Leserstimmen zu
Unorthodox

Deborah Feldman

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Deborah Feldman wird in die ultraorthoxe jüdische Glaubensgemeinschaft der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, hineingeboren. Hier herrschen äußerst strenge Glaubensregeln vor, die Deborah's Kindheit und Leben von Anfang an stark prägen. Deborah lebt bei ihren Großeltern und leidet unter den strengen Regeln der Gemeinde. Sie darf ihrer großen Leidenschaft, dem Lesen von englischer Literatur, nur heimlich nachgehen. Denn nicht koschere Bücher sind strengstens verboten. Auch wird gezeigt wie Deborah und die Frauen in der Glaubensgemeinschaft von den Männer unterdrückt werden und der Zugang zu höherer Bildung für Frauen kaum möglich ist. Sie ist stets strikten Lebensgesetzen unterworfen und muss letztendlich mit 17 eine Zwangsehe eingehen. Obwohl sie zuerst hofft in ihrer Ehe mehr Freiheit zu finden, muss Deborah einsehen, dass sie auch hier nicht ihr freies Leben finden kann und auch nach der Geburt ihres Sohns weiterhin wie in einem Käfig lebt.  Sie muss täglichen Angst haben, bei etwas Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Letztendlich kann Deborah ihren Mut aufbringen und sich von der Glaubensgemeinschaft lösen und für sich und ihren Sohn die ersehnte Freiheit gewinnen. Ich fand es sehr spannden wie Deborah mich als Leser in eine mir vollkommen fremde Welt der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde mitnimmt. Ich selbst hatte bisher wenig zu diesem Thema gelesen und fand es interessant wie ultraorthodoxe Juden ihre strengen Glaubensgrundsätze noch heute leben. Vor allem auch der Kontrast zwischen der pulsierenden modernen Metropole New York und den stark altmodischen Vorstellungen der ultraorthodoxen Juden zeigt wie unterschiedlich die beiden Welten sind. Deborah ist eine unglaubliche starke junge Frau. Ich war sehr fasziniert wie sie sich trotz aller Widrigkeiten, wie den erschwerten Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und dem altmodischen Rollenbild der Frau, den Mut aufbringen kann, sich von ihrer Glaubensgemeinschaft abzugrenzen und sie ihre Träume, die für so viele Frauen von uns inzwischen ganz normal sind, zu verfolgen. Deborah erzählt ihre innere (und dann auch im letzten Schritt auch körperliche) Befreiung aus ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde so lebensnah, dass man das Buch kaum aus den Händen legen kann. Eine absolute Leseempfehlung! Jetzt freue ich mich bei Netflix noch mehr über Deborah's Leben nach ihrem Ausbruch und ihrer Zeit in Berlin zu erfahren. Seit Frühjahr 2020 gibt es Unorthodox auch als Serie auf Netflix. Habt ihr die Serie schon gesehen?

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𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥 In Unorthodox geht es um das Leben von Deborah Feldman. Sie beschreibt ihr Aufwachsen in einer streng jüdisch orthodoxen Glaubensgemeinschaft und den Ausbruch aus dieser. . 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘 Das Buch geht weit über die Serie hinaus. Die Serie ist großteils Fiktion in Anlehnung an das Leben der Autorin. Man merkt schnell, dass die Autorin schon früh mit dem System in dem sie lebt hadert und dieses in Frage stellt. Dieses Infragestellen geschieht allerdings zunächst nur in ihren Gedanken, denn sie ist eine Frau und hat sich zu Fügen. Obwohl sie sich fehl am Platz fühlt bemüht sie sich um Dazugehörigkeit. Doch die stärker werdenden Zweifel an der Gemeinschaft - eine Gemeinschaft in der ein zu kurzer Rock härter bestraft wird, als der Mord durch einen Vater an seinem Kind - bewegen sie Schritt für Schritt zum Ausbruch. Man könnte meinen, dass solch eine religiöse Unterdrückung von Personen in der heutigen Zeit in den zivilisierten Gesellschaftsstruckturen kein Thema mehr sei sollte. Um so schockierende ist, dass die Autorin 1986 geboren wurde und somit nur unwesentlich älter ist als ich. Leider wurden nicht alle jidischen Begriffe übersetzt und eine Herleitung aus dem Kontext war mir auch nicht immer möglich. Hin und wieder bin ich über die Satzgestaltung und die scheinbar überproportionale Kommasetzung gestolpert, was aber durchaus der Übersetzung geschuldet sein kann. . 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 Besonders die Ausführungen über ihre Jugend und über die Behandlung von Frauen in dieser Gesellschaft haben mich schockiert. Frauen sind eher Objekte als Menschen und dienen dazu die Männer zu befriedigt (in jeder Hinsicht). Ebenso ging es mir bei dem Kindsmord. Denn die Begründung für die Nichtverfolgung dieser Straftat ist für mich mit einem, wie ich denke, normalen weltlichen Rechtsempfinden absolut unverständlich.

