Leserstimmen zu
Scharnow

Bela B Felsenheimer

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eBook
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Inhalt In Scharnow passiert eigentlich nie etwas. Es ist die meiste Zeit ruhig und nicht gerade spannend. Deswegen ist Nami damals auch froh gewesen, aus Scharnow wegzukommen. Nun ist sie wieder in der Stadt, um ihre Großmutter zu besuchen. Genau zu dieser Zeit beginnt das große Chaos in Scharnow. Ein fliegender Mann wird gesichtet, ein Mord wird in Auftrag gegeben, die Verschwörungstheoretiker laufen heiß, der Supermarkt wird überfallen, ein böswilliges Buch treibt sein Unwesen und der Polizeichef ist überfordert. Zu eben dieser Zeit begegnet Nami aber auch ihrer großen Liebe und kümmert sich liebevoll um ihre Oma. Nach und nach wird deutlich, dass alle ungewöhnlichen Vorfälle in Scharnow mit einander zu tun haben. Mitspieler bei dem Ganzen sind dazu noch der Bund der besorgten Bürger und der Pakt der Glücklichen. Meinung Ich bin begeistert, aber auch noch immer durcheinander. Fiktion wird hier so genial und selbstverständlich mit der Wirklichkeit vermischt, dass man am Ende noch immer nicht sicher sein kann, was wahr ist und was nicht. In diesem Buch gibt es so viele geniale Wendungen. Ich liebe es, wie die Personen und die Ereignisse alle aufeinander aufbauen und miteinander zu tun haben. Außerdem finde ich Scharnow generell sehr clever gemacht. Das Buch ist in Abschnitte aufgeteilt und hat relativ kurze Kapitel. Diese erzählen immer wieder aus einer anderen Sicht. Vorne und hinten im Buch gibt es eine Karte und zu Beginn ist ein Personenregister enthalten. Dieses habe ich mehr als nur einmal gebraucht, denn die wechselnden Sichtweisen können schon etwas verwirren. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich aus dem Ende nicht ganz schlau werde. Eine Freundin hat die Schreibweise des Buches mit der von Murakami vergleichen. Ich finde dies ist ein cleverer Vergleich. Doch anders als bei Murakami bin ich am Ende von Scharnow ein wenig unbefriedigt geblieben. Es bleibt für mich noch so viel ungeklärt, aber wahrscheinlich soll das genau so sein. Davon lebt die Erzählweise des Autors auch irgendwie. Fazit Scharnow ist ein genial geschriebenes Buch mit Humor, Fiktion und Intelligenz. Dabei nimmt es bestimmte Teile der Bevölkerung sehr gut auf die Schippe. Von mir gibt es 4/5 Sternen.

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Bela B hat ein Buch geschrieben?! Und schon der Klappentext stand einem durchschnittlichen Ärzte-Song an Skurrilität in nichts nach. Ich war sehr gespannt, was dieser Musiker wohl als Romandebüt ablegen würde….und frage mich noch jetzt: Was genau habe ich da gelesen? Worum geht's? Scharnow – ein kleiner Ort irgendwo in Brandenburg. Man könnte meinen, dass die Menschen dort in friedlicher Idylle zusammenleben, weit abseits der turbulenten Großstadt. Aber dann hat man die Bewohner noch nicht kennengelernt. Von verrückten Verschwörungstheoretikern, über Porno-Darstellerinnen, merkwürdige Kommunen bis hin zu Superhelden ist hier alles zu finden. Sogar Dinge bekommen hier ein eigenes Bewusstsein. Und plötzlich kommt alles zusammen. Während dem Pakt der Glücklichen der Alkohol ausgeht und sie daher zu drastischen Maßnahmen greifen müssen, haben ein paar Attentäter die Aufgabe, versteckte Agenten auszuschalten, um eine geheime Weltmacht ins Wanken zu bringen. Gleichzeitig zieht ein Buch mordend durch die Stadt und ein fliegender Mann lässt seinen Frustrationen freien Lauf… Meine Meinung Ich habe jetzt eine Woche gewartet, nachdem ich das Buch beendet hatte, weil ich zunächst nicht wusste, wie ich meine Meinung dazu in Worte fassen soll. Ich muss zugeben, ich weiß es jetzt noch nicht genau. Optisch macht diese gebundene Ausgabe mit ihrem schwarzen Buchschnitt und dem mysteriösen fliegenden Mann über einem ortstypischen Plattenbau schonmal einiges her. Im Innern des Einbands befindet sich zudem eine skizzierte Karte von Scharnow, was einem zumindest einen örtlichen Überblick verschafft. Auf den ersten Seiten findet man dann zunächst einen mehrseitigen Personenregister. Der ist auch durchaus hilfreich, da der Roman mit einer Unmenge an Charakteren aufwartet, deren genaue Identitäten und Beziehungen untereinander sich zudem oft erst im Laufe des Buches enthüllen. Diese Vielzahl an Charakteren hat mich am Anfang etwas erschlagen und dazu geführt, dass ich zunächst nur schwer einen Zugang zur Geschichte finden konnte. Langsam wurde das Bild dann immer klarer, aber definitiv nicht weniger skurril. Bela B erschafft hier gleichzeitig klischeehafte und doch originelle Charaktere. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie das denn geht, dann kann ich das, so leid es mir auch tut, nicht wirklich erklären. Dazu muss man sie kennenlernen. Vielleicht erlangen diese Stereotype ihre Originalität einfach durch die sonderbaren Ereignisse, in die sie verstrickt werden und die ihr eingefahrenes Leben plötzlich komplett auf denn Kopf stellen und somit auch ihre Persönlichkeit in Frage stellen?! Ja, ich denke so lässt es sich am besten beschreiben. Die Ereignisse in Scharnow wirken wie ein Meteoriteneinschlag in das langweilige, geregelte und etwas marginalisierte Leben in der heruntergekommenen Kleinstadt im Schatten Berlins. Und was passiert da nun eigentlich in dieser Geschichte? Wen der Klappentext schon stutzig gemacht hat, dem kann ich versichern, die ganze Geschichte ist noch viel kurioser. Der Pakt der Glücklichen ist eine Kommune mittelalter Juggesellen, die ihr Leben dem Alkohol, Junkfood und Splatter-Filmen, bevorzugt über Kannibalen, verschrieben haben. Irgendwann geht ihnen der Alkohol aus, weshalb sie zu drastischen Maßnahmen greifen müssen. Dabei kommen sie beinahe dem Bund skeptischer Bürger in die Quere, einer Vereinigung begeisterter Verschwörungstheoretiker, die glauben, das Netzwerk einer geheimen Weltmacht entdeckt zu haben und daher den Auftrag bekommen haben, deren Agenten auszuschalten… Je verrückter die Theorie, desto glaubwürdiger, scheint das Credo der skeptischen Bürger zu lauten. Bei einem Polizeieinsatz mit Hilfe von Vertretern einer Art Bürgerwehr-Reserve, kommt es zur Waffengewalt mit Todesopfern, was alle überlebenden Beteiligten, zwangsweise näher zusammenbringt. Währenddessen ist die richtige Polizei eigentlich in die Kreisstadt abbestellt, in der ein fliegender Mann sein Unwesen treibt. Um diese durchaus schon für sich komplexen Handlungsstränge entwickeln sich weitere Nebenstränge um Pornodarsteller, mordende Bücher und eine junge Liebe, die sich jedoch immer wieder in die Haupthandlung verweben. Jetzt seid ihr verwirrt? Ja, es ist nicht einfach, diese vollkommen verrückte Handlung kurz zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz, was ebenfalls dazu führt, dass die Perspektiven ständig wechseln und man die zahlreichen Personen näher kennenlernt. Der Schreibstil ist sehr einfach und Bela Bs stets sarkastischer Unterton, macht den temporeichen Roman zusätzlich unglaublich unterhaltsam. Schon der Klappentext beinhaltet einen witzigen Hinweis, der einem erst beim Lesen des Buches bewusst wird. Natürlich muss man diese Art Humor mögen, ich persönlich finde ihn grandios. Der schnelle Wechsel zwischen den Charakteren und Handlungssträngen führt zwar zu einem zu einem schnellen Erzähltempo hatte jedoch für mich auch leider die Auswirkung, dass sich bei mir kein richtiger Lesefluss einstellen konnte. Bela Bs Debütroman ist wirklich eine rasante Irrfahrt durch ein Kuriositätenkabinett und somit ziemlich genau das was ich von dem Ärzte-Mitglied erwartet hatte. Allzu tiefgründige Gedanken und große Weisheiten sucht man hier vergeblich, eher wird sich hier oftmals mit dem genauen Gegenteil über genau diesen Anspruch lustig gemacht. Ich bin mir sicher, dass der Autor sehr viel Spaß beim Schreiben hatte und das wiederum hat sich auf mich als Leserin übertragen. Wer Lust auf eine verrückte scheinbar bewusst aufgesetzt wirkende Action-Verschwörungs-Superhelden-Story gepaart mit dem alltäglichen Irrsinn des verwahrlosten Kleinstadtlebens hat, für den ist Scharnow definitiv das Richtige. Es ist vollkommen abgedreht, ja, es scheint oft plump und gewollt übertrieben, aber genau so soll es wohl sein, eben eine ganz spezielle Art von Humor. Zumindest brachte genau das für mich die komische und skurrile Wirkung mit sich. Meine Empfehlung: einfach mal lesen und wirken lassen.

