Leserstimmen zu
Der Tod so kalt

Luca D'Andrea

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Achtung Spoiler: Die Rahmenhandlung ist in den Dolomiten in Südtirol angesiedelt. Ein abgelegenes Bergdorf ist 1985 Schauplatz eines fürchterlichen, immer noch ungeklärten Verbrechens gewesen. Die Einheimischen sprechen in diesem Zusammenhang vom Bletterbach-Massaker. 30 Jahre später verlegt die dreiköpfige Familie Salinger aus Amerika ihren Wohnsitz in dieses Dorf. Der Vater der Familie ist ein erfolgreicher Dokumentarfilmer und er entrinnt bei Dreharbeiten nur knapp dem Tod, weswegen er erst einmal eine Auszeit einlegt und mit seiner kleinen Tochter Spaziergänge in die Umgebung unternimmt.. Dabei kommt ihm das oben erwähnte Verbrechen zu Ohren, dass er dann im Verlauf wie besessen recherchiert und der Frage nachgeht, was damals wirklich geschah.. Spoiler End Nach den ersten Seiten hatte mich die Geschichte eingefangen. Der Schreibstil des Autors ist etwas ungewöhnlich, aber er schafft es mit Worten, dass man die wunderschöne Landschaft, die Menschen, die dort leben und besonders auch die düstere Szenerie des Mordfalls direkt vor Augen hat. Die teils etwas unheimliche Stimmung wird durch die eingewobenen Sagen und Mythen der Einheimischen noch "angefeuert", was mir gut gefallen hat. Zwar hatte ich zweitweise etwas Mühe die vielen Personen immer richtig zuzuordnen, aber beim Weiterlesen kam man dann doch immer in die „richtige Spur“. Auch die eingebauten Twists in der Handlung lassen einen als Leser immer wieder „aufhorchen“ und man fragt sich, ob die Wahrheit tatsächlich irgendwann ans Licht kommt… Und genau wegen dieser Frage, habe ich das Buch in Windeseile gelesen und ich hoffe, Luca D’Andrea schreibt weiterhin so spannende Bücher.

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In Jahr 1985 werden in Südtirol in einer Schlucht drei schrecklich zugerichtete Leichen gefunden. Wer oder was die brutalen Morde begangen hat weiß man nicht. Doch dann will dreißig Jahre später ein amerikanischer Dokumentarfilmer Licht ins Dunkle bringen. Die Einheimischen reden von einem Fluch, der auf der Schlucht liegen soll. Doch er lässt sich nicht von seinem Plan abbringen. Doch was wird ihn erwarten? 🌸Die Erzählweise und der Leser sind einfach toll. An manchen Stellen ist es mystisch an anderen bedrohlich. Die Gefühle werden sehr gut transportiert. 🌸Die Geschichte an sich ist sehr spannend und interessant. 🌸Man lernt schnell die Charakter kennen und man kann sehr schnell ihre Gefühle verstehen. . 🌸Ein tolles Hörbuch, das von Matthias Koeberlin sehr gut gelesen wurde.