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Ich war sehr begeistert von der Netflix Serie, die ich hintereinander an 2 Tagen angesehen habe. Deshalb wollte ich sofort das Buch lesen, da ja bekannterweise, oft in Büchern noch mehr von einer Handlung beschrieben wird, als es möglich ist, dies im Film wiederzugeben. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch zeigt noch intensiver das Leben der Autorin in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg. In ihrer sehr bildhaften Erzählweise nimmt die Autorin uns mit in ihr strenges von religiösen Extremisten vorgeschriebenes Leben. Die Satmarer sehen im Holocaust eine von Gott verhängte Strafe, deren Wiederholung nur vermieden werden kann, wenn sie ein abgeschirmtes Leben nach strengen Vorschriften führen. Den Regeln und Verboten, der Unterdrückung der Frauen, den Zwangsehen, der Abhängigkeit von ihren Männern und ihrer eigentlichen Aufgabe, die nur daran besteht, möglichst viele Kinder zu gebären, um die Zahl die durch den Holocaust ermordeten Juden auszugleichen, ist nun auch Deborah ausgesetzt. Doch in ihr sind viele Fragen sowohl zur Berechtigung der strengen Lebensvorschriften, als auch zum Inhalt der religiösen Bücher, die zu lesen nur den Männern erlaubt ist und die sie sich heimlich beschafft. Ihre eigene Mutter ist eine Ausgestoßene, da sich sich von ihrem Mann, dem Vater von Deborah getrennt hat. Sie darf seit der Scheidung keinen Kontakt mehr zu Deborah haben. Immer mehr fühlt Deborah sich nicht zugehörig und ausgegrenzt. Es war für mich kaum zu glauben, dass in unserer heutigen Zeit, Menschen noch so leben müssen. Um so bedeutender ist es, dass es der Autorin gelungen ist, mit viel Mut aus diesem Leben zu entfliehen und es für alle Menschen mit diesem Buch öffentlich zu machen.Vielleicht bekommen nun dadurch auch andere Frauen der Gemeinde den Mut, ihrem Leben eine andere Wendung zu geben oder verstehen die Männer der Gemeinde, dass man Frauen nicht so behandeln und unterdrücken darf. Mich hat das Buch sehr beeindruckt und es wird mich noch lange bewegen. Ich wünsche ihm viele interessierte Leser.

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In der chassidischen Satmar-Gemeinde ist Freiheit nur ein verbotener Gedanke. Regeln und Religion bestimmen jeden Aspekt ihres Lebens. Deborah Feldman erzählt berührend ihre Flucht aus einem Leben ohne Perspektive. Kommt man an dieser Geschichte gerade vorbei? Nein. Und das ist gut so! Eigentlich will ich gar nicht mehr schreiben als: LEST DIESES BUCH! Ehrlich, ich weiß gar nicht wie ich über diese Geschichte sprechen soll. Sie hat mich sehr berührt und wird meine Gedanken noch lange begleiten. *** Worum geht es in dem Buch? Achtung, das ist ganz wichtig: BUCH und NETFLIX sind zwei UNTERSCHIEDLICHE Geschichten. Mir war das nicht klar. Daher wollte ich unbedingt erst das Buch lesen, bevor wir die Netflix Serie geschaut haben. Es gibt viele sehr ähnliche Faktoren und einzelne Kapitel stimmen nahezu überein. Doch das Buch erzählt viel detaillierter die Kindheit von Frau Feldmann. Die Netflix Serie hingegen fängt da an, wo das Buch aufhört (alterstechnisch) mit einigen Rückblicken. Dennoch würde ich erst das Buch lesen und dann die Serie schauen. *** Immer wieder dachte ich: Das ist wirklich passiert. Diese Gemeinde gibt es wirklich. Unfassbar für mich und erschreckend. Mein Hirn kann nicht verarbeiten wieso Menschen sich und ihre Lieben so einschränken wollen. Kann wirklich Religion so etwas fordern? Welcher Gott verlangt von seinen Gläubigen das Frauen so degradiert behandelt werden? *** Die lesenswerteste Biografie die ich je in Händen gehalten habe!

