Leserstimmen zu
Belgravia. Zeit des Schicksals

Julian Fellowes

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Inhalt: Belgravia beginnt am Vorabend der Schlacht von Waterloo, dem 15. Juni 1815, als in Brüssel die Herzogin von Richmond einen prächtigen Ball für den Herzog von Wellington gibt. Kurz nach Mitternacht kommt die Nachricht, dass Napoleon unerwartet die Grenze überschritten hat. Wellington und seine Truppen müssen umgehend in die Schlacht ziehen. Eingeladen zum Ball sind auch die Trenchards, die durch Geschäfte mit der Armee reich geworden sind. Auf ihre schöne Tochter Sophia hat Edmund Bellasis, der Sohn und Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, ein Auge geworfen. Nach diesem Abend wird nichts mehr so sein wie zuvor. Fünfundzwanzig Jahre später werden die beiden Familien noch immer von dem dunklen Geheimnis verfolgt, das am Vorabend der Schlacht von Waterloo seinen Anfang nahm. Meine Meinung: Am Anfang fiel es mir etwas schwer mit den ganzen Personen und deren Beziehung zu einander klar zu kommen. Man wird direkt mit so vielen Charakteren bekannt gemacht, dass man schnell den Überblick verliert. Der Kern der Handlung beschäftigt sich mit dem Thema: Was passiert, wenn das Schicksal Menschen aus der Englischen Oberschicht mit Menschen aus der Englischen Unterschicht zusammen bringt? Es geht um den gravierenden Unterschied zwischen Reichtum aus Geldadel und Reichtum aus Erbadel. Leider ist sowohl die Handlung des Romans als auch die Darstellung der Charaktere extrem Klischeehaft und ziemlich vorhersehbar. Es gibt den klassischen übereifrigen Geschäftsmann, der so gerne von der Oberschicht anerkannt werden würde, aber letztendlich nie dazugehören wird. Dazu seine bescheidene und vernünftige Ehefrau, die versucht ist sein Verhalten aufzuwiegen und sich zeitweise für Ihren Mann schämt. Zudem ist da noch die Gräfin, welche sich nach außen sehr kühl und unnahbar gibt aber im Endeffekt doch ein ehrliches, weiches Herz zu haben scheint. Und der faule, hinterhältige Erbe, der mit seinem Verhalten den Namen der Familie beschmutzt. Sein Gegenspieler ist natürlich attraktiv, ehrlich, rücksichtsvoll und intelligent. Ich glaube noch mehr Klischee geht fast nicht. Das muss nichts schlechtes sein, aber kombiniert mit dieser äußerst durchschaubaren, wenig spannenden Handlung, konnte das Buch mich leider nicht besonders begeistern. Vielleicht ist dieses Buch unterhaltsam für Leser, die noch nicht viel aus diesem Genre kennen und nicht zu hohe Ansprüche an die Story haben. Ich fand "Belgravia" keineswegs schlecht aber es hatte einfach nichts besonderes an sich. Fazit: Vorhersehbare Handlung, Klischeehafte Charaktere und kein bisschen Spannung. War mir zu flach und hatte für mich nicht das besondere Etwas eines historischen Romans. Dennoch kein schlechtes Buch, aber eher seichte Unterhaltung.

