Leserstimmen zu
Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich.

Karen Hamilton

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„Perfect Girlfriend“ ist ein Thriller aus der Sicht einer Stalkerin. Juliette ist besessen von ihrem Exfreund Nate und setzt alles daran, um ihn zurückzugewinnen. Bei ihren Vorbereitungen überlässt sie nichts dem Zufall. Unbemerkt schleicht sie sich in Nates Wohnung, seinen Job, in sein Leben zurück und krempelt dabei ihr eigenes Leben komplett um. In Juliettes Denken gibt es keinen Raum für anderes, sie wird die perfekte Freundin für Nate sein. Ich fand das Buch faszinierend: Eine weibliche Täterin, die einen wirklich das Fürchten lehrt und dabei so logisch und kalkuliert vorgeht, dass man ihr fast wünschen würde, dass alles so kommt, wie sie es sich wünscht. Juliette denkt wirklich an alles, nur nicht daran, dass man ihr Verhalten merkwürdig finden könnte oder dass man Liebe nicht erzwingen kann. Freundinnen sucht sie sich mit Kalkül und sie hat auch keine Scheu, einen komplett neuen Beruf zu erlernen, um ihrem Ziel näher zu kommen. Dass Juliette als Kind ein traumatisches Erlebnis hatte, erfährt man gleich zu Anfang. Doch wie sich ihr Leben von da an weiter entwickelte, kommt erst Stück für Stück zum Vorschein. Es gibt immer wieder Andeutungen, wie sich das Puzzle zusammensetzt und einiges kann man auch schon erahnen. Die Spannung baut sich eigentlich mehr darauf auf, wie weit Juliette gehen kann. Fast schon wünscht man ihr den Erfolg. Gleichzeitig taten mir die Menschen in ihrer Umgebung leid. Diese Ambivalenz wird durch einen Charakter hervorgerufen, der mit einer sehr distanzierten und unterkühlten Ich-Erzählerinnen-Stimme den Leser auf seine Seite zu ziehen versucht. Der Thriller kommt zunächst nur langsam in Fahrt und es zeitweilig fast schon langweilig, Juliette bei ihren Vorbereitungen zu beobachten. Erst ab der Hälfte des Romans entwickelt sich zunehmend Spannung bis zu dem Moment, an dem man sich fragt, wie durchgeknallt es eigentlich ist, mit einer Psychopathin mitzufiebern und nicht mehr zu wissen, welchen Ausgang man sich eigentlich wünschen soll. Das Ende hat mich dann allerdings wenig überzeugen können, es schien mir als wüsste die Autorin auch nicht, wie sie da wieder herauskommen sollte. „Perfect Girlfriend“ ist sprachlich sicher kein Meisterwerk, lässt sich aber gut und flüssig lesen. Karen Hamilton bringt eigene Erfahrungen aus ihrem früheren Berufsleben als Stewardess in den Roman ein, was die Szenen sehr lebendig und abwechslungsreich gestaltet. Das Buch hat mich nicht umgehauen, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten hab ich es ganz gern gelesen. © Tintenhain

