographische Daten:

Autor: Anne Freytag
Genre: Jugendbuch, LGBT
Verlag: heyne fliegt
Seitenzahl: 395 S.

Kurzbeschreibung:

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend.

Bis ein Kuss alles verändert…


Vielen Dank an den Heyne-Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Eigene Meinung:

POSITIV

Denkweise von Teenagern ist gut repräsentiert!

Ich bin selber noch Teenager, dementsprechend kann ich an diesem Punkt wirklich sagen: Die Denkweise von Teenagern ist wirklich sehr gut abgebildet.

Die Versagensängste, die verschiedenen Stufen der Einsamkeit, der Suche nach sich selbst, der Ablösung von den Eltern und natürlich der immer währende Leistungsdruck wurden in diesem Buch gut dargestellt und manche Gedanken hätten original aus meinem Kopf stammen können.

Man kann also durchaus sagen, dass die Denkweise von Jugendlichen supertoll eingefangen wurde und dem ganzen eine Authentizität verleiht, die bemerkenswert ist.

Viele wunderschöne Metaphern!

Der Schreibstil in diesem Buch ist wirklich bemerkenswert. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich darüber gestaunt habe, wie passend und vor allem gut ausgearbeitet die verschiedensten Metaphern sind, wie toll die Autorin formulieren konnte und wie flüssig die Sätze ineinander verflossen sind.

Am Schreibstil sind mir wirklich kaum Mängel aufgefallen, er hat tolle Bilder erschaffen, Kontraste und Gegensätze aufgezeigt und natürlich viele Filme im Kopfkino erzeugt.

Zum Schreibstil kann ich nur sagen: YESSAH! Ganz toll!

Charaktere mit Ecken und Kanten

Auch wenn ich es nicht so recht zugeben will (für Näheres den negativen Part lesen), haben Freytags Charaktere Ecken und Kanten. Sie sind in keinem Fall glattgebügelt, lassen sich nicht in Schubladen einsortieren und haben alle ihre Macken, ihre Fehler und das macht sie absolut menschlich und natürlich auch authentisch.

Gerade Sophie mit ihren negativen Gedanken, ihrem Sarkasmus, ihrer direkten Art aber auch der gleichzeitigen Verschlossenheit, hat mir sehr gut gefallen, auch weil sie viele Fehler macht, die man nicht gut finden muss, aber (meistens) wenigstens nachvollziehbar sind.

Viele süße Insider und eine tolle Freundschaft

Auch die Freundschaft zwischen Sophie und Alex hat mir total gut gefallen. Die beiden entwickeln sich in ihrer Beziehung immer weiter, erleben Vieles zusammen, und haben bald eine ganze Liste von Dingen, die sie aneinander knüpfen und mit denen sie tolle Geschichten verbinden.

Die Entstehung und Fortführung dieser Freundschaft erschien mir nicht immer logisch, ging mir manchmal zu schnell und zu unreflektiert, aber ansonsten waren es sehr süße und tolle Gespräche, die die beiden führten und die Erlebnisse, die die beiden hatten waren auch toll geschildert.

NEGATIV

The Fuck? Was ist das für eine Repräsentation?

Das größte Problem mit diesem Buch ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das hier eine angemessene Repräsentation der LGBTQ-Community (vor allem dem L-Teil) ist, denn ganz ehrlich: Nein.

Vorweg: Ich kenne niemanden, der lesbisch ist, ich bin selber rein hetero, habe also keine Referenzen um meine Behauptungen zu belegen. Ich bitte also um Erklärung, falls irgendetwas hier von so nicht stimmen sollte. Aber hier ist meine Meinung aus der Sichtweise, dass gerade LGBT-Jugendbücher Akzeptanz und Mut vermitteln sollen:

Wenn jemand im gesamten Buch nicht akzeptiert, dass sie lesbisch ist, wenn sie selbst es nur als Phase abtut, wenn sie original sagt: „Es hat Vorteile, sich in ein Mädchen zu verlieben. Aber ich befürchte, die Nachteile überwiegen.“, dann sitze ich fassungslos in meinem Lesesessel.

Wenn es in der Hälfte des Buches nur darum geht, wie absolut toll der Sex mit einem Mädchen ist, wie sie miteinander rummachen und generell eh nur an sich interessiert sind, wenn der lesbische Sex als Heilung dargestellt wird, ganz nach dem Motto: Wenn du Sex mit Jungs nicht magst, dann schlaf halt mit einem Mädchen.

Wenn die Mädchen sich nicht prinzipiell lieben, sondern eher nur zusammen schlafen, weil es halt so toll ist, wenn Homosexualität immer noch rückständig als verpönt dargestellt wird, dann habe ich damit grundsätzlich Probleme.