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Zum Inhalt: Die Handlung spielt 25 Jahre nach einem legendären Ball vor der Schlacht von Waterloo zu dem es auch Sophia Trenchard geschafft hat, eine Einladung zu bekommen. Auf diesem Ball trifft sie auf Edmund, der ihr schon seid längerem sehr gut gefällt. In der Schlacht zu Waterloo stirbt dann aber Edmund, die von ihm schwanger gewordene Sophia stirbt ebenfalls und zwar bei der des unehelichen Kindes Charles, dessen Existenz von den Großeltern vertuscht wurde. Jetzt, im Jahre 1841 in London, nach 25 vergangenen Jahren, droht das Geheimnis rund um die Familie Trenchard, allen voran die Eltern der verstorbenen Sophia, James und Anne, aufzufliegen. Denn Charles versucht sein Glück als aufstrebender Unternehmer in der Londoner Gesellschaft und trifft dabei auf so manches Hindernis. Meine Meinung: Es fiel mir zumindest anfangs nicht leicht, dem Hörbuch zu folgen, da ich das Gefühl hatte, als wenn nicht so wirklich viel passieren würde. Nichtsdestotrotz war es eine wundervolle Geschichte im "Downton-Abbey-Stil". Mit der Zeit bekam ich das Gefühl, als wenn mehr passieren würde, durch die gesponnenen Intrigen und den unvermeidbaren Kontakt der beiden Großmütter von Charles kam eine schöne Grundspannung in die Geschichte, sobald die beiden miteinander in Kontakt treten mussten. Die handelnden Personen und die dahinter steckenden Charaktere werden sehr klar dargestellt, es war eindeutig auf wessen Seite sie stehen. Das hat dem Ganzen aber auch wieder etwas Spannung genommen, da es einfach keine großen Überraschungen oder Wendungen bezüglich der Personen gab. Dadurch wirkte auch die Erzählweise etwas einseitig, da kein Charakter eine aufregende dunkle oder auch nur ansatzweise versteckte Seite mit inneren Konflikten gezeigt hat. Auf diese Weise hat man sehr schnell gemerkt "was Sache ist" - ob das an der gekürzten Fassung des Hörbuches, das ich ja gehört habe, liegt, kann ich nicht sagen. Ich kann mir aber vorstellen, dass das in gedruckter und somit längerer Form nicht ganz so stark auffällt. Trotz allem handelt es sich um eine schöne, dahinfließende, seichte Geschichte ohne große Überraschungen oder komplizierte Wendungen. Ich muss also insgesamt sagen, dass mich dieses Hörbuch nicht komplett überzeugt hat. Es ist jedoch ein schönes Buch für Leute, die gerne testen würden, ob historische Romane etwas für sie sind, da es zwar im 19. Jahrhundert spielt, aber nicht auf großartigen historischen Fakten aufgebaut ist, die für das Verständnis der Handlung wichtig wären. Obwohl ich nicht vollständig überzeugt bin, würde ich dieses Buch also Leuten empfehlen, die einfach nur eine leichte Geschichte suchen, große Spannung ist nicht zu erwarten, deshalb vergebe ich mittelmäßige 3 von 5 Sternen.

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Wenn man Geschichte studiert hat, bleibt es nicht aus, bestimmte geschichtliche Epochen zu bevorzugen. Ich persönlich fühle mich im 18. und 19 Jahrhundert immer sehr wohl, weshalb ich auch gern Geschichten aus dieser Zeit lese. Oder höre. Denn das Hörbuch „Belgravia“ von Julian Fellows, dem Autor von Downtown Abbey, passt perfekt in dieses Zeitalter. „Downtown Abbey“ habe ich nie gelesen oder gesehen. Daher kann ich nicht beurteilen, ob Fellows neuer Roman an seinen Vorgänger herankommt. Mit „Belgravia“ hat er allerdings ein langes Familiendrama voll von Intrigen und Geheimnissen geschaffen, das mit der gesellschaftlichen Norm kokettiert. Das Hörbuch ist sehr langatmig und detailreich. Dadurch wird man aber tief in die Geschichte gezogen. Mir war es manchmal etwas zu viel und auch zu vorhersehbar – dennoch