Leserstimmen zu
So, und jetzt kommst du

Arno Frank

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Was als beschwingtes Roadmovie mit einem Luxusleben an der Côte d’Azur beginnt, nimmt in Lissabon seinen prekären Lauf und endet brutal in der Nähe von München. Arno Frank verwandelte die bittere Geschichte seiner Kindheit in ein packendes Drama, ohne dabei rührselig zu werden. Der Grundton des Romans - lapidar und fein ironisch - betont das Tragikomische der Ereignisse. Spannende Unterhaltung, von Devid Striesow gewohnt souverän gelesen.

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Eine ganz normale fünfköpfige Familie, die plötzlich über eine Menge Geld verfügt und nach Frankreich auswandert. Kommt zwar nicht täglich vor, an sich aber dennoch nicht unbedingt ungewöhnlich. Allerdings wirkt das recht überstürzte Aufbrechen auffällig, als läge etwas im Verborgenen, das bisher jedoch weder für den Hörer noch für alle Protagonisten greifbar ist. Entsprechend bleibt nur abzuwarten wie sich das Geschehen weiterhin entwickelt, um möglicherweise über Hinweise zu stolpern, die darauf hindeuten womit man es hier zu tun hat. In seinem autobiographischen Roman erzählt Arno Frank erschreckend authentisch von seiner Kindheit und Jugend, die alles andere als normal verlief. Gemeinsam mit Sprecher Devid Striesow nimmt er den Hörer mit auf eine Reise ins Ungewisse, vielleicht sogar ohne Wiederkehr. Alles kann, nichts muss, überhaupt scheinen Regeln nur Richtlinien und Auslegungssache zu sein. Sich ins Gedächtnis zu rufen, dass es sich um keine fiktive Darstellung hat, ist nicht notwendig, die Realität ist in jedem Wort, in jedem Satz und in jeder Emotion spürbar. Leider liegt hier jedoch auch die Gefahr, dass Passagen zu langwierig ausfallen, die Handlung dadurch stagniert und der zuvor entstandene Bann gelöst wird. Auch Arno Frank ist davor nicht gefeit. Trotz wirklich grandioser Sprecherleistung und interessantem wie mitreißendem Inhalt, kommt es immer wieder zu Sequenzen, denen eine Kürzung durchaus gutgetan hätte. Sicherlich sollte hier keine Spannungskurve á la Krimi oder Thriller erwartet werden, nichtsdestotrotz sind Schwankungen im Erzählfluss ebenfalls ein Kriterium, wenn es um positive oder negative Hörerlebnisse geht. "So, und jetzt kommst du" ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, man sollte sich eventuell im Vorfeld über den Inhalt informieren. Hat man die Entscheidung gefällt das Wagnis einzugehen, wird sich ein Gefühlspotpourri entladen, welches man so selten gesehen hat. Es wird definitiv kontroverse Meinungen geben, auf jeden Fall sollte sich jeder sein eigenes Bild machen.

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