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Leserstimmen (46)

Julian Fellowes: Belgravia

Belgravia Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10324-1

Erschienen:  14.11.2016
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etwas langatmig

Von: Die wirklich wichtigen Dinge Blog Datum : 15.08.2018

https://diewirklichwichtigendingeblog.wordpress.com/

Ich bin ein sehr großer Fan von Downton Abbey. Ich liebe die Serie, die Atmosphäre und die Intrigen. Und weil die Serie ja leider zu Ende ist, habe ich mich auf eine Art Fortsetzung in Form dieses Buches gefreut.

Es geht um das Zusammentreffen von Oberschicht und Neureichen in London. Den Kampf um Anerkennung und die Intrigen, die Bediensteten, die Oberschicht. Eigentlich also alles wie bei der Serie.

Julian Fellowes hat auch dafür die Vorlage geschrieben.

Nun mag es an meiner Stimmung liegen oder daran, dass es nun eben einfach keine opulente Serie ist, ich habe aber an diesem Buch recht lange gelesen. Habe es immer wieder weggelegt, weil es mich gelangweilt hat und der Funke nicht übersprang.

Mittlerweile habe ich es durchgelesen und muss zugeben, dass es zum Ende hin noch besser und fesselnder wurde.

Für Leser, die sich in die Welt der Londoner Upper Class versetzen lassen wollen und ein wenig Liebesgeschichte, ein wenig Politik und ein wenig Intrigen mögen, ist dieses Buch geeignet. Mich hat es leider nicht wirklich überzeugen können.

Die feine englische Art der Geheimnisse, Intrigen und Liebe.

Von: The Book & The Owl Datum : 13.09.2017

https://www.instagram.com/thebookandtheowl/

Ich oute mich dann hier einmal offiziell: Ich bin ein enormer Downton Abbey – Fan! Ich liebte diese Serie einfach abgöttisch, war vollkommen am Boden zerstört, als sie ihr Ende fand und total euphorisch als Julian Fellowes eine Kinoverfilmung angekündigt hatte. Gut, die Verfilmung steckt noch in den Kinderschuhen, doch sein Roman „Belgravia“ ist bereits in den Buchhandlungen zu erstehen.

Ich war total aus dem Häuschen, als mir der C. Bertelsmann Verlag eine Kopie zur Rezension gesandt hatte und bin es immer noch. Danke noch einmal an Fr. Müller!

Ich bin absolut ehrlich: Ich vergöttere Julian Fellowes und vor allem Downton Abbey. Diese Serie war wundervoll, am meisten jedoch die downstairs Stories, die ich mit Leib und Seele mitverfolgt habe. Was kann es besseres geben, als einen Mr. Carson und eine Mrs. Hughes?

Bevor ich „Belgravia“ jedoch zu lesen begann, habe ich mir in der Tat einige vorangegangenen Rezensionen angesehen. Dort gab es nur gut oder schlecht und so gut wie keinen Mittelgrund, was mich ehrlich verwundert hat. Die einen sind mit der Erwartung herangegangen, das Buch sei ein zweites Downton Abbey und wurden ihrer Erwartungen leider bitter enttäuscht. Andere wiederum kannten Downton Abbey gar nicht und waren von dem Roman hin und weg. Also beschloss ich, Belgravia als ein eigenständiges Werk zu betrachten und in keine Relation zu Downton Abbey zu stellen.

Um ehrlich zu sein, weiß ich absolut nicht, was alle, die sich gegen das Buch ausgesprochen haben, dagegen einzuwenden haben? Die Story ist toll, nachvollziehbar, menschlich und auch logisch. Sie fügt sich sehr gut in den historischen Kontext ein, ebenso wie die sozialen und gesellschaftlichen Hierarchien dieser Zeit. Ich fand sogar parallelen zu meiner geliebten TV-Serie. Aber dazu später mehr. Erst einmal ein kurzer Abriss über den Inhalt des Romans.

Es geht im großen und ganzen um ein Eklat, der keiner ist. Die Tochter – Sophia – der Trenchards, einer aufstrebenden Kaufmannsfamilie, und der Sohn Aristokratens – Edmund – heiraten kurz vor einem Krieg, in dem der junge Mann stirbt. Bevor er jedoch stirbt, vollziehen beide die Ehe, wo die junge Dame, Sophia, geschwängert wird. Getraut wurden sie von einem geistlichen Infanteristen aus dem Regiment von Edmund, was die Ehe rechtskräftig macht. Sophia jedoch glaubte, da der Geistliche ein Soldat war, sei die Ehe nicht rechtskräftig, weil es nicht üblich war, Geistliche im militanten Dienste zu haben. So glaubte sie also, von Edmund betrogen worden zu sein und als sie merkte, schwanger zu sein, steckte sie die Geschichte des Betruges ihrer Mutter. So kam es dann, dass Sophia bei der Geburt starb und die Trenchards nun Sorge um einen angeblichen Bastard zu tragen hatten, den sie an einen Geistlichen abtraten, der mit seiner Frau keine Kinder zeugen konnte. Niemand erfuhr von diesem Kind, bis eben dieser Junge – Charles – in die Geschäftswelt eintreten möchte und der Reverent Mr. Trenchard darüber in Kenntnis setzte. Der Großvater des Jungen unterstützte ihn natürlich wo er konnte und steckte sehr viel Geld in dessen Unternehmensidee. Das gefiel seinem Sohn – Oliver – natürlich nicht, da es sein Erbe war, das sein Vater seiner Meinung nach verprasste. Trenchards Frau Anne lernte Lady Brockhurst, die Mutter Edmunds, bei einem Tee einer Freundin kennen, wo Anne Schuldgefühle darüber entwickelte, dass sie dieser Dame ihren Enkel vorenthielt. Also steckte sie es der Lady, womit das Drama seinen lauft nimmt…

Es hört sich verwirrend an, da – wie auch in Downton Abbey – einige Charaktere mit von der Partie sind und für reichliche Intrigen sorgen. Aber wenn man das Buch einmal in Ruhe anfängt, so dürfte man damit eigentlich keine Schwierigkeiten haben. Mir gefiel der angenehme Schreibstil, die tollen Figuren und die Tiefe, die die Materie im Laufe der Geschichte angenommen hatte. Das Ende schien quasi dazu gemacht, eine eventuelle Fortsetzung zu erahnen – ich jedenfalls erhoffe mir das sehr!

Nun zu den Parallelen zu Downton Abbey, die ich zuvor ansprach.

Der Roman stellt die feine englische Art der Geheimnisse, Intrigen und Liebe dar, die uns auch Downton Abbey geboten hat. Natürlich geht er dabei nicht so ins Detail und beleuchtet auch downstairs nicht so sehr, wie ich es mir gern gewünscht hätte, aber man vergisst hierbei einfach, dass es sich um einen Roman handelt und keine TV-Serie, die einem unendliche Handlungsstränge ermöglicht. Man ist auf ein gewisses Seitenkontingent begrenzt, aber theoretisch könnte man in Folgebänden noch sehr viel aus der Geschichte herausholen.

Generell erinnert mich Belgravia sehr an die erste Staffel Downton Abbey. Die Geschichte um downstairs bspw. entwickelte sich auch erst mit der Zeit und über mehrere Staffeln hinweg, ebenso wie die vielen ereignisreichen Handlungsstränge. Hier kommt ein angeblicher potentieller Erbe (erst gegen Ende enthüllt), was andere – die davon theoretisch profitieren – natürlich nicht gern sehen und dagegen wirken. Es entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen eben jenem Erben und eine adligen Tochter, es sind mal wieder ein paar böswillige Dienstboten mit von der Partie und am Ende jedoch entwickelt sich alles zum Guten.

Vor allem die Charaktere Caroline Brockenhurst und Anne Trenchard haben mehr als nur ein bisschen von der Beziehung zwischen der Dowager Countess und Mrs. Crawley aus Downton Abbey. Am Anfang hatten sie nichts gemein und am Ende waren sie Freundinnen. Auch wenn beide Paare es nicht zugeben würden, es ist nun einmal wie es ist. Ebenso Charles und Maria sind vergleichbar mit Mary und Matthew. Ihre Liebe ist echt und hinterlässt das gleiche gute Gefühl.

Ich kann mich nur wiederholen: Die feine englische Art der Geheimnisse, Intrigen und Liebe. Ein absolutes Must-Read für alle Fans von Familienepen und -dramen. Dieser Roman kann es zwar noch nicht mit Downton Abbey aufnehmen, da hierfür einfach Folgebände benötigt werden, aber wenn es diese geben würde, dann hätten wir einen gebürtigen Nachfolger. Belgravia macht es uns in der Hinsicht jedenfalls einfach, da der Roman selbst in Episoden verfasst wurde und nicht in Kapiteln. Jede Episode hat quasi „TV-Länge“. Jedenfalls passiert in jedem Kapitel genauso viel, wie in einer TV-Episode passen würde. Das hat Potential und ist eine wahre Abwechslung.



For more please visit: www.thebookandtheowl.wordpress.com

Außen hui, innen solala

Von: SophieNdm Datum : 31.08.2017

sophies-leseecke.blogspot.de/

Inhalt:

Belgravia beginnt am Vorabend der Schlacht von Waterloo, dem 15. Juni 1815, als in Brüssel die Herzogin von Richmond einen prächtigen Ball für den Herzog von Wellington gibt.

Kurz nach Mitternacht kommt die Nachricht, dass Napoleon unerwartet die Grenze überschritten hat.
Wellington und seine Truppen müssen umgehend in die Schlacht ziehen. Eingeladen zum Ball sind auch die Trenchards, die durch Geschäfte mit der Armee reich geworden sind.

Auf ihre schöne Tochter Sophia hat Edmund Bellasis, der Sohn und Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, ein Auge geworfen.

Nach diesem Abend wird nichts mehr so sein wie zuvor.

Fünfundzwanzig Jahre später werden die beiden Familien noch immer von dem dunklen Geheimnis verfolgt, das am Vorabend der Schlacht von Waterloo seinen Anfang nahm.


Meine Meinung:

Am Anfang fiel es mir etwas schwer mit den ganzen Personen und deren Beziehung zu einander klar zu kommen.
Man wird direkt mit so vielen Charakteren bekannt gemacht, dass man schnell den Überblick verliert.

Der Kern der Handlung beschäftigt sich mit dem Thema: Was passiert, wenn das Schicksal Menschen aus der Englischen Oberschicht mit Menschen aus der Englischen Unterschicht zusammen bringt?
Es geht um den gravierenden Unterschied zwischen Reichtum aus Geldadel und Reichtum aus Erbadel.

Leider ist sowohl die Handlung des Romans als auch die Darstellung der Charaktere extrem Klischeehaft und ziemlich vorhersehbar.
Es gibt den klassischen übereifrigen Geschäftsmann, der so gerne von der Oberschicht anerkannt werden würde, aber letztendlich nie dazugehören wird.
Dazu seine bescheidene und vernünftige Ehefrau, die versucht ist sein Verhalten aufzuwiegen und sich zeitweise für Ihren Mann schämt.
Zudem ist da noch die Gräfin, welche sich nach außen sehr kühl und unnahbar gibt aber im Endeffekt doch ein ehrliches, weiches Herz zu haben scheint.
Und der faule, hinterhältige Erbe, der mit seinem Verhalten den Namen der Familie beschmutzt. Sein Gegenspieler ist natürlich attraktiv, ehrlich, rücksichtsvoll und intelligent.

Ich glaube noch mehr Klischee geht fast nicht. Das muss nichts schlechtes sein, aber kombiniert mit dieser äußerst durchschaubaren, wenig spannenden Handlung, konnte das Buch mich leider nicht besonders begeistern.

Vielleicht ist dieses Buch unterhaltsam für Leser, die noch nicht viel aus diesem Genre kennen und nicht zu hohe Ansprüche an die Story haben.
Ich fand "Belgravia" keineswegs schlecht aber es hatte einfach nichts besonderes an sich.

Fazit:

Vorhersehbare Handlung, Klischeehafte Charaktere und kein bisschen Spannung.
War mir zu flach und hatte für mich nicht das besondere Etwas eines historischen Romans.
Dennoch kein schlechtes Buch, aber eher seichte Unterhaltung.

Intrigen von der feinsten Art

Von: Schneeflocke2013 Datum : 19.06.2017

schneeflockesbuchgestoeber.blogspot.de

Autor: Julian Fellowes
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10324-1
Erschienen: 2016
Preis: 19,99 €
Seiten: 447


Zitat: "Wir sollten für sie beten." [S.33, Z. 31]


Inhalt:
Sophie Trenchard verehrt einen jungen Mann - Visscount Bellaris - der 1815 fällt. Sie bekommt einen Sohn und stirbt im Kindbett. 25 Jahre später ist genau das die Handlung des Buches. Der Verlauf eines Skandals. Oder auch nicht?
Anne Trenchard und Lady Brockhurst - die Großmütter des jungen Mannes - versuchen alles von ihm fernzuhalten ohne das er weiß weshalb. Und dann gibt es da noch die Liebe...

