Leserstimmen zu
Die Tyrannenlüge

Julia Dibbern

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Julia Dibbern hat mit "Die Tyrannenlüge" einen neuen Erziehungsratgeber veröffentlicht, der nicht bei alltäglichen Problem helfen, sondern das Grundverständnis gegenüber Kindern vermitteln soll. Werden unsere Kinder wirklich immer schlimmer? Werden sie zu den, von den Medien oft propagierten, Tyrannen? Mit Hilfe von Beobachtungen, Studien und Texten entkräftigt die Autorin die meisten Vorwürfe an die Kinder, Jugend und auch die Eltern, die heutzutage immer alles falsch machen. "Die Jugend von heute" wird aber nicht nur mit einer rosa Brille betrachtet, sondern auch Probleme, die sich durch die heutige informationsüberflutete Zeit, dem damit verbundenen Stress, als auch den normalen Bedürfnissen, wie Hunger, Müdigkeit und Bewegungsmangel, ergeben, werden angesprochen. Julia Dibbern macht Eltern Mut, dass sie ihren Kindern eine positive Grundausstattung mit auf den Weg geben, ohne dass sich diese Sorgen um "einen Tyrannen" im Haus machen müssen. Durch ihren Schreibstil liest sich das Buch unterhaltsam und dennoch anspruchsvoll, wobei es zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt. Ein gelungenes Buch, nicht nur für Eltern, sondern für alle, die sich für Kinder und die heutige Gesellschaft interessieren.

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Kennt ihr die genaue Definition eines Tyrannen? Ein Tyrann ist ein Schreckensherrscher, ein Machthaber, der seine Stellung dazu missbraucht, andere zu tyrannisieren. Wie kommen eigentlich Menschen dazu, Kinder als Tyrannen zu bezeichnen? Genau dieser Frage geht Julia Dibbern in ihrem Buch „Tyrannenlüge“ auf den Grund und beweist, dass alle Kinder richtig sind und sie von uns begleitenden Eltern sehr gut auf die Welt von morgen vorbereitet werden. Besonders spannend und hilfreich finde ich Julia Dibberns „Ausflug in die Geschichte“. Dort schreibt sie, dass wir uns gesellschaftlich immer noch in einer Art Umbruch befinden und sich dadurch die Erziehung unserer Kinder (zum Glück) ebenfalls verändert. Sehr wissenschaftlich fundiert beschreibt sie die Reise von einem sozialisierenden zu einem unterstützenden Umgang innerhalb unserer Familien. Kinder werden heutzutage von den meisten Eltern also nicht mehr ausgebildet, angepasst, sozialisiert und auf den sogenannten „rechten Weg“ gebracht, sondern beim Aufwachsen begleitet. Trotzdem sich unsere Gesellschaft verändert und sich die Eltern-Kind-Beziehungen ebenfalls wandeln, sind viele von uns oft noch verunsichert und fragen sich, ob nicht etwas mehr Strenge in der Erziehung angebracht wäre. Vor allem, wenn Eltern mit ihren Kindern sehr bewusst, liebevoll und auf Augenhöhe umgehen, die Kinder aber dann nicht so „funktionieren“, wie sie sich das wünschen würden. Wenn dann nicht auch noch die schrecklichen Blicke des Umfelds oder die hinreißenden Kommentare der älteren Verwandtschaft wäre… Mancher von uns fühlt sich dann gezwungen „durchzugreifen“. Und wir alle kennen es ja wahrscheinlich: unter Druck und in Stress greift man automatisch auf altbekannte Verhaltensmuster zu. Oft sind es dann diese, mit denen man selbst aufgewachsen ist. Julia Dibbern warnt aber regelrecht davor, in stressigen Situationen wieder in den sozialisierenden Modus aus unserer Kindheit zu verfallen, sondern trotz aller kleinen und größeren Hürden des Alltag, bei unserem bedürfnisorientierten Umgang miteinander zu bleiben. Ganz wunderbar passend finde ich da das Wortspiel REVOLUTION (in Revolution steckt rückwärts gelesen Love!) – Liebe ist eben der richtige Weg in einer sich so stark verändernden Welt. BEDÜRFNISORIENTIERT IST IMMER RICHTIG Bedürfnisorientiert ist also immer richtig. Julia Dibberns Blick in die Wissenschaft zeigt, dass unsere Kids überhaupt nicht immer schlimmer werden. Erst recht werden sie nicht zu Tyrannen, trotz des sehr bedürfnisorientierten Umgangs zu Hause! Wenn Menschen mit dem sozialisierenden (oder sozialisierten) Blick auf unsere kleinen Lieblingsmenschen schauen, dann finden sie vielleicht Attribute wie: faul, desinteressiert, egozentrisch, mediengesteuert oder orientierungslos. Sehen wir aber mal richtig hin, erkennen wir mutige und selbstbewusste Menschen, die sich auch mal trauen „Nein“ zu sagen. Und dabei sind sie trotzdem – oder gerade deshalb – ausgesprochen sozialkompetent. In unserer sich verändernden Welt brauchen wir kleine Helden. Die müssen wir nicht erziehen, sondern wir haben sie bereits. Wir müssen sie nur sehen. >>Sie sind schon stark. Sie sind schon gut. Sie sind genau das, was sie sein „sollen“<< Julia Dibbern Für mich ist die „Tyrannenlüge“ ganz wunderbar und sehr bereichernd für meinen Alltag. Es fokussierte mich mal wieder auf das Wesentliche und bestärkte mich darin, den bedürfnisorientierten Weg genauso weiterzugehen. Ein weiteres Must-Have im Bücherregal für Eltern, die ihrem Mini-Menschen-Kind auf Augenhöhe begegnen wollen und sich außerdem vielleicht gegen all‘ die Unkenrufe und Klagen aus dem Umfeld wappnen wollen. Alle wissenschaftlichen Fakten sind einfach erklärt und auf das Wesentliche beschränkt, so dass man den „Flow“ beim Lesen niemals verliert. Es ist dennoch kein Roman, den man mal eben so runterliest, sondern ein wunderbarer Ratgeber, aus dem man sich wichtige Stellen notiert und sie später noch einmal nachliest. Absolut genau mein Geschmack! Also, auf zum Buchhändler eures Vertrauens. Das Buch kostet 18,- €.

