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Leserstimmen (7)

Carmen Korn: Töchter einer neuen Zeit (Jahrhundert-Trilogie) (1)

Töchter einer neuen Zeit Reinhören

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Hörbuch CD (gek.) ISBN: 978-3-8371-3708-8

Erschienen:  26.09.2016
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Töchter einer neuen Zeit (Band 1)

Von: Blog-a-holic Datum : 12.05.2017

blog-a-holic.de/

Zum Inhalt:

VIER FRAUEN. ZWEI WELTKRIEGE. HUNDERT JAHRE DEUTSCHLAND.

Jahrgang 1900. Eine Generation, die zwei Weltkriege durchleben wird - Henny Godhusen ist eine von ihnen. 1918 stürzt sie sich voller Lebensfreude in die Hebammenausbildung in Hamburg-Uhlenhorst. Henny liebt das Viertel an der Alster, hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen und sie findet Freundinnen: Ida wohnt in einem der herrschaftlichen Häuser und weiß nicht viel vom Leben jenseits der Beletage. Käthe hingegen stammt aus einfachen Verhältnissen und unterstützt die Kommunisten. Und Lina führt als alleinstehende Lehrerin ein unabhängiges Leben. So verschieden die Frauen sind, so eng wird ihre Freundschaft über die Jahrzehnte ...

Authentisch und einfühlsam gelesen von der Autorin.



Über die Autorin:

Carmen Korn, Jahrgang 1952, ist die Tochter des Komponisten Heinz Korn. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin für den Stern. Carmen Korn lebt seit vierzig Jahren auf der Uhlenhorst. Sie ist in dem Viertel tief verwurzelt und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte. Carmen Korn ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder



Mein Fazit und meine Rezension:

In der Geschichte treffen wir auf vier Frauen und deren jeweiligen Lebensgeschichten in der Zeit vom März 1919 bis zum Dezember 1948.

Zunächst treffen wir auf die 19jährige Henny, die gemeinsam mit ihrer Freundin Käthe eine Hebammenlehre beginnt und in der Hamburger Frauenklinik Finkenau landet. Dabei erleben Henny und Käthe nicht nur das alltägliche Wunder der Geburt und die Pflege der Patientin und des Neugeborenen, sondern müssen auch inmitten der schwierigen Zeit von zwei Weltkriegen erfahren, dass Liebe, Freundschaft und Familie auch große Werte sind. Und vor allen Dingen Käthe strebt vielleicht doch ein anderes, ein politisches Ziel an - für eine Frau in der damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen.

Als nächstes lernt man die 17jährige Ida kennen. Reich und verwöhnt, das beschreibt sie am besten. Wenn sie etwas möchte, dann erhält sie es auch. Doch nicht immer läuft im Leben alles so, wie man es sich wünscht und Freiheit ist bekanntlich nicht käuflich.

Zu guter Letzt läuft uns auch noch die 20jährige Lehrerin Lina über den Weg, die vom Aufbruch in eine neue Zeit gezeichnet ist und sich nicht mit dem Alten abgeben kann und will. Sie unterrichtet in einer Versuchsschule und lehrt dort nach den Ideen der Reformpädagogik.

Die vier Geschichten sind nicht immer einfach zu verarbeiten, insbesondere dann nicht, wenn man sich auch den historischen Hintergrund genauer anschaut und sieht, wie dieser die Protagonistinnen beeinflusst. Natürlich handelt es sich hierbei um junge Mädchen, die im Grunde genommen alle dasselbe wollen: Liebe, eine Familie, aber auch ihre Freiheit selbst zu entscheiden. Doch wie soll man so etwas zwischen zwei Weltkriegen erreichen?

Der Charakter, der mir am meisten imponiert und somit am besten gefallen hat, war die junge Lehrerin Lina. Sie lässt sich nicht in enge Fesseln zwängen und probiert etwas Neues aus. Sie interessiert sich für Kulturen, ist weltoffen und möchte ihren Horizont erweitern. Und genauso wie sie kann ich auch ihre Skepsis gegenüber ihrere Schwägerin Henny teilen, die bereits in jungen Jahren eine Familie gründet und so von ihren Träumen abkommt. Bei Lina merkt man als Leser/Zuhörer am meisten den Umbruch und ihren Wandel hin zu ehrgeizigen Zielen.