Meine Meinung:
Julian Fellowes hat eine Geschichte geschrieben die Downton Abbey wirklich das Wasser reichen kann. Verworren, Intrigen, Hass, Liebe, Selbstsucht, Schmerz, Trauer, Nächstenliebe, Geheimnisse wahren. Alles war mit dabei.
Ich habe tatsächlich eine Weile gebraucht mich mit der Geschichte und den Charakteren anzufreunden.
Das lag nicht am Schreibstil - der hat mir gefallen - und auch nicht an den Beschreibungen. Ich bin zwischen den Szenen und Orten durcheinander gekommen. Kam erst nicht so richtig mit wer gerade von wem dran war.

Dieses Familiendurcheinander kann einen aber auch wirklich verwirren.
Von Anfang an im Jahr 1841 gab es Charakter die mir sympathisch waren oder halt auch nicht.
Darunter natürlich auch Mitglieder beider Familien. Einige waren intrigant. Nur auf ihren Vorteil bedacht, doch in der Zeit war das gerade bei den Wohlhabenden normal.
Anne Trenchard und Lady Brockhurst waren sehr unterschiedlich - nicht nur vom Stand her - und doch mochte ich sie.
Lady Brockhurst an Luxus gewöhnt, etwas eitel, spendabel und verliebt in ihren Sohn - Visscount Bellaris - entsprach genau dem damaligen Verhalten. Sie tat was von einer Frau ihres Standes erwartet wurde. Und doch war sie eine trauernde Mutter, die unter dem Verlust ihres einzigen Kindes litt.
Anne Trenchard kam durch das Geschick ihres Mannes höher in die Gesellschaft, doch im Gegensatz zu ihm weiß sie wo ihr Platz ist und versucht nicht auf Gedeih und Verderben weiter zu steigen - um am Ende zu fallen. Sie ist sehr klug, vorsichtig, aufmerksam. Mehr als manche Dame aus der gehobenen Gesellschaft. Sie leidet sehr unter dem Tod ihrer Tochter und dem schlechten Gewissen ihres Enkels gegenüber.
Über den Mann von Lady Brockhurst kann ich nur wenig sagen, doch mit James Trenchard bin ich einfach nicht warm geworden. Ja es gibt ein paar Abschnitte aus seiner Sicht, doch trotz seines Geschicks im Geschäft kann ich nicht sagen, dass ich ihn mag. Vielleicht war er mir einfach zu ehrgeizig. Auch er hat seiner Frau Vorwürfe gemacht was das Geheimnis um den Enkel anging, doch gerade er hat da einiges falsch gemacht und das fand ich nicht in Ordnung.
Charles Pope - die Hauptperson der Geschichte - ist ein junger, kluger und ehrgeiziger Mensch. Sein Herz hat er auf dem rechten Fleck. Und auch wenn er nicht versteht weshalb sich eine so feine Dame wie Lady Brockhurst mit in seinen Geschäften beteiligen will stellt er keine vorlauten Fragen. Ganz Gentleman.
Oliver Trenchard und John Bellasis waren für mich zwei ähnliche, aber doch sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Mögen auch Beide Angst haben. Oliver hat sein Herz wenigstens noch nicht ganz abgeschrieben. Gerade er hat mich sehr positiv überrascht.
Über die Charakter möchte ich aber gar nicht mehr sagen. Mir ist auch klar, dass ich ein paar vollkommen übergehe, doch ich möchte noch kurz etwas über die Geschichte sagen.

Ich bin ein Freund von Büchern aus der hier durchspielten Zeit. Der Autor hat viele Details eingebaut durch die ich mich schnell heimisch gefühlt habe. Die Kleidung, der Stil der Räume, die Möbel, die Rangordnung der hohen Gesellschaft, Anstandsregeln, Geliebte, Standesbewusstsein, Angestellte. All das war so authentisch, realistisch das ich mich richtig wohl gefühlt habe. Die Intrigen kamen nicht zu kurz und auch Spannung war gerade am Schluss sehr viel dabei.
Als ich das Buch zugeklappt habe war ich zufrieden.

Ich suchte nach einem Downton Abbey-Ersatz und fand ihn leider nicht

Von: Franzy Datum : 18.06.2017

franzyliestundlebt.blogspot.de/

Erster Satz
Die Vergangenheit - wir haben es schon oft gehört - ist ein fernes Land, dort gelten andere Regeln.

Meine Meinung
Auch ich bin eine von den Mädels, die das Leben und die Leiden der Familien Grantham und Crawley und deren Angestellten miterlebt hat. Du weißt nicht wovon ich rede? Natürlich von Downton Abbey ♥ Doch es war bekannt, dass diese Serie eine zeitliche Begrenzung hat und so kam ich (wie sicher viele andere Fans) dazu, mir Belgravia genauer anzuschauen. Immerhin hat Julian Fellowes viele Drehbücher der Kultserie geschrieben - da muss doch auch dieses Buch der Wahnsinn sein. So dachte ich zumindest.

Ich weiß nicht wieso, aber das Buch konnte leider nicht so bei mir punkten wie die Serie. Damit das niemand falsch versteht: Es handelt sich hierbei NICHT um das Buch zur Serie und dieses Buch ist auch nicht Vorlage dafür gewesen. Es sind zwei vollkommen unabhängige Geschichten! Lediglich das Hauptthema und das Setting sind gleich. Doch warum finde ich dann nicht beides gleich gut?

Es gefällt mir wirklich gut, wenn bei Serien oder Filmen auf die kleinen Details geachtet wird. Wenn man beim zweiten oder dritten Mal gucken noch etwas Neues entdeckt geht mir das Herz auf. Bis zu einem gewissen Punkt mag ich das auch in Büchern. Allerdings ist der Grat zwischen detaillierter Beschreibung und unnötig langweiliger Ausschweifung da sehr schmal. Leider hat Mr. Fellowes sich oftmals in die falsche Richtung bewegt. Mag es bei Drehbüchern eine Notwendigkeit sein alles auszuschmücken und bis aufs kleinste bisschen zu beschreiben, war es mir hier viel zu viel.

Beim Lesen merkt man sofort, dass sich der Autor mit der Thematik absolut auskennt. Egal ob es sich dabei um das historische England dreht oder das gesellschaftliche Parkett, auf dem die Personen tanzen...Julian Fellowes weiß diese Situationen bestens zu beschreiben. Allerdings sind mir der ein oder andere Dialog doch zu hölzern, was aber auch an der Übersetzung liegen könnte. Ebenso treffen die Charaktere nicht immer meinen Geschmack. Manche sind zu eindimensional und zu wenig beleuchtet, andere wiederrum viel zu kitschig und klischeebeladen. Die Mischung hätte hier ausgeglichener sein können und vielleicht sogar sein müssen.

Fazit
Ein Roman, der als Drehbuch vielleicht besser geeignet wäre. Eine filmische Darstellung hätte mir womöglich positiver im Gedächtnis bleiben können.

Hätte ich Downton Abbey vorher nicht geschaut, wäre mein Urteil eventuell anders ausgefallen. So habe ich beim Lesen aber ständig Vergleiche gezogen, was ich leider auch nicht abstellen konnte.

Wer dieses Genre, Familiengeheimnisse und England im 19. Jahrhundert mag, keine Angst vor Kitsch und sehr detaillierten Beschreibungen hat, wird hier vermutlich ein neues Lieblingsbuch finden!

Julian Fellowes - Belgravia

Von: Lobita Datum : 16.06.2017

buchwolfblog.wordpress.com

Heute möchte ich euch daher einen tollen historischen Roman vorstellen, der mir vom Bertelsmann Verlag zur Verfügung gestellt wurde und den ich in den letzten Wochen gelesen habe. "Belgravia" ist das neue Buch des Autors von Dowton Abbey und darf deshalb in meinem Regal nicht fehlen!

Schon das Cover von "Belgravia" ist ein echter Hingucker im Regal und macht richtig Lust auf das Buch. Es beginnt im frühen 19. Jahrhundert, am Abend vor der Schlacht von Waterloo. Hier lernen wir zunächst die Trenchards kennen, die in den Kriegszeiten einen gesellschaftlichen Aufschwung erleben. So strebt ihre Tochter Sophia nach dem Erben eines Herzogs. Welche weitreichenden Folgen die Begegnung der beiden jungen Leute hat, offenbart sich erst 25 Jahre später und wird zu einem dunklen Familiengeheimnis der Trenchards. Auf der anderen Seite dieser Verbindung steht die Adelsfamilie Brockenhurst, deren Erbe in der Schlacht von Waterloo gefallen ist. Der Zufall bringt die beiden Frauen dieser Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammen und so kommen beide nach und nach der Vergangenheit auf die Schliche.

Meine Meinung:

Zu Beginn hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. So richtig in der Geschichte angekommen war ich erst nach den ersten zwei Kapiteln. Das liegt zum einen daran, dass die Abschnitte des Buches recht lang gewählt sind, denn sie sind eher thematisch sortiert und es gibt nicht einfach nur durchnummerierte Kapitel. Auf der anderen Seite tauchen am Anfang des Buches einfach sehr viele Namen auf, die man sich teilweise einfach nicht merken kann - ich zumindest nicht. Nach einiger Zeit jedoch, ist man voll in der Geschichte verwoben und kann quasi nicht mehr aufhören, bis sich der Knoten aus Familiendramen am Ende löst - ja schier gar platzt.
Wir begleiten hier zwei Familien und einige Einzelkämpfer, deren Geschichten wunderbar herausgearbeitet sind. Zu jedem Charakter hatte ich beim Lesen wirklich ein Bild im Kopf und konnte mir vorstellen, wie sie / er denkt und handelt. Das finde ich gerade bei historischen Romanen sehr wichtig. Das Ende der Geschichte konnte selbst ich allerdings nicht voraussagen und so wurde ich auch - endlich mal - überrascht.
Mit seinen knapp 450 Seiten handelt es sich, für historische Verhätnisse, eher um eine mittellange Geschichte, aber meiner Meinung nach ist alles gesagt. Das Knäul aus Beziehungen wird erst so richtig verwoben, um am Ende dann die große Auflösung zu präsentieren. Einfach herrlich!

Moderner Klassiker

Von: Wortkaefig Datum : 01.06.2017

wortkaefig.wordpress.com

Bookstagram hat mir bereits in den wenigen Monaten, in der ich diese Platform nutze, sehr viel positives beschert. Aus aktuellem Anlass zum Beispiel meine Registration auf dem Bloggerportal. Und vor ca. 2 Wochen habe ich meine erste Buchpost bekommen. Es war dieses schöne Hardcover vom C. Bertelsmann Verlag drin und ich habe mich riesig gefreut. Sofort gelesen habe ich auch (in einem Tempo, das durch Wochenend- und Nachtdienste deutlich reduziert wurde).
Über den Autor: Julian Fellowes sollte jedem, der auch nur ein hauch von Serien- oder Filmjunkie ist, etwas sagen. Downton Abbey, meine Leute. Wenn ihr es nicht kennt, um Gottes Willen, wo lebt ihr denn, es kam sogar in Iron Man 3 vor. So berühmt ist die Serie. So viel davon.
Über die Story: London in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zwei Familien aus verschiedenen Schichten der feinen Gesellschaft mit komplizierten Verhältnissen und einem 25-Jahre-alten Geheimnis, das sie für immer verbindet. Liebe, Intrigen und riesige Vermögen, die auf den richtigen Erben warten.
Was mir gefiel:
Julian Fellowes knows his stuff. Er ist einfach anstandslos in dieser Epoche Zuhause und das spürt der Leser in jedem Satz. Der Roman liest sich wie Hugo oder Tolstoi, wird dabei jedoch den Anforderungen der modernen Leserschaft gerecht. Nicht zuletzt in der Begrenzung. 448 Seiten sind doch leichter zu verdauen als 800+. (Ja, Schande über mein Haupt, bin jeweils 2x an Les Miserables UND Krieg und Frieden gescheitert)
Komplexe Figuren, die wir im Laufe der Geschichte kennen und mögen lernen können.
Die Story selber. (Wort der Vorwarnung, wird auf in der nicht gefallen Kategorie vorkommen) Es kam Spannung auf. Die Handlung bewegt sich sehr Flüssig voran und der Leser wird förmlich in diesen Sog gerissen. Ich war gespannt auf das Ende.
Die Aufmachung. Ein wirklich schickes Buch. Ich bin eher pro-Paperback, aber Mal so ein Hardcover in der Hand halten ist auch ganz nett.
Was mir nicht gefiel:
Eben jetzt wieder: die Handlung. Es hat mir an Komplexität gefehlt. Eine nette Geschichte, aber am Ende lässt sie sich in ca. 3 Sätzen zusammenfassen. Zwar verschiedene Blickwinkel, aber letztendlich ein Handlungsstrang. Es hätte ein bisschen MEHR reingepasst.
Für wen und für wann: Für Downton Abbey Fans, Jane Austen Mädchen und für alle die gerade ein ganz böses Buch gelesen haben und jetzt etwas beruhigendes möchten. Oder für jemanden, der sich nicht an die alten Klassiker wagt und das gleiche Gefühl mit moderner Lektüre heraufbeschwören möchte.