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Spielzeug

Von: wal.li

25.07.2018

Juliette, deren Freund sich von ihr getrennt hat, kommt darüber nicht hinweg. Nate ist Pilot und um ihm wieder näher zu kommen, macht Juliette sogar eine Ausbildung zur Flugbegleiterin. Bei ihrer neuen Tätigkeit hat sie mehr Erfolg als erwartet. Doch das interessiert Juliette nicht, sie will Nate zurückgewinnen. Sie sind wie füreinander geschaffen, nur will Nate weder etwas davon wissen noch will er dabei mitmachen. Mit äußerst findigen Mitteln macht sich Juliette daran, Nate zurückzugewinnen. Sie hat den neuen Job, sie hat neue Freunde, sie hat eine neue Frisur und bald wird es soweit sein, dass sie Nate wieder gegenübertritt. Juliette hatte keine leichte Kindheit und Jugend, vielleicht hätte es ihr gutgetan, damals Hilfe und Behandlung zu bekommen. Doch Juliette musste alles alleine überstehen und sie ist damit nicht zu einer reifen Persönlichkeit geworden, sondern sie ist irgendwie ein Kind geblieben, für das es nur Schwarz oder Weiß gibt. Und so schwankt sie zwischen extremer Zuneigung oder Abneigung. Wie kann sie also eine erwachsene Beziehung aufbauen, die auf Liebe und gegenseitigem Einvernehmen gründet? Genau das ist die Frage, kann Juliette eine erwachsene Beziehung führen oder wird sie immer in ihrer Fixierung verharren. Ausgefuchst ist jedenfalls ihr Plan, wieder in Nates Leben zu treten. Mit Witz, Hartnäckigkeit, Phantasie und Ausdauer gelingt ihr dies besser als erhofft. Doch ist Nate wirklich an einem Wiederaufleben der Beziehung interessiert? Und was, wenn nicht? Wird Juliette ihn loslassen können? Eher selten werden Bücher aus der Sicht des Antagonisten geschrieben und manchmal sind sie auch schwer verdaulich. Sicher ist es hilfreich, wenn man solche Romane grundsätzlich ansprechend findet. Doch auch wenn man eher von der Seite der Helden oder Ermittler aus in die Welt blickt, bietet die perfekte Freundin einiges. Man kann sie nicht wirklich mögen, doch einiges an ihr ist so herzzerreißend, dass man fast schon wünscht, ihr Plan möge gelingen. Verzweifelt wünscht sie sich ein erfülltes Leben, doch irgendwie versteht sie nicht, dass man es nicht erzwingen kann. In ihren Aktionen und Reaktionen erscheint sie sehr wechselhaft und fällt von einem Extrem ins andere, doch manche ihrer Winkelzüge sind fast schon genial. Das Happyend würde man ihr gönnen und sieht doch das Damoklesschwert ihrer eigenen Persönlichkeit, dass über allen ihren Handlungen hängt und möglicherweise irgendwann in die Katastrophe führen wird. Eine spannende Lektüre mit einer schrägen Hauptperson, deren Kampf um eine schöne neue Welt wie ein solcher gegen Windmühlen wirkt. 3,5 Sterne

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Für mich war es das erste Buch der Autorin und gleich ein Highlight. Ich schätze Thriller sehr, deren Schrecken subtil geschrieben ist und man bei der Geschichte trotzdem den Kopf schütteln oder die Luft anhalten muss. Hier bekommen diesbezüglich mehrere Faktoren zusammen. Einmal ist die Figur der "Täterin" so gut ausgearbeitet, dass man nicht weiß, ob man Mitleid mit ihr haben, oder sie verurteilen soll. Das hat die Autorin durch Rückblenden in die Vergangenheit geschafft, man erkennt als Leser, dass Juliette nichts dafür kann, dass sie so ist, wie sie ist. Aber trotzdem empfindet man ihre Handlungen als ein No-Go und ziemlich gruselig. Ich habe schon viele Thriller gelesen, auch viele Psychothriller, aber so hin- und hergerissen war ich selten. Bei der Figurenentwicklung hat die Autorin meiner Meinung nach ein ganz großes Talent und ich hoffe deswegen, dass die Autorin noch viele Geschichten schreibt. Dann fand ich außergewöhnlich gut, dass die Geschichte aus der Sicht von Juliette erzählt wird. Das gibt nochmal eine ganz andere Sicht auf die Ereignisse und ist der Grund dafür, dass man mit ihr auch irgendwie mitleidet und sie ansatzweise versteht. Der Schreibstil ist wie für einen Thriller üblich, eher kurz gehalten. Leider las sich die Geschichte manchmal ein bisschen abgehackt, ich hätte mir gewünscht, dass die Sätze flüssiger geschrieben worden wären. Der Plot ist gut ausgearbeitet und lebt davon, dass die Liebe der Protagonistin in Hass umschlägt und Juliette deswegen immer mehr in ihrer eigenen Welt lebt. Das Ende bleibt offen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Ich mache mir dann immer gerne mein eigenes Bild und schreibe die Geschichte im Kopf so zu ende, wie ich es gerne hätte und gehe deswegen als glücklicher Leser aus der Geschichte. Das muss man aber mögen. Fazit: Für jeden, der gerne Psychothriller liest, eine absolute Empfehlung.

