Leserstimmen zu
Achtzehn Hiebe

Assaf Gavron

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Meinung Zum Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr angenehm, man fällt in die Geschichte hinein und mag gar nicht mehr aufhören zu lesen. Zum Cover: Das Cover hat mich sofort angesprochen. Ich mag es schlicht, so wie das Bild zu sehen ist. Der Titel ist groß und in deutlichen Farben zu sehen, dadurch ist er sehr auffallend gestaltet und zieht einen sofort in den Bann. Zum Inhalt: Es geht um den Taxifahrer Eitan, der sich mit seiner Frau das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter teilt. Eine ältere Damen, mag seinen Humor und seine Art und bucht ihn immer wieder. Sie erzählt ihm einiges über einen Soldaten, der hier beerdigt wurde und Eitan möchte Genaueres darüber erfahren und ermittelt selbst. Ich habe Eitan direkt ins Herz geschlossen, er ist entspannt und sympathisch, leider macht ihm die Trennung sehr zu schaffen, was aber seine sehr menschliche Seite zeigt. Fazit Ein toller Roman, der über die israelische Geschichte in humorvoller und witziger, aber auch interessanter Weise erzählt. Sehr spannend ist auch zu erfahren, was es mit dem Soldaten auf sich hat. Man sieht Tel Aviv durch Eitans Augen und hat Lust selbst eine Taxifahrt mit ihm zu unternehmen.

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Eitan Einoch war schon die Hauptfigur in „Ein schönes Attentat“, dem 2008 veröffentlichten Debütroman des inzwischen als Bestseller-Autor gerühmten israelischen Schriftstellers Assaf Gavron (50). Zehn Jahre später spielt Eitan Einoch wieder die Hauptrolle in Gavrons neuem Roman „Achtzehn Hiebe“, im Februar beim Luchterhand-Verlag erschienen. Auch wenn auf die Ereignisse des Debütromans stellenweise Bezug genommen wird, ist der neue Roman keine Fortsetzung. Es ist ein im heutigen Tel Aviv spielender, unterhaltsamer Krimi, dessen Vorgeschichte sich 1946 vor der Staatsgründung Israels zugetragen hat, als die Briten noch das Mandat über Palästina hatten. Inzwischen ist Eitan Einoch selbständiger Taxifahrer, der seine Fahrgäste mit Anekdoten zur Geschichte Israels unterhält. Er ist geschieden, Vater einer kleinen Tochter, um die er sich liebevoll an zwei Wochentagen kümmert. Eines Tages erhält er den Auftrag, eine liebenswerte 85-jährige Dame, die sich ihm als Lotta Perl vorstellt, täglich zum Friedhof zu fahren, wo ihr kürzlich verstorbener Jugendfreund begraben liegt. Eitan erfährt ihre Lebens- und Liebesgeschichte: Als 17-Jährige hatte sich das jüdische Mädchen verbotenerweise in einen britischen Soldaten verliebt, ebenso ihre Freundin. Nach 66 Jahren hatte sich das Quartett nun wiedergetroffen. Lotta ist überzeugt, ihr Jugendfreund sei ermordet worden. Als Eitan Einoch beginnt, gemeinsam mit seinem Freund Bar diesem Verdacht nachzugehen, finden sie Lotta Perl tot im Bett. War es Mord? Im Laufe der locker und durchaus humorig erzählten Kriminalhandlung erfahren wir in mehreren Rückblicken Atmosphärisches und Wissenswertes aus der Zeit des Mandats: Die Briten waren bei den Juden verhasst und wurden von zionistischen Untergrundorganisationen bekämpft. Neben der Todesstrafe gab es bei den Briten auch die Prügelstrafe, die dem Roman seinen Titel gibt. Die Untergrundkämpfer revanchieren sich auf dieselbe Art, nehmen britische Soldaten gefangen und rächen sich an ihnen mit der Lederpeitsche. Eines Abends trifft es auch Lottas Freunde. Bedauerlicherweise verzettelt sich Assaf Gavron in seinem Roman, der eigentlich interessante Ansätze hat. Doch wird in den Rückblicken ins Jahr 1946 das Alltagsleben der Juden unter britischer Verwaltung recht oberflächlich behandelt, auch kommen die mit ihnen verfeindeten Palästinenser überhaupt nicht vor. Es stimmt sicher, was Lotta Perl sagt, dass sich die Liebenden nicht um Politik gekümmert haben. Dennoch hätte der israelische Autor in seinem Roman auf die Historie seines Heimatstaates intensiver eingehen müssen. Auch die Handlung in heutiger Zeit wird bei Gavron nicht wirklich zum richtigen Krimi, sondern plätschert seitenweise fröhlich und in manchen Absätzen sogar trivial vor sich hin. „Achtzehn Hiebe“, vom Thema her ein passender Roman zum 70.Jahrestag der Staatsgründung Israels, verspielt diese Chance. Es hätte ein spannender Krimi vor historischem Hintergrund werden können. So bleibt es ein austauschbarer Unterhaltungsroman, eine bunte Mischung aus Liebe, Enttäuschung und Verrat, Schuld und Verbrechen. Die anfängliche Spannung und Erwartung, aufgelockert durch eine Prise Humor, verflacht mit zunehmender Seitenzahl. Und: Wozu braucht es eigentlich die in Einzelheiten geschilderten Bettszenen? Sie tragen nichts zur Sache bei, sondern mindern noch das Niveau dieses Romans. Schade! Ich hatte vom neuen Buch des mehrfach ausgezeichneten Bestseller-Autor mehr erwartet.

