Leserstimmen zu
Die Karte der zerbrochenen Träume

Zeyn Joukhadar

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Inhalt des Buches: Syrien im Jahre 2011 eine Familie versucht nach dem Tod des Vaters ein neues Leben in der alten Heimat aufzubauen. Für Nour ist der Anfang besonders schwer. Sie beherrscht die Sprache nicht und hat den Tod ihres geliebten Vaters und Geschichtenerzählers noch nicht verkraftet. Nour liebt die Geschichten. Ihre Lieblingsgeschichte ist es die ihr Hoffnung und Kraft gibt als die Familie fliehen muss. Fliehen vor den Bomben der Terroristen und der Zerstörung die in diesem Land die Herrschaft übernimmt. Sie begeben sich auf eine gefährliche Reise wie einst Rawiya, die Hauptcharakterin in Nours Geschichte. Wie auch Rawiya damals muss sich Nour heute vielen Gefahren stellen und eine große Aufgabe bewältigen. Charakter: Nour: Nour hat eine besondere Fähigkeit. Sie nimmt alle Geräusche in unterschiedliche Farben wahr. Diese Fähigkeit soll ihr auch bei der Flucht helfen. Sie hat einen zarten Charakter und ist noch jung. Da sie in New York aufgewachsen ist kann sie nur ein paar kleine Brocken Arabisch. Sie liebt die Geschichten die ihr einst ihr Vater erzählt hat. Rawiya: Sie ist die Hauptcharakterin in Nours Geschichte. Ein starkes und mutiges Mädchen das sehr interessiert an der Kartographie ist. Auf ihrer Großen Reise muss sie vielen Gefahren ins Auge blicken. Meine Meinung zum Buch: Als ich dieses Buch angefangen habe zu lesen, dachte ich eigentlich, dass es langweilig werden würde. Die Geschichte hat sich zum Anfang hin sehr gezogen und ich hatte das Gefühl nicht voran zu kommen. Doch irgendwann, so in dem Zeitraum als Al Idris und die anderen anfingen auf die große Reise zu gehen wurde die Vergangenheit immer spannender und auch die Zukunft bzw. Gegenwart schloss sich von der Spannung her bald darauf an. Als das passierte hatte ich dann im nu das Buch durchgesuchtet. Ich bin wahrlich mal wieder durch die Seiten geflogen. Das Buch hat sich mit einem sehr schwierigen Thema unserer heutigen Zeit beschäftigt. Der Krieg richtet schreckliches an und seine kalten Facetten können dem Menschen alles nehmen. Ich finde es sehr gut, dass sich dieses Buch mit so diesem Thema auseinandersetzt. Das wir so einen kleinen Einblick in die lauernde Gefahr des Krieges bekommen. Doch dieses Buch ist nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine erschreckende Wahrheit. Zitate: „An diesem Punkt fange ich an, über Gott nachzudenken. Warum, frage ich mich, ist Gott nicht völlig verzweifelt angesichts der furchtbaren Dinge auf der Welt? Wenn sie oder er jedes einzelne davon sehen kann, müsste Gott dann nicht viel zu traurig sein, um noch weiter hinzuschauen? Wenn das Leben eine einzige Wochenschau ist, warum liest sie überhaupt noch die Schlagzeilen? Warum sieht Gott nicht weg? Mama sagt, dass Gott alles spürt. Aber alles Schreckliche aushalten, jedes aufgeschürfte Knie, jedes gesprengte Haus? Böse Männer, die Faltenröcke hochreißen, das Klimpern einer Gürtelschnalle auf dem Pflaster? Mit einer Hosentasche voller Steine ertrinken? Das rote Kreischen von Granaten - Kunststoffrucksäcke unter Ziegelsteinen - weggehen ohne sich zu verabschieden - Kugeln, die sich in Knochen bohren - kaputte Häuser, kaputte Körper, kaputte Zungen? Das schreckliche Gewicht all dessen? Gibt es etwas, das selbst für Gott zu traurig ist?“ -Nour Vielen Dank an Randomhouse für das Zusenden eines Rezensionsexemplares. Bewertung: Cover: 5/5 Schreibstil: 4/5 Story: 5/5 Charaktere: 5/5 Liebe: 1/5 Erotik 0/5 Aktion: 4/5 Kämpfe: 1/5 Endbewertung: Ich gebe diesem Buch 9 von 10 Federn verdient! - Kriegsfeder

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Ein sehr wichtiges Thema zur heutigen Zeit!

