Leserstimmen zu
Der Klang der ungespielten Töne

Konstantin Wecker

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Schon das äußere Design überzeugt unglaublich mit dem roten Vorhang hinter dem das tolle Klavier auf de Bühne steht. Die weiße Schrift wurde sehr passend gewählt und ist nicht störend, sondern integriert sich auf eine faszinierende Weise in das Gesamtbild. Das Buch ist eine gebundene Ausgabe. Erschienen im Güters Loher Verlags Haus von Konstantin Wecker. Es kostet 16,99€ ------------------------------------------------ Schon das Vorwort ist sehr interessant und anziehend. Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten das Geschriebene zu verstehen denn der Autor schreibt in langen, verschachtelten Sätzen. Doch als ich mich dann darauf eingelassen habe, wurde alles sehr sinnvoll und auch nachvollziehbar. Der Autor beginnt damit, das Leben der Eltern des Protagonisten darzustellen, was dem Leser später hilft, das Geschehene zu verstehen. Außerdem baut man dort schon Sympathie für die Eltern und auch für den Sohn Anselm auf. Es geht um Anselm, der sehr sehr musikbegabt ist und den Klang seiner ungespielten Töne im Laufe seiner Karriere verliert. Mit dem Verlieren scheint es , dass er auch seine geistige Gesundheit verliert. Diese Zweifelt man als Leser wirklich teilweise an, bis seine Beweggründe erklärt und aufgedeckt werden. Das Ende ist unvorhergesehen und sowohl Happy als auch Sad End. Der Leser wird hineingezogen in eine Welt voller Töne, Musik und Genie. Anselm lernt im Laufe seiner Geschichte eine Frau kennen , die ihn endlich versteht und die ihm hilft seine ungespielten Töne zu suchen. --------------------------------- Fazit: Ein atemberaubendes Buch, das den Leser komplett in seinen Bann zieht. Voraussetzung dafür ist, dass man sich einlässt auf das Geschriebene. Es ist teilweise schwierig zu verstehen aber wenn man mitdenkt und sich nicht ablenken lässt ist es spitze! Es bringt die ungespielten Töne in einem selbst zum klingen und man beginnt nachzudenken. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich mit Musik etwas auskennen, denn es fallen viele Fachbegriffe und Komponisten. Lasst euch hineinziehen und verzaubern mit Klaviermusik, die durch die Buchstaben zu euch klingt.

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Inhalt: Der überaus talentierte Musiker Anselm Cavaradossi, verliert sich in seiner spürbaren Genialität. Seine Sehnsucht nach der Wahrheit der Musik , ist so immens groß, dass es weder Rock´n´Roll , der Blues, noch sein geheimnisvoller Mentor Karpoff , schaffen, diese Sehnsucht zu stillen. In seiner großen Verzweiflung , rutscht dieses vielversprechende Talent, in die turbulente und oberflächliche Welt des Musikbuisiness ab. Drogen, Alkohol, falsche Freunde und Frauen begleiten in auf seinem Weg in den vollkommenen Absturz. Dann lernt er die Cellistin Beatrice kennen und das Blatt wendet sich…. Fazit: Konstantin Wecker verzaubert nicht nur mit Melodien, nein, auch mit Worten, die vor Sinnlichkeit strotzen. Er nimmt uns mit in die Welt der Musik, der Hoffnungen , der Illusionen, der großen Träume , dem Schmerz und der Sinnhaftigkeit der Liebe. Er gleitet mit seinen Worten , sehnsüchtig über die Zeilen. Eine Ode an die Musik.

