Leserstimmen zu
Und wenn die Welt verbrennt

Ulla Scheler

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Schon mit ihrem Debüt "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" hat Ulla Scheler bewiesen, wie gut sie schreiben kann. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, eine Chance zu erhalten, "Und wenn die Welt verbrennt" zu lesen. Nach Erhalten des Buches war meine Neugier so groß, dass ich es gleich am selben Abend aufgeschlagen habe – und am Abend darauf die letzte Seite las. Dass das Buch über 400 Seiten schwer ist, merkt man zu keinem Augenblick, im Gegenteil; ich inhalierte Felix' und Alisas Geschichte förmlich, und gerade die ersten drei Viertel des Buches waren toll, stellenweise grandios. Die Geschichte wird sowohl aus Alisas Perspektive im Präsens als auch aus Felix' Perspektive im Präteritum erzählt – ein Tempuswechsel, der mir so noch nie begegnet ist und der mir überraschend gut gefallen hat. Bis auf ein paar holprige Übergänge ist die Erzählung aus den zwei Perspektiven in meinen Augen sehr gut gelungen. Schnell hat sich Felix als mein persönlicher Favorit herauskristallisiert: seine Gefühle, nie gut genug zu sein, und seine Ziellosigkeit im Leben werden von Scheler so subtil, aber doch allanwesend dargestellt, dass ich gar nicht anders konnte, als mit ihm mitzufühlen. Mit Alisa hatte ich dafür ein paar Schwierigkeiten, was hauptsächlich daran liegt, dass sie die Geheimnistragende der beiden ist – sie hat diese düstere Vergangenheit, die sie zwar verdrängen will, aber nicht kann. Allerdings wird gerade zu Anfang dieses Geheimnis nur angedeutet, auch in Felix' Perspektive, und das ziemlich oft, etwas, was mich persönlich stört. Es ist klar, dass ein Geheimnis besteht, dann muss man nicht noch andauernd darauf hinweisen, ohne dem Leser oder den Figuren selbst irgendwelche Klarheit anzubieten. Umso besser hat mir dann die Richtung gefallen, die die Geschichte eingeschlagen hat. Während ich die Beziehung von Felix und Alisa zumindest anfangs etwas überstürzt fand, begannen die beiden schnell, sich besser kennen zu lernen und miteinander statt gegeneinander zu arbeiten – zumindest von Felix' Seite aus, Alisa öffnete sich nur langsam. Und gerade diese Enthüllung ihrer Vergangenheit, die Twists beinhaltet, die selbst Alisa so nicht vorausgesehen hat, war der prominente Faktor, der es mir unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Immer, wenn ich dachte, jetzt auf der richtigen Spur zu sein, brachte Ulla Scheler eine neue Überraschung ein, und es gab bis zum Ende eigentlich nur einen Aspekt, den ich richtig erraten hatte – sehr cool, und vor allem eine Richtung, die ich nicht erwartet hatte. Wie bereits erwähnt: Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen, noch besser als in Schelers Debüt. Einerseits trug er mich durch die Geschichte, andererseits schaffte es die Autorin mit ihren Worten, kleinste zwischenmenschliche Nuancen auszudrücken und Gefühle zu formulieren, die man sonst gar nicht erfassen kann. Klasse fand ich es auch, dass Alisa in ihren Kapiteln immerzu einen "kleinen Käfer" anspricht. Wirklich wunderschön. Jetzt kommt das große Manko. Leider. Denn bis zu etwa den ersten dreihundert Seiten wäre "Und wenn die Welt verbrennt" ein Buch gewesen, das vier, wenn nicht sogar fünf Sterne verdient hätte. Ich war voll und ganz in der Geschichte drinnen – bis die Charaktere sich auf einmal selbst zu widersprechen schienen, und der Plot zwar einen überraschenden Twist nahm, die Konsequenzen aber so absurd waren, dass ich das Gefühl hatte, ein völlig anderes Buch in der Hand zu halten. Felix machte plötzlich Dinge, die nicht im Geringsten zu erklären waren, und darüber hinaus beinhaltete der Plottwist eine Straftat, die von keinem der Charaktere – weder von den Tätern noch von den Mitwissenden – thematisiert wurde. Die Krönung zu dieser Absurdität bildete das letzte Kapitel, das mehr wie ein verzweifelter Versuch wirkte, die Geschichte in die richtige Richtung zu biegen, letztendlich bei mir aber nur einen bitteren Beigeschmack hinterließ. In der Danksagung berichtet Ulla Scheler von ihren Problemen beim Schreiben des Buches, und leider merkt man das dem Endprodukt auch an. Nach diesem fulminanten Auftakt war das Ende so absurd und abwegig, dass ich enttäuscht und frustriert gleichermaßen war und mir fast wünschte, niemals die letzten Kapitel gelesen zu haben. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, in der Zukunft zu einem weiteren Buch von ihr zu greifen; der Schreibstil rettet nicht über die Probleme der Charaktere und des Plots zurück, und in dem Fall von "Und wenn die Welt verbrennt" auch nicht über die Ignoranz, mit der ernste Probleme im Text behandelt werden.