Von: Madis.buecherwelt

15.10.2019

Rezension Unbezahlte Werbung|Rezensionsexemplar ▪ [Die Karte der zerbrochenen Träume von Zeyn Joukhadar aus dem @heyne.verlag] ▪ Das Buch handelt von Nour, einem 12 jährigen Mädchen, das mit ihrer Familie in Syrien lebt, seit ihr Vater verstorben ist. Als eine Granate in das Haus einschlägt muss die Familie, die nichts als sich selbst hat, flüchten. ▪ Die vielen verschiedenen Protagonisten waren auf ihre Weise sehr einzigartig und interessant, sodass ich oft viel mitgefühlt und mich in deren sehr schlimme Situation reinversetzt habe. ▪ Der Leser wird in die kalte Realität des Krieges gezogen und erleidet mit den Protagonisten zusammen unheimlich viele Verluste. Die Erkenntnis, dass das Buch nicht nur aus der Fantasie des Autors entstanden ist, ist sehr niederschmetternd. ▪ Die Geschichte wurde abwechselnd aus den Sichten von Nour und Rawiya geschrieben, was mir gut gefallen und frischen Wind reingebracht hat. ▪ Was neben den sehr starken Seiten des Buches leider etwas schwach war, waren folgende Dinge: In der ersten Hälfte des Buches hatte ich starke Probleme damit, voran zu kommen, da der Text wirklich sehr zäh war, was die vielen Fremdwörter und manchmal etwas zu sehr verwickelten Vergleiche leider auch nicht erleichtert haben. Ab der zweiten Hälfte des Buches bin ich dann jedoch besser mit dem Schreibstil klar gekommen und hing auch nicht so fest wie in der ersten Hälfte. ▪ Die etwas anspruchsvollere Geschichte hatte sehr unerwartete Wendungen, die sowohl spannend, als auch extrem erschütternd waren, sodass mir öfters die Tränen gekommen sind oder mir mal der Mund offen stand. ▪ Das Buch wurde von vielen tiefgründigen Passagen begleitet, die besonders durch die Themen Träume, Karten und Verluste herausgestochen sind. ▪ Mit der vorgegebenen Karte des Buches bin ich relativ gut klar gekommen und habe die Orte, die die Protagonisten erreicht haben, gut mitverfolgen können. ▪ Außer den oben genannten Kritikpunkten bin ich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Ich kann mir nun besser vorstellen, wie es den Menschen im Krieg geht. Dies ist so ein wichtiges Thema, besonders (immer noch!) zu dieser Zeit. ▪ 4 von 5 Sternen🌟

