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Leserstimmen (19)

Andrea Maria Schenkel: Als die Liebe endlich war

Als die Liebe endlich war Blick ins Buch

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€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-35953-6

Erschienen: 13.06.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Lebensnah und authentisch erzählt- unbedingt lesen

Von: hope23506 Datum : 01.10.2017

https://www.instagram.com/hope23506/?hl=de

REZENSION "ALS DIE LIEBE ENDLICH WAR" von Andrea Maria Schenkel
Ganz lieben Dank an das @bloggerportal @randomhouse und den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar.

TITEL: Als die Liebe endlich war
AUTOR: Andrea Maria Schenkel
SEITEN: 400
VERLAG: Diana Verlag
ERSCHEINUNGSDATUM: 13.07.2017
PREIS: 9,99 (Taschenbuch)

COVER:
Das Cover und auch der Titel wirken sehr romantisch und verträumt. Das Bild auf dem Cover drückt sehr gut die Sehnsucht nach Amerika und die Liebe des Paares aus.

INHALT MIT SPOILER
Erzählt wird die Geschichte in drei Handlungssträngen. In der ersten Geschichte geht es um Grete und ihrer Familie die 1938 von Deutschland nach Shanghai fliehen müssen. Auf ihrer langen Reise und das neue Leben in Shanghai begleiten wir sie.
Im zweiten Erzählstrang lernen wir Erna kennen. Sie wird von ihrer Mutter 1938 nach München geschickt und lebt dort bei ihrer Tante Marga und muss versuchen, sich in den Kriegsjahren durchzusetzen und zu überleben.
Als letztes begleiten wir Carl, den Sohn von Grete aus dem ersten Erzählstrang. Ihn treffen wir im Jahre 210 in Amerika wieder. Dort lebt er mit seiner Frau Emmi, die ein schlimmes Geheimnis seit Jahren mit sich trägt.

MEINE MEINUNG:
Aufgrund des schönen Klappentextes wollte ich das Buch unbedingt lesen. Ich erwartete eine romantische und sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte in den Wirren des zweiten Weltkrieges. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass der Klappentext nur wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun hat.
ABER - Dennoch zog mich das Buch in seinen Bann. Es ist spannend geschrieben und man erfährt sehr viel über das Leben in den Kriegsjahren. Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig, so dass es sich sehr gut lesen lässt und man es keine Längen gibt. Mit Liebe zum Detail zog mich Andrea Maria Schenkel immer wieder zum Buch. Es wird in drei Handlungsstängen erzählt, die in kurzen Kapiteln unterteilt sind. Jede Geschichte für sich war spannend und authentisch erzählt. Die Schicksale der Protagionisten haben mich immer wieder erschüttert und tief bewegt. Noch lange wird das Buch in meinem Kopf sein. Das gesamte Buch fand ich sehr gut recherchiert und lebensnah erzählt.
Es hat mir unglaublich gut gefallen, wie sich die einzelnen Geschichten am Ende zusammengefügt haben. Trotz der leichten Kritik wegen des Klappentextes habe ich ein sehr gutes, spannendes und historisch wertvolles Buch lesen können. Einen kleinen Minuspunkt muss ich noch geben, da ich gerne das Leben von Erna und die Reaktion von Carl noch weiter verfolgt hätte. Sie sind mir sehr ans Herz gewachsen.

FAZIT
Ich hat das Buch tief gerührt und ich durfte eine interessante Geschichte erfahren. Ich gebe dem Buch 4/5 Sternen. ��������

Große Gefühle!

Von: gedankenbuecherei Datum : 11.09.2017

gedankenbuecherei.wordpress.com

Zuerst muss ich wohl noch etwas mehr über den Inhalt des Buches preisgeben, denn in diesem Fall finde ich den Klappentext nicht wirklich passend. Zumindest habe ich nur durch das Lesen des Textes auf dem Buchrücken, eine ganz andere Geschichte erwartet. Das Buch verbindet drei verschiedene Handlungsstränge, zum einen, die Flucht Carls zusammen mit seiner Familie, als er noch ein Kind war. Die jüdische Familie hat das Glück flüchten zu können und erzählt wird von der Zeit auf dem Schiff, das sie in ihre neue Heimat bringen wird und über das darauffolgende Leben in Shanghai. Dieser Teil nimmt sehr viel Raum im Buch ein. Zum anderen wäre da noch die Geschichte um Erna, eine junge Frau, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland lebt. Ein dritter Strang spielt 2010, Carl ist nun über 80 Jahre alt und lebt mit seiner Frau Emmi in New York, ebenfalls deutsch, die er allerdings in Amerika kennen gelernt hat. Nach dem Klappentext hatte ich einen sehr viel größeren Anteil der Gegenwartsgeschichte des Paars erwartet, der Gegenwartsstrang wirkte für mich allerdings sehr beiläufig. Die Vergangenheit nimmt meiner Meinung nach einen sehr viel größeren Teil ein, was mich teilweise ein wenig enttäuscht hat, da ich nun mal mit etwas anderem gerechnet habe. Trotzdem hatte das Buch einiges zu bieten und konnte mich mitreißen.

Es handelt sich hierbei um eine sehr bewegende Geschichte über eine Flüchtlingsfamilie aus Deutschland, die gezwungenermaßen ein neues Leben in Shanghai beginnen muss. Die Autorin schreibt schlichtweg sehr schön und hat mir einige Gänsehaut-Momente beschert. Das Zeitgeschehen war sehr greifbar dargestellt, vor allem die Hoffnung der kleinen Familie war deutlich spürbar. Durch den Realitätsbezug war die Geschichte natürlich umso mitreißender. Das Buch ist voller historischem Wissen und daher auch sehr informativ, sehr interessant war besonders das Leben der deutschen Flüchtlingsfamilie in Shanghai, in welches man einen sehr guten Einblick bekommt. Auch die Geschichte um Erna war interessant und zugleich rätselhaft, den Zusammenhang zwischen den beiden Handlungssträngen erkennt man nicht sofort. Der besondere Reiz der Geschichte lag daher auch am Wechsel der Schauplätze und auch am Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Hauptperson Carl erschien als sehr stiller und zurückgezogener Charakter, sehr passend wenn man die schwere Vergangenheit bedenkt. Er wirkt sehr ernst und eher zurückhaltend, so richtig konnte ich nicht mit ihm mitfühlen. Allerdings haben mir die anderen Charaktere umso besser gefallen, beispielsweise seine Mutter Grete oder die beiden Passagiere ebenfalls an Bord des Schiffs, Eleonore und Otto, die die Familie begleiten. Eleonore und Otto konnten mich mit ihrer warmherzigen und liebevollen Art sehr überzeugen. Die beiden haben trotz der harten Zeiten nie den Mut verloren und haben in allem das beste gesehen, diese Stärke hat mich sehr beeindruckt.

FAZIT:
Eine wunderschöne Geschichte die ans Herz geht, mit tollen Charakteren und einem schönen Schreibstil. Andrea Maria Schenkel weiß wie sie große Gefühle vermitteln kann, das Gefühl der Heimatlosigkeit und die damit verbundene innere Zerrissenheit waren deutlich spürbar. Einziger Kritikpunkt ist die Enttäuschung um die kaum vorhandene Handlung in der Gegenwart, das ging mir ein bisschen zu sehr unter. Hier hätte ich mir mehr gewünscht. Ein sehr ernstes Buch, mit einem Realitätsbezug und großen Gefühlen, von mir eine klare Leseempfehlung!

