Leserstimmen zu
GIER - Wie weit würdest du gehen?

Marc Elsberg

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€ 24,00 [D] inkl. MwSt. | € 24,70 [A] | CHF 33,90* (* empf. VK-Preis)

Marc Elsberg - Gier-Wie weit würdest du gehen? (Blanvalet Verlag) - zu viel Theorie, zu wenig Praxis - Die Szenarien, die der am 03.01.1967 in Wien geborene, mit bürgerlichem Namen Marcus Rafelsberger heißende österreichische Schriftsteller Marc Elsberg in seinen fundierten Wissenschaftsthrillern kreiert, sind vornehmlich dystopischer Art. So hat auch "Gier" die frappierende Ungleichheit der Bevölkerung, die soziale Ungerechtigkeit des Kapitalismus, die anmaßende Eleganz der Dekadenz und den unvermeidbaren Niedergang des Systems zum Thema erkoren: Wirtschaftsgipfel in Berlin. Ein Finanzkollaps droht. Demonstrationen, Plakate, Molotowcocktails, Polizisten, brennende Autos, ein wütender Mob. Eine gepanzerte Mercedes Limousine fährt mitten hindurch. Scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste. Einige hundert Meter weiter folgt ein schwerer Unfall, der den Wagen aus der Fahrspur katapultiert. Direkt gegen einen Baum. Jan Wutte, ein fast noch jugendlicher, zufällig vorbeikommender Radfahrer und Pfleger will den Verunglückten helfen, wird aber von vier muskulösen, schwarz gekleideten und behandschuhten Männern unsanft von seinem ehrenwerten Vorhaben abgebracht. Einer der Fahrzeuginsassen konnte Jan jedoch noch etwas mehr oder weniger verständliches ins Ohr flüstern. Und dann geht alles in Flammen auf. Der Nobelpreisträger Herbert Thompson stirbt neben zwei weiteren Personen in dem brennenden Fahrzeugwrack. Er hatte gemeinsam mit Will Cantor, der ebenfalls in dem Fahrzeug verbrannte, ein Essay bezüglich einer neuen wirtschaftlichen Weltordnung verfasst, das einigen Personen in Politik und Wirtschaft übel aufgestoßen haben dürfte. Jan Wutte flieht. Direkt in die Arme der Polizei. Er wird von den Beamten noch vor Ort befragt. Man scheint ihn zu verdächtigen, den Brand gelegt zu haben und somit Schuld am Tod der drei Fahrzeugpassagiere zu tragen. Jan sieht in einem unbeobachteten Moment zu, dass er auch hier schnellstmöglich Land gewinnt. Und dieses Mal hat er neben den schwarz gekleideten Gangstern zusätzlich noch die Polizei im Nacken. Wer wird seiner wohl zuerst habhaft? Wutte versucht sich einen Reim auf das zu machen, was ihm einer der Todgeweihten zuvor ins Ohr geflüstert hatte. Auf seiner Suche begibt sich der Pfleger in eine Bar. In die Golden Bar. Dies war einer der Namen, bzw. Örtlichkeiten, die der Sterbende ihm noch hatte zuflüstern können. Sehr zur Verwunderung seiner Verfolger bestellt sich Jan dort scheinbar seelenruhig ein Bier, geht dann zielstrebig auf einen der Tische zu und beginnt mit den jungen Leuten am Tisch um Geld zu zocken. Seine sichtlich irritierten Verfolger beobachten ihn, bis ein schlechter Verlierer die Nerven verliert und am Tisch eine Schlägerei anzettelt. Die Männer in Schwarz wollen Jan Wutte habhaft werden oder in gar töten. Doch Jan kann mit einem der jungen Leute vom Tisch, einem Engländer und professionellen Spieler namens Fitzroy Peel, ein weiteres Mal fliehen. Peel steht in direkter Verbindung zu dem Fahrzeuginsassen, der Jan die bruchstückhaften Worte ins Ohr geflüstert hatte. Für ihn und den Engländer beginnt eine Verfolgungsjagd im Stile von "Die Bourne Identität" durch die Straßen, Häuser, Hotels und sogar auf den Dächern von Berlin. Immer auf der Suche nach Anhaltspunkten, die ihnen ihre prekäre Lage erklärt. Maja und Jörn, zwei Polizisten, sowie ihre muskelbepackten Verfolger sind ihnen dabei ständig auf den Fersen. Marc Elsberg kreiert zu Beginn seines achten Romans einen ziemlichen Wirrwarr aus den verschiedensten Erzählsträngen, Personen und Situationen. Er vergisst darüber den Leser, der seine liebe Mühe damit hat, seinen Gedankengängen ohne besondere Charakterzeichnungen oder entsprechendes Lokalkolorit zu folgen. Zu viele Überlegungen, zu wenig Fakten. Zu viel Theorie und zu wenig Praxis. Will sagen zu viel Wirtschaftswissenschaften und Mathematik, zu wenig Story. Dies hemmt immer wieder unnötig den Lesefluss. Man muss schon einen gewissen Faible für die Grundthematik des Romans haben, um nicht immer wieder zwischendrin seufzend aufzumerken und sich zu fragen: "Schon wieder dieses Thema?". Der Roman wirkt daher auch leider etwas zu konstruiert und unpersönlich, die Protagonisten wenig sympathisch, sodass man sich kaum mit Ihnen identifizieren kann oder möchte. Wer hier einen lupenreinen und in erster Linie unterhaltsamen Thriller erwartet, wird das Buch nach den letzten Zeilen sicherlich mit einer gewissen Enttäuschung zuklappen. „Gier“, der neueste Roman des Science-Thriller Autors Marc Elsberg kommt somit leider nicht an den Vorgänger „Helix-Sie werden uns ersetzen“ heran. Guter Roman, der jedoch außer dem thematischen Grundgerüst kaum zwingendes mit sich bringt. https://www.marcelsberg.com/ https://de-de.facebook.com/MarcElsberg/ Meine Wertung: 77/100 Link zur Buchseite des Verlags: https://service.randomhouse.de/search/Presse/Buch/GIER-Wie-weit-wuerdest-du-gehen-Roman-Der-neue-Bestseller-vom-Blackout-Autor/Marc-Elsberg/pr524245.rhd Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 39 s/w Abbildungen ISBN: 978-3-7645-0632-2 € 24,00 [D] | € 24,70 [A] | CHF 33,90* (* empf. VK-Preis) Verlag: Blanvalet Erscheinungstermin: 25. Februar 2019 More Hard Stuff @ www.lackoflies.com