Ich wollte dieses Buch lieben, aber gerade diese Dinge haben es für mich wahnsinnig schwer gemacht, denn das kann ich einfach nicht akzeptieren.

Schon wieder: Betrügen, Hintergehen, FREMDGEHEN!

Ich habe es schon so oft kritisiert, aber dieses Mal muss ich es hinaus schreien:

WARUM DENKEN AUF EINMAL ALLE JUGENDBUCH-AUTOREN, DASS ES OK WÄRE, DEN PARTNERN FREMDZUGEHEN? UND DAS ES ABSOLUT KEIN PROBLEM WÄRE?

Klleine Sache: Fremdgehen ist scheiße. Egal unter welchen Umständen. Sei doch wenigstens ehrlich mit deinem Partner und sag ihm, dass es jemand anderen gibt. Versteck es nicht hinter seinem Rücken und benimm dich wie der letzte Hinterwäldler.

Ich weiß nicht, wie oft ich es noch betonen muss, aber fremdgehen ist ein No Go. Basta!

Es macht die ganze Sache natürlich auch nicht besser, dass Alex einen Freund hat, der aber während der ganzen Aktivitäten mit Sophie einfach mal vergessen wird und als Alibi herhalten muss, weil sie sich nicht traut, es offen zuzugeben

Kein Umgang mit dem Outing oder den Folgen

Wenn man an ein Buch denkt, dass sich mit anderen Sexualitäten von Jugendlichen beschäftigt, denkt man doch immer, dass das Outing behandelt wird. Die Folgen davon, der Umgang des Umfeldes damit, das Gefühl, offen da zu stehen und sich selbst entblößen zu müssen.

Nichts davon wird in diesem Buch angesprochen.

SPOILER!

Das Outing passiert zwei Zeilen vor dem Ende des Buches und auf einmal macht es keinem mehr etwas aus, alle tun so, als wäre das nur eine Phase und es wird von Grund auf ignoriert.

SPOILER ENDE!

Ja, ne. So hab ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt.

Klischees, die kritisiert werden, aber selber benutzt werden

Ich wusste wirklich nicht, ob das Buch sich selbst auf den Arm nimmt, oder ich hysterisch lachen sollte.

In einem Teil des Buches wird sich darüber unterhalten, dass Buchcharaktere immer gewisse Klischees erfüllen, vor allem die meisten Protagonistinnen aus Jugendbüchern.

Und dagegen hab ich auch gar nichts einzuwenden. Ich finde diese Erwähnung sogar ok. Aber wenn man sich dann von all diesen Klischees losspricht, obwohl man sie SELBST IM BUCH ANWENDET, habe ich ein Problem damit. Ein großes.

Sophie weiß nämlich selbst mal wieder nicht, wie toll sie aussieht, wie schlau sie ist und so weiter und so fort. Aber das wird…vergessen? Offensichtlich hat da irgendwer nicht vernünftig aufgepasst, denn sich selbst in so großem Maße zu widersprechen ist schon eine Meisterleistung.

Außerdem wird festgestellt, dass die besten Protagonisten immer Ecken und Kanten haben und nicht zwingend Sympathieträger sein müssen. Und das stimmt. Das ist vollkommen richtig.

Aber weder Alex, noch Sophie sind Sympathieträger, noch haben sie Ecken und Kanten, die wirklich realistisch und authentisch sind.

Lukas nennt sie „Flittchen“

Ihr verdammter bester Freund! Ihr BESTER Freund! Er nennt sie Flittchen. Und zwar nicht nur manchmal, sondern immer.

Das soll wohl lustig wirken, hat aber genau den gegenteiligen Effekt. Ich kenne es selbst von mir, dass ich und meine Freunde uns verrückte Spitznamen geben, aber „Flittchen“? Ernsthaft? Wie respektlos ist das denn bitte?

Und woher kommt das? Sophie hat mal ganz schön viel roten Lippenstift getragen, hat schwarze Haare und ist ziemlich blass: Wie Schneewittchen. Aber weil das ihrem besten Freund zu nuttig aussah, hat er es einfach in „Schneeflittchen“ und irgendwann in die Kurzform abgewandelt.

Aha. Ja, ne. So geht man nicht mit seinen besten Freunden um. Das kann man mir beim besten Willen nicht als „süß“ oder „neckend“ verkaufen. Das ist dumm.

Wie soll sich ein Mädchen in der gleichen Situation fühlen?

Und nun kommen wir zu dem, was mir wirklich am allermeisten am Herzen liegt.