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Inhalt: Wenn Felix tagsüber seine Kreide verteilt, die neugierig an ihm vorbeihuschenden Menschen betrachtet, eine Person unter ihnen auswählt und auf dem kalten Stein unter ihm verewigt, dann fühlt er sich in seinem Element, denn Malen ist sein Talent. Malen ist sein Leben. Malen ist das einzige, in dem er sich von seinem, scheinbar in allen Bereichen talentierteren großen Bruder abzuheben zu vermag. Wenn Alisa bei Nacht heimlich in den Park schleicht, um die bunten Kreidebilder auf dem Asphalt zu betrachten, dann nur, weil sie ihrem grauen Leben ein wenig Farbe verleihen möchte. Ein großes, dunkles Geheimnis hütend, verkriecht sie sich in ihrer eigenen Welt, in der nur sie und die Einsamkeit einen Platz haben. Als Felix und Alisa aufeinanderstoßen, zwei Welten, zwei Leben kollidieren, treffen zwei Seelen aufeinander, die sich gegenseitig mehr brauchen, als sie zunächst ahnen. Doch ihre Liebesgeschichte wird ins Dunkel getaucht, denn Alisas Leben wirft tiefe Schatten, die zu bekämpfen Felix alles abverlangt. Meinung: Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, an dem ich innerhalb weniger Stunden, das Debüt von Ulla Scheler "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" verschlang. Graue Wolken hingen bedrohlich am Himmel, der Geruch von Pfefferminztee dampfte in der Luft und ich lag eingekuschelt mit meiner Lieblingsdecke und Flauschesocken auf dem Bett und wurde durch die bunten Worte der Autorin tief hinter die Seiten, tief in die Geschichte gesogen. Meine Erwartungen an "Und wenn die Welt verbrennt", dem neusten Buch aus der Feder der Jungautorin, waren demnach hoch. Erzählt wird die Geschichte um Alisa und Felix aus je zwei Perspektiven, in insgesamt drei Akten. Je im Wechsel legen uns die zwei Protagonisten in der Ich-Perspektive ihre Welt und ihre Gefühle zu Füßen und ermöglichen so einen sehr tiefen, emotionalen und nahen Einstieg in die Buchwelt. Was der Protagonist mit Kreide auf den Asphalt zu zaubern vermag, vermag Ulla Scheler mit Worten. Bildgewaltig, von Metaphern und Vergleichen triefend, malt die Autorin mit Buchstaben und zaubert dabei eine sehr atmosphärische Geschichte auf die Seiten. Auch wenn es, gerade wegen des eher ungewöhnlichen Schreibstiles, einige Kapitel mehr braucht, bis man als Leser das Schlupfloch in die Welt von Felix und Alisa findet, wenn man sie einmal betreten hat, riecht man förmlich den Kaffee aus Carlos Café, schmeckt die von Felix gekochte Tomatensoße auf der Zunge und sieht seine Kreidebilder, wie Alisa sie sehen würde, als kleine Bilder der Wahrheit, welche hinter die Fassade der Menschen blicken und sie so verewigen, wie sie tief in ihrem Inneren wirklich sind. Auch die Figuren kommen durch den Schreibstil gut zur Geltung und werden sehr detailreich vorgestellt. Besonders Alisa, mit ihrer tiefgründigen Denkweise, ihrer etwas geformteren und bildlicheren Sprache, regt zum Nachdenken an und ist, trotz des großen Geheimnisses, das sie mit sich trägt und erst auf den letzten Seiten offenbart und ihrer eher verschlossenen Art, ein sympathischer Charakter, den man nicht selten gerne in die Arme schließen würde. Felix bildet hier einen