Leserstimmen zu
Die geliehene Schuld

Claire Winter

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Die Redakteurin Vera Lessing bekommt von ihrem Kollegen und Jugendfreund Jonathan ein Paket mit Unterlagen über seine aktuellen Recherchen übersendet. Er wusste, dass sein Leben in Gefahr ist und er wollte die Ergebnisse in Sicherheit wissen. Als er tatsächlich bei einem fingierten Unfall ums Leben kommt sieht Vera es als ihre Pflicht an, dass sie seine Ergebnisse vervollständigt und an die Öffentlichkeit bringt. Veras Ermittlungen und das Kennenlernen von Jonathan und Marie haben sich im ersten Teil des Buches abgewechselt. Die zeitlichen Sprünge, die die Autorin vornimmt um beide Zeitebenen am Ende zu vereinen fand ich anfangs sehr anstrengend. Es kam mir so vor als würde ich 2 unterschiedliche Bücher lesen. Entsprechend schwer bin ich in die Story gekommen. Ab zweiten Hälfte dann wurde es allerdings interessanter. Die Erzählstränge liefen langsam aufeinander zu und man fieberte dem Moment entgegen wo alles offen da liegt. Mittlerweile sind nicht nur Marie, Jonathan und Vera im Spiel sondern die Familien von Marie, Vera und ihre Freundin Lina spielen auch eine große Rolle. Es gab ein paar überraschende Wendungen und ich wurde endlich an das Buch gefesselt. Die geschichtlichen Hintergründe rund um die Nürnberger Prozesse und die Flüchtlingsrouten der Nazis waren sehr gut rund um die fiktiven Charaktere verwoben. Zum Ende dann wurds mir aber zu politisch, zuviel Geheimdienst und zu verworren. Sehr schade, ich hätte dem Buch wirklich gerne mehr Punkte gegeben, aber mich hats leider nicht abgeholt. Habe mich den größten Teil durch die Seiten geschleppt und hätte es auf jeden Fall schon im ersten Drittel abgebrochen wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre. 3 Sterne, weil ich mich zeitweise gut unterhalten gefühlt habe und die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet wurden. Leider konnte mich die Story aber nicht komplett für sich einnehmen und ich habe alles sehr nüchtern und ohne wirkliches Interesse verfolgt .

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Die Suche nach der Wahrheit

Von: Tine_0111

29.09.2019

Berlin, Sommer 1949: Vera Lessing hat während des zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Trost findet sie in der Arbeit als Redakteurin der Zeitung “Echo“. Bei dieser arbeitet auch ihr Jugendfreund Jonathan. Doch als dieser auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherche zu ehemaligen Kriegsverbrechern betrieben und war demnach an einem heiklen Thema auf der Spur. Gleichzeitig hielt er Kontakt zu einer Jungen Frau namens Marie Weißenburg, die als Sekretärin im Stab Konrad Adenauers arbeitet. Vera geht Jonathans Spuren nach, die sie in Kreise der mächtigsten Geheimdienste führt. Der Prolog war spannend und gab mir erst mal einen vermeintlich sicheren Hinweis auf das Thema dieses Romans. Weit gefehlt… Die Thematik der Geschichte ist komplex und so fand ich die kleine Landkarte und das Personenverzeichnis im Buch sehr hilfreich. Der Roman wird zu Beginn auf zwei Zeitebenen erzählt. Veras in 1949 und Jonathans und Maries in 1948. Diese beiden Zeitstränge werden von der Autorin so geschickt erzählt, so dass diese sich zeitlich immer weiter annähern, bis sie beide in 1949 enden. Gegen Ende werden die Personen in den einzelnen Zeitebenen mehr, aber keine Sorge, als Leser verliert man zu keinem Zeitpunkt den Überblick. Der Schreibstil ist so authentisch, dass man die Umbruchstimmung Deutschlands zu der Zeit wirklich spürt. Ebenso aber auch, dass die Vergangenheit noch belastend auf dieser liegt. Gerade das merkt man aber auch am Chaos dieser Zeit. So läuft man mit Vera durch das zerbombte Berlin und sieht wie Charaktere Freundschaften schließen, die in den Kriegsjahren undenkbar gewesen wären. Zudem kommen Fragen auf, wieviel Freunde und Familie wirklich über die Machenschaften der Nazis wussten. Wem kann man trauen und wem nicht? Hoffnung geben Vera demnach auch die Verhandlungen über das Grundgesetz, welches hier ebenfalls am Rande thematisiert wird. Gegen Ende des Buches konnte ich dieses vor Spannung kaum noch aus der Hand legen. Immer neue Wendungen kam und nahmen einen Ausgang mit dem ich nicht gerechnet hätte. Das Nachwort der Autorin sollte aber hier auch nicht ungenannt bleiben. Schonungslos und informativ gibt sie hier noch mal Dinge zu ihrer Recherche wieder. Dieses Buch hat hat mich auch nach dem beenden nicht zur Ruhe kommen lassen und so habe ich auch hier ein wenig Recherche betrieben. Auch unter Berücksichtigung der besonderen Umstände dieser Zeit und das es irgendwie weiter gehen musste, kann ich den letzten Absatz des Nachwortes bis jetzt nicht wirklich nachvollziehen... Fazit: Ein aufwühlender, komplexer, aber auch wirklich fesselnder Roman, der mir eine neue Sicht auf die Nachkriegszeit gegeben hat. Absolute Leseempfehlung!!

