Leserstimmen zu
Nein! Ich geh nicht zum Seniorenyoga!

Virginia Ironside

Das Tagebuch der Marie Sharp (4)

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Der Roman beginnt mit einer Silvesterfeier im Haus der Hauptfigur Marie Sharp. Freunde und Familie sind versammelt, so dass man als Leser gleich einen guten Überblick über das bunte Ensemble bekommt. Das ist vor allem hilfreich, wenn man so wie ich die vorangegangenen Tagebücher von Marie noch nicht kennt. Die 69-jährige lebt in London und ist geschieden, hat jedoch die Beziehung zu ihrem Ex wieder aufgewärmt. Die harmonische Eintracht wird jäh gestört, als der spirituell angehauchte Untermieter Robin bei ihr einzieht. Dieser räuchert die ganze Wohnung, um sie vor Einbrechern zu schützen, vergisst jedoch die Gartentür, was schwerwiegende Folgen hat. Die Erlebnisse und Gedanken, die Marie in ihrem Tagebuch notiert, decken die ganze Bandbreite ab – von brüllend komisch über turbulent und verrückt bis hin zu schmerzvoll und tragisch. Ich war positiv überrascht, dass sich die Geschichten nicht nur um das Älterwerden und typische Generationskonflikte drehen. Wenn Marie dem Drängen ihres Enkels nachgibt und einen Apple Store aufsucht, um sich ein iPhone zuzulegen, wird der Kauf amüsant und zugleich realistisch geschildert. Sie lebt nach ihren Prinzipien, ist aber auch in der Lage, aus Rücksicht oder Empathie für ihre Mitmenschen nachzugeben. Ein besonderes Highlight ist Maries Reise mit ihren Freundinnen nach Indien. Es fällt ihr sichtlich schwer, sich vom Diener ihrer Gastgeber von vorne bis hinten bedienen zu lassen. Auch hier wird ihre Figur nuancenreich gezeichnet. Mal lässt sie ihren bissigen Humor aufblitzen, dann wieder überrascht sie durch eine empfindsame und warmherzige Seite. Im Laufe der Geschichte muss sie noch so manche Rückschläge erleiden und zeigt, wie verletzlich, aber auch stark sie ist. Ihre Lebensfreude ist ansteckend. Zum Schluss ist mir die Figur richtig ans Herz gewachsen.

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Bereits zum fünften Mal beginnt Marie Sharp ein Tagebuch. (Ja, auch wenn überall steht, dass es Band 4 ist: Ich habe mit diesem fünf Bücher im Regal.) Wie gewohnt berichtet die fast 70jährige aus ihrem Leben. Die ehemalige Kunstlehrerin führt auf den ersten Blick ein beschauliches Leben. Ihr einziger Sohn Jack wohnt mit seiner Familie zwar nicht weit weg, aber doch so, dass sie sich nicht mehr jeden Tag auf den Weg machen kann. Ihr Enkel Gene bedarf auch kaum mehr ihrer Fürsorge. Sollte Marie ihr Haus verkaufen, um näher bei ihrer Familie zu sein? Die Vor- und Nachteile entscheidet man nicht an einem Nachmittag. Erstmal überstürzen sich die Ereignisse und erfordern Beistand und eine kluge Vorgehensweise. Außerdem zieht erneut ein Untermieter in die oberen Räume ein. Robin scheint der perfekte Mitbewohner zu sein, damit das Haus mehr bewohnt wird. Es wird allerdings trotzdem eingebrochen. Dabei hat sie mit der Vorbereitung ihrer Indienreise schon genug zu tun. Virginia Ironside lässt uns mit den Tagebucheinträgen sehr nah an ihre Protagonistin heran kommen. Jede noch so kleine Bemerkung ruft auch beim Lesen eine Emotion hervor. Marie kennen wir als leicht sarkastische, gewohnheitsliebende, aber auch gutherzige Seniorin. Ihr Kater Pouncer lässt sie morgens aufstehen und rundet dieses Bild der Beschaulichkeit ab. In den vorherigen Bänden mussten wir auch immer schon Abschied von liebgewordenen Figuren nehmen. Ein Todesfall gehört quasi schon mit zum Tagebuch. Aber Marie schreibt auch über Gefühle, über Männer, hadert mit sich und wagt trotz der Zipperlein auch eine Reise nach Indien. Sie engagiert sich für Notleidende und findet in ihrem Tun Bestätigung. Sie bringt aber auch die Einsamkeit und Vergänglichkeit zur Sprache. Diese Themen werden von der Autorin ungeschminkt vorgetragen. Das bereitet die jüngeren Jahrgänge aufs Älterwerden vor und die älteren haben in einigen Punkten eine Identifikationsfigur. Obwohl die Bücher einer Chronologie folgen, setzen sie keineswegs die Kenntnis der anderen voraus. Figuren aus dem näheren Umfeld Maries werden ausreichend detailliert vorgestellt und auch Nebenfiguren bekommen ein Gesicht. Das Haus in Shepherd’s Bush gibt den Ereignissen einen Rahmen, der die aneinandergereihten Tage begreifbar macht. Die unterschiedlichen Charaktere ergänzen sich zum Teil, zum anderen Teil bringt es Spannung in die Gruppe. Die Situationen sind dadurch auch nicht frei von unfreiwilliger Komik, die allerdings von der Autorin perfekt eingesetzt wird. Sie mildert schockierende Szenen ab und lässt die Lebensweisheit weniger streng erscheinen. Marie Sharp verkörpert das Klischee der britischen Seniorin. Mit ihrer lakonischen Erzählweise und ihren pragmatischen Lösungen für verzwickte Situationen legt sie Spannung in das ansonsten gemächliche Tempo. Ihr Leben ist authentisch dargestellt. Wer den westlichen Londoner Stadtteil nicht kennt, wird dennoch die Kulisse mit den Reihenhäusern und kleinen Grünanlagen vor Augen haben. Die zwölf Monate waren viel zu schnell ausgelesen und ich hoffe auf ein neues Tagebuch. Die Hörbücher werden von Hannelore Hoger eingelesen. Ihre Stimme passt übrigens ganz hervorragend zu Marie.

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Marie Sharp schreibt wieder weiter Tagebuch :-) Das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann David wird besser und besser während ein neuer und gutaussehender Untermieter bei ihr einzieht. Außerdem plant sie mit ihren Freunden einen Trip nach Indien. Nebenbei besucht sie ihr Enkel Gene immer wieder und bringt seine Oma auf den neuesten Stand der Technik. Ja, bei Marie ist wieder einiges los... Endlich geht es wieder weiter mit der fleißig schreibenden Marie Sharp. Ihre Gedanken und Erlebnisse, die sie in ihr Tagebuch notiert, sind mal wieder super amüsant! Die Verwicklungen mit David (Maries Ex-Mann) und Robin dem neuen und attraktiven Untermieter bringen natürlich Schwung in die Bude. Und dann erst noch ihr Enkel Gene! Was habe ich gelacht, als der nun schon 9 Jährige seine Oma mit dem i-phone bekannt gemacht hat! Dagegen hat mich der Indien Trip eher nachdenklich gestimmt hat... Dann gibt es noch einen Täuberich, Einbrüche, Bäume und Drogen...! Ja, ihr merkt schon, es ist mal wieder alles dabei! Marie fährt wieder zu ihrer vollen Größe auf und es ist ein Genuss der absolut passenden Sprecherin Hannelore Hoger zu lauschen. Virginia Ironside hat aber wirklich einen guten Blick und ein gutes Gespür für Alltagskomik. Dieses Hörbuch kann ich echt wieder empfehlen :-)

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