Leserstimmen zu
Die Sekte - Es gibt kein Entkommen

Mariette Lindstein

Sofia Bauman (1)

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Inhalt Sofia begegnet bei einem Vortrag Frank Oswald. Dieser lädt sie zu sich in seine Gemeinschaft auf einer Insel an der Westküste Schweden ein. Was sie nicht weiß ist, dass Frank Oberhaupt einer Sekte ist und sie nie wieder gehen lassen wird. Eigene Meinung Große Lust hatte ich irgendwie nicht, das Buch zu lesen. Ich war einfach nicht in Stimmung. Diese Woche habe ich mich dann aber doch erbarmt und siehe da, die Geschichte hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Sofia ist ein unglaublich sympathischer und vor allem auch intelligenter Charakter. Besonders letzteres fand ich sehr wichtig, da es nochmal aufgezeigt hat, dass vor so etwas niemand gefeit ist. Frank hingegen ist echt gruselig und es wird im Laufe des Buches immer schlimmer. Mariette Lindstein hat es geschafft eine unglaublich beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die einen nicht mehr loslässt. Man fiebert regelrecht mit Sofia mit und ich habe mehr als einmal gemerkt, dass ich beim Lesen fast genau so angespannt war wie sie. Schafft man so etwas als Autor, ist das schon die halbe Miete. Mariette Lindstein lebte selber 25 Jahre in einer Sekte und weiß also, wovon sie schreibt. Umso erschreckender ist diese fiktive Geschichte, denn auch wenn sie ausgedacht ist, kommt der Rahmen nicht von ungefähr. Fazit "Die Sekte 01" liefert eine durchweg spannende Geschichte. Durch Mariette Lindsteins Schreibstil meint man, man wäre mittendrin und ertappt sich mehr als einmal dabei, dass man Beklemmungen verspürt und einem ein Schauer über den Rücken läuft... vor allem am Ende!

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"Die Sekte - Es gibt kein Entkommen" habe ich schon auf meiner Liste, seit ich das Buch das erste Mal gesehen habe. Cover und Inhalt haben mich angesprochen und meine Schwiegermutter mich bestärkt, die immer begeistert von schwedischen Krimi und Thrillerautoren ist. Mariette Lindstein war selbst jahrelang Mitglied bei Scientology und verarbeitet mit ihrer Thriller-Serie um die Sekte Via Terra ihre eigene Vergangenheit. Grade diese Kombi aus Fiktion und selbsterlebtem macht das ganze so interessant. Was mir direkt aufgefallen ist, ist der tolle Schreibstil, denn egal ob viel passiert oder wenig, ob es ruhig zugeht oder spannend, der Schreibstil ist immer super flüssig und absolut kurzweilig. Und es macht Spaß ihn zu lesen. Wobei das Buch meistens sehr ruhig ist, es kommen nicht die megaspannenden Thriller-Szenen vor. Es geht mehr über die Stimmung, das subtile Grauen, das Franz Oswald durch sein Auftreten und seine steigende Anspannung und das Verhalten gegenüber des Personals aufbaut. Und die Handlung aus der Vergangenheit, die wir in den meisten Kapiteln am Ende in Kursivschrift steht. Man beginnt zu rätseln, was es damit auf sich hat. Um wem geht es da und was hat es mit der aktuellen Handlung auf Dimö zu tun? Die Verbindung hatte ich ziemlich schnell gefunden und hatte auch recht. Nun bin ich gespannt, was und Mariette Lindstein in den nächsten zwei Bänden um die Sekte Via Terra spinnen wird. "Die Sekte - Es gibt kein Entkommen" sind 600 Seiten sehr kurzweilige und gruselige Unterhaltung, ohne großes Blutvergießen - eher subtiler Psychoterror!

