Leserstimmen zu
Das geheimnisvolle Leben der Pilze

Robert Hofrichter

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Unter Lebewesen stellen sich die meisten Menschen Pflanzen und Tiere vor. Das Pilze ein eigenes, nicht minder wichtiges Reich bilden, ist vielen nicht bewusst. Im Allgemeinen Bewusstsein gelten sie noch immer als so etwas wie die primitiven Vorfahren höherer Pflanzen. Genauso wurden sie auch lange in Lehrbüchern beschrieben. Es gibt Leute, die meinen, ihnen begegnen Pilze nur als Champignonscheibe auf ihrer Pizza, als Schimmelfleck in ihrer Zimmerecke oder auf vergammelten Lebensmitteln sowie im Genitalbereich als juckendes Souvenir eines romantischen Abenteuers. Weit gefehlt, es gab Pilze bereits vor den ersten Tieren und Pflanzen und sie durchdringen immer noch alles Organische auf diesem Erdenknödel. Alleine durch ihre Existenz haben sie die Grundlage für die Entwicklung anderer Lebensformen gebildet. Im Devon, einer erdgeschichtlichen Epoche vor unvorstellbaren 420 bis 350 Millionen Jahren, Tausendfüßler, Insekten und Würmer waren die ersten Tiere an Land, und die Wirbeltiere entfalteten sich gerade unter Wasser, begannen die ersten höheren Pflanzen das Land zu besiedeln. Zu dieser Zeit ragte mit dem neun Meter hohen Prototaxites ein gigantischer Pilz aus der flachen Vegetation. Nach dem jetzigen Stand unseres Wissens, war er der höchste und größte landlebende Organismus seiner Zeit. Auch heute ist das größte bekannte Lebewesen ein Pilz. Die gesamte Biomasse eines im Jahr 2000 in Oregon entdeckten Hallimasches wiegt so viel wie vier ausgewachsene Blauwal-Weibchen, satte 600 Tonnen. Der Baumfresser erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 1.200 Fußballfeldern. Nicht erst seit dem Devon sind Pilze der Motor der Verrottung aller organischen Substanzen. Sie halten die Nähr- und Kraftstoffe der Natur in ständiger Zirkulation. Unsere Welt erstickt nur deswegen nicht an gestorbenen Tier- und Pflanzenkadavern, weil es Pilze gibt. Mehr noch, viele Pflanzen und Tiere, so auch der Mensch, sind für Pilze lebende Biotope und Symbionten, ohne welche die Wirte selbst nicht existieren könnten. Im Gegensatz zu Tieren oder Pflanzen, bei deren Fortpflanzung ausnahmslos Geschlechtszellen in weiblicher oder männlicher Form vorkommen, verfügen Pilze über tausende verschiedener sexueller Identitäten. Ein Konzept, welches sich ein Berliner GenderpolitikerIn nicht unübersichtlicher hätte ausdenken können. Sind Pilzkopf-Frisuren daher bei Menschen so beliebt, die noch an der sozialen Konstruktion ihrer sexuellen Identität feilen? Naturwissenschaftler nehmen an, dass die relativ simplen Pilzkörper der Grund sind, warum Pilze keine spezifischen Ei- und Samenzellen ausbilden. Komplexe und große Pflanzen- und Tierkörper benötigen am Anfang ihres Lebens ausreichend Nahrung und Zeit, um die ersten Entwicklungsschritte zu absolvieren. Pilze hingegen schlüpfen vollständig ausgebildet aus den winzigen Sporen ihrer Erzeuger. Während ich dies schreibe, erinnere ich mich an einen Freund aus zwanzig Jahre vergangenen Studetentagen, nennen wir ihn Harry. Auf unseren alkoholisierten Streifzügen durchs Leipziger Nachtleben pflegte er die Marotte, Frauen beim Flirten daraufhin