Rezension zu Als die Liebe endlich war - Andrea Maria Schenkel

Von: lebenslesezeit Datum : 11.09.2017

https://lebenslesezeit.jimdo.com/

Klappentext
Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt.


Meine Meinung
Ich stolperte über das Buch beim Stöbern auf dem Bloggerportal. Der Titel sprach mich an und das Cover gewann meine Aufmerksamkeit. Ich hatte vorher weder etwas von dem Buch noch von der Autorin gehört. Doch der Klappentext hatte mich überzeugt. Also habe ich das Buch angefragt und freundlicherweise auch bekommen.
Zuerst möchte ich sagen, dass ich vom Klappentext her etwas anderes erwartet hatte als das, was ich dann las. Das Buch war in keinster Weise schlecht und die Autorin hatte mich schon nach den ersten zwei Seiten von ihrem Können überzeugt. Die Handlung war auch durchweg interessant und hat einen in ihren Bann gezogen. Allerdings erwartete ich eine Liebesgeschichte. Eine Geschichte, in der ich als Leser dabei bin, wie Carl und Emmi zueinander finden und sich ein gemeinsames Leben aufbauen. Natürlich war mir von vornherein klar, dass auch die Vergangenheit der beiden eine große Rolle spielen und dass einige Kapitel sowohl in Shanghai als auch in Regensburg spielen werden. Doch genau da lag der "Denkfehler". Wobei Denkfehler möchte ich nicht sagen. Schließlich lässt der Klappentext genau das vermuten. Aber dem ist nicht so ganz der Fall. Im gesamten Buch spiele maximal 1oo Seiten in der Gegenwart. Den Großteil der Zeit verbringen wir mit Carl in den Jahren 1938 - ca. 1948 in Shanghai bzw. von 1938 - ein paar Jahre nach Kriegsende mit Emmi in München. Ich habe mich sehr oft gefragt, wie der Klappentext zum Buch passt, da die Aufklärung erst so richtig im letzten Kapitel kommt. Wie gesagt. Ich finde das nicht schlimm, da mir das, was mir die Autorin bot, unglaublich gut gefallen hat. Es gab keine Längen oder Ungereimtheiten innerhalb der Geschichte. Die Charaktere waren alle sehr authentisch. Man konnte Entscheidungen nachvollziehen und nicht verstehen. Handlungen respektieren und Gefühle nachempfinden. Was mir besonders gut gefiel war, dass es im Vergleich zu anderen historischen Romanen nicht übertrieben war was die NS-Zeit angeht. Oftmals werden mit Klischees und Übertreibungen gespielt. Hier nicht. Alles ist super authentisch, recherchiert und erzählt. Ich kann es schwer in Worte fassen, aber als Leser hatte ich nie das Gefühl, dass es sich um etwas ausgedachtes handelt. Ich dachte mir immer "Ja. So kann es passiert sein.". Es wurde mal eine andere Seite aufgezeigt. Es gab nicht nur "die bösen Nazis", "die armen Juden" und die "naiven Deutschen". Es waren Menschen mit Fehlern, Geschichten, Schicksalen und einem Leben. Mich hat das Buch sehr berührt aber nie auf eine kitschige Art und Weise. Ich habe wunderbare Lesestunden verbracht, bei denen ich über so manch eine Aussage oder Entscheidung von Carl den Kopf schütteln musste, bei der ich schmunzeln musste, wenn Tante Marga, Trude und Irene zusammen saßen und mit Erna tratschten oder wenn Otto mit Grete und Eleonore erzählte.
Der Grund, wieso es von mir "nur" 4 statt 5 Sternen gab hängt zum einen damit zusammen, dass der Klappentext so "irreführend" ist. Jedoch ist das nicht der Grund. Mit fehlt am Ende einfach etwas. Ein Abschluss, eine Auflösung. Ich möchte wissen, wie es weitergeht, da ich finde, dass mir das jetzt zusteht. Ich möchte wissen, wie Carls auf Emmis Vergangenheit reagiert, wie sie sich erklärt und rechtfertigt. Möchte wissen, wie es weitergeht. Aber natürlich ist das Ende auch gut so, wie es ist. Es kurbelt die Phantasie an. Man macht sich Gedanken und denkt nach. Und doch hätte ich gerne Antworten.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der historische Romane, eine spannende und interessante Handlung sowie authentische Charaktere mag und auch gerne mal auf Kitsch und Romantik verzichtet sondern eine Geschichte lesen mag, die das Leben eben so schreibt.

Ein wundervoll geschriebener Roman über die Fragen nach dem Gestern.

Von: The Book and The Owl Datum : 03.09.2017

https://www.instagram.com/thebookandtheowl/

Ich kann meine Gedanken kaum in Worte fassen, da alles, was ich sagen möcjte, so komisch klingt. Das Buch war einfach toll. Die Charaktere waren toll.
Was mich absolut umgehauen hat, war die Tatsache, das dieses Buch obgleich des Titels überhaupt keine Romanze war. Es war ein absolut toll verpacktes Drama. Als ich das Buch begonnen hatte, hatte ich auch überhaupt keine Ahnung, dass es so erzählt wird, wie es letzten Endes wurde. Ich habe mir das alles so vollkommen anders vorgestellt und bin mehr als positiv überrascht, dass es anders war.
Die Handlund jedoch war mit Abstand das Beste an diesem Roman überhaupt.
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Hauptsächlich geht es um Carl, einem Mann der in seinen Kindertagen aus Deutschland über Shanghai nach Amrika floh, wo er seine jetzige Frau Emmi kennenlernt. Sie führen eine glückliche Ehe, bis die anstrengende Nachbarin Faith ein Bündel Papiere und Briefe aus dem Nachlass ihres verstorbenen Gatten vorbeibringt. Sie bittet Carl, diese Papiere für sie zu übersetzen, da sie allesamt auf Deutsch geschrieben wurden. Beim durchsehen der Papiere stößt Carl auf eine unglaubliche Entdeckung, die seine Grau betrifft. Danach rieseln über ihre Ehe mehr als nur ein paar Kiesel und Carl fragt sich, ob er Emmi jemals wirklich kannte.
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Das ist nicht der Klappentext, sondern meine eigene, spoilerfreie Wiedergabe. Die Geschichte wurde so herzlich geschrieben, dass ich nicht anders konnte, als sie in mein Herz zu schliessen.
Jeder Charakter hat eine unglaubliche Tiefe besessen, vor allem Emmi.
Die Dialoge der Protagonisten sind allesamt "altdeutsch", mit bayerischen Akzenten, wie es mir vorkam. Das hat diesem Roman insgesamt eigentlich seinen Charme und Realismus gegeben, für den ich ihn sehr schätze.
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Und mal abgesehen von der Story: Das Cover ist einfach nur wunderschön. Es passt zur Geschichte und vermittelt ebenso die Atmosphere des Romans sehr gut dem Betrachter.
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Von mir bekommt "Als die Liebe endlich war" von @andreamariaschenkel 5 von 5 Sternen, weil ich einfach selten so ein gutes Buch gelesen habe.

Eine schöne Liebesgeschichte, die die Frage von Heimat und Herkunft thematisiert und heute aktueller denn je zu sein scheint.

Von: sk Datum : 29.08.2017

https://booksarelifexoxo.blogspot.com/

Klappentext:
Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt.

