Leserstimmen zu
Der Tod so kalt

Luca D'Andrea

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Ein außergewöhnlicher Roman über einen Dokumentarfilmer, ein schreckliches Verbrechen im Herzen Südtirols und eine lauernde Bestie... Inhalt: Nach aufreibenden Dreharbeiten zu einer Dokumentationsreihe zieht Jeremia Salinger mit seiner Familie ins beschauliche Dörfchen Siebenhoch in Südtirol. In der Heimat seiner Frau möchte er endlich zur Ruhe kommen, doch schnell findet er ein neues Projekt. Die Rettungsmissionen der Mountain Angels" (eine Bergrettungseinheit) zieht ihn in seinen Bann. Gemeinsam mit seinem Partner Mike begleitet er sie bei einem Rettungseinsatz, der gehörig schief geht: Ihr Hubschrauber wird von einer Lawine erfasst und Salinger bleibt mit Blessuren und einer posttraumatischen Belastungsstörung zurück. Eigentlich sollte er sich jetzt Ruhe gönnen, aber er verbeißt sich sogleich in das nächste Projekt: Er hat sich in den Kopf gesetzt, das noch immer ungelöste Bletterbachschlucht-Massaker von 1985 aufzuklären. Doch das Stochern in der Vergangenheit stört die Dorfgemeinschaft und weckt schlafende Monster... Meine Meinung: Ich habe das Buch in der Einleitung bewusst als "Roman" bezeichnet, denn es handelt sich definitiv eher um einen Spannungsroman als um einen Thriller. Das Buch ist nur stellenweise spannend, aber durch den sehr lebendigen und schnörkellosen Schreibstil zieht einen der Autor dennoch in den Bann - das merkt man vor allem im ersten Drittel, welches den Leser wirklich fesselt. Ich war regelrecht eingelullt bis zum Unglück bei der Rettungsmission mit den Mountain Angels. Interessanterweise ließ das dann jedoch nach und ich empfand das Buch stellenweise sogar etwas langweilig - auch wenn ab dieser Stelle der eigentliche "Thriller" beginnt. Nichtsdestotrotz bleibt eine besondere Stimmung erhalten und die kurzen Kapitel laden zum Weiterschmökern ein. Und der Leser möchte natürlich wissen, welches dunkle Geheimnis dem Massaker steckt. Hier hat der Autor leider etwas zu dick aufgetragen und das Buch driftet fast schon in die Fantasy-Richtung ab. Damit hat er sich keinen Gefallen getan, aber dennoch handelt es sich trotz der Kritikpunkte um ein wirklich gelungenes Debüt, dass Lust auf mehr macht! Fazit: Auch wenn die anfängliche Begeisterung allmählich nachgelassen hat, ist "Der Tod so kalt" ein sehr lesenswerter und atmosphärisch dichter Spannungsroman. Ich vergebe 3,5 Sterne.

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... bietet "Der Tod so kalt", und das mit einem deutlich gut recherchierten Hintergrund: Der Autor hat sich selbst journalistisch mit der Bergrettung beschäftigt und gibt seinem Protagonisten das "Journalsten-Gen" mit. Einen Stern Abzug gibt es für die kleinen Längen im Buch - die vielleicht aus genau diesem Hintergrund entstanden sind, aber auch in der Folge des Buches irgendwann Sinn machen. Dennoch sind es für den Leser erst einmal Längen, die sich jedoch dann in der weiteren Spannung auflösen.