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Das Cover des Buches ist schlicht, jedoch im Bezug auf die Handlung gestaltet. Es zeigt eine Bühne auf dieser ein Klavier (besser gesagt ein Flügel) steht. Ich bewundere die Leute die diese wunderschöne Art der Musik beherschen. Ich kann es leider noch nicht so richtig, habe aber ein Klavier Zuhause und werde es sehr bald in Angriff nehmen es zu lernen. Ich liebe es schon immer sehr zu singen oder zu musizieren, ich habe auch vier Jahre lang das Akkordeon spielen gelernt, was mir sehr gefallen hat. Und später habe ich die Tanzschule besucht. Das Tanzen ist absolut meine Welt, besonders da es mit Musik verbunden ist. Durch diese Art und Weise habe ich auch neue Musikrichtungen kennengelernt, was ich großartig fand. Auch der Protagonist Anselm Cavaradossi liebt es sich in der Welt der Musik zu verlieren. Er möchte immer neue Seiten an dieser Welt entdecken und nichts kann so richtig seine Sehnsucht dannach stillen. Leider läuft es in seinem Leben nicht immer ganz so glatt und er interessiert sich eine Zeit lang nur für Partys und gerät dann auch noch an die falschen Freunde, die es gar nicht gut mit ihm meinen und als ob das alles nicht schon schlimm genug ist, schließt er auch noch den Bund der Ehe mit einer Frau in die er gar nicht verliebt ist. Ein ziemliches Drunter und Drüber in diesem Buch. An sich hat es mir gut gefallen, es war jedoch etwas schwer zu lesen da es auch viel Geschichliches beinhaltet. Da mich die Musik aber so sehr begeistert war ich durch aus angetan von diesem Werk von Konstantin Wecker, der wie man merkt sehr viele interessante Perspektiven in dieses Buch eingebracht hat. Sein Schreibstil ist wirklich nicht einfach, dennoch sollte man sich einmal Zeit für dieses Buch nehmen denn es ist eine wahre Bereicherung für Musikliebhaber.

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Schon seit frühester Kindheit ist Anselm Cavarodossi Musiker und vollbringt Erstaunliches am Klavier, doch in ihm ist eine Sehnsucht, die scheinbar nichts befriedigen kann. Als er den geheimnisvollen Karpoff kennenlernt, versucht dieser ihm zu vermitteln, worin der eigentliche Sinn der Musik liegt, doch trotzdem wagt sich Anselm ins Musikbusiness, wo er gefeiert wird, aber innerlich unglücklich bleibt... . Der Autor Konstantin Wecker war mir vor der Lektüre unbekannt, weshalb ich nicht richtig einschätzen kann, inwieweit das Buch biographische Züge enthält. Mich jedenfalls hat dieser besonders ausdrucksstarke Roman nach einer etwas längeren Einlesezeit sehr beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Aus der Sicht der Figur Anselm Cavaradossi taucht man ein in die Welt eines Künstlers, der in seiner Musik selbst nach einem tieferen Sinn sucht und dabei immer wieder an seine Grenzen stößt. Dass die Welt des Musikbusiness ihn unbefriedigt und vor allem innerlich leer zurücklässt, merkt er schnell, aber auch bei Karpoff, der mir etwas unheimlich war, findet er keine praktische Hilfe für sein Problem. Ich persönlich konnte zwar viele Dinge, die Anselm beschäftigen, nicht immer ganz nachvollziehen, aber merkte, dass für ihn alles irgendwie eine tiefe Bedeutung haben muss. Konstantin Wecker schreibt stilistisch sicher und ausdrucksstark, aber scheut sich auch nicht, seinem Protagonisten das eine oder andere Schimpfwort in den Mund zu legen. So ist dies ein sehr facettenreicher Roman, indem auf wenigen Seiten viel gesagt wird. Allerdings verlangt dieser Roman auch, dass man sich auf ihn einlässt. Unterhalten wird man nicht und muss sich mit vielen philosophischen Gedanken auseinander setzen. Bis zum Schluss hatte ich den Eindruck, dass ich nicht alles verstanden und ergriffen habe, was die Handlung eigentlich ausdrücken will, weshalb mich das Buch auch etwas ratlos, aber auch fasziniert zurücklässt. Insgesamt ist ,,Der Klang der ungespielten Töne" ein besonderer Roman, der seinem Leser einiges abverlangt. Wer sich darauf einlässt, bekommt allerdings ein echtes Leseerlebnis.

