Leserstimmen zu
Schattenmänner

Christian v. Ditfurth

Kommissar de Bodt ermittelt (4)

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Eine Perle deutschsprachiger Spannungsliteratur ist der Politthriller „Schattenmänner“, der vierte Band in Christian von Ditfurths (65) 2014 begonnener Reihe um den eigenwilligen Hauptkommissar Eugen de Bodt, dem Schrecken aller Vorgesetzten im Berliner Landeskriminalamt. Bei den Kollegen nicht weniger unbeliebt, aber mit ihrem Chef als Trio unschlagbar, sind seine zwei Mitarbeiter, die Kommissarin Silvia Salinger und der deutsch-türkische IT-Spezialist Ali Yussuf. Wieder einmal lösen sie einen scheinbar unlösbaren Fall höchster politischer Brisanz – auch unter gelegentlicher Missachtung der Dienstvorschrift. Es beginnt mit einem Mord in Berlin. Eigentlich Routine, wenn es sich nicht um die Geliebte eines aus Bayern stammenden Bundesinnenministers handeln würde, die zehn Jahre nach der Geburt einer Tochter nun ein zweites Kind von ihm erwartet. Dann gibt es weitere Morde in Deutschland und Frankreich, die anfangs noch als Unfälle erscheinen. Doch alle Opfer waren Mitglied einer harmlosen Facebook-Katzengruppe. Bald findet de Bodt eine weitere Gemeinsamkeit: Alle haben direkt oder indirekt in Deutschland für Krauss-Maffei-Wegmann oder in Frankreich für Nexter Systems gearbeitet, beide führende Rüstungskonzerne. Geht es also um Spionage? Wer sind die „Schattenmänner“ hinter den Morden? De Bodt und seine Mitarbeiter tappen lange im Dunkeln. Noch ominöser wird es, als plötzlich sein Bekannter Merkow in Berlin auftaucht, Agent des russischen Geheimdienstes und Putin-Vertrauter. Auch de Bodt nutzt hin und wieder seine engen Verbindungen zur Kanzlerin, hatte er ihr doch einmal das Leben gerettet. Seitdem hält sie ihre schützende Hand über den eigenwilligen Kriminalisten. Selbst wenn seine Vorgesetzten nicht umhinkommen, diesen sturen Hauptkommissar wegen Dienstvergehens oder zum eigenen Schutz zu suspendieren, ermitteln de Bodt und sein Team heimlich weiter. Das Faszinierende an Ditfurths Politthrillerreihe ist die Verbindung einer aktuellen Gemengelage aus Politik, Industrie und Wirtschaft, tagesaktueller Themen mit politischer Brisanz und einer überaus spannenden Handlung – eine gelungene Verquickung von Fakten und Fiktion. Als Leser „erlebt“ man diesen Roman, die Themen kennt man aus den Nachrichten. Ditfurths größtes Pfund ist aber sein ungewöhnliches Ermittlertrio: Der Chef Eugen de Bodt, humanistisch gebildet, ständig andere mit philosophischen Zitaten intellektuell nervend, in den Augen vieler arrogant und snobistisch, am Ende aber immer erfolgreich. Sylvia Salinger, in der Liebe hoffnungslos gescheitert, ebenso hoffnungslos in ihren Chef verknallt, eine fähige Kriminalistin. Ihre Figur der normalen, tüchtigen Polizistin ist gewissermaßen die Klammer zwischen dem humanistisch gebildeten, belesenen Chef und seinem cleveren IT-Spezialisten, dem „Türken-Ali“, vom Leben gebildet, auf Berlins Straßen groß geworden, nicht auf den Kopf gefallen, aber mit der Zappelkrankheit ADHS geschlagen, umso schlagfertiger mit dem Mund. Dieser immer ironische, sarkastische und ungemein geistreiche verbale Schlagabtausch zwischen de Bodt, Salinger und Ali Yussuf sind das Salz in dem von Christian von Ditfurth mit vielen frischen Zutaten angereicherten Krimi-Leckerbissen. Im Gegensatz zu anderen Serienschreibern ist es Ditfurth auch in seinem vierten Roman wieder meisterhaft gelungen, Spannung und Tempo unverändert beizuhalten. Seine würzige Zutatenmischung unterscheidet diese Romane um Eugen de Bodt von gängigen Fastfood-Krimis. Ich halte Ditfurths vier Krimis momentan für die besten Politthriller im deutschsprachigen Raum – hochaktuell, hochbrisant, hochspannend.