Intrigen im Nobelviertel

Von: Katha Datum : 27.05.2017

https://kathalogisch.wordpress.com/

Die Familie Trenchard, geführt von dem ehrgeizigen Bauleiter James Trenchard, befindet sich im Jahr 1841. Als vor 25 Jahren die Tochter Sophia bei der Geburt ihres unehelichen Sohnes Charles stirbt, versucht das Paar Trenchard alles, um den Ruf der Tochter zu beschützen und gibt das Kind weg. Doch als jetzt Anne Trenchard bei einem Nachmittagstee die Mutter des im Krieg gefallenen Vaters ihres geheimen Enkels trifft, beschließt sie, dass sie ihr Geheimnis nicht länger ungeteilt lassen kann – und damit gerät der Stein ins Rollen.

Vermutlich gehöre ich, wie viele Leser dieses Romans, zu den großen Downton Abbey Fans, die gespannt waren, was Drehbuchautor Julian Fellows noch zaubern kann. Bereits beim Lesen des Klappentextes wurde mir schnell klar, dass es gewisse Ähnlichkeiten mit der preisgekrönten Serie haben würde – besondern in Hinblick auf die Upstairs-Downstairs-Perspektive.

Ein großes Lob geht an die wunderbare Covergestaltung: Ein schlichtes, aber auch edles Design welches das noble Belgravia Viertel in London mit Passanten und Kutschen darstellt und zweifelsohne ein Blickfang ist, der mich angelockt hat. Andererseits muss ich sagen, dass die gebundene Ausgabe des Buches recht dicke Seiten hat und sich das Buch als etwas schwerer erweist, als erwartet.

Julian Fellows hat einen angenehm leichten und etwas blumigen Schreibstil, der besonders die Dialoge sehr angenehm zu lesen macht – sehr lebhaft und spritzig. Ganz deutlich wird auch Fellows jahrelange historisch-gesellschaftliche Expertise nach Downton Abbey, aber auch seinen beiden anderen Romanen „Eine Klasse für sich“ und „Snobs“, so dass er hervorragend das dekadente Leben des Hochadels, die Fauxpas der Emporstrebenden und die Lästereien unter den Dienstboten einfangen kann und ein bisschen an „Vanity Fair“ erinnert. In diesem Punkt hat mich Belgravia gut überzeugt, da ich schon enige Bücher in dieser Periode gelesen habe, war ich positiv überrascht: es wirkt historisch wirklich gut authentisch. Natürlich erkennt man auch eine starke Analogie zu Downton Abbey.

Die Figuren hingegen sind sehr unterschiedlich: Manche sind sehr eindimensional und es wird sofort klar, ob sie böse oder gut sind und dass sich dies innerhalb des Romans nicht ändern wird. Diese klassische Besetzung vom Sweetheart, der Zofe, die sich für etwas besseres hält, den verwöhnten reichten Kindern und dem Schurken macht den Roman in Teilen wirklich kitschig. Natürlich mag ich den Roman nicht die ganze Zeit mit Downton vergleichen, aber was mir in der Serie durchaus gefallen und hier gefehlt hat, war dass auch mal das „Böse“ eine gewisse Oberhand hat und es auch dunkle Episoden gab.

Andererseits gibt es durchaus ein paar Figuren, deren Charakter sich ändert und entwickelt, zwar um keine 180 Grad Drehung, aber etwas und die mir recht sympathisch geworden sind. Doch wie bei den Figuren, fehlt mir auch in der Storyline öfters die Tiefe: Die Handlung spielt häufig an der Oberfläche und wirkt manchmal trotz der blumigen Sätze ein wenig wie ein Drehbuch. Nach längerem Überlegen wurde mir auch klar, wie ich dieses ambivalente Gefühl zu diesem Buch am besten ausdrücke: Die Gesichte ist mehr eine Strandlektüre als ein satter Roman, aber ich denke, dass sie in den Händen von ein paar Darstellern und Darstellerinnen zu noch besserem, tieferem und emotionaleren Material werden können. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, da ich in der Geschichte Potential erkenne und sie mich manchmal wirklich mitreißen konnte, aber das gewisse Etwas (vielleicht auch das gewisse „Dunkle“) fehlt. Tatsächlich wäre ich sehr neugierig, wie „Belgravia“ filmisch umgesetzt seien würde, weil ich überzeugt davon bin, dass es mehr aus der an sich ganz interessanten Story machen könnte.

Zu guter letzt möchte ich mich beim Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitsstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.

Fazit: Eine nette, unterhaltende und leichte Lektüre mit guter historischer Exertise, die sich flott lesen lässt, aber meines Erachtens als Film mehr Wirkung hätte entfalten könne, statt in Form eines Romans. Leider fehlte mir die ausreichende Tiefe. 3 von 5 Sternen

EINE Reise in die Vergangenheit

Von: Charlene Datum : 25.05.2017

mylittlebookpalace.weebly.com

Handlung: ' Belgravia ' spielt im 19 Jahrhundert der ganz reichen, wohlhabenden und adligen: Ihr Leben besteht aus großen Bällen, Intrigen und Geheimnissen. Es gibt viele Familien, die sich untereinander nicht ausstehen können oder lieben. Verbotene Liebe, die nicht sein darf, da die Verliebten nicht den gleichen Stand in der Gesellschaft haben. Es ist alles mit dabei, was man sich für die Reichen des 19 Jahrhunderts. Dienstboten, Adlige und Unternehmer sind natürlich auch dabei.

Orte: Natürlich haben mir die orte gefallen, ich meine das alte England muss man doch einfach mögen, mit den großen Villen und Ballsälen. Mir gefallen einfach alte Häuser mit ihrer besonderen Architektur und die Kutschen und alles drum und dran. Ich konnte mir diese Orte richtig gut vorstellen, weil es auch tolle Beschreibungen gab.

Personen: Es gab einfach zu viele Personen um jetzt einzeln welche vorzustellen, es sind einfach immer neue Familien mit ihren Angehörigen dazugekommen. Natürlich mochte ich einige Personen mehr und andere weniger, aber es waren wirklich sehr gute Charaktere dabei.

Schreibstil: Den Schreibstil fand ich richtig gut und die Seiten sind gerade zu dahingeflogen, da man es so schnell lesen konnte, was bei Büchern die in der Vergangenheit spielen nicht immer so ist und trotzdem ist dieses Buch meiner Meinung nach trotzdem sehr autenthisch. Es wurden außerdem tolle Dialoge mit eingebaut.

Gestaltung. Ich finde dieses Buch passt wirklich genau zu der Gestaltung, da es sehr elegant aussieht und dunkelblau verbinde ich persönlich immer mit dem Adel und Reichtum und dann kommt ja auch noch der goldene Schriftzug mit dazu, ich finde das passt einfach genau zu diesem Buch.

Geschichte: es gab viele Zeitsprünge, aber ich mag Zeitsprünge also fand ich das persönlich sehr gut. Es gab einfach immer wieder neue Familien, Leute und Geschehenisse, weswegen das Buch auch nicht wirklich langweilig wurde, außer an ein paar Stellen, die man aber nicht erwähne muss.

Fazit: Ich fand das Buch wirklich gut, ich liebe Bücher die in der Vergangenheit spielen und die Themen Reichtum und Vorurteile der Gesellschaft behandeln und das hat der Autor auch wirklich gut gemacht. Die Gestaltung ist sehr gut gewählt und auch der Schreibstil war super. Allgemein bin ich begeistert von dem Buch weshalb ich auch 5 von 5 Sternen gebe.

Im Schatten des Meisterwerkes

Von: Rosenmadl Datum : 22.05.2017

visionsofbeautyandmore.blogspot.de/

Inhalt:

London im Jahre 1841: James Trenchard hat sich einen gewissen Wohlstand erarbeitet und dies tröstet ihn über all die leidlichen Jahre hinweg. Nur der Tod seiner Tochter vor über 25 Jahren wird nie aus seinem Gedächtnis verschwinden. Sie starb bei der Geburt ihres Sohnes. So sahen sich die Trenchards gezwungen den Jungen einem Geistlichen zu übergeben. Doch wie lange kann dieses Geheimnis noch bewahrt werden?


Meine Meinung:

Da mir "Downton Abbey" so unglaublich gut gefallen hat war ich natürlich extrem neugierig auf das neueste Werk des Autors. Man merkt sofort, dass er sich darüber Gedanken gemacht hat, wie er ein ähnlich interessantes Szenario erwirken könnte. Und obwohl die Geschichte und auch die Protagonisten natürlich ganz anders erscheinen wie in seinem älteren Buch, erkennt man auf den ersten Seiten schon die vielen Parallelen. Im Endeffekt ist dies eine kleine Fortsetzung seines Meisterwerks nur mit anderen Charakteren, schlechteren Ausführungen und kaum interessanten Szenen. Die Vorhersehbarkeit war mir von Anfang an klar und mich konnten kaum noch Dialoge oder auch Situationen aufheitern oder hervorstechen.

Ich möchte damit sagen, dass mich die Geschichte einfach nicht mitreißen konnte und weder die Adelsherrschaften noch die Bediensteten für außergewöhnliche Auftritte sorgten. Keineswegs ist der Schreibstil schlecht, nein er konnte mich absolut mit in die Zeit reisen lassen, aber dennoch fehlten mir so einige AHA-Erlebnisse oder unvorhersehbare Ereignisse. Für mich kamen die meisten Personen in "Belgravia" plump und platt vor und ständig ein Gezeter und Gemaule, ein Hintergehen und Belügen.

Charles hätte doch auch schon längst erkennen müssen, wer sich da um ihn so stark bemüht. So naiv kann man ja schon fast gar nicht mehr sein. Und auch andere Protagonisten kamen mir entweder verlogen, lieblos oder gar bösartig vor. Natürlich sollte dies nicht dazu beitragen einen guten Roman zu bewerten. Aber wenn einem Leser nur solche Banalitäten oder unzufriedene Personen begegnen, dann macht es einfach nur halb soviel Spaß.


Fazit:

Für mich ein kleiner Flop, aber vielleicht auch kein Wunder, wenn man "Downton Abbey" gewöhnt ist. Die Geschichte konnte mich keinesfalls überzeugen, die Charaktere werde ich nicht vermissen und auch das Gesamtwerk wird nicht in meinen Erinnerungen verweilen. Einzig allein der gute Schreibstil und die düstere Atmosphäre des faszinierenden London zu jener Zeit haben mich nicht im Stich gelassen. Daher vergebe ich noch gute


3 Sterne !

Tolle Geschichte

Von: EvaMaria Datum : 20.04.2017

https://buecherfansite.wordpress.com

Ich, als Fan von Geschichten aus dem 19. Jahrhundert und natürlich auch von Downtown Abbey, wollte dieses Buch unbedingt lesen, denn solche Geschichte gefallen mir im Normalfall immer sehr gut.
Hier erzählt uns der Autor, die Geschichte von Sophia und Edmund. Die beiden durften sich in der damaligen Zeit nicht lieben, denn sie kommen aus unterschiedlichen Familien. Edmund gehört einer Adelsfamilie an und Sophia einer Arbeiterfamilie. Am Abend des Balles gibt es auch die Schlacht um Waterloo und danach ist nichts mehr, wie davor, denn beide Familien haben mit den Umständen der Schlacht zu kämpfen.
Ich fand das Buch toll, denn der Autor hat uns mit einer wirklichen tollen, sehr bildhaften Sprache in die tolle Welt von damals entführt. Er hat eine wirklich tolle Atmosphäre geschaffen, die wunderbar für den Leser ist und in der man sich sofort wohlfühlt.
Die Handlung hat mir gut gefallen. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, was die Schlacht für Nachwirkungen für jeden der erwähnten Personen hatte. Sehr schön.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es sehr passend für eine Geschichte aus vergangener Zeit. Es war zwar stellenweise etwas zäh zu lesen, da es sich ab und an doch etwas gezogen hat. Aber im Großen und Ganzen war das Buch genau mein Ding. Es war für mich auch kein Buch, dass man schnell lesen kann, denn man muss schon die Atmosphäre auf sich wirken lassen.
Fazit:
5 von 5 Sterne. Klare Kauf – und Leseempfehlung.

Wundervolle, leicht vorhersehbare Geschichte im Downton-Abbey-Stil

Von: Anne Datum : 03.04.2017

anne-hearts-life.de/

Die Handlung

Die junge Sophia Trenchard, die Tochter von Anne und James Trenchard, hat es geschafft, eine Einladung zum Ball am Vorabend der Schlacht von Waterloo zu ergattern. Auf diesem Ball ist auch der junge Edmund Bellasis, auf den Sophia schon länger ein Auge geworfen hat. Die Nacht verläuft jedoch anders als geplant. Edmund stirbt in der Schlacht von Waterloo und auch Sophia stirbt einige Monate später.

Die eigentliche Handlung der Geschichte setzt 25 Jahre später ein. Sophias Mutter, Anne, hütet bis heute ein wohl behütetes Geheimnis. Und auch Edmunds Mutter quält sich mit dem Gedanken, dass sie, wenn sie stirbt, nichts hinterlassen wird – denn Edmund war ihr einziges Kind.

Beide Damen treffen aufeinander und aus dem Geheimnis wird ein gemeinsames Ziel, das den jungen Charles Pope betrifft: ein junger und engangierter Unternehmer, der mit eigenen Hoffnungen und Wünschen in die Londoner Gesellschaft eintritt und da für große Veränderungen sorgen wird. Und nicht alle in seinem Umfeld sind ihm wohlgesonnen..