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Ich bin bei Büchern sehr oft ein optischer Leser. Ist das Cover irgendwie ansprechend, verführt mich auch das Buch zum Lesen. Hier dachte ich sofort, mich erwartet eine gruselige Berg-Geschichte und sehr schnell war klar, meine Vorahnung würde sich bestätigen. Der Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger kommt mit seiner Familie nach Siebenhoch, einem kleinen Ort in Südtirol, der ganz in der Nähe der Bletterbachschlucht liegt. Dort kamen vor 30 Jahren drei junge Menschen gewaltsam zu Tode. Jeremiahs Schwiegervater fand damals die grausam zugerichteten Leichen und der Verantwortliche wurde nie gefasst. Schnell beginnt er nun selbst Nachforschungen anzustellen und gerät dabei selber in Gefahr. Denn nicht jeder im Dorf möchte scheinbar das die Wahrheit von damals ans Licht kommt und so wird Jeremiah sogar zusammen geschlagen, um ihn von seiner Suche abzubringen. Er verbeißt sich aber immer weiter darin, auch auf Kosten seiner Ehe. Hier hätte ich ihn durchaus gern mal geschüttelt und an die Vernunft appelliert. Mein Fazit hier Der Schreibstil ist absolut fesselnd für mich gewesen. Aber das Ende nicht ganz was ich erwartet habe, denn wenn man eigentlich denkt jetzt ist das Rätsel gelöst geht es noch einmal in eine zweite Richtung weiter, was mich etwas gestört hat. Für einen Debütroman hat Luca D’Andrea aber einen spannenden Thriller abgeliefert und ich freue mich auf weitere Bücher des Autors. Noch nebenbei erwähnt sei, dass im Thriller einiges an Geschichtlichem und Hintergrund zu Südtirol verstrickt ist. Sowas verbuche ich immer unter einem dicken Plus. Das hat mir auch tatsächlich, trotz des eher gruseligen Settings des Buches, Lust gemacht mal nach Südtirol zu fahren und mir alles mal live anzusehen.

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Jeremiah Salinger verbringt einige Zeit mit seiner Frau in deren winzigem Heimatort Siebenhoch, mitten in den Bergen von Südtirol. Als er von den Bletterbach-Morden erfährt, lässt ihn der Gedanke an diese Morde nicht mehr los, obwohl sie bereits vor gut dreißig Jahren stattfanden. Damals gab es während eines heftigen Unwetters ein regelrechtes Massaker in der Bletterbachschlucht, der Täter wurde nie gefunden. Kann es wirklich sein, dass niemand im Dorf weiß, was damals geschah? Salinger startet eigene Nachforschungen, auch wenn er seiner Frau hoch und heilig versprochen hat, alles ruhen zu lassen. Doch der Fall wird für ihn immer mehr zu einem Sog und er kann nicht anders, als sich damit zu beschäftigen. Nach und nach wird klar, dass er so nicht nur seine Ehe aufs Spiel setzt. Jeremiah Salinger, eigentlich Dokumentarfilmer statt Ermittler, war für mich zwar keine Identifikationsfigur, dennoch habe ich mich mit in seine Geschichte hineinziehen lassen. Mit jedem Detail, dass er ans Licht bringt, habe auch ich mitgerätselt, wie dieses Stückchen Information einzuordnen ist und lange Zeit hatte ich keinerlei Idee, was sich wirklich in der Schlucht ereignet hat. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und sicher nicht jedermanns Fall. Erzählt wird aus Sicht von Salinger. Dabei ist jedes Kapitel nochmals unterteilt in erstens, zweitens, drittens usw. Daher gleicht die Erzählweise immer wieder einer Aufzählung von Ereignissen, besonders, wenn die durchnummerierten Abschnitte nur ein paar Zeilen umfassen. Doch es gibt ebenso auch längere, mehr erzählendere Abschnitte. Dieser ganz eigene Stil ist gut an den Aufbau des Plots angepasst, so dass trotzdem schnell Spannung und eine leicht bedrohliche Grundstimmung erzeugt wird. Die Atmosphäre in den kargen, lebensfeindlichen Bergen, die ablehnende Haltung der Bevölkerung und auch Salingers innerer Drang das alles wird gut eingefangen. Neben den lange zurückliegenden Morden und Salingers Geschichte, wird auch viel über das Dorf Siebenhoch, seine Geschichte und Brauchtümer erzählt. Dies war für mich nicht immer so interessant, aber sie waren in Teilen wichtig für die Ereignisse und insgesamt herrschte eine ausgewogene Balance zwischen den einzelnen Komponenten. Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich die Auflösung. Eigentlich in sich logisch, doch die Art, wie die Lösung präsentiert wurde, wirkte auf mich überzogen und zu dramatisch. Dennoch konnte mich das Buch bis zum Ende fesseln und hat mir ein paar spannende Lesestunden beschert. Zuletzt noch ein paar Worte zum Einband des Buches, den ich nicht nur von der Optik her gelungen finde. Neben den leicht erhabenen Buchstaben des Titels sind die Illustrationen auf dem Cover und auch auf der Rückseite des Einbandes mit einer rauen Beschichtung überzogen. Sie fühlen sich beinahe so wie die Oberfläche von Steinen oder Felsen an und das Buch ist dadurch auch haptisch ungewöhnlich. Mein Fazit: „Der Tod so kalt“ ist ein spannender Thriller, den der Autor Luca D’Andrea geschickt aufbaut und der auf den Leser leicht eine ähnliche Sogwirkung haben kann, wie die Bletterbach-Morde auf Salinger. Nachdem dies erst der erste Roman des Autors ist, dürfen wir gespannt sein, was er sich als nächstes ausdenkt. Ich würde jedenfalls direkt nochmal zu einem Thriller aus seiner Feder greifen.

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Ein Thriller (oder doch eher ein Krimi?) der mich eigentlich sehr gut unterhalten hat, wenn da nur nicht die vielen Namen gewesen wären, mal wird nur der Vorname, dann nur der Nachname erwähnt, zum Glück hatte ich mir schon vorher Notizen gemacht, da ich mich und meinen Namensüberblick kenne. Das hat mich oftmals verwirrt, tat der Story aber keinen Abbruch. Da die Kapitel recht kurz gehalten wurden, flog ich förmlich durch die Geschichte, was auch den eigenwilligen, von mir aber positiv gemeinten, Schreibstil des Autors ausgemacht hat. Gerade als ich das Gefühl hatte, die Geschichte wird etwas ruhiger, zack, hat der Autor wieder an der Spannungsschraube gedreht. Luca D´Andrea hat die Natur so ausdrucksstark und wundervoll beschrieben, das ich direkt Lust bekomme den nächsten Urlaub in den Bergen zu verbringen. Diese Ausführungen haben mir sehr gut gefallen, hinzu kommen noch die Rückblenden, die sich gut eingefügt haben. Durch den ICH-Charakter kommt man dem Hauptprotagonisten Salinger sehr nah und auch die restlichen Personen sind authentisch und sympathisch. Dieses Buch hat von allem irgendwie etwas: ein bisschen Grusel, ein bisschen Mystik, Spannung, verschrobene Dorfbewohner, eine ungewöhnliche Geschichte und ein völlig überraschendes Ende. Auf alle Fälle sehr lesenswert !!!