Von Ida hätte ich - ich gebe es ehrlich zu - manchmal mehr erwartet. Gerade sie, die reich und einflussreich war, lässt sich mit einem ebenso reichen Mann verheiraten und verliert dadurch ihre Freiheit. Im Haushalt hat sie dank der Haushälterin nichts zu tun und beginnt eine Affäre, die wohl immer nur eine solche bleiben wird. Gerade ihr hätte ich mehr Zielstrebigkeit und auch Mut zugetraut. Doch dann habe ich mich gefragt, wie es wohl mir ergangen wäre? Wie hätte ich reagiert und hätte ich überhaupt reagieren können oder wäre ich - aufgrund der Zeit - doch eher zurückgewichen und hätte nur funktioniert oder nur das getan, was mir gesagt wurde?

Ich habe, während ich den Geschichten gelauscht habe, viel darüber nachgedacht und bin bis jetzt noch zu keinem Ergebnis gekommen. So viele Emotionen und Probleme - auch alltägliche, die wir heute noch haben - sind auf mich eingestürzt, dass ich manches Mal einfach nur meinen Hut vor den Damen gezogen hätte.

Ein besonderes Augenmerk der Autorin liegt aber nicht nur auf den Figuren und deren emotionalen Befinden bzw. Bedürfnisse, sondern eben auch auf der damaligen Zeit. Die Schauplätze werden anschaulich wiedergegeben. Ich selbst war erst vor einigen Tagen in Hamburg gewesen und mir ist, als sei ich dort auch schon in anderen Zeiten gewandelt. Carmen Korn möchte nicht nur ihre Geschichte erzählen, sondern den Hörer/Leser auch in die damalige Zeit entführen und ihn dort selbst erleben lassen.

Und obwohl eine Hörzeit von über 10 Stunden (bei 8 CDs) nicht gerade wenig ist und man schon darauf sehr viel Information verpackt hat, hat mich das Ende doch abrupt getroffen und hinterlässt mich natürlich mit dem Gedanken an Band 2. Ich muss ihn unbedingt lesen/hören!

Töchter einer neuen Zeit

Von: Madame Flamusse Datum : 01.05.2017

https://reingelesen.wordpress.com/

Ein Hörspiel von der Autorin selbst gelesen, und das sehr gut. Die Lesung stimmt einfach. Die Geschichte umfasst eine lange Zeit vom Ende des 1. WK bis nach dem 2. WK. Es geht hauptsächlich um 3 Frauen und ihre Familien und natürlich um die Ereignisse dieser Zeit.

Sie sind welche von den Guten, wie meistens in diesen Geschichten aus dieser Zeit, das geht mir ehrlich gesagt so ein bisschen auf den Senkel bei solchen Erzählungen die den Nationalsozialismus streifen. Es gibt dort meistens sehr eindeutige Figuren. Schwarz oder Weiß. Trotzdem hat mich die Geschichte recht gut unterhalten. Allerdings hatte ich immer wieder das Problem die Frauen auseinander zu halten, so ganz hab ich den Überblick auch am Ende der Cd´s nicht gewonnen, und würde deshalb doch eher zum Buch raten oder zu einem sehr konzentriertem hören. Die Geschichte und Ihre Heldinnen finden aber sicher ihre Leser- bzw. Hörerschaft.
Die Box enthält 8 Cd´s mit einer Spielzeit von ca. 10h. Und leider nur ein sehr knappes Begleitblatt. Das hat mir eindeutig gefehlt, ein Begleitheft, wo man ja auch nochmal kurz die Hauptfiguren hätte vorstellen können. Im Mai erscheint nun der 2. Teil der Saga.