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Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Blackout war mein Lieblingsbuch im Jahre 2017 und darum war ich neugierig auf Marc Elsbergs neues Buch. Cover: Das Cover fand ich anfangs großartig. Ich hatte erwartet, dass es im Buch irgendwie um Schiffe oder Ladungen geht und da irgendein Unglück passiert. Leider hat sich während es Lesens rausgestellt, dass das Cover absolut nicht zum Inhalt passt. Inhalt: Demos, Proteste und Chaos – die Menschen sind unruhig. Eine Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und Hunger treiben die Menschen in die Verzweiflung. Während eines Gipfels soll der Nobelpreisträger Herbert Thompson eine Lösung vorstellen, die die Welt retten kann. Bei einem Autounfall kommt er jedoch ums Leben. Jan Wutte ist Zeuge dieses Unfalls und will nun herausfinden, wie es dazu kam. Handlung und Thematik: Zu Beginn passierte viel und man kam schnell rein ins Buch. Leider ebbte die Spannung schnell ab und es plätscherte nur noch so dahin. Zwischendurch gab es ein paar Verfolgungsszenen aber die richtige Spannung die ich von Marc Elsberg gewohnt bin, trat nicht mehr auf. Es war alles sehr Ökonomie- und Wirtschafts-lastig. Tendenziell wurde alles sehr realistisch beschrieben, aber richtig packen konnte mich dann nicht mal der Schluss. Charaktere: Es kamen einige Charaktere vor, aber außer den Namen blieb mir nichts wirklich im Kopf. Sie wurden allesamt nur kurz angeschnitten und man konnte weder Sympathie noch Unsympathie entwickeln. Schreibstil: Leider war das Buch absolut nicht fesselnd und ich habe lange daran hingelesen. Ich hatte bis zum Schluss gehofft, dass es noch besser werden würde. Zwischendrin wurde eine Ökonomie-Theorie mit tollen Bildchen erklärt, aber es ist leider kein Thema das mich wirklich gepackt hat. Ja die Wirtschaft ist ungerecht, aber der Einzelne (der zu wenig Mittel hat) kann wenig dafür tun… Die Charaktere waren auch nicht so tiefgründig wie ich erhofft hatte. Persönliche Gesamtbewertung: Leider absolut kein Must-Read-Buch. Ich bin durch Blackout von Marc Elsberg eigentlich etwas anderes gewöhnt. Keine Spannung, das Thema zu allgemein und die Charaktere langweilig. Keine Leseempfehlung von mir.