Meine Meinung
Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut, da ich den Autoren aus einer meiner Lieblingsserien – Downton Abbey – kenne. Ich hatte mir eine Geschichte erhofft, die mich ein wenig an Downton Abbey erinnert und mir etwas in dieser Richtung gibt. Und ich wurde glücklicherweise nicht enttäuscht.
Julian Fellowes hat eine wunderbare Geschichte geschaffen, bei der man mitfiebert und mitleidet. Die Charaktere sind ähnlich wie in Downton Abbey nicht nur Personen der oberen Gesellschaftsschicht – wir begegnen so u.a. auch einer verbitterten Zofe, die sich etwas dazu verdienen möchte oder einem geldgierigen Butler. Die Charaktere waren fast alle gut in die Kategorien „schwarz“ und „weiß“ bzw. „gut“ und „böse“ einzuteilen, was ich ein wenig schade fand, mich aber gleichzeitig auch nicht wirklich gestört hat. Man fand die richtigen Personen sofort sympathisch, und die anderen mochte man auf Anhieb nicht. Das lag natürlich an der etwas einseitigen Sicht- und Erzählweise des Autors, was mich aber – wie gesagt – nicht gestört hat.
Eine Person fand ich persönlich besonders interessant, da sie die Einzige war, die eigentlich den „Bösen“ angehört, dennoch aber einige Sachen gemacht hat, die die Geschichte in eine völlig andere Richtung gebracht haben. Wer genau das war, möchte ich natürlich nicht verraten, ich denke aber, die meisten, die dieses Buch gelesen haben, wissen wohl von wem ich spreche. Bis zum Schluss bin ich mir noch sehr unsicher, ob ich diese Person nun mag oder nicht – und das bewerte ich durchaus positiv.
Die Charaktere waren demnach nicht unbedingt allzu vielseitig, das mussten sie aber in dem Buch auch nicht sein. Denn das Buch ist mit seinen 450 Seiten relativ kurz und wird durch die Geschichte gut ausgefüllt, auch ohne dass die meisten Personen große Verwandlungen oder innere Konflikte durchleben müssen. Der Anfangsteil ist etwas lang geraten, des dauert ca 100 Seiten, bis es endlich so richtig losgeht, danach nimmt die Geschichte aber absolut an Schwung auf.
Der Schreibstil von Julian Fellowes ist unheimlich flüssig. Die Seiten sind bei mir nur so dahingeflogen. Das Buch lässt sich damit sehr leicht, flüssig und schnell durchlesen.
Ein weitere absolut positiver Punkt ist das wundervolle Cover, das zwar mit der Geschichte an sich nichts zu tun hat, aber dem Buch einen ganz tollen Flair gibt. Ich freue mich sehr, dass das Buch jetzt so bei mir im Bücherregal stehen kann, denn es macht eindeutig etwas her.
Die Geschichte war von der Grundidee toll: Zwei Großmütter, die ein gemeinsames Geheimnis haben, der Wunsch, einer bestimmten Person ein gutes Leben zu ermöglichen und all die gesellschaftlichen Folgen, die eine Enthüllung haben würde. Auch wenn beide Frauen nicht unbedingt am gleichen Strang ziehen, ziehen sie zumindest nicht am gegenteiligen Ende. Dafür gibt es genug Gegenspieler aus verschiedenen Lagern, die anfangs ähnlich ahnungslos sind, wie der Leser und versuchen, unseren „guten“ Personen so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen.
Der Leser selbst merkt jedoch schnell, was Sache ist. Nach gut 50 Seiten habe ich mir schon ausmalen können, wie die Geschichte wohl enden wird. Das war dann tatsächlich so auch der Fall, sodass es einen kleinen Minuspunkt hierfür gibt. Die Geschichte war sehr vorhersehbar und hielt kaum Überraschungen für den Leser bereit, das habe ich persönlich aber hier auch gar nicht erwartet.
Wer also eine Geschichte mit plötzlichen Wendungen, Schock-Momenten und Überraschungen sucht, der ist hier eher falsch. Für alle anderen, die Fan von solchen Geschichten sind, ist das Buch genau das richtige.
Mir hat das Buch absolut gefallen und es war glücklicherweise genau das, was ich erwartet habe. Das Buch ist übrigens meiner Meinung nach auch für Leute, die gerne mal in die Richtung historische Bücher reinschnuppern möchten, sehr gut geeignet: die historischen Fakten werden nur nebenbei erwähnt, die Geschichte liest sich toll und an Drama fehlt es dem Buch auch nicht.
Von mir also eine klare Leseempfehlung!

Meine Bewertung

4 von 4 Sternen

Trotz Startschwierigkeiten dennoch überzeugend

Von: eulenmatz liest Datum : 29.03.2017

https://eulenmatz-liest.com/

INHALT:
Belgravia beginnt am Vorabend der Schlacht von Waterloo, dem 15. Juni 1815, als in Brüssel die Herzogin von Richmond einen prächtigen Ball für den Herzog von Wellington gibt. Kurz nach Mitternacht kommt die Nachricht, dass Napoleon unerwartet die Grenze überschritten hat. Wellington und seine Truppen müssen umgehend in die Schlacht ziehen. Eingeladen zum Ball sind auch die Trenchards, die durch Geschäfte mit der Armee reich geworden sind. Auf ihre schöne Tochter Sophia hat Edmund Bellasis, der Sohn und Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, ein Auge geworfen. Nach diesem Abend wird nichts mehr so sein wie zuvor. Fünfundzwanzig Jahre später werden die beiden Familien noch immer von dem dunklen Geheimnis verfolgt, das am Vorabend der Schlacht von Waterloo seinen Anfang nahm.

MEINUNG:
Das Buch stammt aus der Feder von Downton Abbey Schreiber Julia Fellowes. Ich habe die Serie selbst nicht gesehen, da ich mich noch so richtig an historische Serien ran getraut habe und auch noch unsicher war, ob es etwas für mich sein könnte.

Ich hatte mit dem Einstieg in das Buch etwas zu kämpfen, da ich mich erst in die Zeit und den Schreibstil einfinden musste. Bis dahin fand ich es auch noch relativ unspektakulär. Julia Fellowes schafft es allerdings die historische Atmosphäre einzigartig zu transportieren. Zumindest entspricht es meinen Vorstellungen von der Zeit.

Zunächst war ich auch etwas verwundert über die Konstruktion der Geschichte, denn das dunkle Geheimnis, welches im Klappentext angesprochen wird, ist eigentlich relativ schnell klar und es ist auch beiden Familie relativ schnell klar. Für mich war zunächst nicht klar, was da ja jetzt noch kommen soll, wo doch das Geheimnis schon so früh offenbart worden ist, aber man täuscht sich. Die Geschichte nimmt dann langsame an Fahrt auf.

Auf jeden Fall ist ein Buch mit großen Emotionen, wie Liebe, Hass, Vertrauen und vor allem Ehrgefühl und es vermag auch diese sehr gut zu transportieren. Mit dem besagten Ehrgefühl habe ich in historischen Romanen immer so meine Schwierigkeiten, weil ich das einfach häufig nicht nachvollziehen kann. Vor allem dann nicht, wenn die seine eigene Ehre oder die der Familie vor alles andere stellt, auch vor die Wahrheit. Es ist natürlich interessant zu lesen, aber so richtig hineinversetzen kann mich häufig nicht.

FAZIT:
Trotz einiger Startschwierigkeiten, konnte mich das Buch dennoch überzeugen und ich hatte das Gefühl meinen Horizont auch wieder ein Stück weit erweitern zu können.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Very British

Von: Lisa Datum : 28.03.2017

ilovebooks4e.blogspot.de

Julian Fellows dürfte allen spätestens seit Downton Abbey bekannt sein.

Ich selbst bin ja eher ein Fan der späteren Stunde.

Aber ich liebe diese Serie sehr!




Darum war ich auch sehr gespannt auf sein neuestes Buch.

Und ich wurde nicht enttäuscht.

Belgravia ist genau so wie ich es erwartet hatte.

Die Sprache, die Geschichte, die Hintergründe, die Intrigen, die Figuren...

Das Zusammenspiel von allem ist einfach wunderbar und besticht mit seiner britischen Art.




Wie auch Downton Abbey, ist auch Belgravia am Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt.

Das Ganze Setting des ersten Weltkrieges, die Gefühle...das alles macht die Geschichte noch viel interessanter.




Die Personen werden auch super dargestellt!

Typisch für diese Zeit, lustig, hochnäsig, intrigant,...

Und durch dieses große Geheimnis, das die beiden Familien über Jahre hinweg verbindet, ist das alles auch noch spannend und man möchte einfach erfahren wie es mit den Protagonisten weitergeht.




Ich finde Julian Fellows sprachliches Talent einfach göttlich!

Passend zu der Zeit, aber dennoch auch von Humor durchzogen. Es wirkt einfach auch nicht langweilig und total abgehoben. Sondern erfrischend, sodass man nur so durch die Geschichte gezogen wird.

Man denkt nicht permanent was das eigentlich für eine alte Aussprache ist.

Ein muss für alle Fans von Downton Abbey!

Von: atomicleonie Datum : 27.03.2017

https://atomicleonie.blogspot.de/

Guten Tag ihr lieben,

heute rezensiere ich für euch den Roman „Belgravia“ von Julian Fellowes, in dem Buch geht es um Sophia Trenchard und Edmund Bellasis und ihr Erbe.

Kurze Inhaltsangabe:

Das Buch beginnt mit dem Legendären Ball der Countess of Richmond in der Nacht vor der Schlacht bei Waterloo. Dort werden zur Verwunderung aller Mr Trenchard mit Tochter und Frau eingeladen. Denn Mr. Bellasis, der Neffe der Countess of Richmond, hofiert mit Sophia, der Tochter von Mr Trenchard.  Die Haupthandlung des Buches spielt allerdings fünfundzwanzig Jahre nach der Schlacht bei Waterloo, bei der Mr Edmund Bellasis gefallen ist.

James Trenchard ist mittlerweile ein berühmter und erfolgreicher Bauunternehmer und kein Quartiermeister mehr.  Seine Tochter ist kurz nach der Schlacht bei Waterloo gestorben. Und mit ihren Tot, begann ihr größtes Geheimnis zu Leben.

Eigene Meinung:

Ein sehr spannendes Buch, was mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Obwohl man merkt, dass Fellowes für gewöhnlich Drehbücher für Filme und Fernsehserien schreibt. Als Fan der Hit Serie Downton Abbey war dieses Buch für mich natürlich ein Highlight. Und das Obwohl die Charaktere in „Belgravia“ einen sehr stark an die Charaktere in Downton Abbey erinnern.
Julian Fellowes nimmt einen mit in eine längst vergangene Zeit. Die Zeit der Upperclass von Belgravia. Er beschreibt die Figuren von Kopf bis Fuß Detailliert und bringt sie somit für die Leser zum leben.

Deshalb gebe ich dem Buch 5 von 5 Sternen!!!!! Und kann es jedem Fan von Historiendramen und Kostümfilmen empfehlen!


Vielen Dank fürs Lesen. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.
Eure Leonie :)

