Leserstimmen zu
Als die Liebe endlich war

Andrea Maria Schenkel

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ZUM INHALT: Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt. MEINE MEINUNG: Auf dieses Buch bin ich in den Verlagsvorschauen aufmerksam geworden, das Cover sprach mich an und ich las mir den Klappentext durch und es wanderte sofort auf meine Wunschliste. Als es dann erschien, zog es auch sofort bei mir ein und ich begann auch sofort damit, da ich auch gerade in der Stimmung für so eine Geschichte war. Ich mag solche Bücher die so eine Richtung haben, weil ich es sehr spannend finde und solche Bücher den Leser so extrem fesseln können, weil einfach zu so einer Zeit des 2. Weltkrieges viel passiert ist und man als Leser mitgenommen wird. Es ist immer wieder erschreckend, was damals alles den Menschen geschehen ist und ich muss sagen, diese Autorin hat wirklich ganze Arbeit geleistet, denn ich habe schon einige Bücher mit dieser Thematik gelesen, aber die Autorin hat nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Ich war so gefangen in der Geschichte, die mich sprachlos gemacht hat und ich habe erst aufgehört zu lesen als ich durch war, ich hätte es nicht zur Seite legen können, weil mich die Geschichte so gepackt hat und wissen wollte wie es weitergeht, was noch passiert, ob sie ihr Glück noch finden. Wirklich eine extrem gut erzählte Geschichte, die wahnsinnig gut ausgearbeitet wurde und mich absolut in seinen Bann ziehen konnte. 5/5 Sterne