An alle, die das Buch gelesen haben und/oder meine bisherigen Kritikpunkte nachvollziehen können: Wie denkt ihr, würde sich ein Mädchen fühlen, welches gerade entdeckt, dass sie vielleicht auf Mädchen steht? Wie würde sie sich fühlen? So als könnte sie damit an die Öffentlichkeit gehen? Als wäre es ok, anders zu sein und dies offen zur Schau zu stellen?

Denkt ihr wirklich, dass dieses Mädchen nach der Lektüre dieses Buches mehr Mut hat, sich mit sich selbst und den Reaktionen ihres Umfelds auseinander zu setzen?

Denkt ihr, dass dieses eine Mädchen, welchem vielleicht dieses Buch in die Hände fällt, sich akzeptiert und wohl in ihrer Haut fühlt? Dass sie nun weiß, dass das, was sie tut, komplett in Ordnung ist und nicht schlimm?

Ich denke nicht. Ich denke, dieses Mädchen wird immense Probleme haben. Dieses Mädchen wird sich noch viel weniger trauen, die eigene Sexualität nicht akzeptieren, sich selbst verleumden.

Und das alles, weil ein Buch ihr unterschwellig mitgeteilt hat, dass es zwar ganz in Ordnung ist, auf Mädchen zu stehen, das aber auf keinen Fall öffentlich gemacht werden darf, man am besten noch einen Alibi-Freund haben sollte und natürlich, dass es unendlich viele Nachteile hat.

Sowas will ich nicht verantworten müssen.

Fazit:

„Den Mund voll ungesagter Dinge“ (Man, was ein Zungenbrecher-Titel) ist ein Buch, welches ich voller Spannung erwartete und auf das ich mich riesig gefreut habe. Und es dann einfach nur in den Sand gesetzt hat. Viele Stellen sind wunderschön geschrieben, voller toller Metaphern und Gedanken, die so jedem Teenagerkopf entspringen könnten.

Allerdings hatte es so einige Probleme: Angefangen bei manchen Aussetzern im Schreibstil, weiter über die nicht glaubwürdige Liebesgeschichte, die misslungene Repräsentation von LGBTQ und die schließliche Ambivalenz beziehungsweise das elende Thema „Fremdgehen“.

Dies macht es für mich zu einem Buch mit riesigem Potenzial, das ganz und gar nicht ausgeschöpft wurde und sich teilweise selbst torpedierte.

2,5 von 5 Tintenklecksen!

Den Mund voll ungesagter Dinge - Im wahrsten Sinne des Wortes

Von: Denise_H Datum : 28.03.2017

bibliomanie2.blogspot.ch/

Inhalt
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.
Quelle: Heyne Verlag

Meine Meinung
Überraschend, gut geschrieben, nicht ganz das was ich erwartet habe, teilweise gut umgesetzt, aber teilweise eben auch nicht! Vorweg möchte ich auf jeden Fall sagen, dass dieses Buch zwar nicht atemberaubend war, aber die negativen Meinungen die im Social Media kursieren finde ich dann doch etwas übertrieben.

Aber jetzt weiß ich, dass es nicht nur eine Antwort gibt. Genauso wie es nicht nur ein tolles Lied gibt. Oder ein gutes Essen. Oder ein schönes Land. Ich glaube, ich hab’s jetzt verstanden…ich bin nicht nur eine Sache. Ich bin tausend Sachen.

Nachdem "Mein bester letzter Sommer" mich nicht ganz von sich überzeugen konnte, wollte ich Anne Freytag mit dem sehr interessant klingendem "Den Mund voll ungesagter Dinge" noch eine Chance geben. Ob ich es bereue? Nicht ganz, aber zufrieden bin ich leider auch noch nicht. In ihrer neuen Geschichte hat es nicht an Originalität oder Realität gefehlt, nein, aber die Protagonistin war schlichtweg nervig, naiv und teilweise auch sehr egoistisch. Mit einem guten, manchmal etwas langatmigen Schreibstil, konnte mich die Autorin jedoch bis zum Schluss am Ball halten und so wurde ich dann am Ende doch noch Zeugin einer einzigartigen Liebesgeschichte.

Und zum Schluss dann noch folgendes: Ja sie wird von ihrem besten Freund liebevoll Flittchen genannt, aber schlussendlich ist es doch wichtiger, wie mit ihr umgegangen wird, als was für ein Name dabei entstanden ist. Lukas und Sophie haben eine einzigartige Freundschaft, da konnte ich bei dem, zugegen etwas grotesken Spitznamen, schnell hinwegsehen.

