Leserstimmen zu
Endstation Tokio

James Buckler

(1)
(3)
(0)
(0)
(0)
€ 16,00 [D] inkl. MwSt. | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empf. VK-Preis)

James Buckler kennt sich aus. Vor allem in der namensgebenden Stadt des Romans. Wie sein Protagonist Alex hat auch Buckler in Japan gelebt, zu Zeiten zumindest. Wobei zu hoffen ist, dass Buckler nicht in ähnliche „Urlaubsflüge“ verstrickt war, wie Alex gleich zu Beginn des Romans, denn der Inhalt der kleinen Reisetasche des Mannes birgt durchaus tödliche Gefahren, wie man im Verlauf der Ereignisse sehen wird. Was Alex alles eigentlich gar nicht gut gebrauchen kann. Denn der Engländer ist weniger aus Lust und Laune von London nach Tokio umgesiedelt, sondern aufgrund handfester und schwieriger Ereignisse, von denen seine Narben ein Leben erzählen werden. Gut, dass Hiro ihn wenig fragt. Der alte Studienfreund ist aktuell engste Anlaufstelle für Alex. Aus alter Freundschaft. Weil er sonst keinen kennt in Tokio, wo er sich als Sprachlehrer verdingt und in einer kleinen Pension sein Leben fristet. Vielleicht aber legt Alex auch deswegen so großen Wert auf seinen Kontakt zu Hiro, dem Investmentbanker, weil dessen Jugendfreundin Naoko ziemlich Eindruck bei Alex hinterlassen hat. Doch nicht nur Alex trägt Lasten der Vergangenheit mit sich, die ihn auch in der Gegenwart in dunkle Geschäfte verstricken werden, auch Naoko erzählt noch längst nicht alles, weder über ihr Tatoo noch über ihre fast lebenslange Bekanntschaft mit Hiro. Der wiederum hinter der glatten und gepflegten Fassade ganz eigene Gedanken hegt und mit bestimmten Entwicklungen ganz und gar nicht einverstanden sein wird. Was sich Seite für Seite mehr zuspitzt und im letzten Drittel des Romans für intensive Momente der Bedrohung und des Misstrauens aller so gut wie allen gegenüber führen wird, bis diese letzte Reise am Bahnhof ihre Strecke beginnen wird. Das alles ist flüssig geschrieben, in den rechten Momenten spannend, wenn auch hier und etwas konstruiert wirkend. Was wettgemacht wird vor allem durch die ebenfalls flüssigen, nicht übertriebenen, aber mit vielfacher Kenntnis des Alltags in Japan und speziell in Tokio von Buckler versehen wird. Wenn um zwei Uhr morgens in einem Restaurant der Tischgrill bestückt wird, ist das ebenso lebhaft vor die Augen des Lesers gesetzt, wie das Gesicht von Hiros Mutter, die Beschreibung des „Alleinseins unter Millionen“ anderen Bürgern der Stadt, wie die plakativen Schilderungen der Wohnungen (eng) und der komplexen Verbindungen untereinander (Hiro und seine Mutter und viele andere mehr). So dass am Ende ebenso gute Unterhaltung, wie ein Einblick in die japanische Mentalität und Lebensweise beim Leser verbleibt. Ein gelungenes Debüt.