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respekt

Von: litterarumnebula

25.05.2020

Ich habe es so schnell gelesen wie ich konnte. Unorthodox hat großartige Bewertungen und viele Sterne gekriegt. Die Netflixserie war ein Hit. Und obwohl gehypte Bücher meinen Erwartungen oft nicht entsprechen, musste ich das hier lesen. Und es hat mich berührt. Es ist toll geschrieben und hält so viel. Ehrlichkeit zwischen den Zeilen. Ich weiß nicht genau wie ich es geschafft habe es an einem Tag zu beenden, aber ich hab kaum geschlafen (was vielleicht problematisch wird, wenn man bedenkt, dass ich Nachtschicht habe, aber ich hab noch genug Zeit für ein Schäfchen) und ich finde wirklich, dass es das wert war. Ich möchte noch die Einführung und die Danksagung lesen, aber ich rate euch trotzdem es bei eurem nächsten Besuch im Buchhandel zu kaufen (vielleicht nicht unbedingt das Netflixcover, aber mach wie du meinst). Die meisten haben das wahrscheinlich eh schon getan, also lest es. Lest es!

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Deborah Feldman spricht über religiösen Fundamentalismus. Sie wurde 1986 in Brooklyn, New York geboren und wuchs in der chassidischen, d.h. ultraorthodoxen jüdischen Satmar-Gemeinde im Stadtteil Williamsburg auf. Sie berichtet von ihrer Kindheit und Jugend in einer von Holocaust-Überlebenden gegründeten Sekte, in der jüdische Glaubens- und Lebensregeln in extremster Form gelebt werden, die vor dem 2. Weltkrieg in Europa selbst von ihren Gründern nicht befolgt worden waren. Hintergrund ist der Glaube, dass der Holocaust Gottes Bestrafung für die Assimilation der Juden in Europa gewesen sei. Gottes Zorn könne nur durch extremste Religiosität und das Verweilen in der Diaspora besänftigt werden. Deshalb lehnt die Gemeinschaft den Staat Israel ab. Erlösung könne nur durch Gott nach dem Tod erfolgen. Feldman beschreibt die bedrückende Enge des Alltags in völliger Abschottung von der Außenwelt. Es gibt weder Radio und Fernsehen noch Zeitungen und Internet. Alle Kinder besuchen religiöse Privatschulen im Bezirk. Einzig erlaubte Sprache ist Jiddisch, eine in Europa aussterbende Sprache. Für die Jungen und Männer ist der Mittelpunkt das Thora-Studium. Dieses ist den Mädchen und Frauen nicht erlaubt. Sie werden in religiösen Regeln und sittsamem Verhalten unterwiesen. Englisch wird beiden Geschlechtern nur rudimentär vermittelt. Das Lesen weltlicher Bücher ist selbst in Jiddisch verboten. Deborah ist eine Außenseiterin in dieser streng geregelten Welt, da sie bei ihren Großeltern aufwächst. Ihr Vater ist geistig behindert und alkoholabhängig, ihre Mutter hat die Gemeinschaft verlassen. Diesen Makel lässt man das Kind jederzeit spüren. Einzig die Großmutter behandelt sie liebevoll. Deborah ist zu intelligent, um die Regeln und extreme Unterdrückung der Frauen nicht zu hinterfragen. Sie findet Trost in Büchern, die sie heimlich in öffentlichen Bibliotheken liest oder zuhause unter ihrer Matratze versteckt. Mit 17 Jahren wird von der Familie eine Ehe für