Fazit
Auch wenn ich noch nicht ganz zufrieden bin, so hat es doch Spass gemacht über Sophie und ihre Erfahrungen lesen zu können. Ich kann euch nicht sagen, ob die Darstellung von LGBT der Wahrheit entspricht, aber für mich hat es sich auf jeden Fall so angefühlt. Als Bonus gibt es noch die passende, von der Autorin zusammengestellte Playlist zum Buch, vom Verlag zusammengestellt, bei Spotify, was ich auch tatkräftig ausgenützt habe.
Manchmal glaube ich, dass die Monster, die früher unter meinem Bett gewohnt haben, irgendwann unbemerkt in meinen Kopf gezogen sind. Und da bleiben sie jetzt, weil da oben immer was los ist.

Ein echtes Buch über das echte Leben

Von: Lilli33 Datum : 20.03.2017

https://lillisbuchseite.wordpress.com

Inhalt:
Die siebzehnjährige Sophie lebt mit ihrem Vater in Hamburg. Ihre Mutter hat sie gleich nach der Geburt verlassen. Doch nun hat der Vater Lena kennen- und liebengelernt und beschlossen, mit Sophie zu Lena nach München zu ziehen. Obwohl vieles perfekt scheint, sträubt Sophie sich gegen die heile Patchworkfamilie, sehnt sich danach, ungeteilt und bedingungslos geliebt zu werden. Zwar gab es schon den ein oder anderen Jungen in Sophies Leben, aber keiner hat ihr wirklich etwas bedeutet. Erst durch die Freundschaft zu dem Nachbarsmädchen in München, Alex, gelingt es Sophie, sich neu zu entdecken und ihren Weg zu finden.

Meine Meinung:
Anne Freytag hat es drauf! Sie versteht es, Menschen genau zu beobachten. Worüber sie schreibt, das ist so echt, das könnte jeder von uns selbst erfahren haben. Sehr präzise legt sie das Seelenleben von Sophie, aber auch von Alex und anderen Jugendlichen offen. Nicht zu wissen, wo man hingehört, erleben wohl die meisten Pubertierenden irgendwann einmal. Dieses Gefühl, von aller Welt verlassen zu sein, Liebeskummer im höchsten Grad … wer hat das nicht selbst schon erlebt? Und dann noch die Irritationen, weil man irgendwie anders ist als die anderen, anders, als alle es von einem erwarten, sogar man selbst.

Ich habe mit Sophie mit gelitten, mich mit ihr gefreut, ich hatte Schmetterlinge im Bauch und Herzschmerz pur. Die Emotionen, die Anne Freytag erzeugt, gehen unter die Haut und mitten ins Herz. Dieses Buch beherbergt eine Achterbahn der Gefühle. Ich konnte mich nicht davon losreißen, zumal mir die Protagonistin Sophie sehr sympathisch war, obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie zuweilen etwas zickig ist, aber das war für mich sehr gut nachvollziehbar. Sie wirkte auf mich einfach hundertprozentig authentisch. Die inneren Unsicherheiten der Protagonisten, das nicht Aussprechen gewisser Dinge kann man sehr gut verstehen. Manchmal möchte man die jungen Leute trotzdem schütteln, weil sie sich dadurch nur selbst im Weg stehen.

Zum Glück erfährt Sophie aber sehr viel Rückhalt und Verständnis von ihrer Umwelt. Sehr süß ist dabei auch ihr kleiner Nicht-Bruder Leon, der für einen Sechsjährigen erstaunlich viel Durchblick hat. Am liebsten hätte ich den Kleinen die ganze Zeit geknuddelt. ��

Dieses Buch hat mich total geflasht. Ich habe mich beim Lesen zwischen den Seiten verloren. Ich habe alles um mich herum ausgeblendet, weil mir diese Geschichte fast wirklicher vorkam als die Wirklichkeit. Am Ende habe ich es zufrieden zugeklappt und noch lange nachwirken lassen.

Fazit:
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist ein wunderbar warmherziges und emotionales Jugendbuch mit Charakteren, die wie mitten aus dem Leben gegriffen wirken. Ein Stück von ihnen steckt wohl in jedem Leser.

Perfekt

Von: Hedwigs Bücherstube Datum : 17.03.2017

hedwigsbuecherstube.blogspot.de/

Manchmal hat das Leben das perfekte Timing. Manchmal stimmt einfach alles.
Gerade ist so ein Moment.

Erster Satz:
Es schüttet. Wasser fällt in Strömen aus dem Himmel, und die harten Tropfen treffen wie Nadeln auf mein Gesicht.

