Leserstimmen zu
Affair. Pass auf, wen du ins Haus lässt

M. J. Dias

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“Angeblich glauben alle Männer, ihre Frauen seien verrückt, so wie alle Frauen angeblich fürchten, ihre Männer könnten Versager sein. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass mein Mann sowohl verrückt als auch ein Versager ist.” Arabella ist sehr organisiert und hat gern alles im Griff. Im Job arbeitet sie aktuell an ihrer Beförderung zur Abteilungsleiterin. Ihr Mann Zander dagegen hat seine Karriere schon hinter sich. Vor gut zehn Jahren war er ein bekannter TV-Star. Er hat nicht nur ein Problem mit Alkohol, sondern auch mit seinem Temperament. Um ihre Ehe aufzufrischen, suchen sie im Internet nach einem Escort-Paar. Er blickt auf und zeigt mir den Bildschirm. »Das ist die Website.« »Couples Encounters?«, sage ich. »Sie haben den Apostroph vergessen.« Er wirft mir diesen gewissen Blick zu: ein Kopfschütteln mit gerunzelter Stirn und dem Anflug eines Lächelns. Diesen Blick schenkt er mir oft – und ich verdiene ihn. »Nach dem ›s‹ in ›Couples‹ müsste ein Apostroph stehen«, füge ich hinzu. Er zuckt mit den schweren Schultern. »Wen kümmert das schon? Wir wollen ja nicht Scrabble mit ihnen spielen.« Der Einstieg klingt vielversprechend und amüsant. Was aus Neugierde begann, wurde schnell zu einem Alptraum. Wie wird man eine Leiche wieder los, wenn man in einer Luxusanlage mit Türsteher wohnt? Mein Mitgefühl für die Protagonisten hielt sich in Grenzen, da ich sie nicht besonders sympathisch fand. Aber da ich dazu neige, gern selbst alles im Griff zu haben, habe ich mit schockierter Faszination gelesen, wie dem Paar die Kontrolle über die Situation immer mehr entglitt. Die Komplikationen häuften sich. Wie gut, dass Arabella sich aus dem Job mit Verhandlungstaktiken auskannte und Zander als ehemaliger Schauspiel-Star den Bösewicht geben konnte. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Arabella erzählt. Erzählungen von Zander geben eine Vorahnung auf das dramatische Ende. Oder ist es nur eine falsche Fährte? Das Buch konnte mich nicht restlos begeistern, da die Handlung einige Längen hatte. Eine Straffung hätte der Geschichte gutgetan. Das Ende war wiederum sehr spannend, da mehrere Wendungen erfolgten, die ich so nicht erwartet hatte. Gut gefallen hat mir auch der Einblick in den Joballtag von Arabella und ihren Kampf um den Abteilungsleiterposten.

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