Leserstimmen zu
Harz

Ane Riel

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Zum Inhalt Jens Haarder wächst mit seinem Bruder und seinen Eltern auf einer Insel auf. Die Insel besteht aus der Hauptinsel und einem kleinen Stück der sich Kopf nennt. Dort wohnen die Haarders. Jens lebt auch später mit seiner Familie dort. Die Geschichte der Haarders geht um Liebe die zur Obsession wird. Mittendrin ein kleines Mädchen namens Liv. Sie darf sich nicht zeigen, denn sie gilt als tot. Meine Meinung Ane Riel hat mit ihrem Buch Harz einen außergewöhnlichen Thriller erschaffen, der für viel Mitgefühl und Schockmomente sorgt. Das Buch erscheint im August 2019 im btb-Verlag der Randomhouse House GmbH. Übersetzt wurde das Buch aus dem dänischen von Julia Gschwilm. In dem Buch Harz geht es um die dunkle Liebe einer Familie oder mehr eines Vaters, die zur reinen Obsession wird. Mittendrin lebt seine Tochter Liv. Sie mal wie ein Kind und mal wie ein Erwachsener. Die Umstände in denen die Familie lebt sind äußerst schockierend. Auch die Vorfälle die Liv miterlebt hat. Das ein so kleiner Mensch das alles aushält grenzt an ein Wunder. Zu viel möchte ich nicht auf die Geschichte oder Protagonisten eingehen um einfach nicht zu viele Informationen preiszugeben. Die Kapitellänge fand ich gut um das Buch nach schlimmen Geschehnissen aus der Hand zu legen und durch zu atmen. Was ich nicht besonders mochte, ist der Schreibstil des Buches. Man kann es lesen, aber es liest sich Streckenweise nicht flüssig genug. So dass man beim lesen öfter ins Stolpern gerät. Im großen und ganzen ein Thriller, der sich lohnt gelesen zu werden. Fazit Eine dunkle, krankhafte Liebe die zur Obsession wird. Verlustängste die einen Wahnsinnig machen. Dies alles findet ihr in der Geschichte von den Haarders. Lesenswert auf alle Fälle, wenn einen der holprige Schreibstil nicht zu viel wird.

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Erschreckend und beklemmend

Von: Büchermaulwurf

26.07.2019

Mit „Harz“ hat Ane Riel zu Recht alle vier wichtigen skandinavischen Krimipreise abgeräumt. Ich würde es jedoch nicht als Krimi oder Thriller bezeichnen. Es ist eher ein Familiendrama, das sich nach und nach zum Thriller steigert und mit einem dramatischen Finale abschließt. Sehr gut gefiel mir auch das Cover, dass ich immer wieder gerne in die Hand nehme. Der Titel „Harz“ aus Bernstein ist ungemein passend und die plastisch hervortretenden Holzklötze runden es ab. Zum Inhalt: Die Familie Harder lebt auf einer kleinen Insel, abgeschottet von der Außenwelt. Doch hier ist nichts normal, auch wenn das die sechsjährige Liv denkt. Ihr Vater Jens ist ein krankhafter Sammler mit starken Verlustängsten, was seine Familie betrifft. Ihre Mutter ist stark übergewichtig und kann das Bett zuletzt nicht mehr verlassen und die kleine Liv muss sich in einem Container zwischen Gerümpel verstecken, da ihr Vater ihren Tod vorgetäuscht hat. Die obsessive Liebe des Vaters mündet schließlich in eine Katastrophe. Ruhig und eindringlich, aber auch überaus fesselnd entwickelt die Autorin die Familientragödie aus verschiedenen Perspektiven. Das meiste wird aus der naiv kindlichen Sicht von Liv erzählt. Das alltägliche Grauen, das hier Einzug in den Familienalltag gehalten hat, lässt dem Leser zeitweise den Atem stocken. Und die Sichtweise von Liv macht es um so beklemmender. „Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat. Ich war da.“ Man erhält auch durch Rückblenden einen Einblick in die Kindheit und Jugend von Jens. Die Wandlung seines Charakters von einem gutaussehenden, naturverbundenen jungen Mann, hin zu dem verwahrlosten Messie wurde sehr gut und nachvollziehbar beschrieben. Auch die übergewichtige Mutter Maria kommt durch Briefe zu Wort, die sie für Liv geschrieben hat und die ebenfalls sehr betroffen machen. Sie liebt ihren Mann noch immer, trotz ihrer schrecklichen Lage. Obwohl Jens wirklich erschreckende Dinge tut, spürt man doch, dass er nicht „böse“ ist, sondern aus Liebe zu seiner Frau und Tochter handelt, die er unter keinen Umständen verlieren will. Diese Wandlung von obsessiver Liebe in Wahnsinn wurde sehr gut beschrieben. Ganz am Ende gibt es noch eine schockierende Enthüllung, die mich genau wie die Familientragödie noch einige Zeit beschäftigt hat. Fazit: „Harz“ ist ein ungewöhnliches Buch, dass mich gleichzeitig gefesselt, erschüttert, schockiert und mir Gänsehaut verursacht hat. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung.