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Mysteriöse Morde in Südtirol 28. April 1985: In der Gegend um die Bletterbachschlucht in den Dolomiten tobt tagelang ein Gewitter, das so stark und ausdauernd ist, dass sich niemand an ein ähnlich schweres Unwetter erinnern kann. Drei junge Menschen aus dem nahen Dorf Siebenhoch sind kurz zuvor zu einer Wanderung aufgebrochen und wurden seitdem nicht mehr gesehen. Die Bergretter machen sich trotz des schlechten Wetters auf den Weg und finden die drei Wanderer nach einigen Stunden Suche - tot und auf grausame Art und Weise verstümmelt. Der Anblick von Evi, Kurt und Markus ist so schrecklich, dass die erfahrenen Retter stundenlang nicht in der Lage sind, sich zu rühren. Dieser Mord bestimmt die Handlung des Thrillers "Der Tod so kalt" des aus Bozen stammenden Autors Luca D'Andrea. Die Mauer des Schweigens Die Handlung wird aus der Sicht des amerikanischen Dokumentarfilmers Jeremiah Salinger erzählt. Er ist mit Annelise verheiratet, die aus Siebenhoch stammt, und hat mit ihr eine fünfjährige Tochter, Clara. Als Salinger sich an einem beruflichen Tiefpunkt befindet, stimmt er Annelises Vorschlag zu, ein paar Monate in der Abgeschiedenheit und Ruhe Siebenhochs zu verbringen, um vom Film Abstand zu bekommen und zu überlegen, wie es weitergehen soll. Salingers Schwiegervater Werner lebt dort und erzählt seinem Schwiegersohn kurz nach der Ankunft der kleinen Familie von einem tödlichen Bergungfall, der sich 1950 in der Nähe von Siebenhoch ereignet hat. Fünf junge Männer waren damals zum Zwölferkofel gewandert, aber nur zwei von ihnen kamen lebend wieder zurück. Einer von ihnen war Werner. Für ihn war dieses Unglück der Anlass, für die Gründung der Bergrettung zu kämpfen, die nun, dreißig Jahre später, über einen Hubschrauber und einen Arzt verfügt. Die Geschichte löst bei Salinger den Wunsch aus, einen Film über den Alltag der Bergretter zu drehen. Mehrere Wochen begleitet er die Arbeit der Bergretter zusammen mit seinem Freund Mike, bis es eines Tages darum geht, eine Touristin aus einer Gletscherspalte zu retten. Weil Salinger darauf besteht, zum Filmen in die Spalte herabgelassen zu werden, kommt es zu einer Lawine, die fünf Menschen das Leben kostet und Salinger unter sich begräbt. Er wird gerettet, leidet jedoch an PTBS - posttraumatischen Belastungsstörungen. In dieser Phase erfährt er zufällig von der Bluttat von 1985, die bei den Einheimischen unter dem Namen "Bletterbach-Massaker" bekannt ist. Der Mörder läuft seit damals noch frei herum. Salinger beschließt, herauszufinden, wer diese drei jungen Menschen vor dreißig Jahren hingerichtet hat. Doch je mehr er im Dorf nachfragt, umso feindseliger wird die Stimmung, die ihm entgegenschlägt. Plötzlich erscheinen Salinger auch diejenigen verdächtig, etwas mit den Morden zu tun zu haben, die ihm bislang freundlich begegnet sind - allen voran sein Schwiegervater. Auch ein Jaekelopterus rhenaniae, ein Seeskorpion, der (eigentlich) vor 400 Millionen Jahren gelebt hat, gerät kurzzeitig in den Verdacht, für das Gemetzel verantwortlich gewesen zu sein. Wie war's? "Der Tod so kalt" ist ein insgesamt spannendes Buch. Auf einige "Schleifen" hätte D'Andrea aber gern verzichten können. Dazu gehören das Zwischenspiel des Jaekelopterus rhenaniae, das wie an den Haaren herbeigezogen wirkt, und die manische Besessenheit, die Salinger antreibt. Sie ist so ausufernd, dass er seine Familie darüber grob vernachlässigt und es beinahe zur Trennung von seiner Frau kommt. Das Szenario eines Fremden, der auf eine gewachsene und geschlossene Dorfgemeinschaft trifft und nicht wahrhaben will, dass Annäherung vor allem Zeit braucht, ist nicht neu und fast schon der Klassiker in Büchern, deren Handlung in den Bergen angesiedelt ist. Dass die Dorfbewohner Salinger die Schuld am Tod der Bergretter geben, trägt zur Entfremdung bei. Mein Eindruck ist also eher zwiespältig, sodass ich den Thriller nicht uneingeschränkt empfehlen kann.