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Der Anfang ist sehr spannend. Ein Unfall, ein Toter. Ein Vortrag, der nicht mehr gehalten werden kann. Ein Zeuge, der weiß, dass es kein einfacher Autounfall war, sondern Mord. Jan, der Zeuge, beginnt zu recherchieren, er will mehr herausfinden. Wer sind die Mörder, warum musste Herbert Thompson sterben? Ist der Grund diese Wunderformel, die er auf dem Kongress vorstellen wollte, eine Formel, mit der es Wohlstand möglich sein sollte. Gibt es sowas wirklich? Gier ist ein sehr interesanter Roman, dabei ist es nicht unbedingt die Spannung bei der Suche nach den Mördern und dem Hintergrund, die mich fesseln konnte, obwohl dieser Teil mich auch überzeugen konnte, sondern es waren wieder die Ideen, die Wirtschaftstheorien, die Elsberg so anschaulich und auch sehr ausführlich dargelegen konnte. Hilfreich waren dabei auch die verschiedenen Skizzen, die Bilder, die beim Verständnis ungemein geholfen haben. Man muss natürlich eine Affinität zu Wirtschaftsthemen haben, damit einem die Thematik nicht langweilt, aber Elsbergs Anspruch, den Lesern nicht nur zu unterhalten, sondern ihn auch zu informieren, ist vollkommen aufgegangen. Man muss sich beim Lesen Zeit lassen, sich auf die Theorie einlassen, und je weiter man liest, desto mehr versteht man auch. Blackout hat mir einen Tick besser gefallen, aber "Gier" hat mich ebenso überzeugen können, und ich kann es allen empfehlen, die nicht nur Wert auf (blutige) Spannung legen, sonden im Gegenteil, auch Wert auf anspruchsvollere Lektüre legen. Dabei ist das keine Frage vom Alter, denn ich habe das Buch auch meiner 18jährigen Tochter gegeben (die allerdings eine Schule in Richtung Wirtschaft und Verwaltung besucht). Auch diese fand den Roman sehr interessant und spannend.

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Gier regiert die Welt

Von: SaBineBe aus Hohenöllen

14.06.2019

Durch Zufall wird Jan Zeuge eines Autounfalls. Er will helfen und wird schnell zur Zielscheibe. Doch warum nur? Erst nach und nach erkennt er, dass eines der Opfer ein Nobelpreisträger war, der auf einem Wirtschaftskongress in Berlin als Gastredner eingeladen war, und dass es sich hier nicht um einen Unfall handelte. Auf der Suche nach den Hintergründen für die Tat lernt Jan Fitzroy kennen, einen Mathematiker, der mit einem der Opfer in Kontakt stand. Schnell geraten beide ins Visier der Verfolger, die für ihre Ziele bereit sind über Leichen zu gehen. Als dann auch noch ein Manuskript auftaucht, welches großen Einfluss auf die Weltwirtschaft und die Ökonomie nehmen könnte, geraten die Hauptpersonen immer mehr unter Druck. Marc Elsberg spricht in seinem neuem Roman ein hoch aktuelles Thema an. Aus einer nahenden Wirtschaftskrise versuchen die Einflussreichen und Gutbetuchten ihren eigenen persönlichen Nutzen zu ziehen. Anhand des besagten Manuskriptes legt der Autor glaubhaft dar, dass ein Miteinander deutlich mehr Vorteile bringen würde, als das aktuelle Gegeneinander. Optisch sehr gut ergänzt wird die Theorie durch kleine Skizzen, die in das Buch eingestreut sind. Die Geschichte wird wechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zusammen mit den kürzeren Kapiteln lässt sich das Buch dadurch flüssig lesen. Die Hauptpersonen sind sehr glaubhaft dargestellt. Vor allem mit Jan, der unverschuldet in die Rolle des Gejagten rutscht, hat man als Leser sehr schnell Mitgefühl entwickelt. Insgesamt ist hier ein spannender Roman zu einem hochaktuellen Thema entstanden, den ich sehr gerne gelesen habe, Dennoch fehlte mir zum Schluss hin das besondere Etwas, um hier volle fünf Sterne vergeben zu können.