Zum Cover: Das Cover ist sehr schön gestaltet worden. Zu sehen sind ein Liebespaar, das sich mit dem Rücken zum Betrachter gewandt hat, aber sich in die Arme fällt. Sie scheinen auf einem Schiff zu stehen. Im Hintergrund ist die Freiheitsstatue deutlich zu erkennen.
Das Cover passt einwandfrei zu der Geschichte.

Zum Inhalt: Dieser Roman thematisiert zwei auf den ersten Blick gleiche Geschichten. Schaut man genauer erkennt man doch Unterschiede. Andrea Maria Schenkel erzählt voller Hingabe zwei unterschiedliche Geschichten. Carl, jüdischer Herkunft, flüchtet mit seiner Familie während des Nationalsozialismus nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen, doch ihre Vergangenheit ist ein reines Geheimnis, welches mit dem Konzentrationslager Dachau zu tun hat.
Ich bin sehr geschichtlich-interessiert und dementsprechend war ich auch sehr gespannt darüber, wie die Autorin so ein schreckliches Thema in ihrem Buch verarbeitet. Ich muss sagen Ihr ist es echt gut gelungen. Vor allem thematisiert der Roman die Frage von Heimat und Herkunft. Ein Thema das heute aktueller denn je zu sein scheint.

Zum Schreibstil: Dieser Roman enthält kurze Sätze, Absätze und gut erkennbare Dialoge, die dem Leser einen guten Leseverlauf geben.
Außerdem wird die Geschichte von so vielen Perspektiven erzählt. Um es zu verdeutlichen: mehrere Perspektiven aus der Vergangenheit von Emmi und Carl, aber auch Gegenwartsperspektiven. Diese bieten dem Leser viele Eindrücke auf die damalige Zeit der jüdischen Flüchtlinge, generell in die Zeit während des Zweiten Weltkrieges. Diese abwechselnde Leseperspektive baut Spannung auf.
Gegen Ende des Romanes gibt es ein Nachwort, das zum einem die Hintergründe dieser Geschichte verdeutlichen und aufzeigt, wie intensiv Andrea Maria Schenkel hinter diesem Roman stand und dafür recherchiert hat.
Was mich nur verdutzt hat, war dass die Inhaltangabe hintem am Buchende zu finden war.

Mein Fazit:
Mir hat dieser Epochenroman sehr gut gefallen. Ich konnte ihn einfach nicht aus der Hand legen und kann diesen jedem nur empfehlen.
Dementsprechend gebe ich "Als die Liebe endlich war" 5 von 5 Sternen.

Ein Buch das man gelesen haben muss!

Von: Fantasticbookwords Datum : 24.08.2017

fantasticbookwords.wordpress.com

Eigene Meinung

Da ich Geschichten aus dem 2. Weltkrieg einfach nur liebe war es nicht schwer in dieses Buch hineinzukommen. Andrea Maria Schenkel erzählt voller Hingabe zwei ganz unterschiedliche Geschichten.

Wie ihr oben im Inhalt schon gelesen habt, geht es größtenteils um Carl. Wir begleiten Carl wie er aus seine Heimat flieht, doch nicht so wie andere Familien zusammen fliehen, flieht Carl nur mit seiner Mutter und seiner Schwester. Die Geschichte wird von so vielen kleinen Perspektiven erzählt das es einfach nur spannend bleiben kann. Sei es der Vater der die Heimat zu sehr liebt um zu fliehen. Die Mutter die ihren Mann zurück lassen muss. Carl der in seinen jungen Jahren nicht so genau weiss wie er diese Situation finden soll, oder der nette Otto den sie auf dem Schiff kennengelernt haben. Wenn man genau in der Geschichte darauf achtet merkt jeder Leser sofort wie viel Zeit und Liebe die Autorin in dieses Buch gesteckt hat. Außerdem gibt es noch eine Perspektive von Carls Frau und eine Gegenwartperspektive. Dennoch möchte ich jetzt nichz zu viel verraten. Das heisst natürlich für euch. Kauft das buch und lest es!

Ich habe so Angst, das ihr jetzt schon alleine vom Inhalt abgeschreckt seit. Bitte ich lege es euch so an das Herz. Lest dieses Buch. Es zeigt uns wie unsere Großeltern früher mit diesem Krieg leben mussten und wie sie heute noch gegen diese Zeit ankämpfen müssen. Habt ihr euch nie gefragt was eure Großeltern im Krieg erlebt haben? Sind sie geflohen? Wie fanden sie die Situation mit dieser Partei? Was arbeiteten sie in dieser schweren Zeit und wie war die Zeit nach dem Krieg? Wenn ihr die Chance dazu habt, dann fragt eure Großeltern sie sind die letzten überlebenden und Zeitgenossen dieses Krieges und können euch so viel Wissen geben.



Fazit

Eine berührende und einerseits wahre Geschichte wie es Menschen vor nicht einmal 100 Jahren erging.

Ich gebe diesem Buch 4,5 von 5 Sternen.

Mein Dank geht vor allem an die Autorin Andrea Maria Schenkel. Danke Frau Schenkel für diese wundervolle Geschichte die Sie mir geschenkt haben. ❤

Außerdem Danke ich dem Bloggerportal und dem Diana Verlag für das tolle Rezensionsexemplar.

Was im Leben zählt

Von: Anyah Fredriksson Datum : 18.08.2017

https://angisbuecherkiste.blogspot.com

Im April 1938 geht die Familie Schwarz, die Eltern Grete und Erwin und die beiden Kinder Carl, 12 Jahre alt, und Ida, 9 Jahre alt, fort von Deutschland. Sie besteigen in Genua das Schiff „Conte Biancamano“ mit dem Ziel Shanghai. Einer der wenigen Orte auf der Welt, wohin Juden zu der Zeit noch fliehen konnten, denn es wurde kein Visum benötigt. Kurz vor dem Ablegen des Schiffes jedoch entschließt sich Erwin zurück nach Deutschland zu gehen, seine Verbundenheit für seine Heimat ist zu groß, hatte er doch für das Land im ersten Weltkrieg gekämpft. Außerdem ist er zuversichtlich, dass sich die Lage daheim bald zum Guten ändern wird. Seine Frau und die Kinder könnten dann bald ebenfalls nach Hause kommen. Grete hofft inständig, dass sich ihr Mann doch noch entschließt, ihnen mit einem der nächsten Schiffe zu folgen. Zu schlimm waren bereits die Repressalien gegen ihn, der als Arzt nur noch jüdische Patienten behandeln durfte, und die gesamte Familie. Nach dem Ende des Krieges geht der Sohn der Familie nach Amerika und baut sich dort ein neues Leben an der Seite von Emmi auf. Carl und Emmi, die ebenfalls aus Deutschland stammt leben 60 Jahre glücklich und in großer Liebe beisammen, bis die Vergangenheit sie beide einholt.

Die Autorin Andrea Maria Schenkel hat mit ihrem neuesten Werk eine Geschichte über die Liebe erschaffen und darüber, ob in der Liebe wirklich nur das Heute zählt und es kein Gestern gibt. Die Autorin verwendet dafür eine schöne und klare Sprache. Eindrucksvoll und tiefgreifend erzählt sie die Geschichte von Carl und Emmi und wie das Leben sie zusammen geführt hat. Ihr Schreibstil ist beeindruckend und unverwechselbar. Das Tempo ist perfekt angelegt. Die Charaktere sind hervorragend ausgefeilt und die Figuren spielen perfekt miteinander und hätten nicht besser getroffen sein können. Wie in einem Film sehe ich die einzelnen Szenen vor mir.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es nur zu gerne weiter an Leser, die die Fähigkeiten einer exquisiten Geschichtenerzählerin, wie sie Andrea Maria Schenkel eine ist, zu schätzen wissen. Ich wurde von der ersten bis zu letzten Seite brillant unterhalten.