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Rezension "Scharnow" von Bela B Felsenheimer "In Ramnicu in Transilvanien sah ich ein Plakat, drauf stand, dass der Graf Dracula zum Fest geladen hat, eingeladen war ein jeder auch Doktor Frankenstein - einzige Bedingung war, es musst ein Monster sein." - Transilvanien war in diesem Buch nur eines von vielen Schlagwörtern, welches mich sofort in ein Lied der bästen Bänd der Welt geschmissen haben. Auch die Story an sich war sehr sehr sehr Ärzte-Humor und sehr verdreht und absolut was komplett anderes, als man es normalerweise zu lesen bekommt. Hiermit ist dann auch erklärt, warum das Buch im Heyne Hardcore Verlag erschienen ist, denn dieser Humor, dieser Schreibstil und diese verdrehte Geschichte sind sicher nicht für jedermann etwas. Ich muss zugeben - Ich war immer schon ein großer Fan von Bela B. Ich fand ihn schon immer cool und einfach witzig und ich mag die Lieder sehr, welche er für die Ärzte geschrieben hat. Gerade die letzten Kapitel des Buches haben sehr an ihn erinnert, vom Schreibstil her. Hier dachte ich mehrmals sofort an folgendes: "Deutschland, Februar '92: der arbeitslose Schustergeselle René geht bewaffnet und im schwarzen Kampfanzug über die polnische Grenze...-" ob dies nun ein von Bela geschriebener Song ist oder nicht, sei mal dahin gestellt. Der Schreibstil gleicht sich frappierend. In diesem Buch geht es um die Stadt Scharnow, Nähe Berlin. Scharnow ist eigentlich überall und es gibt dort alles. Fliegende Bücher und Menschen, Asylanten und Nazis, Todesfälle, Morde und einen Supermarkt-Überfall durch eine Bande nackter Männer. Ärzte - Humor?? - Volle Kanne. Etwas für jedermann? - Sicherlich nicht. Ernsthafte Literatur? - Nein. Aber genau das hatte ich mir auch darunter vorgestellt. Ich wusste ich kann nichts hochtrabendes erwarten und wäre wirklich enttäuscht gewesen, wäre das anders gewesen. Scharnow zeigt auf, dass Deutschland Probleme hat und dass diese Probleme aktueller denn je sind, angegriffen und bekämpft werden müssen. Eine Szene in diesem Buch werde ich so schnell nicht vergessen. Folgendes. Zwei ältere Damen an der Kasse. Der junge Asylant und Auszubildende im ersten Jahr öffnet eine zweite Kasse und die Damen sind an der Reihe. Es kommt in der Folge zu einem ganz normalen Käufer-Verkäufer Gespräch, in dessen Verlauf der junge Hamid die Damen nach ihrer Payback-Karte fragt und eine der Damen antwortet "Sie können ja richtiges Deutsch". Ich musste mich dermaßen zusammen reißen, weil ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll. Im Endeffekt ist es genau das, was ich mir bei älteren Leuten gern vorstelle, wie sie reagieren. Aber dann wieder so überspitzt, dass ich irgendwie auch drüber lachen musste. Und es ist absolut mein Humor gewesen. Von meiner Seite, und nicht etwa weil es ein super gutes Buch war oder faszinierend geschrieben. Es war nicht mal ansatzweise ein ordentlicher Schreibstil zu erkennen...aber einfach weil ich mich bestens unterhalten fühlte und 100% das bekommen habe, was ich mir erwartet hatte - gibt es hier 5 von 5 Sternen.