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Der Autor Marc Elsberg ist durch seine dystopischen Thriller ein Begriff. "Blackout" hat auf kongeniale Weise die Folgen einer Attacke auf die europäische Stromversorgung nachgezeichnet. In "Zero" beschäftigte er sich mit Big Data, und "Helix" lieferte Stoff zum Nachdenken rund um die Genomforschung. Elsberg beschäftigt sich auch in seinem neuesten Werk mit einem aktuellen Phänomen: Dem Kapitalismus der westlichen Welt. Wer statt des gedruckten Buches zum Hörbuch greift, darf der Stimme des bekannten Sprechers Dietmar Wunder lauschen, die uns ins Berlin der Gegenwart entführt. Auf einem nicht näher benannten Wirtschaftsgipfel treffen sich die Reichen und Mächtigen, während Proteste der Bevölkerung das Straßenbild prägen. Mit all dem hat der Pflegeazubi Jan eigentlich nichts am Hut. Nach einem anstrengenden Arbeitstag möchte er nur noch nach Hause, als er Zeuge eines Autounfalls mit Todesfolge wird. Er eilt zum Unfallort, um Hilfe zu leisten, wo ihm einer der Insassen noch einige geheimnisvolle Wörter zuflüstern kann, bevor er stirbt. Jan ist noch ganz verwirrt, als ein Schlägertrupp auftaucht und sein Leben bedroht. Für Jan ist klar: Die wollen ihn, den einzigen Zeugen eines Mehrfachmordes, beseitigen. Die Polizei glaubt jedoch in dem Flüchtigen den Täter gefunden zu haben, und so befindet sich Jan von einem Moment auf den anderen auf der Flucht vor gleich zwei sehr unterschiedlichen Gegnern. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als den Spuren der Wörter zu folgen, die er hat aufschnappen können. Nur so wird er der Polizei gegenüber seine Unschuld beweisen können und vielleicht irgendwann wieder in Sicherheit sein. Wie groß die Sache ist, in die Jan da hineingeraten ist, wird ihm im Laufe seiner Recherchen klar: Die Toten waren Redner des Gipfels, und sie wollten eine radikale Änderung des bisherigen Systems ... Ein spannendes Thema, dessen Marc Elsberg sich da annimmt. Das MP3-Hörbuch kommt nicht nur mit zwei CDs im Schuber daher, sondern zusätzlich mit einem ausführlichen Booklet, in dem Marc Elsberg die zugrundeliegenden Strukturen bildlich erläutert. Beste Voraussetzungen also, um auch Laien in die Welt der Wirtschaftswissenschaften einzuführen. Und Elsberg erzählt anhand der Person von Jan auch einen veritablen Thriller, der durchweg solide gemacht ist und mit viel Spannung aufwartet. Leider kann er mit "Gier" jedoch nicht an gut recherchierte und realistische Arbeiten wie "Blackout" anknüpfen. Dazu geht er nicht tief genug in die Materie, sondern bleibt viel zu oft bei der oberflächlichen Thrillerhandlung (und ihren genretypisch allesamt oberflächlich gezeichneten Figuren). Er versäumt es, tatsächliche Wahrscheinlichkeiten durchzurechnen und erfahrbar zu machen, sondern bezieht sich nur vage auf ein alternatives mathematisches Modell, das in der Realität offenbar überhaupt nicht existiert. Darum ist "Gier" leider für lernbereite und wissbegiere Leser*innen nicht geeignet. Da hat Marc Elsberg seine Chance, erneut etwas ganz Besonderes zu liefern, leider vertan. Wer aber lediglich einen soliden Thriller ohne besonderen Mehrwert lesen möchte, kann natürlich dennoch bei "Gier" bedenkenlos zugreifen.