Deborah arrangiert. Ihren Mann hat sie zuvor ein Mal gesehen. So ist es üblich in der Satmarer Gemeinde. Aufgabe der Frau ist es, möglichst viele Kinder zu gebären, um die im Holocaust ermordeten 6 Millionen Juden zu ersetzen. Erst direkt vor der Eheschließung findet für beide Partner (getrennt) eine rudimentäre sexuelle Aufklärung statt. Diese Tatsache führt für Deborah zur Katastrophe, die von allen Verwandten beäugt und kommentiert wird. Privatheit gibt es nicht. Nachdem Deborah einen Sohn bekommen hat, fasst sie den Entschluss, die Gemeinschaft zu verlassen, um ihrer selbst willen, aber auch um ihrem Sohn die Gehirnwäsche zu ersparen, die sie selbst erlebt hat. Sie schildert ohne Pathos in sehr nachvollziehbarer Weise das Wachsen ihrer Zweifel und ihres Entschlusses, sowie das Reifen eines Plans, wie die Flucht unter Mitnahme ihres Sohnes gelingen kann. Sie weiß wenig über die Welt außerhalb ihres Stadtteils und muss den Umgang mit nichtjüdischen Menschen erst lernen, sich an das Tragen weltlicher Kleidung gewöhnen und mehr Bildung erlangen. Die Erzählung ihres Lebens liest sich wie ein spannender Roman, dessen Wahrheit umso erschütternder ist. Deborah Feldman ist eine beeindruckende, mutige Frau, die sich nicht nur getraut hat die Gemeinschaft zu verlassen, sondern das Erlebte auch noch öffentlich berichtet und anprangert. Die Gegenwehr der orthodoxen jüdischen Gemeinden fiel extrem aus nach der Veröffentlichung ihres Buches. Sie erhielt Bedrohungen. Feldman hat Unterdrückung und traumatisierende geistige Beeinflussung in einer Weise erlebt, die schwer vorstellbar ist in einem entwickelten Land des 20. Jahrhunderts. Es besteht kein Zweifel daran, dass ihre Schilderung authentisch und wahr ist. Schwer nachzuvollziehen ist für mich aber, wie eine aufgeklärte, demokratische Gesellschaft in den USA derartige Zustände unter dem Deckmantel der Religion hinnehmen kann. Nicht selten endet ein Ausstieg im Selbstmord, weil die Aussteiger für ein Leben außerhalb der Gemeinschaft nicht ausgerüstet sind und ihre Identität gebrochen ist. In Deutschland wäre diese Lebensweise schon aufgrund der allgemeinen Schulpflicht und Reglementierung der Privatschulen nicht in gleicher Weise möglich. Es ist notwendig über religiösen Fundamentalismus zu sprechen, egal welche Religion deren Hintergrund bildet. Feldmans Buch ist ein wichtiger Schritt dazu. Auf Grundlage dieses Buches wurde kürzlich ein Miniserie auf Netflix veröffentlicht. Die Rahmenhandlung wurde für den Film absichtlich stark verändert, das Leben innerhalb der chassidischen Gemeinschaft aber mit viel Sorgfalt im Detail dargestellt. In großen Teilen der Serie wird Jiddisch gesprochen, versehen mit deutschen Untertiteln. Die Serie ist sehr sehenswert, sollte aber die Lektüre des Buches nicht ersetzen. Deborahs Erzählung und Mut haben mich gefesselt und sehr bewegt. Es ist ein enorm wichtiges, gut geschriebenes Buch, das uns zeigt, wie wenig aufgeklärt und frei die Welt noch im 21. Jahrhundert sein kann und dass Widerstand gelingen kann.