unterhaltsam! Klappentext London, 1841. James Trenchard ist ein ehrgeiziger Mann, der sich mit seinem Baugewerbe einen gewissen Wohlstand erarbeitet hat. Vor 25 Jahren starb seine Tochter im Kindbett, das uneheliche Kind Charles wurde in die Obhut eines Geistlichen gegeben und seine Herkunft vertuscht. Jetzt droht das Familiengeheimnis enthüllt zu werden. Einzig die beiden Großmütter Anne Trenchard und Lady Brockhurst können den Enkelsohn vor üblen Machenschaften bewahren. Trotz der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellungen müssen sie gemeinsam für den Enkel einstehen. Können sie das Geheimnis um Charles Herkunft lüften und alles zum Guten wenden? Kann Charles selbst die Intrigen entwirren? Und wird er die Frau heiraten können, die er liebt, obwohl sie einem anderen versprochen ist? Meinung So viel, wie der Klappentext verrät, wusste ich vor dem Hören gar nicht. Eigentlich reichen die Informationen, dass es ein Familiendrama über mehrere Jahrzehnte hinweg ist, vollkommen aus. Die Geschichte beginnt in der Nacht der Schlacht bei Waterloo, also 1815. Man lernt die Familie Trenchard kennen. Die quirlige Sophia und der ehrgeizige Vater James tun alles dafür, um auf den Ball der Lady in Brüssel geladen zu werden. Die beiden sind ein harmonisches Duo, das seine Ziele erreicht. Denn Sophia hat sich in den Neffen der Lady verliebt und auch er erwidert ihre Liebe. Doch dann die Schreckensnachricht: Die Schlacht beginnt und der Ball wird abgebrochen. Erst 25 Jahre später wird die Geschichte wieder aufgenommen und die Ereignisse aus dem Klappentext treten auf den Plan. Der Hörer bekommt die Informationen sehr viel langsamer, als es den Anschein macht. Fellows ist sehr zurückhaltend, was wichtige Informationen angeht. Nur bruchstückhaft ergibt sich die Geschichte und anfangs rechnete ich mit einem völlig anderen Verlauf. Doch nach und nach spitzen sich die Ereignisse zu. Immer mehr Menschen spielen eine Rolle im großen Familiengeheimnis der Trenchards und jeder möchte etwas von dem Kuchen abhaben. Intrigen und weitere Geheimnisse werden geschmiedet und gelüftet. Die Trenchards, die Brockenhursts und natürlich die Bellassis sind die Hauptbeteiligten. Die Väter, die Söhne, die Ehefrauen, ja sogar die Bediensteten übernehmen wichtige Rollen. Viele davon sind von Eifersucht geprägt und wie es bei einem guten Familiendrama so ist, gibt es viele Missverstädnisse, dessen Konsequenzen fatal sind. Die gesamte Geschichte ist unglaublich groß aufgebraut. Aber der Autor hat diese Geschichte mit Ruhe und Zeit verfasst, wie es den Anschein hat. Die Handlung plätschert manchmal nur so dahin und dadurch gibt es auch Stellen, die mehr als in die Länge gezogen sind. Vieles davon erwartet der Leser auch ab einem gewissen Zeitpunkt und erst zum Ende hin hatte ich wirklich das Bedürfnis, weiterzuhören. So richtig packen konnte mich das Hörbuch nicht. Es war ganz nett und zwischendurch auch sehr romantisch. Aber die vielen Verstrickungen sind eben auch anstrengend. Der eine kämpft gegen den, dieser ist eifersüchtig auf den nächsten, die Mutter will einen anderen für ihre Tochter, aber die Tochter will nochmal wen anders….und so weiter….Es gibt neben dem großen Familiengeheimnis unglaublich viele Handlungen, die alle kleingehalten werden. Aber so ergibt sich dann eben doch ein riesiges Ganzes. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht, mir fehlte es oftmals trotzdem an Spannung. Der Zeitgeist wurde ebenfalls gut getroffen und man kann sich die Prunkbauten und die Droschken alle wunderbar vorstellen. Nichts erscheint unlogisch in der Geschichte, wenn auch sehr konzipiert. Im Grunde sorgt „Belgravia“ für gute Unterhaltung, zu der man aber auch die nötige Geduld braucht. Der Stil von Fellows ist ausschweifend. Das Vokabular passt hervorragend in die Zeit und auch sonst störte der Stil mich nicht. Aber auch hier: hört man über 16 Stunden zu, wird es anstrengend. Vielleicht lag das auch an der Sprecherin. Beate Himmelstoß liest zwar gut, fesseln konnte sie mich allerdings nie. Ich fand es sehr interessant, eine weibliche Vorleserin zu hören, denn schließlich bestimmen die meisten Männer die Geschichte. Aber Lady Trenchard und Lady Brockhurst sind eben doch die Hauptfiguren. Ich konnte mit die alten beiden Damen mit Hilfe der Stimme von Himmelstoß gut vorstellen und daher ist sie auch eine passende Vorleserin. Etwas gestört hat mich ihre Interpretation der Männerstimmen dennoch manchmal. Enttäuscht wurde ich ein wenig vom Ende. Im Großen und Ganzen ist es zu erwarten, das letzte Kapitel hat mich aber kopfschütteld zurückgelassen. Fazit „Belgravia“ ist eine Art Familienepos oder auch Drama mit unzähligen Intrigen und Geheimnissen. Die Charaktere sind authentisch und dem Zeitgeist mehr als entsprechend. Die Handlung ist logisch, aber konstruiert. Der langatmige Stil mit all seinen Details führt zu einem nur schwer anhaltenden Spannungsbogen, sodass der Hörer nicht permanent gefesselt ist. Ein paar Dinge waren mir zu ausschweifend dargestellt und vor allem das Ende war voraussehbar. Das Hörbuch bietet gute Unterhaltung für Fans des Genres, allerdings sollte man Durchhaltevermögen mitbringen. Ich vergebe 3,5 Spitzenschuhe.

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Autor: Julian Fellowes Verlag: C. Bertelsmann ISBN: 978-3-570-10324-1 Erschienen: 2016 Preis: 19,99 € Seiten: 447 Zitat: "Wir sollten für sie beten." [S.33, Z. 31] Inhalt: Sophie Trenchard verehrt einen jungen Mann - Visscount Bellaris - der 1815 fällt. Sie bekommt einen Sohn und stirbt im Kindbett. 25 Jahre später ist genau das die Handlung des Buches. Der Verlauf eines Skandals. Oder auch nicht? Anne Trenchard und Lady Brockhurst - die Großmütter des jungen Mannes - versuchen alles von ihm fernzuhalten ohne das er weiß weshalb. Und dann gibt es da noch die Liebe... Meine Meinung: Julian Fellowes hat eine Geschichte geschrieben die Downton Abbey wirklich das Wasser reichen kann. Verworren, Intrigen, Hass, Liebe, Selbstsucht, Schmerz, Trauer, Nächstenliebe, Geheimnisse wahren. Alles war mit dabei. Ich habe tatsächlich eine Weile gebraucht mich mit der Geschichte und den Charakteren anzufreunden. Das lag nicht am Schreibstil - der hat mir gefallen - und auch nicht an den Beschreibungen. Ich bin zwischen den Szenen und Orten durcheinander gekommen. Kam erst nicht so richtig mit wer gerade von wem dran war. Dieses Familiendurcheinander kann einen aber auch wirklich verwirren. Von Anfang an im Jahr 1841 gab es Charakter die mir sympathisch waren oder halt auch nicht. Darunter natürlich auch Mitglieder beider Familien. Einige waren intrigant. Nur auf ihren Vorteil bedacht, doch in der Zeit war das gerade bei den Wohlhabenden normal. Anne Trenchard und Lady Brockhurst waren sehr unterschiedlich - nicht nur vom Stand her - und doch mochte ich sie. Lady Brockhurst an Luxus gewöhnt, etwas eitel, spendabel und verliebt in ihren Sohn - Visscount Bellaris - entsprach genau dem damaligen Verhalten. Sie tat was von einer Frau ihres Standes erwartet wurde. Und doch war sie eine trauernde Mutter, die unter dem Verlust ihres einzigen Kindes litt. Anne Trenchard kam durch das Geschick ihres Mannes höher in die Gesellschaft, doch im Gegensatz zu ihm weiß sie wo ihr Platz ist und versucht nicht auf Gedeih und Verderben weiter