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Eitan ist 44 einviertel Jahre alt, lebt in Tel Aviv und verdient sein Geld als Taxifahrer. Vor einigen Jahren war er kurzzeitig berühmt, weil er drei Terroranschläge in kürzester Zeit überlebt hat. Aber davon will er eigentlich nichts wissen, das Wichtigste in seinem Leben ist seine Tochter Noga, die er aber nicht jeden Tag sieht, weil er von ihrer Mutter Dutschy getrennt lebt. Eines Tages fährt er eine ältere Dame zu einer Beerdigung und ab diesem Tag jeden Tag zum Friedhof. Sie heißt Lotta Perl und behauptet, der Tote wäre ermordet worden und der Mörder hätte es auch auf sie abgesehen. Eitan und sein Freund überlegen sich gerade, ob sie in dem Fall ein wenig ermitteln wollen, als Lotta plötzlich verschwindet. Bei ihren Ermittlungen stoßen Eitan und Bar nicht nur auf eine Liebesgeschichte, die sich vor über 60 Jahren ereignete, sondern auch auf ein Stück israelische Geschichte. Kann es sein, dass der Groll von damals bis heute nachwirkt? Beim Lesen dieses Romans wurden mir wieder viele Bildungslücken bewusst. Es gab viele Worte, die ich nicht kannte, religiöse Begriffe oder im Zusammenhang mit der Geschichte Israels. Da habe ich richtig gemerkt, wie fremd mir dieses Land und die Kultur sind und ich konnte einiges dazu lernen. Besonders lesenswert ist dieses Buch durch die Hauptfigur: Eitan ist eine Art liebenswürdiger Loser. Er bleibt mit dem Taxifahren eigentlich unter seinen Möglichkeiten, ist ein kleiner Chaot, ein toller Vater und etwas hilflos mit den Frauen. Zusammen mit seinem Freund Bar, der immer alles erst bei Wikipedia checkt, sind sie ein schrulliges Ermittlerduo. Irgendwie sind mit die beiden richtig ans Herz gewachsen. Die Handlung hat also etwas krimi-mäßiges, aber sie auch lustig, manchmal etwas derb. Außerdem erfährt der Leser viel über die britische Mandatszeit in Israel. Eine wilde Mischung, die tatsächlich funktioniert! Und am Ende ist es dann eigentlich gar nicht mehr so wichtig, wer wen ermordet hat. Die Handlung schwächelt zwischendurch mal etwas, aber das kann man dem Buch verzeihen. Ach Eitan, ich werde Dich vermissen. Ich kann „Achtzehn Hiebe“ an alle weiterempfehlen, die schräge Stories gerne mögen.