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Inhalt Nach dem Abschluss ihres Studiums ist Sofia Bauman auf der Suche nach einem Job. Als sie eine Veranstaltung der New-Age-Bewegung ViaTerra besucht, wird ihr von deren Anführer Franz Oswald ein Job angeboten: sie soll die Bibliothek einrichten und führen. Sofia ist fasziniert von Franz und seiner Bewegung und sagt zu, doch schon nach kurzer Zeit auf dem Landsitz der Bewegung auf einer kleinen Insel beginnt der charismatische Anführer sich zu verändern und die Mitglieder der Bewegung müssen darunter immer mehr leiden. Wird es Sofia gelingen, sich aus dem Bann von ViaTerra und Franz zu befreien? Meine Meinung Die Sekte Es gibt kein Entkommen ist der erste Sekten-Thriller, den ich je gelesen habe und ich war wirklich gespannt, ob es der Autorin gelingt, die Atmosphäre einer Sekte greifbar darzustellen. Ich muss dazu sagen, dass ich zum Glück keine eigenen Sekten-Erfahrungen habe und es die auch in meinem Umfeld nicht gibt, aber ich glaube jede/r von uns hat eine Vorstellung davon, wie es sich in einer Sekte ungefähr abspielt. Und genau so ist es auch in Mariette Lindsteins Debütroman: wir haben den charismatischen Anführer Franz Oswald, der nicht viel von sich preisgibt; die Gemeinschaft ViaTerra ist abgeschottet von der Gesellschaft in einem alten Landsitz auf einer kleinen Insel untergebracht und anfangs scheint alles Friede-Freude-Eierkuchen. Doch der Schein trügt und Sofia merkt nach und nach, wie sehr Franz Oswald sich verändert. Sie beginnt ihn, seine Lehren und seine Methoden zu hinterfragen und kann sich doch nicht gegen die Anziehungskraft, die von ihm ausgeht, wehren. Mariette Lindstein gelingt es, diese verschiedenen Phasen im Verhalten des Anführers, seinem Umgang mit den Mitgliedern seiner Bewegung und auch im Verhalten, Denken und Fühlen von Sofia authentisch darzustellen. Es wirkt an keiner Stelle überspitzt, sondern erschreckend real, so dass ich beim Lesen öfter den Gedanken hatte: ja, ich glaube so könnte es sich in einer Sekte wirklich abspielen. Was mir an Die Sekte Es gibt kein Entkommen besonders gut gefallen hat, ist die Atmosphäre des Buches. Schon von Anfang an hat mich beim Lesen ein bedrohliches, unheilverkündendes Gefühl beschlichen und das hat sich mit jeder Seite verstärkt. Wir erfahren hier Manipulation und Machtmissbrauch wie aus dem Lehrbuch und das Gefühl der Bedrohung und der (Lebens)Gefahr hat mich während der gesamten Lesezeit nicht mehr losgelassen. Wir geraten gemeinsam mit Sofia in einen Strudel der Gewalt und Geheimnisse, die nie entdeckt werden sollten, dich ich als Leser aber unbedingt aufdecken wollte. Fazit Die Sekte Es gibt kein Entkommen ist ein wahrer Pageturner, Mariette Lindstein hält die Spannung konstant hoch und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich vergebe volle fünf Sterne und bin schon sehr gespannt auf die beiden folgenden Bände der Trilogie!