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Claire Winter beschäftigt sich in ihrem neuen Roman „Die geliehene Schuld“ mit einem dunklen Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nachdem Jonathan unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, bekommt seine beste Freundin und Journalistin Vera Post- von Jonathan. Er bittet sie, seine Nachforschungen zur Verfolgung von Kriegsverbrechern fortzuführen und schickt sie somit auf eine sehr gefährliche Reise. Vera findet im Laufe des Buches viele erschreckende Dinge heraus auf die ich nicht weiter eingehen werde. Obwohl ich mich sehr für Geschichte interessiere, war mir das meiste davon nicht bewusst und ich bin zutiefst geschockt. Ich habe zu verschiedensten Zeitpunkten mit meinem Umfeld über die Geschehnisse des Buches gesprochen und ich muss sagen, dass ich damit nicht allein bin. Es ist wichtig, dass auch solche Kapitel der Geschichte in Romanen eine Rolle spielen und ich freue mich jedes Mal, wenn ich noch etwas lernen kann. Ich bin begeistert wie außerordentlich sorgfältig Claire Winter die Hintergründe ihrer Geschichte recherchiert hat und diese so mit der fiktiven Geschichte verwoben hat, dass der Leser kaum zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden kann. Mir haben die Charaktere der Geschichte ebenfalls sehr gut gefallen. Neben Vera treten noch viele weitere Personen auf, die Hauptbestandteil sind und man darf als Leser auch Jonathan auf seinem Weg bis zum Unfall folgen. Veras Recherchen sind äußerst realistisch geschildert und ich habe sowohl mit Vera gebangt als auch mit Marie geweint. Kein Charakter wirkte überspitzt oder unnötig. Die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich überhaupt nicht gestört, sie haben im Gegenteil sehr zu einem detailgetreueren Bild beigetragen. Alles in Allem bin ich sehr begeistert von „Die geliehene Schuld“ und kann das Buch jedem empfehlen, der sich zum Einen weiterbilden möchte und zum Anderen einen unglaublich spannenden Roman mit historisch fundierten Ereignissen lesen möchte. Es wird definitiv nicht mein letztes von Claire Winter sein.

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lesenswert

Von: E. Schleich aus Wörrstadt

25.10.2018

Dieses Buch hat mich tief bewegt. Es sollte, in Anbetracht unserer heutigen Zeit - geprägt von sozialen und politischen Irrungen - als Pflicht/Zusatzlektüre an Schulen für Heranwachsende herangezogen werden.