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Inhalt Juliette Price weiß was sie will und das ist ihr Exfreund Nate. Für ihn heuert sie als Stewardess bei der Fluggesellschaft an, bei der er Pilot ist. Mit aller Macht versucht sie ihn für sich zu gewinnen, ganz nach dem Motto: "Manche muss man zu ihrem Glück zwingen." Eigene Meinung Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, meiner Meinung nach genau die richtige Sichtweise für so einen Roman. Schließlich begleiten wir Juliette, augenscheinlich eine geistes gestörte Frau und bekommen so einen guten Eindruck von ihren verquerten Gedankengängen. Einerseits bekommen wir einen richtig guten Einblick, andererseits fand ich es teilweise richtig anstrengend, weil Juliette einfach nicht wie ein "normaler" Mensch denkt. So war es oft schwer nachzuvollziehen, wie weit sie bei einigen Dingen geht. Spannend war es jetzt auch nicht wirklich. Es las sich für mich eher wie ein nüchterner Bericht - ich bin ziemlich auf Abstand geblieben. Der Schluss war dann auch sehr plötzlich, irgendwie vorhersehbar, aber auch total unbefriedigend. Ich hätte mir einen richtigen Abschluss gewünscht und ein weniger offenes Ende. Zwischendurch war es mir auch zu reibungslos. Juliette schafft irgendwie immer alles, was sie sich in den Kopf gesetzt hat, oft auch einfach weil sie Glück hat. Das waren mir etwas zu viele Zufälle... ich kann mir nicht vorstellen, dass so jemand damit durchkommt, ohne das etwas unternommen wird. Fazit "Perfect Girlfriend" konnte mich nicht packen. Die Idee war gut, aber mir hat ein Abschluss gefehlt und ließ mich mit dem Gefühl zurück, dass das Buch unfertig ist.

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Die Geschichte beginnt, wie soll es anders sein, beim Anfang. Dem Anfang vom allem Übel, das sich in Juliettes Leben zusammenbraut. Man verfolgt, wie sie an einem lauen Sommertag auf ihren kleinen Bruder Will aufpassen soll, doch es kommt zu einem schrecklichen Unfall. Seitdem ist ihr Leben nicht mehr, wie es ursprünglich verlaufen sollte. Sie wird zur Außenseiterin, von den beliebten Mädchen gehänselt und verstoßen. Besonders von einer, Bella, die schönste von allen. Dabei will Juliette doch nur dazu gehören, will in den inneren Kreis vordringen, will Bellas Freundin werden. Doch als das nicht funktioniert, kippt ein Schalter in ihr um. Der erste Baustein zu einem Leben, gefangen in einer Psychose, aus der es kein Zurück mehr gibt. Karen Hamilton schafft in diesem Roman – wohlgemerkt kein Psychothriller – eine bemerkenswert sympathische Antiheldin. Man kann verstehen, warum ihr übel mitgespielt wurde und entdeckt immer mehr Zusammenhänge im Laufe der Zeit. Aber Juliette Price IST eben auch gruselig, Juliette nimmt Situationen völlig überdreht wahr, Juliette IST eine Stalkerin per excellance. Als ich las, wie sie sich in der dunklen, leeren Wohnung ihres Exfreundes einnistet, ihm etwas in den Kühlschrank packt und dann wieder verschwindet, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Denn wenn ich mir auch nur vorstelle, dass jemand in meiner Wohnung sitzt, wohlwissend, das ich nicht da bin, weil er meine Social Media Accounts verfolgt, bekomme ich eine leise Panik. Und genau so ist dieses Buch aufgebaut. Man folgt Juliette und ihren Gedanken, plant mit ihr die nächsten Aktivitäten. Man kann nicht erwarten, dass sie völlig durchdreht und mit dem Schlachtermesser eines Tages vor seiner Türe steht – sie macht das viel subtiler. Denn Juliette wird Flugbegleiterin, um Nate – er ist Pilot – eines Tages völlig unvorbereitet wieder zu treffen, geschickt arrangiert mit einem perfiden Plan in der Rückhand. Juliette schafft es, dass sie mir in vielen Situationen wirklich leid tat, ich sie in mein Herz schloss und inständig hoffte, sie würde endlich zur Vernunft kommen. Doch sie verfolgt eisern ihr Ziel, die große Wiedervereinigung mit Nate und gleichzeitig die Vernichtung ihrer früheren Erzfeindin Bella. Das Ende wurde überraschend offen gelassen. Mir gefiel das wirklich sehr gut, denn so bleibt immer noch die Hoffnung, dass es ein gutes Ende nehmen kann für alle Beteiligten, ohne zu viel zu verraten. Fazit Alles in allem verstehe ich die doch recht durchschnittliche Bewertung nicht so recht. Man kann hier wirklich keinen Fingernagelverschlingenden Psychothriller erwarten, der wurde so auch nicht angekündigt. Aber man kann verfolgen, wie sich kleine Gemeinheiten aus der Kindheit zu etwas viel größerem, viel hässlicherem entwickeln. Ich wurde bestens unterhalten und kam nicht drum herum, das ein oder andere Mal die Augen aufzureißen und ungläubig mit dem Kopf zu schütteln.