Versetzt den Leser in die Vergangenheit

Von: Silly2207 Datum : 09.03.2017

worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Während Napoleon direkt vor den Toren Waterloos steht, findet im Hause der Duchesse of Richmond, Lady Brockenhurst, ein großer Ball statt. Zu aller Überraschung sind auch James Trenchard und seine Familie eingeladen, sehr zum Missfallen seiner Frau Anne und zur Freude seiner Tochter Sophia. Diese glaubt in dem Sohn der Fürstenfamilie, Edmund Brockenhurst, ihre große Liebe gefunden zu haben und hofft, dass er ihr hier vor aller Augen den Hof macht. Doch da gibt es ein Problem, die Trenchards sind zwar reich, aber das nur, weil James sehr geschickte Geschäfte abwickelt, Edmund hingegen gehört zum Hochadel und wird eines Tages Fürst, denn er ist der einzige Nachkomme der Brockenhursts. Doch es kommt ganz anders als gedacht, denn schon während des Balls kommt es dazu, dass die Männer unverzüglich aufbrechen und in den Kampf ziehen müssen. Edmund fällt und Sophia bleibt mit einem Geheimnis zurück, sie ist schwanger, jedoch stirbt sie bei der Geburt des Kindes. Die Trenchards geben den Jungen in eine Pfarrerfamilie, wo er aufwächst. 25 Jahre später treffen Lady Brockenhurst und Anne Trenchard wieder aufeinander und Anne plagt das schlechte Gewissen.
Meine Meinung:
Dieses Buch versprüht gleich von der ersten Seite an eine so dichte Atmosphäre, dass ich mich regelrecht in die Zeit zurückversetzt fühlte. Dabei schreibt Fellows in einem Stil, der nicht nur den Flair der Zeit hervorragend wiedergibt, sondern einen direkt einfängt, dabei wirkt es aber weder abgehoben noch zu gekünstelt. Sprachlich mit einem eher gehobenen Stil, dabei trotzdem gut verständlich und flüssig hat mir dieses Buch sehr gut gefallen.
Spannend sind auch die Beziehungen im Adel untereinander zu beobachten. Dabei musste ich allerdings ein wenig aufpassen, denn hier sind schon sehr viele Verzweigungen der Adelsfamilien aufgeführt und ich musste gerade zu Beginn immer wieder überlegen, wer zu wem gehört und wer mit wem etwas hat oder verbändelt werden soll. Doch auch das ist absolut glaubhaft, denn es war ja zu der Zeit gang und gäbe, dass der Adel nur untereinander verbunden werden durfte und dann Familien, wie die Trenchards, zwar reich, aber trotzdem nicht besonders angesehen waren. Dabei beschreibt er geschickt, mit welchen Geheimnissen, Intrigen und anderen Machenschaften es im Adel hoch hergeht.
Auch das Setting ist sehr atmosphärisch, die Beschreibungen sind zwar so detailreich, dass ich die prunkvollen Häuser direkt vor mir sehen konnte, aber es wirkt dabei nicht zu überladen oder zu ausschweifend, dass es langweilig werden könnte. Dabei ist auch die Erzählform des personellen Erzählers perfekt gewählt, denn dieser liefert bei der Erzählung ein so lebhaftes Kopfkino, dass ich schon den Eindruck hatte, einen historischen Film anzuschauen.
Die Charaktere in diesem Roman sind sehr zahlreich, sei es die Adelsfamilie der Brockenhursts oder die Trenchards und natürlich mit der zahlreichen Dienerschaft dergleichen. Jeder Charakter wurde detailliert, aber auch sehr glaubhaft dargestellt. Dabei sind die einzelnen Charakterzüge geschickt ausgefeilt und jeder wirkte authentisch. Besonders spannend fand ich die beiden Damen des Romans, Lady Brockenhurst und Anne Trenchard, wobei ich die unterkühlte, versnobte Art der Lady Brockenhurst so richtig nachspüren konnte. Anne hingegen war mir sehr sympathisch, bodenständig, trotz allen Reichtums, mit einem guten Gespür und viel Empathie. Ich könnte hier noch einige weitere Charaktere nennen, die ich mochte und umgekehrt, denn dieses Buch lebt von den Charakteren.
Mein Fazit:
Ein gelungener Roman, der die Zeit, in der er spielt, wunderbar spiegelt. Seien es gesellschaftliche Normen und Regeln oder Intrigen, Lügen und Geheimnisse, alles ist hervorragend aufeinander abgestimmt und eingestimmt. Ein Buch für Freunde gehobeneren Sprachstils und historischen Romanen dieser Zeit, die Ränkespiele mögen.

Historie und Fiktion ergeben ein Ganzes voller Spannung und Leidenschaft

Von: Gudrun Datum : 26.02.2017

https://testerblog.jimdo.com/

Als bekennender Downton-Abbey-Fan war Julian Fellowes "Belgravia" natürlich ein Muss für mich. Dementsprechend hoch war auch meine Erwartungshaltung, die in keinster Weise enttäuscht wurde.



Schon das Cover besticht durch seine ideale Farb- und Bildgebung und lässt Interessantes, Wissenwertes und Großartiges erahnen und macht neugierig auf Geschichte. Hier beziehe ich Geschichte erstens im Sinne historischer Begebenheiten und zweitens die Geschichte der Handlung an sich. Das, was das Cover verspricht, hält der Inhalt auch voll und ganz.



Die Schreibweise versetzt einen von Beginn an in damalige Zeiten lässt ein lebhaftes und detailreiches Bild entstehen. Sehr gelungen sind die Informationen, die zu Land und Leuten, den örtlichen Gegebenheiten und zur Politik gegeben werden. Hier gibt es auch äusserst interessante Details zu Land und Leuten sowie deren Gepflogenheiten von Indien. Auch die Darstellung der damals üblichen Handlungsweisen, Traditionen, Geschäftsgebaren und dessen Zusammenhänge sowie Lebensentwürfe sind gekonnt in die fiktiven Szenerien verwoben, so dass diese Geschichtslektion eine wahre Freude ist und fest verankert werden kann.

Die Erläuterungen zu den Vorkommnissen werden dem Leser auch immer wieder durch kurze Einblendesequenzen, die den Tatbestand von einer anderen Seite ausleuchten, nähergebracht. Ebenso verhält es sich mit den Zeitsprüngen, die die Geschichte immer mal wieder von mehreren Seiten zeigt und aus allem ein Ganzes macht. All dies und auch der Umgang mit Familiengeheimnissen geben eine brisante und spannende Mischung, bei der man als Leser erpicht darauf ist, diese zu erkunden.



Die Charaktere werden lebhaft und eingängig dargestellt, dass man sich in deren jeweiligen Gedankengängen und Handlungsweisen gut hineinversetzen kann. Sowohl die oftmals pikierten wie auch die eitlen oder auch neidvollen und intriganten Mitwirkenden werden in den jeweiligen Rollen hervorragend in Szene gesetzt. Man spürt die Gefühlsregungen förmlich.

Oftmals musste ich vor mich hinschmunzeln, weil der Snobismus, der gerade in der höheren Gesellschaft ja fast schon dazugehörte, schier aus den Zeilen trieft....also wirklich extrem spürbar war.

Das Verständnis für die damaligen Verhältnisse wird durch die authentischen Bilder vollauf geweckt.



Das Buch befasst sich mit vielerlei Emotionen und Wesenszügen, wie beispielsweise Liebe, Hass, Vertrauen, Misstrauen, Verrat, Neid, Intrigen, Skrupellosigkeit, Ehrgefühl, Sitte, Traditionsdenken, Standesdünkel, Eifersucht und noch vielen mehr und gibt die daraus resultierenden Konsequenzen und Verhaltensweisen gekonnt wider.



Die Spannung, die sich bereits zu Beginn aufbaut, verstärkt sich immer mehr und mehr und lässt einen das Buch nicht mehr beiseitelegen.



Mein Fazit: Historie und Fiktion ergeben ein Ganzes voller Spannung und Leidenschaft

Willkommen in der schillernden Welt von Belgravia

Von: Poesielos Datum : 03.02.2017

https://poesielos.blog/

Manche Epochen faszinieren ungemein und das viktorianische Zeitalter gehört da definitiv zu. Sei es wegen der Kleidung, dem industriellen Wandel, der Standesunterschiede, die sich allmählich verringern… das 19. Jahrhundert ist voll mit spannenden Facetten. Genau in diese Zeit nimmt Julian Fellowes den Leser in seinem Roman Belgravia mit, der hauptsächlich im gleichnamigen Londoner Stadtteil angesiedelt ist. Die Geschichte folgt zwei Familien, den Trenchards und Brockenhursts. Beide Familien könnten nicht unterschiedlicher sein: Die Trenchards sind eine im Aufstieg begriffene Kaufmannsfamilie, während die Brockenhursts eine alte britische Adelsfamilie sind. Das erste Mal kreuzen sich die Geschicke der beiden Familien beim legendären Ball der Herzogin von Richmond am 15. Juni 1815, der nur wenige Tage vor der Schlacht bei Waterloo gegeben wird. Die Ereignisse an diesem Tag holen die Familien gut fünfundzwanzig Jahre später bei einer zufälligen Begegnung von Anne Trenchard und Lady Brockenhurst beim Tee wieder ein und stellen vieles auf den Kopf.

Sechs Staffeln lang habe ich unheimlich gerne die Schicksale der Crawley Familie sowie ihrer Bediensteten in Downton Abbey verfolgt und war doch traurig, als die Serie beendet wurde. Umso schöner, dass von Fellowes ein Roman mit ähnlichen Thematiken erschienen ist! Belgravia geht dabei zwar etwas weg von der Formel, die Geschehnisse in der Familie und im Dienstbotentrakt zu zeigen, aber die beiden Familien reichen so bereits für ordentliches Drama aus. Denn: Der ganze Roman dreht sich um ein Geheimnis, dass eigentlich keines ist. Nur dank falschen Entscheidungen, Missverständnissen, Intrigen und und und bauscht es sich unnötig auf und braucht einiges an Seiten, um wieder entwirrt zu werden. Als Leser ist das teilweise sehr anstrengend, weil man die ganze Zeit über mehr weiß als die Protagonisten.

Für mich ist das mit einer der größten Minuspunkte an Belgravia, denn es kommt einfach keine Spannung auf. Die Geschichte bleibt konstant vorhersehbar und ich wollte die meiste Zeit die Protagonisten nur schütteln. Die beiden Frauen, Anne Trenchard und Charlotte Brockenhurst, machen da Gott sei Dank mit ihrer herrlichen Art wieder einiges wett. Allgemein machen die weiblichen Charaktere in diesem Roman viel mehr Spaß als die männlichen! Denn obgleich die sozialen Gegebenheiten ihnen häufig die Hände binden, finden sie trotzdem eine Möglichkeit sich zu behaupten und ihren eigenen Weg zu gehen.

Fellowes‘ Schreibstil wirkt auf den ersten paar Seiten vielleicht noch etwas sperrig, aber ist der beschriebenen Zeit absolut angemessen und man gewöhnt sich schnell daran. Vor allem die Standesunterschiede werden durch die gewählte Sprache noch einmal deutlich verstärkt, ebenso wie die unterschiedlichen Generationen innerhalb der Familien.

Belgravia bietet zwar keine großen Überraschungen, der Einblick in diese ganz eigene Welt innerhalb der 1840er ist Fellowes dennoch gut geglückt und man fiebert mit den Protagonisten dem glücklichen Ende entgegen. Ich hätte mir gewünscht, dass man vielleicht noch etwas mehr vom sozialen Leben außerhalb der Familie sieht und die Dienstboten etwas mehr in den Hintergrund treten… Tatsächlich glaube ich fast, dass diese Geschichte als Film besser funktionieren würde. Für einen grauen Sonntag ist diese kurze Reise ins viktorianische Belgravia aber absolut perfekt.

Fans von Downton Abbey und Jane Austen kommen voll auf ihre Kosten.

Von: Bella's Wonderworld Datum : 27.01.2017

www.bellaswonderworld.de

Beschreibung

Die Familie Trenchard ist eine der aufstrebenden Geschäftsfamilien des frühen 19. Jahrhunderts. Während des Krieges machte sich Mr. James Trenchard als Proviantlieferant der Britischen Armee einen Namen. So kam es dass die Trenchards zu dem legendären Ball der Herzogin von Richmond für den Herzog von Wellington am Vorabend der Schlacht von Waterloo eingeladen wurden. Genau wie Mr. Trenchard hält auch seine Tochter Sophia nichts für unmöglich und verliebt sich in Edmund Bellasis, Neffe der Herzogin und Erbe eines prominenten Adelsgeschlechts. Die Verbindung der beiden steht jedoch unter keinem guten Stern und alles kommt anders als gedacht. So werden die Familien der beiden Liebenden noch 25 Jahre nach der Schlacht von den Geheimnissen dieser Zeit verfolgt.

Meine Meinung

Alleine schon die Aussage „vom Autor von Downton Abbey“ war für mich Grund genug Julian Fellowes Roman „Belgravia“ unbedingt Lesen zu wollen. Schon seit Jahren liebe ich die Klassiker von Jane Austen und den Brontë Schwestern. Es bereitet mir unheimliche Freude in diese längst vergangene Zeit einzutauchen, die Sitten und Gebräuche dieser entschleunigten Zeit in mich aufzusaugen und dabei die spannenden Wortgefechte mitzuverfolgen.

Während die Serie „Downton Abbey“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, versetzt uns der neue Roman von Julian Fellows nochmals einhundert Jahre in der Zeit zurück. Schon nach wenigen Seiten habe ich mich in die Zeit kurz nach Napoleon Bonapartes letzter Schlacht bei Waterloo versetzt gefühlt. Gekonnt lässt Julian Fellowes die besondere Atmosphäre dieser Nachkriegszeit in seine Geschichte einfließen. Es scheint nun nicht nur für Menschen mit Adelsgeschlecht voran zu gehen, sondern auch einfache Menschen können sich mit Geschick und Geschäftsgeist einen Namen machen. Genau solch eine Geschichte steht in Julian Fellowes Roman „Belgravia“ im Mittelpunkt.

Neben der nostalgischen Sprache, in der der Roman verfasst ist, bestechen vor allem die detailliert gezeichneten Charakter. Im Vordergrund steht die neureiche Familie von Mr. Trenchard sowie die adlige Familie Brockenhurst, die durch ein altes Geheimnis miteinander verbunden sind. Der Titel „Belgravia“ ist sogleich Schauplatz des Geschehens, denn Belgravia ist schon damals die Adresse in London für alles was Rang und Namen hat. Als sich Mrs. Trenchard und die Countess of Brockenhurst, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dort zum ersten Mal begegnen, kommt die Geschichte in’s Rollen. Das Geheimnis das beide Familien miteinander verbindet kann nicht länger gewahrt werden und wird über kurz oder lang an die Öffentlichkeit gelangen. Dabei gibt es vielfältige Gelegenheiten für Intrigen, Spekulationen und Machtspiele. Fast wie nebenbei ergibt sich dann auch noch eine Romanze die sich perfekt in das Gesamtbild einfügt.