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Nicht nur dass Bela B. Felsenheimer gerade mit seiner Band die ärzte erst für Schlagzeilen um eine Auflösung der Band sorgte, hat dieser in den vergangenen Monaten an seinem ersten Roman geschrieben. „Scharnow“ ist der Titel seines Autoren-Debüts, welcher am 25. Februar 2019 durch den Heyne Verlag in Form eines Hardcover-Buches, als Hörbuch in CD-Form sowie auch in digitalen Varianten beider Versionen veröffentlicht wurde. Natürlich fragt man sich, was ein Musiker so zu erzählen hat, wenn es jetzt nicht gerade über die Bandgeschichte oder das eigene Leben in Form einer Auto-Biographie handelt. Und tatsächlich hat der Berliner sich eine Geschichte über den Berliner Vorort Scharnow einfallen lassen, wofür er natürlich durch allerhand Erlebnisse und Geschehnisse im alltäglichen Leben inspiriert wurde. Selbstverständlich spielt aber auch die Fantasie dabei eine wesentliche Rolle, was man beim Lesen der Zeilen deutlich erkennen kann. Auch wir haben ein Exemplar dieses Buches bei uns vorliegen und wollten es uns natürlich nicht nehmen lassen, zu jenen zu zählen, die dieses Literatur-Werk bereits gelesen haben. So haben wir euch den Inhalt von diesem in deutlich gekürzter Form einmal grob zusammengefasst, sodass auch ihr euch einen Überblick verschaffen könnt, worum sich der Inhalt dieses Werkes in etwa dreht. Natürlich waren wir etwas skeptisch dem Buch gegenüber, da wir uns gefragt haben ob das tatsächlich auch funktioniert, weil es gut ist, oder eben nur gekauft wird um in diversen Sammlungen aufzunehmen. Mittlerweile müssen wir sagen, es trifft auf beides zu, denn der Roman oder das Hörbuch sind sehr gut geworden und sollten daher auf jeden Fall in keiner Sammlung fehlen. Ehrlich gesagt dauerte es nicht lange bis wir von dem Inhalt dieses Buchs angetan waren, genauer gesagt bereits nach wenigen Seiten, denn dieses ist ziemlich originell aufgebaut. Man bekommt hier nicht eine, sondern gleich mehrere individuelle Geschichten die letztendlich als Gesamtes einen Zusammenhang ergeben, die Felsenheimer hier locker niedergeschrieben hat und dabei auch richtig Spannung miteinbringt, sodass man hier gar nicht mit dem Lesen aufhören möchte. Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz und der ist, wenn man Bela B. bereits ein paar Jahre kennt, ein wenig eigenwillig aber durchaus anspruchsvoll und witzig. Natürlich hat diese Erzählung aber auch ihre ernsten Seiten, die sich hier auch sehr gut einfügen. Obwohl diese sehr viele Charaktere beinhaltet, so ist die Geschichte letztendlich auch sehr gut aufgebaut, sodass man hier auch ganz gut mitkommt und eigentlich kaum den faden verliert. Die Charaktere wirken alle ein wenig verrückt und scheinen alle irgendwo etwas eigenwillig zu sein. Aber vermutlich ist es auch genau das, was dieses Buch zu etwas besonderem, etwas Gutem macht. Sehr gut erzählt sehr Detailreich und ein klein wenig Verrückt, so in etwa könnte man alles zusammenfassen, was dieses Buch enthält. Dieses Buch verfügt über ein offenes Ende und macht definitiv Lust auf eine Fortsetzung, zu welcher sich Bela B. Felsenheimer auch hinreißen lässt, sofern er sich eines Tages in den musikalischen Ruhestand verabschieden sollte. Bela B. ist deutlich anzumerken, wie viele Arbeitsstunden er damit verbracht hat, ein solch detailreiches Buch zu schaffen in welchem zudem viel Liebe und Begeisterung darin steckt. Während sein Bandkollege Farin Urlaub sich nebenher auf die Fotografie spezialisiert hat und wunderschöne Aufnahmen in großen Fotobüchern bringt, so hat Bela B. definitiv ein gutes Händchen dafür was das Schreiben anbelangt. Bela B. Felsenheimer gelingt ein