guten Kontrast, obwohl auch er sehr tiefgründig ist, präsentiert er sich mit einer gewissen Leichtigkeit, die jedoch trügerisch ist, denn auch Felix trägt seinen ganz eigenen Ballast mit sich herum. Ballast, den jeder von uns kennt und den jeder, in welcher Weise auch immer, schon einmal erlebt hat: Das Gefühl, nicht genug zu sein. Das Gefühl, nicht gut genug in etwas zu sein. Das Gefühl, nur Durchschnitt zu sein. All dies kreiert die Autorin sehr authentisch mit ihren Worten. Schreibtechnisch demnach ein absolutes Muss, was sich jedoch nicht von der Handlung behaupten lässt. Ulla Scheler schreibt in ihrer Danksagung, dass sich dieser Roman für sie unglaublich schwer schrieb und sie die Geschichte nicht gleich vor Augen hatte, dass sie sich in durchwachsenen Schreibphasen entwickeln musste - das merkt man leider auch. Die ersten ca. 300 Seiten folgen noch einem gewissen roten Faden, selbst wenn sich die Liebesgeschichte von Alisa und Felix relativ schnell entwickelt, schmälert das die Authentizität der Geschichte nicht, nicht die Glaubwürdigkeit der Figuren. Man versteht die Einsamkeit von Alisa, ihren tiefen Wunsch nach Zuneigung, die sie sich selbst, aufgrund ihrer Vergangenheit, verbietet. Man vollzieht nach, welche Geheimnisse Felix in ihren Augen sieht und warum er sich von ihr so sehr angezogen fühlt, weil Alisa, als einzige, die Wahrheit hinter seinen Kreidebildern sieht, weil sie ihn sieht. Soweit so gut, doch dann verlieren die Protagonisten Seite um Seite an Plausibilität, indem Szenen kreiert werden, die viel zu plötzlich auftreten und gar nicht so richtig zur eigentlichen Geschichte zu passen zu mögen. Es werden Entscheidungen von den Figuren getroffen, die keinen Sinn ergeben und auch gar nicht in ihren vorher gezeichneten Charakter passen. Schließlich wirkt die ganze Storyline nur noch konstruiert. Der Wendepunkt, der Höhepunkt und besonders das Ende - das in meinen Augen am wenigsten Sinn ergeben hat und wie ein Fremdkörper in der Geschichte wirkt - bleiben blass, bleiben flach. Die Handlung plätschert von sich hin und vermittelt den Eindruck, dass sie teilweise selbst nicht so genau weiß, wo sie eigentlich hin will. So steht letztlich ein großartiger Schreibstil einer nicht zu Ende entwickelten Geschichte entgegen und mag in ihrem Schatten zu versinken, mag an Überzeugungskraft zu verlieren und tritt in seiner Bewertung deutlich hinter dem Debüt der Autorin zurück. Fazit: "Und wenn die Welt verbrennt" von Ulla Scheler, verzaubert und bannt mit einem bildgewaltigen Schreibstil, der das Setting und die Gefühle der Figuren lebendig werden lässt, der die Realität des Lesers mit Kreidebildern der Buchwelt übermalt und real werden lässt. Handlungstechnisch kann der neuste Roman der Jungautorin jedoch nicht an den Debüterfolg anknüpfen und bleibt durchweg relativ blass, besonders gegen Ende muss die Geschichte zudem stark an Glaubwürdigkeit einbüßen - das nicht nur konstruiert, sondern auch überflüssig wirkt. Trotzdem bleibe ich Ulla Scheler - Fan, weil sie ihr Handwerk versteht, weil sie mit Worten malt und Buchwelten empor zaubert, die mit allen fünf Sinnen zu spüren, zu erleben und gerade dadurch so außergewöhnlich atmosphärisch sind.

