Leserstimmen zu
Dating

Moira Weigel

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€ 10,00 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Dating-Ratgeber, sondern eher um ein analytisches Werk aus der Vogelperspektive. Es wird die Geschichte zwischen Mann und Frau analysiert und wie sich die Annäherungsversuche beider Geschlechter im Laufe der Zeitgeschichte geändert bzw. entwickelt haben. Moira Weigel geht auch auf Filme, Serien und bekannte Romane ein und zieht die Inhalte daraus in ihr Werk mit ein. Auch das Thema der Emanzipation und die Entstehung des Feminismus sowie seine Folgen werden thematisiert. Insgesamt definitiv ein sehr ansprechendes Buch, das weit mehr als ein "Dating-Ratgeber" ist, sondern vielmehr eine spannende und teilweise augenöffnende Zeitreise durch die historische Entwicklung der Liebe zwischen Mann und Frau.

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Auch wenn sich dieses spannende Sachbuch über das „Werben um die Liebe“ hauptsächlich auf die Flirtgepflogenheiten in Amerika bezieht, ist es durchaus auf Europa zu münzen, denn viele der Einwanderer in die USA Anfang des 20. Jahrhunderts stammten aus Europa. So quetschten sich in die engen Stadtwohnungen, in den bereits Iren hausten, nach und nach zugereiste Italiener und Osteuropäer. Moira Weigel schreibt in lockerem Kolumnenstil, was sich gerade dadurch spannend liest und interessante Einblicke in ein, wie ich finde, schwer zu greifendes Thema gibt. Ausgehend von der Gegenwart, dass das Dating tot sei und „einem Durcheinander an Mutmaßungen und Überzeugungen“ in ihrem eigenen Bekanntenkreis, forscht Moira Weigel in der Vergangenheit. Alles fing mit dem „weiblichen Begehren“ an. Früher, auf dem Land, gab es kaum unbeobachtete Gelegenheiten, dass sie junge Paare trafen. Außerdem war fast jeder auf einem Dorf, mit dem man sich verabredete, jemand, den man sowieso schon kannte. In der Anonymität der Großstadt fing „frau“ an, über sich selbst zu bestimmen. Doch in die engen Räumlichkeiten, meist von mehreren Verwandten bewohnten Zimmer, jemanden mitzubringen, war fast unmöglich, also traf man sich in der Öffentlichkeit. Man hatte ein „Date“. Moria Weigel erzählt nicht nur Anekdoten rund um das aufregende erste Treffen, sie bezieht auch Romane, Fernsehserien und Filme mit ein. Mit ihrer klugen Kulturgeschichte bringt sie Struktur in die Gefühle zwischen zwei Menschen und gibt uns Lesern Einblick in das komplizierte Verhalten, das wir nicht nur vom Hörensagen kennen. Dabei erfahren wir mehr über den Umgang mit Sexualität, Beziehungen und Wertvorstellungen unserer Vorfahren, die sich versteckt oder offensichtlich auch in der Gegenwart wiederfinden. Am Ende sind wir bei den Errungenschaften der Emanzipation oder bei der Liebe (wie das letzte Kapitel heißt), wobei es Feministinnen gibt, die behaupten, die Liebe sei schlecht für uns. Verlassen wir uns lieber auf das Mindesthaltbarkeitsdatum.

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Wer eine Anleitung für erfolgreiches Daten erwartet, der wird hier leider enttäuscht werden. Wer jedoch mehr über die Geschichte des Daten und damit automatisch auch über die Entwicklung der Beziehung zwischen Mann und Frau lernen möchte... der ist hier absolut richtig. Das Buch zeigt auf wie sich durch die Industrialisierung und die Urbanisierung, die Frauen selbständiger wurden und in die Städte zogen. Dadurch waren plötzlich Männlein und Weiblein "alleine", dh. ohne direkten Einfluss der Familie in den Städten. Wir erfahren, dass sich Geheimdienste um die Ueberwachung der Paare bemüht haben und andere aus heutiger Sicht lustige Momente der Geschichte der neuesten Zeit. Ich habe mich auf jeden Fall gut amüsiert bei diesem Buch, auch wenn ich eine komplett andere Erwartung hatte. Aber wer sich für solche Themen interessiert oder für die Emanzipierung im allgemeine, der ist mit diesem Buch gut bedient.

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