zu steigen - um am Ende zu fallen. Sie ist sehr klug, vorsichtig, aufmerksam. Mehr als manche Dame aus der gehobenen Gesellschaft. Sie leidet sehr unter dem Tod ihrer Tochter und dem schlechten Gewissen ihres Enkels gegenüber. Über den Mann von Lady Brockhurst kann ich nur wenig sagen, doch mit James Trenchard bin ich einfach nicht warm geworden. Ja es gibt ein paar Abschnitte aus seiner Sicht, doch trotz seines Geschicks im Geschäft kann ich nicht sagen, dass ich ihn mag. Vielleicht war er mir einfach zu ehrgeizig. Auch er hat seiner Frau Vorwürfe gemacht was das Geheimnis um den Enkel anging, doch gerade er hat da einiges falsch gemacht und das fand ich nicht in Ordnung. Charles Pope - die Hauptperson der Geschichte - ist ein junger, kluger und ehrgeiziger Mensch. Sein Herz hat er auf dem rechten Fleck. Und auch wenn er nicht versteht weshalb sich eine so feine Dame wie Lady Brockhurst mit in seinen Geschäften beteiligen will stellt er keine vorlauten Fragen. Ganz Gentleman. Oliver Trenchard und John Bellasis waren für mich zwei ähnliche, aber doch sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Mögen auch Beide Angst haben. Oliver hat sein Herz wenigstens noch nicht ganz abgeschrieben. Gerade er hat mich sehr positiv überrascht. Über die Charakter möchte ich aber gar nicht mehr sagen. Mir ist auch klar, dass ich ein paar vollkommen übergehe, doch ich möchte noch kurz etwas über die Geschichte sagen. Ich bin ein Freund von Büchern aus der hier durchspielten Zeit. Der Autor hat viele Details eingebaut durch die ich mich schnell heimisch gefühlt habe. Die Kleidung, der Stil der Räume, die Möbel, die Rangordnung der hohen Gesellschaft, Anstandsregeln, Geliebte, Standesbewusstsein, Angestellte. All das war so authentisch, realistisch das ich mich richtig wohl gefühlt habe. Die Intrigen kamen nicht zu kurz und auch Spannung war gerade am Schluss sehr viel dabei. Als ich das Buch zugeklappt habe war ich zufrieden.

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Erster Satz Die Vergangenheit - wir haben es schon oft gehört - ist ein fernes Land, dort gelten andere Regeln. Meine Meinung Auch ich bin eine von den Mädels, die das Leben und die Leiden der Familien Grantham und Crawley und deren Angestellten miterlebt hat. Du weißt nicht wovon ich rede? Natürlich von Downton Abbey ♥ Doch es war bekannt, dass diese Serie eine zeitliche Begrenzung hat und so kam ich (wie sicher viele andere Fans) dazu, mir Belgravia genauer anzuschauen. Immerhin hat Julian Fellowes viele Drehbücher der Kultserie geschrieben - da muss doch auch dieses Buch der Wahnsinn sein. So dachte ich zumindest. Ich weiß nicht wieso, aber das Buch konnte leider nicht so bei mir punkten wie die Serie. Damit das niemand falsch versteht: Es handelt sich hierbei NICHT um das Buch zur Serie und dieses Buch ist auch nicht Vorlage dafür gewesen. Es sind zwei vollkommen unabhängige Geschichten! Lediglich das Hauptthema und das Setting sind gleich. Doch warum finde ich dann nicht beides gleich gut? Es gefällt mir wirklich gut, wenn bei Serien oder Filmen auf die kleinen Details geachtet wird. Wenn man beim zweiten oder dritten Mal gucken noch etwas Neues entdeckt geht mir das Herz auf. Bis zu einem gewissen Punkt mag ich das auch in Büchern. Allerdings ist der Grat zwischen detaillierter Beschreibung und unnötig langweiliger Ausschweifung da sehr schmal. Leider hat Mr. Fellowes sich oftmals in die falsche Richtung bewegt. Mag es bei Drehbüchern eine Notwendigkeit sein alles auszuschmücken und bis aufs kleinste bisschen zu beschreiben, war es mir hier viel zu viel. Beim Lesen merkt man sofort, dass sich der Autor mit der Thematik