Leserstimmen zu
Als die Liebe endlich war

Andrea Maria Schenkel

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Andrea Maria Schenkel lässt uns hier an der Geschichte von Carl und Emmi teilhaben, aber nicht ganz so, wie der Klappentext andeutet oder wie ich dachte, denn der Roman ist in drei Teile aufgeteilt. Doch ganz zu Beginn umgibt uns die Rahmenhandlung, die im Klappentext erwähnt wird. Carl und Emmi sind seit etwa sechzig Jahren ein Paar und leben in den Vereingten Staaten: beide sind Emigranten aus Deutschland, doch die Vergangenheit spielte in ihrem gemeinsamen Leben nie eine große Rolle. Bis die Nachbarin an Carl herantritt und ihn bittet sich Briefe anzusehen, die sie im Nachlass ihres verstorbenen jüdischen Mannes gefunden hat.... Im ersten Abschnitt des Buches begleiten wir den knapp zwölfjährigen Carl Schwarz, der gemeinsam mit seiner Mutter Grete, seinem Vater Erwin und der kleinen Schwester Ida mit der Conte Biancamano nach Shanghai aufbricht. Doch Erwin Schwarz, der aus einer jüdischen Familie stammt, jedoch katholisch getauft ist, fühlt sich als Deutscher und möchte sein Vaterland nicht verlassen. Im festen Glauben, dass er als Katholik nichts zu befürchten hat, verlässt er das Schiff und seine Familie kurz bevor es ablegt und kehrt nach Deutschland zurück. So brechen Grete, Carl und Ida gemeinsam auf nach Shanghai, dem einzigen Zufluchtsort für deutsche Juden. Das Leben auf dem Schiff wird sehr interessant und detailreich dargestellt. Kurz nach der Ankunft in China wechselt die Autorin wieder in die Gegenwart ins Jahr 2010, bevor der zweite Abschnitt des Buches beginnt, der in der Zeit zwischen November 1938 und Dezember 1943 in München spielt. Hier lernen wir Erna kennen. Sie wird von ihren Eltern zur Tante nach München geschickt, wo sie dieser im Haushalt helfen soll. Tante Marga ist eine Anhängerin des Nationalsozialismus und hat auch gute Verbindungen zu einigen Nazigrößen. Sie nennt sich "Lebensberaterin" und arbeitet als Medium, als Engelmacherin und als Kindervermittlerin. Trotz all dieser dubiosen Geschäfte ist sie eine schillernde Persönlichkeit und Erna lernt schnell. So arbeitet sie auch noch als Assistentin von Doktor Rudolf Sauer und geht ihm bei dessen Experimenten in Dachau zur Hand. Diesen Abschnitt fand ich sehr interessant, denn Tante Marga ist zwar alles andere als eine Schönheit, aber eine sehr beeindruckende Frau, obwohl sie eine Freundin des Regimes ist. Der dritte Abschnitt schildert das Leben der Juden in Shanghai. Dieses wird sehr bildhaft und lebendig dargestellt und konnte mich ebenfalls begeistern. Auch Carl und seine Familie versuchen sich in der Stadt ein Leben aufzubauen, bis es zum Ende des Krieges kommt und die Japaner vertrieben und die Lager geschlossen werden. Während Grete und Ida nach Deutschland zurückkehren, verlässt Carl China Richtung Amerika. Immer wieder wechselt die Autorin am Ende der einzelnen Abschnitte zurück ins Jahr 2010. Ich lese darum so gerne Bücher über die Weltkriege, weil ich immer wieder etwas Neues zum Thema erfahre, dabei habe ich schon so viele Geschichten über diese schlimme Zeit gelesen. In diesem Roman erfuhr ich das erste Mal, dass Juden nach Shanghai deportiert wurden. Laut der Autorin war die Stadt der einzige Ort der Welt an den man zwischen 1937 und 1942 ohne Visum flüchten konnte. Shanghai war nämlich internationales Finanzzentrum, eine offene Stadt und zugleich ab 1936 von den Japanern besetzt. Die verschiedenen Erzählstränge werden zu einem sehr interessanten Stück Zeitgeschichte verbunden, die man als großes Ganzes erst versteht, wenn man die letzte Seite gelesen und die Geschichte hat wirken lassen.... Auch der Titel wird dadurch verständlich und man überlegt was Liebe alles verzeihen kann und was nicht. Schreibstil: Andrea Maria Schenkel schreibt sehr detailliert und trotzdem eher nüchtern. Einerseits fühlt man sich selbst an Board der Conte Biancamano, andererseits konnte ich aber keine sehr innige Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Jedes Mal, als ich dachte, jetzt bin ich mittendrin, wechselte der Erzählstrang und man hatte wieder andere Protagonisten, Situationen und wechselnde Schauplätze vor sich. Fazit: Ein sehr interessanter Roman über die Auswirkungen des Krieges bis hin in unsere Zeit. Ein Stück Zeitgeschichte rund um Schuld und Schicksal. Ein Buch, das erst nach Beenden der Lektüre richtig verstanden wird und nachwirkt.