Das Cover ist einfach klasse und fällt durch das Rot einem gleich ins Auge.
Dieses Buch ist wieder was ganz besonders. Es ist einfach wunderschön, genau wie schon der Vorgänger "Mein bester letzter Sommer". Man merkt hier wirklich die Liebe zum Detail.
Es hat so viele tolle kleine Bilder in dem Buch, was das ganze einem anderen Blick auf das Buch gibt. Es lockert das ganze ein wenig auf. Was ich persönlich sehr schön finde.
Der Einband hat von Innen eine tolle Illustirere Zeichnung.
Dort ist auch die Playlist vorhanden zum Buch, die perfekt zur Story passt.

Der Schreibstil ist einfach klasse. Ich bin dann immer mittendrin in der Story. Er ist locker und leicht. Man hat auch keine Probleme sich die Dinge vorzustellen.

Durch Zufall habe ich gesehen, das was von neues von Anne Freytag kommt und es war schnell klar, das muss ich lesen. Den ihre Bücher sind immer was besonders.
Also das Buch dann da war, wurde es auch gleich verschlungen. Ich war mittendrin im Buch.

Das Thema was das Buch aufgreift, kommt nicht so oft vor. Somit ist es schon einzigartig. Und leider manchmal auch noch ein Tabu-Thema. Aber es ist sehr gut umgesetzt. Mich hat es sehr bewegt.

Eine Mischung auf Freundschaft, Liebe und Familienprobleme.
Für mich ein sehr tolles und emotionensvolle Jugendbuch.

Die Charakter sind liebevoll ausgewählt und sie harmonieren sehr gut zusammen.

Zum Inhalt werde ich nichts weiter sagen, den dieses Buch muss man auf jeden Fall gelesen haben.
Es ist was ganz besonders.

Vielen Dank an den Heynefliegt-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Buch bekommt 5 von 5 Sterne von mir.
Leider geht ja nicht mehr.

Eine zauberhafte Liebesgeschichte!

Von: averylittlebook Datum : 15.03.2017

www.averylittlebook.blogspot.de

Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autorin: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Preis: 14.99€
Seiten: 400
Genre: Jugendbuch, Liebe

Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Klappentext:

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Meinung:

Das Cover gefällt mir wirklich richtig gut! Es ist schlicht und auch irgendwie nicht. Der bunte Schriftzug gefällt mir total gut und ich finde auch das Mädchen in der Ecke total hübsch. Wirklich ein absolut tolles Cover, besser geht es nicht!
Sophies Vater hat eine neue Frau kennengelernt, weswegen die beiden nun nach München zu ihr und ihren beiden Kindern ziehen werden. Sophie hat darauf absolut keine Lust. Sie will in Hamburg bleiben, aber natürlich muss sie trotzdem gehen. Glücklich ist sie da allerdings nicht. Auch mit der Liebe läuft es nicht. Sie war noch nie verliebt, bis sie Alex, das Nachbarsmädchen, kennenlernt. Aber das sagt sie ihr natürlich nicht, denn Sophie steht schließlich auf Jungs, denn sie ist doch ein ganz normales Mädchen…

Sophie ist am Anfang immer ziemlich schlecht gelaunt, weil sie mit der Situation absolut unzufrieden ist. Die Arme hat mir wirklich leidgetan und ich fand es auch gemein, dass ihr Vater manchmal ziemlich abweisend ihr gegenüber reagiert hat und fast nur noch Augen für seine neue Freundin, Lena, hatte. Sophie kann Lena auch überhaupt nicht leiden, egal wie sehr sich diese anstrengt. Allerdings taut Sophie je länger sie dort ist immer mehr auf und als sie dann Alex kennenlernt, beginnt sie sich in München richtig wohlzufühlen. Sophie versucht ihre Gefühle, die einfach anders sind als freundschaftliche, zuerst zu verleugnen, aber irgendwann muss sie sich eingestehen, dass sie mehr für sie empfindet. Das fängt schon damit an, dass sie total eifersüchtig auf Clemens, Alex Freund, ist. Diese Verwirrung die Sophie wegen ihrer Gefühle empfindet, wird wirklich unheimlich realistisch und gut rübergebracht, denn es ist natürlich immer ein hartes Stück für einen selbst, wenn man merkt, dass man nicht heterosexuell ist; vom Mainstream abweicht. Sophie ist ein Charakter, der unheimlich gut ausgearbeitet ist und deswegen hat man das Gefühl als würde sie wirklich existieren. Ihre Entwicklung in dem Buch ist auch beachtlich und hat mir wirklich gut gefallen. Sophie ist ein sehr sympathischer Charakter, den ich über das Buch hinweg einfach total lieben gelernt habe.
Alex ist ein sehr liebes und offenes Mädchen, das Sophie sofort unter ihre Fittiche nimmt. Sie ist schon lange mit ihrem Freund Clemens zusammen und scheint eigentlich auch glücklich zu sein, aber dahinter steckt einfach so viel mehr, das niemand weiß, denn Alex schämt sich manchmal für ihre Gedanken und behält diese deshalb für sich selbst. Für sie ist es einfach wichtig nach außen hin gut rüberzukommen. Ich finde es so toll, wie sie sich um Sophie kümmert und man merkt einfach, wie wichtig sie ihr ist und es ist toll, wie schnell die beiden sich angefreundet haben. Allerdings ist bei den beiden immer ein gewisses Prickeln im Spiel, was es in normalen Freundschaften nicht gibt. Auch Alex ist ein toller Charakter, den ich absolut ins Herz geschlossen.

