Leserstimmen zu
Harz

Ane Riel

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Krankhafte Obsession

Von: Newspaper aus Krefeld

30.09.2019

Inhalt: "Liv ist seit dem sechsten Lebensjahr tot, ertrunken in der Brandung. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von der Angst, seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit eines Containers hinter dem Hof, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen und in Harz konservierten Tieren - ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Meisterhaft erzählt Ane Riel von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr." Schreibstil/Art: Ein ungewöhnlicher Schreibstil - teils hart, teils ein kindlicher Ton aus Liv´s Sicht. Sie steht auch Mittelpunkt dieser Geschichte. 
In Rückblenden, verschiedeneren Perspektiven und unvorhergesehenen Ereignissen, kitzelt dieser Thriller ein wenig an den eigenen Nerven da einige Beschreibungen ziemlich heftig und intensiv umschrieben sind. Die kursiven Einschübe sind Briefe an Liv von ihrer Mutter. Das Erzähltempo treibt die Geschichte zwar gut voran, könnte aber teilweise, vor allem in der Mitte des Buches ein wenig mehr Schwung gebrauchen. Das Werk von Ane Riel hat sich ansonsten trocken aber mühelos lesen lassen. Fazit: Das Auftreten des Vaters ist krankhaft und verstörend, doch seine Liebe ist echt. Stellenweise saß ich kopfschüttelnd vor dem Buch und empfand einfach nur Mitleid mit Liv doch für sie ist all das unnormale normal. So abgeschottet von der Außenwelt, so nah an der Natur und den Tieren, für uns vorstellbar - für sie gewöhnlicher Alltag. Mitreißend sind auch die Briefe der Mutter, Maria Haarder, die selbst nicht sicher ist, ob ihr Leben ein Märchen oder eine Horrorgeschichte ist. Die Tiefe, die mir in manchen Büchern fehlt, war hier definitiv vorhanden. Viele Szenarien konnte ich mir bildlich sehr gut vorstellen. 
 Dieses Buch fasziniert und schockiert zugleich. Liv´s Schicksal bleibt mir mit Sicherheit lange im Gedächtnis.