anszusprechen, ob sie gerne Pilze essen würden. Er hatte die ebenso verwegene wie testosterongesteuerte Theorie entwickelt, dass Frauen, denen Pilzsaucen munden, auch Fellatio schmeckt. Meinen männlichen Lesern kann ich diesen Gesprächseinstieg nicht als eine funktionierende Anmachmasche empfehlen. Meine weiblichen Leser seien gewarnt, welche Abgründe in harmlos erscheinendem Smalltalk lauern können. Zu seiner Verteidigung mag man annehmen, dass nur das Pilsbier aus Harry sprach. Tatsächlich treiben im Amazonas-Urwald gewissermaßen Frankenstein-Pilze ihr Unwesen. Ihre Sporen befallen und kontrollieren die Gehirne von Ameisen. Die von Pilzen der Gattung Ophiocordyceps infizierte Ameise klettert gegen ihren Instinkt auf ein etwa 25 cm hohes Blatt, wo sie von einem Giftcocktail des Pilzes getötet wird. Pilzfäden wachsen nun aus den Ameisenfüßen, damit das Insekt nicht herunterfällt. Aus dem Kopf der Ameise entspringt ein langer Stiel mit einem Fruchtkörper, der sich von den inneren Organen der Ameise ernährt. Dieser Fruchtkörper lässt neue Sporen auf futtersuchende Ameisen herunterrieseln, welche dadurch selbst zu pilzgesteuerten Zombies werden. Seit den frühen Tagen der Menschheit machen wir uns Pilze bewusst zu nutze. Der Zunderschwamm war über tausende von Jahren große Hilfe beim Feuermachen, ohne Hefepilze gäbe es weder Brot noch Bier und wir nutzen heute Pilze unter anderem bei der Herstellung von Waschmitteln, Medizin, Kosmetika und Textilien. Psychoaktive Pilze werden seit der Steinzeit als Rauschmittel und bei unappetitlichen religiösen Zeremonien verwendet. Schimmelpilze der Gattung Penicillin retteten hundert Millionen Menschen das Leben. Andererseits richten Pilze Milliardenschäden durch die Zersetzung von Lebensmitteln, Holz, Papier, Textilien und aller weiteren organischen Stoffe an. Es sterben jährlich bis zu 1,5 Millionen Menschen pro Jahr an Pilzinfektionen. Die Natur ist eben keine in pastellfarben gemalte und in Weichzeichner getauchte harmonische Scheinwelt voller glücklicher Kreaturen, wie es Menschen mit einem nature deficit disorder, einem Natur-Defizit-Syndrom, erscheint. Die Beschäftigung mit Pilzen ist ein Weg, die Rhythmen, Zyklen und Erscheinungen der Ökologie zu verstehen, und von einer verklärten zu einer realistischen Sicht des Lebens zu kommen. Der österreichische Zoologe, Biologe, Naturschützer, Journalist und Naturfotograf Dr. Robert Hofrichter streift seit frühester Jugend durch die Wälder, stets auf der Suche nach „Schwammerln“. Mit Das geheimnisvolle Leben der Pilze hat er ein Buch verfasst, welches für Pilze begeistert und komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge in leichtverdaulichen Textabschnitten serviert. Es ist kein Buch, welches man in einem Rutsch durchliest. Immer wieder möchte man Wissen sacken lassen. Andererseits kann man es auch immer wieder aufs Geratewohl aufschlagen und neu querlesen. An jeder Stelle erfährt der Leser Neues über eine Lebensform, der er bisher nicht die nötige Aufmerksamkeit gezollt hat. Pilze, Pflanzen und Tiere sind auf eine wundersame Weise seit Jahrmilliarden durch Kooperationen und Konflikte miteinander verbunden. Dies zu akzeptieren und zu verstehen ist ein Teil der Liebe zum Leben.