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2011: Nour ist zwölf Jahre alt und fühlt sich sehr alleine. Ihr Vater ist nach einer schweren Krebserkrankung gestorben und ihre Mutter hat beschlossen, die Wahlheimat der Familie, New York, zu verlassen und mit den drei Töchtern Zahra, Huda und Nour zurück in ihre syrische Heimat zu ziehen. Nour ist in New York geboren und spricht kaum Arabisch. Für sie ist das alles fremd. Ihre Gedanken sind bei ihrem Vater und bei den Geschichten, die er ihr immer erzählt hat. Ab hier beginnen zwei parallele Geschichten. Zu Beginn jedes Kapitels hört man die fiktive Geschichte von Rawiya, dann die von Nour. Rawiya Rawiya ist eine junge Frau im 12. Jahrhundert. Sie lebt in Ceuta, der kleinen spanischen Enklave auf dem afrikanischen Kontinent. Ihr Vater ist schon vor Jahren verstorben, der Bruder auf See verschollen, und nun zieht es auch Rawiya weg von Zuhause. Da sie als Frau nicht allzu viele Optionen hat, verkleidet sie sich als Mann und macht sich auf die Suche nach dem großen Kartografen Al-Idrisi (den es im Übrigen wirklich gab), dem sie sich anschließen will. Als sie ihn trifft, stellt er ihr drei Rätsel, die sie alle mit Bravour meistert, woraufhin dieser sie als Lehrling einstellt. Sie machen sich gemeinsam auf eine weite Reise, erst nach Palermo an den Hof von König Roger, dann in dessen Auftrag einmal rund ums Mittelmeer, um das Meer, die Länder, die Flüsse und die Städte zu vermessen und zu kartografieren. Die Reise ist abenteuerlich und enthält diverse Fantasie-Elemente, wie den riesigen Vogel Roch, den Rawiya immer wieder mit ihrer Steinschleuder verjagt, oder gigantische Schlangen. Das Ganze hat etwas von einem Märchen. Rawiya wird auf ihrer Reise durch die Türkei und Syrien nach Ägypten immer wieder verfolgt, bedroht, leidet Hunger und Durst. Doch sie lernt gute Freunde kennen, verliebt sich sogar ein wenig und fühlt sich eigentlich trotz der widrigen Umstände sehr wohl auf dieser Reise – eine echte Abenteurerin eben. Sie hat eine sehr große Faszination für Steine und Landkarten und entwickelt sich zu Al-Idrisis bester Mitarbeiterin. Nour Und dann ist da Nours Geschichte. Während die Familie gehofft hat, im syrischen Homs nach dem Tod des Vaters zur Ruhe zu kommen, brechen dort bald Unruhen aus. Als gerade Abu-Said, ein guter Freund der Familie zum Essen da ist, schlägt eine Granate in der Nachbarschaft ein und plötzlich befinden sie sich mitten im Krieg. Nours Schwester Huda hat es am Schlimmsten erwischt, ein Granatsplitter hat sich in ihre Schulter gebohrt. Die Familie sammelt das Nötigste ein, was sie noch aus den Trümmern retten kann und macht sich auf den Weg ins Krankenhaus. Als dieses komplett überbelegt ist, fahren sie mit dem Auto von Abu-Said in die nächstgelegene Stadt. Von dort aus beginnt eine dramatische Flucht, die in weiten Teilen die gleiche Route hat wie Rawiyas Reise. Deren Geschichte gibt Nour Hoffnung und Trost. Unterwegs treffen sie noch eine weitere Familie, mit der sie gemeinsam weiter reisen. Sie erleben erstaunlich viel Hilfsbereitschaft von Menschen, die selbst nichts haben, aber auch Gewalt und Tod. Nours Mutter verdient ihren Lebensunterhalt eigentlich mit dem Zeichnen von Karten, ein Thema, das sich also durchzieht. Auch auf der Flucht hat sie eine bestimmte Karte immer dabei, die Karte, die Nour und ihren Schwestern den Weg weisen soll an ihr bisher unbekanntes Ziel der Flucht. Abu-Said hingegen hat eine große Leidenschaft für Steine, die er sich mit Nour teilt. Es ist so etwas wie ihr kleines Geheimnis und hat wiederum Bezüge zu Rawiyas Geschichte. Das Thema Geografie und Kartografie verbindet die beiden Geschichten und gibt Nour in den schlimmsten Momenten Kraft. Kartografie finde ich extrem spannend. Wir sind es heute gewohnt, so viele Details über die Welt zu wissen, dass man sich kaum vorstellen kann, wie es war, als man das alles noch nicht wusste. Die Expedition von Rawiya und Al-Idrisi war deshalb für mich sehr faszinierend. Meine Meinung Der Schreibstil des Buchs ist wirklich toll, es ist eine sehr bildhafte Sprache mit viel Tiefe. Obwohl ich mich an manchen Stellen mit den arabischen Namen schwer getan habe, finde ich gerade das Arabische sehr faszinierend. Natürlich war Syrien in den vergangenen Jahren ein großes Thema in den Nachrichten, aber diese Perspektive war für mich etwas Neues. Das verbindende märchenhafte Element nimmt dem Roman ein wenig die Schärfe und lässt einen viel über Kultur und Geschichte, sowie natürlich über Kartografie lernen. Die Karte der zerbrochenen Träume ist ein sehr ungewöhnliches Buch. Wenngleich Nours Geschichte fiktiv ist, symbolisiert sie doch beispielhaft die Geschichte so vieler Menschen, die aus Syrien fliehen mussten. Obwohl sie durch die lange Zeit in New York und das vergleichsweise gute Einkommen der Eltern sicherlich noch eine relativ gute Position hat, zu fliehen, ist es doch eine dramatische Geschichte, wie ich selbst sie mir nicht vorstellen kann. Ich bin sehr froh, mich in der privilegierten Position zu befinden, dass ich noch nie Hunger und Durst leiden musste, dass in meiner Stadt keine Granaten einschlagen oder Menschen sich gegenseitig ungestraft umbringen. Ich bin froh, dass ich noch nie auch nur an eine Flucht irgendwohin denken musste. Umso wichtiger ist es, dass man sich solche Schicksale anschaut, nicht wegschaut, sondern man dankbar ist, für das, was man hat. Auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht das positivste Buch ist, das man sich aussuchen kann, gibt einem die Geschichte von Nour doch auch sehr viel Kraft, die sie aus ihrer Familie, ihren Freunden und der ihr entgegengebrachten Nächstenliebe zieht, ebenso wie Hoffnung, dass es auch in den schlimmsten Situationen etwas Positives gibt und auch die Aussicht auf eine bessere Zukunft.