absolut auskennt. Egal ob es sich dabei um das historische England dreht oder das gesellschaftliche Parkett, auf dem die Personen tanzen...Julian Fellowes weiß diese Situationen bestens zu beschreiben. Allerdings sind mir der ein oder andere Dialog doch zu hölzern, was aber auch an der Übersetzung liegen könnte. Ebenso treffen die Charaktere nicht immer meinen Geschmack. Manche sind zu eindimensional und zu wenig beleuchtet, andere wiederrum viel zu kitschig und klischeebeladen. Die Mischung hätte hier ausgeglichener sein können und vielleicht sogar sein müssen. Fazit Ein Roman, der als Drehbuch vielleicht besser geeignet wäre. Eine filmische Darstellung hätte mir womöglich positiver im Gedächtnis bleiben können. Hätte ich Downton Abbey vorher nicht geschaut, wäre mein Urteil eventuell anders ausgefallen. So habe ich beim Lesen aber ständig Vergleiche gezogen, was ich leider auch nicht abstellen konnte. Wer dieses Genre, Familiengeheimnisse und England im 19. Jahrhundert mag, keine Angst vor Kitsch und sehr detaillierten Beschreibungen hat, wird hier vermutlich ein neues Lieblingsbuch finden!

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Heute möchte ich euch daher einen tollen historischen Roman vorstellen, der mir vom Bertelsmann Verlag zur Verfügung gestellt wurde und den ich in den letzten Wochen gelesen habe. "Belgravia" ist das neue Buch des Autors von Dowton Abbey und darf deshalb in meinem Regal nicht fehlen! Schon das Cover von "Belgravia" ist ein echter Hingucker im Regal und macht richtig Lust auf das Buch. Es beginnt im frühen 19. Jahrhundert, am Abend vor der Schlacht von Waterloo. Hier lernen wir zunächst die Trenchards kennen, die in den Kriegszeiten einen gesellschaftlichen Aufschwung erleben. So strebt ihre Tochter Sophia nach dem Erben eines Herzogs. Welche weitreichenden Folgen die Begegnung der beiden jungen Leute hat, offenbart sich erst 25 Jahre später und wird zu einem dunklen Familiengeheimnis der Trenchards. Auf der anderen Seite dieser Verbindung steht die Adelsfamilie Brockenhurst, deren Erbe in der Schlacht von Waterloo gefallen ist. Der Zufall bringt die beiden Frauen dieser Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammen und so kommen beide nach und nach der Vergangenheit auf die Schliche. Meine Meinung: Zu Beginn hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. So richtig in der Geschichte angekommen war ich erst nach den ersten zwei Kapiteln. Das liegt zum einen daran, dass die Abschnitte des Buches recht lang gewählt sind, denn sie sind eher thematisch sortiert und es gibt nicht einfach nur durchnummerierte Kapitel. Auf der anderen Seite tauchen am Anfang des Buches einfach sehr viele Namen auf, die man sich teilweise einfach nicht merken kann - ich zumindest nicht. Nach einiger Zeit jedoch, ist man voll in der Geschichte verwoben und kann quasi nicht mehr aufhören, bis sich der Knoten aus Familiendramen am Ende löst - ja schier gar platzt. Wir begleiten hier zwei Familien und einige Einzelkämpfer, deren Geschichten wunderbar herausgearbeitet sind. Zu jedem Charakter hatte ich beim Lesen wirklich ein Bild im Kopf und konnte mir vorstellen, wie sie / er denkt und handelt. Das finde ich gerade bei historischen Romanen sehr wichtig. Das Ende der Geschichte konnte selbst ich allerdings nicht voraussagen und so wurde ich auch - endlich mal - überrascht. Mit seinen knapp 450 Seiten handelt es sich, für historische Verhätnisse, eher um eine mittellange Geschichte, aber meiner Meinung nach ist alles gesagt. Das Knäul aus Beziehungen wird erst so richtig verwoben, um am Ende dann die große Auflösung zu präsentieren. Einfach herrlich!