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„Niemals Gewalt“. Das ist das Schlagwort, das Julia Dibbern nicht müde wird, vorweg zu stellen, im Hintergrund zu bewahren und als Richtlinie ihrer Hinweise auf das Leben mit Kindern und die Erziehung der Kinder klarstellt. Nicht nur aus „irgendwie gefühligen“ Gründen heraus oder weil Gewalt idealistisch schon kein Mittel der Erziehung der Neuzeit sein sollte, sondern mit einer ebenso einsichtigen wie klaren Begründung aus der Welt heraus, in der jene Kinder aktuell Leben. Mit Herausforderungen, die Persönlichkeit, Standing, eine gewisse Resilienz und Standhaftigkeit, vor allem Kreativität, Mut und die Bereitschaft zu individuellen Wegen benötigt. Das einem Kind als „Grundausstattung“ mit auf den Weg zu geben dafür bietet Dibbern vielfache Hinweise und dafür macht sie den (lesenden) Eltern gehörig Mut. Mittels auch einer wohltuenden Form der positiven Verstärkung, denn in Dibberns Augen (und die belegt das an vielen Stellen), droht gar kein Grund zur “Erziehungspanik“ oder gar (titelgebend) der Sorge in Richtung „Tyrannen-Heranziehung“ durch alle jene, die momentan Eltern kleinerer bis heranwachsender Kinder sind. Und das, betont Dibbern, gerade angesichts einer scheinbar neu oder wieder sich entwickelnden Haltung, die nach mehr „Zucht und Ordnung“ in der Erziehung ruft. Wie vielleicht ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft an sich in Richtung einer „Gegenbewegung“ zu den liberalen und libertären Idealen in Deutschland in den letzten 50 Jahre sich spürbar bemerkbar macht und damit auch das reformierte und auf liberalen Werten nun beruhende Schul- und Erziehungssystem in den Fokus der Kritik versucht, zu rücken. Nicht aber einfach Schlagwort formuliert Dibbern dabei, sondern geht den Hintergründen (vermeintlich) „zu laschen Erziehung“ und der „schwierigen Kinder“ detailliert nach. Wie steht es mit den wirklichen Fakten im Blick auf „unstabile Familien und kaum Zeit für die Kinder“? Oder mit „Leistungsunwillen, Leistungsdruck und Leistungsunfähigkeit“ bei den Heranwachsenden? Mit der Rolle der Medien und den tatsächlichen Folgen des Medieneinflusses („kleben ja nur am Bildschirm") oder einem möglichen, vermeintlichen „Natur-Defizit-Syndrom“?. Und ebenso malt die Autorin nicht alles schlichtweg nur in rosaroten Optimismus-Farben. Durchaus werden Probleme angesprochen, wie „Grenzen“ gesetzt und eingehalten werden können, dass Grenzen auch Sinn machen, dass Elternsein natürlich auch bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Und das, durchaus, in einer informationsüberfluteten Welt und der allgemein hohen Bedeutung der social media und der Unterhaltungsindustrie „Selbst Wirksamkeit“ auch Voraussetzungen braucht. Dass nicht wenige Umgebungssituationen Stress verursachen. Dass aber auch basale Bedürfnisse wie schlichtweg Hunger (eine Hohe Zahl an Kindern lebt nicht in finanziell gesicherten Verhältnissen), Müdigkeit oder mangelnde Bewegung natürlich Herausforderungen an die gegenwärtige Elterngeneration und an die Kinder stellen. So ergibt sich bei der Lektüre ein differenziertes Bild, das im Gesamten aber überzeugend das alte Ideal Astrid Lindgrens bestens aufnimmt, überzeugend für dieses argumentiert und empirisch hinterlegt. Mitsamt der Motivation zum Mut, Kindern aktiv und zugewandt zur Seite zu stehen. Wie Astrid Lindgren sagte: „Gebt den Kindern Liebe, Liebe und nochmal Liebe“. Ohne dabei Gefahren und Herausforderungen der modernen Welt einfach zu ignorieren. Sondern gemeinsam mit den Kindern die Gegenwart zu gestalten und ihnen die Entwicklung jener individuellen Persönlichkeiten zu ermöglichen, mit denen die persönliche Zukunft dann gestaltet werden kann.