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Ungewöhnlich ist nicht nur der komplette Aufbau dieses Thrillers, sondern auch sein Handlungsort. Denn die meisten Spannungsromane spielen ja entweder im Moloch einer Großstadt oder in düsteren, nebligen Gegenden. "Der Tod so kalt" hingegen entführt den Leser nach Südtirol. Südtirol, das man doch immer irgendwie mit Sonne und Bergen und Wandern und niedlichen Murmeltierchen und einem kühlen Radler auf der Almhütte verbindet. Dieses Südtirol ist keineswegs dunkel oder beängstigend - dennoch schlummert hier etwas, vor dem sich die Menschen fürchten. Der Dokumentarfilmer Salinger wird eher notgedrungen in ein kleines Örtchen in Südtirol versetzt: Bei einem seiner Filmeinsätze ging etwas ganz gewaltig schief, so schief, dass es mehrere Tote gab und ihm als Überlebenden ein gewisser Teil der Schuld zugesprochen wurde. Sowas zerrt an den Nerven und macht psychisch krank, daher beschliesst Salingers Frau Anneliese, mit ihm und der kleinen Tochter Clara auf unbestimmte Zeit in Annelieses Tiroler Heimatdorf zu ziehen. Und zunächst scheint Annelieses Plan auch aufzugehen, denn Salinger entspannt sich mehr und mehr in dem Bergpanorama, versteht sich blendend mit seinem Schwiegervater und unternimmt Ausflüge mit Clara. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als er mit Clara eine Wanderung in der Bletterbachschlucht unternimmt .... und nachher nichts mehr ist wie es war. Denn in der Bletterbachschlucht ereignete sich vor etwa 30 Jahren ein brutaler Mehrfachmord, der bis dato ungeklärt ist. Salinger wäre nicht Dokumentarfilmer, wenn er sich nicht sofort festbeissen würde in die paar Bröckchen an Informationen, die er aufschnappt. Er beginnt zu forschen und plötzlich dreht sich sein beschauliches Leben in Südtirol um 180 Grad. Wo vorher Freundschaft war, schlägt ihm nun Feindseligkeit entgegen, er ist nicht mehr willkommen und wird offen bedroht und schlimmer. Seine Ehe droht zu zerbrechen, denn Anneliese fleht ihn mehr als einmal an, sich aus der Sache herauszuhalten, die Geister der Vergangenheit nicht zu wecken. Stückchenweise erfahren sowohl der Leser als auch Salinger, was damals in der Bletterbachschlucht passierte - und doch kann sich (noch) niemand einen Reim darauf machen. Dieser Thriller baut eine subtile und stetige Spannung auf, denn einerseits bringt der Autor das heutige, moderne Leben in den Bergen sehr gut herüber, beschreibt andererseits jedoch auch sehr bildlich Traditionen und altes Brauchtum, das trotz unserer technologisierten Welt am Leben gehalten wird. Er malt ein spannendes Bild der Dorfbewohner, die zunächst abwartend und höflich sind, dann aber, als sie Gefahr im Verzug sehen, ihr wahres Gesicht zeigen. Der Leser lernt einige der Dorfbewohner kennen und fragt sich fast bis zum Schluss bei einigen "Was weiss er/sie über die Morde?", "Hatte er/sie etwas damit zu tun?". ...und dann ist da noch dieses "Etwas" das seit ewigen Zeiten in der Bletterbachschlucht lebt, wie viele der Dorfbewohner glauben. Dieses "Etwas", das gefährlich ist, weshalb man die Schlucht meiden sollte. - Wer nun denkt, dass der Autor hier ein wenig HokusPokus und Übersinnliches eingebaut hat, der irrt.... Für mich war "Der Tod so kalt" eine durch und durch stimmige und spannende Geschichte, noch dazu in einem sehr eingängigen Stil geschrieben.

