Leserstimmen zu
Das Haus des Kolibris

Vanessa Lafaye

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Ihr Herz liegt in Kuba

Von: Kristall86 aus An der Nordsee

26.08.2019

Die Geschichte „Das Haus des Kolibris“ von Vanessa Lafaye ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt und fesselt ab der ersten Seite mit Alicias Lebensgeschichte und einem Mord. Alicia Cortez hatte ihre Heimat eigentlich auf Kuba, musste diese aber auf Grund bestimmter Umstände nach Key West/Florida verlegen. Sie fand dort eine Anstellung im „Tea-Salon“ ihrer Cousine der sich rasch als Etablissement entpuppte....dort lernt sie John Morales kennen und später auch lieben. Hier merkt man schnell das die beiden eine gewisse Anziehung zueinander besitzen, es aber ein wenig dauert das sie diese entwickelt. Diese Länge ist aber keineswegs ein Pausenfüller sondern wirklich gut gewählt und hält die Geschichte mit Romantik bei Laune. Aber Alicia hat eine dunkle Seite die in ihrem inneren schläft. Wie diese entstanden ist, erfahren wir recht schnell und können sie nur zu gut nachvollziehen. Ja, Alicia hat eine andere Hautfarbe und genau wegen dieser und ihrer kubanischen Herkunft wird sie verachtet. Rassendiskriminierung und Fremdenhass kommen hier zur Debatte und werden passend und stimmig in die Geschichte eingeflochten. Der gesamte Erzählstil ist harmonisch und flüssig aufgebaut. Nichts wirkt übertrieben oder an den Haaren herbei gezogen....ganz im Gegenteil. Es ist nunmal eine wahre Geschichte die Lafaye hier wiedergibt, die an Aktualität aber nichts verloren hat. Eine lesenswerte Story die fesselt und lange nachhallt! Klare Leseempfehlung!

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Alicia musste schweren Herzens ihre Heimat Kuba verlassen und ist aus diesem Grund zu ihrer Cousine die in Key West einen Teesalon betreibt gekommen. Doch der Teesalon entpuppt sich nicht als das was Alicia dachte, aber sie kämpft sich durch und baut sich so eine Zukunft in Florida auf. John Morales ein Veteran aus dem ersten Weltkrieg hilft Alicia so gut er kann auch wenn sie sich zuerst nicht so ganz grün sind. Als sie aber eine Beziehung eingehen sehen sie sich dem Fremdenhass und dem Rassismus ausgesetzt, was ihre Liebe auf eine sehr harte Probe stellt. Ich liebe es Romane zu lesen bei denen wahre Begebenheiten als Hintergrund verwendet werden auch wenn alles passend für den Roman dann von der Autorin zugeschnitten werden. Hier bei diesem Roman kann ich gar nicht sagen ob mich zuerst das Cover oder der Klappentext angesprochen hat, aber ich würde jetzt mal sagen es hat mich beides gereizt. Als ich das Buch zu lesen begann bin ich wirklich sehr gut in die Handlung reingekommen und hätte ich den Roman nicht zwei volle Tage unterbrechen müssen, dann wäre es in einem Rutsch gelesen worden. Die Handlung war auf drei Erzählstränge aufgebaut, wobei es aber noch einen vierten Strang gab der aber recht kurz war und ich hier auch nicht zu viel vorweg nehmen möchte. Der Hauptteil der Handlung wurde aber aus der Sicht von Alicia erzählt und ja ich konnte mich so auch recht gut in sie hineindenken. Alicia hat das Schicksal gleich mehrmals hart getroffen und obwohl ich weiß, dass die Rassendiskriminierung in Amerika recht stark war bzw. ist, war ich doch entsetzt was ihr und auch John widerfahren ist. Auch hätte ich nie gedacht, dass ausgerechnet Kuba damals also sprich 1919 fortschrittlicher war als Amerika. Dem Handlungsverlauf konnte ich immer sehr gut folgen und obwohl die Handlung in einer Zeit von vor über 100 Jahren spielt war vieles noch anders war wie die Einstellung der Menschen, konnte man doch alle Entscheidungen die getroffen wurden sehr gut nachvollziehen und auch verstehen. Der Spannungsbogen war auch bis zum Schluss gespannt und ja ich hatte auf so ein Ende des Romans gehofft auch wenn ich zwischenzeitlich daran gezweifelt hatte. Durch den Anhang bzw. dem Nachwort der Autorin konnte ich mir vieles auch noch besser vorstellen auch wenn mich manches doch stark entsetzt hat. Obwohl ich Key West wirklich nur aus dem Fernsehen kenne, konnte ich mir vieles wenn auch nicht alles anhand der detailreichen Beschreibungen sehr gut vor dem inneren Auge entstehen lassen. Bei den Figuren des Romans hatte ich keinerlei Probleme mir diese während des Lesens vorzustellen. Sowohl die junge als auch die alte Alicia hatte ich sehr schnell in mein Leserherz geschlossen und ja bei John hatte es etwas gedauert da ich ihn zuerst so wie es auch Alicia ergangen ist und ich ihn erst besser kennenlernen musste. Alles in allem ein wirklich lesenswerter Roman der mich wirklich vollständig überzeugen konnte. Schade finde ich es nur, dass es wohl der letzte Roman der Autorin war da sie 2018 verstorben ist. Sehr gerne vergebe ich für den Roman alle fünf Sterne und werde mir den Debütroman der Autorin noch besorgen.