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Genre: Meines Erachtens ist dies ist kein klassischer Krimi oder Thriller, sondern eher ein zutiefst verstörendes Familiendrama, das sich gekonnt über Genregrenzen hinwegsetzt. Spannungsbogen: Das Buch entwickelt jedoch eine ungemeine Spannung – eine düstere Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Man schaudert, man ekelt sich, man wird geschüttelt von Grauen und Mitleid, aber man kann das Buch kaum einmal weglegen. Das erklärt wohl, warum Ane Riel für diesen Nicht-Krimi den dänischen, norwegischen und schwedischen Krimipreis erhielt, sowie den Preis für den besten Kriminalroman Skandinaviens insgesamt. Charaktere: Der Familienvater fällt durchs Raster und reißt Frau und Tochter mit sich in den Abgrund. Da blutete mir das Herz, nicht nur für die unschuldige kleine Liv, sondern auch für ihn selbst. Er ist nicht hassenswert, obwohl er furchtbare Dinge tut, denn er ist nicht böse, sondern motiviert von Angst und Leid – und fehlgeleiteter Liebe, die dennoch tief und wahrhaftig ist. Seine Obsession entsteht aus dem verzweifelten Versuch, das zu beschützen und festzuhalten, was ihm wichtig ist. Überhaupt ist Liebe der treibende Faktor für alle wichtigen Charaktere, und so kann man nicht umhin, mit ihnen mitzufühlen und mitzuleiden. Einen Großteil der Geschichte erlebt man aus Sicht von Liv, für die ihr alles andere als normales Leben eben doch die Normalität ist. Alles ganz logisch und richtig. Von ihrem Vater lernt sie, Tiere zu töten, in fremde Häuser einzubrechen und zu stehlen, ohne das geringste Unrechtsbewusstsein. Kleine Kinder akzeptieren die Welt noch, die ihnen ihre Eltern vorgeben, ohne dies zu hinterfragen. Da beschleicht den Leser schon ein mehr als ungutes Gefühl, aber das wahre Grauen bricht erst über einen herein, sobald Außenstehende den Mikrokosmos der Familie betreten. Schlüssigkeit und Wirkung: Es ist ein geschickter Schachzug der Autorin, sie zu Wort kommen zu lassen: Den neugierigen Postbote, der nur deshalb die Grenzen austestet, um etwas zum Tratschen zu haben. Den Wirt der Dorfkneipe, der aus ehrlicher Besorgnis um das Kind handelt, das er dabei beobachtet hat, wie es des Nachts Lebensmittel und andere Dinge stiehlt. Auf einmal sieht und hört und riecht und schmeckt man schonungslos, was bisher nur zu erahnen war, weichgezeichnet durch den Filter der vermeintlichen Normalität. Weg mit dem Filter, weg mit der Normalität, da rascheln die Ratten, stinkt es nach Blut und Urin, wimmert die Mutter, da stürzt man in ein ganz tiefes Loch, wie Alice in den Kaninchenbau… Nur das unten kein Wunderland wartet. Das ist entsetzlich, grauenhaft, ekelhaft, schauderhaft, da schüttelt es einen geradezu. Und das, ohne dass die Autorin auf billige Effekthascherei zurückgreift. Schreibstil: Die Autorin setzt den Schreibstil meisterhaft ein. Die klare und oft schlichte, fast nüchterne Sprache lässt umso deutlicher hervortreten, was in dieser Familie alles schiefläuft. In anderen Szenen baut sie mit prägnanten Bildern eine dichte Atmosphäre auf – besonders in den Passagen des Buches, in denen man die Geschehnisse aus den Außen der Außenstehenden sieht. FAZIT Ein kleines Mädchen ertrinkt – angeblich. Tatsächlich hat ihr Vater das nur vorgetäuscht, um sie für tot erklären zu lassen und nicht in die Schule schicken zu müssen. Er handelt aus Liebe, aber was er erschafft, ist ein familiärer Albtraum, eine verkehrte Welt, die für seine Tochter ganz normal ist. Obwohl das Buch meines Erachtens kein Psychothriller ist, sondern ein düsteres Familiendrama, fand ich es nervenzerfetzend hochspannend und werde noch lange darüber nachdenken. Die Autorin zieht alle Register, um unglaublich viel Atmosphäre zu erzeugen und Charaktere zu erschaffen, die sich einer einfachen Einteilung in gut oder böse entziehen.