Was für ein Buch...

Von: Catlovebooks Datum : 17.08.2017

https://www.youtube.com/channel/UCEBYqBSGO7jddY9s9p-WOpw

ZUM INHALT:

Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt.


MEINE MEINUNG:

Auf dieses Buch bin ich in den Verlagsvorschauen aufmerksam geworden, das Cover sprach mich an und ich las mir den Klappentext durch und es wanderte sofort auf meine Wunschliste.

Als es dann erschien, zog es auch sofort bei mir ein und ich begann auch sofort damit, da ich auch gerade in der Stimmung für so eine Geschichte war.

Ich mag solche Bücher die so eine Richtung haben, weil ich es sehr spannend finde und solche Bücher den Leser so extrem fesseln können, weil einfach zu so einer Zeit des 2. Weltkrieges viel passiert ist und man als Leser mitgenommen wird. Es ist immer wieder erschreckend, was damals alles den Menschen geschehen ist und ich muss sagen, diese Autorin hat wirklich ganze Arbeit geleistet, denn ich habe schon einige Bücher mit dieser Thematik gelesen, aber die Autorin hat nochmal eine ganze Schippe draufgelegt.

Ich war so gefangen in der Geschichte, die mich sprachlos gemacht hat und ich habe erst aufgehört zu lesen als ich durch war, ich hätte es nicht zur Seite legen können, weil mich die Geschichte so gepackt hat und wissen wollte wie es weitergeht, was noch passiert, ob sie ihr Glück noch finden.

Wirklich eine extrem gut erzählte Geschichte, die wahnsinnig gut ausgearbeitet wurde und mich absolut in seinen Bann ziehen konnte.


5/5 Sterne

Der Vergangenheit entkommt man nicht so leicht

Von: Marie's Salon du Livre Datum : 16.08.2017

mariessalondulivre.at

Regensburg 1938: Grete Schwarz packt die Gelegenheit am Schopf. 4 Passagen von Genua nach Schanghai sollen der Familie das Überleben sichern. Ihr Mann Erwin ist Jude und somit bereits ins Visier der Nazi geraten. Genauso wie ihre Kinder, Carl und Ida und sie selbst natürlich auch.
Schon auf dem Schiff entscheidet sich Erwin, umzukehren und in Deutschland zu bleiben. Noch hat er die Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben nicht aufgegeben. Grete bleibt alleine mit ihren Kindern an Bord und begibt sich auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft. Das riesige Boot wird vorübergehend zur Heimat für viele Staatenlose.
Etwa zur gleichen Zeit wird Erna zu ihrer Tante nach München geschickt. Magda ist bekannt für ihre Séancen und als Lebensberaterin. Sie hilft jenen, die unbedingt Kinder haben möchten und führt auch im Geheimen Abtreibungen durch.

Larchmond 2010: hier leben Carl und Emmi gemeinsam seit fast 60 Jahren. Beide haben Deutschland und ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. Sie begannen ein neues Leben in den USA. Sie kennen einander in- und auswendig, so dachte Carl zumindest, bis er einen Hinweis findet, der alles verändert.

Wie hat es mir gefallen?

Vielen Dank an das Bloggerportal, welches mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat. Die Kombination aus Cover und Klappentext haben mich sehr neugierig auf diese Geschichte gemacht.
Das Bild am Cover deutet eigentlich auf eine ganz gewöhnliche Auswandererstory hin, aber es verbirgt sich hinter Carl und Emma so viel mehr.

Abwechselnd wird von Carls Familie und Erna erzählt. Als Beobachter erfährt der Leser, was passiert. Anfangs fiel es mir nicht so leicht, mich auf die distanzierte Erzählweise einzulassen. Aber genau dieser Abstand hat mich schließlich gefesselt und mir die Möglichkeit gegeben, nicht zu emotional auf gewisse Beschreibungen zu reagieren. Neben den Hauptfiguren erschafft die Autorin auch sehr sympathische Nebenfiguren, die die Handlung sehr bereichern und abrunden.

Einen großen Teil der Geschichte nimmt natürlich die Familie Schwarz ein. Ihr Schicksal hat mich auch interessiert. Denn bisher las ich hauptsächlich von Überlebenden und ihren furchtbaren Erfahrungen in den Ghettos und KZ. In diesem Buch entscheiden sich die Juden Deutschland bzw. Österreich zu verlassen und in einem ihnen unbekannten Land, neu anzufangen. Die Kultur Schanghais unterscheidet sich komplett von der europäischen, noch dazu wird diese Großstadt von den Japanern besetzt und damit waren die Flüchtlinge dem Nazi-Einfluss nicht völlig entronnen. Je länger der Krieg dauerte, desto prekärer wurde die Lage. Neuigkeiten konnten kaum mehr überbracht werden. Somit lebten die Menschen abgeschnitten von der Welt, ihren Familien und Freunden in einer Blase, die erst nach Kriegsende in Asien zerplatze.

Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Erna und ihr Leben in München bei ihrer Tante Magda. Als Engelmacherin drohen ihr, falls sie erwischt werden sollte, natürlich hohe Strafen. Zwar empfing Magda auch politisch wichtige Menschen, Erna jedoch half ihrer Tante und kümmerte sich nicht um Politik. Als Leser konnte man fast vergessen, welche dunkle Zeit angebrochen war. Erst mit Fortgang des Krieges verschärfte sich auch in München die Versorgungslage. Die zwei Frauen mussten sich einschränken und neue Wege finden, um zu Geld zu kommen.

Der 3. Schauplatz befindet sich beinahe in der Gegenwart und in den USA. Genau hier veränderte sich die Schreibweise ein wenig. Die Distanz verblasst. Fast schon liebevoll wird das Ehepaar tanzend im Haus beschrieben. Die offensichtliche Zuneigung der beiden für einander ist in jedem Wort zu spüren, wenn sich die zwei auch mal kräftig streiten. Als Leser erfahren wir, wie sie sich kennen gelernt haben, doch nicht sehr viel über ihr gemeinsames Leben. Die Vergangenheit, die eigentlich keine Rolle spielte, erhebt sich und holt sie ein. Zwei Menschen, die sich eigentlich niemals hätten treffen können, denn Carls Schicksal wurde besiegelt, als er als Sohn eines Juden geboren wurde.

Ein etwas anderes Buch über den Zweiten Weltkrieg, das auf Grund des Flüchtlingsthemas wieder sehr aktuell ist. Damals wie heute machen sich die Menschen auf den Weg, um zu überleben oder sich ein besseres Leben zu erarbeiten.