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Marc Elsberg versteht es immer wieder bestens, aktuelle wissenschaftliche, politische Themen mit einer fesselnden Romanhandlung zu verbinden. Und das ist auch in dem neuen Thriller wieder hervorragend gelungen. Wer die Bilder vom G20-Gipfel in Hamburg noch vor Augen hat, der weiß, dass aus der Fiktion, wie der Autor sie beschreibt, längst Realität geworden ist. Den wissenschaftlichen Ansatz, der in dem Buch beschrieben wird, gibt es tatsächlich. Dadurch, dass die entsprechende Formel in dem Buch immer wieder am Beispiel von Bauern erklärt wird, kann man auch als Leser gut folgen. Dazu gibt es eine spannende Jagd quer durch Berlin, denn der Zeuge wird nicht nur von den Mördern verfolgt, sondern auch von der Polizei. Insgesamt wieder ein sehr spannender Thriller zu einem top aktuellen Thema.

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Wie schon die anderen Büchern von Marc Elsberg ist auch ‚Gier‘ spannend und rasant geschrieben. Langeweile kommt nie auf, die kurz gehaltenen Kapitel erhöhen das Tempo der Handlung und verführten immer wieder dazu, noch ein paar Seiten mehr zu lesen. Insofern ist ‚Gier‘ wieder ein sehr professionell und gut geschriebener Thriller: Mit dem Krankenpfleger Jan Wutte gerät ein ‚harmloser‘ Unbeteiligter in das Zentrum der Handlung, findet aufgrund weniger Hinweise Unterstützung und kämpft sich in wilden Verfolgungsjagden und Actionszenen durch Berlin. Das ist spannend, aber leider auch nicht unbedingt originell und lässt das Buch insbesondere gegenüber ‚Blackout‘ etwas zurückfallen. Ich hätte mir für ‚Gier‘ etwas weniger Action, dafür aber eine eingehendere Beschäftigung mit den Auswirkungen der zur Zeit der Handlung tobenden Weltwirtschaftskrise gewünscht. Trotzdem habe ich ‚Gier‘ gerne gelesen. Schließlich hat das Buch alles, was einen guten Thriller auszeichnet. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass Marc Elsberg es noch besser gekonnt hätte. Ich bin auf sein nächstes Buch gespannt. Mein Fazit: Gier ist ein spannender und gut geschriebener Thriller.

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"GIER" von Marc Elsberg - ein Buch, das in den letzten beiden Monaten sehr viel Aufmerksamkeit und Publicity bekommen hat. Zurecht frage ich mich? Jein, möchte ich sagen. Marc Elsberg bleibt seinen Stil treu und widmet sich der nahen Zukunft, wobei viele seiner angesprochenen Themen bereits von der Wirklichkeit überholt werden. Diesmal geht es um das Aufkommen einer neuen Weltwirtschaftskrise und der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich. Gewarnt durch einige Rezensionen wusste ich bereits, dass wir es zu Beginn mit vielen Figuren zu tun haben. So wappnete ich mich und versuchte zu lokalisieren, wer wichtig war. Das gelang mir ganz gut. Die Wichtigkeit des Themas ist unumstritten, jedoch mangelt es etwas bei der Umsetzung. Es wird sehr wissenschaftlich erzählt, aber man muss dem Autor zugute halten, dass er die Thesen des sozialen Kapitalismus so anschaulich erklärt, dass es auch Laien wie ich verstehen, die mit Marktanalyse und dem Finanzmarkt nichts zu tun haben. Schreibstil: Die Geschichthe ist rasant und wendungsreich, wobei der Schreibstil doch manchmal etwas holprig und abgehackt ist. Durch die vielen mathematischen Formeln und physikalischen Erklärungen entstehen manchmal einige Längen. Die Charakter sind etwas stereotyp ausgefallen und bleiben ziemlich an der Oberfläche. Fazit: Marc Elsberg bietet mit seinen Themen immer wieder Diskussionsstoff und Denkanstöße. Das alleine ist schon ein Grund sich seinen Büchern zu widmen. Einordnen lässt sich "Gier" allerdings sehr schwer. Es ist weder ein reiner Thriller, keine dystopische Geschichte, aber auch kein Lehrbuch über Mathematik und Wirtschaft. Auch wenn mir seine anderen Thriller besser gefallen haben, hat "Gier" neben dem sehr actionlastigen Verfolgungsjagden und den wissenschaftlichen Themen auch zahlreiche Überraschungen und Wendungen zu bieten. Aber vorallem regt es zum Nachdenken an, während Elsberg der breiten Masse zu erklären versucht wie man die Welt besser machen könnte...

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