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Wunderwelt mit Hut

Von: ralfreitze

06.12.2017

Pilze sind viel mehr als die wohlschmeckende Beilage in einem Gericht. Als übelriechende dunkle Masse in einer Zimmerecke können sie das ganze Raumklima verpesten und sind, dort angesiedelt, sehr gefährlich. Doch was ist ein Pilz? Wie wird dieses Lebewesen klassifiziert? Was für verschiedene Formen treten in der Natur auf? Und wie verhalten sie sich in Kombination mit Tieren oder Pflanzen? Diesen Fragen geht Robert Hofrichter in seinem sehr lehrreichen Buch Das geheimnisvolle Leben der Pilze nach. Es werden auch Fragen zur Essbarkeit und Bestimmung der giftigen und ungiftigen Formen geliefert, doch Pilze sind mehr, als das Männchen mit Hut, was sich an unvorhergesehenen Stellen im Wald zeigt. Nach der Lektüre hat man einen anderen Blick auf diese uns doch meist verborgene, aber sehr vielfältige Welt. Und eines vorab, Pilze sind mehr Tiere als Pflanzen. Nur weil die sichtbaren Vertreter der Pilze meist im Wald wachsen und so eine lokale Nähe zu Pflanzen haben, stumm dort stehen, sich nicht bewegen und wachsen, sind sie noch lange keine Pflanzen. Nach Untersuchungen der jahrhundertelang sträflich vernachlässigten Lebewesen, sind Pilze durch ihre heterotrophe Art mehr den Tieren zuzuordnen. Hetero…was? Wird jetzt mancher Leser fragen und sicher bei Wikipedia nachschauen. Nein, dies ist wirklich ein Sachbuch, gespickt mit lateinischen Fachbegriffen, die uns Robert Hofrichter da um die Ohren haut. Doch keine Angst, die Begriffe werden verständlich erklärt und es ist eben ein Sachbuch, bei dem der geneigte Leser in die Welt der Mykologie fachlich eingeführt wird. Und heterotroph bedeutet, dass sich Lebewesen von organischen Nährstoffen ihrer Umgebung ernähren, die sie durch Abgabe von Enzymen aufschließen. Im Gegensatz zu Pflanzen, die phototroph sind, ihren Energiebedarf aus Licht decken. Was mich als Kind immer fasziniert hat, waren die unvorhergesehenen Plätze, an denen Pilze wachsen. Mal wuchsen sie einfach wild im Garten, mal unter bestimmten Bäumen, aber verlassen konnte man sich auf das Vorkommen nicht. Was ich mich immer gefragt habe, warum man viele essbare Pilze, wie Steinpilze oder Trüffel, nicht wie Pflanzen züchten kann? Und auch hier hat die Natur uns einiges voraus. Termitenstämme züchten bereits Pilze für ihre Staaten. Woran Menschen noch verzweifeln, gelingt der Natur, einem Jahrtausende gewachsenen Ökosystem, wahre Wunder. Wenn man die Natur intensiver betrachtet, dann spürt man diese gewachsene Urkraft, diese Heilung, die sie einem geben kann. „Denn im Wald finden wir die Quelle für eine Spiritualität, die unser Leben positiv verändern kann. Wenn wir uns öffnen, wachsen wir mit dem Wald, mit den Bäumen, mit all den unsichtbaren Pilzen zu einem großen Myzellium des Lebens zusammen. Eine tiefe Empathie zu allem Lebendigen aber macht uns zu Menschen. Wir haben Wurzeln, und die sind definitiv nicht in Beton gewachsen, betont Andreas Danzer, der Sohn des verstorbenen österreichischen Musikers Georg Danzer. Jeder Mensch verspürt tief in seinem Inneren den Drang nach der Nähe zur Natur.“ Robert Hofrichter beschreibt, anhand der Pilze, diese gewachsene Einheit der Natur, diese unsichtbaren Fäden der Verbundenheit, die Pilze, Boden und Bäume miteinander verbindet. Einige der größten Lebewesen sind Pilze, nicht die Riesenmammutbäume in Nordamerika oder Wale. Pilze sind einfach überall, selbst im Weltraum passen sie sich den Gegebenheiten an, sie werden so manches Mal auch zur Qual für den Menschen. Doch ohne sie funktionieren viele Prozesse in der Natur nicht mehr. Pilze sind, richtig angewendet, Heilbringer (Penicillin) und könnten in Zukunft auch die Müllprobleme der Menschheit lösen. „Pilze sind Meister der Entsorgung und kaum etwas entgeht ihrem Appetit. Spezialisten unter ihnen können sogar an so extremen Stoffen wie Kerosin naschen und die Treibstofffilter von Flugzeugen verstopfen. In US-amerikanischen Militärjets fand man 23 Arten von Pilzen, die den Begriff ‚Treibstoff‘ auf sich selbst bezogen und in Kerosinleitungen und Filtern prächtig gediehen.“ Robert Hofrichter ist ein teils spannendes, mit wissenschaftlichen Begriffen vollgepacktes, aber auch für den Laien informatives Wunderbuch gelungen. Fast klingt es wie ein Märchen, was tagtäglich vor unseren Augen passiert. Und manch einer wird nach der Lektüre jetzt mehr in einem Pilz am Wegesrand erkennen. Für mich ein sehr zu empfehlendes Sachbuch.