Das Nachwort der Autorin möchte ich euch sehr ans Herz legen. Dort berichtet sie über ihre Beweggründe, ihre Erfahrungen mit Überlebenden, Flüchtlingen dieser Zeit.

www.mariessalondulivre.at

Es gibt immer ein Gestern

Von: die.buecherdiebin Datum : 11.08.2017

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

die.buecherdiebinInhalt: Der 11-jährige Carl, dessen Vater jüdische Wurzeln hat, flieht 1938 mit seiner Familie aufgrund der sich zuspitzenden Gefahr, von Regensburg nach Shanghai. Doch dort bleiben sie immer Fremde, deshalb emigriert Carl nach dem Krieg nach Amerika.
Emmi lebt während der Kriegsjahre bei ihrer Tante in München und arbeitet schließlich als Krankenschwester. Auch sie verlässt später Deutschland und lernt in Amerika Carl kennen. Beide wollen über ihre Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen.. Das gelingt ihnen 60 Jahre lang, doch dann erfährt Carl die Wahrheit über seine Frau...
Cover und Titel passen gut zum Inhalt des Buches. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und sehr bildhaft. Es fällt leicht, sich die Charaktere und die Umgebung - vor allem Shanghai - vorzustellen. Außer Carl und Emmi gibt es noch sehr viele andere Charaktere, die wichtige Rollen in diesem Buch spielen. Sie werden alle glaubhaft beschrieben.
Die Geschichte wird auf drei verschiedenen Handlungsebenen erzählt. Zuerst einmal geht es um Carl, seine Familie und später auch um deren neue Freunde. Die Handlung beginnt 1938 in Regensburg, erzählt von der Reise und dem Leben während des Krieges in Shanghai. Neu für mich persönlich war, dass viele Juden in Shanghai Zuflucht gesucht haben.
Auch Emmis Geschichte in Deutschland beginnt im Jahr 1938. Emmis Alter wird nicht genannt, aber sie scheint ein paar Jahre älter als Carl zu sein. Ihre Tante zieht sie in einige kriminelle Machenschaften hinein, aber das, was Carl später über sie erfährt, wird eigentlich nur am Rande erwähnt. Das fand ich schade, denn Emmis Geschichte war für mich eher uninteressant.
Am berührendsten fand ich aber Carl und Emmi in der Gegenwart (hier im Jahr2010). Zwei Menschen in den 80ern, die sich seit 60 Jahren innig lieben und, Zitat aus dem Nachwort: „als altes Ehepaar in Hausschuhen durch den Raum tanzen“. Diese beiden Menschen, besonders Carl, habe ich sofort ins Herz geschlossen und sehnlichst auf ein gutes Ende gehofft.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Das Zitat von Carls Mutter aus „Die Bremer Stadtmusikanten“ : „Etwas besseres als den Tod findest du überall“ ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Wundervoller Epochenroman

Von: Biancas-Zeilenliebe Datum : 08.08.2017

https://biancaszeilenliebe.blogspot.co.at/?m=1

So eine detailierte Darstellung der Judenverfolgung und die Kriegszenarieren des 2. Weltkriegs findet man nichtmal in Geschichtsbüchern.
Die Autorin hat einen angenehmen und fesselnden Schreibstil. Auch die Charaktere wirken sehr lebendig und sympathisch.
Man zittert, leidet und hofft mit ihnen mit.

Ich kann das Buch jeden ans Herz legen, der Geschichten über die Liebe und zweiten Weltkrieg gerne liest.

Sprachlos

Von: hasirasi2 Datum : 25.07.2017

nichtohnebuch.blogspot.de/

Larchmont 2010: Carl und Emmi sind seit 60 Jahren zusammen und lieben sich wie am ersten Tag. Als ihre Nachbarin ihm Unterlagen ihres verstorbenen Mannes mit der Bitte um Übersetzung bringt, will er eigentlich ablehnen. Was verbindet ihn denn noch mit Deutschland? Er hat sich seit der Flucht mit seiner Familie als 12jähriger mit nicht mehr als Deutscher gefühlt. Außerdem findet Emmi, dass er sich zu sehr darüber aufregt. Denn jetzt überrollt die Erinnerung ihn. Emmi und er haben nie über Deutschland gesprochen, sich in Amerika neu erfunden. "Es gibt nur ein Heute, Carl, vorher war ich niemand." "Es gibt immer ein Gestern." (S. 375)

1938 sucht Carls Mutter ihr Heil in der Flucht vor den Nazis. Als katholisch Frau eines getauften Juden hat sie es nicht leicht, genau wie die Kinder Carl und Ida. Also nutzt Grete die Chance, als ihr die Tickets für ein Auswandererschiff nach Shanghai quasi in den Schoß fallen. Aber ihr Mann Erwin will nicht weg: „Ich will lieber tot sein als gehen.“ (S. 56). Er ist schon in Genua und auf dem Schiff, als er umkehrt.
Doch auch auf dem Schiff sind sie als Juden und Flüchtlinge nicht frei. Sie dürfen nirgendwo als dem Bestimmungsort von Bord gehen. „Die Conte Biancamano ist der goldene Käfig, in dem wir sitzen.“ (S. 84)
In Shanghai scheint sich ihre Situation endlich zu verbessern: „In einer Welt, in der die Hälfte uns verfolgt und die andere uns nicht haben will, ist der Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies.“ (S. 125) Und dann passiert Pearl Harbor ...

Erna geht 1938 als Hausmädchen zu ihrer Tante Marga nach München. Diese ist „Lebensberaterin“, liest für Berühmtheiten aus Karten die Zukunft und veranstaltet Séancen. 1943 wird Marga verhaftet. Erna kann sich erst aufs Land und 1946 dann nach Amerika retten.

Ich kannte die Autorin bis zu diesem Buch noch nicht und hätte es aufgrund des Titels auch nie in die Hand genommen (es sah zu sehr nach Liebesgeschichte aus). Aber dann hat Barbara auf ihrem Blog sommerlese davon berichtet und mich neugierig gemacht.

Aus der Sicht von Carl und Erna werden 2 Wege beschrieben, wie Deutsche den 2. WK überlebt haben. Carl ging damals mit seiner Familie nach Shanghai. Er wurde schnell erwachsen, lernte unter allen Umständen zu überleben. Und er fühlte sich nicht mehr als Deutscher, war zum Kosmopoliten geworden.
Erna hingegen kam aus einem behüteten Elternhaus zur Tante und lebte bis zu deren Verhaftung relativ unbeschwert, hatte die Tante doch Beziehungen bis in höchste Regierungskreise. Erna hatte sich angepasst, sie war nicht dumm, versuchte immer, sich einen Fluchtweg offenzuhalten.
Als Carl 2010 die Unterlagen seines Nachbars durchgeht und Nachforschungen anstellt, stolpert er über ein Detail aus Emmis Vergangenheit. Ein Foto. Ist die Frau darauf wirklich seine Emmi?!

„Als die Liebe endlich war“ ist ein extrem berührendes Buch. Sehr fesselnd beschreibt A. M. Schenkel, wie die Menschen ums Überleben kämpfen und immer wieder Entscheidungen treffen, die ihr Leben radikal verändern und über die sie dann zum Teil noch Jahrzehnte später grübeln.

Carl war mir besonders sympathisch. Auf dem Schiff und in Shanghai ist er plötzlich der Mann in der Familie. Er lebt sich sehr schnell ein und wird erwachsen. Durch seine Augen habe ich eine extrem farbenprächtige und gegensätzliche Stadt kennengelernt, regiert von der Maffia und korrupten Behörden. Auch hier sind sie nur Ausländer.
Und auch mit Emmi hab ich eher Mitleid und Verständnis. Ich kann nicht wütend oder enttäuscht sein, obwohl sie es sicher verdient hätte.

Im Nachwort erzählt die Autorin, dass sie sich von realen Personen inspirieren lassen hat und das merkt man dem Buch auch an. Für mich waren sie real, ich habe mit ihnen gelitten und gehofft, geliebt und gebangt. Es gibt sicher viele Schicksale wie das von Carl und Emmi – Paare, die nicht über DEN einen wichtigen Fakt in ihrer Vergangenheit geredet haben. Weil Schweigen manchmal besser ist, als sich seine Fehler oder Schwächen einzugestehen.

