Leserstimmen zu
Zeitmaschinen gehen anders

David Gerrold

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„Zeitmaschinen gehen anders“ von David Gerrold ist innerhalb der Reihe „Meisterwerke der Science-Fiction“ beim Heyne Verlag erschienen. Auf gerade mal 174 Seiten nimmt sich Gerrold dabei dem Paradoxon der Zeitreise an. Er hinterfragt aber nicht die Möglichkeit die Vergangenheit oder Zukunft ändern zu können, sondern sein Held – der Zeitreisende Daniel Eakins – beschäftigt sich mit dem Verlust seiner eigenen Welt als er die Entscheidung trifft, den Zeitresise-Schalter zu betätigen. Zeitmaschinen gehen anders – Der Zeitreise-Gürtel Onkel Jim ist tot. Daniel ist erschüttert, nicht nur über den Tod seines Onkels, sondern weil er auch herausfindet, dass dieser in angelogen hat: Bankkonto ist beinahe leer geräumt, statt dem stattlichen Erbe, von dem Jim bei ihrer letzten Begegnung gesprochen hat. Die einzige Hinterlassenschaft ist ein alter Gürtel. Doch der ist noch viel wertvoller als alles Gold der Welt, wie Daniel schnell herausfindet. Denn mit diesem Gürtel kann er durch die Zeit reisen und trifft im Nu sein erstes zukünftiges Ich. Und damit beginnt für Daniel Eakins eine unglaubliche Reise zwischen Zukunft und Vergangenheit – immer in Gesellschaft eines seiner Ichs, die losgelöst von der ursprünglichen Zeitlinie eine neue Welt erleben. Daniel ist hin- und hergerissen zwischen der Macht, die der Zeitreisegürtel mit sich bringt und der Vereinsamung, die Teil der Zeitreisen ist. Denn er gehört nicht mehr richtig zur Gesellschaft, die sich linear fortentwickelt, zu den sich verändernden Stadtbildern, die sich nach und nach entwickeln. Er und die Seinen ticken anders. Zeitmaschinen gehen anders – eine rasante Reise durch die Zeit „Zeitmaschinen gehen anders“ ist ein dünnes Büchlein, das sich nicht mit unnötigen Details aufhält. Der Leser landet sofort im Geschehen, denn auf den wenigen Seiten eröffnet David Gerrold die Wirrnis seiner Zeitlinien. Ein immer größeres Geflecht aus Vergangenheit und Zukunft entsteht mit jeder umgeblätterten Seite. Manchmal mag man vielleicht den Faden verlieren, man gewinnt ihn aber schnell wieder zurück, denn am Ende schließt sich der Kreis: Manches davon kann der eine oder andere Leser sicherlich auch schon vermuten. Der Roman ist eine kurze Geschichte über Zeitreisen und doch war sie spannend zu lesen. Denn sie zeigt auf, was mit dem Menschen passiert, wenn er aus der Zeit fällt und damit den Anknüpfungspunkt an seine Umwelt verliert. Einzig die sich schneidenden Zeitlinien seiner eigenen Person sind die Gesellschaft, die Daniel verbleiben. „Zeitmaschinen gehen anders“ ist eine kleine Ode an den linearen Zeitverlauf, der Mensch und Raum zusammenhält, (und natürlich an Zeitreisen!).