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Regensburg 1938: Grete Schwarz packt die Gelegenheit am Schopf. 4 Passagen von Genua nach Schanghai sollen der Familie das Überleben sichern. Ihr Mann Erwin ist Jude und somit bereits ins Visier der Nazi geraten. Genauso wie ihre Kinder, Carl und Ida und sie selbst natürlich auch. Schon auf dem Schiff entscheidet sich Erwin, umzukehren und in Deutschland zu bleiben. Noch hat er die Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben nicht aufgegeben. Grete bleibt alleine mit ihren Kindern an Bord und begibt sich auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft. Das riesige Boot wird vorübergehend zur Heimat für viele Staatenlose. Etwa zur gleichen Zeit wird Erna zu ihrer Tante nach München geschickt. Magda ist bekannt für ihre Séancen und als Lebensberaterin. Sie hilft jenen, die unbedingt Kinder haben möchten und führt auch im Geheimen Abtreibungen durch. Larchmond 2010: hier leben Carl und Emmi gemeinsam seit fast 60 Jahren. Beide haben Deutschland und ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. Sie begannen ein neues Leben in den USA. Sie kennen einander in- und auswendig, so dachte Carl zumindest, bis er einen Hinweis findet, der alles verändert. Wie hat es mir gefallen? Vielen Dank an das Bloggerportal, welches mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat. Die Kombination aus Cover und Klappentext haben mich sehr neugierig auf diese Geschichte gemacht. Das Bild am Cover deutet eigentlich auf eine ganz gewöhnliche Auswandererstory hin, aber es verbirgt sich hinter Carl und Emma so viel mehr. Abwechselnd wird von Carls Familie und Erna erzählt. Als Beobachter erfährt der Leser, was passiert. Anfangs fiel es mir nicht so leicht, mich auf die distanzierte Erzählweise einzulassen. Aber genau dieser Abstand hat mich schließlich gefesselt und mir die Möglichkeit gegeben, nicht zu emotional auf gewisse Beschreibungen zu reagieren. Neben den Hauptfiguren erschafft die Autorin auch sehr sympathische Nebenfiguren, die die Handlung sehr bereichern und abrunden. Einen großen Teil der Geschichte nimmt natürlich die Familie Schwarz ein. Ihr Schicksal hat mich auch interessiert. Denn bisher las ich hauptsächlich von Überlebenden und ihren furchtbaren Erfahrungen in den Ghettos und KZ. In diesem Buch entscheiden sich die Juden Deutschland bzw. Österreich zu verlassen und in einem ihnen unbekannten Land, neu anzufangen. Die Kultur Schanghais unterscheidet sich komplett von der europäischen, noch dazu wird diese Großstadt von den Japanern besetzt und damit waren die Flüchtlinge dem Nazi-Einfluss nicht völlig entronnen. Je länger der Krieg dauerte, desto prekärer wurde die Lage. Neuigkeiten konnten kaum mehr überbracht werden. Somit lebten die Menschen abgeschnitten von der Welt, ihren Familien und Freunden in einer Blase, die erst nach Kriegsende in Asien zerplatze. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Erna und ihr Leben in München bei ihrer Tante Magda. Als Engelmacherin drohen ihr, falls sie erwischt werden sollte, natürlich hohe Strafen. Zwar empfing Magda auch politisch wichtige Menschen, Erna jedoch half ihrer Tante und kümmerte sich nicht um Politik. Als Leser konnte man fast vergessen, welche dunkle Zeit angebrochen war. Erst mit Fortgang des Krieges verschärfte sich auch in München die Versorgungslage. Die zwei Frauen mussten sich einschränken und neue Wege finden, um zu Geld zu kommen. Der 3. Schauplatz befindet sich beinahe in der Gegenwart und in den USA. Genau hier veränderte sich die Schreibweise ein wenig. Die Distanz verblasst. Fast schon liebevoll wird das Ehepaar tanzend im Haus beschrieben. Die offensichtliche Zuneigung der beiden für einander ist in jedem Wort zu spüren, wenn sich die zwei auch mal kräftig streiten. Als Leser erfahren wir, wie sie sich kennen gelernt haben, doch nicht sehr viel über ihr gemeinsames Leben. Die Vergangenheit, die eigentlich keine Rolle spielte, erhebt sich und holt sie ein. Zwei Menschen, die sich eigentlich niemals hätten treffen können, denn Carls Schicksal wurde besiegelt, als er als Sohn eines Juden geboren wurde. Ein etwas anderes Buch über den Zweiten Weltkrieg, das auf Grund des Flüchtlingsthemas wieder sehr aktuell ist. Damals wie heute machen sich die Menschen auf den Weg, um zu überleben oder sich ein besseres Leben zu erarbeiten. Das Nachwort der Autorin möchte ich euch sehr ans Herz legen. Dort berichtet sie über ihre Beweggründe, ihre Erfahrungen mit Überlebenden, Flüchtlingen dieser Zeit. www.mariessalondulivre.at