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Ich habe immer schon zu den Menschen gehört, die mit dem Satz »früher war alles besser« nichts anfangen konnte. Ganz einfach, weil nach meinem Empfinden und nach den Erzählungen der älteren Generation es einfach nicht besser war. Von daher kann ich den Grundtenor des Buchs »Die Tyrannlüge« zu hundert Prozent unterstreichen, auch wenn ich nicht in allen Aspekten der Autorin übereinstimme. »Die Jugend von heute« Als Vater von drei Kindern ist es mir persönlich noch nicht untergekommen, dass meine Jungs aus meinem Umfeld heraus als Tyrannen bezeichnet wurden. Was gleich zum ersten Aspekt des Buchs führt, nämlich der Begrifflichkeiten und wer eigentlich dafür verantwortlich ist, diese in die Welt zu setzen. »Die Jugend von heute« war immer schon problematisch und witzigerweise sind diejenigen, die aus ihrer Jugend von unangebrachten Vorwürfen sprechen, die gleichen, die selbige in die heutige Welt setzen. Julia Dibbern verwendet ein gutes Drittel in diesem Buch, um zu sensibilisieren, woher die Unkenrufe den Kindern gegenüber überhaupt herkommen und untermauert diese Aussagen mit zahlreichen Zitaten und Studien. +++ kein Erziehungsratgeber +++ Das Buch möchte kein Erziehungsratgeber im kleinen sein, sondern versucht eher übergeordnet das Grundverständnis gegenüber Kindern (und Jugendlichen) zu vermitteln. Es geht nicht darum, wie Eltern Kindern dazu bringen können, abends ins Bett zu gehen, sondern um das Verstehen der Bedürfnisse – und zwar von beiden Parteien, Eltern wie Kindern. Hin und wieder mag die Betrachtung auf eine Situation etwas zu einseitig sein, manches Beispiel vielleicht nicht zu hundert Prozent korrekt, aber die Botschaft des Buchs ist eindeutig. Auch wenn aus dem eigenen Umfeld heraus Kinder nicht per se negativ betrachtet werden, mag der ein oder andere Leser in diesem Buch sehr viele Wahrheiten entdecken. +++ Fazit +++ Dieses kleine Buch regt an, sich Gedanken über die Eltern-Kind-Beziehung zu machen und wie Kinder von der Gesellschaft gesehen werden sollten (oder im Grunde genommen müssten). Dabei richtet sich das Buch eigentlich gar nicht an Eltern, weil sie schon längst wissen, was sie an ihren Kindern haben, sondern vielmehr an jene, die laut polternd schlecht über Kinder, Eltern und Familien schimpfen. Nur fürchte ich, dass genau jene mit diesem Buch nicht erreicht werden. Schade! Auch glaube ich, dass sich die Familienlandschaft innerhalb Deutschlands innerhalb der letzten Jahre verändert hat und sehr viele Familien sich für eine positive Entwicklung verantwortlich zeichnen (auch wenn die Politik dagegenzusteuern scheint). Dieses Buch unterstreicht und unterstützt diese Familien ebenso wie all jene, die sich auf dem Weg dorthin befinden.

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