Leserstimmen zu
Porsche

Wolfram Pyta, Nils Havemann, Jutta Braun

(3)
(1)
(0)
(0)
(0)
Hardcover
€ 28,00 [D] inkl. MwSt. | € 28,80 [A] | CHF 38,90* (* empf. VK-Preis)

Das Buch ist keinesfalls ein klassisches Automobil-Buch in dem es viele tolle Bilder zu entdecken gibt und die Fahrzeuge beschrieben werden. Vielmehr ist das Buch eine Reise auf den Spuren der Geschichte der Firma Porsche in ihren Anfangsjahren. Dabei werden alle Aspekte aus diversen Bereichen berücksichtigt und somit ergibt sich ein kompetent recherchiertes Bild, bei dem auch sowohl die Tief- als auch die Höhepunkte gleichermaßen berücksichtigt werden. Schonungslos werden auch die Bereiche des Zweiten Weltkriegs aufgearbeitet die Zwangsarbeit oder die Verfolgung des Juden betreffen. Deutlich wird der Grundgedanke von Porsche, der mit seinem Schritt zu Eigenständigkeit sich lossagte von ihm überstellten Entscheidern, die seine Kreativität ein ums andere Mal einschränkten, loszusagen. Das Risiko war groß und gerade die Anfänge auch sehr schwierig, die ersten kaum zu sehenden Vorbereitungen zum Zweiten Weltkrieg brachten Porsche wichtige Aufträge ein und sorgten zudem für eine erstaunlich hohe Vielfalt. So standen nicht nur Zivilfahrzeuge im Mittelpunkt, sondern auch hiervon abgeleitet Militärversionen, dazu sogar noch Panzer und auch Landmaschinen. Alle Aufgaben wurden mit viel Hingabe von Porsche angegangen und wurden mit hohem Aufwand realisiert, unter dem Kopf eines großen Unternehmens wäre dies sicher in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen. Das Buch enthält viel Text, kann aber durch einen lockeren Schreibstil zum Lesegenuss beitragen. Für 28 Euro gibt es den vermutlich einmaligen Rückblick auf die Anfänge von Porsche bis zu dem Zeitpunkt des Todes vom Firmengründer und nimmt den Leser auf textlich herausragende Art und Weise mit in die Vergangenheit. Für Fans der Marke, die auch die Historie verstehen und nachvollziehen wollen ist das Buch eine unverzichtbare Lektüre.