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Ein kurzer Hinweis: der Klappentext lässt es klingen, als sei Liv den ganzen Tag eingesperrt in ihren Container. Tatsächlich darf sie diesen durchaus verlassen und ist nur darauf trainiert, sich dabei nicht sehen zu lassen und sich sofort in den Container zurückzuziehen, sobald Entdeckung durch einen Außenstehenden droht. Genre: Meines Erachtens ist dies ist kein klassischer Krimi oder Thriller, sondern eher ein zutiefst verstörendes Familiendrama, das sich gekonnt über Genregrenzen hinwegsetzt. Spannungsbogen: Das Buch entwickelt jedoch eine ungemeine Spannung – eine düstere Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Man schaudert, man ekelt sich, man wird geschüttelt von Grauen und Mitleid, aber man kann das Buch kaum einmal weglegen. Das erklärt wohl, warum Ane Riel für diesen Nicht-Krimi den dänischen, norwegischen und schwedischen Krimipreis erhielt, sowie den Preis für den besten Kriminalroman Skandinaviens insgesamt. Charaktere: Der Familienvater fällt durchs Raster und reißt Frau und Tochter mit sich in den Abgrund. Da blutete mir das Herz, nicht nur für die unschuldige kleine Liv, sondern auch für ihn selbst. Er ist nicht hassenswert, obwohl er furchtbare Dinge tut, denn er ist nicht böse, sondern motiviert von Angst und Leid – und fehlgeleiteter Liebe, die dennoch tief und wahrhaftig ist. Seine Obsession entsteht aus dem verzweifelten Versuch, das zu beschützen und festzuhalten, was ihm wichtig ist. Überhaupt ist Liebe der treibende Faktor für alle wichtigen Charaktere, und so kann man nicht umhin, mit ihnen mitzufühlen und mitzuleiden. Einen Großteil der Geschichte erlebt man aus Sicht von Liv, für die ihr alles andere als normales Leben eben doch die Normalität ist. Alles ganz logisch und richtig. Von ihrem Vater lernt sie, Tiere zu töten, in fremde Häuser einzubrechen und zu stehlen, ohne das geringste Unrechtsbewusstsein. Kleine Kinder akzeptieren die Welt noch, die ihnen ihre Eltern vorgeben, ohne dies zu hinterfragen. Da beschleicht den Leser schon ein mehr als ungutes Gefühl, aber das wahre Grauen bricht erst über einen herein, sobald Außenstehende den Mikrokosmos der Familie betreten. Schlüssigkeit und Wirkung: Es ist ein geschickter Schachzug der Autorin, sie zu Wort kommen zu lassen: Den neugierigen Postbote, der nur deshalb die Grenzen austestet, um etwas zum Tratschen zu haben. Den Wirt der Dorfkneipe, der aus ehrlicher Besorgnis um das Kind handelt, das er dabei beobachtet hat, wie es des Nachts Lebensmittel und andere Dinge stiehlt. Auf einmal sieht und hört und riecht und schmeckt man schonungslos, was bisher nur zu erahnen war, weichgezeichnet durch den Filter der vermeintlichen Normalität. Weg mit dem Filter, weg mit der Normalität, da rascheln die Ratten, stinkt es nach Blut und Urin, wimmert die Mutter, da stürzt man in ein ganz tiefes Loch, wie Alice in den Kaninchenbau… Nur das unten kein Wunderland wartet. Das ist entsetzlich, grauenhaft, ekelhaft, schauderhaft, da schüttelt es einen geradezu. Und das, ohne dass die Autorin auf billige Effekthascherei zurückgreift. Schreibstil: Die Autorin setzt den Schreibstil meisterhaft ein. Die klare und oft schlichte, fast nüchterne Sprache lässt umso deutlicher hervortreten, was in dieser Familie alles schiefläuft. In anderen Szenen baut sie mit prägnanten Bildern eine dichte Atmosphäre auf – besonders in den Passagen des Buches, in denen man die Geschehnisse aus den Außen der Außenstehenden sieht. FAZIT Ein kleines Mädchen ertrinkt – angeblich. Tatsächlich hat ihr Vater das nur vorgetäuscht, um sie für tot erklären zu lassen und nicht in die Schule schicken zu müssen. Er handelt aus Liebe, aber was er erschafft, ist ein familiärer Albtraum, eine verkehrte Welt, die für seine Tochter ganz normal ist. Obwohl das Buch meines Erachtens kein Psychothriller ist, sondern ein düsteres Familiendrama, fand ich es nervenzerfetzend hochspannend und werde noch lange darüber nachdenken. Die Autorin zieht alle Register, um unglaublich viel Atmosphäre zu erzeugen und Charaktere zu erschaffen, die sich einer einfachen Einteilung in gut oder böse entziehen.

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Das Buch hat durchaus seinen Reiz, ist meiner Meinung nach aber leider kein Thriller sondern eher eine tragische Familiengeschichte. Es geht um die Familie Haarder, die alleine und isoliert auf dem Kopf einer Insel wohnt. Die Geschichte wird hauptsächlich in der Ich-Perspektive von Liv erzählt, es gibt aber ein paar Kapitel, die im Erzähler Stil geschrieben sind und dann Eindrücke von anderen Charakteren wiedergeben. Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen, aber hier fehlte mir die Spannung und es war auch zu unrealistisch. Z.B. Wie kann es sein, dass die Mutter von Liv alles zulässt und nichts unternimmt? Wie kann es sein, dass niemand auf der Hauptinsel etwas bemerkt? Und wie kann ein Mensch so dick werden, ohne dass sie so wirklich was zu essen haben und wieso kann sie dann nicht mehr sprechen? Waren das psychische Begleiterscheinungen? Die Familie ist eine typische Messifamilie, die alles in ihrem Haus „aufbewahren“. Es war vor allem krass zu sehen, auf was für Ideen man dann kommt um wirklich alles aufbewahren zu können. Die Geschichte war sehr gut für zwischendurch, ist aber für mich kein klassischer Thriller, denn niemand hat etwas daran geändert / ermittelt. Es war „nur“ eine tragische Familiengeschichte mit krassem oder guten Ende wie man es nimmt :D Es war trotzdem toll, dass Buch zu lesen, denn an sich ist die Story ja nicht schlecht. Man hätte es nur ein bisschen besser umsetzen können.