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Das Cover erinnert mich an 1001 Nacht und die Geschichte zeigt die Realität, die seit Jahren auf der Welt besteht . Menschen, die vom Krieg flüchten. Ihre Heimat verlassen, Familienangehörige verlieren und weshalb? Damit sie in Frieden leben können. Einfach nur ein tolles Buch. Ich hab habe mitgefiebert und auch fast geweint.

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>> „Geschichten lindern den Schmerz des Lebens, nicht den des Sterbens.“< Zu Beginn muss ich sagen, dass dieses Buch ein wunderschönes Cover besitzt. Unter der Schutzfolie wird das arabische Muster, welches an Mosaike erinnert, weiter aufgegriffen. Auch im Buch ist eine wunderschöne Karte abgebildet und die einzelnen Länder werden mit kurzen Texten schemenhaft in ihrer Form umrissen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Thema „Flucht“ ist hochaktuell und gerade deswegen hat mich dieser Roman so sehr angesprochen. Oft erfahre ich nur die Spitzen von Kindern, die aus Syrien geflüchtet sind. Eine ganz fiktionale Geschichte über Flucht, Vertreibung und der Suche nach Sicherheit ist dahergehend sehr spannend. Nour ist der Hauptcharakter dieser Geschichte, die eng verwoben mit der Fabel von Rawiya ist. Beide bestreiten den selben Weg und müssen sich behaupten. Die Fabel hat mir ehrlich gesagt überhaupt nicht zugesagt. Es war zwar schön Parallelen zu sehen und mehr über das 12. Jahrhundert zu erfahren (einige Charaktere gab es wirklich), dennoch konnte sie mich nicht überzeugen, sodass ich sie nur überflogen habe. Nour zu begleiten mit ihren kindlichen Ansichten, ihren Fragen und Ängsten fand ich hingegen spannend. Nour sieht die Welt in Farben und versucht alles zu begreifen, dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Die Flucht ist grauenhaft und Nours Familie muss einiges erleiden. Die Reiseroute kann man mithilfe der abgebildeten Karte verfolgen, was ich sehr gelungen fand. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung ausführlicher inhaltlich und emotional dargestellt werden. Mir war es manchmal einfach zu knapp. Außerdem ist anzumerken, dass der Sprachstil nicht emotional ist, was an einigen Stellen bestimmt zur stärkeren Identifikation beigetragen hätte. Insgesamt hat mir der Roman gefallen, auch wenn die Fabel mir nicht zugesagt hat, war es spannend Nour auf ihrer Flucht zu begleiten.