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Claire Winter konnte mich auch mit ihrem dritten Roman wieder vollends überzeugen. Sie gehört definitiv zu den Autorinnen und Autoren, die es schaffen mich von der ersten Seite an zu fesseln. Das Cover des Romans mag ich sehr, eine Mischung aus Schwarz-Weiß-Fotografie und Fotomontage. Irgendwie spricht mich der türkise Farbton an. Der Klappentext bzw. die Kurzbeschreibung machen direkt Lust auf mehr. Es ist vom ersten Augenblick an klar, dass es um die Schatten des zweiten Weltkrieges geht bzw. um den Wiederaufbau in den verschiedenen Besatzungszonen. Im Fokus stehen vier junge Menschen, Vera und Jonathan sind Journalisten. Kurz bevor Jonathan stirbt schafft er es seine Notizen an seine gute Freundin und Kollegin Vera zu schicken. Sie interessiert sich natürlich für das, an was ihr Freund und Kollege zuletzt gearbeitet hatte, bevor er umgebracht worden ist. Marie ist eine junge Sekretärin, die im Stab Adenauers arbeitet, sie beschäftigt die Vergangenheit ihres Vaters. Sie möchte wissen, welche Rolle ihr Vater in der NS-Zeit gespielt hat, doch sie hat das Gefühl, dass ihre Familie ihr etwas verschweigt und damit liegt sie richtig. Sie tritt eine Lawine los, die nicht nur ihr Leben für immer verändern wird. Lina ist eine Jüdin, die als Kind rechtzeitig außer Landes geschafft worden ist, sie wohnt den Prozessen in Nürnberg bei, um zu erfahren, was mit den Menschen passiert, die größtenteils ihre Familie ausgerottet haben. Es geht in diesem Roman um Wahrheit und Lüge, um Schuld und Vergebung, sowie um die Schatten der Vergangenheit bzw. den Mut einen Neuanfang zu starten. Doch die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich schwierig, es gibt zu viele, die einfach nur vergessen wollen. Zuerst mag der Roman etwas verwirrend erscheinen, doch dies legt sich schnell. Man bekommt ein Gefühl für die vielen unterschiedlichen Personen, sie nehmen uns mit in ihre Perspektive und geben uns so einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verschiedenen Geheimdiensten. Der Schreibstil ist rasant, die vielen kurzen Kapitel und Szenenwechsel tragen zu einem sehr hohen Tempo bei. Es macht einfach unglaublich viel Spaß sich mit Vera und Marie auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Doch es gibt auch die Szenen die beklemmend sind, die unter die Haut gehen. Ich musste dann den Roman kurz zur Seite legen, um über das Gelesene nachzudenken. Der Roman ist sowohl für Frauen und Männer geschrieben worden, man sollte allerdings ein Interesse an der unmittelbaren Nachkriegszeit haben und sich ein klein wenig auskennen, um die verschiedenen Verbindungen herstellen zu können. Ein wahrlich hochspannender, dramatischer und emotionaler Roman, der soweit ich es beurteilen kann auch gut recherchiert ist. Eine Karte, ein Personenverzeichnis, so wie ein ausführliches Nachwort zu Wahrheit und Fiktion runden dieses Buch ab. Ich bedanke mich sehr bei Claire Winter und dem Diana Verlag in der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Inhalt: Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. Meine Meinung: Nachdem mir "Die verbotene Zeit" von Claire Winter so unglaublich gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch ihr neustes Buch lesen. Die Handlung wird hauptsächlich aus den Perspektiven von Marie und Vera erzählt, welche zwischen 1945 und 1949 im Abstand von wenigen Monaten stattfindet. Zudem gibt es zwischendrin vereinzelt die Sichtweisen von anderen Charakteren, was ich besonders interessant fand! Vera und Ihre Recherchen fand ich sehr interessant und nachvollziehbar aber teilweise auch traurig und schockierend, was sie alles herausfand. Maries Perspektive hingegen fand ich noch etwas spannender und reizvoller, vor allem die Einblicke in Ihren Beruf in der nahen Umgebung von Konrad Adenauer und das Aufdecken ihrer eigenen Familiengeschichte. Super aufregende und meist unvorhersehbare Verstrickungen haben den Spannungsbogen stets aufrecht erhalten. Der Wechsel und die kurzen Kapitel haben den Schreibstil aufgelockert und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Den Schreibstil von Claire Winter fand ich nach wie vor super flüssig und authentisch. Ich habe das zerstörte Nachkriegs-Berlin richtig anschaulich vor mir gesehen. Fazit: Ein unglaublich spannender Roman über die Zeit während und nach des zweiten Weltkriegs. Schockierend, echt und unglaublich spannend!