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Allgemeines Titel: "Der Tod so kalt" ISBN: 9783421047595 Autor: Luca D'Andrea Seitenanzahl: 480 Seiten Verlag: DVA Erscheinungsdatum: 06.03.2017 Ein grausiges Unglück bleibt nie alleine - eine Gräueltat die dreißig Jahre zurück liegt. Ein Mann, der in beide Fälle mit reingezogen wird - durch eine Bestie, die sich durch alles frisst. Außenstehende, die versuchen, alles zu verdrängen, was je geschehen ist. Meinung Mir hat dieser Thriller unheimlich gut gefallen! Normalerweise bin ich nicht die Person, die zuerst zu einem Thriller greift, wenn sie die Wahl hat - doch dieses Mal war es die beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Die Geschichte hatte mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Die Seiten sind förmlich dahingeflogen und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor hat einen sehr schön lesbaren, flüssigen Schreibstil - dieser ermöglicht es einem, vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Wie das Cover bereits vermuten lässt, befinden wir uns in den Bergen - die Atmosphäre, die geschaffen wurde, war einfach toll. Viele Landschaftsbeschreibungen, die keinesfalls zu lang waren, im Gegenteil, genau richtig. Der Protagonist, seine Familie und die Außenstehenden waren immer authentisch und es war sehr schön, mit ihm durch dieses Buch zu reisen. Das Unglück und die Gräueltat haben auch mich mehr als einmal schaudern lassen! Einfach unglaublich faszienierd und gut geschrieben - ich selber hatte mehr als einmal das Gefühl, selbst mitten in die "Ermittlungen" involoviert zu sein. Dennoch bin ich, wie ich zum Schluss gemerkt habe, dem Autoren und auch dem Protagonisten voll auf dem Leim gegangen. Ich hatte mit der Geschichte abgeschlossen und fand das Ende eigentlich sehr angenehm, doch dann BAM! Ich hab voll eine runtergehauen bekommen und gemerkt, wie leichtsinnig ich doch war! Eine unglaubliche Kraft, die hinter diesem Buch steckt und die mich, sicherlich immer wieder, packen wird. Fazit Jeder, ob Thriller-Liebhaber oder nicht, sollte sich dieses Buch mal anschauen. Der Klappentext schmeißt einen ins kalte Wasser, was mir besonders gut gefallen hat - ich möchte auch nicht zu viel verraten, denn dieses Gefühl sollte unbedingt da sein. Wie bereits erwähnt hatte ich mit der Geschichte abgeschlossen und mich auf einen "Ausklang" eingestellt - dem war aber nicht so, im Gegenteil. Alles wurde in ein anderes Licht gerückt und deswegen bekommt dieses Buch auch 5 von 5 Sternen von mir und ist mein Monats-Highlight für den Juni 2017! Vielen Dank an das Bloggerportal und an den DVA-Verlag! Ich habe mich riesig gefreut, dieses Rezensionsexemplar zu lesen :)

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Tatort Bletterbach-Schlucht in Südtirol: 1985 werden dort drei junge Menschen brutal ermordet und bestialisch verstümmelt aufgefunden. Der oder die Täter können nicht ermittelt werden. Es wird zwar vermutet, dass es jemand aus dem Bekanntenkreis der jungen Einheimischen gewesen sein muss, doch weiter führen die Nachforschungen nicht. Das Dorf zeigt sich nicht sehr kooperativ. 30 Jahre später folgt Jeremiah Salinger seiner Frau Annelise in ihr Heimatdorf Siebenhoch in der Nähe vom Bletterbach. Als er von den mysteriösen drei jungen Toten, die damals von seinem Schwiegervater gefunden worden sind, erfährt, packt ihn die Neugier und Jeremiah beginnt zu ermitteln. Jeder rät ihm davon ab, mit Nachdruck, doch davon lässt er sich nicht beirren. Er schlägt alle Warnungen in den Wind, merkt aber bald, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Jeder, der sich mit dem Fall beschäftigt, scheint dem Fluch des Bletterbachs zum Opfer zu fallen. Meine Meinung: Dieser Thriller hat mich wirklich überrascht! Anfangs habe ich mich etwas schwer getan, doch nach den ersten Seiten ist es dann passiert. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Und selbst kurz vor Schluss hört dieses Gefühl nicht auf. Ganz im Gegenteil! Erzählt wird aus Jeremiah Salingers Sicht. Er, seine Frau Annelise und Tochter Clara kommen nach Siebenhoch in Südtirol, um sich eine Auszeit zu gönnen. Zuvor lebt die Familie in New York. Jeremiah arbeitet dort gemeinsam mit seinem Freund Mike als Dokumentarfilmer und ist lange Zeit erfolgreich. Als es für Jeremiah schlechter läuft, beschießt die Familie in Annelises Heimatdorf Siebenhoch zu reisen. Ein kleines Dorf in Südtirol mit etwa 700 Einwohnern. Nach der Ankunft wird gleich klar, hier ticken die Uhren noch ganz anders. Die Stimmung ist wirklich gut dargestellt. Man glaubt, selbst dabei zu sein. Jeremiahs Schwiegervater Werner