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„Auf einer nebeligen, sturmgepeitschten Insel vor der Westküste Schwedens hat sich der charismatische Franz Oswald, Anführer der Bewegung Via Terra, mit seinen Anhängern in einem herrschaftlichen Anwesen niedergelassen. Sofia Bauman ist fasziniert von dem Mann und dem geheimnisumwitterten Ort. Als er ihr einen Job anbietet, fällt es ihr leicht alles hinter sich zu lassen. Doch Oswald entpuppt sich als sadistischer Psychopath, der Sofia zu seinem Spielzeug machen will. Sie muss fliehen, aber sie ist längst in einem dunklen Netz aus Abhängigkeit, Liebe und Gewalt gefangen … „ Der Triller der Autorin Mariette Lindstein hatte mich aufgrund des Buchklappentextes sofort angesprochen. Das Thema Sekten, das in meiner Kindheit sehr präsent war, ist in den letzten Jahren eher selten in den Medien zu finden. Dennoch glaube ich, dass es nach wie vor Gemeinschaften gibt, die Menschen in ihren Bann ziehen. Eine besondere Lebensform, ein Zusammenleben von Gleichgesinnten in unruhigen und stressigen Zeiten – auch heute haben Sekten, in welcher Form auch immer, sicherlich noch Zulauf. Sofia, die Hauptperson dieses skandinavischen Romans, freut sich auf eine interessante Aufgabe, die der Gründer von Via Terra ihr anbietet. Für zwei Jahre soll sie auf der Insel im Nebel arbeiten und die Bibliothek aufbauen. Doch was als Einstig in das Berufsleben dienen soll, entwickelt sich im Laufe der Geschichte in eine ganz andere Richtung. Immer mehr werden die Mitarbeiter des „Unternehmens“ zu geknechteten Personen. Wobei es immer mehr als einem Menschen geben muss, der diese Form des Lebens aufrecht erhält und für gut befindet. Denn nie hat eine einzelne Person diese Macht. Es muss immer begeisterte Anhänger und Mitläufer geben, um das System aufrecht zu erhalten. Und so gibt es auch in diesem Thriller genügend Menschen, welche die Ideen ihres Anführers gut heißen und umsetzen. Ich interessiere mich immer auch für die Person hinter einem Roman. Und so habe ich auch das Internet zu Frau Lindstein befragt. Die Autorin dieses Buchs war über 25 Jahre selbst Mitglied bei Scientology. Deshalb gehe ich davon aus, dass es beim Inhalt des Buchs durchaus Parallelen zu ihrem früheren Leben geben dürfte. Mein Fazit: Das Buch startet locker, wobei es für mich nicht ganz nachvollziehbar ist, warum der Anführer der Sekte so charismatisch ist. Das kommt für mich in den Anfängen des Romans nicht wirklich gut rüber. Hier hätte ich mir mehr Ausgestaltung gewünscht. Was macht diese Person so anziehend, warum gelingt es dem Mann, Menschen in seinen Bann zu ziehen. Der Weg vom schönen Leben zum Dasein in Gefangenschaft wird umfassend erzählt. Hier entstehen bisweilen ein paar Längen. Hier wäre viel Raum für eine deutlich spannendere Handlung und Ausgestaltung geblieben. Richtig spannend wird das Buch dann im letzten Teil. Die Fahrt, die die Handlung dann aufnimmt, hätte ich mir für den gesamten Thriller gewünscht. Alles in allem ein unterhaltsamer Roman, der aber leider in der Mitte zu langatmig ist. Ich hatte mir bei einem Bestseller einfach noch ein bisschen mehr Handlung gewünscht. Auch geht mir der Wechsel der Hauptdarstellerin vom Opfer zum Macher ein bisschen zu abrupt. Aber der letzte Teil des Romans entschädigt dafür. Da bekommt der Thriller ein wirklich gutes Tempo. Insgesamt schon aufgrund des Inhalts und der Brisanz des Themas ein lesenswertes Buch.

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"Die Sekte - Es gibt kein Entkommen" von Mariette Lindstein ist der Auftakt der "Sekte" Reihe und ist vor kurzem im Blanvalet Verlag erschienen. Als ich zum ersten Mal das Cover sah war es sofort um mich geschehen. Als ich schließlich den Klappentext gelesen hatte wurde ich unglaublich neugierig. Die Thematik des Buches reizte mich extrem und ich freute mich riesig aufs lesen. Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht denn der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Sie schreibt locker und sehr flüssig außerdem ist ihr Stil bildhaft und einnehmend. Es gelang ihr mühelos mich in den Bann der Story zu ziehen. Bereits nach wenigen Seiten war ich dem Buch verfallen Das Buch an sich braucht etwas bis es an Fahrt gewinnt doch wenn ich ehrlich bin störte mich das kaum. Gerade die Anfänge von Via Terra und wie potenzielle Mitglieder angelockt werden war für mich sehr interessant. So lernte ich schließlich auch Sofia kennen die zwar anfangs skeptisch ist sich aber ziemlich schnell um den Finger wickeln ließ. Sofia ist eine tolle Protagonistin denn sie war mir gleich zu beginn unglaublich sympathisch. Sie ist eine aufgeschlossene junge Frau die sehr neugierig ist. Doch als Sofia schließlich für die Sekte arbeitet scheint es anfänglich wie ein wahr gewordener Traum. Doch schon bald ändert sich alles denn Franz Oswald wird immer größenwahnsinniger, er verliert den Verstand und er setzt Strafen an die unmenschlicher kaum sein könnten. Doch das ist erst der Anfang! In der heutigen Zeit ist es kaum vorstellbar das es noch so etwas wie Sekten gibt. Doch es ist bittere Realität. Das ganze wirkte auf mich vorstellbar und realistisch. Die Charaktere im Buch wurden authentisch und greifbar gezeichnet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzten und somit auch ihre Gedanken und Gefühle sehr viel besser verstehen. Die Handlung war unglaublich fesselnd und auch spannend. Das ganze faszinierte und erschreckte mich gleichermaßen. Es war nervenaufreibend, erschreckend, beängstigend und sehr emotional. Eine junge Frau die den Wahnsinn von Via Terra erkennt und nur noch fliehen will. Sofia die alles daran setzt der Sekte zu entkommen... Diesen Auftakt der Reihe fand ich absolut genial. Ich wurde hier bestens unterhalten und somit freue ich mich schon sehr auf den zweiten Band der Reihe. Ich kann hier nur eine klare Lese und Kaufempfehlung aussprechen. Fazit: Mit "Die Sekte - Es gibt kein Entkommen" gelingt Mariette Lindstein ein packender, nervenzerreißender und emotionaler Reihenauftakt der mich auf ganze Linie überzeugte. Authentische Charaktere, ein fesselnder Schreibstil und eine spannende und packende Handlung haben mich regelrecht geflasht! Bitte mehr davon. Natürlich bekommt dieses Buch von mir die volle Punktzahl.