"»Lady Maria, ich würde gegen Drachen kämpfen, ich würde über glühende Kohlen laufen, ich würde das Tal des Todes durchqueren, wenn ich glaubte, ich hätte damit eine Chance, Ihr Herz zu gewinnen.«" (Seite 254)

Ich bin sehr beeindruckt wie Julian Fellowes es geschafft hat so vielen Charakteren Raum in seiner Geschichte zu geben und neben den feinen Herrschaften auch noch einige der Bediensteten näher zu beleuchten. Außerdem kommen die Sitten und Umgangsformen der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts wunderbar zum tragen. Für mich als Fan von Jane Austen und Downton Abbey war dieser Roman von Anfang bis Ende ein wundervoller Genuss!

Besonders eindrucksvoll fand ich die Damen der Geschichte, Mrs. Anne Trenchard und die Countess of Brockenhurst. Zu Beginn scheinen sie vollkommen unterschiedlich zu sein, ja sogar in verschiedenen Welten zu leben, die ihr gesellschaftlicher Stand ihnen zugewiesen hat. Doch im Verlauf des Romans werden sich diese beiden Figuren immer ähnlicher. Jede der Damen zeigt eine kämpferische Seite, denn schließlich möchten sie für ihre Familien nur das beste!

Als Leser ist man von Beginn an in alle Geheimnisse und Gegebenheiten der Geschichte eingeweiht, und dennoch hat es mir eine große Freude bereitet zu beobachten wie sich das ganze entwickelt. Ich finde die damalige englische Gesellschaft mit ihren gesellschaftlichen Gepflogenheiten und das Streben einer jeden Familie die Mädchen gut zu verheiraten sehr unterhaltsam. Dabei geht es nicht nur um Titel, Erbschaften und Ehre, sondern auch um Familienbande sowie Werte der Ehrlichkeit und Loyalität. Natürlich bietet dies alles einen prächtigen Nährboden für Skandale und intrigante Persönlichkeiten.

Falls ihr euch nicht sicher seid, ob der Roman etwas für euch ist, könnt ihr euch auf www.belgravia-roman.de das erste Kapitel kostenlos zum Lesen herunterladen.

Fazit

Ein stimmiger Roman um sich von der englischen Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts verzaubern zu lassen! Fans von Downton Abbey und Jane Austen kommen voll auf ihre Kosten.

Ein amüsantes Historiendrama á la Downton Abbey

Von: Buntes Tintenfässchen Datum : 23.01.2017

svenjasbookchallenge.blogspot.de/

"Downton Abbey" ist eine meiner absoluten Lieblingsserien - für mich stand also fest, dass Julian Fellowes definitiv ein Genie ist. Umso mehr war ich auf seinen neuen Roman Belgravia gespannt. Hier entführt Fellowes den Leser in das Belgien und England Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts, in eine Zeit, in der die gesellschaftliche Stellung eine noch größere Rolle spielte als das in "Downton Abbey" der Fall ist.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei völlig gegensätzliche Familien, die der Zufall zusammenführt. Auf der einen Seite ist das die Familie von James Trenchard, einem aufstrebenden Händler und Bauunternehmer, der aufgrund seiner sozialen Herkunft eigentlich wenig Chancen auf einen Umgang in Adelskreisen hat, sich jedoch nach großen Empfängen, bombastischen Bällen und eindrucksvollen Bekanntschaften sehnt. Auf der anderen Seite sind das die Brockenhursts, eine alte englische Adelsfamilie. Fellowes porträtiert hier also zwei Familien, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine durchaus gebildet, sittsam und irgendwie auf dem Boden der Tatsachen, die andere hoch angesehen und furchtbar versnobt. Reibereien und Sticheleien bleiben beim Aufeinandertreffen der verschiedenen Charaktere also nicht aus und hier kann man sich als Leser ebenso amüsieren wie als Zuschauer bei "Downton Abbey".

Allerdings brauchte es seine Zeit, bis ich in die Geschichte reingefunden habe. Am Anfang hatte ich mit den vielen Namen und den Verbindungen untereinander zu kämpfen und auch die Handlung wollte einfach nicht so richtig in Schwung kommen. Gleichzeitig setzt Fellowes auf eine sehr, sehr detaillierte Beschreibung seiner Charaktere sowie der gesellschaftlichen Ereignisse und Umstände, was für mich ab und an ein wenig ermüdend war. Das funktioniert bei einer TV-Serie eben doch besser als in einem Roman. Trotzdem macht dieser Stil die Geschichte auch interessant, denn man lernt eben jeden Blickwinkel kennen und hat als Leser den absoluten Rundumblick. So erfasst man Dinge, die den Charakteren lange entgehen, recht schnell und kann sich dann natürlich umso mehr über ihre Unwissenheit und Naivität amüsieren. Das ist ein ziemlich raffiniertes Vorgehen, das einen eben doch am Ball bleiben lässt, auch dann wenn die Handlung gerade mal nur so vor sich hin dümpelt.

Ab der Mitte hat mich die Geschichte mit all ihren Irrtümern, Liebeleien und natürlich Intrigen dann aber doch gepackt. Wie auch in "Downton Abbey" treffen in Belgravia die gegensätzlichsten Charaktere aufeinander und auch hier wird beleuchtet, dass jeder wohlhabende oder eben adelige Haushalt sich sozusagen in zwei Welten teilt - die der Herrschaft und die der Dienerschaft. Das bringt Schwung in die Geschichte und macht sie um einiges interessanter, als sie vielleicht auf den ersten Blick scheint. Denn im Grunde genommen ist der Ausgangspunkt der Handlung etwas absolut Banales: Eine Liebelei zwischen zwei jungen Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Die gesamte Tragweite dieser Verbindung und die Folgen für die beiden Familien werden jedoch erst nach und nach klar und so ergibt sich ein spannendes Konstrukt, das den Leser in seinen Bann zieht.

Nicht zuletzt liegt das an den Schauplätzen und der einfach mondänen Zeit. Fellowes hat für das Setting von Belgravia eine Zeit gewählt, in der politisch zwar einiges passierte, gerade die britische Gesellschaft aber sozusagen auf dem Höhepunkt des Snobismus war. Ein Adelstitel war im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert, eine gurte Partie in den höheren Gesellschaftskreisen das A und O. Demzufolge ergeben sich für einen solchen Roman natürlich von vornherein abstruse Konstellationen, zwielichtige Machenschaften, die ein oder andere Affäre und selbstverständlich dutzende köstlicher Intrigen. Und Fellowes versteht es einfach phänomenal, seine Charaktere kopfüber in diesen irrwitzigen Strudel zu stürzen - große Gefühle, menschliche Abgründe, Ehrgeiz, Egoismus, Verbohrtheit. Genau das ist der Stoff, aus dem eine große Geschichte wie Belgravia und eben auch "Downton Abbey" gemacht ist. Trotz des etwas schwerfälligen Einstiegs bin ich also wirklich absolut begeistert, Genau das hatte ich erwartet!

Fazit:
Julian Fellowes' Belgravia braucht etwas, um in Schwung zu kommen, doch letztlich wird man als Leser hineingesogen in eine faszinierende Zeit und in ein Netz aus Intrigen, Romanzen und menschlichen Verfehlungen. Nicht nur Fans von "Downton Abbey" kommen hier voll auf ihre Kosten!

Die Welt der Reichen im 19. Jahrhundert

Von: die.buecherdiebin Datum : 18.01.2017

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Die Schlacht von Waterloo im Juni 1815 verändert das weitere Leben der Familien Brockenhurst ( eine prominente englische Adelsfamilie) und Trenchard (sie haben ihr Geld durch Geschäfte erworben und genießen dadurch nicht das Ansehen des englischen Adels) für immer.
Der junge Erbe der Familie Brockenhurst, Edmund Bellasis, stirbt bei der Schlacht, während Sophia, die von ihm schwanger ist, zurückbleibt und eine Lösung für sich und ihr ungeborenes Baby suchen muss. Aus Scham hält die Familie Trenchard die Schwangerschaft und die Geburt, bei der Sophia stirbt, geheim.
25 Jahre später deckt Anne Trenchard Edmunds Mutter gegenüber ein lang gehütetes Geheimnis auf, das für alle Beteiligten weitreichende
Folgen hat…
Julian Fellowes ist der Autor der Erfolgsserie „Downton Abbey“. Die Serie finde ich toll und deshalb war ich sehr gespannt auf „Belgravia“.
Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich in dieses Buch hineingefunden hatte. Der Schreibstil ist nicht ganz so flüssig wie gewohnt und auch das Thema ist anders, als bei meinen üblichen Romanen. Nach einiger Zeit gefiel mir aber die ruhige Art des Erzählens ganz gut. Spannung gibt es hauptsächlich zum Ende des Buches.
Das Buch gibt Einblicke in die sozialen Strukturen und das ausgeprägte Standesdenken der damaligen Zeit. Der Adel blieb lieber unter sich und verachtete Emporkömmlinge.
Julian Fellowes gelingt es gut, die damaligen Verhältnisse und die Charaktere zeitgemäß und authentisch darzustellen.
Besonders gut haben mir Lady Brockenhurst und Anne Trenchard gefallen. Starke Frauen, die selber bestimmen und sich nicht so schnell einschüchtern lassen.
Natürlich gibt es auch jede Menge Intrigen, in die zum Teil auch die Dienerschaft verwickelt ist, denn nicht alle Angestellten stehen ihrer Herrschaft loyal gegenüber.
Fazit: Das Buch hat mich für ein paar Tage in die Welt der Reichen des 19. Jahrhunderts abtauchen lassen. Es war mal etwas anderes und hat mir gut gefallen. Aber an „Downton Abbey“ reicht die Geschichte nicht heran.

Belgravia

Von: See Datum : 13.01.2017

seehases-lesewelt.blogspot.de/

Zum Inhalt:
An einem Juniabend im Jahr 1815 ruft die Herzogin von Richmond zu ihrem berühmten und glamourösen Ball, welcher viele Gäste aus den Kreisen der Reichen und Adligen Brüssels anzieht. Zu diesem Ereignis sind auch die Geschäftsleute Trenchard mit ihrer hübschen Tochter Sophia geladen. Die Familie ist durch die Geschäfte mit der Armee zum großen Geld gekommen. Was niemand ahnt, Sophia und der junge Adlige Edmund Bellasis, Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, sind einander mehr als zugetan. Doch dann ereilt die illustre Gesellschaft kurz nach Mitternacht die Nachricht, dass Napoleon die Grenze überschritten hat. Es folgt die berühmte große Schlacht von Waterloo, bei der Edmund Bellasis auf dem Schlachtfeld getötet wird. Er hinterlässt der jungen Sophia jedoch ein kleines Andenken, ein dunkles Geheimnis, welches die Familien der beiden Liebenden auch 25 Jahre später noch verfolgt und nicht zur Ruhe kommen lässt…

In seinem Roman „Belgravia“ entführt der Autor Julian Fellowes seine Leser in die Zeit des 19. Jahrhunderts und in die Welt der englischen Aristokratie. Mit einem angenehmen und wunderbaren Schreibstil erzählt Fellowes die Geschichte über ein nicht standesgemäßes Kind und dessen Familien, die aufgrund dieses Skandals verpflichtet sind, miteinander zu verkehren und das so wichtige Stillschweigen zu bewahren. Eine Story voller Intrigen und festgefahrenem Standesdenken, voller Eifersucht aber auch voller Liebe, Hoffnung und Zuversicht. Der Autor hat mit viel Liebe zum Detail absolut authentische Charaktere erschaffen, die von der intriganten Dienerschaft, über die strenge und doch warmherzige adlige Lady bis hin zum romantischen Liebespaar alle Klischees aus dieser Zeit erfüllen. Das ist durchaus nicht abwertend gemeint, denn auch wenn in diesem Buch die große Spannung und reißerische Action fehlt, „Belgravia“ kann durch atmosphärische Szenarien und einen stimmungsvollen Erzählstil punkten und bietet somit absolut hochwertige Unterhaltung.

Ein kurzweiliger und großartiger Roman aus der Zeit des 19. Jahrhunderts und eine gelungene und bewegende Familiengeschichte. Fans von Downton Abbey kommen hier absolut auf ihre Kosten, doch auch allen denjenigen, die neugierig auf „Belgravia“ geworden sind, kann ich beste Leseunterhaltung versprechen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung mit Hofknicks.


Opulent ausstaffierte Zeitreise für Downton Abbey-Fans!

Von: artWORDising Diana Wieser Datum : 13.01.2017

schreiblust-leselust.de

Julian Fellowes kann es einfach: Sein Downton Abbey gilt als die "von Kritikern am besten bewertete Serie". Wer seit dem Serienende unter Entzugserscheinungen leidet, kann nun aufatmen: Auch in Belgravia versteht es der Autor gekonnt, Liebe, Intrigen und Klassenkampf mit beginnender Industriealisierung und dem strengen Moralkodex der damaligen Zeit zu verknüpfen. Scharfzüngige Ladies mit Stil und Biss machen den nobelsten Stadtteil Londons zum Schauplatz verbotener Leidenschaften und Eitelkeiten.