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Was ist es doch für eine glückliche Entwicklung, dass Natur wieder so "in" ist - wir haben unser Haus unter anderem so ausgesucht, dass unsere Kinder aus der Tür gehen und quasi im Wald stehen - das ist Leben und die Natur macht das Leben reicher. Deshalb finde ich diese Entwicklung mit Autoren wie Robert Hofrichter und natürlich auch Peter Wohlleben so schön und wichtig. Robert Hofrichter lässt uns an seiner Liebe zu den Pilzen teilhaben, er fängt in der Kindheit an, in der er schon so gerne Pilze gegessen hat und erzählt auch die ein oder andere Anekdote, wie. z.B über den Heiratsantrag, den er seiner Frau macht. Das alles stimmt einen auf das Thema ein und man merkt, wie sehr ihm dieses am Herz liegt. Kurze Kapitel und ein ganzer Haufen Informationen erwarten einen in diesem Buch, dass uns von allen erdenklichen Pilzen, Eigenarten, Giften oder Symbiosen erzählt - und ich fand es durch und durch sehr lesenswert. Ob man "Das geheimnisvolle Leben der Pilze" lesen muss, kann ich nicht sagen - aber ich habe nicht einer Minute bereut, weil es so sympathisch geschrieben ist und man so viele Sachen erfährt, die man nie für möglich gehalten hätte - aber wann liest man auch ein so ausführliches Buch über Pilze. Meine Lieblingskapitel waren übrigens gegen Ende des Buches über die Pilzzucht von Termiten und Ameisen - und die Hilfe von Hefepilzen Ich finde es sehr schade, dass bei vielen jungen Menschen, (bei mir auch) das Wissen über essbare Pilze verloren gegangen ist. mein Opa war jedes Jahr im Wald, aber damals war ich noch zu jung um mich dafür zu interessieren und nun ist er schon lange tot - so, dass ich mich nur noch an viele Pilzmahlzeiten erinnern kann. "Das geheimnisvolle Leben der Pilze" ist ein informatives und lehrreiches Buch für Pilz- und Naturfreunde!

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"Wir sollten Pilze niemals unterschätzen. Sie richten Milliardenschäden an, weil sie Holz, Leder, Textilien, Papier, Lebensmittel und alle möglichen und unmöglichen Materialien zersetzen; sie gefährden Pflanzen, Tiere und Menschen (und andere Pilze), indem sie Krankheiten und Allergien verursachen; sie produzieren Giftstoffe, werden für bestimmte Arten von Krebs verantwortlich gemacht, haben Millionen Menschen umgebracht, sind Urheber der meisten Pflanzenkrankheiten und haben weltweit im drastischen Ausmaß Ernten vernichtet. Doch neben all dem machen sie unsere schöne Welt und Natur zu dem, was sie sind: zu einem einzigartigen Ökosystem." Robert Hofrichter erzählt in ‚Das geheimnisvolle Leben der Pilze‘ von der Kommunikation zwischen Pilzen und Bäumen, von Symbiose, Schamanen, Bierbrauern, Evolution, Systematik, Autotrophie versus Heterotrophie, Schimmelpilzen, cleveren Strategien zur Verbreitung von Sporen, Klimawandel, raumfahrenden Fungi, Vergiftungen, Ötzi, Trüffeln, marinen Pilzen, Pilzzüchtern, Flechten und Zukunftsperspektiven. Hofrichter berichtet dabei von sehr vielen unterschiedlichen Themen und schreibt sehr amüsant und unterhaltsam, so dass man einerseits viel über Pilze lernen kann und andererseits viel Spaß beim Lesen hat. Neben gängigen Theorien aus der Wissenschaft erwähnt er auch wissenschaftlich nicht bestätigte Ideen einzelner Forscher, kennzeichnet dies aber deutlich. Dadurch bietet er fundierte Einblicke in die Welt der Mykologie, aber zeigt auch alternative Erklärungen auf, um den Leser umfassend zu informieren und ihm das Thema nahezubringen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und meiner Meinung geht man nach der Lektüre mit anderen Augen durch die Welt und hat sich von Hofrichter und seinen Pilzgeschichten faszinieren und begeistern lassen. Robert Hofrichter: Das geheimnisvolle Leben der Pilze. Gütersloher Verlagshaus, 2017, 237 Seiten; 19,99 Euro.