überraschendes, unerwartet neugieriges Debüt-Werk, in welchem eine frischformulierte Beobachtungsgabe, eine blühende Fantasie miteinander vereint. Wir gratulieren zu einem gelungenen Debüt und erfreuen uns an diesem wirklich sehr gelungenem Roman. Dieses hat so gut wie keine Längen vorzuweisen und es wird auch durchwegs spannend und völlig unvorhersehbar erzählt sodass wir diesem in unserer Gesamtwertung sehr gerne neun unserer möglichen zehn Bewertungspunkte vergeben und euch dieses auf jeden Fall weiterempfehlen können. Wer lesefaul ist, der haut wie bereits erwähnt auch die Möglichkeit sich das Hörbuch zu kaufen, welches vom Autor selbst eingelesen wurde und eine Spiellänge von etwas mehr als zehn Stunden vorzuweisen hat. Bela B. Felsenheimer hat hier mit „Scharnow“ eine ganz eigene Art von Literatur erschaffen, welche vor allem jüngere Leute dazu anstiften könnte, endlich wieder einmal eine Buchhandlung aufzusuchen und dort beherzt zuzugreifen.

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Ich bin ein großer Die Ärzte und auch und vor allem Bela B. Fan. Deswegen musste ich diesen ersten Roman aus der Feder des Herrn Felsenheimer unbedingt lesen. Ich muss sagen, dass ich nicht unbedingt überrascht war. Wer das bisherige Wirken des Autors verfolgt hat, hat schon bestimmte Vorstellungen, was ihn im Buch erwarten könnte. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist verrückt, skurril, tragisch und urkomisch. Auf seine Art etwas völlig Anderes. Erfrischend. Es ist im Grunde alles drin. Trash-Film-Fans, Manga-Mädchen, gescheiterte Existenzen und ganz schlichte Nachbarn, von der Kassiererin des Dorf-Supermarktes bis hin zur Sexfilm-Darstellerin. Bela B. hat so viele kleine Andeutungen und witzige Anekdoten eingestreut, dass ich das Buch definitiv nicht nur dieses eine Mal gelesen haben werde. Die Geschichte verliert nicht an Spannung, was auch an den ständig wechselnden Schauplätzen und abwechslungsreichen Erlebnissen der sympathischen Charaktere liegt. Am Ende lösen sich viele Erzählstränge eher subtil auf, wenn überhaupt, was aber kein nennenswerter Nachteil ist. Man merkt schon, dass Bela B. gerne eine Sammlung Kurzgeschichten geschrieben hätte. Ich kann mir eine Umsetzung als TV-Serie durchaus vorstellen. Von mir gibt es für Scharnow eine ganz klare Leseempfehlung! Auf das Hörbuch freue ich mich auch schon.

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Scharnow ist ein seltsames Dorf in der Brandenburger Einöde mit vor allem seltsamen Menschen. Bela B hat in seinem Debütroman eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, mit zahlreichen aberwitzigen Charakteren. Es passieren wirklich bizarre Dinge in Scharnow, die mich manchmal extrem Schmunzeln ließen. Fliegende Männer, dämonische Bücher, eine Verschwörungs-Gruppe namens Bund skeptischer Bürger, ein Pakt der Glücklichen, ein ermordeter Literaturblogger und ein Supermarkt-Überfall von 3 nackten Männern...Den Inhalt kann ich in Kürze kaum wiedergeben, der Klappentext resümiert das schon ganz gut. Teilweise war mir das alles echt schon ein bisschen zu durch, aber ich mochte Bela Bs Schreibe wirklich sehr, er hat die einzelnen skurrilen Geschichten geschickt miteinander verknüpft, sodass trotz vieler Perspektiv- und Ortswechsel ein schöner Lesefluss entstanden ist. Ich muss aber zugeben, wenn Scharnow nicht das Debüt von Herrn Felsenheimer gewesen wäre, hätte ich es vom Inhalt her wahrscheinlich eher nicht gelesen. Trotzdem hat es mich nicht enttäuscht, bisher hat mich noch kein Buch aus dem Heyne Hardcore Verlag enttäuscht. Ich mag die Auswahl sehr! Ps.: Ab sofort wird „Du Nacho“ in mein Beleidigungs-Repertoire aufgenommen.