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Jeremiah Salinger, ein amerikanischer Drehbuchautor, produziert eine erfolgreiche Fernsehserie. Als er mit seiner Frau in ihr Heimatdorf in Südtirol zieht, ist er dort trotzdem nur ein Fremder. Er gehört nicht zur Dorfgemeinschaft, da er kein Einheimischer ist. Nachdem er eine neue Idee für eine Fernsehserie in Südtirol in die Tat umsetzt, passiert eine schreckliche Tragödie. Davon traumatisiert, schwört er sich und seiner Frau, Urlaub zu nehmen. Aber dann fesselt ihn ein brutaler Mord an drei jungen Leuten, welche 1985 an der Bletterbachschlucht brutal hingerichtet wurden. Nur durch diese Geschichte fühlt er sich wieder lebendig, aber nur durch diese Geschichte schweben er und seine Familie auch in Gefahr. Er kann trotzdem nicht mit der Ermittlung aufhören, bevor er das Rätsel gelöst hat. Und das Schicksal der drei Toten ist auch das Schicksal vieler anderer, die dran zerbrochen sind. Stil, Machart, Meinung Dieser Thriller ist ausschließlich in der Ich – Perspektive erzählt und bekommt so eine sehr persönlichen und realistischen Beigeschmack. Man fühlte sich tatsächlich mittendrin. Es tickt nicht –wie bei den meisten Thrillern - direkt eine Uhr durch die Seiten, es muss kein Täter gefasst werden um weitere Opfer zu retten. Es gibt einfach einen Mann in einem Dorf, der seine Neugier und Faszination nicht zügeln kann und so zu vielen Leuten zu viele Fragen stellt. Ich dachte oft: „Mein Gott Salinger, hör bloß auf, Fragen zu stellen“ und genau so oft „was ist damals bloß passiert?“. Damit hatte mich der Autor wohl genau dort, wo er mich auch haben wollte. Dieser Thriller ist recht dick und langatmig, aber trotzdem nicht detailüberladen und langweilend. Das Buch ist auch ein wenig Roman, welcher zwei Hauptstränge hat und dadurch viele Nebenhandlungen und Charaktere entwickelt. Einmal der Ich –Erzähler mit Frau, Tochter und Schwiegervater in der Gegenwart und dann die drei ermordeten Leute im Jahre 1985 und deren Leben, Probleme, Feinde sowie die Auswirkungen auf einige Zeitzeugen. Die Schreibweise des Autors ist fluffig und es gibt auch viele lustige und ironische Bemerkungen. Ich hatte vor Jahren mal einen „Krimi“ aus Südtirol gelesen, der mehr einem begeisterten Reiseführer sowie einer Ötzi – Dokumentation glich als einem spannungsgeladenen Krimi. Dieser Thriller hier offenbart auch interessante Details aus dem Leben in Südtirol sowie der Landschaft, jedoch ist es interessant und geschickt in die Geschichte eingebaut. Auch Ötzi kommt kurz wieder vor, ohne Ötzi geht ein in Südtirol spielendes Buch wohl nicht. Aber hier stören mich die interessanten landestypischen, geologischen und historischen Fakten nicht – ganz im Gegenteil: Sie machen die Geschichte sehr realistisch. Der Plot und die einzelnen Charaktere konnten mich überzeugen, auch das Ende war schlüssig und konnte sowohl überraschen als auch Action bieten. Fazit Ich vergebe fast 5 Sterne, sagen wir mal 4,5. Der Thriller hat alles, um mich zu fesseln. Ich habe nichts entdeckt, was mir nicht gefällt und sogar das etwas Langatmige gemocht, weil es interessant war. Für die Höchstpunktzahl fehlt noch das ganz Besondere, das Geniale. Für Thriller- und auch Krimifans ist dieses Buch sicher eine gute Sache. Auch Südtirol – Fans oder Südtiroler dürften ihre Freude an der Geschichte haben, da viele regionale Aspekte gut in die Geschichte eingewoben sind. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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„Verschwinde, zischte die Bestie. Verschwinde“ (S. 140) Es war weniger die Geschichte in diesem Buch die mich so faszinierte, sondern die Sprache und der Ausdruck. Es war das Zischen und das Knistern des Eises, das Flüstern der Bergmasse, das Grollen in der Bergschlucht. All dass war die Stimme der Bestie und sie sprach die ganze Zeit mit mir und flüsterte all die Geheimnisse heraus, die sich versteckt hielten, manche seit 30 Jahren, manche erst seit kurzer Zeit und manche so uralt. Siebenhoch, ein Ort in Südtirol, an den es Jeremiah Salinger verschlagen hat, lebt mit und in seinen Erinnerungen. Die Einwohner sind naturverbunden und einer hilft dem anderen, nur Fremden gegenüber offenbaren sie sehr schnell ihr wahres Gesicht. Festgefahren in ihren Bräuchen und Sitten können sie nichts anderes akzeptieren und obwohl seine Frau Annelise eine von ihnen ist, gehört Salinger doch nicht dazu. Als ein tragischer Unfall geschieht, ist es nur Salinger der überlebt und dass kann weder er, noch die Bewohner verzeihen. „Denn ich hatte die schwerste Schuld überhaupt auf mich geladen. Ich hatte überlebt“ (S. 46) Der Einstieg in das Buch ist wie eine beginnende Dokumentation – Salingers Leben in den USA, seine Arbeit, seine Erfolge und Misserfolge und warum es ihn überhaupt nach Siebenhoch zieht. Stellenweise etwas langatmig, so viele Details, bei denen ich nicht sicher war ob ich all das wissen muss und will. Immer wieder kommt es in der Geschichte zu diesen „Entgleisungen“ – Schilderungen zu Personen, Orten und Begebenheiten – und doch hat es mich alles irgendwie gefesselt. Salinger, der alles aus seiner Sicht erzählt und damit sehr viel Raum einnimmt. Ein smpathischer Charakter, der leidet aber nicht in Selbstmitleid zerfließt. Depressionen die ihn über Wochen und Monate verfolgen, bis er eine Aufgabe bekommt – fast so als hätte sie darauf gewartet dass er kommt – zu recherchieren und nachzuforschen, was damals geschehen ist, in der Bletterbach-Schlucht. Dieser Mord an drei jungen Menschen, grausame Dinge die geschehen sind vor 30 Jahren und damit seinen Ehrgeiz wecken und ihn zu einem Bessesenen machen. Seine Familie leidet unter dieser Bessenheit und nur seine kleine Tochter Clara kann ihn immer wiederzurückholen. Sie braucht nicht viel dazu, nur ein paar Buchstaben – ein Spiel das beide immer spielen und in dem Buch fast schon zelebriert wird. 4 Buchstaben – PAPA 5 Buchstaben – CLARA „Wahnsinn lagert sich ab, und dann frisst sich der Hass in die Seele und gebiert Blutdurst.“ (S. 456) Böse – sehr böse wird es. Denn Salinger ist nicht der einzige Besessene in dieser Geschichte. Es gilt hinabzusteigen in dieses dunkle Gewirr aus Schuld und Unschuld. Wer weiß was? Wer tut nur so? Und wer verschweigt mit die wichtigsten Dinge, die sich zugetragen haben? Salinger folgt allen erdenklichen Spuren, kommt mehr als einmal vom Weg ab und strauchelt, fällt auf die Schnauze und rappelt sich doch wieder auf. Es war diese Bessenheit die mich am Buch hielt und weil ich es unbedingt wissen wollte – alles – über den Mord in der Bletterbach-Schlucht, die Sagen und Legenden um die Höhlen und die Menschen. Salinger ist als Journalist und Dokumentarfilmer ein Geschichtenerzähler. Genau das hat er großartig gemacht (oder besser gesagt der Autor), eine Geschichte erzählt, haarsträubend, spannend und manchmal etwas wirr. Ein tolles Settimg in den Bergen und in der Schlucht. Eine Wanderung durch Naturschauspiele, mit allen damit verbundenen Gefahren. Die Bestie, was ist es oder wer ist es? Der Gletscher, das Bergmassiv, die Schlucht, der Mensch? Wer oder was lauert dort? Kann etwas nicht von dieser Welt sein und gleichzeitig doch? Wie unvorstellbar ist das Unvorstellbare? Aber was weiß ich schon? So viele Orte auf dieser Welt, die noch ursprünglich sind, fernab aller Zivilisation. Was weiß ich was es dort alles gibt? Vielleicht mit ein bisschen Fantasie Unglaubliches? Etwas das nicht sein kann? Das liebe ich so an Büchern – immer etwas Neues, Besonderes, Anderes – und deswegen so gut, man muss sich nur darauf einlassen. 10 Buchstaben – lesenswert! Rezension verfasst von © Kerstin