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Das erste Buch von Zeyn Joukhadar, möchte ich Euch ganz besonders ans Herz legen. Ein echter Volltreffer für jeden, der die Augen vor dem aktuellen Weltgeschehen nicht zumacht und für jeden, der Märchen aus 1001 Nacht liebt. Sommer 2011 Nour, die in New York geboren wurde, geht nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und ihren Schwestern nach Syrien, in das Heimatland ihrer Eltern. Kaum angekommen, wird ihr Haus von einer Granate zerstört. Die Familie ist gezwungen, das Land zu verlassen und macht sich auf den beschwerlichen Weg nach Europa. Um Trost zu finden, erzählt sich Nour unterdessen die Fabel von Rawiya, einer jungen Abenteurerin, die im 12. Jahrhundert an der Seite des berühmten Kartenzeichners al-Idrisi durchs Land zieht. Rawiyas Stärke und Mut spornen Nour an, dem Schicksal die Stirn zu bieten und die Flucht aus Krieg und Zerstörung wird zu einem Weg der Hoffnung und Menschlichkeit. Nour ist noch ein Kind, als sie Manhattan und ihre gewohnte Umgebung verlässt, um mit ihrer Mutter und den beiden älteren Schwestern zurück nach Homs zu fliegen. Dort hat sie gerade mal drei Monate Zeit, um das Land und seine Gebräuche kennenzulernen, als bei einem Abendessen im Ramadan eine Granate ihr Haus trifft und ihre große Schwester schwer verletzt wird. Die Familie rafft nur die wichtigsten persönlichen Sachen zusammen und macht sich zusammen mit ihrem Gast, einem väterlichen Freund, auf den beschwerlichen Weg ins Krankenhaus. Mit dieser Fahrt beginnt die lange Reise nach Europa. Zum zweiten Mal ist Nour gezwungen, ihr Zuhause und alle liebgewonnen Dinge zurückzulassen. Auf der langen Reise lernt die kleine Gruppe neue Leute kennen, verlieren sich wieder und irgendwann trennen sich auch die Wege der Mutter und Schwestern. Nach vielen Umwegen, Fährunglücken und Schlepperfahrten erreichen sie letztendlich Ceuta am Rande Afrikas. In dieser schweren Zeit ruft sich Nour das Märchen von Rawiya, einer jungen Kämpferin, in Erinnerung, welches ihr Vater ihr beim Zubettgehen im friedlichen Manhattan erzählte. Das faszinierende an diesem Märchen aus 1001 Nacht, welches parallel zu der aktuellen Geschichte erzählt wird, ist die Heldin, welche am Anfang ungefähr im gleichen Alter wie Nour ist. Beide Mädchen reisen ab der Mitte der Geschichte auf den gleichen Wegen durch die arabische Welt. Dabei ergeben sich viele Parallele zwischen den beiden. Ein Satz aus dem Märchen hat mir besonders zu denken zu geben: "Und was immer geschieht, auch die Menschen tun immer dasselbe, und so wird sich diese kaputte Welt weiter und weiter drehen..." Ein Buch, welches einen mit der Wirklichkeit des schrecklichen Krieges in Syrien konfrontiert und dem Elend der Flüchtlinge, aber gleichzeitig wird der Leser immer wieder zurück ins märchenhafte Kalifenreich des 12. Jahrhundert zurückversetzt, welches aber beim Lesen so gar nichts von der guten alten Zeit hat. Denn auch damals gab es Verfolgung, Krieg und Elend... Das Buch ist nicht nur unbedingt lesenswert sondern auch eine optisch eine Bereicherung für das Bücherregal ist. Das schöne Cover, das orientalische Fliesenmuster auf dem Einband und die alte Kartenmalerei im Inneren machen das Buch zu einem wahren Lesevergnügen für das ich ***** Sterne vergebe

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Spannend und aktuell

Von: Anne

06.08.2019

Ein Buch, das Einblick gibt in die Seele derer, die ihre Heimat verlassen müssen und uns in die traumatischen Erlebnisse und Erfahrungen hautnah und sehr lebendig mit rein nimmt. Es bleibt keine Zeit zu verschnaufen, es geht immer weiter und Phantasie, Wirklichkeit und Träume verschmelzen dabei. Es geht ums Überleben und um das Leben, das nach und nach die Träume verblassen lässt. Ein spannender und meisterlich bildhaft erzählter, mutiger Weg aus Syrien in die Freiheit. Die mittelalterliche Vergangenheit des Landes ist immer wieder präsent und vermischt sich mit der Gegenwart und den Zukunftsgedanken.