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die.buecherdiebinInhalt: Der 11-jährige Carl, dessen Vater jüdische Wurzeln hat, flieht 1938 mit seiner Familie aufgrund der sich zuspitzenden Gefahr, von Regensburg nach Shanghai. Doch dort bleiben sie immer Fremde, deshalb emigriert Carl nach dem Krieg nach Amerika. Emmi lebt während der Kriegsjahre bei ihrer Tante in München und arbeitet schließlich als Krankenschwester. Auch sie verlässt später Deutschland und lernt in Amerika Carl kennen. Beide wollen über ihre Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen.. Das gelingt ihnen 60 Jahre lang, doch dann erfährt Carl die Wahrheit über seine Frau... Cover und Titel passen gut zum Inhalt des Buches. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und sehr bildhaft. Es fällt leicht, sich die Charaktere und die Umgebung - vor allem Shanghai - vorzustellen. Außer Carl und Emmi gibt es noch sehr viele andere Charaktere, die wichtige Rollen in diesem Buch spielen. Sie werden alle glaubhaft beschrieben. Die Geschichte wird auf drei verschiedenen Handlungsebenen erzählt. Zuerst einmal geht es um Carl, seine Familie und später auch um deren neue Freunde. Die Handlung beginnt 1938 in Regensburg, erzählt von der Reise und dem Leben während des Krieges in Shanghai. Neu für mich persönlich war, dass viele Juden in Shanghai Zuflucht gesucht haben. Auch Emmis Geschichte in Deutschland beginnt im Jahr 1938. Emmis Alter wird nicht genannt, aber sie scheint ein paar Jahre älter als Carl zu sein. Ihre Tante zieht sie in einige kriminelle Machenschaften hinein, aber das, was Carl später über sie erfährt, wird eigentlich nur am Rande erwähnt. Das fand ich schade, denn Emmis Geschichte war für mich eher uninteressant. Am berührendsten fand ich aber Carl und Emmi in der Gegenwart (hier im Jahr2010). Zwei Menschen in den 80ern, die sich seit 60 Jahren innig lieben und, Zitat aus dem Nachwort: „als altes Ehepaar in Hausschuhen durch den Raum tanzen“. Diese beiden Menschen, besonders Carl, habe ich sofort ins Herz geschlossen und sehnlichst auf ein gutes Ende gehofft. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Das Zitat von Carls Mutter aus „Die Bremer Stadtmusikanten“ : „Etwas besseres als den Tod findest du überall“ ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

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So eine detailierte Darstellung der Judenverfolgung und die Kriegszenarieren des 2. Weltkriegs findet man nichtmal in Geschichtsbüchern. Die Autorin hat einen angenehmen und fesselnden Schreibstil. Auch die Charaktere wirken sehr lebendig und sympathisch. Man zittert, leidet und hofft mit ihnen mit. Ich kann das Buch jeden ans Herz legen, der Geschichten über die Liebe und zweiten Weltkrieg gerne liest.