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Liv ist sechs Jahre alt und lebt abgeschieden mit ihren Eltern Jens und Maria Haarder auf einem Anwesen auf einer dänischen Insel. Die Familie hat kaum Kontakt zur Außenwelt, nachdem Jens den Schreinereibetrieb seines Vaters aufgegeben hat. Die Mutter Maria liegt übergewichtig und bewegungsunfähig im Bett. Liv hat ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Vater, mit dem sie auf die Jagd geht, und von dem sie gelernt hat, in fremde Häuser einzudringen und Dinge des täglichen Bedarfs zu entwenden Sie kennt kein Unrechtsbewusstsein, das Töten von Tieren gehört für das Mädchen zu seinem Alltag. Als sich die Briefe häufen, dass Liv zur Schule gehen soll, beschließt Jens kurzerhand, seine Tochter für tot zu erklären und versteckt sie in einem Container auf dem Anwesen. Liv lebt in der Einsamkeit, darf kaum noch hinaus in den Wald, um nicht entdeckt zu werden. "Harz" ist ein eindringlich geschildertes Drama über einen Mann, bei dem Liebe zu einer Obsession wird. Aus Angst, seine Tochter zu verlieren, sperrt er sie ein. Der Roman ist nüchtern und ruhig und überwiegend aus der Perspektive der kleinen Liv geschildert, für die dieses Leben normal ist, da sie kein anderes kennt. Nur bei den nächtlichen Diebeszügen erkennt sie, dass es Häuser gibt, die nicht voller Staub, Müll und Ungeziefer sind. Sie liebt ihren Vater und würde nie auf die Idee kommen, ihr Schicksal in Frage zu stellen. Die Situation der Familie ist entsetzlich und es ist kaum vorstellbar, wie es soweit kommen konnte, dass der schon als Kind etwas wunderliche Jens seine Familie in eine derartige Situation bringen konnte. Ohne Kontakt zu anderen Menschen fristen sie ein Leben in Armut, umgeben von Unrat und in Harz präparierte Tierleichen. Die Atmosphäre des Romans ist wirklich gruselig, es ist eine Mischung aus Horrormärchen und Psychothriller. Fassungslos macht, wie sich Jens entwickelt und sein Handeln immer abstrusere Formen annimmt. Die nüchterne Art der Schilderung hat mir dabei sehr gut gefallen, da sie unterstreicht, dass dieses Leben für Liv normal ist und sie ihren Vater bedingungslos liebt. Jens wirkt auf den Leser auch keinesfalls unsympathisch, sondern einfach krank, wohingegen Maria lethargisch und passiv erscheint und ihr Leben aufgegeben hat und es nicht schafft, für ihre Tochter stark zu sein. Wie sich Jens in seiner Obsession steigert, jeglichen Bezug zur Realität verliert und irrational handelt, lässt den Roman nicht aus der Hand legen und fesselte mich bereits von Anbeginn. Zusätzliche Spannung wir im letzten Drittel erzeugt, als Hilfe von Außen in Aussicht kommt. "Harz" ist ein Familiendrama, das schockiert und den Leser perplex zurücklässt.

