Leserstimmen zu
Zwölf Wochen in Riad

Susanne Koelbl

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Zwölf Wochen in Riad ist ein sehr lesenswerter und informativer Bericht über ein Land, das sich einerseits modernisieren möchte, andererseits aber in Händen einer streng autoritären Monarchie liegt. In hoher Dichte, aber ohne zu überfordern, schafft Susanne Koelbl es, einem das Fremde, bisweilen Befremdliche, näherzubringen. Meine Vorstellungen über und mein Verständnis von Saudi-Arabien sind dank ihres Buchs um einiges umfassender geworden. Es wäre allerdings nur die halbe Wahrheit, würde ich nicht dazu stehen, dass auch meine kritische Einstellung verstärkt wurde. Mich wird das Gelesene in jedem Fall noch eine ganze Weile beschäftigen.

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Dieses Buch bietet viel mehr, als der Titel verspricht. Die 1965 geborene Münchnerin ist Journalistin und Auslandsreporterin für den Spiegel. Schon seit vielen Jahren bereist sie die Länder Zentralasiens. Sie kennt hochrangige Politiker, Entscheidungsträger und königliche Hoheiten. Sie spricht mit armen Arbeitern, Künstlern und mit Frauen, die sich nach Freiheit sehnen. Die Monarchie Saudi-Arabien erstreckt sich über einen Großteil der arabischen Halbinsel. Der große Wüstenstaat war bisher verschlossen. Visa gab es in der Regel nur für Arbeitnehmer und muslimische Pilger. Immer mal wieder ist in der Presse von Menschenrechtsverletzungen und Enthauptungen zu lesen, aber auch von einem Aufbruch in eine neue, moderne Zeit mit mehr Freiheiten. Wie passen diese beiden widersprüchlichen Aussagen zusammen? Über die Bewohner dieses geheimnisvollen Landes schreibt die Autorin, „Millionen junger saudischer Frauen unterwerfen sich strikten religiösen Gesetzen, die sie, wenn man es genau besieht, von fast allem fernhalten, was das Leben interessant macht – neue Begegnungen, die Entdeckung der Welt und neue emotionale und intellektuelle Erfahrungen. Gebildete junge Männer wiederum lassen alles hinter sich, um in Kriegsgebiete aufzubrechen, bereit, ihr Leben zu opfern, in Ländern, in denen sie bis dahin nie gewesen sind.“ Susanne Koelbls Blick auf dieses faszinierende Land ist einmalig und aktuell. Es ist erstaunlich, mit wem sie alles ins Gespräch kommt. Tiefgründige, ausführliche Kapitel klären über politische Hintergründe auf. Es geht um den rätselhaften Mord eines Journalisten, um Prinzen, die in einem Hotel gefangen gehalten werden, und immer wieder um Kriege, politische Allianzen und Geld. An der Seite der Autorin lernt der Leser mutige Frauen kennen, die eingesperrt wurden, weil sie sich dafür eingesetzt haben, dass Frauen das Recht bekommen, über ihr Leben selbst zu entscheiden. Diese Frauen befinden sich, nach wie vor, unter schrecklichen Umständen in Haft, und alle Versuche ihnen zu helfen sind gescheitert. Zwischen diesen wichtigen Berichten, schreibt die Autorin über einfachere Themen. Sie beschreibt eine Hochzeit in Saudi-Arabien, lebensgefährliche Autorennen junger Männer und die verbotene Kunst eines Malers. Fazit: Spannend und informativ, bietet dieses Buch einen fundierten Blick in die verborgene Welt Saudi-Arabiens, einem Land, das im Mittelpunkt weltpolitischer Interessen steht, darum ist dieses Buch wichtig für alle, die sich für das Tagesgeschehen interessieren. Durch die vielen Anekdoten und Geschichten ist es darüber hinaus für alle interessant, die sich für fremde Länder und Kulturen interessieren. Eines der wenigen Bücher, dem man am liebsten mehr als fünf Sterne geben möchte!

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Denkt man an Saudi-Arabien, sind Öl, Waffen, Scheichs und Wüste häufig die ersten Assoziationen. Doch der 1932 gegründeten Wüstenstaat ist viel mehr als das. Es ist ein vielfältiges, kontrastreiches und teils sehr exzentrisches Land, das sich selbst und die Welt ständig herausfordert. Susanne Koelbl, Auslandsreporterin des SPIEGEL, beschreibt detailliert die vielen Spannungsverhältnisse zwischen Tradition und Moderne, die das Land und die Menschen in einen ungewissen Prozess der Zukunftsgestaltung versetzt. Brilliant schildert sie die Begegnungen mit den einfachen Menschen auf der Straße, gibt eindrucksvolle Einblicke in das Leben hinter den Palastmauern der Königsfamilie und spiegelt durch persönliche Erfahrungen faszinierend die Gefühle und die derzeitige Situation der Frauen wider. „12 Wochen in Riad“ nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine atemberaubende Reise. Es ist eine steile Gradwanderung zwischen Faszination und Abschreckung, zwischen Schönheit und Brutalität, zwischen Freund und Feind. Susanne Koelbl spannt dabei kunstvoll Bögen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Gleichzeitig lässt ihre journalistische Distanz den Leserinnen und Lesern genügend Raum, selbst ein Gefühl für dieses Land zu entwickeln. Frau Koelbls Stil ist geistreich, klug, ernst und einfühlsam – ein wahres Meisterwerk.

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