Leserstimmen zu
Der Himmel gehört uns

Luke Allnutt

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Auch hier finde ich mal wieder das Cover unglaublich schön - ein Sonnenuntergang mit beginnendem Sternenhimmel in Rot- und Blautönen, im Hintergrund ein Mann mit einem Kind auf den Schultern. Natürlich weckt dies direkt die Assoziation zu den Figuren des Romans Rob Coates und seinem Sohn Jack. Rob ist ein junger Softwareentwickler und Programmierer seine große Liebe Anna ist Buchhalterin. Sie leben in London und führen ein tolles Leben. Nur Kinder fehlen, dies ist allerdings nicht so einfach. Anna hat zwei Fehlgeburten bis endlich Jack zur Welt kommt. Nun scheint endgültig alles perfekt. Bis bei Jack im Alter von 6 Jahren ein Hirntumor diagnostiziert wird. Rob und Annas verzweifelte Versuche ihr Wunschkind zu retten beginnen. Dabei entfernen die beiden sich immer weiter von einander. Bis es für alle zu spät ist. Der Roman beginnt mit einer Episode aus Robs Leben nach Jacks Tod. Dann wird Jacks Geschichte erzählt. Schließlich springen wir wieder ins Jetzt und können miterleben wie Rob versucht die Scherben, die sein Leben inzwischen sind, wieder zu kitten. Unter anderem versucht er dies auch mit Hilfe eines Blogs in denen er Bilder von Orten veröffentlicht, an denen er und Anna mit Jack waren. Dieser Aufbau des Buches ist insofern auch sehr interessant, weil man direkt zu Beginn erlebt, wie schlecht es Rob geht und man dann erfährt, wie es dazu kommen konnte. Der Schluss macht wiederum Hoffnung und rundet den Roman, der ja an sich ein sehr ernstes und trauriges Thema hat, sehr gut ab. Sehr schön finde ich auch die Einschübe im Buch, bei denen Rob wieder einen Ort auf seiner Website festhält. Als Programmierer, schreibt er in die Quellcodes der Bilder Botschaften an Jack. Diese Botschaften sind oftmals auf separaten Seiten am Ende bzw. Anfang eines Kapitels zu finden und sprachlich sehr schön geschrieben und zeigen wie sehr Rob sein Kind liebt. Gesamtheitlich ist das Buch bezüglich der Sprache recht einfach gehalten, es liest sich sehr schnell, es kommen kaum Fremdwörter vor (einige Progammiererausdrücke, deren Bedeutung aber fürs Verständnis nicht von Bedeutung sind). Das Schriftbild der Ausgabe ist recht groß, die Seiten stark, sodass man wirklich schnell vorankommt. Alles in allem hätte ich mir sprachlich noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Insgesamt finde ich das Buch aber gelungen, da der Übergang vom schweren und ernsten Thema Krebs bei Kindern zu einem hoffnungsvollen Ende sicher nicht einfach ist und hier doch gelungen ist!

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Buchhandlung Walther König GmbH & Co.KG

Von: aus Köln

23.11.2018

Trotz des traurigen Themas sehr unterhaltsam, ergreifend und gut geschrieben!