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Eine kleine dänische Insel, eigentlich ein wunderbarer Ort zum Leben. Der „Kopf“ der Insel ist durch eine schmale Nehrung, dem „Hals“ mit dem Rest der Insel verbunden. Dort am Kopf, in dieser Abgeschiedenheit wächst Jens Haarder mit seinem älteren Bruder Mogens und den Eltern Silas und Else auf. Den frühen Tod des Vaters verwindet der sensible und eigenbrötlerische Junge kaum. Später gründet Jens mit Maria, der Pflegerin seiner Mutter seine eigene kleine Familie. Doch es ist wieder ein schwerer Verlust, der Jens vollkommen aus der Bahn wirft. Nicht jeder Thriller braucht reißerische Effekte. In Ane Riels Thriller „Harz“ reicht der kleine private Wahnsinn eines Mannes, der in seiner selbst gewählten Isolation immer mehr in seiner eigenen verkehrten Welt lebt und alle mitnimmt, die er liebt. „Nein, er konnte nichts entbehren. Was ihn verließ, kam nicht zurück. Und darum verließ ihn nichts.“ Es ist eine obsessive, fehlgeleitete Liebe, die Jens Haarder die Grenzen zwischen Freund und Feind, zwischen Normalität und Wahn nicht mehr erkennen lässt. Hier wird eine Besessenheit beschrieben, die durchaus im Bereich des Möglichen liegt, was viel stärker auf mich wirkt als haarsträubende Killerstorys. Die Autorin erzählt die Geschichte teilweise aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Kindheit und Jungend von Jens wird von einem durchaus neutralen und beobachtenden Erzähler geschildert. Aber auch die sechsjährige Tochter Liv berichtet aus ihrer kindlich naiven Sicht, eine Perspektive die das ständig ansteigende Grauen noch mehr vorantreibt. Was uns Liv nicht erzählen kann, wird oft durch Briefe der Mutter an das Kind ergänzt. „Harz“ ist ein Thriller, der eine ganze Palette an Gefühlen erzeugt, man wünscht und hofft ganz stark, dass Liv, dieses kleine Leben, gerettet werden kann. Es ist unglaublich in seiner Eindringlichkeit. Die Grausamkeiten Mensch und Tier gegenüber sind verstörend und trotzdem führt einen die Autorin auf seltsam behutsame Weise durch diese beklemmende Tragödie.

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„Still und langsam wurde mir klar, dass die Dunkelheit wohl nicht noch mehr Schmerz aufnehmen konnte, und dass der Schmerz deshalb in Carl und mir sitzen blieb. Dass die Dunkelheit schon voll war. So wie unser Haus. Vielleicht war es auch das, was mein Vater spürte. Vielleicht hatte er auch Schmerzen in der Dunkelheit. Und vielleicht hat er gedacht, ich hätte keine. Ich wusste nicht, ob ich es erzählen sollte.“ Liv wächst mit ihrer Familie in der Idylle Schwedens auf – sie leben auf einer kleinen Halbinsel und bewohnen dort den einzigen Hof. Fernab von der Zivilisation betrieb der Großvater dort erst eine Schreinerei, dann verkaufte man die wilden Tannen als Weihnachtsbäume und war in der ferneren Umgebung stets beliebt für das handwerkliche Geschick. Alles, was sie zum Überleben benötigen, erhalten sie aus der sie umgebenden Natur, sie fischen, jagen, sammeln. Doch das zurückgezogene Leben birgt auch Schattenseiten, in der Einsamkeit entwickeln sich über die Generationen verhängnisvolle Eigenschaften. Der Vater beginnt sich und die Seinen zu schützen, sich gegen ein mögliches Eindringen, gegen jeden Verlust und das Fremde zu wehren und das um jeden Preis. Schon bald kann er Freund und Feind nicht mehr voneinander unterscheiden und das hat tödliche Folgen … 