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Als ich das Buch gesehen habe, musste ich es haben. Alleine schon der Einband, ist einfach wunderschön. Der Umschlag ist leicht gummiert, so dass man das Gefühl hat, daran kleben zu bleiben. Und wenn man das Umschlag abmacht, dann sieht man ein Mosaik, wie man es oft im Orient auf den Böden eines Wohnhauses findet. Aber ein Buch besticht ja üblicherweise nicht durch sein Aussehen. Es ist der Inhalt, der einen fesseln sollte. Und das tat dieses Buch. Der Inhalt Die zwölfjährige Nour, ist in Amerika geboren. Sie kann die syrische Sprache, die Sprache ihrer Familie, kaum sprechen. Und doch muss sie mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern nach dem Tod ihres Vaters nach Homs umziehen. In Homs herrschen seltsame Zustände, die das empfindliche Mädchen wahrnimmt. Manchmal geht einfach das Licht nicht mehr, der Strom fällt aus. Kurz darauf wird die Erde erschüttert. Als die Familie von Nour an einem Abend im Ramadan den besten Freund ihres Vaters einluden, war es dann auch bei ihnen so weit. Der Strom fiel in der ganzen Straße aus... Und dann war es sehr laut, die Erde bebte. Das Haus in dem die Frauen gelebt haben war dem Erdboden gleich gemacht. Nichts war mehr so, wie es vorher war. Nur wenig nahm die kleine Familie mit. Unter anderem eine Landkarte, die die Mutter gemalt hatte. Auch das Haus der Freundes war zerstört. Mit dem noch fahrtüchtigen Auto des Freundes fuhren die Frauen und der väterliche Freund in die nächste Stadt, damit die große Schwester in einem überfüllten Krankenhaus versorgt werden konnte. Es begann eine traurige Odyssee. Die Suche nach einem Ort, an der die Frauen einen sicheren Platz finden. Ihr Weg wird sie von Homs in Syrien über Jordanien, Ägypten, Libyen, Algerien, Marokko nach Spanien führen. Nour nimmt die Welt in Farben wahr. Sie sieht Gerüche und macht Worte zu Farben. Farbintensiv sieht man die Welt wie sie der kleinen Nour vorkommt. Die Zwölfjährige erzählt ihre Geschichte, wie sie es empfindet, auf der Flucht zu sein, durch ein Land, welches durch Kriege zerrüttet wurde. Wo keiner mehr dem Anderen trauen mag. Wo Glauben zu Krieg und Verwüstung führte. Nour ist erst 12 und doch wird sie auf ihrer Reise schnell erwachsen, ohne dass ihre Familie es wahr nimmt. Denn immer wenn es brenzlig wird, versucht die Familie das Mädchen zu schützen. Geschichten aus Tausend und einer Nacht Es gibt noch eine zweite Geschichte in diesem Buch, die von einer Reise erzählt, die 1150 zur Kalifenzeit, den selben Weg nimmt wie die flüchtenden Frauen. Es ist die Geschichte eines Mädchens, das sich als Junge verkleidet und als Lehrling bei dem Kartographen Al-Idrisi in dessen Dienst stellt. Sie erlebt Abenteuer und wird zur Kriegerin, als Nour (aus der eigentlichen Geschichte) selber zur Kriegerin wird. Es wird gegen Fabelwesen und Armeen gekämpft. Dabei wird ein Stückweit klar, warum diese Völker so zerrissen sind. Was ich gelesen habe Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe mit dem Mädchen Nour gezittert und mit dem Rawiya, dem Mädchen aus Tausend-und-einer-Nacht, gekämpft. Jedes mal zogen meine Gedanken zu den Menschen, die da draußen auf der Flucht sind. Unter welchen Bedingungen sie unterwegs sind. Wie gefährlich es gerade für Frauen und Kinder ist, die alleine versuchen, in sichere Gebiete zu gelangen. Viele Sätze haben mich stocken lassen. Nachdenklich bin ich ein ums andere Mal schlafen gegangen. Was bringt die Menschen dazu, zu morden und blindlings wehrlose Menschen in jeglicher Art zu missbrauchen? Ich führte einige Diskussionen mit meiner Familie über diese Themen. Zeyn Joukhadar beschreibt aber auch, wie sehr eine Familie und Freunde zusammenhalten können. Wie wichtig es ist, einander zu haben. Und auch wie schwer der Tod einen treffen kann, auch wenn man keine Zeit für Trauer hat. Ich finde, es ein absolut gelungenes Buch!

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