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© Heyne Verlag Nicht erst seit H.G.Wells und Bill & Ted sind mir Zeitreisen ein Begriff, vielmehr finden sie immer wieder Anklang bei mir. So war für mich klar, dass dieses in der Reihe „Meisterwerke der Science Fiction“ erschienen Buch, welches 1973 erstveröffentlicht wurde, bei mir landen musste. INHALT Eines Tages erhält Daniel Eakins einen Telefonanruf der sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellt. Am anderen Ende der Leitung ist der Anwalt seines geliebten Onkel Jim. Dieser erklärt Daniel das sein Onkel verstorben sei. Der Anwalt möchte sich nun mit Daniel um einige Belange kümmern, darunter fällt auch das Erbe und der derzeitige Lebensstil von Daniel. Während des Treffens stellt sich heraus, dass Onkel Jim wohl senil war, schließlich hat er Daniel immer wieder etwas von einem großen Vermögen erzählt und das sich Daniel keine Sorgen machen müsste. Wie sich nun herausstellt ist dem nicht so. Daniel muss seinen Lebensstil wohl drastisch ändern und schauen wie er über die Runden kommen wird. Biggs oder Briggs, der Onkel Jims Anwalt übergibt Daniel zum Schluss allerdings noch ein Päckchen, welches sein Onkel ihm mehr oder minder als einzigen Wertgegenstand hinterlassen hat. Also Daniel diese öffnet, befindet sich nur ein oller Gürtel darin. Nach genauerem Hinschauen stellt Daniel dann allerdings fest, dass dieser olle Gürtel wohl eine Zeitmaschine ist und das sich mit ihr wohl neue Wege auftun könnten. So beschäftigt sich Daniel mit dieser Maschine um dann seine eigenen Zeitreisen zu unternehmen. Schnell gerät er in die Versuchung die Zeitlinie zu seinen Gunsten zu verändern. Das bringt aber ungeahnte Konsequenzen mit sich, welche nicht nur die Eigenbegegnung beinhalten. MEDIADATEN …Autor: David Gerrold …Verlag: Heyne Verlag …Format: Taschenbuch …Seiten: 173 …Erschienen: 10.2017 (Original 1973) …ISBN: 978-3453318663 …Preis: 9,99 EUR MEINE MEINUNG Zugegeben, dieser Roman fängt banal an und man ist geneigt ihm erst einmal nicht die Aufmerksamkeit zu schenken die er verdient hat. Allerdings schafft es Gerrold in der Textkürze, die dieses Werk nun einmal hat, eine fesselnde Geschichte zu packen, die der Thematik Zeitreise doch ein neues Bild geben – und das nach über vierzig Jahren. Was allerdings nicht ganz mit der Ereignisgeschwindigkeit mithalten kann, ist an einigen Stellen doch die Neuüberarbeitung des Textes. Man hat den „alten Staub“ weggewischt, aber nicht wirklich konsequent, bzw. einen Mischmasch aus „alt“ und „neu“ erzeugt. Das liegt mir nicht ganz so. Abschließend sei gesagt, was Gerrold hier zwischen die Buchdeckel gebracht hat ist wirklich lesenswert und trägt mit Recht den „Meisterwerk der Science Fiction“ Titel des Verlages. MEINE WERTUNG 4 von 5 Zeitreisen

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Daniel Eakins erbt von seinem Onkel lediglich ein seltsames Paket. Als er es öffnet, findet er einen Gürtel darin, der mit mysteriösen Zeichen versehen ist, die darauf hindeuten, dass es sich um eine Art Zeitmaschine handelt. Daniel probiert den Gürtel neugierig aus und landet tatsächlich in einer anderen Zeit. Schon bald stellt er fest, dass er Geschehnisse in der Vergangenheit zu seinem Vorteil manipulieren kann. Es dauert aber nicht lange, bis er sich selbst begegnet. Und das nicht nur einmal … . „Zeitmaschinen gehen anders“ beginnt relativ unspektakulär, was aber nicht heißt, dass das Buch keinen guten Einstieg hat. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit nähert sich David Gerrold dem Thema Zeitreisen und vor allem den damit zusammenhängenden Paradoxa. Was anfangs sogar noch teilweise witzig erscheint, entwickelt sich im Verlauf der Handlung zu einem wahrlich erschreckenden Szenario und einer spannenden und philosophischen Reise in unser Ich. Es ist schon erstaunlich, wie wenig Seiten Gerrold benötigt, um ein derart komplexes Zeitreise-Abenteuer zu beschreiben. Aber er meistert diese Aufgabe mit Bravour und erschafft durch seine präzisen und emotionalen Schilderungen aus dem Stand einen Kultroman für mich. Die Seiten fliegen nur so dahin, wenn man sich auf die paradoxe Geschichte des Protagonisten einlassen kann. Man wird süchtig nach den Entscheidungen, die der anfangs noch unbedarfte Zeitreisende treffen muss, und seinen dazugehörigen Überlegungen. David Gerrolds Roman ist im Heyne Verlag im Rahmen der Reihe „Meisterwerke der Science Fiction“ erschienen und man kann getrost behaupten, dass es sich bei dieser Perle von Buch auch um genau ein solches handelt. Der gehobene, aber dennoch oft auch sehr einfache Schreibstil lässt den in die Jahre gekommenen Leser unweigerlich in die Stimmung „älterer“ SF-Romane versinken, die in dieser Art (leider) heutzutage nicht mehr oft geschrieben werden. Es liegt tatsächlich ein wenig Nostalgie zwischen den Zeilen. Dennoch steckt Gerrold, der diesen Roman Anfang der 70er Jahre verfasst hat, eine beachtliche Recherche in sein Projekt, wenn er von Zeitsträngen und Paralleluniversen spricht. Die oftmals wirren Schilderungen können bei genauerer Betrachtung durchaus eine gewisse Logik vorweisen, die den Leser auch an der ein oder anderen Stelle zum Nachdenken bringt. „Zeitmaschinen gehen anders“ nimmt die Ausgangssituation von H.G. Wells‘ Klassiker zum Anlass und spinnt die Idee in eine vollkommen andere Richtung weiter. Auch wenn der Protagonist ein paar Dinge ändert, wie in Wells‘ Roman, so wendet sich Gerrold schon bald anderen, menschlicheren Dingen zu, die dieses Buch zu einem sehr interessanten und bedeutenden Werk machen. Es geht in erster Linie um den Menschen und wie sich sein Wesen durch Zeitsprünge verändern könnte. Und so komme ich auch zum für mich wichtigsten und beeindruckendsten Aspekt des Romans. David Gerrold lässt seinen Protagonisten während seiner Zeitreisen „auf sich selbst los“. Daniel trifft sich nämlich selbst in verschiedenen Altersstufen und Geschlechtern. Ab einem gewissen Punkt entwickelt sich „Zeitmaschinen gehen anders“ zu einem philosophischen Feuerwerk über die Frage, ob man sich selbst lieben kann (sowohl im Geiste wie auch körperlich). Alleine letzteres schildert Gerrold auf so eindrucksvolle Art und Weise, dass es mir noch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, eine Gänsehaut verschafft. Selbstliebe, Homosexualität, körperliche und geistige Liebe zu und mit sich selbst … Fragen, die sich jeder schon einmal gestellt hat und die vielleicht unbewusst in allen von uns schlummern, werden hier auf eine derart grandiose Weise behandelt, dass ich bewegt und überwältigt meinen imaginären Hut vor David Gerrold ziehe. Auf fast schon revolutionäre und progressive Weise wird hier einem Menschen (und somit auch dem Leser) ein Spiegel vorgehalten, in dem man sich selbst betrachtet und in sein Inneres sieht. Selbst Leben und Tod werden auf eine atemberaubende Art und Weise reflektiert, so dass man sich der Faszination dieser Gedanken schlichtweg nicht entziehen kann. „Zeitmaschinen gehen anders“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Meisterwerk der Science Fiction und aufgrund seines geringen Umfangs ein grandioses Beispiel, dass nicht nur dicke Bücher eine enorme Tiefgründigkeit vorweisen können. David Gerrold hat einen philosophischen Zeitreisetrip geschrieben, den man so schnell nicht mehr vergisst. . Fazit: Beeindruckende und extrem philosophische Zeitreise, die im Gedächtnis haften bleibt. © 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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„Zeitmaschinen gehen anders“ ist die im Rahmen der „Meisterwerke der Science-Fiction“-Reihe erschienene Neuauflage des Klassikers von 1973. Damals wurde „The man who folded himself“, wie der Originaltitel lautet, für den Nebula Award nominiert. David Gerrold hat mit diesem Werk einen Klassiker geschaffen und diesen habe ich mir gestern in einer kleinen Lese-Session einverleibt. 