Lesen Sie weiter

Endstation Tokio von James Buckler Inhalt: Alex flieht vor seinem Leben in London. Er erhofft sich ein neues Leben in Tokio anzufangen, dabei ist es egal welche Stadt ihm dabei helfen sollte, Hauptsache sie ist weit weg und hilft Alex zu vergessen. Tokio meint es zunächst nicht schlecht mit Alex. Er erhält einen neuen Job als Englisch Lehrer und hat wieder Kontakt, zu seinem ehemaligen Kommilitonen Hiro aufgenommen, durch diesen lernt er Naoko kennen. Naoko und Alex fühlen sich zu einer angezogen und beginnen eine Liebesbeziehung, obwohl, oder vielleicht gerade weil sie beide ein Geheimnis in sich tragen. Hiro soll dies nicht wissen, denn er würde es nicht für gut heißen und rät Naoko auch vehement ab, sich mit Alex zu treffen, da er England nicht umsonst verlassen musste. Naoko hört nicht auf ihren Freund und wird Alex ungewollt in etwas hineinziehen und bringt dabei ein Stein ins Rollen, das Alex wieder aus der Bann werfen wird. Meine Meinung : Mit dem Prolog beginnt die Geschichte sehr mysteriös, denn Alex versucht den Flughafen zu verlassen und wird daran von einem Spürhund gehindert. Danach reisen wir in die Vergangenheit und dürfen erfahren was dazu geführt hat. Der ganze Anfang war sehr vernebelt erzählt, beide Figuren tragen Geheimnisse die erst nach und nach offenbart werden. Man ist ständig hin und her gerissen und weiß nicht was man glauben soll. Ich war sehr daran interessiert, weiter zu lesen um, die Geheimnisse zu lüften. Die ganze Geschichte wirkt wie ein Film, aufgrund der abrupten Szenenwechsel und des hinhalten des Lesers. Was aber nicht verwunderlich ist, da der Autor aus der Filmbranche kommt. Er studierte Film und arbeitete danach bei BBC und MTV, außerdem lebte aber auch in England und Japan wo er englisch unterrichtete. Somit konnte er aus Erfahrung über Japan berichten, dies hat man auch gespürt. Er hat sich aber nicht die Zeit genommen, um auf einige Japanische Begriffe einzugehen, was ich auch nicht bemängel, denn im Kontext hat man es verstanden. Ein aufmerksamer Leser muss somit nicht mal Google fragen. Am Anfang habe ich mir einige negative Dinge aufgeschrieben wie, dass man zu sehr in die Geschichte geworfen wird oder mir einige Beschreibungen zu z. B. den verschiedenen Stadtviertel gefehlt haben. Aber sobald man sich in der Geschichte eingefunden hat und begriffen hat, dass Alex auf etwas wirklich schlimmes zusteuert und er so machtlos dagegen ist, kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Hier kommt nämlich auch der überaus gut gewählte Buchtitel ins Spiel „Endstation Tokio“, dies hat man erst begriffen, wenn man die Geschichte vollständig kennt. Denn es geht um das Leben und dass, das Leben manchmal einfach ein Arschloch sein kann. Es ist auch nicht alles so wie es zunächst scheint und die Frage: “ Was würdest du tun, um dich zu schützen? Würdest du jemanden bestrafen, der es verdient hat und du selbst aber unschuldig bist.“ Fazit: Ein Buch mit Spannung und Tiefgang. Zunächst begriff ich nicht so richtig, wohin mich dieses Buch führen will. Aber als der Autor langsam Licht ins dunkel brachte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ein kurzweiliger Spannungsroman der unterhält, aber auch zum denken anregt. Man stellt sich unweigerlich die Frage:“Was hättest du getan?“.

Lesen Sie weiter

Am Anfang des Buches, hatte ich den Gedanken das wir vielleicht Alex begleiten, der vielleicht einen Schicksalsschlag aus seiner Vergangenheit mit der Hilfe seiner großen Liebe aufarbeiten kann. Es war KOMPLETT anders als ich es erwartet habe, was mich sehr, sehr positiv überrascht hat. Der Erzählstil war gerade Wegs einnehmend und ich wollte das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe Japan aus einer komplett anderen Sicht kennengelernt als ich es bisher aus den Medien kannte. Bestimmte Szenarien luden zum Träumen ein, während andere wahre Alpträume hoch beschwören konnten. Das oben beschriebene Ende hat mich leider (vielleicht genau deswegen) sehr enttäuscht. James Buckler hatte im ganzen Buch ein Ass im Ärmel, ließ mich nicht wirklich Luft holen zwischen den Ereignissen und ließ mir dann aber die Luft raus am Ende. Dennoch würde ich wieder zu einem Buch von James Buckler greifen.

Lesen Sie weiter

Ein starkes Debüt legt uns James Buckler vor, der selbst in Japan lebte und uns dieses Land der Widersprüche aus den Augen eines „gaijin“, eines Ausländers, zeigt. An der Seite von Alex Malloy, der als Englischlehrer an der Excelsior School in Shinjuku Dori arbeitet, ziehen wir durch die Straßen Tokios. Eine Stadt des Lärms, des Rauchs, der Lichter, der 4-Liter-Sake-Flaschen und teuren Frauen, die sich ihre Einkäufe nur mithilfe von Boyfriends finanzieren können. Und das obwohl Japaner ständig auf Ruf und Ansehen bedacht sind. Genau diese Widersprüche stellt Buckler in den Vordergrund. Geschäftsmäßiges Treiben wechselt zu ständigen Aberglauben, Ruf und Ansehen sind wichtiger als Gerechtigkeit und Freundschaft. All das zeigt Buckler verpackt in eine Geschichte, die an eine Abwärtsspirale erinnert. Denn für Alex Malloy hätte Tokio eigentlich ein Neuanfang sein müssen, doch dieser Neuanfang erinnert in der Tat an eine Endstation, denn wenn mal die Yakuza hinter einem her, kann man sich nicht mehr viel erhoffen. Zudem ist Alex eine Figur, die eigentlich alles richtig machen will, bei der aber das Schicksal wie eine Kettenreaktion des Bösen zuschlägt und ihn hinabzieht in den Strudel japanischer Doppeldeutigkeit und Tokios Unterwelt. Böse wird das enden, das ahnt der Leser. Und das lässt ihn bis zum Schluss den japanischen Ausflug genießen. Wer Japan kennenlernen möchte, wird dieses Buch lieben. Ich habe jede Seite davon genossen. Uchi-soto. Drinnen und draußen.

Lesen Sie weiter