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"In einer Welt, in der die eine Hälfte uns verfolgt, und die andere uns nicht haben will ist ein Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies." Zitat Otto Knoll Von Andrea Maria Schenkel kenne ich bereits ihre hervorragenden Krimis Tannöd, Kalteis und Finsterau. Doch nach der Lektüre dieses Romanes muss ich sagen, dass sie das Metier der unterhaltenden historischen Romane ebenfalls hervorragend beherrscht. Andrea Maria Schenkel verbindet hier eine Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund mit Schauplätzen wie München, Shanghai und Brooklyn und zeichnet lebendige und sehr detaillierte Charaktere, deren Lebenswege tief berühren und fesseln. Sie vermag es, schwierige Zeitgeschichte anschaulich und begreifbar werden zu lassen. Jeder Geschichtsunterricht mit ihr wäre eine wahre Freude gewesen. Das Buch zeigt eine jüdische Familie auf ihrem Weg in ein vermeintlich besseres Leben, nach Shanghai. Es erzählt von Judenverfolgung, Reichskristallnacht, Weltkriegsszenario, von einer neuen Heimat in Amerika, von Liebe, Kindheit und unterschiedlichen Zielen. Es zeigt aber auch die Geschichte von Erna, die im Zeitraum 1938 bis 1948 bei ihrer Tante Marga in München den Nationalsozialismus aus nächster Nähe miterlebt. Am Ende des Buches verknüpfen sich die Handlungsstränge und man erkennt, welche Auswirkungen der Krieg auf die Figuren hatte. Manche Menschen wollen vergessen, andere verändern sich oder verschweigen ihre frühere Identität. Dieser Roman hat mich tief ergriffen und wird mich noch lange beschäftigen. Die historischen Bezüge sind so unglaublich klar erzählt und die Schicksale der Figuren stehen absolut im Fokus. Diese Schicksale zeigen lebensnahe Begebenheiten, die man so nicht in den Geschichtbüchern findet. Ich möchte eine Empfehlung für dieses Werk von A. M. Schenkel aussprechen, denn hier wird ein schwieriges Stück Zeitgeschichte durch die Romanfiguren begreifbar gemacht und das auf eine unterhaltsame, wie eindringliche Art und Weise.