Die schwedische Autorin Ane Riel erzählt uns diese Geschichte abwechselnd aus der Sicht des Kindes, des jungen Mädchens Liv – was eine ebenso spannende wie oft schwer zu ertragende Wahl ist, als auch mithilfe von Briefen der Mutter an ihre Tochter. Diese, so erfahren wir bald, hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits für den so gar nicht goldenen Käfig ihres Mannes entschieden: „Ich habe das Gefühl, dass ausserhalb dieses Schlafzimmers Dinge passieren, die ich nicht wissen soll. Es hätte nie so schieflaufen dürfen. Und trotzdem kann ich meine Liebe zu ihm nicht bereuen. Vielleicht ist gar nicht er derjenige, der krank ist. Vielleicht bin ich krank, weil ich es nicht bereue.“ Riel beschreibt das Aufwachsen in der Einsamkeit, die vermeindliche Idylle und deren Entwicklung zum Horror ebenso gut wie die psychologischen Entwicklungen und Komplexe der Familie und wie sie aufeinander einwirken. Die gewalttätigen Folgen sind logisch aufgebaut und erscheinen in ihrer Brutalität nicht übertrieben, gehen einem aber gerade deswegen umso näher. Oft wird einem erst nach einigen Seiten klar, was Liv und anderen Charakteren angetan wird, da die kindliche Perspektive und das fehlende Unrechtsbewusstsein die Gewalttaten derart kindlich und unschuldig beschreibt. Gerade durch die wechselnden Einsichten innerhalb der Familienmitglieder, durch den Blick ins Innere aber auch die im Laufe des Buches folgende Sicht von außen, d.h. von einem Bewohner des Dorfes unweit der Halbinsel, bleibt der Roman spannend und – leider – realistisch. Wer Gewalt gegen Kinder und Tiere nur schwer aushält, dem sei von diesem Roman abgeraten. Wer aber gern einen aussergewöhnlichen, abwechslungsreich und professionell aufgebauten und von Julia Gschwilm übersetzten Psychothriller lesen möchte, der in typisch nordischem Stil alle Möglichkeiten des Spannungsgenres auszunutzen weiß, dessen Charaktere einen nach den knapp 300 Seiten noch eine Weile begleiten werden, der ist in Livs Familie gut aufgehoben. Oder zumindest bis der Vater von dem neuen Ankömmling erfährt ..

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Bizarr

Von: Daniela aus Naila

21.07.2019

„Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat“. Schon der erste Satz von Ane Riels Thriller „Harz“ ließ mich erschrocken blinzeln. Ebenso verstörend geht die Geschichte weiter. Die 6-jährige Liv lebt mit ihren Eltern abseits vom Dorf in einem Haus mitten im Wald. Damit sie nicht in die Schule muss, wurde sie von ihren Eltern tot gemeldet. Für Liv scheint dies nicht weiter sonderbar zu sein. Sie erzählt mit einer Selbstverständlichkeit von nächtlichen Raubzügen mit ihren Vater und ihrer Wohnsituation, dass man Gänsehaut davon bekommt. In Rückblicken wechselt die Erzählperspektive zu Livs Vater Jens. Dieser Teil las sich nicht ganz so spannend und hatte einige Längen. Trotzdem ist es für die Handlung wichtig zu sehen, dass auch Jens einst eine ganz normale Kindheit und Jugend hatte, bis alles aus dem Ruder lief. Die Leserstimme auf dem Einband beschreibt es eigentlich ganz gut. Man sympathisiert mit jedem Charakter. Niemand in diesem Buch agiert aus Bösartigkeit. „Harz“ ist vor allem eine Charakterstudie. Was passiert mit Menschen, die in völliger Isolation leben? Abgeschnitten von jeglichen Informationsquellen, Freunden, Input von anderen Personen... Im Falle der Familie Harder führt diese selbstgewählte Lebenssituation zu einem immer größeren Realitätsverlust und einer zunehmenden Ausprägung von Ängsten und irrationalem Verhalten. Ane Riel gelingt es, das Leben der Familie sehr real zu beschreiben, so dass einem bei der Vorstellung von all dem Gerümpel, Dreck und Gestank das Grausen kommt. Der Dreh- und Angelpunkt dieses Buches sind die Kapitel aus Livs Sicht. Sie ist größtenteils ahnungslos, wie bizarr ihre Lebenssituation ist, da es für sie Normalität geworden ist. Für ihr Alter ist sie überraschend erwachsen und pragmatisch. In gewisser Weise sogar mehr als ihre Eltern. Etwas befremdlich fand ich die Darstellung der Dorfbewohner, da die Kapitel aus Sicht des Gastwirts kindlicher geschrieben waren als die aus Livs Perspektive. Analog zum ersten Satz des Buches gelang es Ane Riel auch den letzten Satz als absoluten Schocker zu formulieren, der mich direkt einen Moment lang sprachlos zurück ließ. „Harz“ war für nicht wirklich ein Thriller, da sich die Spannung in Grenzen hielt, aber ich empfand eine bizarre Faszination, mehr über diese Familie herauszufinden. Die Geschichte war anders als ich es erwartet hatte, jedoch in jedem Fall originell und hebt sich somit von den Büchern ab, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