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Der Autor nimmt den Leser mit nach Israel, in die Straßen von Tel Aviv. Als Leser begleitet man den charmanten Taxifahrer Eitan durch seine geliebte Stadt, von der er vieles zu erzählen weiß. Hier und da pflegt er Historisches, Wissenswertes und Spannendes in die Konversation einzustreuen, um dem Fahrgast seine Heimat näher zu bringen und um sich aus dem großen Pool der Taxifahrer hervorzuheben. Er schließt eine ungewöhnliche Freundschaft mit der alten Lotta Perl. Eitan wird zu ihrem persönlichem Taxifahrer und sie ist sein Tor zu Israels Vergangenheit, die bis hin zur britischen Mandatszeit und zur Gründungszeit Israels zurückgeht, denn Lotta war damals dabei. Die Geschichte Israels verwebt Assaf Gavron kunstvoll mit der ersten großen Liebe, der Liebe zwischen jüdischen Mädchen und britischen Soldaten während der Mandatszeit. Eine Liebe über die Trennung hinaus, bis ins hoche Alter von 85 Jahren. Geschickt verwickelt der Autor seinen freundlichen und offenen Protagonisten Eitan Einoch, auch als "Krokodil" bekannt, nun in eine Art Krimikomödie. Denn Lotta gesteht Eitan, sie fühle sich nicht sicher, sie habe Angst um ihr Leben und sie glaube, ihre einstige große Liebe, die sie kürzlich auf dem Trumpeldorfriedhof beerdigt hat, sei ermordet worden. So starten Eitan und sein ehemals bester Freund Bar mit eigenen Ermittlungen, die die Gegenwart mit der Vergangenheit verbinden. Weit zurück müssen die beiden Hobbydetektive gehen und stoßen bei ihren Nachforschungen auf Geheimnisse, die so brisant sind, sodass sie sogar den Konflikt der Briten mit der "Etzel", der damaligen terroristischen Untergrundorganisation, berühren und den Titel des Romans "Achtzehn Hiebe" erklären. Dies ist kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne. Der Fokus liegt auf Israel und dem Zeitpunkt seiner Gründung. Leicht und locker bewegen sich Eitan und Bar durch die vielen Verwicklungen, erleben Ungewöhnliches, Spannendes, Irritierendes und einen Hauch von Exotik und Erotik. Denn nicht jeden Tag begegnet man Menschen, die sich mit Diamanten auskennen, jung sind und dazu noch hinreißend aussehen, so wie Nogga, Lottas Enkelin, für die Eitan anfängt ein bisschen zu schwärmen. Mit Spannung fieberte ich dem Ende entgegen und konnte mir das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Eitan und Bar entwirren den Knoten und sind selbst verwundert über das, was sie herausgefunden haben. Guten Gewissens haken sie schlussendlich die Geschichte ab und kehren zu ihrem Alltag zurück. Und wer bis dahin die Erwähnung von Polizei vermisst hat, wird sie auch jetzt nicht antreffen, denn diese konnte geflissentlich in der "Krimikomödie" außen vor gelassen werden. Fazit: Ein schöner und leichter Roman, der dem wissbegierigen Leser die britische Mandatszeit vor Augen bringt und ihn auf humorvolle Art, mit viel Lebenslust und Leichtigkeit ebenso durch Israels Gegenwart kutschiert. Aber auch ein Roman über Liebe. Über jene zu einer Stadt und die Liebe des Herzens, die, deinen trifft und nicht mehr loslässt. Das alles garniert mit einer angenehmen Portion Krimi.

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Der Roman Achtzehn Hiebe von Assaf Gavron erschien im Februar 2018 im Luchterhand Literaturverlag. Der hebräische Originaltitel lautet Schmone-esre malkot. Auf 416 Seiten erzählt Assaf Gavron zum einen zwei Liebesgeschichten im Israel der 1940er Jahren zwischen zwei britischen Soldaten und zwei jüdischen jungen Frauen, zum anderen ist ist der Roman eine kleine Kriminalgeschichte. Gavron nimmt uns mit auf eine Reise. Eine Reise durch das heutige Israel, und zwar im Taxi von Eitan Enoch. Eitan, bekannt als „Krokodil“ überlebte in kürzester Zeit drei Terroranschläge und erlangte so vor einigen Jahren mediale Aufmerksamkeit. Heute ist er Taxifahrer und liebender aber geschiedener Vater. Er unterhält seine Gäste regelmäßig mit Hintergrundinformationen zu Straßen, Plätzen und Stadtvierteln Tel Avivs. Sein Leben verläuft routiniert, aber wenig aufregend - bis er Lotta Perl kennenlernt. Eine alte Dame, die ihn um die tägliche Fahrt zum Friedhof bittet. Durch diese Bekanntschaft werden wir auf eine zweite Reise mitgekommen: ins Israel zur Mandatszeit, nach dem zweiten Weltkrieg. Lotta bittet Eitan nicht nur um die Taxifahrten, sondern hat einen ganz bestimmten Auftrag, durch den er und sein Freund Bar zu Hobbydetektiven werden und ihr kriminalistisches Gespür gefragt wird. Assaf Gavron zeigt unglaublich gelungen wie nah Liebe, Leidenschaft, Verrat und Mord miteinander verknüpft und verschlungen sein können und wie großartig eine Kriminalgeschichte erzählt werden kann, auch ohne großes Blutvergießen und schaurige Ausführungen. Die große Frage nach der Wahrheit, die sich durch den Roman zieht und ein entspannter und gleichzeitig Spannung bringender Erzählstil sorgen für dieses tolle „Lesesuchtgefühl“. Ich bin begeistert und freue mich auf mehr von Assaf Gavron!