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Regensburg- München- Shanghai- Brooklyn. Das Buch erzählt Lebensabschnitte von Carl und Erna in der Vergangenheit (1938) und immer wieder auch der Blick in die Gegenwart: 2010 Carl und Emmi in Brooklyn. Wie begann alles ? Carl und seine Schwester Ida haben einen jüdischen Vater, der zwar katholisch getauft ist, aber nach den Rassegesetzen der Nazis genauso wie die KInder als jüdisch zählt. Wir erleben aus Sicht des 12jähringen Carls die Zeit in Regensburg mit und wie es dazu kam, dass sie nach Shanghai ausgewandert sind. Im zweiten Abschnitt dann ein Wechsel. Wir lernen Erna kennen, die von Regensburg nach München gezogen ist und bei ihrer Tante in Stellung ging, einer nazitreuen Frau, die u.a. als Kartenlegerin, Medium und Engelmacherin arbeitet. Erna hilft ihr anfänglich nur im Haushalt, doch sie wird bald noch ganz andere Aufgaben übernehmen..... Im dritten Teil erfahren wir wieder mehr über Carl und seine Familie, die mittlerweile in Shanghai leben und dort überleben müssen. Und wie es dazu kam, dass sich die Wege der Familie hinterher getrennt haben. Immer wieder sind am Ende der Abschnitte die Wechsel in das Jahr 2010. Anfangs nicht ahnend, wozu und warum und wieso. Auch der Prolog am Anfang des Buches verwirrt anfangs. Doch nach und nach kann der Leser erahnen was passiert ist und das ist es auch, was einem nach dem Zuschlagen des Buches weiter beschäftigen wird. Andrea Maria Schenkel hat uns sehr detailliert die Lebensmomente, die sie hier gewählt hat, beschrieben. Wir erleben z.B. auf der Reise nach Shanghai sehr genau mit und man fühlt sich fast mit an Bord genommen. Manchmal fehlte mir dabei die Spannung, dennoch hat mir der sehr schöne Schreibstil der Autorin dabei gefallen. Man konnte sich durch die ausführliche Beschreibung der Lebensumstände auch gut das Umfeld, die Sitution und die Menschen hinein versetzen. Die Protagonisten wurden sehr anschaulich und lebensecht beschrieben und dargestellt. Es geht hier allerdings nicht so um die Gefühle der Protagonisten. Ich hatte eher den Eindruck, dass viele sehr emotionslos dargestelllt wurden und ihre Situationen, ihre Taten nicht (für uns) reflektiert dargestellt worden sind. Aber vielleicht hat gerade diese eher nüchterne Beschreibung bei mir eher ein Nachdenken ausgelöst als wenn ich alles von der Autorin serviert bekommen hätte. So geht es auch mit dem Ende.....es ist ein Ende, über das man erst einmal selber nachdenken muss. Selber reflektieren muss. Wie, was nun..... Aber es sorgt dafür, dass man sich mit der Geschichte noch nach dem Zuschlagen des Buches noch länger beschäftigt, zumindest gedanklich. Fazit: Die Autorin hat es sehr gut verstanden die Fäden des Romans geschickt zu verweben. Es ist wirklich eine Geschichte, die obwohl sie so ruhig, detailliert und nüchtern erzählt wurde, doch einem noch nach dem Ende noch länger über diese Figuren nachdenken lässt. 4,5 Sterne von mir.

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Nach ihrem Welterfolg "Immer montags beste Freunde" ist Laura Schroff ein weiteres gutes Buch gelungen. In dreißig Geschichten erzählt die Bestsellerautorin von Menschen, deren Entscheidungen ihnen selbst aber vor allem denen, die diese Entscheidungen betreffen, ein neues Lebensgefühl gegeben haben. Diesmal werden Geschichten erzählt, gepaart mit spannenden Porträts von ganz unterschiedlichen Menschen und deren Leben. Nachdem ich ihr erstes Buch gelesen hatte ging es nicht anders, als auch dieses Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Es handelt von Nächstenliebe und von Bejahung, von Aufmerksamkeit und Einzigartigkeit, von Klarheit und Verbundenheit. Und selbst wenn man nicht an Übersinnliches glaubt ist es ein Buch, welches berührt. Es sind Geschichten von Menschen, die in jedem von uns stecken, die jedem von uns, der Familie, den Nachbarn, den Freunden und Bekannten passieren können, so oder auch anders. Für mich war es die passende Lektüre zum Lesen vor dem Einschlafen. Jede Geschichte ist kurz und in sich abgeschlossen. Sie handeln von winzigen Augenblicken, alltäglichen Begebenheiten und ganz normalen Dingen. Und die Geschichten geben einem das Gefühl an das Gute im Menschen zu glauben und daran, dass diese Welt zu reparieren ist, egal auf welche Weise. PS: Folgende Worte im Buch haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Die Autorin berichtet von einer ihrer Leserreisen mit dem ersten Buch, die sie auch in Schulen geführt hat. Sie stellte sich die Frage, ob man Freundlichkeit nicht an den Schulen unterrichten sollte. Schließlich werden Mathematik, Literatur und Naturwissenschaften gelehrt. Gibt es aber nicht auch die Notwendigkeit, Freundlichkeit zu lernen? Das Buch ist Balsam für die Seele.

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