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>>In Zeiten des Hasses entbrennt unter dem goldenen Himmel Floridas eine Liebe gegen alle Widerstände...<< „Das Haus des Kolibris“ von Vanessa Lafaye ist ein ganz besonderes Buch, jedenfalls war es das und ist es das noch immer für mich. Ich konnte hier abtauchen in eine so wichtige, tiefe, berührende und fesselnde Geschichte, die hauptsächlich in Florida 1919 spielt und inspiriert wurde von realen Geschehnissen. Neben dem damaligen Rassenkonflikten erleben wir hier eine unglaublich schöne, wenn auch tragische Liebesgeschichte mit, die mich sehr berührt hat und die für mein Leseempfinden sehr gut ausgearbeitet wurde. Es ist nichts kitschiges dabei und dennoch kann man die Schmetterlinge im Bauch spüren. In diesem Buch agieren einige wirklich tolle Charaktere, die sich innerhalb des Ganzen stetig entwickeln und mir als Leser sehr sehr nah kamen, was mir immer extrem gut gefällt. Denn dadurch wirken die Geschichten für mich oft nach und ich kann mich richtig in die Geschichte vertiefen. Auch der Einblick in die verschiedenen Familien konnte mich absolut begeistern! Es gab schockierendes, tragisches, liebevolles und alles fügte sich absolut fesselnd zueinander. Mit seinen 445 Seiten kann ich sagen gab es nicht eine, die ich langatmig empfand oder so, es war eine einfach tolle Lesezeit und ich kann dieses Buch absolut empfehlen! Für mich definitiv und ganz klar ein absolutes Highlight! um Abschluss noch ein kleines Zitat aus dem Buch, was ich einfach so wundervoll fand <3 >>Sie lachte, weil es tausendmal besser war, als sich die Taschen mit Steinen zu füllen und ins Wasser zu gehen.<<

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„Das Haus des Kolibris“ erzählt aus einem dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit. Dem sehr interessanten und lehrreichen Nachwort zufolge hält sich Vanessa Lafaye auch recht genau an die tatsächlichen Begebenheiten und hat die tragische Liebesgeschichte zwischen einer Frau kubanisch-afrikanischer Abstammung und einem Weißen im Key West des Jahres 1919 spannend und mitreißend als Roman adaptiert. In der Rahmenhandlung, angesiedelt im Jahr 1993, geht es um einen sehr außergewöhnlichen Kriminalfall. Eine hochbetagte, über 90jährige Dame erschießt auf offener Straße einen im Rollstuhl sitzenden alten Mann mit einem historischen Colt. Was sind die Hintergründe der Tat? Und warum sagt Alicia Cortez, dass nun endlich die alten Schulden beglichen sind? Im historischen Teil des Romans, der fast das ganze Buch einnimmt, erfährt der Leser den Grund für die späte Rache und darf die Jugend Alicias miterleben. Sie kommt aus Havanna nach Key West, weil sie sich nach einer Misshandlung durch ihren Ehemann zur Wehr gesetzt hatte und nun in Kuba nicht mehr sicher ist. Ihre Familie hat sie im „Tearoom“ einer Verwandten untergebracht und glaubt sie damit in Sicherheit. Als Alicia ankommt, ist sie entsetzt: der „Tearoom“ entpuppt sich als zwielichtiges Etablissement und Alicia kann sich nicht vorstellen, dort ihr Dasein zu fristen. Als ihre Verwandte kurz darauf verstirbt, bleibt Alicia keine Wahl: wenn sie in Key West überleben will, muss sie ihr Leben komplett umstellen. Alicia ist eine Kämpferin, sie lässt sich von den Widrigkeiten des Lebens nicht unterkriegen und wird innerhalb kürzester Zeit zu einer gewieften Geschäftsfrau. Unterstützung findet sie in dem Kriegsveteranen John Morales, dem die Bar neben ihrem Haus gehört. Bald schon sind sie mehr als nur Ge-schäftspartner. Doch als sie entscheiden, zu ihrer unkonventionellen Liebe zu stehen anstatt sich zu verstecken, erwecken sie die Aufmerksamkeit des aufstrebenden Ku-Klux-Klan in der Stadt. Mit fatalen Folgen… Vanessa Lafaye erzählt von den Ursprüngen der vielbeschrie-benen Ku-Klux-Klan-Verbindung und von der Art, wie sie ver-suchte insbesondere einflussreiche Mitglieder der Gesell-schaft auf ihre Seite zu ziehen. Aber auch die Verblendung, mit der Jugendliche zu den Idealen des Klans gelockt wurden, spielt eine große Rolle. Es ist erschreckend, wie schnell die Verbindung an Macht gewann und mit welch rabiaten Methoden sie die von ihnen als minderwertig angesehenen Religionen oder Ethnien einschüchterte und attackierte. Gleichzeitig ist die Geschichte von Alicia und John aber auch ein Plädoyer für Menschlichkeit, Freundschaft und moralische Stärke. Ich fand den Roman in sich stimmig und mit dem interessanten Nachwort zu den historischen Fakten und zur Entstehungsgeschichte des Buches perfekt abgerundet. Ein Roman, dem ich viele, viele Leser und großen Erfolg wünsche!