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Klappentext: "Pilze sind überall. Sie sind die wahren Herrscher der Welt!" Sie sind weder Pflanze noch Tier und leben meist im Verborgenen. Und dennoch: Ohne Pilze würde es unsere Wälder, unser Klima und vielleicht das Leben selbst nicht geben. Sie sind die Herren einer Welt voller atemberaubender Superlative, verblüffender Fakten, überraschender Partnerschaften und ungelöster Rätsel. Robert Hofrichter öffnet die Augen für das unsichtbare Öko-Universum, das sich unter unseren Füßen - und nicht nur dort! - erstreckt. ( Quelle: Gütersloher Verlagshaus ) Pilze? Hm ..... eigentlich habe ich nicht viel mit Pilzen zu tun, außer dass ich sie unheimlich gerne zu Bandnudeln esse und mich gelegentlich über fiese Schimmelpilze in meinem Innenbad ärgere. Allerdings hat es Robert Hofrichter geschafft mir einen ganz neuen Blick auf und für Pilze zu schenken. Es gibt eigentlich so gut wie keinen Themenbereich, der hier in dem Buch nicht besprochen wird und nach der Lektüre fühle ich mich schon wie eine kleine Expertin was Pilze betrifft, ihre Geschichte, die Botanik ( Botanik .... nein, hier gehören Pilze nicht so recht hin, habe ich in diesem Buch gelernt ;) ), die Verbreitung und und und ..... Alleine schon das Inhaltsverzeichnis ist so voll und lebendig, dass ich richtig Lust auf das Buch und auf Pilze bekam. Ich wusste vor dem Lesen tatsächlich nicht wie vielfältig und interessant Pilze sind. Alleine schon die Fortpflanzung ist eine Wissenschaft für sich und ich habe jetzt auch besser verstanden, warum man Schimmelpilze immer feucht entfernen soll ( wegen der herumfliegenden Sporen ) und warum ein Brot total verdorben sein kann, obwohl nur vorne ein minikleines Pünktchen Schimmeplpilz hat ( wegen den Myzelien, den sehr langen "Wurzelfäden" des Pilzes ). Aber natürlich beschäftigt sich das Buch nur nebenbei mit dem Schimmelpilz, denn es gibt so viele verschiedene und manchmal auch irgendwie verrückte Pilze, dass ich schon staunen musste. Neben wissenschaftlichen Fakten erzählt Robert Hofrichter auch über die kulturelle Symbiose zwischen Mensch und Pilz. Angefangen beim Mutterkorn, dass die Getreidebevorratung schon bei den Bronzemenschen schwierig machte bis hin zur Entwicklung der Antibiotika. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir unser Bier ja auch einem Pilz verdanken, nämlich dem Hefepilz. Aber auch in den Tiefen der Ozeane werden Pilze gefunden und sogar Ötzi hatte zwei verschiedene Pilze bei sich: den Zunderschwamm zum Feuermachen und den Birkenporling, der gegen Magenbeschwerden hilft. Wenn man den vielen geschichtlichen Exkursen folgt, sieht man, dass der Mensch schon immer eng mit und von den Pilzen gelebt hat. Allerdings lernt man auch, dass der Pilz eben nicht nur ausschließlich ein Nutzorganismus für den Menschen ist, sondern das er fast ein eigenes Universum für sich darstellt. Robert Hofrichter schreibt so lebendig und amüsant, dass man die vielen Information vom Gefühl her einfach so nebenbei mitnimmt und ansonsten in die unglaublich bunte und vielfältige Welt der Pilze eintaucht. Für mich war es auf jeden Fall ein Buch, dass ich nur schwer wieder weglegen konnte und mich total gefesselt hatte. Aber nicht nur für mein eigenes Bücherregal eignet sich das Buch gut, ich finde es auch als Geschenkidee sehr schön. Ob für Papa oder Opa, oder für die Freundin die gerne im Wald unterwegs ist, ich glaube, ich werde das Buch auch wirklich öfter verschenken. Ansonsten werde ich die nächste Pilzpfanne schon bald genießen, doch werde ich den Pilzen darin mit etwas mehr Hochachtung begegnen ;)