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Im Roman „Harz“ der dänischen Autorin Ane Riel wird dem Leser deutlich, wie ein totales Sicherheitsbedürfnis und die abgöttische Liebe zu den eigenen Kindern eine Obsession werden kann, die für manchen tödlich endet. Als Kind kommt Jens Haarder mit dem Stoff in Kontakt, der ihn den Rest seines Lebens fasziniert: Baumharz. Sein Vater, ein begnadeter Schreiner, erklärt seinen zwei Söhnen im Wald, was es mit dem Saft aus den Bäumen auf sich hat. Dass er Lebewesen konservieren kann, von einer kleinen Ameise bis zu ganzen Mumien. Vor allem Jens ist beeindruckt von den Erzählungen, hat er doch sowieso eine innige Beziehung zu seinem Vater. Ihr gemeinsames Hobby ist es, in den von seinem Vater frisch gezimmerten Särgen zu liegen und über Gott und die Welt zu reden. Sein Bruder Mogens dagegen hält die Enge auf dem einsamen Teil der Insel, auf dem sie abgeschieden vom Rest der Gemeinschaft leben, nicht aus und verschwindet aufs Festland. Der Tod des Vaters und die schlechte körperliche Verfassung seiner Mutter zwingen Familie Haarder dazu eine Hilfe für Hof und Haushalt zu engagieren. Deshalb fängt Maria an bei ihnen zu arbeiten. Jens verliebt sich und die beiden werden ein Paar. Die Mutter allerdings ist mit ihrer Schwiegertochter nicht einverstanden und beginnt sie zu schikanieren. Doch Maria wird schwanger und sie bekommen Zwillinge: Liv und Carl. Eines Tages findet Jens Carl tot neben seiner Wiege. Sie verdächtigen Jens Mutter etwas damit zu tun zu haben und jagen sie vom Hof. Die Tragödie nimmt Jens und Maria so mit, dass Maria beginnt alles in sich hineinzustopfen und Jens alles Mögliche sammelt und es im Haus und Hof deponiert. In diesem Chaos zwischen bettlägeriger Mutter und „Messi-Vater“ wächst Liv ohne ihren Zwillingsbruder auf. Gemeinsam mit ihrem Vater zieht sie nachts in den Häusern der anderen Bewohner der Insel umher und sammelt Dinge: Lakritztüten, Backhandschuhe, Socken. Jens Obsession alles behalten und sammeln zu wollen wird immer größer und seine Angst, seine einzige Tochter auch noch zu verlieren, mündet darin, sie für tot zu erklären. Dies wird für seine Mitmenschen zur tödlichen Gefahr. Ein Krimi, der keiner ist Nach „Blutwurst und Zimtschnecken“ heimst die dänische Autorin Ane Riel für ihren Roman „Harz“ nicht nur den dänischen Krimipreis, sondern gleich auch noch den norwegischen und schwedischen Krimipreis sowie den Preis für den besten Kriminalroman Skandinaviens insgesamt ein. Für mich ist der Roman allerdings nicht wirklich ein Krimi, wenn man der Definition „…thematisiert in der Regel ein Verbrechen und seine Verfolgung und Aufklärung durch die Polizei, einen Detektiv oder eine Privatperson“ folgt. Die Erwartung eines spannenden Krimis wurde deshalb leider nicht erfüllt. Dafür ist der Roman außerordentlich gut geschrieben und lässt durch die Sichtweisen der verschiedenen Protagonisten keine Langeweile aufkommen. Die Gefühle und Charaktereigenschaften jeder Person können durch die detailreichen Beschreibungen nachvollzogen werden. Selbst bei der Verübung von Verbrechen steht beim Leser das Mitgefühl für die Person im Vordergrund, weil man sich so gut in sie hineinversetzen kann. Wer keinen klassischen Krimi lesen möchte, wird von „Harz“ nicht enttäuscht sein.