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Cover: perfekt passend zu der Gescichte. Die Verschmelzung von alt und neu ist perfekt in Szene gesetzt. Schreibstil: So angenehm. Die Seiten flogen nur so dahin und jede Information war perfekt gesetzt und gut gewählt. Meinun: Ich bin einfach begeistert. Nachde ich "Die Schwestern von Sherwood" geliebt habe, habe ich erst vor kurzem "Die verbotene Zeit" gelesen die mich nicht so begeistern konnte. Ich fand das hier alles sehr vorhersehbar war und ein leichter abklatsch der sherwood schwestern. Bei deisem Buch waren die Erwartungen also nun immer noch hoch und wurden noch weit übertoffen. Es gab so viele überraschende Wendungen die der Leser nicht kommen sieht, erschütternde Informationen die mich einige male mit offenem Mund haben dasitzen lassen und eine Menge Geheimnisse. Immer wieder war ich überrascht wie viele Menschen und Leben in dieser Geschichte miteinander verstrickt waren. Sei es die die Freundin des Bruders, die Sekräterin des Büros, ein Mann in Italien, ein geheimnisvoller Reiseführer und so viele mehr. Unglaublich viele Leben wurden in diesem Buch berührt umd angeführt und dennoch hatte man einen Überblick. Immer mal wieder wurde aus verschiedenen Perspektiven erzählt, nach und nach eine neue erstaunende Information preisgegeben oder an spannenden und teilweise niederschmetternden Stellen in der Zeit gesprungen. Ich bin immer noch begeistert wie tief und verzweigt das alles ging. Politik, Geschichte, Gefühle und Taten sind auf unglaubliche Art und Weise miteinader verstrickt und ich kann nur zum tausendsten Mal wiederholen dass das Buch mich umgehauen hat. Fazit: Einfach nur wow!

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Im Jahr 1949 möchte die Journalistin Vera eigentlich nur eines: Die schlimme Zeit des Weltkrieges und den Verlust geliebter Menschen endlich verarbeiten und mit Hoffnung in die Zukunft blicken. Doch alles wird wieder aufgewühlt, als ihr guter Freund und Kollege Jonathan bei einem Unfall stirbt und Vera seine letzten Recherchearbeiten erhält. Ist es möglich, dass Jonathans Unfall gar kein Unfall war? Wollte jemand verhindern, dass er einen brisanten Artikel veröffentlicht? Als Vera nachforscht und entdeckt, woran Jonathan zuletzt wirklich gearbeitet hat, gerät auch sie in Gefahr. Mein Leseeindruck: Dieses ist das dritte Buch, das ich von Claire Winter gelesen habe, und wie auch die beiden Bücher zuvor hat mich "Die geliehene Schuld" absolut überzeugen können. Die Geschichte von Vera und Jonathan wird hier so fesselnd und gefühlvoll beschrieben, dass ich wirklich eintauchen konnte in die Handlung und mitgefühlt habe. Es gab zahlreiche Wendungen, Überraschungen und Entwicklungen, die ich nicht habe vorhersehen können und die mich gepackt und mitgenommen haben. Auch der Schreib- bzw. Erzählstil ist positiv zu erwähnen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal sind wir im Jahr 1949, und dann gibt es immer wieder Rückblenden ins Jahr 1948. So baut sich langsam vor dem Leser auf, woran Jonathan gearbeitet und was er dabei aufgedeckt hat. Als Leser kann man schnell erkennen, wie gut und ausführlich Claire Winter dabei recherchiert hat. Mich hat das Buch daher nicht nur sehr gefesselt und gepackt, sondern es hat mich auch sehr mitgenommen und nachdenklich gestimmt. Es ist eines dieser Bücher, die auch nach dem Lesen noch lange im Gedächtnis bleiben. Für mich hat das Buch auf jeden Fall volle fünf Sterne verdient und ich hoffe, dieses Buch wird noch von vielen Lesern entdeckt werden!

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