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Bookstagram hat mir bereits in den wenigen Monaten, in der ich diese Platform nutze, sehr viel positives beschert. Aus aktuellem Anlass zum Beispiel meine Registration auf dem Bloggerportal. Und vor ca. 2 Wochen habe ich meine erste Buchpost bekommen. Es war dieses schöne Hardcover vom C. Bertelsmann Verlag drin und ich habe mich riesig gefreut. Sofort gelesen habe ich auch (in einem Tempo, das durch Wochenend- und Nachtdienste deutlich reduziert wurde). Über den Autor: Julian Fellowes sollte jedem, der auch nur ein hauch von Serien- oder Filmjunkie ist, etwas sagen. Downton Abbey, meine Leute. Wenn ihr es nicht kennt, um Gottes Willen, wo lebt ihr denn, es kam sogar in Iron Man 3 vor. So berühmt ist die Serie. So viel davon. Über die Story: London in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zwei Familien aus verschiedenen Schichten der feinen Gesellschaft mit komplizierten Verhältnissen und einem 25-Jahre-alten Geheimnis, das sie für immer verbindet. Liebe, Intrigen und riesige Vermögen, die auf den richtigen Erben warten. Was mir gefiel: Julian Fellowes knows his stuff. Er ist einfach anstandslos in dieser Epoche Zuhause und das spürt der Leser in jedem Satz. Der Roman liest sich wie Hugo oder Tolstoi, wird dabei jedoch den Anforderungen der modernen Leserschaft gerecht. Nicht zuletzt in der Begrenzung. 448 Seiten sind doch leichter zu verdauen als 800+. (Ja, Schande über mein Haupt, bin jeweils 2x an Les Miserables UND Krieg und Frieden gescheitert) Komplexe Figuren, die wir im Laufe der Geschichte kennen und mögen lernen können. Die Story selber. (Wort der Vorwarnung, wird auf in der nicht gefallen Kategorie vorkommen) Es kam Spannung auf. Die Handlung bewegt sich sehr Flüssig voran und der Leser wird förmlich in diesen Sog gerissen. Ich war gespannt auf das Ende. Die Aufmachung. Ein wirklich schickes Buch. Ich bin eher pro-Paperback, aber Mal so ein Hardcover in der Hand halten ist auch ganz nett. Was mir nicht gefiel: Eben jetzt wieder: die Handlung. Es hat mir an Komplexität gefehlt. Eine nette Geschichte, aber am Ende lässt sie sich in ca. 3 Sätzen zusammenfassen. Zwar verschiedene Blickwinkel, aber letztendlich ein Handlungsstrang. Es hätte ein bisschen MEHR reingepasst. Für wen und für wann: Für Downton Abbey Fans, Jane Austen Mädchen und für alle die gerade ein ganz böses Buch gelesen haben und jetzt etwas beruhigendes möchten. Oder für jemanden, der sich nicht an die alten Klassiker wagt und das gleiche Gefühl mit moderner Lektüre heraufbeschwören möchte.

