Leserstimmen zu
Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

Richard Morgan

Takeshi Kovacs (1)

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Der Klappentext ist etwas verwirrend, denn irgendwie findet man nichts darüber im Buch, dass Kovacs fünfhundert Jahre lang eingelagert war. Aber davon abgesehen ist die Geschichte, die Morgan hier gesponnen hat, Cyberpunk vom Feinsten. Erzählt wird die Geschichte aus der ICH-Perspektive von Takeshi Kovacs, mit dem ich selbst nur langsam warm wurde. Trotzdem war ich von der ersten Seite an gefesselt. Kovacs wurde von Laurens Bancroft angeheuert und aus der Einlagerung rausgeholt, um Bancrofts Mord aufzuklären, der sich nicht damit abfinden will, dass die Polizei behauptet, er habe sich selbst umgebracht. Bancroft ist über 300 Jahre alt, steinreich und hat mehrere Klone von sich, die er nutzen kann. Die Idee des digitalen Downloads ist im Science-Fictionbereich nicht neu, allerdings hat Morgan das hier geschickt umgesetzt. Unterstützt wird Kovacs von der Polizistin Lieutenant Ortega, wenn auch anfangs eher widerwillig, da sie absolut nichts für Leute wie Bancroft übrig hat, die allgemein hin als Methusalems bzw. abfällig Meths bezeichnet werden. Man wird von Morgan auf eine verrückte Reise durch die Welt mitgenommen und mit vielen Dingen konfrontiert, die nachdenklich stimmen. Auch hier wieder die Thematik, wie sich Menschen verändern, wenn sie unendlich lange leben können und der Tod kein Ende für die eigene Existenz darstellt. Schön fand ich dabei, dass der Kontrast zwischen reich und arm verdeutlicht wurde. Während die Reichen ihre eigenen Sleeves (also Körper, in die sie heruntergeladen werden) haben, kann sich der Normalbürger in der Regel nur fremde Sleeves leisten und meistens auch nur ein oder zwei weitere Resleeving-Vorgänge, was bedeutet, dass die Normalbürger immer eine volle Lebenszeit durchmachen bevor sie einen neuen Sleeve bekommen, während die Reichen eher dauerhaft „jung“ bleiben. Trotzdem verändert auch die Reichen die Aussicht, ewig und jung leben zu können und sie müssen sich mit ihren eigenen Dämonen zwangsläufig auseinandersetzen. Den Leser konfrontiert Morgan mit Folter in virtueller Realität, Drogen und Prostitution. Leider hat das Buch dadurch einige Längen, die zwar helfen, die Welt zu vertiefen, in der man sich befindet, was aber auch hätten wegfallen können, ohne der Geschichte zu schaden. Gerade die Folterszenen hätte man getrost verkürzen können. Fazit Alles in allem hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen und Kovacs ist mir nach anfänglichen Schwierigkeiten im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ich denke, Teil 2 werde ich auch irgendwann lesen müssen. Klare Lese-Empfehlung für alle Fans von gutem Cyberpunk und jene SF-Fans, die sich bisher noch nicht an dieses Genre rangewagt haben. Wem Bladerunner gefallen hat, der ist auch hier gut aufgehoben. „Altered Carbon: Das Unsterblichkeitsprogramm“ war das erste Werk von Autor Richard Morgan und für einen Erstlingsroman ist er sehr gut gelungen.

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Richard Morgan liefert mit "Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm" eine beeindruckende Zukunftsvision, die einen mehr als stimmigen Rahmen für eine nicht minder packende Kriminalgeschichte bildet. Dergestalt präsentiert sich die Story einerseits als reißerisch inszenierter und temporeicher Thriller, andererseits als intelligentes Gedankenspiel zu der Frage, was wäre, wenn der Tod sich auf ewig austricksen ließe und was das womöglich mit dem eigenen Selbst anstellen würde. Entsprechend vereint der Roman das Beste aus beiden Welten und hat sicherlich nicht zu Unrecht 2003 den renommierten Philip K. Dick-Award eingeheimst.

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Mein Problem mit SciFi ist, dass es mir oft zu viel auf einmal ist. Aliens, Raumschiffe, intergalaktische Kriege, dutzende bewohnte Planeten, ... Wenn ich Sci-Fi lesen möchte, dann denke ich eher an Bücher wie Michael Crichtons Timeline, Black Crouchs Dark Matter oder H.G. Wells Die Zeitmaschine. Und in diese Schiene passt auch Richard Morgans Altered Carbonn, das übrigens bald auf Netflix zu sehen sein wird. Die Grundidee der Geschichte ist genial. Wir befinden uns in einer Zukunft, in der Menschen eigentlich nicht mehr sterben können. Ihre Körper können es schon, aber ihre 'Seelen' nicht, denn alle 48 Stunden wird ein Backup von ihrem Bewusstsein gemacht, dasss im Notfall in einem anderen Köroer hochgeladen werden kann. Und in genau dieser Zukunft muss Privatdetektiv Takeshi Kovacs einen Mord aufklären, denn Millionär Laurens Bancroft wurde kurz vor Ablauf dieser 48 Stunden umgebracht und kann sich nicht mehr erinnern, wer ihm nach dem Leben trachtet. Was mir an Altered Carbon so gut gefällt ist, dass wir es eigentlich mit einem Kriminalfall zu tun haben, der die Basis dieser Sci-Fi Geschichte bildet. Die innovativen fiktiven Ideen wurden darum herumgesponnen und schaffen so ein atemberaubendes Setting für einen kniffligen Mordfall. Perfekt abgerundet wird die Geschichte durch die vielen kleinen Nebenhandlungen. Trotz des Umfangs von über 600 habe ich Altered Carbon regelrecht verschlungen und freue mich jetzt - und das sage ich nicht oft - auf die Netflix Verfilmung. Ob sie an das Buch heranreichen wird?