Lesen Sie weiter

Porsche. Eine Marke, die mit dem Modell 911 sowohl im Design als auch mit ihren Motoren Geschichte geschrieben hat. Doch was steckt dahinter? Wer war der Gründer und Kopf des Unternehmens? Meinung: Als bekennender Autofan, auch unteranderem auch von Porsche, habe ich mich immer gefragt, wer hinter der Marke steckt. Wer hat den Ball ins Rollen gebracht? Wieso ist diese Person diesen Schritt gegangen? Wie war die Anfangszeit im Unternehmen? Wogegen musste gekämpft werden? Als ich mich das gefragt hatte, sah ich zufällig das Buch Porsche und griff gleich zu. Zu Hause fiel mir auf, dass das Buch von drei Autoren geschrieben wurden, von denen man gar nicht erwarten würde, dass sie dahinterstecken würden. Denn Wolfram Pyta, Nils Havemann und Jutta Braun hatten sich bis dato mit der NS-Verbrechensgeschichte, dem DFB und der DDR beschäftigt. Wie passt da Porsche hinein? Macht das überhaupt Sinn? Ja, denn Ferdinand Porsche machte sich 1931 selbstständig und eröffnete 1930 das Konstruktionsbüro Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH, Konstruktionen und Beratung für Motoren und Fahrzeuge (seit 1931) gründet. Das war eine Zeit, wo viel Bewegung auf der Welt war: Mahatma Gandhi führt den Salzmarsch gegen das britische Salzmonopol an, bei der Reichstagswahl 1930 wird die NSDAP zweitstärkste Partei und die Gangster Al Capone und „Bugs“ Moran teilen Chicago unter sich auf. Mit anderen Worten: auf Porsche kamen eine Menge Turbulenzen zu. Doch wieso wurde das Unternehmen gegründet? Hatte Herr Porsche einen technischen Einfall oder wollte er nur eine Firma sein Eigen nennen? Eher nicht. Denn durch die Fusion von Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) und Benz & Cie, die finanziellen Misserfolge der LKW-Modelle und größere finanzielle Verbindlichkeiten von Ferdinand Porsche gegenüber der DMG wurde sein Vertrag als Leiter des Konstruktionsbüros und Vorstandsmitglied nicht verlängert. Ab dieser Zeit bis zu seinem Tod wird in dem Buch anhand vieler Unterlagen aus den Archiven von Porsche eingehend erzählt. Aus der Not heraus gründete Herr Porsche sein eigenes Unternehmen. Jedoch beschränkte er sich nicht einzig auf Autos, sondern mit allen motorgetriebene Fahrzeuge. Das beinhaltet Traktoren, Rennwagen und auch Panzerkampfwagen. Erst Später spezialisierte sich Porsche auf Autos und Rennwagen. Im weiteren Verlauf wird auch die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der Politik detailliert berichtet. Porsche war, neben VW, einer der Unternehmen, die viel und eng mit Adolf Hitler zusammengearbeitet haben. Durch die vielen Zuwendungen, die Herr Porsche nutzte, änderte sich das kleine Unternehmen zu einer Kommanditgesellschaft. Auch über die Art der Führung wird anschaulich erklärt. Bis zu seinem Tod wird detailliert über das Leben von Ferdinand Porsche geschrieben und bietet einen interessanten Einblick in das Unternehmen und auf den Gründer. Fazit: Es gibt viele Bücher über das Unternehmen Porsche AG und seinen Gründer. Das Buch Porsche war mein Erstes und hat mir einen guten und anschaulichen Überblick gegeben. Vor allem der Zusammenhang zwischen dem Unternehmen mit der Politik hat mich am meisten interessiert.