Die Autorin war bei diesem Buch wirklich mutig, denn dadurch dass hier eine homosexuelle Liebesgeschichte erzählt wird, werden bestimmt auch viele ablehnend reagieren. Ich persönlich finde es toll, dass sich die Autorin ein solches Thema ausgesucht hat! Es gibt im deutschen Bereich nämlich fast gar keine Bücher, in denen es darum geht, dass zwei Mädchen/Frauen einander lieben. Die Autorin hat dieses Thema hier perfekt umgesetzt. Die Story wirkt nämlich total realistisch und bei der Liebe sollte es ja wohl egal sein, in wen man sich verliebt, solange es für einen selbst die oder der Richtige ist. Allerdings ist in unserer Gesellschaft immer noch verankert, dass es nicht normal ist, wenn man auf das gleiche Geschlecht steht, was wirklich total schwachsinnig ist! Und dieses Buch zeigt das einfach auf eine tolle Art und Weise! Die Liebesgeschichte ist ergreifend und total mitreißend, weil man unbedingt wissen will, ob die beiden sich ihre wahren Gefühle gestehen. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm, wodurch sich das Buch sehr leicht lesen lässt. Als ich einmal mit diesem Buch begonnen hatte, konnte ich gar nicht mehr mit Lesen aufhören, denn die Geschichte ist unheimlich fesselnd und ich habe total mit der Protagonistin, Sophie, mitgefühlt!

Ich würde empfehlen, das Buch erst ab 14 zu lesen, denn es kommen schon ein paar Sexszenen vor, die das Ganze einfach realistischer erscheinen lassen!

Fazit:
Ein Tabu Thema unheimlich realistisch in eine Geschichte verpackt! Denn dieses Buch soll zeigen, dass es bei der Liebe vollkommen egal ist, ob man sich nun in einen Mann oder eine Frau verliebt, Hauptsache es ist der oder die Richtige für einen selbst. Die beiden Protagonistinnen sind beide unheimlich sympathisch und ich habe die beiden total in mein Herz geschlossen! Die Story und der Schreibstil sind auch toll! Dieses Buch enthält mal eine etwas andere Liebesgeschichte, die absolut lesenswert ist. Ich kann euch das Buch nur empfehlen und meiner Meinung nach ist dieses Buch einfach ein absolutes Must-Read, weil man sich so auch mal wirklich in eine solche Situation hineinversetzten kann!

Bewertung:

5 von 5 Sternen

Einfach echt.

Von: Bookalicious Datum : 13.03.2017

www.bookalicious8.blogspot.de

Es war mein erster LGBT - Roman [Lesbian, Gay, Bisexuell, Transgender], aber nicht mein erster Roman von Anne Freytag.

Zu Anfang lernen wir Sophie kennen und es beginnt direkt mit dem Umzug von Hamburg nach München, wo sie überhaupt gar nicht hin will, aber dort warteten eine Stiefmutter und zwei neue, kleine Brüder auf sie - und ein neues Leben.


Sophie ist Sophie. Sie ist nicht perfekt, sie hat Ecken, sie hat Kanten. Sophie ist echt. Genau deshalb war sie einem irgendwie nah. Als sie Alex, das Nachbarsmädchen, kennenlernt beginnt für Sophie eine verwirrende Zeit.
Alex scheint das fröhliche und perfekte Mädchen von nebenan zu sein. Sie hat einen Freund, geht gern schwimmen und lebt in einem großen Haus mit perfekter Familie.
Sie ist niedlich, ja, das ist sie.

Die Nebencharaktere fand ich auch alle ganz toll, besonders Lena - Sophies Stiefmutter - mochte ich sehr. Sie war so bemüht und herzlich.

Ich mochte die Geschichte total gern. Sie war authentisch, aus dem Leben gegriffen, echt. Ich kann mir richtig vorstellen, dass es dort draußen eine Sophie und eine Alex gibt.