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Seit dem Ersten Buch von Christian v. Ditfurth hab ich bisher alle von ihm gelesen. Mit „Schattenmänner“ gibt es einen neue Fall für den Berliner Kommissar Eugen de Bodt und seine beiden Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf. Wieder einmal ein echt packender Thriller, der einen tief mit in die Ermittlungen reinzieht und mitleben lässt. Hier dreht der Autor wirklich an der Spannungsschraube womit er den Nerv der Zeit trifft. Es sind Bezüge zu den vorangegangen Büchern zu finden, was aber nicht heißt, das man das Buch ohne die Vorgänger nicht verstehen kann. Das ist kein Problem. Die kurzen Kapitel mag ich, dadurch wird die Story nicht langatmig und bleibt abwechlungsreich. Mit diesem großartigen Thriller überzeugt der Autor erneut auf voller Linie und ich freue mich definitiv mehr davon zu lesen. Für mich ist dieses Buch definitiv ein Lesehighlight und vollkommen empfehlenswert.

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Der vierte Teil des Ermittlertrios um Kommissar de Bodt schlägt nicht nur in Berlin gewaltige Wellen. Der Mord an einer Regierungssekretärin erregt das Aufsehen von Kommissar de Bodt. Die Ermittlungen führen das Team in die engsten Regierungskreise und schnell zum Ziel. Für de Bodt steht allerdings fest, dass der eigentliche Strippenzieher in einer ganz anderen Liga spielt. Die Hinrichtung einer jungen Programmiererin in Frankreich und eine Fahrerflucht in Düsseldorf ergeben eine skurrile Gemeinsamkeit. Alle drei Opfer waren Mitglied in einer Facebook Katzengruppe. Als Yussuf den entscheidenden Hinweis in den Katzenbildern findet, wird das LKA in die Luft gesprengt. De Bodt ist sich daraufhin auch ohne Hegel klar, dass er einen neuen Feind hat. Auf der Flucht, im Visier mehrerer Killerkommandos, den eigenen Reihen und im Schlepptau altbekannter französischer und russischer Freunde tritt er seinen eigenen ganz persönlichen Feldzug an. Während sein Team einem Anschlag nach dem nächsten entkommt, tragen die Franzosen wie auch die Russen Stück für Stück zur Lösung des Falles bei, bis de Bodt klar wird, das hier im Hintergrund noch jemand agiert. Christian v. Ditfurths Thriller bereiten dem Leser mehr als eine schlaflose Nacht. Aus scheinbar unzusammenhängenden Morden, Anschlägen und allgemeinem Zeitgeschehen bastelt der Autor in Schattenmänner eine Story, die mit Zitaten berühmter Philosophen, abenteuerlichem Kameradengeplänkel und tiefgründigem Sarkasmus stets zum bitteren Ende, der letzten Seite des Buches führt. Ehe man sich als Leser versieht, steckt man in einem politischen Grabenkrieg im Zentrum der deutschen Macht, rast mit dem Ermittlerteam durch halb Europa und hat keine Scheu, den mächtigen Gegnern die Stirn zu bieten.