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Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich Autor : Karen Hamilton Verlag :RandomHouse Sprecher : Nora Waldstätten Das Cover ist ansprechend gestaltet und der Titel brillant passend. Auch finde ich den Klappentext bestechend. Nora Waldstätten erzählt in der Ich Perspektive und ihre Stimme ist unglaublich authentisch. Ich bin wahnsinnig froh das Buch als Hörgenuss auf meine Ohren bekommen zu haben. Dieser Psychothriller ist Hochspannung pur. Juliette, die eigentlich Elisabeth heisst hat nur ein einziges Ziel vor Augen, nämlich ihren Ex Freund Nate zurück zu bekommen. Koste es was es wolle! Die Art und ihre Handlungen die sie bei ihrem Plan an den Tag legt sind zum gruseln. Natürlich rechtfertigt Juliette ihr Handeln vor sich selbst als perfekt. Denn sie ist ja die beste Partie die man, in diesem Fall Nate, sich wünschen kann. Manchmal ist es, als hätte sie eine gespaltene Persönlichkeit und ihre Besessenheit ist haarsträubend. Wenn ich mir überlege das ich solch einen Stalker an der Backe kleben hätte, oh man daran mag ich gar nicht denken. In einem atemberaubenden Spannungsverhältnis zieht die Autorin, hier in Kombination mit der genialen und faszinierenden Stimme der Erzählerin, völlig in ihren Bann. Imposant wurde die Geschichte packend und mitreißend erzählt. Sehr interessant fand ich die Psychologie die hinter den Zeilen steckt. Man merkt selbstverständlich das die Protagonistin psychisch krank ist, jedoch muss der arme Nate dies ausbaden. Ich fand diesen Ohrenschmaus eindrucksvoll, erstaunlich recherchiert, sehr ausdrucksstark und mit einem dynamisch steigenden Spannungsbogen versehen. Diesen feinsinnigen und herausragenden Psychothriller kann ich mit dem größten Vergnügen weiterempfehlen und vergebe hier sehr gerne verdiente fünf Sterne!