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Wieso gerät eine junge, intelligente Frau in die Fänge einer Sekte? Wieso schafft sie es nicht, zu fliehen? Sofia hat gerade eine fiese Trennung hinter sich und was sie jetzt nach ihrem Studium machen soll, weiß sie auch nicht. Da kommt die Einladung zu einem Vortrag von Franz Oswald wie gerufen. Der charismatische Redner hat die Organisation „Via Terra“ gegründet und lädt Leute dazu ein, mit ihm auf dem „Weg der Erde“ zu wandern. Als er Sofia einen Job auf dem Landsitz der Organisation auf einer kleinen Insel anbietet, nimmt die junge Frau kurzerhand an. Oswalds Thesen und Übungen scheinen ihr zu helfen, zu entspannen. Überhaupt wirkt das Leben bei „Via Terra“ paradiesisch. Doch wie ein schleichendes Gift breitet sich Misstrauen aus. Oswald beginnt immer mehr, seine Nachfolger zu drangsalieren, hält sie in sklavenartigen Verhältnissen, ahndet alles, was er als Fehlverhalten einstuft, mit drakonischen Strafen. Und Sofia beginnt ihre Flucht zu planen … Mariette Lindstein ist mit „Die Sekte“ ein ebenso packender wie verstörender Thriller gelungen, der zeigt, wie eine Sekte funktioniert. Die Autorin war 25 Jahre lang Mitglied bei Scientology, weiß also ganz genau, wovon sie schreibt. Manche der Szenen haben sich so oder ähnlich wirklich zugetragen – und tragen sich heutzutage genau so in Sekten zu. Oder schlimmer, denn Lindstein sagt: „Man muss im Kopf behalten, dass die Realität oft die Fantasie übertrifft.“ Und so ist „Die Sekte“ interessant und abstoßend, faszinierend und abartig – und richtig gut geschrieben!

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Es gibt diese Geschichten, die lassen eine senkrechte Zornesfalte auf meiner Stirn entstehen. Nach einiger Zeit bekomme ich Kopfschmerzen und diese lösen sich erst, wenn ich das Buch zuschlage. Die Sekte von Mariette Lindstein war genau so eine Geschichte. Nicht, weil sie mir nicht gefiel – sondern, weil sie mich permament aufregte und in Alarmbereitschaft versetzte. Mariette Lindstein lebte selbst 25 Jahre bei Scientology, hatte also viele Jahre Zeit, um genau zu beobachten, wie es in einer Sekte zugeht. Egal, ob sie nur aus wenigen Anhängern oder aus Stars und Sternchen besteht. Und nun gibt sie Sofia Bauman, ihrer schwedischen Protagonistin, eine Stimme, um zu erzählen, wie schnell man in die Fänge einer solchen Gruppierung gerät – und wie schwer es ist, wieder hinauszufinden. Denn als Sofia auf der Insel ankommt, zunächst als Gast und später mit einem 2-Jahres-Vertrag für den Aufbau einer kleinen Bibliothek auf dem Landsitz, da erscheint die Insel und alles, was mit ViaTerra zutun hat, noch völlig harmlos. Franz Oswald, Gründer und einziger Chef des Unternehmens, reist zu verschiedenen Vorträgen über das ganze Land, die Mitarbeiter bauen Häuser auf, in denen sie leben. Gegessen wird aus eigener Anzucht, zurück zur Natur ist das unumstößliche Motto. Doch nachdem ein Journalist statt des heißersehnten puschenden Artikels einen Verriss schreibt, ja, das Wort Sekte mehrfach in den Mund nimmt, gerät alles zusehends aus den Fugen. Mauern werden errichtet, mit Stacheldraht versehen, Wachen werden eingesetzt und niemand kann mehr ein und ausgehen, wie er möchte. Die Mitarbeiter werden beleidigt, erniedrigt, ausgehorcht und denunziert. An dieser Stelle schüttelt wohl jeder mit dem Kopf. Wieso lassen sie sich das gefallen? Sie wurden nicht entführt, sind freie Menschen, alle gegen einen und weg mit euch! Doch so einfach ist es nicht. Viele Entwicklungen kommen schleichend, hier ein Wink, da ein Schubser, dort eine neue Strafanordnung. Und jedes Mal wird gekatzbuckelt, schließlich hat man alles andere auch schon über sich ergehen lassen. Am Ende jedes Kapitels folgen Rückblicke in eine Vergangenheit, die ein menschliches Monster offenbahren. Eines, dass unter ihnen weilt und nach weiteren Opfern giert. Eines, dass sich weiß zu verstecken, eine Maske aufzulegen. Der Bogen wird am Ende geschlagen, was man schon lange ahnte, wird bestätigt. Und ist trotzdem nicht weniger erschreckend. Die Zornesfalte wuchs von Seite zu Seite, wieso wehrt ihr euch nicht endlich, verdammt!, wollte ich ihnen zurufen. Doch ein Blick in die menschliche Vergangenheit sagt: Wir sind – mit Verlaub – allesamt dumme Herdentiere. Der Mensch lässt sich gerne führen, er lässt sich unterdrücken, die vielen Schwachen rotten sich selten zusammen, um die wenigen Starken zu besiegen. Das haben wir während der Sklaverei gesehen. Das haben wir zu Hitlers Zeiten gesehen. Das sehen wir unter jeder weiteren Diktatur, und das sehen wir auch in Sekten. Die Geschichte ist als Trilogie aufgebaut, so dass allen klar sein dürfte – das war es noch lange nicht gewesen. Fazit Die Entwicklung einer harmlosen Gruppierung zu einer Sekte ist gleichermaßen schleichend wie auch alarmierend, die Zuspitzung der Handlungen desaströs. Mein Puls war dauerhaft erhöht und ich habe mich schrecklich über all das aufgeregt – und doch konnte ich das Buch kaum aus der Hand nehmen.