gehörte damals zu dem Suchtrupp, der die bestialisch verstümmelten Leichen der jungen Leute gefunden hat. Er erzählt ihm davon und löst bei Jeremiah etwas aus, womit wohl keiner gerechnet hätte. Die anfängliche Neugier wird schnell zur Besessenheit. Trotz zahlreicher Warnungen, die Finger von der Geschichte zu lassen, kann Jeremiah nicht aufhören. Dadurch bringt er sich und seine Lieben in Gefahr. Dennoch schlägt er alle Warnungen in den Wind und macht sich damit im Dorf keine Freunde. Die Geschichte um die drei Toten bringt ihn außerdem auf die Idee mit seinem Freund Mike einen neuen Dokumentarfilm zu drehen. Vom Hubschrauber aus soll gefilmt werden, doch bei den Dreharbeiten kommt es zu einem folgenschweren Unglück, das Salinger indirekt durch seinen Starrsinn auslöst. Diese krankhafte Besessenheit ist ein Grund, warum ich bei der Person Salinger zwigespalten bin. Mal ist er einem sympathisch, zum Beispiel im Umgang mit seiner kleinen Tochter, und dann vergisst er wieder alles und jeden um sich herum und bringt andere in Gefahr, nur um der Wahrheit näher zu kommen. Dabei versucht er sich unter anderem das Vertrauen der Einheimischen zu erschleichen, um Hinweise zu erhalten. Das Dorf war mir manchmal schon fast unheimlich, da es zahlreiche unvorhersehbare Verflechtungen gibt, keiner über die drei Toten sprechen möchte und man deutlich merkt, dass niemand die alten Wunden wieder aufkratzen soll. Man kennt diese Situation schon aus vielen Krimis, ob Buch oder Film. Vor Jahren ist etwas Schreckliches passiert, das düstere Dorf und seine Bewohner schweigen, dann kommt eine Person von Außen dazu, die plötzlich alles wieder ausgraben möchte und Unruhe in das Leben der Menschen bringt, die sich mit ihren Lügen bis dahin so gut arrangiert haben. Von der Grundidee her also nichts neues. Trotzdem ist es sehr gut umgesetzt worden und wirklich mitreißend und sogar überraschend! Und gerade am Ende kommt nochmal alles ganz anders, als ich vermutet hätte. Genau das hat mich an diesem Thriller so begeistert! Auch mit all den Verbindungen der Personen untereinander hätte ich so nicht gerechnet. Der Tod so kalt hat mich wirklich positiv überrascht und wird mich wohl noch eine Weile begleiten. Daher unbedingt lesen!!!

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Ein außergewöhnlicher Roman über einen Dokumentarfilmer, ein schreckliches Verbrechen im Herzen Südtirols und eine lauernde Bestie... Inhalt: Nach aufreibenden Dreharbeiten zu einer Dokumentationsreihe zieht Jeremia Salinger mit seiner Familie ins beschauliche Dörfchen Siebenhoch in Südtirol. In der Heimat seiner Frau möchte er endlich zur Ruhe kommen, doch schnell findet er ein neues Projekt. Die Rettungsmissionen der Mountain Angels" (eine Bergrettungseinheit) zieht ihn in seinen Bann. Gemeinsam mit seinem Partner Mike begleitet er sie bei einem Rettungseinsatz, der gehörig schief geht: Ihr Hubschrauber wird von einer Lawine erfasst und Salinger bleibt mit Blessuren und einer posttraumatischen Belastungsstörung zurück. Eigentlich sollte er sich jetzt Ruhe gönnen, aber er verbeißt sich sogleich in das nächste Projekt: Er hat sich in den Kopf gesetzt, das noch immer ungelöste Bletterbachschlucht-Massaker von 1985 aufzuklären. Doch das Stochern in der Vergangenheit stört die Dorfgemeinschaft und weckt schlafende Monster... Meine Meinung: Ich habe das Buch in der Einleitung bewusst als "Roman" bezeichnet, denn es handelt sich definitiv eher um einen Spannungsroman als um einen Thriller. Das Buch ist nur stellenweise spannend, aber durch den sehr lebendigen und schnörkellosen Schreibstil zieht einen der Autor dennoch in den Bann - das merkt man vor allem im ersten Drittel, welches den Leser wirklich fesselt. Ich war regelrecht eingelullt bis zum Unglück bei der Rettungsmission mit den Mountain Angels. Interessanterweise ließ das dann jedoch nach und ich empfand das Buch stellenweise sogar etwas langweilig - auch wenn ab dieser Stelle der eigentliche "Thriller" beginnt. Nichtsdestotrotz bleibt eine besondere Stimmung erhalten und die kurzen Kapitel laden zum Weiterschmökern ein. Und der Leser möchte natürlich wissen, welches dunkle Geheimnis dem Massaker steckt. Hier hat der Autor leider etwas zu dick aufgetragen und das Buch driftet fast schon in die Fantasy-Richtung ab. Damit hat er sich keinen Gefallen getan, aber dennoch handelt es sich trotz der Kritikpunkte um ein wirklich gelungenes Debüt, dass Lust auf mehr macht! Fazit: Auch wenn die anfängliche Begeisterung allmählich nachgelassen hat, ist "Der Tod so kalt" ein sehr lesenswerter und atmosphärisch dichter Spannungsroman. Ich vergebe 3,5 Sterne.