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In der Zukunft ist es möglich, alle 48 Stunden ein Backup seines Ichs zu machen, um im Falle eines Ablebens diese „Seele“ in einem neuen Körper wieder hochzuladen. Alle Gedanken sind wieder da und der Verstorbene ist in einem neuen Körper wieder am „Leben“. Doch dann wird der Millionär Laurens Bancroft ermordet. Leider trat der Tod kurz vor der Abspeicherung der letzten 48 Stunden ein. Privatdetektiv Takeshi Kovacs, selbst in einem neuen Körper wiederbelebt, macht sich auf die Suche nach genau jenen fehlenden Stunden. . In einer atemberaubenden Mischung aus Cyberpunk, Science Fiction und Thriller erzählt Richard Morgan in seinem Debüt eine rasante Geschichte, die nur so voller genialer Ideen strotzt. Alleine die Ausgangssituation ist absolut grandios und beeindruckend. Morgans Erzählweise verlangt die volle Aufmerksamkeit des Lesers, denn zu schnell könnte man die Übersicht bei der intelligent verschachtelten Story verlieren. In faszinierenden Schilderungen und filmreifen Bildern (demnächst ist dieses Buch tatsächlich als Netflix-Serie zu bewundern) nimmt Richard Morgan den Leser mit auf eine Reise in eine ferne Zukunft, die oftmals an Philip K. Dicks „Blade Runner“ erinnert. Es gibt keine Raumschiffschlachten oder außerirdische Wesen, sondern einen authentisch wirkenden Kriminalfall, der eben in der Zukunft angesiedelt ist. Es sind unzählige Kleinigkeiten, die dieses Buch zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis machen, so dass man es schwer aus der Hand legen kann. Das liegt aber nicht nur an den innovativen Ideen, die sich durch das komplette Werk ziehen, sondern auch an Morgans Schreibstil, der absolut hochwertig und flüssig zu lesen ist. Gerade die Idee, sein Bewusstsein in einen anderen Körper transferieren zu können, macht „Altered Carbon“ zu einer echten Science Fiction-Perle. Es gibt mehrere brutale Actionsequenzen, von denen zarte Gemüter nicht so sehr angetan sein könnten, die aber immer mit der Handlung im Einklang stehen. Ich persönlich fand den Gewaltpegel in diesem Roman nicht wirklich hoch, aber da gehen die Meinungen schließlich auseinander. Richard Morgan zeigt eine Zukunftswelt, die teilweise verroht und hoffnungslos wirkt, andererseits aber auch den schon immer existierenden Wunsch nach „Unsterblichkeit“ zur Wirklichkeit macht. Zumindest das Bewusstsein, quasi die Seele, eines Menschen kann in diesem Szenario überleben. Morgan strickt geschickt ein Netz aus Lügen und Intrigen und lässt den Leser oftmals genauso wie den Protagonisten im Ungewissen, was vor sich geht. Zusätzlich zum bereits erwähnten außergewöhnlichen Plot, kann „Altered Carbon“ noch mit ein paar zusätzlichen Highlights aufwarten, die ich in dieser Form selten so gelesen habe. Es handelt sich dabei um die Sex- und Erotikszenen, die Morgan locker in seine Handlung mit einbaut und die poetisch und hoch philosophisch sind. An manchen Stellen konnte ich gar nicht glauben, wie sich ein Mann dermaßen empathisch in die Gefühlswelt einer Frau einfühlen kann. Diese Szenen sind absolut klasse und haben mich sehr berührt. Ich hätte mir sogar mehr von diesen genial formulierten Einschüben gewünscht, denn sich machten den Roman sehr menschlich und gefühlvoll. „Altered Carbon“ erschien bereits im Jahr 2004 unter dem Titel „Das Unsterblichkeitsprogramm“ im Heyne Verlag und wird wohl jetzt noch einmal aufgrund der Serienverfilmung neu aufgelegt. Fairerweise wird bei dieser Neuauflage zumindest der alte deutsche Titel erwähnt, so dass sich die Gefahr eines Doppelkaufs deutlich schmälert. Zu diesem furiosen und spannenden Auftakt gibt es noch zwei weitere Folgebände mit den Titeln „Gefallene Engel“ und „Heiliger Zorn“, in denen ebenfalls der Privatddetektiv Takeshi Kovacs die Hautprolle spielt. Insgesamt würde ich „Altered Carbon“ fast schon als Meilenstein der neuen Science Fiction bezeichnen. Parallelen mit „Blade Runner“ kann ich aus meinem Kopf zwar nicht wegradieren, aber Richard Morgan kopiert nicht, sondern lässt seinen Plot nur in einer ähnlichen Zukunftswelt spielen. Für mich ist „Altered Carbon“ ein beeindruckendes Krimi-Abenteuer im Science Fiction-Gewand, gewürzt mit harter Action und einfühlsamer Erotik. Eine Mischung, die es in sich hat. . Fazit: Beeindruckend innovative Mischung aus Krimi, Thriller und Science Fiction. Als SF-Fan sollte man das Buch gelesen haben. © 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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