Leserstimmen zu
Harz

Ane Riel

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Das Buch hat durchaus seinen Reiz, ist meiner Meinung nach aber leider kein Thriller sondern eher eine tragische Familiengeschichte. Es geht um die Familie Haarder, die alleine und isoliert auf dem Kopf einer Insel wohnt. Die Geschichte wird hauptsächlich in der Ich-Perspektive von Liv erzählt, es gibt aber ein paar Kapitel, die im Erzähler Stil geschrieben sind und dann Eindrücke von anderen Charakteren wiedergeben. Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen, aber hier fehlte mir die Spannung und es war auch zu unrealistisch. Z.B. Wie kann es sein, dass die Mutter von Liv alles zulässt und nichts unternimmt? Wie kann es sein, dass niemand auf der Hauptinsel etwas bemerkt? Und wie kann ein Mensch so dick werden, ohne dass sie so wirklich was zu essen haben und wieso kann sie dann nicht mehr sprechen? Waren das psychische Begleiterscheinungen? Die Familie ist eine typische Messifamilie, die alles in ihrem Haus „aufbewahren“. Es war vor allem krass zu sehen, auf was für Ideen man dann kommt um wirklich alles aufbewahren zu können. Die Geschichte war sehr gut für zwischendurch, ist aber für mich kein klassischer Thriller, denn niemand hat etwas daran geändert / ermittelt. Es war „nur“ eine tragische Familiengeschichte mit krassem oder guten Ende wie man es nimmt :D Es war trotzdem toll, dass Buch zu lesen, denn an sich ist die Story ja nicht schlecht. Man hätte es nur ein bisschen besser umsetzen können.

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Zum Inhalt Jens Haarder wächst mit seinem Bruder und seinen Eltern auf einer Insel auf. Die Insel besteht aus der Hauptinsel und einem kleinen Stück der sich Kopf nennt. Dort wohnen die Haarders. Jens lebt auch später mit seiner Familie dort. Die Geschichte der Haarders geht um Liebe die zur Obsession wird. Mittendrin ein kleines Mädchen namens Liv. Sie darf sich nicht zeigen, denn sie gilt als tot. Meine Meinung Ane Riel hat mit ihrem Buch Harz einen außergewöhnlichen Thriller erschaffen, der für viel Mitgefühl und Schockmomente sorgt. Das Buch erscheint im August 2019 im btb-Verlag der Randomhouse House GmbH. Übersetzt wurde das Buch aus dem dänischen von Julia Gschwilm. In dem Buch Harz geht es um die dunkle Liebe einer Familie oder mehr eines Vaters, die zur reinen Obsession wird. Mittendrin lebt seine Tochter Liv. Sie mal wie ein Kind und mal wie ein Erwachsener. Die Umstände in denen die Familie lebt sind äußerst schockierend. Auch die Vorfälle die Liv miterlebt hat. Das ein so kleiner Mensch das alles aushält grenzt an ein Wunder. Zu viel möchte ich nicht auf die Geschichte oder Protagonisten eingehen um einfach nicht zu viele Informationen preiszugeben. Die Kapitellänge fand ich gut um das Buch nach schlimmen Geschehnissen aus der Hand zu legen und durch zu atmen. Was ich nicht besonders mochte, ist der Schreibstil des Buches. Man kann es lesen, aber es liest sich Streckenweise nicht flüssig genug. So dass man beim lesen öfter ins Stolpern gerät. Im großen und ganzen ein Thriller, der sich lohnt gelesen zu werden. Fazit Eine dunkle, krankhafte Liebe die zur Obsession wird. Verlustängste die einen Wahnsinnig machen. Dies alles findet ihr in der Geschichte von den Haarders. Lesenswert auf alle Fälle, wenn einen der holprige Schreibstil nicht zu viel wird.

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Bizarr

Von: Daniela aus Naila

21.07.2019

„Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat“. Schon der erste Satz von Ane Riels Thriller „Harz“ ließ mich erschrocken blinzeln. Ebenso verstörend geht die Geschichte weiter. Die 6-jährige Liv lebt mit ihren Eltern abseits vom Dorf in einem Haus mitten im Wald. Damit sie nicht in die Schule muss, wurde sie von ihren Eltern tot gemeldet. Für Liv scheint dies nicht weiter sonderbar zu sein. Sie erzählt mit einer Selbstverständlichkeit von nächtlichen Raubzügen mit ihren Vater und ihrer Wohnsituation, dass man Gänsehaut davon bekommt. In Rückblicken wechselt die Erzählperspektive zu Livs Vater Jens. Dieser Teil las sich nicht ganz so spannend und hatte einige Längen. Trotzdem ist es für die Handlung wichtig zu sehen, dass auch Jens einst eine ganz normale Kindheit und Jugend hatte, bis alles aus dem Ruder lief. Die Leserstimme auf dem Einband beschreibt es eigentlich ganz gut. Man sympathisiert mit jedem Charakter. Niemand in diesem Buch agiert aus Bösartigkeit. „Harz“ ist vor allem eine Charakterstudie. Was passiert mit Menschen, die in völliger Isolation leben? Abgeschnitten von jeglichen Informationsquellen, Freunden, Input von anderen Personen... Im Falle der Familie Harder führt diese selbstgewählte Lebenssituation zu einem immer größeren Realitätsverlust und einer zunehmenden Ausprägung von Ängsten und irrationalem Verhalten. Ane Riel gelingt es, das Leben der Familie sehr real zu beschreiben, so dass einem bei der Vorstellung von all dem Gerümpel, Dreck und Gestank das Grausen kommt. Der Dreh- und Angelpunkt dieses Buches sind die Kapitel aus Livs Sicht. Sie ist größtenteils ahnungslos, wie bizarr ihre Lebenssituation ist, da es für sie Normalität geworden ist. Für ihr Alter ist sie überraschend erwachsen und pragmatisch. In gewisser Weise sogar mehr als ihre Eltern. Etwas befremdlich fand ich die Darstellung der Dorfbewohner, da die Kapitel aus Sicht des Gastwirts kindlicher geschrieben waren als die aus Livs Perspektive. Analog zum ersten Satz des Buches gelang es Ane Riel auch den letzten Satz als absoluten Schocker zu formulieren, der mich direkt einen Moment lang sprachlos zurück ließ. „Harz“ war für nicht wirklich ein Thriller, da sich die Spannung in Grenzen hielt, aber ich empfand eine bizarre Faszination, mehr über diese Familie herauszufinden. Die Geschichte war anders als ich es erwartet hatte, jedoch in jedem Fall originell und hebt sich somit von den Büchern ab, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

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