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Sofia Baumann steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums der Literaturwissenschaften. Als das Angebot des charismatischen Franz Oswald kommt, eine Bibliothek seiner Bewegung Via Terra aufzubauen, sagt sie zu. Denn die Lebensweise der Gemeinschaft und Franz’ Vision von einer perfekten Zukunft faszinieren Sofia sofort. Doch auf der abgelegenen Insel angekommen beginnen sich Zweifel in ihr zu regen... Mariette Lindsteins Biografie weist eine 25-jährige Mitgliedschaft bei Scientology auf, sodass die schwedische Autorin durchaus einen tiefen Einblick in die Vorgänge einer Sekte haben dürfte. Ganz so groß ist die Gemeinschaft in ihrem Roman „Die Sekte – Es gibt kein Entkommen“ zwar nicht, doch die Grundzüge der obskuren Glaubensgemeinschaft um Franz Oswald werden dennoch sehr gekonnt beschrieben. Doch zunächst widmet sich der Thriller Sofia, aus deren Sicht vorrangig erzählt wird. Eine gewöhnliche junge Frau, vielleicht noch etwas orientierungslos, aber voller Hoffnung und Idealismus, die sich wohl genau deswegen von Oswald so mitreißen lässt. Das ist durchaus glaubhaft beschrieben und lässt den Start in die Handlung sehr flüssig wirken. Der weitere Verlauf kann da jedoch nicht ganz mithalten, denn die Spannung lässt im weiteren Verlauf deutlich nach. Das liegt vor allem daran, dass Klappentext und Titel schon zu viel verraten und Lindstein es nicht immer schafft, ihre Leser noch zu überraschen. Vieles konnte man vorhersehen oder zumindest erahnen. Auch die Spuren, die zum Ende der Handlung führen, sind recht offensichtlich gelegt, sodass es eher überraschend gewesen wäre, wenn das Finale doch anders verlaufen wäre. Gut gefällt mir hingegen der zweite Handlungsstrang, bei dem lange nicht klar ist, wie er mit Sofias Geschichte zusammenhängt. Doch hier wird ein weiterer wichtiger Charakter unter die Lupe genommen und seine Entwicklung erlebbar gemacht, was dem Roman mehr Tiefe verleiht. Einige Passagen des Buches sind etwas zu lang geraten, besonders die ausführlichen Beschreibungen des alltäglichen Lebens in der Sekte konnten mich nicht durchgängig fesseln. Doch insgesamt sind Lindstein eine flüssige Erzählweise und passende sprachliche Bilder gelungen, die eine überzeugende Atmosphäre schaffen und trotz einiger Stolpersteine einen überzeugenden Thriller schaffen.

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