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"Wenn ich auf der Straße male, laufen die Leute um die Bilder herum, sagte ich schließlich. Das gibt mir immer die Hoffnung, dass man mit ein bisschen bunten Staub ihr Verhalten ändern kann." S.48/49 Felix ist der Junge mit den bunten Kreiden, der die Menschen sieht wie kein anderer und sie auf den Asphalt bannt. Alisa ist das Mädchen mit dem dunklen Geheimnis, in das Felix sich verliebt, die aber niemanden an sich heranlässt. Doch diese beiden finden durch Zufall zueinander. Sie verstehen sich, wie es sonst niemand tut. Felix und Alisa gegen den Rest der Welt. Zusammen sind sie ein unzertrennliches Team. Unschlagbar! Doch dann gibt es ein Feuer und Alisa wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Und wenn die Welt verbrennt ist eine ruhige und eher düstere Liebesgeschichte, die einem durch die vielen Emotionen sehr nahe geht. Abwechselnd wird aus den Perspektiven von Alisa und Felix erzählt, was dem Roman trotz seiner Fokusierung auf Gefühle & das Innenleben der Figuren dynamisch macht. "Stell dir einen Film nur mit Statisten vor. Das ist Langeweile. Stell dir einen Film mit einer Hauptperson und sonst nur Statisten vor. Das ist Einsamkeit." S.21 Besonders gut gefallen hat es mir, dass Alisa und Felix sich zwar schon relativ schnell ineinander verlieben, dies aber keine Geschichte über ein Kennenlernen mit Hindernissen ist, an deren Ende die langersehnte Liebeserklärung steht. Es geht um Alisa & Felix als Menschen und als Paar. Alles geht so leicht. Sie lernen sich kennen, ihre Hände halten sich wie von selbst, wenn sie durch München laufen. Gemeinsames Kochen und Lachen und Festhalten. Unschlagbar und Unzertrennlich. Doch irgendetwas treibt Alisa mit der Zeit von ihrem Freund weg. Es ist die Angst, die sie fest in ihren Klauen hat und sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Etwas, dass sie getan hat und vom dem Felix nichts erfahren soll. "Kennst du das Gefühl, kleiner Käfer? Die Monster sind am größten, wenn man die Hand schon am Lichtschalter hat." S.41 Diese Angst und diese Geheimnisse drohen Alisa und Felix zu zerreißen. Man scheint sie beim Lesen körperlich zu spüren. Die anfängliche Leichtigkeit entwickelt sich von Seite zu Seite zu dieser düster-melancholischen Stimmung, die ich bei Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen geliebt habe. Und es nicht nur die Besonderheit von Felix & Alisa und die düstere Atmosphäre, es ist auch diese Poesie in jedem Satz, dieses leichte Spiel mit Worten, bei denen ich die Sätze am liebsten in ein leeres Marmeladenglas stecken möchte. In Kürze: Die Geschichte von Alisa und Felix ist eine von diesen, die einem einfach wahnsinnig nahe gehen mit ihren Emotionen und ihre Tiefe. Ein Buch gefüllt mit Poesie und magischen Worten, Traumsätzen für schöne und auch schlimme Stunden. Düster und geheimnisvoll und am Ende steht die Erkenntnis: Wenn man nicht verbrennen will, dann muss man das Feuer manchmal umarmen!