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Dieses Buch erzählt mehrere Geschichten. Zuerst natürlich die der lange zurückliegenden Morde an den 3 Freunden in der Bletterbachklamm. Bis heute ungelöst, werden sie für Salinger zu einer fixen Idee. Er macht zusammen mit seinem Freund Mike Dokumentationen. Nach seinem letzten großen Erfolg zieht er sich für eine Weile mit seiner Frau Anneliese und ihrer gemeinsamen Tochter Clara in Annelieses Heimatdorf in Südtirol zurück. Dort kommt er in Kontakt mit dem örtlichen Bergrettungsteam und will seinen nächsten Film über diese Leute machen. Dann passiert ein tragischer Unfall, der Salinger traumatisiert zurücklässt. Er soll sich ausruhen und nichts tun. Aber das tut ihm noch weniger gut und so verbeißt er sich schon bald in diesen ungelösten Mordfall. In weiten Teilen geht es aber auch um Menschen, die in einem kleinen abgeschiedenen Dorf ihre Eigenheiten entwickelt habe; um altes Brauchtum; um Familie; ums Dokumentarfilmen. Vielen Themen finden Einzug in das Buch und die Geschichte. Das klappt eigentlich erstaunlich gut, nimmt zugleich aber viel Spannung aus der Krimihandlung, um die es ja im Grunde geht. Ich kam auch ein wenig durcheinander mit den vielen Namen. Mal wird der Vorname genannt, mal der Nachnahme, gelegentlich auch mal der Beruf. Manchmal gibt es kleine Cliffhanger, manchmal unheilvolle Andeutungen auf das, was sogleich folgen wird. Luca d’Andrea hat einen eigenwilligen Schreibstil. Dabei hapert es ein wenig bei der direkten Rede. Gesprächspartner werden zu Stichwortgebern. Das empfand ich als ein wenig irritieren und unnatürlich. Ansonsten klappt der Erzählfluss ganz gut. Ein wenig seltsam ist der Hang zur Gewalt bei vielen der Figuren. Anscheinend ist man in Südtirol besonders rauflustig. Aber auch Salinger selber hat ein paar Anger Issues. Er hat sich oft nicht im Griff und hat allgemein einen Hang zur Dramatik. Seine Frau Anneliese bringt auch beklagenswert wenig Verständnis für seinen Beruf auf und seinen Wunsch, nach diesem schrecklichen Unfall nicht nur untätig im Sessel zu sitzen und mit der Tochter zu spielen sondern auch wieder mit der Arbeit zu beginnen. Natürlich hat er sich ein heikles Thema ausgesucht, das tiefe Wunden bei den Menschen in dem Dorf aufwirft, aber insgesamt fand ich die viele negative Energie, die ihm entgegenschlägt, doch etwas übertrieben. Trotz meiner Kritik habe ich das Buch aber gerne gelesen. Der Autor kann sehr gut die Gefühle beschreiben, die eine beeindruckende Landschaft auslösen kann. Er zeigt uns sie eher gefühlsmäßig als plastisch. Das hat mir gefallen und sogar den Wunsch geweckt, mal nach Südtirol zu fahren und dies Klamm zu besuchen, obwohl ich mich von hohen Bergen umgeben immer recht unwohl und beklommen fühle. Vielleicht hat dieses Buch bei mir deswegen so viele richtige Knöpfe gedrückt. Es hätte etwas gestraffter sein können und mehr Augenmerk auf die vielschichtige Krimistory, die auch einige unheimliche Facetten hat, legen können. Man sollte sich eher auf ein ruhiges Buch einstellen mit einem etwas eigenwilligen Schreibstil. 3,5 Sterne

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