🙂 Das Vorwort ist von Sascha Mamczak und eine kleine Perle für sich. Jeder, der die alte Ausgabe noch daheim hat, sollte allein für das grandiose Vorwort einen Blick in die neue Ausgabe werfen. ❤ Inhaltlich geht es um den jungen Daniel, der von seinem Onkel Jim einen Zeitreise-Gürtel vererbt bekommt. Voller Verwirrung testet Daniel diesen erst einmal, begegnet seinem zukünftigen Ich und sein Leben ändert sich von einer Sekunde zur nächsten. Er klappert alle interessanten Ereignisse der Vergangenheit und der Zukunft ab, verändert Dinge, nur um sie später wieder zu „löschen“ und begegnet letzten Endes sogar einer weiblichen Version seiner selbst… "Kein Moment kann mir entkommen. Ich habe das Zwielicht verfolgt und die Dämmerung eingefangen. Ich habe den Tag erobert und die Nacht gezähmt. Ich kann leben, wie und wo es mir beliebt, denn ich bin der Herr der Zeit." David Gerrold hat hier meiner Meinung nach wirklich ein dickes Ei gelegt – im guten Sinne! Anstatt den Leser mit auf die Reise durch Zeit und Raum zu nehmen, erzählt er, wie das Zeitreisen Daniel mit der Zeit mürbe im Kopf macht, welche psychologischen Krisen er zu bewältigen hat und wie er mit der Sache überhaupt klar kommt. Während Daniel sich philosophischen inneren Monologen hingibt, erfährt der Leser allerhand Dinge, die in anderen Zeitreise-Romanen unter den Tisch gekehrt werden: Wie sieht es beispielsweise aus, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, Selbstliebe kein Fremdwort ist und man dann eine oder mehrere Versionen seiner selbst trifft? Fühlt man sich zu „dem anderen Ich“ hingezogen? Kann so möglicherweise eine Beziehung entstehen? Und wie nimmt man das Verrinnen der Zeit wahr, wie erlebt man selbst das Heute? All diese Fragen beantwortet Gerrold in seinem kurzen Roman. Anfangs war ich sehr skeptisch, ob angesichts der Länge überhaupt eine gute Zeitreise-Story vorhanden sein kann, aber diese Zweifel wurden schnell beiseite geräumt. Die Seiten flogen nur so dahin, und schnell war das Büchlein ausgelesen. Ich musste dann erst einmal den ganzen Inhalt Revue passieren lassen, bis ich auch die eine oder andere Sache verstanden habe, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass dieses Buch eine wunderbare Parabel ist. Die abgeschlossene Handlung und das Fehlen eines offenen Endes haben mich sehr erfreut, zumal ich nur selten offene Enden mag. Allerdings haben mich Kleinigkeiten gestört; zum Beispiel Daniels Umgang mit seiner weiblichen Version; die Dialoge schienen mir doch sehr unglaubwürdig (okay, es ist ein Zeitreiseroman, so viel zu Glaubwürdigkeit, aber die Dialoge müssen doch nicht ins Absurde purzeln!). Das Set-Up, also dass der gesamte Roman quasi ein Tagebuch ist, finde ich toll. Auch wenn man nicht 100% mit dem Protagonisten mitfühlen kann und er doch charakterlich „platt“ wirkt, kann man dennoch die Gedanken und die Sorgen, die in während seiner Zeitreisen plagen, auf eine Art nachvollziehen. David Gerrold hat mit „Zeitmaschinen gehen anders“ eine Idee angestoßen, wie Zeitreisen bis zu einem gewissen Punkt wirklich ablaufen würden; was wir tun würden und welche Fragen uns beschäftigen. Fazit: Dieses Buch bildet eine tolle Parabel über das Leben, das Vergehen der Zeit und natürlich über das Zeitreisen selbst. „Zeitmaschinen gehen anders“ erzählt nicht nur von Daniels Leben, sondern vom Leben uns aller und wie wir uns im Angesicht des Todes fürchten. Es entführt den Leser auf einen scheinbar endlosen Zeitreise-Trip, der unvermeidbar mit dem Tod des Protagonisten enden muss – oder etwa nicht? Der Kreis wird jedenfalls geschlossen und trotz ein paar Nebensächlichkeiten, die den Lesefluss etwas stören, ist dieses kleine Büchlein doch mal ein Science-Fiction-Roman, der ohne fremde Planeten, Raumfahrt oder Androiden auskommt und trotzdem revolutionär ist.

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