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Eitan Einoch, Mitte Vierzig, ist Taxifahrer in Tel Aviv. Jeden Tag erzählt Eitan seinen Fahrgästen bestimmte Anekdoten aus seiner Heimatstadt, wenn er sie zu ihrem Ziel bringt. Es gibt aber auch Tage, da wird Eitans eigene Geschichte ans Tageslicht befördert, meistens, wenn er von seinen Fahrgästen erkannt wird, als derjenige, der in einer Woche drei Terroranschläge überlebt hat. Doch alles ändert sich an dem Tag, an dem eine rüstige Seniorin, namens Lotta Pearl in Eitans Taxi steigt und die ungewöhnliche Bitte hervorbringt ab jetzt jeden Tag die Fahrt zum Friedhof mit Eitan machen zu wollen. Auf diese Weise erfährt Eitan von einer fast siebzig Jahre zurückliegenden Liebesgeschichte zwischen einem britischen Soldaten und Lotta, dessen Grab sie regelmäßig besuchen will. Zunächst geht Eitan von einer Liebe aus, die über dem Tod hinaus Bestand hat, bis zu dem Tag, an dem Lotta Eitan von ihrem Verdacht erzählt, dass ihre große Liebe möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist und den Taxifahrer beauftragt den Mörder zu finden... "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron gehört zu diesen Geschichten, von denen man durch Zufall hört und die man aber umso intensiver lesen möchte. Als ich die Inhaltsbeschreibung des Buches vor mir liegen hatte, war mir klar, dass ich um diese Geschichte nicht herumkommen werde und nach der Lektüre hat es sich sehr gelohnt. Assaf Gavrons Geschichte ist besonders durch und durch. Es ist eine Hommage an die Heimatstadt des Autoren, Tel Aviv, die vor allem durch seine Hauptfigur verkörpert wird. Der Taxifahrer Eitan kennt zu jeder noch so kleinen Begebenheit in Tel Aviv mindestens eine Geschichte oder Anekdote. Die besondere Beziehung zu seiner Heimatstadt schimmert durch jede Zeile hindurch und es bereitet wirklich Freude Eitan bei seinen zahlreichen Fahrten durch Tel Aviv zu begleiten. Die eigentliche Handlung kommt dabei an keiner Seite zu kurz. "Achtzehn Hiebe" lebt vor allem von der Liebesgeschichte zwischen einem britischen Soldaten und des jüdischen Mädchens aus längst vergangenen Zeiten, die nach und nach ein immer deutlicheres Bild ergibt, aber vor allem auch durch die besonderen Charaktere, die in der Geschichte auftreten. Da wäre einmal der bereits erwähnte Eitan, ein geschiedener und liebender Vater, der plötzlich mit Mitte Vierzig wieder sich selbst finden muss und dann natürlich Lotta, die bereits zum Anfang mit einem eigenen und wunderschönen Zitat die Handlung im Buch eröffnet. Lotta bewohnt ein Zimmer im Seniorenheim und tritt mit der ungewöhnlichen Bitte an Eitan heran, dass er sie jeden Tag mit dem Taxi zum relativ weit entfernten Friedhof bringen soll, damit Lotta einen lange verflossenen Liebhaber, der vor kurzem gestorben ist, besuchen kann. Aus diesem Ausgangsszenario entwickelt sich eine ungewöhnliche und gut konstruierte Handlung, die irgendwo zwischen Detektivroman, der Geschichte Israels und Liebesgeschichte anzusiedeln ist. Gut konstruiert ist die Handlung aus diesem Grund, weil ich nie wusste, wen von den handelnden Personen wirklich zu trauen ist. Sogar Lotta, die man zu Beginn eigentlich nur ins Herz schließen konnte, tauchte mehr als einmal auf meiner Liste der Verdächtigen auf. Mit "Achtzehn Hiebe" ist dem Autoren Assaf Gavron eine sehr unterhaltsame Geschichte gelungen. Er nimmt uns mit auf eine Tagestour durch seine Heimatstadt, erzählt von Liebe, Schuld, Verrat und Verbrechen und erschafft sympathische und liebenswürdige Figuren und schafft es dabei nie ins Dramatische oder Kitschige abzurutschen. Ein gelungenes Buch.