Als die Liebe endlich war

Von: buchregal123 aus Mönchengladbach Datum : 10.07.2017

Grete Schwarz flüchtet mit ihren Kindern Carl und Ida 1938 vor dem Nationalsozialismus nach Shanghai. Ihr Mann Erwin, auch jüdischer Abstammung, aber katholisch getauft, reist mit bis Genua, doch er kann sich nicht vorstellen, sein Heimatland zu verlassen und will in Deutschland bleiben.
Carl, der elf Jahre alt war, als er mit seiner Mutter und seiner Schwester Regensburg verließt, will nach dem Krieg nicht mehr zurück nach Deutschland zurück. Er will sich in Amerika aufbauen. Er lernt die deutschstämmige Emmi kennen und hat mit ihr ein gutes Leben. Doch nach sechzigjähriger Ehe sorgt ein Zufall dafür, dass er etwas über Emmis Vergangenheit erfährt. Wie kann es sein, dass man solange zusammen ist und den Partner scheinbar dennoch nicht kennt? Carl ist erschüttert.
Wir lernen auch die junge Erna kennen, die von ihren Eltern zu einer Tante nach München geschickt wird, um im Haushalt zu arbeiten. Die Tante ist eine außergewöhnliche Frau. Sie ist Engelmacherin und Medium und berät Menschen, die ihre Hilfe suchen. Marga sympathisiert mit den Nationalsozialisten und bewegt sich in diesen Kreisen.
Diese abwechselnd erzählten Handlungsstränge verflechten sich am Ende zu einer Geschichte, die veranschaulicht, was die damalige Zeit mit Menschen gemacht hat. Die Familie Schwarz verlässt ihr Heimatland, um ein sicheres Leben in Shanghai zu haben, doch die Auswirkungen des Krieges sind auch dort zu spüren.
Die Charaktere sind sehr gut und authentisch beschrieben. Es berührt einen, ihren Lebensweg mitzuerleben. Obwohl ich viele ihrer Gedanken und Handlungen nachvollziehen kann, kommen sie mir dennoch nicht wirklich nahe. Die Auswirkungen des Krieges tragen sie immer mit sich herum, aber sie verschließen das alles vor anderen.
Es ist eine Geschichte über Menschen, die eine furchtbare Zeit miterlebt haben und die betroffen macht.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Zweifelhafte Vergangenheit

Von: Baroness Datum : 05.07.2017

https://baronesslesen.wordpress.com/

„Vorsicht Spoiler!“
Grete hat Angst um ihre Familie, denn ihr Mann Erwin ist Jude. Obwohl er katholisch getauft ist, haftet an ihm sein Judentum. Viele Familien sind schon arisiert worden, warnt ein Freund. Er bittet Erwin, Deutschland zu verlassen. Dafür legte er für die gesamte Familie Schiffspassagen nach Shanghai auf dem Tisch. Sie stammen von einem Verstorbenen. Sie packen ihre Sachen und machen sich auf einen beschwerlichen Weg, denn Tausende versuchen, das Land zu verlassen. Immer wieder werden sie angehalten. Bevor sie das Schiff nach Shanghai besteigen, überlegt sich Erwin den Schritt. Er will Deutschland nicht verlassen, aber Grete geht mit ihren beiden Kindern an Bord. Die Angst vor Verfolgung ist größer, als vor der Fremde.

Ihre Eltern schicken Erna nach München, dort soll sie bei Tante Marga wohnen und arbeiten. Sie betreibt eine Lebensberatung und achtet streng auf die Einhaltung ihrer Vorschriften. Mit der Zeit bekommt Erna einen Einblick in die Tätigkeit ihrer Tante. Die Aktivität hat allerdings auch Schattenseiten und sie müssen darauf achten, dass keiner Verdacht schöpft. Trudi, Margas Freundin, möchte Kinder, damit sie ihren Freund Rudolf heiraten kann. Der Reichsführer macht das zur Bedingung. Allerdings ist sie in einem Alter, wo es Schwierigkeiten gibt. Marga und Trudi setzen einen Plan um, damit Trudi endlich ein Kind in den Händen hält. Es dauert nicht lange und Trudi hat ein Baby. Die Geschäfte laufen schlechter, Erna muss bei Rudolf Sauer helfen. Für seine Forschungen hat er ein Labor in Dachau. Die Bombardierungen haben Deutschland erreicht. Erna findet nach einem Bombenangriff ein Baby, dessen Mutter tödlich getroffen wurde. Sie nimmt das Kind und die Papiere der Toten an sich. Eines Tages muss sie ansehen, wie ihre Tante Marga abgeholt wurde. Daraufhin, versuchte Erna Deutschland zu verlassen.

Carl genießt mit seiner Frau Emmi den Ruhestand. Eines Tages meldet sich ein Mann vom U.S. Justice Departement und möchte mit ihm sprechen. Sie vergleichen Daten mit alten Unterlagen. Carl stammt aus Deutschland, emigrierte nach Shanghai und später in die Vereinigten Staaten. Seine Frau Emmi emigrierte ebenso in die USA, sie stammt allerdings nicht aus Deutschland. Er will von der Vergangenheit nichts mehr wissen, die Angelegenheit ist für ihn erledigt. Als er jedoch einen alten Zeitungsartikel in den Händen hält, kennt sein Schmerz keine Grenzen.

Meine Meinung:
Es sind drei Handlungsstränge, die sich in der Geschichte verbinden. Erzählt wird das Geschehen in bildhaften Darstellungen. Man hat eine grandiose Vorstellung des Zeitgeschehens. Dazu überzeugen die Protagonisten in ihrem Charakter. Die greifbare Angst ist ebenso zu spüren, wie die Hoffnung auf ein neues Leben. Das Milieu in Shanghai ist ebenso gut wiedergegeben, wie die Szenerie in Deutschland.

Das Cover passt, der Titel ebenso. Zu guter Letzt endet die Innigkeit, denn der Schmerz der Vergangenheit ist größer. Das Leben kann man nicht betrügen, die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten. Zeit und Ort sind jeweils angegeben, sodass man beim Lesen nicht den Überblick verliert.

Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, es hat mich in seinen Bann gezogen. Eine grandiose Vorstellung von deutscher Geschichte, verbunden mit Emigration in ein anderes Land. Und wer denkt, der Neubeginn in einem fremden Land ist leicht, wird hier eines besseren belehrt.

„Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ - den Gedanken haben sicherlich auch heute noch viele Flüchtlinge.


Fazit:
Eine bedeutsame Historik, indem der Werdegang nichts von seinem Format verliert. Erstklassige Veranschaulichung der Atmosphäre und des Lebensbereiches, ebenso die Darstellung der Protagonisten.

Ich kann das Buch nur empfehlen – sehr lesenswert nach meiner Meinung!