Anfangs war der Schreibstil etwas holprig für mich - viele kurze Sätze. Aber daran gewöhnt man sich schnell und es liest sich gut. Sophies innerer Konflikt war spürbar. Wenn eine Autorin es schafft, die Gefühle rüberzubringen, dann hat sie für mich, sowieso schon alles richtig gemacht.
Die wenigen, aber dennoch erotischen Szenen sind für mich auch sehr angenehm zu lesen gewesen. Es war nicht too much, sondern wirklich gut beschrieben gewesen.

Anne Freytag hat Sophies Gefühlswirrwarr meiner Meinung nach sehr gut beschrieben und dargestellt. Lesbisch (oder schwul) sein ist heute kein Grund mehr, sich schämen zu müssen, dennoch ist es immer noch viel zu sehr ein Tabuthema.



FAZIT
Anne Freytag hat einen (weiteren) wundervollen Roman geschrieben, den ich sehr schätze.
Es war eine authentische Geschichte, welche mich berührt hat.
Die Protagonistinnen haben Ecken und Kanten, sie sind nicht perfekt. Für mich macht es dieses Buch wiederum perfekt. Es ist einfach echt.
Es hat mir einige schöne Lesestunden beschert und besticht mit einer Message an alle, die sich selbst für anders halten.

Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen.

Wer bist du wirklich?

Von: Tintenkinder Datum : 12.03.2017

https://m.facebook.com/Tintenkinder/?ref=bookmarks

~Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge., Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück.~

Würde es nach Sophie gehen wäre ihr Leben ganz anders und um einiges einfacher.
Ihr bester Freund Lukas hätte sich nie verliebt und wäre nie nach Frankreich gezogen, ihre Mutter hätte sie und ihren Vater nie verlassen und sie würden alle glücklich in Hamburg leben, da ihr Vater nie Lena kennen gelernt hätte.
Aber das Leben gibt uns nicht immer das was wir wollen.
Deswegen lebt Lukas nun in Frankreich und ihr alleinstehender Vater lernt Lena kennen und lieben und beschließt zu ihr nach München zu ziehen – was alle Beteiligten glücklich macht, außer Sophie. Generell kann Sophie das ganze komplett der Liebe nicht nachvollziehen – den in ihrem Leben gab es bisher nur Jungs ohne das schönste Gefühl der Welt.
Doch dann begegnet ihr Alex, das freundliche Nachbarsmädchen mit der Zahnlücke, den funkelnden grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Alex – der erste Mensch seit Lukas der ihr das Gefühl gibt normal zu sein und sie akzeptiert wie sie ist.
Und doch ist es mit Alex ganz anders als mit Lukas, den Alex gegenüber kann Sophie sich vollständig öffnen, das erste Mal kann Sophie sich auf einen Menschen einlassen und sich fallen lassen – plötzlich ist für Sophie alles möglich und das Leben aufregend wie nie zuvor.
Doch dann kommt es zu diesem einen Kuss – der Kuss der alles für immer verändert.

Anne Freytags neuster Roman ist ein großartiger Roman der eines der bewegendsten Themen behandelt: wer bin ich wirklich und was macht mich aus?
Was als klischeehafte Teenie-Geschichte beginnt entwickelt sich zu einer ernsten Story über die Liebe, Freundschaft, die Dinge du uns zu dem Menschen machen der wir sind und was die eigene Persönlichkeit ausmacht.
Doch durch den lebhaften und realistischen Schreibstil verliert trotz der teilweisen sehr ernsten Handlung nichts von seiner Leichtigkeit. Voller Humor und mit vielen Gänsehautmomenten lädt Anne Freytag ihre Leser ein mit den Protagonisten mit zu fiebern, zu fühlen und auch zu leiden ein.
Entgegen dem was Sophie über sich selbst sagt ist sie eine wahre Sympathieträgerin – sie ist sympathisch, liebenswert und voller Selbstzweifel. Gerade ihre Ecken und Kanten machen sie und auch alle anderen Charaktere lebensnah und es einem so leicht sie ins Herz zu schließen.

Das Cover ist einfach hinreißend und passt perfekt zum Inhalt des Buches. Auf einem lebhaften Hintergrund erstrahlt der Titel des Romas in Regenbogenfarben. In der unteren rechten Ecke sieht man ein Mädchen von hinten welches stark an Sophie erinnert – komplett in schwarz-weiß bis auf das Oberteil.
Doch die besonderen Gestaltungshighlights liegen auf den Innenseiten der Klappbroschur.
Auf Rückseite des Buchdeckels finden sie lauter Miniaturen der unterschiedlichsten Gegenstände, vom Hund über einen BH bis zu einer Muschel – all dies sind wichtige Elemente der erzählten Geschichte und die Darstellung dieser spielt noch einmal eine besondere Rolle.
Auf der hinteren wurden zwei Playlists zusammengestellt, die mit allen in dem Buch vorkommenden Songs und die gemeinsame Playlist der Protagonistinnen Sophie und Alex.

