Leserstimmen zu
Der unschuldige Mörder

Mattias Edvardsson

(2)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 15,00 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Seit der Autor Leo Stark unter merkwürdigen Umständen verschwunden ist, sind bereits einige Jahre vergangen. Der Student Adrian wurde wegen Mordes verurteilt, doch sein Kommilitone Zack ist von seiner Unschuld überzeugt und nimmt die Recherchen erneut auf. Doch er stößt auf merkwürdige Zusammenhänge, die von den ehemaligen Mitstudenten mit aller Macht vertuscht werden wollen... Bis es der Roman „Der unschuldige Mörder“ des schwedischen Autors Mattias Edvardsson bis zu ins geschafft hat, ist einige Zeit vergangen, wurde nun aber im Zuge der äußerst erfolgreichen Veröffentlichung seines Bestsellers „Die Lüge“ nachgeholt. Um es vorweg zu nehmen: Die gleiche Güte wie dieser Roman besitzt „Der unschuldige Mörder“ nicht, ist aber dennoch ein lesenswerter Thriller mit viel Ausdruck. Denn wie sich die vergangenen Ereignisse mit den aktuellen Recherchen von Hauptfigur Zack verbinden, ist clever gelöst. Die Spuren werden nur nach und nach aufgedeckt, vieles bleibt die meiste Zeit über vage und undurchsichtig, sodass wirklich erst ganz am Ende die Hinweise auf den Täter deuten. Bis dahin werden zahlreiche falsche Fährten verfolgt, wodurch sich aber langsam ein komplettes Bild des Falles zusammensetzt - so weit, so bekannt. Diese Struktur ist bereits aus anderen Romanen bekannt, wird hier aber durch den manipulativen und einflussreichen Charakter des verschwundenen Autoren Leo Stark angereichert. Seine Intrigen, sein unheilvoller Einfluss auf die Studentengruppe bringt viel Würze mit ein, was auch psychologisch durchaus interessante Ansätze zu bieten hat. Der Sprachstil des Autors ist hingegen noch nicht ganz so ausgereift, sodass manche Formulierungen etwas holprig wirken. Zudem hat Edvardsson es nicht geschafft, jede Figur spannend zu gestalten, viele wirken eher etwas blass. Zack, aber natürlich auch Leo Stark sind positive Ausnahmen hiervon, viele andere Charaktere haben es aber nicht geschafft, mein Interesse zu wecken und sind eher blass geblieben. Das verschenkt einiges Potenzial dieses ansonsten sehr durchdachten Thrillers. „Der unschuldige Mörder“ schafft es zwar nicht durchgängig zu fesseln, bietet aber eine gut durchdachte Handlung mit einigen cleveren Ideen, die den Leser vor viele Rätsel stellen. Zwar ergibt sich langsam ein gesamtes Bild der Hintergründe des Verschwindens des manipulativen Autors, auf die richtige Spur wird man aber erst ganz am Ende gelenkt. Auch wenn nicht jeder Charakter es geschafft hat, mich für sich einzunehmen, sind Hauptfigur Zack und auch der verschwundene Autor facettenreich gezeichnet.