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Was bringt eine 96jährige Frau dazu, während einer Ku-Klux-Klan-Versammlung in Key West einen alten Mann im Rollstuhl zu erschießen? Der ermittelnde Polizist hat nur noch 1 Woche bis zur seiner Pensionierung und wollte die eigentlich ruhig verbringen, aber nun muss er sich mit der berühmt-berüchtigte Alicia Cortez – La Rosita Negra – und ihrer Geschichte auseinandersetzen und erfährt dabei, was sein Vater damit zu tun hat ... Alles beginnt 75 Jahre zuvor, als Alicia Havanna verlassen muss und nach Key West geht, weil sie sich gegen ihren gewalttätigen Ehemann gewehrt hat. Dort wird sie im Teesalon ihrer Cousine Beatriz arbeiten. Key West ist ein Alptraum nach Havanna – dreckig, rückständig, stinkend und grau: „Nichts hier war so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Ihr kam es so vor, als wäre sie ans andere Ende der Welt gereist und nicht einmal gerade neunzig Meilen weit.“ (S. 42) Direkt neben dem Teesalon betreibt John Morales, der gerade aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrt ist, eine Bar. Als Beatriz kurz nach Alicias Ankunft während einer Grippewelle stirbt, vererbt sie den Salon an Alicia und gibt ihr den Tipp, sich bei Fragen an John zu wenden. Außerdem soll sie „Schießen lernen. Und immer mit dem Rücken an der Wand entlanggehen.“ (S. 51). Zur gleichen Zeit versucht der Jugendliche Dwayne, seinen Vater (einen Pastor) zu beeindrucken, indem er dessen Arbeit für den Ku-Klux-Klan unterstützt. Er teilt seine Meinung „Die Juden, die Katholiken und die Neger gehören alle zusammen. Sie haben nur ein Ziel: unsere Nation zu Fall zu bringen.“ (S. 200) zwar nicht, aber die Organisation an sich beeindruckt ihn und so lässt er sich zu einer Dummheit verleiten, die er hinterher bitter bereuen wird. „Das Haus des Kolibris“ von Vanessa Lafaye beruht auf einer wahren Begebenheit, einer verbotenen, leidenschaftlichen Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen verschiedener Hautfarben. Sie schreibt über eine Zeit und ein Thema – das Erstarken des Ku-Klux-Klans und der Beginn der Prohibition – mit dem ich mich bis dato noch nie weiter auseinandergesetzt hatte. Sehr fesseln und rasant erzählt sie, wie Bigotterie und Fanatismus den Alltag bestimmen, wie sich die Menschen in Fremdenhass und Rassentrennung hineinsteigern und Probleme mit Gewalt lösen. „... neben dem, was ich in den letzten 12 Monaten hier erlebt habe, ist die Bronx das reinste Märchenland.“ (S. 335) Alicia hat eine afrikanische Mutter und einen kubanischen Vater, ihre Haut ist milchkaffeefarben. Nach der damaligen Definition ist sie damit weder weiß noch schwarz, eine Exotin, ein Unikum und unerwünscht. Doch sie erweist sich als echte Kämpferin und setzt sich durch. Erst ihre verbotene Liebe zu John macht sie ängstlich und angreifbar. Sie hat fürchtet die Entdeckung und deren Folgen, aber John verspricht, sie zu schützen. Schließlich hat als Einziger seiner Kompanie den Krieg überlegt und ist noch nie einer Schlägerei aus dem Weg gegangen. Außerdem glaubt er nicht, dass sich er Ku-Klux-Klan und die bigotten Kirchenmänner wirklich durchsetzen können. „Die ganze Stadt ist auf einem riesigen Sumpf aus Lügen und Geheinissen aufgebaut.“ (S. 176) Die Stimmung in Key West schaukelt sich hoch, eine Spirale der Gewalt beginnt und endet im finalen Sch(l)uss. Alicias Geschichte hat mich sehr berührt und fasziniert. Obwohl man eine ungefähre Ahnung hat, wie sie leider ausgehen muss, hat sie mich bis zur letzten Seite gepackt und ich habe die knapp 450 Seiten an nur 2 Abenden gelesen. Die Autorin schildert die gefährliche Atmosphäre, die Ängste aber auch Hoffnungen der verschiedenen Protagonisten sehr anschaulich. 5 Sterne und meine Leseempfehlung für diesen außergewöhnlichen und hervorragend recherchierten Roman.

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