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Der junge talentierte Musiker Anselm Cavardossi Hüttenbrenner wächst unter dem Einfluss seiner Eltern mit der Musik auf. Gemeinsam singt er mit seinem Vater Arien und lernt von seiner Mutter Klavier zu spielen. Und "mit dem Ende des gemeinsamen Musizierens zerbrach der letzte und einzige Zusammenhalt der Familie", wodurch ihm die leitende Hand seiner Mutter fehlte und er sich nach einem Lehrer sehnt, der nicht nur seine musikalische, sondern auch seelischen Entwicklung fördert. Einen solchen Lehrer findet er. Er nennt sich Karpoff oder Fjodor Iljitsch Kaparnikoff, einem russischen Wunderkind, der ihm den Klang der ungespielten Töne versucht näher zu bringen. Aufgrund seiner Begeisterung verfällt er Karpoff und isoliert sich zunehmend, sodass ihm der Kontakt zu gleichaltrigen schwer fällt und seine bis dahin bestehende Freunde ihn überall auf der Welt vermuten, außer dort wo er sich wirklich befindet. Nach drei Jahren in Abgeschiedenheit sehnt er sich nach dem gesellschaftlichen Leben zurück und entscheidet sich trotz der Ermahnung seines Lehrmeisters, seinen eigenen Weg zu gehen. Er landet im Hauptstrom des Musikgeschäfts, wählt seine Auftragsarbeiten von nun an nach rein finanziellen Gesichtspunkten aus und unterwirft sich dessen Spielregeln, womit er sich der "musikalischen Hurerei" verschreibt und Inbegriff ist, sich selbst zu verlieren. Mit "Partys und Puffs, Spielclubs und Filmpremieren, Trinken und Scherzen, Küsschen und Verrat" versucht er sich zu betäuben. Als notorischer Partygänger lernt er in seinem Stammlokal seine spätere Ehefrau Frauke kennen, deren Ehe auf körperliches Begehren basiert und schon im vornherein zum Scheitern verurteilt ist. In ihrer Hilflosigkeit machen sich beide etwas vor, leben getrennt voneinander und haben Affären, die sie sich gegenseitig verheimlichen. Nur die Cellistin Beatrice vermag es durch ihre aufrichtige und liebevolle Art, in seine Seele zu blicken und ihn zur Besinnung zurückzuführen. Anselm erinnert sich an die Lehren Karpoffs, widmete sich in Abgeschiedenheit der Stille auf der Suche nach dem Klang der ungespielten Töne, worauf er sich immer eigenartiger verhält, bis der Wahnsinn vollends Besitz von ihm ergreift und er alles verliert. Der Roman handelt von der Wechselwirkung des Protagonisten, dessen Genialität an Wahnsinn grenzt, mit unserer Gesellschaft, dessen Schein zu wahren eine größere Bedeutung zukommt, als dem Sein. Die Gesellschaft widerspiegelt sich durch ihre belanglose und geistlose Durchschnittsmusik, die ich auch als Wegwerfmusik bezeichnen würde. Es fällt der breiten Masse schwer, in sich hinein zu hören und auch anderen zuzuhören bzw. andere als fühlende Menschen wahrzunehmen, wodurch nur ein immer währender Lärm anstatt Klänge zu hören ist. Und dieser Lärm wird für den Protagonisten zu einer schieren Reizüberflutung, die ihn innerlich beunruhigt und zur Abgeschiedenheit zwingt. Diese Isolation, auch sensorische Deprivation genannt, führt bei ihm zu Symptomen einer paranoiden Schizophrenie, nämlich seinem Stimmen hören und Verfolgungswahn. Konstantin Wecker absolvierte 1970 sein Studium in Philosophie und Psychologie, das