Leserstimmen zu
Ghettolektuell

Idil Baydar

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Idil Baydar ist eine deutsche Schauspielerin und Comedian. Ihre klischeehaft angelegten Kunstfiguren, die Berlinerin Gerda Grischke und Jilet Ayse, eine 18-jährige Kreuzberger Türkin, wurden über YouTube bekann und erreichten hier die Millionenklickgrenze. Im Fernsehen war sie in Kabarett- und Comedysendungen wie StandUpMigranten, Night Wash, Puffpaffs Happy Hour oder Ladies Night zu sehen. Seit 2015 hat sie eine feste Rolle in der RTL-Serie Block B – Unter Arrest. Seit ihrem ersten Comedy-Soloprogramm „Deutschland, wir müssen reden!“ ist sie in ganz Deutschland auf Tour. In ihrem aktuellen Bühnenprogramm „Ghettolektuell“ entdeckt Jilet die Bildung und gibt in einer gekonnten Mischung aus Vortrag und Interaktion mit ihrem Publikum eine Lehrstunde der ganz anderen Art. Zu Beginn stellt sie sich als „Integrationsalptraum“ vor und entpuppt sich in ihrem Solo als scharfsinnige Beobachterin brandaktueller Themen rund um Gesellschaft, Migration und Politik. Durch das Wechselspiel der naiven Kunstfigur Jilet Ayse und der großartigen Künstlerin Idil Baydar erlebt auch der Zuschauer einen Perspektivwechsel. Am Ende bleibt viel Erkenntnis und das aufregende Gefühl der Teilhabe an etwas Großem … Vom Grunde her haben mir die Themen gut gefallen und wurden auch von Jilet Ayse gekonnt in Szene gesetzt. Leider fand ich ihre Kunstfigur oftmals zu überspitzt, übertrieben und prollig. Redewendungen wie „Ich schwör!“, „Kanacken“ und andere, die man so von übertrieben gezeichneten anderen „Kult-Türken“ kennt, bedienten das Klischee und wurden bis zum Erbrechen wiederholt und nervten nach einer gewissen Zeit. Ich weiß nicht, ob Jilet Ayse zu dicht am Mikrofon klebte oder das Mikrofon einfach so empfindlich war, aber wenn sie sich in Rage redete, klang ihre Atmung ähnlich der von Darth Vader, was ebenfalls nach einer Weile nervte, hier wäre ein Filter schön gewesen. Etwas versöhnt hat mich der letzte Track, in dem Jilet sich den Fragen des Publikum stellte und bewies, dass sie sich mühelos auf interessante Diskussionen einlässt und schlagfertige Argumente präsentiert, die absolut überzeugend sind. Fazit Interessantes Programm der übertriebenen Kunstfigur, das man mögen muss oder eben nicht. Meinen Humor trifft sie leider nicht komplett, aber dafür sind Geschmäcker eben verschieden. Drei von fünf Punkten.

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