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In „Unorthodox“ berichtet Deborah Feldman von ihrer Kindheit, Jugend und frühen Erwachsenenalters und wie ihr es gelingt, sich aus den Zwängen religiöser Extremisten zu befreien. Sie wächst in einer chassidischen Satmar-Gemeinde Williamsburg, New York, auf, in der sie eine autoritäre jüdische Erziehung sowohl in schulischer Hinsicht als auch von ihren Großeltern genießt. Auch nach Schulabschluss wird ihr Leben von strengen, religiösen Regeln dominiert. Deborah Feldman gibt mit „Unorthodox“ tiefe Einblicke in eine unbekannte Welt extremistischer Juden. Es überrascht nicht, dass sie durch die Veröffentlichung des Buches einen riesigen Skandal hervorgerufen hat. Mich hat die Geschichte des Mädchens bzw. der späteren jungen Frau gleichzeitig beeindruckt und schockiert. Ihre Berichte darüber, wie in manchen jüdischen Gemeinden mit Frauen umgegangen wird und wie diese sich das Verhalten der Gemeindemitglieder gefallen lassen müssen, haben mich erschüttert und gleichzeitig immer wieder wütend gemacht. Teilweise konnte ich schlicht nicht fassen, dass Frauen in einem modernen New York heutzutage solche Schicksale erleiden müssen. Über den Inhalt ihres Buches möchte ich nicht viel sagen, da man das, was Deborah Feldman zunächst erdulden musste und aus dem sie sich später hat befreien können, durch ihre eigenen Worten erfahren sollte. Einen kleinen Abzug bekommt das Buch aus meiner Sicht, da die Erzählungen, so schrecklich davon manche sind, sich teilweise etwas ziehen und dadurch der Lesefluss etwas gestört wird. Insgesamt handelt es sich bei „Unorthodox“ um ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte

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"Wenn irgendwer jemals versuchen sollte, dir vorzuschreiben, etwas zu sein, was du nicht bist, dann hoffe ich, dass auch du den Mut findest, lautstark dagegen anzugehen." - Deborah Feldman in "Unorthodox" Deborah Fledman wächst in Williamsburg, New York auf. Ihre Familie ist Mitglied einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe, der chassidischen Satmar Gemeinde. Diese religiösen Extremisten, die sich selbst Satmarer nennen, sehen im Holocaust eine von Gott verhängte Strafe, deren Wiederholung nur vermieden werden kann, wenn sie ein abgeschirmtes Leben nach strengen Vorschriften führen. Dementsprechend fällt auch die Erziehung der Autorin aus. Es wimmelt nur so von Regeln und Verboten, Frauen werden unterdrückt und Sexualität ist ein Tabu. Schon früh merkt Deborah Feldmann, dass sie sich ein solches Leben nicht vorstellen kann. Sie fühlt sich nicht zugehörig und ausgegrenzt. Durch viel Mut, Eigeninitiative und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit findet sie aber schließlich den Schlüssel aus dieser einengenden Welt: Bildung. Und sie erkennt, dass der einzige Weg aus der Sekte die Flucht ist. "Unorthodox" ist so ein Buch, das einen in Gedanken noch lange nach dem Lesen begleitet und beschäftigt. Die Autorin schildert ihren Weg aus der Sekte unglaublich eindrücklich und ehrlich. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und beschönigt nichts. Dabei hat sie noch einen wirklich tollen Schreibstil und findet die perfekten Worte und Fragen an der richtigen Stelle. Teilweise fand ich die extremen Ansichten und Taten der Menschen, die in der Gemeinde leben, so krass, dass ich kaum weiterlesen konnte. Andererseits hatte das Buch und die Geschichte der Autorin aber eine solche Sogwirkung auf mich, dass ich es fast nicht weglegen konnte. Ich bin wirklich schockiert darüber, was in dieser Sekte passiert, was vor allem Frauen dort alles erdulden müssen. Nicht nur, dass es dort nach wie vor Zwangsehen gibt, Frauen werden auch systematisch unterdrückt: sie dürfen sich nicht kleiden, wie sie wollen, sie müssen ihre Haare abrasieren und Perücken tragen, sie dürfen keine richtige Schule besuchen und während ihrer Periode und in der Woche danach sind sie "unrein" und dürfen von Männern nicht berührt werden. Und das ist nur ein kleiner Teil der Liste. Ich hätte platzen können vor lauter Wut. Besonders schlimm fand die Autorin das Verbot, weltliche Literatur zu lesen oder für Frauen generell zu lesen. Mit dem Verstoß gegen dieses Verbot hat sich die Autorin Stück für Stück eine Route aus dem Extremismus gesucht. Ich bewundere Deborah Feldman sehr für ihren Mut, dafür, dass sie für sich selbst eingestanden ist, dafür, dass sie einen Weg aus dieser Glaubensgemeinschaft gefunden hat, nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihren kleinen Sohn. Ich kann zu 100 % nachvollziehen, dass "Unorthodox" ein Bestseller ist und in den USA nach dem Erscheinen sofort ausverkauft war. Das Buch hat es in sich und bekommt von mir 5 / 5 ⭐.

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