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Wow, was für ein unglaublich toller Thriller. Bin begeistert. Warum erzähle ich Euch sofort. Anfangs dachte ich mir, okay das wird so eines der Bücher sein, bei dem man schon alles richtig voraussehen kann, aber da lag ich richtig falsch. Beginnen wir mal mit Elisabeth die sich nach ihrer Trennung nun Juliette, nennt. Der Name ist für die junge Frau von ganz besonderer Bedeutung, er symbolisiert ihren Neuanfang und leitet auch gleichzeitig ihren Plan ein, der vorsieht ihren Ex zurückzugewinnen. Denn was dieser offenbar nicht weiß ist, das er sie ja noch liebt. Und daran hält Juliette ganz fest. Die Tatsache, das man das Buch aus ihrer Perspektive heraus liest, lässt den Leser dabei sehr nahe an ihr sein. Wir bekommen erklärt wieso sie so denkt, und ja, ein Stück weit kann man es ja nachvollziehen. Aber das ist auch nur am Anfang so, denn dann bemerkt man ziemlich schnell, das Juliette sich an eine Vision klammert die es so nicht mehr geben wird.  Beeindruckend empfand ich es beim Lesen, wie sie immer wieder versucht selbst schon kriminelle Vorgehensweisen als legitim abzutun. Das hat mich ein wenig schockiert, während ich ihren verbissenen Ehrgeiz schon fast bewundernswert fand. Hat sie sich doch zur Stewardess hochgearbeitet, sich eine neue Bleibe gesucht usw. Also eigentlich ihr Leben soweit umgekrempelt, das sie es auch ohne IHN hätte weiterleben. Doch Juliette ist nun mal nicht wie wir. Und das brachte auch gleichzeitig die Spannung in die Geschichte. Beim Lesen weiß man das sie krank ist, das alles was sie tut nicht gut enden wird. Wir lesen wie sie sich selbst immer mehr in ihrer Fantasie-Vorstellung verirrt und das zieht sich durch das ganze Buch. Zum einen tut sie einem leid und zum anderen kann man nicht anders als weiterlesen. Was mich beeindruckt hat ist wie die ganze Vergangenheit sich mit in die Geschichte hineinspielt. Es hat alles seinen Sinn und man kann nachvollziehen was die junge Frau aus der Spur gebracht hat. Ich mochte Juliette, auch wenn ich nicht alles was sie tat gutheißen kann, so kann ich sie doch verstehen.  Zum Schreibstil, ich fand ihn zum Roman passend. Stellenweise wirkt er ein wenig kühl aber für mich passte das alles wirklich gut zur Geschichte. Auch das das Buch aus der Ich-Perspektive heraus geschrieben ist, finde ich gut. Es gibt Thriller die vor Action knistern, bei denen jede Seite Spannung verspricht. Dieser hier überzeugt mehr durch seine ruhige, subtile Erzählweise die mich als Leser in ihren Bann gezogen hat. Dazu kommt, das die Hauptfigur eine eigentlich liebenswerte Person hätte sein können, währe sie nicht krank. Mir hat es gut gefallen wie sich Juliette immer wieder versucht hat sich alles schön zu reden. Das Ende jedoch hat mich ehrlich überrascht, das hätte ich so nicht ganz vermutet. Für Leser die gerne Thriller lesen bei denen es mehr um die Hauptfigur geht, ist das Buch sicher einen Blick wert.