sich in seiner Schreibweise widerspiegelt. Seine psychoanalytischen Interpretationen ermöglichen dem Leser einen tiefen Einblick in die Psyche seiner Charakter, die ich als Bereicherung empfang. Jedoch dürfte es Lesern ohne fachlichen Hintergrund zur Musik und zur Psychologie schwer fallen, einen persönlichen Zugang zu finden. Der Roman ist gesellschaftskritisch, wenig unterhaltsam und bedrückend melancholisch, aber dafür offenbarend und tiefgründig. Seine Gesellschaftskritik möchte ich abschließend noch mit folgendem Zitat unterstreichen: "Die Menschen studieren Philosophie, rennen in Vorlesungen, verbringen Monate in Bibliotheken und denken nicht daran, ihr Leben zu ändern." Das Buchcover gefällt mir sehr gut, weil es Bezug zum Thema nimmt und eine Szene aus dem Buch abbildet. Seine Überschriften gehen jeweils aus dem ersten Satzteil hervor, womit er eine kreative Einleitung geschaffen hat, ohne den begonnenen Lesefluss zu unterbrochen. In seiner Lesegeschwindigkeit wird man anfangs durch seine vielen Erklärungen ausgebremst und gegen Ende, wenn sich die Inhalte aus dem Kontext ergeben, nimmt diese wieder an Fahrt auf. Der Klang der ungespielten Töne von Konstantin Wecker ist in der gebundenen Ausgabe beim Gütersloher Verlagshaus erschienen (ISBN: 978-3-579-08660-6, 16,99€)

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Anselm Hüttenbrenner war ein Wunderkind. Als Sohn einer Pianistin und eines Opernsängers entdeckte man schon früh, dass dieser Junge zum Pianisten geboren war. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten, Anselm wird von einem Studio engagiert und widmet sich gezwungenermaßen anspruchsloser Durchschnittsmusik. Bis er dort eines Tages den in die Jahre gekommenen Karpoff kennenlernt — einen Mann, der mehr von der hohen Kunst der Musik versteht, als man ihm zunächst ansieht. Durch ebendiesen geleitet und indem er sich immer mehr von der Gesellschaft zurückzieht, nähert sich der junge Anselm allmählich der wahren Kunst der Musik. Doch bald würde auch er erfahren müssen, was es bedeutet, sich von Ruhm, Reichtum, Erfolg und falscher Liebe geblendet an geistloser Durchschnittsmusik zu verschwenden, sich an die Musikindustrie zu verkaufen und somit nicht nur sich selbst, sondern auch jegliches Gespür für die wahre Kunst der Musik zu verlieren. Denn manchmal muss man sich erst selbst verlieren, um wieder zu seinem wahren Selbst zurückzufinden… Fazit: Konstantin Wecker erzählt in sprachlicher Souveränität die Geschichte eines Mannes, der in seinem Bestreben, die wahre Kunst der Musik erfahren und zu spüren zu wollen, schließlich zu sich selbst findet. Die anspruchsvolle Wortwahl und vor allem die vergleichsweise hohen Ansprüche, über gewisse Grundkenntnisse der Musikgeschichte und -theorie zu verfügen, welche an den Leser gestellt werden, machen den Roman zwar vermutlich eher ungeeignet für musikalisch desinteressierte Leser, zugleich aber umso ansprechender für Bewunderer klassischer Musik. Etwas vermisst habe ich leider eine gewisse Spannung, welche die Geschichte ohne weiteres durchaus hergegeben hätte. Dennoch eine wirklich empfehlenswerte Wochenend-Lektüre — besonders für Liebhaber des klassischen Musikgenres!