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Sprachlos

Von: hasirasi2

25.07.2017

Larchmont 2010: Carl und Emmi sind seit 60 Jahren zusammen und lieben sich wie am ersten Tag. Als ihre Nachbarin ihm Unterlagen ihres verstorbenen Mannes mit der Bitte um Übersetzung bringt, will er eigentlich ablehnen. Was verbindet ihn denn noch mit Deutschland? Er hat sich seit der Flucht mit seiner Familie als 12jähriger mit nicht mehr als Deutscher gefühlt. Außerdem findet Emmi, dass er sich zu sehr darüber aufregt. Denn jetzt überrollt die Erinnerung ihn. Emmi und er haben nie über Deutschland gesprochen, sich in Amerika neu erfunden. "Es gibt nur ein Heute, Carl, vorher war ich niemand." "Es gibt immer ein Gestern." (S. 375) 1938 sucht Carls Mutter ihr Heil in der Flucht vor den Nazis. Als katholisch Frau eines getauften Juden hat sie es nicht leicht, genau wie die Kinder Carl und Ida. Also nutzt Grete die Chance, als ihr die Tickets für ein Auswandererschiff nach Shanghai quasi in den Schoß fallen. Aber ihr Mann Erwin will nicht weg: „Ich will lieber tot sein als gehen.“ (S. 56). Er ist schon in Genua und auf dem Schiff, als er umkehrt. Doch auch auf dem Schiff sind sie als Juden und Flüchtlinge nicht frei. Sie dürfen nirgendwo als dem Bestimmungsort von Bord gehen. „Die Conte Biancamano ist der goldene Käfig, in dem wir sitzen.“ (S. 84) In Shanghai scheint sich ihre Situation endlich zu verbessern: „In einer Welt, in der die Hälfte uns verfolgt und die andere uns nicht haben will, ist der Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies.“ (S. 125) Und dann passiert Pearl Harbor ... Erna geht 1938 als Hausmädchen zu ihrer Tante Marga nach München. Diese ist „Lebensberaterin“, liest für Berühmtheiten aus Karten die Zukunft und veranstaltet Séancen. 1943 wird Marga verhaftet. Erna kann sich erst aufs Land und 1946 dann nach Amerika retten. Ich kannte die Autorin bis zu diesem Buch noch nicht und hätte es aufgrund des Titels auch nie in die Hand genommen (es sah zu sehr nach Liebesgeschichte aus). Aber dann hat Barbara auf ihrem Blog sommerlese davon berichtet und mich neugierig gemacht. Aus der Sicht von Carl und Erna werden 2 Wege beschrieben, wie Deutsche den 2. WK überlebt haben. Carl ging damals mit seiner Familie nach Shanghai. Er wurde schnell erwachsen, lernte unter allen Umständen zu überleben. Und er fühlte sich nicht mehr als Deutscher, war zum Kosmopoliten geworden. Erna hingegen kam aus einem behüteten Elternhaus zur Tante und lebte bis zu deren Verhaftung relativ unbeschwert, hatte die Tante doch Beziehungen bis in höchste Regierungskreise. Erna hatte sich angepasst, sie war nicht dumm, versuchte immer, sich einen Fluchtweg offenzuhalten. Als Carl 2010 die Unterlagen seines Nachbars durchgeht und Nachforschungen anstellt, stolpert er über ein Detail aus Emmis Vergangenheit. Ein Foto. Ist die Frau darauf wirklich seine Emmi?! „Als die Liebe endlich war“ ist ein extrem berührendes Buch. Sehr fesselnd beschreibt A. M. Schenkel, wie die Menschen ums Überleben kämpfen und immer wieder Entscheidungen treffen, die ihr Leben radikal verändern und über die sie dann zum Teil noch Jahrzehnte später grübeln. Carl war mir besonders sympathisch. Auf dem Schiff und in Shanghai ist er plötzlich der Mann in der Familie. Er lebt sich sehr schnell ein und wird erwachsen. Durch seine Augen habe ich eine extrem farbenprächtige und gegensätzliche Stadt kennengelernt, regiert von der Maffia und korrupten Behörden. Auch hier sind sie nur Ausländer. Und auch mit Emmi hab ich eher Mitleid und Verständnis. Ich kann nicht wütend oder enttäuscht sein, obwohl sie es sicher verdient hätte. Im Nachwort erzählt die Autorin, dass sie sich von realen Personen inspirieren lassen hat und das merkt man dem Buch auch an. Für mich waren sie real, ich habe mit ihnen gelitten und gehofft, geliebt und gebangt. Es gibt sicher viele Schicksale wie das von Carl und Emmi – Paare, die nicht über DEN einen wichtigen Fakt in ihrer Vergangenheit geredet haben. Weil Schweigen manchmal besser ist, als sich seine Fehler oder Schwächen einzugestehen.