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Beschreibung: Eigentlich wächst Liv wohlbehütet auf einem abgelegenen Hof im Schoße ihrer Familie auf. Doch Jens Haarder, ihr Vater, leidet sehr unter seiner Vergangenheit. Mit jedem Jahr sammelt er mehr und mehr "Dinge". Seine größte Sorge ist es, seine Tochter zu verlieren. Deswegen beschließt er, dass es besser sei, wenn Liv bei einem Unfall auf dem Meer ums Leben kommt. Offiziell lässt er sei für tot erklären, während sie jedoch weiterhin bei der Familie in einem Container lebt - abgeschieden und sorgsam vor der Außenwelt abgeschirmt. Meinung: Ich spar es mir jetzt darüber zu sinnieren, ob es ein Thriller war oder nicht, denn ein reines Drama ist es definitiv auch nicht. Mehr als dieses Genre-Wirrwarr, ärgert mich wieder dieser Klappentext, denn so manche Dinge daraus suche ich heute noch. Das es sich bei der Geschichte um ein unterschwelliges Familiendrama handelte, wusste ich zuvor schon aus einer anderen Rezension und genau das war es auch, was mich an dem Buch sehr interessierte, denn aus dieser las ich heraus, dass es sich bei dem Buch um die Geschichte einer Familie handelt, die nicht so ganz der gesellschaftlichen Norm entspricht. Wer möchte sowas denn bitte nicht lesen? Wie der Verlag schon auf der Buchseite wirbt, erzählt Ane Riel, diese Geschichte, über eine verkehrte Welt, in der Liebe Obsession wird, ganz meisterhaft. Obwohl das Werk nur knapp 300 Seiten umfasst, schafft es die Autorin einem Bilder in den Kopf zu pflanzen, die man da wahrlich nicht haben möchte. Doch es gibt auch schöne Seiten, denn der Ort, an dem die Haaders leben, war nicht immer voller Dinge. Dort gibt es Wald, Meer, Tiere, und einst war dort auch Platz für Liebe - die Liebe zur Natur, die man förmlich spüren konnte. Erzählt wird die Geschichte der Familie Haarder zum einen direkt aus der Sicht der kleinen Liv und zum anderen aus Sicht der dritten Person. Sehr befremdlich sind vor allem die Erzählungen des Mädchens, da sie gefühlt oftmals so falsch und weltfremd sind. Auf der anderen Seite sind gewisse Ansichten sogar schlüssig, besonders wenn man das Umfeld und die Gesamtsituation bedenkt. Die Kapitel aus Sicht der dritten Person drehen sich meist um die Kindheit und Geschichte von Jens Haarder, seiner Familie und deren Leben auf der Halbinsel "Kopf". Gerade diese Kapitel geben die Basis für das landschaftliche Idyll - oder eben für das was später einmal daraus wird. Dieses Buch hat mich mit so vielen Empfindungen zurück gelassen, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Selbst beim Lesen war es eine reine Achterbahnfahrt. Gerade durch unsere Leserunde war es interessant, da immer mal wieder ein anderer Blickwinkel geboten wurde. Der eine sprach von Ignoranz, während der nächste einwarf, dass es mit Frust oder Schuldgefühlen zusammen hängen könnte. Die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig und es bleibt massig Platz für Interpretationen. Dennoch ist er wirklich erschüttert, was dies mit Menschen anstellen kann. Fazit: Ein ganz anderer Thriller über das Schicksal einer Familie, die in ihrer ganz eigenen Welt lebt.

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Harz

Von: Danis Reziseite

22.08.2019

ich finde das Cover total gelungen und passend zur Story gewählt. Es verrät so gar nichts über den Inhalt, das ist mega . Anes Schreibstil ist fesselnd, humorvoll und leicht zu lesen. Ich liebe es, dass sie in diesem Genre mit Humor/ Sarkasmus arbeitet. Mega! Die Charaktere wirken echt , denn durch kleinste Details in der Ausarbeitung hat Ane ihnen Leben eingehaucht. Die Story ist fiktiv, hoffe ich😂. Denn ich könnte mir durchaus auch vorstellen, das diese Story aus dem wahren Leben kommen könnte. Solch kranke Menschen gibt es leider immer und überall. Der Leser ahnt leider schnell was in der Geschichte zu passiert scheint, dennoch ist die Spannung durchgehend vorhanden, da man nicht weiß ob man richtig liegt. Ich muss sagen, das was passiert, hatte ich schnell raus, nur mit wem hat mich dann doch überrascht. Die Schauplätze beschreibt die Autorin ebensfalls sehr bildhaft. Ich konnte das Holz förmlich riechen und es graust mich bei dem Gedanken an das Ritual von Vater und Tochter immer noch. Diese Story wird aus der Sicht von Liv in Vergangenheitsform und als Briefe von Livs verstorbener Mutter, die an Liv gerichtet sind, erzählt. Was es aber mit dem Wort Harz auf sich hat, verrate ich an dieser Stelle nicht. Das düft ihr selbst herrausfinden.

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