Deutsche Geschichte lebendig werden lassen

Von: Diane Jordan Datum : 03.07.2017

https://booksofloveblog.wordpress.com/


Rezension Diane Jordan

Die Thematik Geschichte ist spannend, dass fand ich schon in der Abiturzeit und habe bis heute einen Faible dafür. Ich finde es reizvoll, Aspekte der Vergangenheit zu beleuchten und mich in die Buchcharakter hineinzuversetzen. Wenn das Buch gut geschrieben ist, so wie „Als die Liebe endlich war“ von Andrea Maria Schenkel, gelingt mir das problemlos. Ruckzuck konnte ich mich daher in die Protagonisten Emmi & Carl hineinversetzen. Die Gedanken und Ängste der damaligen Kriegszeit ansatzweise nachvollziehen und die Auswirkungen auf die spätere Gegenwart und Zukunft der beiden erahnen. Der Plot entwickelt sich und baut sich Puzzlestück für Puzzlestück auf.
Die Betrachtung der Vergangenheit wird meines Erachtens durch die beschriebenen historischen Begebenheiten in diesem Taschenbuchroman bestens verarbeitet. Der Leser erfährt einiges aus der Zeit und erhält auch einen kleinen Überblick über Ereignisse der Welt und Kulturgeschichte jenseits des Tellerrandes. 400 Seiten, die Spannung und geschichtliches Wissen, geschickt in drei Zeitabschnitte vermitteln und den Leser so nicht überfordern. Das Cover zum Buch ist passend gewählt und gefällt mir außerordentlich gut. Der Neubeginn und das Wagnis im fernen Amerika ein neues Leben zu beginnen, werden meines Erachtens hier schon gut sichtbar. Und nach diesem großartigen Epochenroman schnappe ich mir nun meinen Mann und ab geht’s in „Das Auswandermuseum“ in der BallinStadt. Denn wir haben Ferien und nutzen diese Zeit ☺ gerne für solche Aktivitäten.


Inhalt:
Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt.


Autorin:
Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, lebt in Regensburg. Ihr Debüt Tannöd erregte großes Aufsehen. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine, 2008 mit dem Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman ausgezeichnet. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal, wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Für ihr zweites Buch Kalteis erhielt sie zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Krimi Preis.

Fazit: 4 Sterne**** für diesen packenden und spannenden Roman. Er hat mich sehr berührt und stellenweise sehr nachdenklich gemacht. Tipp: Taschentücher bereitlegen!
„Als die Liebe endlich war“ ist im Diana Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 400 Seiten und kostet 9,99 Euro.


Ein Stück Zeitgeschichte

Von: Martinas Buchwelten Datum : 28.06.2017

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Andrea Maria Schenkel lässt uns hier an der Geschichte von Carl und Emmi teilhaben, aber nicht ganz so, wie der Klappentext andeutet oder wie ich dachte, denn der Roman ist in drei Teile aufgeteilt.
Doch ganz zu Beginn umgibt uns die Rahmenhandlung, die im Klappentext erwähnt wird. Carl und Emmi sind seit etwa sechzig Jahren ein Paar und leben in den Vereingten Staaten: beide sind Emigranten aus Deutschland, doch die Vergangenheit spielte in ihrem gemeinsamen Leben nie eine große Rolle. Bis die Nachbarin an Carl herantritt und ihn bittet sich Briefe anzusehen, die sie im Nachlass ihres verstorbenen jüdischen Mannes gefunden hat....

Im ersten Abschnitt des Buches begleiten wir den knapp zwölfjährigen Carl Schwarz, der gemeinsam mit seiner Mutter Grete, seinem Vater Erwin und der kleinen Schwester Ida mit der Conte Biancamano nach Shanghai aufbricht. Doch Erwin Schwarz, der aus einer jüdischen Familie stammt, jedoch katholisch getauft ist, fühlt sich als Deutscher und möchte sein Vaterland nicht verlassen. Im festen Glauben, dass er als Katholik nichts zu befürchten hat, verlässt er das Schiff und seine Familie kurz bevor es ablegt und kehrt nach Deutschland zurück. So brechen Grete, Carl und Ida gemeinsam auf nach Shanghai, dem einzigen Zufluchtsort für deutsche Juden. Das Leben auf dem Schiff wird sehr interessant und detailreich dargestellt. Kurz nach der Ankunft in China wechselt die Autorin wieder in die Gegenwart ins Jahr 2010, bevor der zweite Abschnitt des Buches beginnt, der in der Zeit zwischen November 1938 und Dezember 1943 in München spielt.
Hier lernen wir Erna kennen. Sie wird von ihren Eltern zur Tante nach München geschickt, wo sie dieser im Haushalt helfen soll. Tante Marga ist eine Anhängerin des Nationalsozialismus und hat auch gute Verbindungen zu einigen Nazigrößen. Sie nennt sich "Lebensberaterin" und arbeitet als Medium, als Engelmacherin und als Kindervermittlerin. Trotz all dieser dubiosen Geschäfte ist sie eine schillernde Persönlichkeit und Erna lernt schnell. So arbeitet sie auch noch als Assistentin von Doktor Rudolf Sauer und geht ihm bei dessen Experimenten in Dachau zur Hand.
Diesen Abschnitt fand ich sehr interessant, denn Tante Marga ist zwar alles andere als eine Schönheit, aber eine sehr beeindruckende Frau, obwohl sie eine Freundin des Regimes ist.
Der dritte Abschnitt schildert das Leben der Juden in Shanghai. Dieses wird sehr bildhaft und lebendig dargestellt und konnte mich ebenfalls begeistern. Auch Carl und seine Familie versuchen sich in der Stadt ein Leben aufzubauen, bis es zum Ende des Krieges kommt und die Japaner vertrieben und die Lager geschlossen werden. Während Grete und Ida nach Deutschland zurückkehren, verlässt Carl China Richtung Amerika. Immer wieder wechselt die Autorin am Ende der einzelnen Abschnitte zurück ins Jahr 2010.

Ich lese darum so gerne Bücher über die Weltkriege, weil ich immer wieder etwas Neues zum Thema erfahre, dabei habe ich schon so viele Geschichten über diese schlimme Zeit gelesen. In diesem Roman erfuhr ich das erste Mal, dass Juden nach Shanghai deportiert wurden. Laut der Autorin war die Stadt der einzige Ort der Welt an den man zwischen 1937 und 1942 ohne Visum flüchten konnte. Shanghai war nämlich internationales Finanzzentrum, eine offene Stadt und zugleich ab 1936 von den Japanern besetzt.

Die verschiedenen Erzählstränge werden zu einem sehr interessanten Stück Zeitgeschichte verbunden, die man als großes Ganzes erst versteht, wenn man die letzte Seite gelesen und die Geschichte hat wirken lassen.... Auch der Titel wird dadurch verständlich und man überlegt was Liebe alles verzeihen kann und was nicht.

Schreibstil:
Andrea Maria Schenkel schreibt sehr detailliert und trotzdem eher nüchtern. Einerseits fühlt man sich selbst an Board der Conte Biancamano, andererseits konnte ich aber keine sehr innige Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Jedes Mal, als ich dachte, jetzt bin ich mittendrin, wechselte der Erzählstrang und man hatte wieder andere Protagonisten, Situationen und wechselnde Schauplätze vor sich.

Fazit:
Ein sehr interessanter Roman über die Auswirkungen des Krieges bis hin in unsere Zeit. Ein Stück Zeitgeschichte rund um Schuld und Schicksal. Ein Buch, das erst nach Beenden der Lektüre richtig verstanden wird und nachwirkt.

Zeitgeschichte wird hier lebendig erzählt

Von: Sommerlese Datum : 26.06.2017

sommerlese.blogspot.de/

"In einer Welt, in der die eine Hälfte uns verfolgt, und die andere uns nicht haben will ist ein Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies." Zitat Otto Knoll



Von Andrea Maria Schenkel kenne ich bereits ihre hervorragenden Krimis Tannöd, Kalteis und Finsterau. Doch nach der Lektüre dieses Romanes muss ich sagen, dass sie das Metier der unterhaltenden historischen Romane ebenfalls hervorragend beherrscht.