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Schreibstil In letzter Zeit konnten mich ja so einige Psychothriller rundum begeistern und nun gesellt sich auch noch ein weiterer dazu: "Perfect Girlfriend" von Karen Hamilton ist die Geschichte einer verlorenen Frau, die einen Mann für ewig an sich binden will. Dass sie dabei sich selbst verliert und einer "Perfektion" anstrebt, die in Wahrheit nur eine Illusion ist, scheint sie überhaupt nicht zu merken. Ich finde es großartig, welch frischer Wind momentan im Bereich der Psychothriller doch aufkommt. Karen Hamilton beschränkt sich hierbei auf eine altbekannte Thematik, schafft es aber meisterhaft, eine Protagonistin zu erschaffen, die ihren eigenen, bösen Weg geht und dabei furchtbar sympathisch wirkt. Ich habe Juliette Price geliebt! Charaktere Juliette Price Juliette Price wurde von ihrem Exfreund auf recht schmerzliche Art un Weise verlassen. Ihm war die Beziehung zu intensiv, zu eng und so verlangt er mehr Freiraum. Darauf lässt sich Juliette dann auch ein, doch heckt bereits einen Plan aus, wie sie ihn ewig an sich binden kann. Schließlich liebt er sie ja, genau wie sie ihn, oder? Nach und nach wird auch Juliettes Vergangenheit aufgerollt. Schon der Prolog deutet an, dass ihre Kindheit ziemlich abrupt zum Stillstand kam. Hier verliert sie nämlich ihren kleinen Bruder und gibt sich selbst dafür die Schuld. Juliette ist eine Soziopathin, die sich selbst in eine Liebe hineinsteigert, die es überhaupt nicht gibt. Zeitgleich hat sie sich in den Kopf gesetzt, auch noch das Leben anderer Menschen zu zerstören und was soll ich sagen? Ich fand Juliette verdammt interessant und muss gestehen, dass ich vollkommen auf ihrer Seite stand. Teilweise habe ich sie beim Lesen sogar angefeuert, auch wenn natürlich auch ein melancholischer Unterton vorhanden ist. Denn eigentlich verdient sie echtes Glück, nicht solch ein erzwungenes! Nate Irgendwann lernt der Leser auch Nate persönlich kennen und was soll ich hier sagen? Er ist der Typ Mann, von dem jede Frau die Finger lassen sollte. Nate will sich nicht binden und am besten keine Verantwortung übernehmen! Was Juliette an ihm fand? Es ist hier wohl die Liebe (oder doch der Hass?) der sie antreibt! Meine Meinung Nach dem Prolog, der bereits eine traurige Kindheitserinnerung aufgreift, lernen wir Juliette kennen, die gerade ein Trainee absolviert, um Flugbegleiterin zu werden. Hoch in der Luft, so denkt sie, wird sie ihren Nate, der als Pilot arbeitet, schon wieder für sich gewinnen können. Mit Juliette gemeinsam tritt der Leser also hier den Weg in eine Zukunft an, die Juliette als perfekt empfindet. Sie verändert sich vollkommen, sowohl äußerlich, als auch vom Charakter, nur damit sie ihren großen Plan, Nate zurückzugewinnen, endlich in die Tat umsetzen kann. Es wird schnell klar, dass die Art der Perfektion, die Juliette hier anstrebt, überhaupt nicht existiert. Sie verliert sich selbst in einem Wahn und gleichzeitig in einer Wunschvorstellung, ja in einem großen Traum, der überhaupt nicht erreichbar zu sein scheint. Sie vergisst nämlich eins: Zur Liebe gehören immer noch zwei Personen. Nach außen verstellt sich Juliette, schließt Freundschaften, die ihr vielleicht von Nutzen sein können, verliert sich innerlich aber komplett. Das empfand ich teilweise als sehr traurig, doch dennoch stand ich beim Lesen auf ihrer Seite. Ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, dass es für sie doch irgendwie noch gut ausgehen könnte, ja, das sie endlich das bekommt, was sie verdient. Die Autorin hat hier eine furchtbar sympathische Antiheldin geschaffen, eine Soziopathin, die wenn es sein muss, auch Leben zerstört und über Leichen geht. Der Roman ist hierbei zwar sehr ruhig und auch sehr geradlinig erzählt, besitzt aber viele tolle Spannungsmomente. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so mitgefiebert habe ich mit Juliette! Da unsere Protagonistin als Flugbegleiterin arbeitet, gibt es sehr viele Handlungsorte und vor allem auch sehr viele interessante Einblicke in das Leben der Stewardessen. Hier hat die Autorin auf jeden Fall ihre eigene Berufserfahrung mit eingebracht und auf den Flügen, als auch in den verschiedenen Ländern für Abwechslung gesorgt. Die Geschichte steigert sich bis zum Ende, das dann allerdings vollkommen plötzlich kommt und eigentlich fast alles offen lässt. Ich mag offene Enden sehr gerne, aber hier hätte ich mir tatsächlich doch irgendeine Richtung gewünscht, die zumindest angedeutet wird. Tatsächlich war ich vom Ende hier ein wenig enttäuscht ... Fazit "Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich" ist zwar ein ruhig erzählter Psychothriller, dessen Stärke aber eindeutig in der Protagonistin liegt. Das Buch ist hier wohl nicht für jeden Leser geeignet, denn Juliette ist alles andere als die typische 0815-Hauptcharakterin. Um ihre recht eigene Geschichte zu verstehen, muss man wohl selbst leicht verrückt oder halt offen für das Leben einer Soziopathin sein. Ich habe das Buch geliebt und bin damit wohl Beides!

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