4 bewegte Frauenleben

Von: Petra Radtke Datum : 05.04.2017

petrasbuecherinsel.blogspot.de/

Der Roman hat mich sehr interessiert,da er genau die Zeit beschreibt, in die meine Großeltern hineingeboren wurden. Eine Generation, die wertvolle Lebensjahre durch 2 Weltkriege verloren hat...
Ich wollte mehr über das Leben der jungen Menschen in der damaligen Zeit erfahren und wurde nicht enttäuscht.
4 junge Frauen, alle Jahrgang 1900, deren Geschichte hier über Jahrzehnte erzählt wird, begleitet der Leser in ihrem Alltag, der sehr unterschiedlich ist, da sie aus verschiedenen sozialen Schichten kommen. Ida, Henry, Käthe, Lina haben wie fast alle junge Frauen in ihrem Alter den Wunsch nach einem erfüllten Leben, nach Liebe, einer glücklichen Familie. Doch die gesellschaftlichen Zustände im damaligen Deutschland lassen nicht bei jeder diese Wünsche in Erfüllung gehen.
Das Schicksal führt die 4 Frauen zusammen und sie erleben gemeinsam, wie wichtig ihre Freundschaft in der damaligen Zeit ist... Die Autorin versteht es sehr gut, ihre Geschichte mit den gechichtlichen Ereignissen der damaligen Zeit zusammenzuführen.
Der Roman spielt in Hamburg in den Jahren 1919 bis 1948.
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gelesen. Da die Handlungsstränge sehr wechseln, fehlten mir beim Vorlesen die Titel der einzelnen Kapitel. Ich habe mir dann noch das Buch besorgt und konnte beim Selberlesen besser mit den Handlungssträngen und den doch vielen handelnden Personen zurechtkommen.
Gut finde ich im Buch auch eine Karte von Hamburg mit den Orten, an denen die Geschichte spielt.Auch ein Glossar mit Erklärungen zu einzelnen Ortsnamen und Begriffen aus der damaligen Zeit finde ich gut zur Ergänzung zum Roman.
Insgesamt hat mich die Handlung mitgerissen und gefesselt. Die einzelnen handelnden Personen sind von der Autorin gut charakterisiert und man taucht als Leser in das damalige tägliche Leben mit all seinen Problemen , aber auch Freude,ein.
Der Roman ist der erste Teil einer Triologie und ich bin schon gespannt,wie es nun nach dem Krieg mit den Freundinnen weiter geht - muss mich aber noch bis zum Sommer gedulden.
Ich kann dieses Buch nur jedem Leser empfehlen, der mehr über das Leben in der damaligen Zeit wissen möchte.

Vier Frauenleben verstrickt in die Geschichte der 1920er Jahre

Von: YukBook Datum : 10.01.2017

www.yukbook.me

Im Stadtviertel Uhlenhorst, dem geografischen Mittelpunkt Hamburgs, spielt diese Geschichte von Carmen Korn – allerdings nicht in der heutigen Zeit, sondern vor knapp hundert Jahren. Das Alsterufer dort trägt den Namen ‚Schöne Aussicht’, da sie einen Blick auf den Michel, den Fernsehturm und zahlreiche Kirchtürme bietet.

Und welche Aussichten hatten die Frauen in der damaligen Zeit? Davon erzählt diese Geschichte, die sich um vier Frauen, ihre Freundschaft und ihre unterschiedlichen Lebenswege dreht. Henni und Käthe zum Beispiel beginnen im Frühjahr 1919 eine Ausbildung zur Hebamme an der Frauenklinik Finkenau. Henni ist ehrgeizig, hat viele Pläne, doch als sie sich in den Arzt Lud verliebt und schwanger wird, verläuft ihr Leben anders als erwartet während Käthe sich politisch engagiert und die Kommunisten unterstützt. Einen Einblick in höhere gesellschaftliche Schichten und in schicke Villen der Gründerzeit gibt uns die Figur Ida, die in eine unglückliche Ehe mit einem reichen Bankdirektor gezwungen wird. Da sich die Haushälterin Mia um alles kümmert, hat Ida nicht viel mehr zu tun, als ihrer Liebe zum Chinesen Tian nachzutrauern.