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Ich möchte Bela Bs Debutroman wirklich mögen. Doch das gelingt nur bedingt. Immerhin – wer in den Neunzigern auf dem Land groß geworden ist, kam an den Ärzten ja nicht vorbei, wollte man Musik mit etwas klügeren Texten und etwas mehr Witz hören, als sie der Charts-Pop bereithielt. Und dann ist der deutsche Literaturbetrieb ja derart gemainstreamt, dass man regelmäßig glauben könnte, alles stamme aus den Federn der immer-gleichen Handvoll von Autorinnen und Autoren. Ja: Wenn jemand einen Roman veröffentlicht, der nicht durch das Schreiben bekannt geworden ist, bin ich durchaus erstmal skeptisch: Hat die Person sich das Handwerkszeug erarbeiten können, das man meist nur durch viele Jahre des Schreibens erlangt? Andererseits: Man hätte doch hoffen dürfen, dass ein eher wilder Kerl wie Bela B mit Punk-Hintergrund zumindest etwas zusammenbastelt, das hier und da die Nägel ins Fleisch des an der eigenen Selbstherrlichkeit dick gewordenen Betriebes gräbt. Licht und Schatten. Besonders anfangs mehr Schatten Nein, ich habe keinen kunstvollen Modernismus erwartet, die Chancen, dass ein berühmter Musiker ganz zufällig auch der nächste Pynchon oder Gibson ist, stehen wahrscheinlich nicht all zu gut. Aber doch zumindest ein Werk, das, vielleicht eher rustikal, doch formal irgendwie dem Angekündigten gerecht wird. Versprochen wird immerhin ein „wilde[r] Tornado der Ereignisse“. Tatsächlich geschieht viel, doch Scharnow ist leider formal ein ziemlich konservativer Roman. Nicht falsch verstehen: Bela B lässt natürlich alle Archetypen des tendenziell linken Außenseitertums aufmarschieren: Den einsamen Journalisten/Buchkritiker, den Gelegenheitsarbeiter, einen netten liberalen muslimischen Internetcafébesitzer, das alternative Berlin-Girl, das entdeckt, dass auch die Szene depperte Tabus kennt, eine jugendliche Trinkerclique/Kommune, Hooligans, Pornodarstellerinnen und die Katze von Gregor Gysi. Und prinzipiell ist der Plot natürlich auch versprochen absurd und enthält all die Verrücktheiten, die in der Werbung zum Buch auftauchen. Nur ist all das in einer Weise verfasst, wie es ein Goethe-Epigone Anfang des 19. Jahrhunderts so auch schon hätte formulieren können. Wie wir es vielleicht mal in der Schule gelernt haben, wird jeder Protagonist erstmal hübsch beschrieben, dann seine Umgebung beschrieben, dann gesagt, was er denkt, dann was andere über ihn denken, usw. – das liest sich oft ein wenig wie ein Literaturbaukasten. Ob eine lange Masturbationsszene (gleich am Anfang, soll wohl Drastik bekunden, langweilt aber eher) oder zufälliges Beobachten einer möglichen Anschlagsplanung: Alles geschieht im stets gleichen Tonfall, ohne jegliche Dringlichkeit. Goethe, tatsächlich ein sehr moderner Schriftsteller, würde Bela wahrscheinlich raten: „Junge, mach dich mal locker!“. Ich meine, um Gottes Willen: In diesem Roman gibt es denkende, kommunizierende Gegenstände, darunter blutrünstige Bücher und der Autor schreibt darüber so gemütlich, wie über eine Familie, die am Rhein spazieren geht! Warum das Buch trotzdem Spaß macht Zum Positiven: Wenn man durch die ersten 1-2 Stunden durch ist und die Geschichte langsam Fahrt aufnimmt, ist Scharnow doch ein ziemlich kurzweiliges Buch mit einer ganz ordentlich aufgebauten immer absurder werdenden Handlung. Die Art der Einfälle erinnert an Chabon, wenn auch die Ausführung nicht ganz hinterher