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Letzten Sommer hat Ulla Scheler die Leserherzen mit "Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen" im Sturm erorbert. Auch ich war dem Debütroman der Coburgerin erlegen. Mit höchster Ungeduld habe ich "Und wenn die Welt verbrennt" erwartet. Da ich selbst ein abgeschlossenes Kunststudium hinter mir habe, begeisterte mich vor allem der vorgegebenen Aspekt der Kunst in der Geschichte. Das Buch beginnt reissend, man kann es kaum aus der Hand legen, ist neugierig auf die Figuren. Wie bereits im ersten Buch versucht Scheler mit ihren Figuren nicht unbedingt zu gefallen. Ecken und Kanten, die Tiefe erzeugen sollen. In abwechselnden Perspektiven wird man Felix ins Herz schliessen, zumindest ging es mir so. Was er jedoch an Alisa findet blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel. Zu keinem Moment wurde ich warm mit ihr. Ab der Mitte nervte sie mich sosehr, dass ich fast davor war das Buch abzubrechen. Die Auflösung des grossen Dramas, auf das die Autorin hinarbeitet, kam zu spät, als dass es noch Impakt gehabt hätte. Dabei mochte ich, die Haupthandlung, das grosse Geheimniss, und die Darstellung des Umgangs mit den Konsequenzen. Mochte die Thematik der Depression und Verdrängung. Vielleicht hat mich die Zwiegespaltene Erzählweise gestört. Vielleicht hätte mir nur Alisas Stimme besser gefallen, hätte mir erlaubt mich auf sie einzulassen. So, war da immer noch einen Spalt Distanz, der vielleicht auch gewollt ist... Den Aspekt der Kunst, war mal gut, mal schlecht portraitiert. Nicht ganz so mitreissend wie ich erwartet hatte. Vor allem Felix' Entscheidung am Schluss zugüglich seiner Kunst war der Riss des letzten Nervs. Daran hat man gemerkt, dass nicht eine Kunststunde miterlebt wurde. Neben diesem Manko muss ich gestehen, dass ich das Buch im August gelesen habe, und ich die Nebenfiguren vergessen habe. Ich weiss, dass Felix eine Freundin hatte, kann mich aber an nichts über sie erinnern. Fazit für mich: Anstrengend. Ich mag nicht immer diejenige sein, die als Einzige gehypte Bücher nicht mag oder nicht zu schätzen weiss, aber dieser Titel war leider nichts für mich.

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Zitate: "Stell dir einen Film nur mit Statisten vor. Das ist Langeweile. Stell dir einen Film mit einer Hauptperson und sonst nur Statisten vor. Das ist Einsamkeit." Seite 21 "Kennst du das Gefühl, kleiner Käfer? Die Monster sind am größten, wenn man die Hand schon am Lichtschalter hat." Seite 41 "Vermissen - das ist körperlich, als hättest du einen Abdruck auf mir hinterlassen, wie eine Kuhle im Kopfkissen, nur dass die Kuhle wehtut." Seite 166 Meinung: Zu dem Zeitpunkt, an dem Alisa und Felix sich kennenlernen, sind beide nicht vollständig. Alisa ist einsam, voller Trauer und sehr verletzlich, wohingegen Felix am liebsten tief hinter die Fassaden anderer Menschen sieht, da er sich selbst als unzulänglich empfindet. Relativ schnell hofft der Leser, dass sie vielleicht ihre gegenseitige Rettung bedeuten könnten, aber ist das überhaupt möglich, wenn einer ein tiefes und dunkles Geheimnis mit sich trägt von dem niemals jemand erfahren darf??? Bereits nach der Leseprobe war mir klar, dass Alisas und Felix´ Geschichte etwas Außergewöhnliches ist. Wer Ulla Schelers Debut "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" oder eine Rezension darüber gelesen hat, weiß, dass ihre Art zu schreiben etwas ganz Besonderes ist. Da ich es sowohl gelesen als auch geliebt habe, stand für mich außer Frage, dass ich wissen muss, ob sie das, was die Leseprobe verspricht, auch halten kann ;) Und was soll ich sagen, ein weiteres Mal war es für mich quasi Liebe auf den ersten Blick. Erneut konnte sie mich mit ihrem tiefgründigen und poetisch anmutenden Schreibstil komplett in ihren Bann ziehen. Die Bilder, die