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Verpackt in eine spannende Krimistory, beschäftigt sich der Autor Assaf Gavron in seinem neuen Roman “Achtzehn Hiebe” mit der Gründungsgeschichte des Staates Israel. Dabei switcht er zwischen den Ereignissen der Vergangenheit und dem gegenwärtigen Geschehen hin und her und geht besonders auf die Rolle der britischen Besatzer im damaligen Palästina ein. Im Mittelpunkt steht der Taxifahrer Eitan Einoch, den wir schon aus “Ein schönes Attentat” kennen. Neugierig und unvoreingenommen stürzt er sich in eine Geschichte, die ihn zurückführt in die für Israel entscheidenden Jahre kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. So schafft es Assav Gafron erneut, ein ernstes Thema klug, unterhaltsam und mit großer Leichtigkeit zu erzählen.

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Eitan Einoch verdient seinen Unterhalt als Taxifahrer in Tel Aviv. So hat er noch genügend Zeit für seine Tochter Noga, die zwischen ihm und seiner Exfrau pendelt. Eine charmante ältere Dame, die er zu einer Beerdigung fährt, ist von seinem Fahrstil und der netten Unterhaltung im Auto so angetan, dass sie ihn als regelmäßigen Fahrer engagiert, denn täglich macht sie sich auf zum Grab des jüngst Verstorbenen. Eitan ist neugierig, was es mit Lotta Perl und dem Briten, der gerade erst nach Israel kam und dennoch dort beerdigt werden wollte, auf sich hat. Lotta erzählt ihre Lebensgeschichte, die Liebe zwischen ihr und dem Soldaten zu Zeiten des britischen Mandats und wie diese unheilvoll auseinanderbrach. Aber Lotta erzählt nur einen Teil der Geschichte, den Rest müssen Eitan und sein Freund ermitteln, schnell zeigt sich nämlich, dass der betagte Ex-Soldat keines natürlichen Todes gestorben ist und dass es bald noch weitere Leichen geben wird. Assaf Gavron vermischt in seinem aktuellen Roman eine spannende Kriminalgeschichte mit der Geschichte der Gründungszeit Israels. Er wechselt durch die Erzählungen der Figuren zwischen der Gegenwart und den Ereignissen mehr als sechs Dekaden zuvor. So entsteht eine lebendige Erzählung, die jedoch hauptsächlich von ihren Figuren lebt. Der Protagonist Eitan liebt das Leben und weiß es sich gutgehen zu lassen. Sein Privatleben leidet jedoch unter der Trennung und eine neue Partnerin zu finden ist gar nicht so einfach, obwohl die Frauen ihm sehr deutliche Avancen machen. Interessanter ist jedoch Lotta Perl, eine Frau mit Geschichte, die clever die Geschehnisse lenkt und nur preisgibt, was ihr sinnvoll und nützlich scheint. Einerseits sympathisch, ist sie doch auch gerissen und so schwankt man als Leser, ob man sie mögen soll und Verständnis für ihr Handeln hat oder sie wegen ihres Egoismus doch eher verachtet. Ihr Gegenspieler aus alten Zeiten steht ihr dabei in nichts nach. „Achtzehn Hiebe“ greift nicht nur eine schwierige Episode in der israelischen Geschichte auf, es ist auch eine Hommage an Gavrons Heimat. Sein Protagonist kurvt durch sein geliebtes Tel Aviv und lässt den Leser an der Geschichte und der Schönheit der Stadt teilhaben. Der unverwechselbare jüdische Humor, auch die Fähigkeit über sich selbst zu Schmunzeln, darf natürlich nicht fehlen und verleiht dem Roman eine eigene Note. So erscheint der Roman trotz der ernsthaften Thematik leichtfüßig und unterhaltsam. Assaf Gavron konnte mich leicht als Leserin gewinnen und neugierig auf seine weiteren Bücher machen.

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