kommt. Dank dem relativ raschen Wechsel zwischen den einzelnen Szenen (das einzige an der Erzählweise, was man „modern“ nennen könnte, obwohl diese Technik von JMR Lenz immerhin bereits im 18. Jahrhundert in das deutsche Theater eingebracht wurde) kommt nie Langeweile auf, und man hat auch kaum Zeit darüber nachzudenken, welche Unwahrscheinlichkeiten nicht nur scheinbar übernatürlicher Art, sondern vor allem auch welche Zufälle und Verwicklungen Bela aneinander reiht, um die Handlung voran zu bringen. Das ist gar nicht despektierlich gemeint, sondern eine der größeren Leistungen des Romans: Auf diesen Fetisch des „könnte das wirklich passiert sein?“ zu pfeifen und in erster Linie darauf zu achten, was in der Geschichte funktioniert. Irgendwann müht sich der Autor dann doch, all den übernatürlichen Ereignissen eine Erklärung zu spendieren… Naja. Das geschieht so dreist platt à la „Deus Ex Machina“, dass es schon fast wieder gelungen ist. Scharnow ist nicht der Geheimtipp für alle, die Unterhaltungs- wie Intellektuellenschriftstellerei zuletzt immer wieder enttäuscht hat, aber im Großen und Ganzen ein Buch, das man mit Spaß lesen kann. Ist es auch ein Buch für Ärzte-Fans? Da bin ich mir nicht so sicher. Gerade das große Tempo und der hintersinnige Witz, die die besten Ärzte Titel ausmachen, fehlt Scharnow ein wenig. Erzählt wird eben etwas mutlos-gemächlich. Die Hörbuchausgabe, die der Rezension zugrunde liegt, ist vom Autor selbst gut gelesen. Und wer Bela B schon immer mal „Fiesta Mexikana“ singen hören wollte. muss natürlich zugreifen.

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In Scharnow liegt der Hund begraben, dieser Satz hat eine tiefere Bedeutung die einem erst zum Schluss klar wird, ob dies so gewollt ist, kann uns wohl nur der Graf höchstpersönlich beantworten. Alles in allem bin ich mit recht wenigen Erwartungen an das Buch ran gegangen und wurde positiv überrascht. Während es viele Charaktere gibt die auch alle wichtig sind scheint der einzige rote Faden der Ort Scharnow und ein beißendes Buch zu sein, doch im Laufe der Geschichte zeichnet sich immer mehr ab wie alles zusammenhängt und es ergibt sich ein Gesamptpaket welches ironischer aber auch tiefgründiger nicht sein könnte. Die oft verrückten Personen spiegeln die Gesellschaft wieder und auch wenn vieles mit einem zwinkernden Auge erzählt wird, der ernst der Lage ist allgegenwärtig und lässt einen nachdenklich zurück. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, eigenwillig aber sobald man sich erst einmal eingefunden hat klappt es wie am Schnürchen. Natürlich dürfen phantastische Elemente nicht fehlen aber irgendwie passt das dann auch ganz gut rein. Gelesen wird das Hörbuch von Bela B selber und ich kann euch sagen, hört es auch an, die Stimme ist einfach nur so grandios! Irgendwer sprach von einem zweiten Teil und ich hoffe sehr darauf, denn das ganz große Ganze wurde nicht geklärt und ein paar Fragen bleiben offen, allerdings hoffe ich, dass einige Personen dann doch noch verschont bleiben, sie mussten genug mit machen und haben dann hoffentlich ein happy end. Interessant waren die Fantasie Elemente die dem ganz normalen Wahnsinn gegenüber stehen und somit ganz normal scheinen. Bewertung: Allein schon weil es von Bela B ist hat dieses Schätzchen fünf Anker verdient aber es ist auch inhaltlich einfach umwerfend.

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