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Dieser Thriller hat mich zutiefst berührt...

Von: Alexa K. aus Bad Oeynhausen

17.07.2019

Zum Buch: Die kleine Liv lebt mit ihren Eltern völlig abgeschieden auf einem Hof in der Einöde. Jens, ihr Vater, sammelt alles, was ihm lieb ist. Und weil sein kleines Mädchen doch bei ihm am besten aufgehoben ist, behält er sie einfach ganz bei sich, indem er ihren Tod vortäuscht und sie dann versteckt hält. Und so lebt Liv ein Leben, welches für sie völlig normal ist, aber für andere total krank… Meine Meinung: Sehr feinfühlig beschreibt die Autorin das Leben auf dem abgeschiedenen Hof in alles Facetten. Die Charaktere wachsen dem Leser so ans Herz, denn Jens ist nicht etwa böse, nur anders. Seine Leidenschaft für die Natur hängt dicht zusammen mit seiner Vorliebe, alles aufzuheben. Und weil die kleine Liv ihm so ähnelt, liebt er sie ja auch so… Das Leben der Mutter, die am Ende nur noch im Bett liegen kann, weil sie einfach für alles andere zu dick ist, wird auch gut gezeichnet. Und der Leser wird vorsichtig dahingeführt, wo es zum Schluss endet… Dieses ist ein sehr gefühlvoller Thriller, der mich im tiefsten Herzen berührt hat. Der Schreibstil ist auch sehr flüssig zu lesen und die kurzen Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Durch Briefe der Mutter erfährt der Leser dann ihre ganze Geschichte. Mein Fazit: Dieser Thriller wurde nicht umsonst mit mehreren Preisen gekürt und gehört für mich auf jeden Fall zu meinen Lese-Highlights in diesem Jahr!

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Grossartig, spannend, beklemmend

Von: Dandy aus Walldürn

13.07.2019

Bei " Harz" von Ane Riel handelt es sich um einen Thriller. Die sechsjährige Liv ist bei einem Bootsunfall in der Brandung ertrunken. Ihr Vater Jens lässt dies zumindest die Behörden glauben. Er ist ein krankhafter Sammler getrieben von der Angst, seine einzige Tochter zu verlieren. Liv muss von nun an , in einem Container , der auf dem Grundstück des elterlichen Hofes steht, inmitten von Puppen, konservierten Tieren ein von der Außenwelt abgeschirmtes Leben leben. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Alles wird sehr gut beschrieben, sodass man als Leser die Atmosphäre sehr gut spüren kann und von Seite zu Seite neugieriger wird wie es weitergeht. Die Spannung wird die ganze Zeit sehr weit oben gehalten, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen kann. Liv´s Schicksal hat mich sehr mitgenommen. Ihre Ängste und Gefühle konnte ich, dank der tollen Beschreibungen, sehr gut fühlen und blieb oft schockiert zurück. Für Zartbesaitete Leser ist dieser Thriller nichts. Die Protagonisten werden authentisch beschrieben , ich konnte mir alle sehr gut vorstellen. Die Kapitelüberschriften haben mir sehr gut gefallen, sie geben einen guten Hinweis über das was es sich in dem jeweiligen Kapitel dreht. Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich gegen Ende des Buches zusammen und ergeben ein plausibles Ende. Ich empfehle dieses Buch weiter.

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