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Wenn ich einen musischen Bereich nennen müsste, den ich wirklich beherrsche, dann ist es das Tanzen. Wenn ich einen musischen Bereich nennen müsste, den ich wirklich gern könnte und vergöttere, dann ist es das Klavierspielen. Das eine kann ich, das andere könnte ich gern – und beides liebe ich. Und weil ich das zweite nur durch Hören von Musik ausleben kann, freue ich mich immer, wenn ich Bücher mit dem Thema des Pianos entdecke. Deswegen wollte ich auch direkt die Neuauflage des Buches „Der Klang der ungespielten Töne“ von Konstantin Wecker lesen. Das Cover nahm mich sofort gefangen, aber vielmehr gefiel mir der Titel. Poetisch und charmant – das sind Attribute, die zu diesem Buch gehören! Allerdings sind Handlungsteile auch ungewöhnlich, verwirrend oder fremd. Aber authentisch – und nichts anderes habe ich erwartet. Klappentext Auf seiner Suche nach der Wahrheit der Musik droht der junge talentierte Musiker Anselm Cavaradossi sich selbst zu verlieren. Weder Blues noch Rock 'n' Roll noch die Begegnung mit dem geheimnisvollen Lehrer Karpoff vermögen seine Sehnsucht zu stillen. Enttäuscht gerät er in die Fänge des Musikbusiness: Partys, falsche Freunde und die Ehe mit einer Frau, die er nicht liebt. Erst die Cellistin Beatrice öffnet ihm die Augen … Meinung „Der Klang der ungespielten Töne“ ist kein gewöhnliches Buch. Konstantin Wecker ist ein Künstler und das mit jeder Faser seines Körpers. Das lässt sich in seiner Handlung, seinem Stil, aber auch in der Wahl seines Protagonisten erkennen. Anselm ist ein komischer Kauz. Er ist eigensinnig, aber auch frisch. Er hat eine vollkommen andere Lebenseinstellung, als Gleichaltrige und das liegt auch an seiner Liebe zur Musik. Anselms Einstellung ist bemerkenswert, sie macht ihn aber auch einsam. In einer Textstelle wird sehr deutlich, wie wichtig ihm die Musik ist: „Ich wollte für die Kunst leben, wenn’s sein musste auch sterben, mich von ihr berauschen lassen, in ihr blühen und verglühen – die Musik als philosophisches Konzept zur Gestaltung der Seele, das war mir nicht geheuer.“ (S. 44) Oft geht es um Buch um die Frage des Seins, um Grundfragen des Lebens. Für Anselm ist das Leben kein leichtes. Er weiß, dass er es nur mit der Musik verbringen will, macht sich auch schnell einen Namen, hat aber nicht die Geduld, um zu reifen. Deswegen wird er schnell kommerziell und will nur möglichst schnell viel Geld machen. Der Plan geht auf. Doch dabei verliert er sich selbst. Und um diesen Prozess geht es die meiste Zeit des Buches. Das Verlieren und das Wiederentdecken. Dieser Prozess ist kein leichter und man kann dieses Buch auch nicht als Unterhaltungsroman bezeichnen, aber man hat dennoch Spaß mit Weckers Poetik. Ich habe mir viele Stellen im Buch markiert, denn immer wieder konnte den Autor mich mit seinen tiefgründigen Worten überzeugen: „Die Wahrheit der Klänge öffnet sich nur dem, der seinem Selbst in der Stille begegnet ist. Am leichtesten zu verstehen ist das durch einen Vergleich mit der Sprache: Ebenso wie ein Wort im Laufe eines bewussten Lebens an Bedeutung gewinnt, erschließt sich der entwickelten Seele ein und derselbe Ton in einem reicheren Klang, mit der ganzen Fülle seiner und des Hörers Geschichte.“ (S. 47) Weckers Stil ist nicht einfach, aber schön. Und vor allem ist intelligent und tiefsinnig. Wecker scheint über jeden Satz genau nachgedacht zu haben und die Worte abgewogen zu haben. Das war sehr schön zu beobachten. Ich muss aber auch sagen, dass man das Buch in ruhigen Momenten lesen sollte, denn ansonsten hat man zu wenig Konzentration. Um „Der Klang der ungespielten Töne“ richtig genießen zu können“ braucht es Ruhe. Und Ruhe ist ein gutes Stichwort. Für Anselm geht es viel um Stille. Am Ende wird er beinahe wahnsinnig, indem er die Stille lebt. Das ist befremdlich, aber auch lesenswert. Auch hier ein kluges Zitat zur Stille und zum Schweigen: „Es geht nicht ums Schweigen, lieber Freund, es geht um Stille. Das Schweigen hat nur insofern etwas mit der Stille zu tun, als man zuerst einmal zu schweigen hat, um in die Stille zu gelangen.