Durch die Heirat mit Lud lernt Henni seine Schwester Lina kennen – für mich die interessanteste Figur in dem Roman, da sie die Aufbruchsstimmung, die Neugier und den Mut zu einem emanzipierten Leben am stärksten verkörpert. Sie kann nicht nachvollziehen, warum ihre Schwägerin, die so viele Pläne und Ehrgeiz hatte, in jungen Jahren eine Familie gründet. Lina vertritt die Ideen der Reformpädagogik und unterrichtet an einer Versuchsschule, interessiert sich für den Expressionismus und zieht in eine Mansarde – bereit für einen Neuanfang.

Was die Handlung betrifft, hätte ich mir etwas mehr Spannung und überraschende Wendungen gewünscht. Doch die Stärken des Romans liegen für mich woanders. Carmen Korn versteht es, durch detailreiche Beschreibungen Figuren, Schauplätzen und der damaligen Epoche Leben einzuhauchen. Die Sehnsüchte der Figuren und ihre wachsende Angst vor dem Aufstieg der Nationalsozialisten sind immer wieder präsent. Auch die Charakterisierung der Männer kommt nicht zu kurz: zum Beispiel Käthes Mann, ein linker Romantiker, der in die KPD eintritt, Lud, der sich etwas Kindliches bewahrt hat und bei Frauen das Gefühl auslöst, ihn behüten zu wollen, oder der Arzt Theo Unger, der kein Glück bei Frauen hat.

Wer weiß, ob ich bei der Buchversion der Geschichte mit der gleichen Aufmerksamkeit gefolgt wäre wie diesem Hörbuch. Die Autorin liest selbst und beweist ein großes Talent dafür. Mal kühl-sachlich, mal empathisch zieht sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme die Hörer in den Bann. Man kann nur hoffen, dass die porträtierten Frauen und ihre Nachfahren im nächsten Band der Trilogie auf schönere Aussichten im Leben hoffen dürfen.

Freundschaft in einer schweren Zeit

Von: die.buecherdiebin Datum : 06.01.2017

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Töchter einer neuen Zeit" ist der erste Teil einer Jahrhundert-Trilogie.
Hamburg 1919. Im Nachkriegsdeutschland freunden sich vier junge Frauen an. Henny und die rebellische Käthe, die zusammen eine Hebammenausbildung beginnen. Ida, eine Tochter aus gutem Hause, die auf Wunsch ihres Vaters und aus finanziellen Gründen einen ungeliebten Mann heiratet und Lina, die mit ihrem Bruder zusammenlebt und Lehrerin werden möchte.
Über ihre Freundschaft und ihre Schicksale erzählt Carmen Korn in diesem ersten Teil.
Leider habe ich den Fehler gemacht, dieses Buch als Hörbuch zu hören, statt zu lesen. Als Buch hätte es mir sicher besser gefallen. Obwohl die Autorin selber liest, war mir die Stimme zu emotionslos und durch die vielen Charaktere und Kapitel, die ohne Übergang wechseln, verlor ich manchmal den Überblick.
Zu Beginn der Geschichte ist gerade der erste Weltkrieg vorbei und vier junge Frauen (Henny, Käthe, Ida und Lina), die alle um die Jahrhundertwende geboren wurden, haben Träume und schmieden Zukunftspläne. Im Laufe der Jahre lernen sich alle kennen und freunden sich dauerhaft an.
Der Autorin gelingt es, die Lebensverhältnisse, Probleme und Schicksale aller Charaktere glaubhaft zu schildern.
Da die Geschichte aber über einen Zeitraum von fast 30 Jahren erzählt wird, tauchen sehr viele Personen und somit auch Namen auf. Partner, Freunde, Kollegen, Nachbarn, Bedienstete, Eltern und andere. Für mich waren das eindeutig zu viele und so konnte ich mit den meisten Charakteren nicht so richtig warmwerden und mitfiebern.
Fazit: Trotz allem ein gutes Buch über eine Generation, die gleich zwei Weltkriege miterleben musste.