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Mögen Sie Pilze und sind Sie von der schattigen Welt unter den mächtigen Baumkronen fasziniert? Lieben Sie Geheimnisse der Natur, die dem Anblick der meisten Menschen oft verborgen bleiben? Falls ja, dann empfehle ich Ihnen das neue Buch von Robert Hofrichter. Es heisst "Das geheimnisvolle Leben der Pilze" und ist gerade bei Gütersloher Verlagshaus erschienen. Es ist ein Teil der neuen Verlagshaus-Konzeption, die jetzt auch mit Büchern über Natur Leser begeistern will. Das Buchgenre, das durch Peter Wohlleben europaweit beliebt geworden ist, hat jetzt bei Gütersloher Verlagshaus in Robert Hofrichter einen Nachfolger gefunden. Der österreischische Biologe, Fotograf und Buchautor aus Salzburg, der in Pressburg in der heutigen Slowakei geboren ist, hat schon in seiner Kindheit oft in Wäldern „geforscht“ und das Schwammerl suchen von seinen Eltern gelernt. Vor einigen Jahre hat er auch ein Bestimmungsbuch für Pilze geschrieben. "Das geheimnisvolle Leben der Pilze" ist aber kein Bestimmungsbuch! Der Autor erzählt spannende Geschichten von der unterirdischen Welt, die für viele Menchen ganz verborgen ist. Die meisten Menschen wissen nämlich leider nur sehr wenig über Pilze. Noch heute denken viele Leute, dass Pilze zu den Pflanzen gehören. Hofrichter schreibt es aber ganz genau: "Pilze sind kein Gemüse". Es ist ein eigenes Reich, es sind Lebewesen, die ganz wichtig sind für uns alle. Ohne Pilze könnte es kein Leben auf der Erde geben! Mein Fazit: Spanndende Erzählung über die Welt, die wir zu wenig kennen. Ein gut geschriebenes Buch, mit ganz vielen Fakten, die für den Leser aber gar nicht langweilig sind und noch dazu von einem Autor, der die Pilze ganz perfekt persönlich kennt. Robert Hofrichter bringt uns die Faszination für Pilze bei und endeckt für uns die Lebensform wieder, die für unsere Erde so wichtig ist - die wahre Wunder einer verborgenen Welt.

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Auf meiner Wanderung durch eine Welt voller verblüffender Phänomene, vielfältiger Symbiosen und erstaunlicher Zusammenhänge, gefällt mir, wie mich der Pilzflüsterer Hofrichter lehrt, die Natur mit „neuen“ Augen zu erleben.Der Autor versteht es den naturverbundenen Leser zu fesseln. Anschaulich und durchgängig auf allen 228 Seiten, an welche die „Anmerkungen“ und ein Register mit wissenschaftlichen Namen abschließend anschließen. Wer z.B. glaubt die Wale seien die größten Lebewesen, der irrt. Tatsächlich sind es die vermeintlich „kleinen“ Pilze! Warum das so ist erfährt der staunende Leser auf Seite 34. Das Buch bzw. die Pilzwelt strotz vor Superlativen! Ein wissenschaftlich fundiertes Buch für alle Naturfreunde, die daheim naturnahes Kopfkino erleben möchten. Hat mich überzeugt, erstaunt und unterhaltsam schlauer gemacht. Bei meiner nächsten Waldwanderung kommen mir bei Pilzduft nun ganz neue Gedanken.

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