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„Der Himmel gehört uns“, so sieht es Rob Coates. Ihm, seiner Frau Anna und dem gemeinsamen Sohn Jack. Das Glück der kleinen Familie scheint perfekt bis zu dem Tag als der fünfjährige Jack mit einem unheilbaren Hirntumor diagnostiziert wird. Anna und Rob nehmen in dieser schweren Zeit jeweils ihren ganz eigenen Weg und entfernen sich so immer weiter voneinander. Können sie sich und ihre Liebe trotz dieser Tragödie am Ende wiederfinden? Durch das im Klapptext vorweggenommene Ende stehen vor allem die Beziehungen der Charaktere zueinander im Mittelpunkt. Dabei könnten die zentralen Figuren Rob und Anna nicht unterschiedlicher sein. Während Rob, der Informatiker, unerwartet emotional agiert, entspricht Anna in vielerlei Hinsicht dem Stereotyp einer Buchhalterin: überaus organisiert, teilweise gefühlskalt und rational. Ergänzt wird die Familie durch den Sohn Jack, der stellenweise jedoch nicht wie ein fünfjähriger wirkt, sondern deutlich älter. Als Nebencharaktere begegnen noch Lola, die alternative, leicht verrückte beste Freundin von Anna, Scott, der beste Freund und Geschäftspartner von Rob, der chronisch pleite ist und besonders durch seine wechselnden Frauenbekanntschaften auffällt, die überaus religiösen Eltern auf Annas Seite und der alleinerziehende, gutmütige Vater von Rob. Fast alle Protagonisten sind leider äußerst stereotypisch und einseitig gezeichnet, was stellenweise verhindert, dass man als Leser eine wirkliche Verbindung aufbauen kann. Einzig in den kindlichen Dialogen zwischen Rob und Jack wird eine besondere Beziehung zwischen Vater und Sohn spürbar. Dadurch gelingt es Allnutt in diesen Augenblicken doch so etwas wie eine Hoffnung zu wecken, dass irgendwie, irgendwann noch ein Wunder geschieht. Durch Luke Allnutts flüssigen Schreibstil lässt sich das Buch allerdings gut lesen. Einzig die zahlreichen Handlungssprünge, die wohl stilistisch Robs Zustand nach Jacks Tod geschuldet sein sollen, lassen einen als Leser einige Male wundern, ob man nicht gerade eine Seite überlesen hat. Alles in allem fehlt das wirklich Besondere am Buch jedoch. Auch die kurzen emotionalen Momente zwischen Vater und Sohn können diesen Mangel nicht ausgleichen. Die Traurigkeit des Buches lebt nicht von den Charakteren und ihren unvergleichlichen Beziehungen zueinander oder von einer überraschenden Storyline, sondern primär von der niederschmetternden Ungerechtigkeit, dass ein fünfjähriger, kleiner Junge unheilbar krank ist.

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Der HImmel gehört uns

Von: sissi

11.11.2018

Der Roman "Der Himmelgehört uns" von Luke Allnutt eignet sich perfekt, als Lektüre in der Weihnachtszeit, wenn es draußen stürmt und schneit und man sich im warmen Wohnzimmer einnistet. Der Roman behandelt ein sehr schwieriges Thema ...was tun wen das eigene Kind Krebs hat? Man kann gar nicht anders, als in das Buch und die Geschichte einzutauchen. Wer Romane mit sehr persönlichen Themen liebt und nichts gegen ein eher kürzeres Lesevergnügen ca.350 Seiten, hat und es sich gerne mit einer Tasse Tee auf der Couch bequem macht....ist hier genau richtig

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Starkes Thema, gute Ansätze - aber nicht immer glücklich umgesetzt

Buchhandlung Jost GmbH

Von: Tobias Wrany aus Bonn

29.09.2018

Positiv ist auf jeden Fall, dass Luke Allnut sein alles andere als unemotionales Thema nicht noch zusätzlich mit rührseligen Schaueffekten auflädt, sondern, zu Recht, darauf vertraut, dass sein Lesepublikum schon rein inhaltlich direkt im Gefühlszentrum getroffen wird. Wobei er es seiner Zielgruppe unter Umständen unnötig schwer macht, allein schon durch das Startkapitel, dass seine Hauptfigur als alkoholhaltigen Aufreißertypen einführt und auch sehr lange braucht, bis das Geschehen ernsthaft in Fahrt kommt und seine Richtung findet. Wer dennoch bis zu Schluss dabeibleibt erlebt dann zumindest mit den Ereignissen um die Prager Spezialklinik ein sorgsam konstruiertes Spannungsmoment, sowie mit der Entwicklung der Gegenwartshandlung gegen Ende der Geschichte eine angenehme Erzählkomponente, die ebenso lebensnah, wie versöhnlich einen stimmungsvollen Abschluss schafft.

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