sie zeichnet, die Gedanken der Charaktere -sowohl die glücklichen als auch die dunklen-, erschaffen eine Geschichte, die mich sowohl gefesselt, als auch berührt hat! Selbst das Auswählen der Zitate war eine Qual für mich, da ich mich schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr entscheiden konnte, welche mir nun am Besten gefallen haben. Ich kann ja schlecht das ganze Buch abschreiben, oder? ;) Generell muss man dazu sagen, dass das Tempo der Geschichte eher ruhig gehalten ist, es handelt sich definitiv nicht um einen actionreichen Kracher, bei dem ein Knall auf den anderen folgt. Aber für meinen Geschmack brauchte es das auch nicht, denn die Autorin schafft es mit vielerlei emotionalen Dingen wie Liebe, Angst, Trauer und Träumen -zukünftige wie geplatzte- eine düstere und zugleich hoffnungsvolle Atmosphäre zu erschaffen, deren Anspannung die ganze Zeit anhält und uns mitfiebern lässt. Einen großen Anteil daran trägt natürlich Alisas großes Geheimnis, das sich uns nur sehr langsam offenbart. Auf dem Weg dahin habe ich selbst natürlich kräftig mitgerätselt und bin meinen Überlegungen nachgehangen, und dennoch habe ich diesbezüglich viele Überraschungen erlebt. Selbst, wenn ich eine bestimmte Wendung erahnen konnte, wurde sie letzten Endes dann doch wieder von etwas Unerwartetem abgelöst. Besonders mag ich die Entscheidung, die Kapitel kurz und im Wechsel zwischen den beiden Protagonisten zu halten. So erfuhr ich so viel über die Beiden, dass ich mitleiden, mitfühlen, und einfach nicht damit aufhören konnte, an ihrer Geschichte teilhaben zu wollen. Zu intensiv nahmen mich ihre Beweggründe, Träume und Ängste gefangen. Zu Beginn war ich unsicher ob es mir möglich sein würde, die selbe Faszination wie bei Ulla Schelers Debut zu entwickeln, aber doch, ich kann definitiv! "Und wenn die Welt verbrennt" war für mich eine wirklich bewegende, bildgewaltige und tiefgründige Geschichte voll unterschiedlicher Emotionen, die mich hoffen lässt, dass schon bald ein neues Buch die Feder der Autorin verlassen wird!

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Erster Satz: Manchmal reicht ein Blick, um einen Menschen zu sehen. Alisa und Felix. Felix und Alisa. Felix ist Straßenkünstler, er versucht mit Kreide verschiedene Passanten auf der Straße festzuhalten. Wenn er nicht in der Innenstadt sitzt und seine Kreativität freien Lauf lässt, studiert er BWL und versucht so gut wie möglich seinen großen Bruder glücklich zu machen, auch wenn es nicht das ist, was er wirklich möchte. Zeichnen ist seine große Leidenschaft. "Wenn ich auf der Straße male, laufen die Leute um die Bilder herum sagte ich schließlich. Das gibt mir immer die Hoffnung, dass man mit ein bisschen bunten Staub ihr Verhalten ändern kann" Seite 48/49 Alisa ist Medizinstudentin und neu in der Stadt. Sie verbringt viel Zeit über die Bedeutung von "Einsamkeit" nachzudenken. Auch wenn ihre Kommilitonen versuchen mit ihr Kontakt aufzunehmen, bleibt bei ihr noch immer die Einsamkeit und das Gefühl der Leere als würde ein wichtiger Teil fehlen. Auch wenn beide Leben nicht unterschiedlicher sein können, treffen sie aufeinander. Es entwickelt sich eine sanfte Liebesgeschichte, wenn alles nur so einfach wäre.. Alisa wird von ihrer Vergangenheit eingeholt und scheint immer mehr Geheimnisse vor Felix zu haben. Felix entgeht es auch nicht, dass seine Freundin sich zurück zieht und irgendetwas verbirgt.. Ulla Scheler hat sich selbst übertroffen! Eine mitreißende Story, gepaart mir einem tollen Schreibstil. Es war mir ein wahres Fest! Absolute Leseempfehlung. Cover: Das Cover passt perfekt zu Handlung, es sieht aus wie ein Bügelbild aus Wachsmalstiften. Fazit: Eine mitreißende Geschichte, niedergeschrieben von einer jungen Autorin mit einem poetischen Schreibstil.

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