Ein wahrhaft einzigartiger Roman den man gelesen haben sollte.
Oder um es mit den Worten der Autorin zu sagen: „Sie ist einseitig und ohne jeden Kitsch. Wunderschön und traurig zugleich“.

5 von 5 Tintenklecksen

Perfekt

Von: meggie Datum : 12.03.2017

www.kleeblatts-buecherblog.de

Sophie zieht mit ihrem Vater vom heimischen Hamburg ins bayerische München. Ungewollt. Nur, weil ihr Vater eine neue Beziehung führt. Sophie ist bockig, sträubt sich gegen jegliche guten Ratschläge und möchte nur zurück in ihr altes Leben. Sie versinkt fast in ihrem Selbstmitleid.
Als die das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt, kommt Sophie langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus. Sie lernt wieder Lachen und hat Spaß.
Bis auf einer Party ein Kuss ihr ganzes neues Leben nochmals gehörig auf den Kopf stellt und Alex aus eben diesem nicht mehr wegzudenken ist.

Es gibt Bücher, gegen die sträubt man sich zu Anfang. So ging es mir mit "Den Mund voll ungesagter Dinge". Ich bin kein Liebesroman-Fan. Und als ich von buecher.de aufgrund der Buchflüsterer-Aktion den Roman zugesandt bekam, legte ich diesen erst mal beiseite. Ich hatte ja noch Zeit zum Lesen. Ist nicht dringend. Ich schiebe ihn nochmals eins runter in meinem SuB.

Nun rückte der Abgabetermin der Rezension immer näher. Also machte ich mich doch ans Lesen... Aber was mich da erwartete, ließ mir den Mund offen stehen und auch voll ungesagter Dinge bleiben. Bis zur letzten Seite...

In rasantem Tempo habe ich diese Geschichte verschlungen, mich jede freie Minute an das Buch geklammert und mich auf diese wundervolle, wunderbare, wunderschöne Geschichte eingelassen, die mich mit der unverwechselbaren Art der Autorin so sehr in den Bann gezogen hat, dass ich wirklich Mühe habe (ja, immer noch habe) mich nun auf ein anderes Buch, eine andere Geschichte einzulassen.

Das Buch ist zu kurz - es hat 400 Seiten und ist einfach zu kurz. Sophie, Alex und all die anderen wunderbaren Charaktere, die sich hier verewigt haben, können doch noch so viel mehr. Viel mehr von sich zeigen, viel mehr reden, viel mehr Sein. Ich hätte wirklich ewig weiterlesen können, so sehr haben mich alle für sich einnehmen können.

Sophie, die Protagonistin des Buches, kam mir zu Anfang wie ein gequälte Seele vor. Ein Mensch, der emotionslos und passiv wirkt, sich nicht entfalten kann, nicht aus sich raus kann, sich selbst immer in den Schatten stellt. Bis sie auf Alex trifft, ein Mädchen voll Energie, voll Lebenslust und vor allem voller Sympathie.
Sophie merkt dies auch und lässt sich auf Alex ein. Das Schneckenhaus wird zu eng, Sophie klettert daraus hervor und wird zu dem Mädchen, dass sie sein muss.

Und so startet ein funkensprühendes Feuerwerk an Emotionen, gepaart mit liebevollen Anekdoten, detailreichen Momenten und einer wunderschönen Hommage an das jugendliche Leben.

Ich bin wirklich geflasht von der Geschichte, da mich Anne Freytag damit aus einem Tief herausgeholt hat. Aus einem Tief voll uninteressanter Bücher, die ich in den letzten Wochen angefangen und wieder weggelegt habe. Sie hat mir gezeigt, dass diese Bücher einfach zum falschen Zeitpunkt zu mir kamen und ich (ein Hoch auf die Deadline bei der Rezensionsabgabe) nur einen doch so verhassten und nun geliebten Liebesroman gebraucht habe.

Der Schreibstil ist unverwechselbar Anne Freytag, die mich ja auch schon mit "Mein bester letzter Sommer" so ins Herz treffen konnte.
Ich habe gelacht, geliebt und mehr als einmal eine Träne vergossen. Gerade die letzten Seiten sind anrührend schön und hinterlassen tiefe Spuren.

Für jeden, wirklich jeden, der ein wenig Herzschmerz, eine gefühlvolle Lovestory oder nur einen Roman über Freundschaft, Vertrauen und Liebe braucht, ist dieses Buch einfach das Ding.
Lasst Euch verzaubern und mitnehmen.

Fazit:
Perfekt.