“ (S. 74) Es ist nicht einfach zu begreifen, was der Autor mit dem Buch sagen möchte, denn es steckt viel Geschichte darin. Aber ich glaube, dass jeder etwas aus dem Büchlein mitnehmen kann. Die Handlung ist nicht die spannendste, aber sie ist interessant. Es gibt Teile, die biografisch inspiriert sind und das merkt man auch. Insgesamt ist Anselm eine kuriose Persönlichkeit. Nebenfiguren gibt es wenige. Da wären lediglich Anselms Eltern, seine egozentrische Frau und sein Lehrer Karpoff. Letzterer war für mich der interessanteste. Man muss aber sagen, dass das Buch nicht von seiner Figurenkonstellation lebt, sondern vielmehr von seinem eigenen Klang, seinem Thema, seiner Liebe zur Sache selbst - zur Musik. Außerdem gibt es für jeden kleine Wahrheiten in diesem Buch. Mein Lieblingszitat war auf jeden Fall das folgende: „Dem geschulten Ohr fällt auf, wenn Menschen lügen. Wer lügt, verspannt sich, und seine Stimme gleicht dem Ansatz einer Melodie, die noch auf der Suche nach ihrer tonalen Zugehörigkeit ist. Ehrliche Melodien dagegen sind sich selbst genug. Welch ein grässliches Konzert menschlicher Unaufrichtigkeit bietet sich doch dem Horchsamen.“ (S. 20) Fazit „Der Klang der ungespielten Töne“ ist ein interessantes, aber spezielles Buch. Es ist sehr poetisch und tiefsinnig und macht deswegen auf jeden Fall Freude zu lesen. Manchmal ist es aber auch merkwürdig und man muss sich an die Handlung gewöhnen, die für den ein oder anderen monoton daher kommt. Mich konnte das Buch, auch durch seinen tollen Stil und das interessante Thema, sehr beeindrucken. Ich habe noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel auf Musik bekommen und ziehe meinen Hut. Vier von fünf Spitzenschuhen.

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Eine kleine Buchperle !!! Das Buch wurde anlässlich des 70-igsten Geburtstages von Konstantin Wecker vom Gütersloher Verlagshaus neu aufgelegt. „Nichts ist zu vergleichen mit den Freuden der Bescheidenheit nach einem Leben allmächtigen Wahns.“ Konstantin Wecker „Literaturwerkstatt - kreativ“ stellt vor: „Der Klang der ungespielten Töne“ von Konstantin Wecker Anselm Cavardossi Hüttenbrenner ein junger sehr talentierter Musiker, wurde schon von klein auf von seinen Eltern musikalisch gefördert. Auf der Suche nach der Wahrheit der Musik, löst er sich von seinen Eltern und begibt sich in die Hände des mysteriösen wie meisterlichen Pianisten Fjodor Iljitsch Kaparnikoff (Karpoff). Anselm wird auf längere Zeit sein Schüler. Aber auch Karpoff kann die Sehnsüchte des Anselm nicht stillen. Getrieben löst er sich von ihm und sucht sein Glück im Musikbusiness. Er hat großen Erfolg als Studiomusiker und entfernt sich immer weiter von seiner eigentlichen musikalischen Suche. Er geht auf Partys, umgibt sich mit vielen falschen Freunden heiratet eine Frau die er nicht liebt. Sein Leben und seine Musik dümpeln so vor sich hin. Erst als die Cellistin Beatrice in sein Leben tritt, erinnert er sich an seine eigentliche Suche und an das, was sein Lehrer Karpoff ihn einst lehrte. Jetzt ist Anselm Cavardossi Hüttenbrenner soweit und begibt sich auf die wahre Suche. „Um der Musik wieder Gehör zu verschaffen, beschloss ich, von nun an nichts als Stille zu produzieren“. Fazit: Konstantin Wecker ist aus meiner Sicht ein Multitalent. Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor. Einer der ganz großen und außergewöhnlichsten Künstler unserer Zeit. Und mit diesem Buch legt er auch ein außergewöhnlich Werk vor. Es ist eine Explosion, ein Feuerwerk der Sprache! Wecker schreibt klar und direkt, aber auch poetisch und emotional, so wie wir ihn auch musikalisch kennen. Natürlich ist dieses Buch auch eine Abrechnung mit dem Kommerz und dem Verschleiß von Musikern in der Musikindustrie. Wie Konstantin Wecker es auch im Nachwort schreibt, so merkt man es auch beim Lesen, das biographische Erlebnisse aus seinem Leben mit eingeflossen sind. Ein schönes und nachdenkliches Buch über die Irrungen und Wirrungen des Lebens und die Musik! Besten Dank an das Gütersloher Verlagshaus für das Rezensionsexemplar.

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