Leserstimmen zu
Geschichte einer Ehe

Geir Gulliksen

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Wie lässt man jemanden gehen, den man liebt? Kann Liebe sterben? Oder transformiert sie sich nur in etwas anderes? Kann man jemanden aufrichtig lieben, der sich dazu entscheidet, einen zu verlassen? Für jemand anderen. Was tut man dann mit den eigenen Gefühlen? Wohin und wem gibt man sie dann? Kann man an Liebe sterben? Kann man in einem gigantischen Ausmaß hoffen? Oder warten? Kann eine Liebe so groß sein, dass man den geliebten Menschen für die Hände eines anderen Menschen freigibt? Wie entsteht Liebe? Was ist Liebe? Geir Gulliksens Roman „Geschichte einer Ehe“ ist eine zutiefst traurige Erzählung über das Ende einer Beziehung, die aus philosophischen Fragen solcherart besteht. Sie verlässt ihn für einen anderen! Soweit der Plot der Geschichte, der zugleich das Setting für eine über 200 Seiten lange literarische Gedankenexplosion liefert, in welchem der norwegische Autor Gulliksen den Diskurs der Liebe erkundet. Mit Jon, dem Ich-Erzähler des Romans, folgt Gulliksen den Spuren einer sich langsam zersetzenden Liebe, an der die Hauptfigur zu verenden droht. Gulliksen unternimmt den Versuch, literarisch dem Nachzugehen, was man simpel unter der Verarbeitung und dem Durchleben von Liebeskummer versteht. Dabei zeichnet er mit seiner Hauptfigur einen äußerst sensiblen Charakter, der sich mutig auf die Spuren seiner sich nach und nach auflösenden Ehe begibt. Dabei liebt er immer noch, leidet und wütet, erklärt sich das Unerklärliche, analysiert und beobachtet die Veränderungen an seiner geliebten Frau, prophezeit das Unverhoffte und Schreckliche, sinnt auf Rache, auch wenn er vollends auf Versöhnung hoff, und verlangt sich dabei alles ab – bis er am Ende nur noch die Karikatur seiner selbst ist. Emotionaler und körperlicher Verfall liegen hier nah beieinander. Tragisch, menschlich und extrem sexy! „Die Geschichte einer Ehe“ ist die Erzählung einer modernen Beziehung, die trotz aller Unkonventionalität am Konventionellen scheitert: der Eifersucht, der Exklusivität, dem Fremdgehen.

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