Lesen Sie weiter

Ein richtig guter skandinavischer Krimi

Von: brigitta

23.11.2019

Inhalt: Zack ist als Journalist in Stockholm gescheitert. Er hat seinen Job verloren und seine Freundin hat ihn verlassen. Nachdem er sich einige Wochen hat treiben lassen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als zurück zu seiner Mutter zu ziehen. Diese hat seine schriftstellerischen Ambitionen nie ernst genommen und Zack fühlt sich schnell von der Enge des Elternhauses erdrückt. Seine einzige Chance auf einen Weg zurück in die schreibende Liga ist, ein Buch zu schreiben. Doch Zack ist eigentlich kein Literat und sein Leben verlief recht ereignislos ..... bis auf die Geschichte mit Adrian. Adrian, Zacks bester Freund, wurde für den Mord an Leo Stark verurteilt und saß acht Jahre im Gefängnis. Adrian hat Zack gegenüber beteuert, unschuldig zu sein, und jetzt endlich nimmt sich Zack Adrians Geschichte an. Doch schnell stellt er fest, dass alle, die etwas wissen könnten, blockieren. Niemand unterstützt ihn und seine alten Freunde begegnen seinem Vorhaben mit Abwehr. Zack lässt aber nicht locker und sticht damit in ein Wespennest .... Fazit: "Der unschuldige Mörder" ist ein richtig, richtig guter skandinavischer Krimi, der sich tief in die menschlichen Abgründe wagt. Die Geschichte wird aus der Perspektive des entstehenden Romans, in der Vergangenheit und der unmittelbaren Gegenwart erzählt. So weiß der Leser, was Zack erlebt hat, was er davon in seinem Roman verarbeitet und wie er im Jetzt zu den neuen Informationen kommt. Der Leser erkennt aber auch die Entwicklung, die verschiedene Personen genommen haben und von dieser Metaebene aus, ist ihm klar, dass die Beteiligten mehr erlebt haben müssen, als Zack weiß. Zack erkennt auch diese Entwicklungen, aber da er nur auf sein Buch fixiert ist, erkennt er die Zusammenhänge nicht. Mir hat dieses Lesen auf "zwei Ebenen" sehr gut gefallen, denn ich hatte immer wieder die Illusion von einem Wissensvorsprung (der aber nicht tatsächlich existierte). Dies ist Mattias Edvardssons zweites Buch. Sein erstes Buch "Die Lüge" hat mir schon unheimlich gut gefallen und ich finde, in "Der unschuldige Mörder" hat er sich noch mal gesteigert. Auch hier beschäftigt sich Edvardsson, wie in "Die Lüge", wieder mit der inneren Wahrheit und der Realität. Zacks und Adrians Realitäten sind in etwa gleich, beide studieren zusammen, müssen die gleichen Aufgaben erledigen und haben den gleichen Freundeskreis, doch die innere Wahrheit, das Empfinden der Realität, ist vollkommen unterschiedlich. Mich hat diese Betrachtungsweise absolut fasziniert. "Der unschuldige Mörder" ist ein skandinavischer Krimi, der mir mal wieder gezeigt hat, warum ich die nordischen Romane so sehr liebe: sie sind abgründig und zeigen auf, dass man die tiefsten Abgründe eines Menschen erst erfasst, wenn sie einem direkt begegnen.

Lesen Sie weiter

Der unschuldige Mörder

Von: Jutta.moments

18.11.2019

„Der unschuldige Mörder“ von Mattias Edvardsson hat mich sehr begeistert! 🇸🇪 Vier Literaturstudenten in Lund 🇸🇪 treffen auf Leo Stark, einen berühmten schwedischen Schriftsteller. Eines Nachts verschwindet er, es wird keine Leiche gefunden und Adrian, einer der Studenten, des Mordes schuldig gesprochen. 12 Jahre nach dem Schuldspruch (Adrian saß acht Jahre im Gefängnis) beginnt Zack, der aus Stockholm nach seiner Kündigung als Journalist ins Haus seiner Mutter zurückkehrt, über den damaligen Vorfall, ein Buch zu schreiben. Kurz darauf taucht die Leiche auf. Es ist ein Thriller, der vor allem von den sehr gut beschriebenen Charakteren, der Stimmung und der Sprache lebt. Der Roman wechselt sehr gut durchdacht zwischen 1996/1997 und 2008. Er ist so flüssig und gut psychologisch geschrieben, dass man nicht aufhören kann zu lesen 🤍. Ich hätte sogar gerne noch weitere 100 Seiten gelesen. Ich liebe ja skandinavische Krimis und dieser reiht sich wunderbar in die bekannte Qualität großer schwedischer Autoren und Autorinnen ein. „Die Lüge“ habe ich noch nicht gelesen, sollte ich aber wirklich nachholen! 💙💛💙.

Lesen Sie weiter