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Die Familie Trenchard, geführt von dem ehrgeizigen Bauleiter James Trenchard, befindet sich im Jahr 1841. Als vor 25 Jahren die Tochter Sophia bei der Geburt ihres unehelichen Sohnes Charles stirbt, versucht das Paar Trenchard alles, um den Ruf der Tochter zu beschützen und gibt das Kind weg. Doch als jetzt Anne Trenchard bei einem Nachmittagstee die Mutter des im Krieg gefallenen Vaters ihres geheimen Enkels trifft, beschließt sie, dass sie ihr Geheimnis nicht länger ungeteilt lassen kann – und damit gerät der Stein ins Rollen. Vermutlich gehöre ich, wie viele Leser dieses Romans, zu den großen Downton Abbey Fans, die gespannt waren, was Drehbuchautor Julian Fellows noch zaubern kann. Bereits beim Lesen des Klappentextes wurde mir schnell klar, dass es gewisse Ähnlichkeiten mit der preisgekrönten Serie haben würde – besondern in Hinblick auf die Upstairs-Downstairs-Perspektive. Ein großes Lob geht an die wunderbare Covergestaltung: Ein schlichtes, aber auch edles Design welches das noble Belgravia Viertel in London mit Passanten und Kutschen darstellt und zweifelsohne ein Blickfang ist, der mich angelockt hat. Andererseits muss ich sagen, dass die gebundene Ausgabe des Buches recht dicke Seiten hat und sich das Buch als etwas schwerer erweist, als erwartet. Julian Fellows hat einen angenehm leichten und etwas blumigen Schreibstil, der besonders die Dialoge sehr angenehm zu lesen macht – sehr lebhaft und spritzig. Ganz deutlich wird auch Fellows jahrelange historisch-gesellschaftliche Expertise nach Downton Abbey, aber auch seinen beiden anderen Romanen „Eine Klasse für sich“ und „Snobs“, so dass er hervorragend das dekadente Leben des Hochadels, die Fauxpas der Emporstrebenden und die Lästereien unter den Dienstboten einfangen kann und ein bisschen an „Vanity Fair“ erinnert. In diesem Punkt hat mich Belgravia gut überzeugt, da ich schon enige Bücher in dieser Periode gelesen habe, war ich positiv überrascht: es wirkt historisch wirklich gut authentisch. Natürlich erkennt man auch eine starke Analogie zu Downton Abbey. Die Figuren hingegen sind sehr unterschiedlich: Manche sind sehr eindimensional und es wird sofort klar, ob sie böse oder gut sind und dass sich dies innerhalb des Romans nicht ändern wird. Diese klassische Besetzung vom Sweetheart, der Zofe, die sich für etwas besseres hält, den verwöhnten reichten Kindern und dem Schurken macht den Roman in Teilen wirklich kitschig. Natürlich mag ich den Roman nicht die ganze Zeit mit Downton vergleichen, aber was mir in der Serie durchaus gefallen und hier gefehlt hat, war dass auch mal das „Böse“ eine gewisse Oberhand hat und es auch dunkle Episoden gab. Andererseits gibt es durchaus ein paar Figuren, deren Charakter sich ändert und entwickelt, zwar um keine 180 Grad Drehung, aber etwas und die mir recht sympathisch geworden sind. Doch wie bei den Figuren, fehlt mir auch in der Storyline öfters die Tiefe: Die Handlung spielt häufig an der Oberfläche und wirkt manchmal trotz der blumigen Sätze ein wenig wie ein Drehbuch. Nach längerem Überlegen wurde mir auch klar, wie ich dieses ambivalente Gefühl zu diesem Buch am besten ausdrücke: Die Gesichte ist mehr eine Strandlektüre als ein satter Roman, aber ich denke, dass sie in den Händen von ein paar Darstellern und Darstellerinnen zu noch besserem, tieferem und emotionaleren Material werden können. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, da ich in der Geschichte Potential erkenne und sie mich manchmal wirklich mitreißen konnte, aber das gewisse Etwas (vielleicht auch das gewisse „Dunkle“) fehlt. Tatsächlich wäre ich sehr neugierig, wie „Belgravia“ filmisch umgesetzt seien würde, weil ich überzeugt davon bin, dass es mehr aus der an sich ganz interessanten Story machen könnte. Zu guter letzt möchte ich mich beim Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitsstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken. Fazit: Eine nette, unterhaltende und leichte Lektüre mit guter historischer Exertise, die sich flott lesen lässt, aber meines Erachtens als Film mehr Wirkung hätte entfalten könne, statt in Form eines Romans. Leider fehlte mir die ausreichende Tiefe. 3 von 5 Sternen

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