James Trenchard hat es geschafft. Vom Sohn eines Markthändlers hat er sich zum Baunternehmer emporgearbeitet. Doch ein Schatten liegt auf ihm: Seine Tochter Sophia hatte einst eine Affäre mit Edmund Bellias, dem einzigen Sohn und Erben von Lord Bellias, dessen Familie die Verbindung zu einer Kaufmannstochter nicht gutheißen wollte. Edmund fiel in der Schlacht bei Waterloo, ließ seine schwangere Geliebte zurück, die das Kind heimlich zur Welt brachte und bei der Geburt starb. James und seine Frau Anne übergaben den Jungen in die Obhut eines Pfarrers, um den Ruf der Familie zu wahren. 25 Jahre später beginnt sich ihr Enkel Charles Pope als Geschäftsmann in London zu etablieren. James möchte Charles fördern, das Geheimnis seiner Herkunft droht aufzufliegen. Anne und Lady Brockenhurst müssen notgedrungen zusammenarbeiten, um ihren Enkel vor Neid und Missgunst aus den eigenen Reihen zu schützen. Zudem verliebt sich Charles in die bezaubernde Maria, die ausgerechnet dem Neffen und zukünftigen Erben von Lord Bellias versprochen ist. Droht sich das Schicksal zu wiederholen?

Julian Fellowes, selbst Spross einer Adelsfamilie, gelingt es vortrefflich, den üppigen Prunk und die moralische Enge des Britischen Empire aufleben zu lassen. Weiterer Verdienst: Seine Charaktere wirken nie eindimensional. Auch die Antagonisten haben gute Gründe für ihr Handeln. Von der Zofe bis zur Countess – sie alle hadern mit dem Korsett der Konventionen. Der Zweitgeborene neidet dem Stammhalter den Titel, die Dienstboten sehen keine Chance zum Aufstieg und verdienen sich durch Spitzeldienste einen Sold hinzu. Frauen müssen erkennen, dass sich ihr Wert einzig durch ihren Ehemann bestimmt, weshalb eine „gute Partie“ ausschlaggebend ist. Seiner wirklichen Berufung nachgehen, die wahre Liebe finden – für die meisten bleibt dies unrealisierbar.

Wie schon bei „Downtown Abbey“ lässt Julian Fellowes Frauen als die wahren Strippenzieher agieren. Obwohl durch ihr Geschlecht zum Prestigeobjekt degradiert, haben sie gelernt, andere – und durchaus manipulative – Wege zu finden. Doch ihre Zeit wird kommen: Während Anne Trenchard versucht, den Ruin ihrer Familie durch die „gefallene Tochter“ abzuwenden, fährt ihre Kutsche am Buckingham Palace vorbei, wo die 22-jährige Königin Victoria gerade Weltgeschichte schreibt…

Solche Szenen machen Belgravia zu einem literarischen Genuss. Figuren wie die scharfzüngige Lady Brockenhurst, die bei Downton Abbey-Fans Assoziationen zu der Countess of Grantham hervorrufen dürfte, haben großes Suchtpotenzial. Nach dem Lesegenuss bleibt ein wehmütiges Gefühl in der Brust zurück. Und dies liegt nicht an einem zu eng geschnürten Mieder!

Liebe zum Detail

Von: Schmetterlingsliteraturreise Datum : 31.12.2016

www.schmetterlingsliteraturreise.jimdo.com



James Trenchards ist ehrgeizig und strebt nach Höherem. Als Proviantmeister im Krieg erhält er ein gewisses Ansehen - doch durch seine schöne Tochter Sophia könnte er bald ganz andere Verbindungen mit dem Adel eingehen. Die junge Frau ist dem Erben der Familie Bellasis ins Auge gefallen und er wirbt mit Erfolg um ihre Gunst - zum Leidwesen seiner Familie. Am Vorabend der Schlacht von Waterloo muss Sophia, genauso wie der Rest ihrer Familie, dass sie schwer getäuscht wurde. Doch kann sie dies nur noch mit sich selbst ausmachen, da Edmund im Krieg stirbt. Sophia folgt ihm kurze Zeit später als sie im Kindbett stirbt. Durch ein Kind sind beide Familien verbunden, jedoch bleibt dies das Geheimnis der Familie Trenchard, deren Ruf - und vor allem ihrer verstorbenen Tochter - auf den Spiel steht.

Jahrzehnte später weiß Charles, der mittlerweile ein junger Mann ist, nichts von seiner Herkunft. Doch wird dies auch so bleiben?





Julian Fellowes dürfte allen durch seine Serie "Downton Abbey" ein Begriff sein.

Auch wenn ich die Serie noch nicht gesehen habe, kam mir schon einiges über das Talent des Autors zu Ohren.

Keine Frage, Julian Fellowes ist begabt und mit einer großen Liebe zum Detail gesegnet.



Er erzählt in "Belgravia" die Geschichte zweier Familie, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten. Standesdünkel herrschen hier vor. Dies führt innerhalb der Charaktere zu einer gewissen Reibungsfläche, macht die ganze Handlung jedoch auch ebenso interessant.

Außerdem sind die Passagen der Handlung aus der Sicht der Dienstboten teilweise humorvoll und spritzig und eine gute Abwechslung zwischen den beiden Familien.

Angenehm überrascht war ich auch über die gut recherchierten historischen Hintergründe, jedoch hätte mich das nicht verwundern dürfen, bei der Vorgeschichte des Autors. Dennoch für mich ein positiver Nebeneffekt.



Ich mochte die Charaktere und litt mit ihnen. Das ist wohl ein großes Lob an Julian Fellowes, da er es schaffte, dass ich mich als Leser mitten im Geschehen fand.

Zudem möchte ich dem Verlag ein großes Lob aussprechen, da mich das Cover absolut begeistert und es mit der Goldapplikation auf der Schrift zu einem wahren Schmuckstück im Bücherregal wird.



Rundum ist "Belgravia" eine gelungene Geschichte, welche mich gefangen nehmen konnte. Jedoch musste ich ab und an, aufgrund der sehr detaillierten Beschreibungen und teilweise sehr verschachtelten Satzbauten, mein Lesetempo drosseln und geriet auch des Öfteren ins Stocken, sodass mir auch manchmal der Faden verloren ging.

Authentisch, stimmungsvoll, atmosphärisch!!!

Von: Federzauber Datum : 31.12.2016

federzauber.blogspot.de

London, mitten im 19.Jahrhundert,in Zeiten Napoleons.
In den guten Kreisen, spielen sich Geheimnisse, Intrigen, Gerüchte, auf.

Ein Buch mit sehr authentischem, stimmungsvollen Charakter. Es zeichnet sich nicht durch hochgeladen Spannung oder vielen aneinandergereihten Vorkommnisse, sondern durch die wundervoll abgestimmte Kombination der ausgewählten Sprache, der Ausdrücke, die ruhige Art des Erzählens und des Fortschritts in der Geschichte, die sehr fein gearbeiteten Charaktere des Romans, die sehr vornehme, verhaltene Gesellschaft in der man sich befindet und die besondere zeitgemäße Atmosphäre, die dem Leser im ganzen Verlauf der Geschichte präsent und spürbar ist.

Die Kombination aus allen Elementen, macht das Buch zu etwas sehr Großem und Starkem. Es hatte für mein Empfinden, großes Literaturvermögen, da das komplette Paket: Geschichte, Titel,Schreibstil, Charaktere, Atmosphäre komplett abgerundet und passend war.

Es ist kein Buch, dass man in Null Komma Nichts liest. Es ist ein Buch das Zeit braucht, um einzusteigen, sich gleiten und tragen zu lassen, es wirken zu lassen und zu genießen.

Obwohl ich normalerweise sehr schnell lese, war ich bei diesem Buch extrem langsam. Es mag an der Sprache vielleicht gelegen haben, aber es hat mir das Buch auch um einiges deutlicher, stimmungsvoller und besonders gemacht.
Ich hatte das Gefühl beim Lesen endlich wirklich zur Ruhe zur kommen und mich komplett in diese Zeit und gesellschaftliche Dilemmas einlassen zu können, ohne mich schnell,schnell einem anderen neuen Buch widmen zu wollen.

Ich fand das Buch sehr besonders, authentisch und stimmungsvoll. Extremst gut abgerundet und durch alle Aspekte im Einklang passend.

Jetzt bin ich umso mehr auf die Serie Downton Abbey neugierig, da ich die noch nicht kenne ;-)

Note:4,5/5

Traumhaft ausgearbeitetes Drama im 19. Jahrhundert

Von: Leben. Lieben. Lachen. Lesen. Datum : 29.12.2016

https://www.facebook.com/lebenliebenlachenlesen

Waterloo - Couldn't escape if I wanted to
Waterloo - Knowing my fate is to be with you.

Die Schlacht um Waterloo verändert das Leben der jungen Sophia Trenchard, Tochter eines englischen Geschäftsmanns, denn ihr Geliebter, Edmund Bellasis, Sohn und Erbe einer prominenten englischen Adelsfamilie, wird in der Schlacht kämpfen. Nach der Schlacht ist ihr Leben ein ganz anderes und auch 25 Jahre danach haben die Familien Trenchard und Bellasis immer noch mit den Folgen dieses Abends zu kämpfen.
Denn Sophia und Edmund hätten einander wegen des damals noch herrschenden Standesdünkels nicht lieben dürfen. Schaffen die beiden Familien es, diesen Standesdünkel und den möglichen Skandal um diese Liebe, zu verkraften?

Julian Fellowes Belgravia ist ein wunderbares Buch mit einer tollen Geschichte, traumhafter Sprache und liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Man taucht ab in die Welt der englischen Aristokratie im 19. Jahrhundert, so weit weg vom Alltag Anfang des 21. Jahrhunderts.
Als großer Fan von "Downton Abbey" habe ich mich nicht nur von der mich immer wieder überraschenden Handlung, sondern auch von den Beschreibungen der Gedanken, sowie von der liebevoll ausgearbeiteten Recherche der Zeit hinreißen lassen.

Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können und empfehle jedem, der historische Romane und Liebesgeschichten mit viel Drama mag, das Buch unbedingt zu lesen!

Belgravia - ein intrigenreicher Roman

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 22.12.2016

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

er Autor von "Downton Abbey" schrieb einen Fortsetzungsroman, der als alle Teile fertiggestellt waren als Roman "Belgravia" verlegt wurde. Wer den ersten gerne las oder die Serie guckt, wird mit ihm voll auf seine Kosten kommen. Denn er spielt wieder in derselben upper class und nimmt dieses Mal einen Neureichen mit auf. Beide Familien sind durch Techtelmechtel verschiedener Art miteinander verbunden und diese ziehen sich durch mehr als zwanzig Jahre durch die Familiengeschichten.

Wie bei der berühmten Serie kommen auch hier Contenance bewahren, diplomatisch spitze Bemerkungen absetzen und das ausgeprägte Standesdenken sowie altertümlich wirkende Vorstellungen von Ehe, Liebe und Familie gut zur Geltung. Dazu werden die Personen und ihre Lebensstile gut beschrieben samt ihrer zum Teil äußerst verschiedenen Vorstellungen vom Leben.

Die Beschreibungen sind das Eine. Das Andere ist die fast schon liebevolle Art, wie das Personal handelt und welche Intrigen sowohl in den Familien, zwischen ihnen und beim Personal gesponnen werden. Feine Fäden, die sich überkreuzen, miteinander verknoten und zu Netzen gewoben werden.

Ein geradezu wunderbar-herrliches Lesevergnügen :D

Eine Zeitreise voller Intrigen und Misstimmungen - bis hin zum würdigen Abschluss

Von: Mel Bücherwurm Datum : 21.12.2016

melbuecherwurm.blogspot.de/

"Belgravia" ist ein wirkliches Meisterwerk der Intrigen. Mir hat es sehr gefallen, da es zeitlich angemessen und passend erschien. Es gibt Dinge, die lassen uns das Gesicht verlieren und schädigen unserem guten Ruf. Im Heute erscheint würden diese dunklen Geheimnisse der betroffenen Familien im Buch ziemlich lächerlich erscheinen. Niemand würde mehr verurteil oder müsste um seine Stellung in der Gesellschaft kämpfen, daher lieber alles unter den Teppich des Schweigens kehren und Stillschweigen bewahren. "Belgravia" ist absolut authentisch und bereitete mir einige Stunden wahre Lesefreude. Der Schreibstil ist äußerst gelungen und der damaligen Zeit komplett angemessen. Der Reichtum mancher Familien steht im Weg, um offen und ehrlich zu agieren, was bei mir einerseits auf Unverständnis stieß, auf der anderen Seite, aber verständlich ist. Schön ist der Aufbau der Ereignisse, welches sich nach und nach offenbart und nicht geballt auf den Leser / die Leserin einwirken konnte. Was vor 25 Jahren geschah wird sich langsam aufbauen und Einblicke in das damalige Leben schenken. Frauen sind fast schon Ware, die verheiratet werden, ohne auf Emotionen zu achten, sondern nur auf Geld fixiert und das Erobern einer besseren Stellung in der Gesellschaft, die auch die Familie mit einschließt. Manchmal lässt mich dies nur mit dem Kopf schütteln. Die detailreichen historischen Beschreibungen haben eine äußerst einnehmende Art und wirken völlig unverblümt und ungeschönt. Als Leserin wünschte ich mir ein Happy End für alle Beteiligten, welches Rang und Namen aufhebt und nur noch den Menschen in den Vordergrund stellt. Wie zwei völlig unterschiedliche Familien wie die Familie Trenchard und Bellasis zusammenfinden können, bleibt lange unklar und die Angst, Rufmord zu begehen bleibt lange Zeit bestehen. Emotional bewegt sich "Belgravia" auf sehr hohen Niveau, da aus Hass selbst Mord werden könnte und aus tiefen Gefühlen wie Liebe ein Aufbegehren gegen dem, was ursprünglich geplant ist. Letztendlich wird das Ende des Romans mich völlig zufriedenstellen und echte Begeisterung in mir auslösen.