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Was haben denn ein Bühnenbauer, Dokumentarfilmer und Drehbuchautor in den einleitenden Kapiteln von "Der Tod so kalt" zu suchen? Und dann agiert dieses "uncoolste Nichtskönner-Gespann" auch noch in New York. Cover und Titel hatten etwas anderes versprochen, weshalb man zuerst etwas unbeholfen in der Story herumstochert. Neugierig macht das Unerwartete allerdings schon ... Wer hätte gedacht, dass die Nächte noch unerträglicher als die Tage werden sollten! Für Jeremiah Salinger begann sich die Welt in zwei Hälften zu teilen. Die reale Welt existiert einfach weiter, doch was in der anderen Hälfte passierte, gestaltet sich momentan wie ein sich immer wiederholender Albtraum, verbunden mit immer der gleichen Soundkulisse - jenes "verdammte Zischen". Während einer Podiumsdiskussion lernte Jeremiah Annelise kennen, die auf einem "seltsamen Fleckchen Erde" aufwuchs, welches sich "Alto Adige" nennt und auf italienisch Südtirol bedeutet. Schließlich landen die beiden in "Siebenhoch", jenem Dorf auf eintausendvierhundert Meter, das in seiner Schönheit jedes Postkartenmotiv mühelos übertrifft. Die gemeinsame Tochter Clara ist mit ihren fünf Jahren sehr aufgeweckt. Neben Dinosauriern mag sie auch Erdbeereis, Opa Werners Speck und rote Helme. Lesen kann sie auch schon und bis tausend zählen. Ihr größtes Interesse aber gilt einem zweihundertachtzig Millionen Jahren alten Riesenammoniten, "Yodi" genannt. Den will sie mit ihrem Papa gerne besuchen ... der keineswegs ahnt, welch eine abenteuerliche Recherche ihm noch bevorsteht und was er an massiven Widerständen, die sich ihm auf auf mehreren Ebenen entgegenstellen, zu überstehen hat. Luca D'Andrea formuliert leicht angeschrägt, scheut nicht davor zurück, Leserinnen und Leser direkt anzusprechen - "Eines müsst ihr wissen" - und konstruiert ein Szenario fern jeder Norm. In kurzen Sätzen und nicht selten in tagebuchartiger Dichte formuliert er ein Drama ohne intellektuelle Verschachtelungen, direkt und umso heftiger. Wunderbar, wie er aus zufälligen Begegnungen und Ereignissen einen roten Faden herausfiltert, eine Zukunft, die einfach und ohne jede Planung entsteht. Das, was man allgemein Schicksal nennt, und welches sich im ungünstigsten Fall wie eine "Schlinge um den Hals" legt. Ohne dass man im Geringsten etwas dafür könnte. Es passiert also allerhand. Doch das ist nur der Anfang, wie wir immer wieder erfahren, und keineswegs kommen die Dinge "allmählich wieder auf die Schiene"! Zuerst muss jedoch entwirrt werden, wie ein roter Hubschrauber, Schuld, Besessenheit, Ginkgoarten, der Bletterbach und die vor 15.000 Jahren in der Eiszeit entstandene Bletterbachschlucht (heute UNESCO Welterbe) miteinander in Zusammenhang stehen. Verdammt kalt scheint es auf jeden Fall zu werden, so viel scheint festzustehen ...

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