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Grete Schwarz flüchtet mit ihren Kindern Carl und Ida 1938 vor dem Nationalsozialismus nach Shanghai. Ihr Mann Erwin, auch jüdischer Abstammung, aber katholisch getauft, reist mit bis Genua, doch er kann sich nicht vorstellen, sein Heimatland zu verlassen und will in Deutschland bleiben. Carl, der elf Jahre alt war, als er mit seiner Mutter und seiner Schwester Regensburg verließt, will nach dem Krieg nicht mehr zurück nach Deutschland zurück. Er will sich in Amerika aufbauen. Er lernt die deutschstämmige Emmi kennen und hat mit ihr ein gutes Leben. Doch nach sechzigjähriger Ehe sorgt ein Zufall dafür, dass er etwas über Emmis Vergangenheit erfährt. Wie kann es sein, dass man solange zusammen ist und den Partner scheinbar dennoch nicht kennt? Carl ist erschüttert. Wir lernen auch die junge Erna kennen, die von ihren Eltern zu einer Tante nach München geschickt wird, um im Haushalt zu arbeiten. Die Tante ist eine außergewöhnliche Frau. Sie ist Engelmacherin und Medium und berät Menschen, die ihre Hilfe suchen. Marga sympathisiert mit den Nationalsozialisten und bewegt sich in diesen Kreisen. Diese abwechselnd erzählten Handlungsstränge verflechten sich am Ende zu einer Geschichte, die veranschaulicht, was die damalige Zeit mit Menschen gemacht hat. Die Familie Schwarz verlässt ihr Heimatland, um ein sicheres Leben in Shanghai zu haben, doch die Auswirkungen des Krieges sind auch dort zu spüren. Die Charaktere sind sehr gut und authentisch beschrieben. Es berührt einen, ihren Lebensweg mitzuerleben. Obwohl ich viele ihrer Gedanken und Handlungen nachvollziehen kann, kommen sie mir dennoch nicht wirklich nahe. Die Auswirkungen des Krieges tragen sie immer mit sich herum, aber sie verschließen das alles vor anderen. Es ist eine Geschichte über Menschen, die eine furchtbare Zeit miterlebt haben und die betroffen macht. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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„Vorsicht Spoiler!“ Grete hat Angst um ihre Familie, denn ihr Mann Erwin ist Jude. Obwohl er katholisch getauft ist, haftet an ihm sein Judentum. Viele Familien sind schon arisiert worden, warnt ein Freund. Er bittet Erwin, Deutschland zu verlassen. Dafür legte er für die gesamte Familie Schiffspassagen nach Shanghai auf dem Tisch. Sie stammen von einem Verstorbenen. Sie packen ihre Sachen und machen sich auf einen beschwerlichen Weg, denn Tausende versuchen, das Land zu verlassen. Immer wieder werden sie angehalten. Bevor sie das Schiff nach Shanghai besteigen, überlegt sich Erwin den Schritt. Er will Deutschland nicht verlassen, aber Grete geht mit ihren beiden Kindern an Bord. Die Angst vor Verfolgung ist größer, als vor der Fremde. Ihre Eltern schicken Erna nach München, dort soll sie bei Tante Marga wohnen und arbeiten. Sie betreibt eine Lebensberatung und achtet streng auf die Einhaltung ihrer Vorschriften. Mit der Zeit bekommt Erna einen Einblick in die Tätigkeit ihrer Tante. Die Aktivität hat allerdings auch Schattenseiten und sie müssen darauf achten, dass keiner Verdacht schöpft. Trudi, Margas Freundin, möchte Kinder, damit sie ihren Freund Rudolf heiraten kann. Der Reichsführer macht das zur Bedingung. Allerdings ist sie in einem Alter, wo es Schwierigkeiten gibt. Marga und Trudi setzen einen Plan um, damit Trudi endlich ein Kind in den Händen hält. Es dauert nicht lange und Trudi hat ein Baby. Die Geschäfte laufen schlechter, Erna muss bei Rudolf Sauer helfen. Für seine Forschungen hat er ein Labor in Dachau. Die Bombardierungen haben Deutschland erreicht. Erna findet nach einem Bombenangriff ein Baby, dessen Mutter tödlich getroffen wurde. Sie nimmt das Kind und die Papiere der Toten an sich. Eines Tages muss sie ansehen, wie ihre Tante Marga abgeholt wurde. Daraufhin, versuchte Erna Deutschland zu verlassen. Carl genießt mit seiner Frau Emmi den Ruhestand. Eines Tages meldet sich ein Mann vom U.S. Justice Departement und möchte mit ihm sprechen. Sie vergleichen Daten mit alten Unterlagen. Carl stammt aus Deutschland, emigrierte nach Shanghai und später in die Vereinigten Staaten. Seine Frau Emmi emigrierte ebenso in die USA, sie stammt allerdings nicht aus Deutschland. Er will von der Vergangenheit nichts mehr wissen, die Angelegenheit ist für ihn erledigt. Als er jedoch einen alten Zeitungsartikel in den Händen hält, kennt sein Schmerz keine Grenzen. Meine Meinung: Es sind drei Handlungsstränge, die sich in der Geschichte verbinden. Erzählt wird das Geschehen in bildhaften Darstellungen. Man hat eine grandiose Vorstellung des Zeitgeschehens. Dazu überzeugen die Protagonisten in ihrem Charakter. Die greifbare Angst ist ebenso zu spüren, wie die Hoffnung auf ein neues Leben. Das Milieu in Shanghai ist ebenso gut wiedergegeben, wie die Szenerie in Deutschland. Das Cover passt, der Titel ebenso. Zu guter Letzt endet die Innigkeit, denn der Schmerz der Vergangenheit ist größer. Das Leben kann man nicht betrügen, die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten. Zeit und Ort sind jeweils angegeben, sodass man beim Lesen nicht den Überblick verliert. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, es hat mich in seinen Bann gezogen. Eine grandiose Vorstellung von deutscher Geschichte, verbunden mit Emigration in ein anderes Land. Und wer denkt, der Neubeginn in einem fremden Land ist leicht, wird hier eines besseren belehrt. „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ - den Gedanken haben sicherlich auch heute noch viele Flüchtlinge. Fazit: Eine bedeutsame Historik, indem der Werdegang nichts von seinem Format verliert. Erstklassige Veranschaulichung der Atmosphäre und des Lebensbereiches, ebenso die Darstellung der Protagonisten. Ich kann das Buch nur empfehlen – sehr lesenswert nach meiner Meinung!