Fazit:
Historisch sehr detailliert aufgebaut und sehr authentisch wiedergegeben. Rang und Stellung innerhalb der Gesellschaft stehen der Familie Bellasis und Trenchard im Weg, um mit offenen Karten zu spielen. Der Mantel der Verschwiegenheit lässt Gerüchte entstehen, die selbst das Personal der Häuser zu Intrigen und Bespitzelung der Hausherren herausfordert. Letztendlich kommt die Wahrheit doch ans Licht, aber ganz anders als erwartet, was mich letztendlich überzeugt hat. Gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der tatsächlich an Downtown Abby erinnert.

Hinter den Kulissen im Hause Longbourn

Von: der Teufel trägt Brille Datum : 19.12.2016

www.derteufeltraegtbrille.de/

"James, ihr Junge - er war gekommen und wieder verschwunden; verloren, wieder gefunden und noch einmal verloren: ein Schatz, viel zu wertvoll, um ihn behalten zu dürfen."

Autor: Jo Baker
Verlag: Penguin (11.oktober2016)
Seitenzahl: 448
Preis: 10,00 €
Im Hause Longbourn

Eine faszinierende Idee von Jo Baker den Klassiker „Stolz und Vorurteil“ aus einer anderen Perspektive zu erzählen. Keine neue Erfindung, sondern eine Erweiterung dessen, was im Hause Longbourn zu geht, während Jane, Elizabeth und Co. sich verlieben und gegen die Regeln und Sitten der Eltern streben.

Während oben in den Salons von Longbourn die Töchter der Familie Bennet überlegen, wie sie die reichen Junggesellen Mr. Bingley und Mr. Darcy einfangen können, müht sich unten in den Diensträumen das Hausmädchen Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab und träumt dabei von einem anderen, aufregenderen Leben. Als ein neuer Hausdiener im Herrenhaus auftaucht, scheint er wie die Antwort von großer Stoßgebete. Doch James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft. Es könnte das Leben auf Longbourn für immer verändern.

Da jede Menge Details beschrieben werden, wie es hinter der Kulisse von statten geht, wirkt die Geschichte noch realer. Hausmädchen Sarah ist sehr intelligent und möchte nicht mehr länger stumpfsinnige Arbeiten erledigen. Sie will die Welt sehen und auch endlich lieben lernen. Als der neue Butler James auftaucht ergriff sie ihre Chance und versucht alles um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Er Jedoch ignoriert sie, macht seine Arbeit im Haus gut und ist froh ein Dach über den Kopf und dabei noch gutes Essen im Magen zu haben. James Vergangenheit beschäftigt ihn noch ziemlich, obwohl er Tausende von Kilometer vom schrecklichsten Ort entfernt lebt. In seiner Geschichte erfährt man was es damals bedeutete ein Soldat zu sein. Wir kriegen einen Rückblick in seine Vergangenheit, die durchaus detailgetreu beschrieben wird. Man kann nicht aufhören zu lesen.


Fazit: Wirklich eine sehr tolle Nebenan-Geschichte neben dem Bestseller Roman von Jane Austen. Einfach ein Muss für jeden Stolz-und-Vorurteil-Fan, aber auch für Jemanden der die Geschichte gar nicht kennt. Ein super Zeitvertreib!

Kurzweiliges, unterhaltsames Sittengemälde und spannender Intrigenreigen a la „Downton Abbey“

Von: Happy-End-Buecher.de- Nicole Datum : 16.12.2016

www.happy-end-buecher.de/

Zwar sind die Zeiten äußerst unbeständig, doch ahnt am Tag des opulenten Balles, den die Herzogin von Richmond gibt, noch keiner, dass bereits einen Tag später die Schlacht von Waterloo stattfinden wird, die unzählig viele Todesopfer zu beklagen haben wird. Inmitten dieser Wirren befindet sich ein Liebespaar, das aus völlig verschiedenen Welten stammt. Sophia ist die Tochter eines Geschäftsmannes, der aus einfachsten Verhältnissen kam und sich dank seines starken Willens und Instinktes bereits einen Namen gemacht hat. Selbst Wellington vertraut James Trenchard, doch Trenchard ist äußerst ehrgeizig und möchte mehr. Er will aufsteigen in den Kreis der Reichen und Adligen und seine bezaubernde Tochter gut verheiraten. Ausgerechnet ein zukünftiger Earl, Lord Bellasis, zeigt großes Interesse an Sophia. Doch nur ein paar Stunden nach dem Ball, liegt Edmund, Lord Bellasis hingemeuchelt auf dem Schlachtfeld von Waterloo und hinterlässt eine untröstliche, schwangere Geliebte, die sich von Edmund hinters Licht geführt fühlt.

25 Jahre später, haben sich James und Anne Trenchard immer noch nicht richtig erholt vom plötzlichen Tod ihrer Tochter Sophia, die einst im Kindbett starb, nur wenige Monate nach Edmunds Tod. Das Kind, Charles, übergaben sie einst einem Geistlichen, der den Jungen zusammen mit dessen Frau behütet aufzog. Charles ahnt nicht, wer seine Eltern waren, geschweige denn, wer seine Großeltern sind.

Mittlerweile ist James reicher denn je und hat sich ein mächtiges Imperium aufgebaut. Doch immer noch kämpft er um Ansehen und Anerkennung im Kreise des Adels. Als Anne eines Tages zufällig auf Edmunds Mutter, Lady Brockenhurst trifft und sich mit ihr unterhält, bekommt sie Mitleid mit ihr, denn Lady Brockenhurst hat den Tod ihres einzigen Sohnes nicht verwinden können. In einem schwachen Moment vertraut sie Lady Brockenhurst ihr dunkelstes Geheimnis an; das sie und die Lady miteinander verbindet- Charles! Damit bringt sie jedoch einen Stein ins Rollen, der sie und ihren Mann ins ärgste Chaos stürzen und direkt in einen handfesten Skandal verwickeln könnte, sollte Lady Brockenhurst entscheiden, das Geheimnis um Charles Geburt öffentlich zu machen…

Kaum hatte ich erfahren, dass Julian Fellowes neuster Roman veröffentlicht wurde, konnte ich es als großer „Downton Abbey“ Fan kaum abwarten, bis ich das neuste Werk in Händen hielt. Die gebundene Ausgabe wartet mit einem optisch sehr ansprechenden Cover auf, das sich wunderbar im Regal macht, doch auch der Inhalt des neuen Buches, konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Julian Fellowes erzählt diesmal die Geschichte zweier Familien, die durch ein Geheimnis miteinander verbunden sind. Weil die Trenchards und Lady Brockenhurst nebst Ehegatten, aus völlig verschiedenen Welten stammen, beschert der Autor dem Leser interessante Einblicke, sowohl in die Geschäftswelt der damaligen Zeit, als auch in das Leben der Reichen und Schönen. Und natürlich werden abermals auch die Dienstboten miteinbezogen, so dass sich während des Lesens schnell ein typisches „Downton Abbey Feeling“ bei mir einstellte.

Dass Julian Fellowes unter anderem auch zahlreiche Drehbücher geschrieben hat, spürt man hier ganz deutlich, denn er hat definitiv ein Auge fürs Detail, für Situationen, Szenarien, die er dem Leser so bildhaft vor Augen führt, dass das Kopfkino beim Lesen Hochkonjunktur hat. Auf insgesamt 448 Seiten wartet er mit so vielen Wendungen auf, dass das Lesen von „Belgravia“ stets kurzweilig bleibt. Und ein weiterer Pluspunkt war für mich, dass sich sämtliche Akteure zeitgemäß ausdrücken, also ihrer Zeitepoche angemessen, so dass man zwischenzeitlich nicht unsanft aus der Geschichte geworfen wird.

Zugegeben, gegen Ende des Romans zieht der Autor nochmals ordentlich an der Spannungsschraube- ob so viel Dramatik nötig gewesen wäre, bleibt dahingestellt, doch immerhin sorgt Julian Fellowes auf diese Weise dafür, dass man den Roman nur ungern weglegen möchte, bis zum „Showdown“. Einzig die Liebesgeschichte zwischen Charles und Maria, kam mir etwas zu kurz; hier hätte ich mir mehr Szenen mit dem sympathischen Paar gewünscht, doch abgesehen von diesem kleinen Kritikpunkt habe ich mich blendend unterhalten gefühlt von Julian Fellowes neustem Roman. Und auch die Heldinnen des Romans, Anne Trenchard und Lady Brockenhurst sind interessante, starke Romanheldinnen, die sich ebenbürtig sind.

Kurz gefasst: Kurzweiliges, unterhaltsames Sittengemälde und spannender Intrigenreigen a la „Downton Abbey“. Absolute Leseempfehlung für alle Fans der Regencyepoche, die Wert auf Authentizität legen, hinsichtlich des historischen Hintergrundes.

Altbewährtes

Von: Nadine Datum : 26.11.2016

meineliteratour.blogspot.de/

Julian Fellows, der Schöpfer von Dowton Abbey, hat ein neues Buch geschrieben.

Da ich Downton Abbey liebe und das Ende dieser großartigen Serie beweint habe, war mir klar, dass ich Belgravia lesen muss.
Julian Fellows bleibt sich bei diesem Werk selbst treu. Es geht um alten Adel und neues Geld. Um Skandale, Erbschaften, den Ruf, den es zu wahren gilt. Es ist einmal 19. Jahrhundert mit allem und es war wirklich ein Eintauchen in die Epoche.

Keine volle Punktzahl gibt es von mir, weil Julian Fellows eben seine Bank gefunden hat und sich darauf ausruht und man kommt eben nicht umhin es mit Downton zu vergleichen und da er in in der Serie wirklich schon jeden Skandal und jede Unmöglichkeit abgearbeitet hat, wirken die Probleme in Belgravia eher altbekannt, als taufrisch und manchmal ertappte ich mich selbst dabei, dass die Figuren - die natürlich alle ihre Rollen spielen, ganz besonders bei der Dienerschaft - das Aussehen ihrer Downton Gegenstücke hatten.

Nichts desto trotz ist Belgravia ein perfekter Roman für kalte Winterabende, für all die Menschen, die den Earl of Grantham schrecklich vermissen.

Eine ganz besondere Frau

Von: Sarahs Bücherregal Datum : 22.11.2016

https://sarahs-buecherregal.blogspot.com

Belgravia – der Inbegriff von Luxus, Adel und Aufstieg im 19. Jahrhundert in London. James Trenchard hat sich seinen Erfolg mühsam erarbeitet, vom Proviantmeister beim Militär wird er zum Investor des neuen Stadtteils Belgravia in London, in dem auch Lord und Lady Brockenhurst ihr Haus haben. Die beiden Familien verbindet eine Geschichte, die kurz vor der berühmten Schlacht von Waterloo in Belgien begann. Denn den Sohn der Brockenhursts verband eine Liebelei mit Trenchards hübscher Tochter Sophia, die nicht ohne Folgen geblieben ist und auch über zwanzig Jahre später noch das Leben der Familien beeinflusst.
Julian Fellowes ist bekannt für seine Serie „Downton Abbey“ und mit „Belgravia“ gelingt ihm ein Roman, der der Serie an Qualität in nichts nachsteht. Mitte des 19. Jahrhundert spielend, stellt Fellowes besonders das über Jahrhunderte erlernten und ausgeprägten Standesdenken des Adels in den Mittelpunkt und die heute antiquiert wirkenden Vorstellungen von Liebe, Ehe und Familie. Dabei dreht sich alles um die Familien Brockenhurst und Trenchard, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten und einen als Leser dennoch beide auf ihre Art für sich einnehmen. Auch wenn sie verschiedene Vorstellung davon haben, wie das Leben aussehen sollte und welche Ziele erreichbar sind, haben sie das Herz am rechten Fleck und so ist man als Leser teilweise hin- und hergerissen, wie man diese beiden Familien denn nun zusammenbringen soll. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, Fellowes überzeugt sowohl durch die detailreichen historischen Beschreibungen als auch durch sein abwechslungsreiches und dennoch sehr realistisch gezeichnetes Personal. Hier handelt es sich nicht um einen historischen Roman, der nur die Frage wer am Ende wen heiraten wird in den Mittelpunkt stellt. Er setzt sich bewusst mit der bestehenden Gesellschaft auseinander und gibt dem Leser so einen echten Einblick in das Leben der Menschen. Wie durch ein kleines Guckloch ist man dabei, wenn Adlige zum Tee laden oder Zofen gerade erbeuteten Klatsch weitertragen. So macht die Lektüre eine große Freude.
Mich hat „Belgravia“ beim Lesen einfach begeistert, weil es sich so positiv von vielen schnulzigen historischen Romanen abhebt und die gesamte Gesellschaft in den Blickpunkt des Lesers rückt. Julian Fellowes hat eine gute Idee großartig umgesetzt und entführt seine Leser auf eine spannende Reise ins 19. Jahrhundert.