Andrea Maria Schenkel verbindet hier eine Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund mit Schauplätzen wie München, Shanghai und Brooklyn und zeichnet lebendige und sehr detaillierte Charaktere, deren Lebenswege tief berühren und fesseln. Sie vermag es, schwierige Zeitgeschichte anschaulich und begreifbar werden zu lassen. Jeder Geschichtsunterricht mit ihr wäre eine wahre Freude gewesen.

Das Buch zeigt eine jüdische Familie auf ihrem Weg in ein vermeintlich besseres Leben, nach Shanghai. Es erzählt von Judenverfolgung, Reichskristallnacht, Weltkriegsszenario, von einer neuen Heimat in Amerika, von Liebe, Kindheit und unterschiedlichen Zielen. Es zeigt aber auch die Geschichte von Erna, die im Zeitraum 1938 bis 1948 bei ihrer Tante Marga in München den Nationalsozialismus aus nächster Nähe miterlebt.


Am Ende des Buches verknüpfen sich die Handlungsstränge und man erkennt, welche Auswirkungen der Krieg auf die Figuren hatte. Manche Menschen wollen vergessen, andere verändern sich oder verschweigen ihre frühere Identität.

Dieser Roman hat mich tief ergriffen und wird mich noch lange beschäftigen. Die historischen Bezüge sind so unglaublich klar erzählt und die Schicksale der Figuren stehen absolut im Fokus.
Diese Schicksale zeigen lebensnahe Begebenheiten, die man so nicht in den Geschichtbüchern findet.


Ich möchte eine Empfehlung für dieses Werk von A. M. Schenkel aussprechen, denn hier wird ein schwieriges Stück Zeitgeschichte durch die Romanfiguren begreifbar gemacht und das auf eine unterhaltsame, wie eindringliche Art und Weise.

Zwei Leben und eine Lüge

Von: vielleser18 Datum : 15.06.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/vielleser18/

Regensburg- München- Shanghai- Brooklyn.
Das Buch erzählt Lebensabschnitte von Carl und Erna in der Vergangenheit (1938) und immer wieder auch der Blick in die Gegenwart: 2010 Carl und Emmi in Brooklyn.

Wie begann alles ? Carl und seine Schwester Ida haben einen jüdischen Vater, der zwar katholisch getauft ist, aber nach den Rassegesetzen der Nazis genauso wie die KInder als jüdisch zählt. Wir erleben aus Sicht des 12jähringen Carls die Zeit in Regensburg mit und wie es dazu kam, dass sie nach Shanghai ausgewandert sind.

Im zweiten Abschnitt dann ein Wechsel. Wir lernen Erna kennen, die von Regensburg nach München gezogen ist und bei ihrer Tante in Stellung ging, einer nazitreuen Frau, die u.a. als Kartenlegerin, Medium und Engelmacherin arbeitet. Erna hilft ihr anfänglich nur im Haushalt, doch sie wird bald noch ganz andere Aufgaben übernehmen.....

Im dritten Teil erfahren wir wieder mehr über Carl und seine Familie, die mittlerweile in Shanghai leben und dort überleben müssen. Und wie es dazu kam, dass sich die Wege der Familie hinterher getrennt haben.

Immer wieder sind am Ende der Abschnitte die Wechsel in das Jahr 2010. Anfangs nicht ahnend, wozu und warum und wieso. Auch der Prolog am Anfang des Buches verwirrt anfangs. Doch nach und nach kann der Leser erahnen was passiert ist und das ist es auch, was einem nach dem Zuschlagen des Buches weiter beschäftigen wird.

Andrea Maria Schenkel hat uns sehr detailliert die Lebensmomente, die sie hier gewählt hat, beschrieben. Wir erleben z.B. auf der Reise nach Shanghai sehr genau mit und man fühlt sich fast mit an Bord genommen. Manchmal fehlte mir dabei die Spannung, dennoch hat mir der sehr schöne Schreibstil der Autorin dabei gefallen. Man konnte sich durch die ausführliche Beschreibung der Lebensumstände auch gut das Umfeld, die Sitution und die Menschen hinein versetzen. Die Protagonisten wurden sehr anschaulich und lebensecht beschrieben und dargestellt.
Es geht hier allerdings nicht so um die Gefühle der Protagonisten. Ich hatte eher den Eindruck, dass viele sehr emotionslos dargestelllt wurden und ihre Situationen, ihre Taten nicht (für uns) reflektiert dargestellt worden sind. Aber vielleicht hat gerade diese eher nüchterne Beschreibung bei mir eher ein Nachdenken ausgelöst als wenn ich alles von der Autorin serviert bekommen hätte.
So geht es auch mit dem Ende.....es ist ein Ende, über das man erst einmal selber nachdenken muss. Selber reflektieren muss. Wie, was nun.....
Aber es sorgt dafür, dass man sich mit der Geschichte noch nach dem Zuschlagen des Buches noch länger beschäftigt, zumindest gedanklich.


Fazit:
Die Autorin hat es sehr gut verstanden die Fäden des Romans geschickt zu verweben.
Es ist wirklich eine Geschichte, die obwohl sie so ruhig, detailliert und nüchtern erzählt wurde, doch einem noch nach dem Ende noch länger über diese Figuren nachdenken lässt.

4,5 Sterne von mir.

Bewegend, nachdenklich und berührend

Von: Regina Langbein Datum : 28.05.2017

https://relacra.blogspot.de/

Nach ihrem Welterfolg "Immer montags beste Freunde" ist Laura Schroff ein weiteres gutes Buch gelungen. In dreißig Geschichten erzählt die Bestsellerautorin von Menschen, deren Entscheidungen ihnen selbst aber vor allem denen, die diese Entscheidungen betreffen, ein neues Lebensgefühl gegeben haben. Diesmal werden Geschichten erzählt, gepaart mit spannenden Porträts von ganz unterschiedlichen Menschen und deren Leben.

Nachdem ich ihr erstes Buch gelesen hatte ging es nicht anders, als auch dieses Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Es handelt von Nächstenliebe und von Bejahung, von Aufmerksamkeit und Einzigartigkeit, von Klarheit und Verbundenheit. Und selbst wenn man nicht an Übersinnliches glaubt ist es ein Buch, welches berührt. Es sind Geschichten von Menschen, die in jedem von uns stecken, die jedem von uns, der Familie, den Nachbarn, den Freunden und Bekannten passieren können, so oder auch anders. Für mich war es die passende Lektüre zum Lesen vor dem Einschlafen. Jede Geschichte ist kurz und in sich abgeschlossen. Sie handeln von winzigen Augenblicken, alltäglichen Begebenheiten und ganz normalen Dingen. Und die Geschichten geben einem das Gefühl an das Gute im Menschen zu glauben und daran, dass diese Welt zu reparieren ist, egal auf welche Weise.
PS: Folgende Worte im Buch haben mich sehr zum Nachdenken angeregt.
Die Autorin berichtet von einer ihrer Leserreisen mit dem ersten Buch, die sie auch in Schulen geführt hat. Sie stellte sich die Frage, ob man Freundlichkeit nicht an den Schulen unterrichten sollte. Schließlich werden Mathematik, Literatur und Naturwissenschaften gelehrt. Gibt es aber nicht auch die Notwendigkeit, Freundlichkeit zu lernen?
Das Buch ist Balsam für die Seele.