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„Ich gehe eine rauchen. Mit euch hält es ein wahrer Muselman nicht aus. Sündenpfuhl“. Wobei Yussuf, Teil der Ermittlergruppe von Hauptkommissar de Bodt in Berlin, eigentlich nur ein wenig Hegel einfließen lassen wollte (analog zu seinem Chef, ein wandelndes Philosophie-Lexikon) in den losen Austausch zum Stand der Ermittlungen im Mordfall der Ex (oder auch nicht Ex?) Geliebten des Innenministers. Bayer. Und unschwer zu erkennen, dass lebende Personen hier als Vorbild dienen. „Götterdämmerung“ ist das Thema, denn die attraktive Frau, aktuell übrigens schwanger (nicht zum ersten Mal), ist tot. Ermordet. Und damit steht sie beileibe nicht alleine da. Berlin. Paris. Quimper. Düsseldorf. Morde. Überfahren von einem Lieferwagen, erschossen, erstochen, verschiedene Todesarten und drei Ermittlerteams, die jeweils ihre Mühe haben, auch nur einen Hauch Licht in diese Morde zu bringen. Wobei die Fäden irgendwann bei de Bodt zusammenlaufen werden. Denn zunächst, augenscheinlich, gibt es nichts Verbindendes zwischen den opfern als die Mitgliedschaft in einer Gruppe von „Katzenliebhabern“ auf Facebook. Und selbst, als de Bodt das erste Geständnis eingesammelt hat, ergeben sich letztlich mehr Fragen als Antworten. Bis eine weitere Gemeinsamkeit langsam an die Oberfläche der Ermittlungen gerät und de Bodt die Entscheidung zu treffen hat, die üblichen Pfade offizieller Ermittlungen zu verlassen, um dem Hintermann, den Hintermännern (oder Frauen) der Verbrechen auf die Spur zu kommen. Wobei der neuen Thriller von Christian von Ditfurth, wie bei ihm immer schon Markenzeichen gesetzt, nicht nur durch die Spannung der Ermittlungen und die Frage, wer hinter allem steckt und was das wahre Motiv sein könnte, überaus lebendig daherkommt, sondern vor allem durch die Vielzahl teils skurriler (aber nie zu unterschätzender) Protagonisten und ihrer Verhältnisse unterineinander hervorragend unterhält. Zwar verblasst irgendwann der Reiz an den ständigen Zitaten de Bodts ein wenig (wobei ein Kommissar, der als Bettlektüre Lukrez wählt und mit seiner klassischen Bildung sein Umfeld immer wieder auf den allgemeinen „guten Pfad“ des Lebens hin orientiert), was aber nicht weiter stört, denn es gibt ja genügend andere, die umgehend in kleinere Lücken vorstoßen. Sei es Hauptkommissar Lebrane in Paris, der nicht nur in die Bretagne aufbrechen muss, sondern auch in seinem Untergebenen Floire so etwas wie eine Prüfung des Lebens (und seiner an sich schon griesgrämigen Laune) ständig um sich hat. Sei es die Besitzerin des Stammcafés der Ermittler in Berlin, die bestens symbolisch passend gerne mit „Bruchkeksen“ de Bodt und sein Team daran erinnert, dass alle Fälle zunächst aus Bruchstücken bestehen und man sich gefälligst anstrengen muss, das Bild hinter den Einzelteilen mehr und mehr zusammenzusetzen. Wozu vielleicht auch jene Frau und jener Mann beitragen könnten, die sich ihrer Haut zu wehren haben und dies konsequent versuchen, zu tun. Es könnte gut sein, dass der Grund, aus dem die beiden verfolgt werden und alles dafür tun, unterzutauchen, für die Hintergründe der Morde interessant wäre. „Das Ziel ist die Einsicht des Geistes in das, was das Wissen ist“ (Hegel). So ergibt sich insgesamt ein legerer Erzählton, ein ausgeprägter Sinn für Humor und Ironie, ein hin- und her Werfen der Bälle zwischen den Beteiligten, zudem je ganz eigene Herangehensweisen und Ermittlungstechniken, die nicht immer im Handbuch der Polizeiarbeit zu finden sein werden und ein durchaus anregender und spannender Fall, der mit einigen überraschenden Wendungen, Action zur rechten Zeit und einem überzeugenden Schluss versehen ist. Eine anregende und in sich stimmige Lektüre, die wieder einmal das menschlich schräge und inhaltlich schlüssige Erzähltalent von Ditfurths aufzeigt.

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