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Rezension Diane Jordan Die Thematik Geschichte ist spannend, dass fand ich schon in der Abiturzeit und habe bis heute einen Faible dafür. Ich finde es reizvoll, Aspekte der Vergangenheit zu beleuchten und mich in die Buchcharakter hineinzuversetzen. Wenn das Buch gut geschrieben ist, so wie „Als die Liebe endlich war“ von Andrea Maria Schenkel, gelingt mir das problemlos. Ruckzuck konnte ich mich daher in die Protagonisten Emmi & Carl hineinversetzen. Die Gedanken und Ängste der damaligen Kriegszeit ansatzweise nachvollziehen und die Auswirkungen auf die spätere Gegenwart und Zukunft der beiden erahnen. Der Plot entwickelt sich und baut sich Puzzlestück für Puzzlestück auf. Die Betrachtung der Vergangenheit wird meines Erachtens durch die beschriebenen historischen Begebenheiten in diesem Taschenbuchroman bestens verarbeitet. Der Leser erfährt einiges aus der Zeit und erhält auch einen kleinen Überblick über Ereignisse der Welt und Kulturgeschichte jenseits des Tellerrandes. 400 Seiten, die Spannung und geschichtliches Wissen, geschickt in drei Zeitabschnitte vermitteln und den Leser so nicht überfordern. Das Cover zum Buch ist passend gewählt und gefällt mir außerordentlich gut. Der Neubeginn und das Wagnis im fernen Amerika ein neues Leben zu beginnen, werden meines Erachtens hier schon gut sichtbar. Und nach diesem großartigen Epochenroman schnappe ich mir nun meinen Mann und ab geht’s in „Das Auswandermuseum“ in der BallinStadt. Denn wir haben Ferien und nutzen diese Zeit ☺ gerne für solche Aktivitäten. Inhalt: Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt. Autorin: Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, lebt in Regensburg. Ihr Debüt Tannöd erregte großes Aufsehen. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine, 2008 mit dem Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman ausgezeichnet. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal, wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Für ihr zweites Buch Kalteis erhielt sie zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Krimi Preis. Fazit: 4 Sterne**** für diesen packenden und spannenden Roman. Er hat mich sehr berührt und stellenweise sehr nachdenklich gemacht. Tipp: Taschentücher bereitlegen! „Als die Liebe endlich war“ ist im Diana Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 400 Seiten und kostet 9,99 Euro.

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