Lesen Sie weiter

Eine stringente Modellpolitik, die sich erst in den letzten Jahren (aufgrund neuer Trends) breiter differenziert hat („Viertürer“ und „SUV´s“) sowie eine überaus früh ausgeprägte, breite Neigung zum Export haben Porsche als eine der führenden Weltmarken in Bezug auf das Automobil geprägt. Dabei ist deutlich geworden, auch in den Arbeitsbedingungen im deutschen Werk selbst, dass auch ein „gegen den Strom“ arbeiten (Konzentration auf Kernkompetenz, solider Umgang mit Mitarbeitern, Qualität vor Quantität und manches andere mehr) überaus erfolgreich funktionieren kann. Doch neben der „strahlenden Seite“ des Sportwagenherstellers und seines „Erfinders und Gründers“, Ferdinand Porsche, stehen in der Firmengeschichte auch „Schattenseiten“ im Raum. Bei denen natürlich die enge Verzahnung mit der Führung des dritten Reiches, aber auch das rasche „Business as usual“ nach dem tiefen, historischen Einschnitt durch das dritte Reich kritischer Anfragen würdig sind, wie auch das „Herausdrängen“ familienexterner Gesellschafter in den Anfangsjahren. Umfassend liefert diese Biographie dieses differenzierte Bild von den beteiligten Personen (allen voran Ferdinand Porsche), den Strukturen und der Geschichte des Konzerns und der Marke. Wobei die Technik-Freunde im Buch wahrlich nicht zu kurz kommen, dabei aber auch Kübel- und Schwimmwagen, Versuche der Konstruktion von Panzerkampfwagen bis hin (wer weiß das schon auf Anhieb) zur Konstruktion von Landmaschinen ebenso wahrzunehmen haben, wie den „Käfer“ (der auf Ferdinand Porsche zurückgeht, auch wenn er mit dem Hause Porsche im Bewusstsein nicht verbunden ist) oder bahnbrechende Sportwagen (nicht nur der 911er). Dabei ist die Geschichte der Marke auch gekennzeichnet von einer „Emanzipation vom Übervater“ im Lauf der Nachkriegsjahre und der jüngeren Gegenwart. Was gerade im Blick auf Ferdinand Porsches Neigung, Kosten in seine Ideen und Pläne zur Konstruktion wenig zu berücksichtigen. Was auch für das Verhalten in einem „unreglementierten Wettbewerbs“ des modernen Wirtschaftens gilt. Für Ferdinand Porsche war das Arbeiten und Konstruieren in den Zeiten des dritten Reiches (einer „Erfolgsgeschichte“ ohne Abstriche) ja bei Weitem eben nicht unreglementiertem Wettbewerb ausgesetzt, sondern fast ein „geschützter Raum“. „Wir dürfen nicht ausblenden, dass der Unternehmensgründer seine großen technischen Leistungen – an erster Stelle den Volkswagen – unter politisch günstigen Bedingungen erbracht und nie unter Beweis gestellt hat, dass er sich in einem nichtregulierten Wettbewerb durchsetzen konnte“. Nur so hat wohl die „Beratungsresistenz“, die im Buch sorgsam geschildert wird, nicht bodenlos nachteilige Konsequenzen in den erfolgreichen Aufbaujahren jener Zeit nach sich gezogen. Der Übergang der Leitung vom „Vater zum Sohn“ in den Jahren nach Kriegsende war daher (im Übrigen nicht unbedingt ohne Weiteres nach dem Willen des Vaters, sondern durch die französische Militärhaft Ferdinand Porsches und einer darin vonstattengehenden „inneren Wandlung“ des „Patriarchen“) der eigentlich entscheidende Schritt für die Etablierung und Bewahrung der Marke Porsche als Weltmarke bis auf den heutigen Tag. Anregend zu lesen vollzieht die Biographie so vor allem die „Personengeschichte“ der Leitung der Marke nach, bietet im besten Sinne immer wieder Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte der jeweiligen Zeit und Zeiten und lässt auch die Technik nicht hinten herunterfallen. Eine runde Darstellung, die informativ und gut zu lesen eine empfehlenswerte Lektüre darstellt.

Lesen Sie weiter

Der Lebensweg des bekannten Konstrukteurs und Unternehemensgründers Ferdinand Porsche wird hier eindrucksvoll und spannend dargestellt. Im Gegensatz zu anderen, ähnlichen, Biographien ist dieses hier doch anders, denn ist mehr als eine bloße Faktensammlung von Wissen und Anekdoten, die man auch so schon zu Hauf gehört hat. U.a. Wolfgang  Pyta hat sich die Mühe gemacht und in den abgelegensten Winkeln nach (spannenden) Fakten gesucht, z.B. hat er tief im Porschearchiv gewühlt. Glaubt man der Angabe, so hatten die Autoren hier uneingeschränkten Zugang. Das erklärt sicherlich die Beeindruckende Sammlung: Ob nun die Anfänge der Auto Union, Volkswagen, Panzerkonstruktionen oder Landmaschinen, all das ist (war) Porsche. Auch die eher unglückliche Zeit wie der Zweite Weltkrieg und der damit verbundene Neuanfang fanden Einzug. Ebenso wenig wird  aber auch die menschliche Seite („Der Übervater“ und die Weiterführung durch den Sohn). Im Verhältnis zur dicke des Buches gibt es leider recht wenige Fotos. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, um alles ein wenig aufzulockern. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch dank des – für ein Sachbuch – lockeren Schreibstils. Wer sich für die Hintergründe von Porsche, mit allen Facetten, interessiert, ist mit diesem hier gut bedient.

Lesen Sie weiter