Leserstimmen zu
Frauen dürfen hier nicht träumen

Rana Ahmad, Sarah Borufka

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Titel: Frauen dürfen hier nicht Träumen Autor: Rana Ahmad Verlag: btb ISBN :978-3-442-75748-0 Seiten: 317 Inhalt: Flirrende Hitze, in der Sonne glitzernde Wolkenkratzer: Saudi-Arabien ist eines der reichsten Länder der Welt. Beherrscht von Scharia und der Religionspolizei. Als Zehnjährige muss Rana sich zum ersten Mal verschleiern. Sie soll die Sonne auf der Haut nicht mehr spüren, darf ohne männliche Begleitung nicht mehr auf die Straße. Rana fehlt die Luft zum Atmen, sie beginnt zu zweifeln: an Gott. Darauf steht in Saudi-Arabien die Todesstrafe. Auch deshalb beschließt sie auszubrechen. Meine Meinung: Ein unglaublich fesselndes und erschreckendes Buch. Man hört immer von den Dingen die passieren, doch so richtig weiß man nicht was dort passiert. Es war so unglaublich Interessant und gleichzeitig so abschreckend, dass ich dieses Buch nicht mehr weglegen wollte. Es hat mich auf eine ganz furchtbare Art fasziniert. Es ist nicht sonderlich Emotional wie ich finde, es ist wirklich eher ein Buch voll mit Informationen die in einen Roman gesteckt wurden. Rana Ahmad schreibt ja über sich selber, diese dinge die passieren sind also wirklich so geschen. Das ist unglaublich erschreckend und lässt einem an der Menschheit zweifeln . Ich Liebe Bücher die andere Kultueren beschreiben, es interessiert mich wie andere Menschen leben. Bei diesem Buch hatte ich ganz oft den Gedanken , wie froh ich für mein Leben sein kann und wieso man trotzdem noch unzufrieden ist . Wie hoch unsere Asprüche sind und dabei Leben wir in einem zivilisierten Land, indem wir Frauen gleichberechtigt sind und Frei sein dürfen. Ja, dieses Buch hat mich viel zum Nachdenken gebracht über mein Leben und darüber, wie wir unsere Augen verschließen können. Was eine Religion in einem Land wo es keine Religionsfreiheit wie bei uns gibt, mit dem Menschen anrichten kann. Was aus Menschen werden kann, die doch auch Kinder waren. Wie schnell man ein kleines Kind manipulieren kann und auch innerlich kaputt machen kann. Es sind erschreckende Umstände in diesem Buch aufgeführt Ich weiß, ich werde niemals die Welt umdrehen können, aber genau das waren meine Gedanken beim lesen. Eine so faszinierender Glaube, der allerdings zwei Seiten hat, einmal den wirklich interessanten Teil und den erschreckenden. Ich weiß auch, das der Glaube auch andere praktiziert wird, zum Glück. Ich schreibe hier wieder total drumrum, also zurück zum Buch. Rana ist eine unglaubliche Persönlichkeit, die schon als Kind das Gefühl hatte, nicht unterdrückt werden zu wollen. Der Weg durch ihr Leben ist einfach unglaublich ,was ein Mensch alleine alles aushalten kann. Das Buch wird Teil in der Gegebwart und dann wieder in der Vergangenheit geschrieben und teilweise springt sie auch von der Vergangenheit weiter in die Vergangenheit. Manchal ist sie auch schon mitte zwanzig und springt wieder zurück zu 19 und dann zum alter 13. Es ist also ein wenig unstrukturiert, was dieses Buch aber besonders macht. Es ist also würde eine Person ihr Leben schildern und während sie erzählt fällt ihr auf einmal etwas ein, was weiter zurückt liegt. Es macht es irgendwie authentischer . Es war auch unglaublich faszinierend wie streng die Kleiderordnung ist, oder das Frauen ohne eine männliche person aus der Familie nicht das Haus verlassen dürfen. Ich habe ständig überlegt wie es wäre, wenn solche sitten in Deutschland herrschen würden, Könnte ich so leben ? Ich glaube nicht. Was meint ihr, könntet ihr so Leben ? Bewertung: Klare Kaufempfehlung ! 5/5

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Rana Ahmad zeigt durch ihr Buch, wie kostbar Freiheit ist und wie süß sie schmeckt, wenn man dafür alles zurücklassen musste, was einem lieb und kostbar war. Sie hat alles, was sie hatte auf eine Karte gesetzt und ein selbstbestimmtes Leben gewonnen. Doch dafür bezahlt sie jeden Tag seit ihrer Flucht. Bis heute! Eine mutige Frau, die ein Pseudonym benutzt, um ein bisschen von sich abzulenken. Sie hat immer noch große Angst, dass ihr ältester Bruder sie für die Schande töten (lassen) wird, die sie der Familie durch ihre Flucht und ihr öffentliches Bekenntnis Atheistin zu sein, zugefügt hat. Rana Ahmad ist für manch einen Menschen die Hoffnung und der Beweis, dass es gelingen kann, sein Leben in die Hand zu nehmen und selbst darüber zu bestimmen. Wir begleiten Rana gedanklich zurück nach Saudi-Arabien, als sie noch ein kleines 10-jähriges Mädchen war und ihr Vater ihr den Traum eines Fahrrads erfüllt hat. Doch fahren durfte sie es nur in den Ferien in Syrien, woher ihre Eltern stammen. Denn in Saudi-Arabien ist auch das Fahrradfahren für Mädchen und Frauen verboten. Eine kurze Zeit darf sie damit glücklich sein, den Fahrtwind in den Haaren genießen während sie Besorgungen für die Großmutter erledigt. Diese Freude währte nur kurz, denn dann kam der erste, große Einschnitt in ihrem Leben. Ihr Großvater entschied, dass sie nun alt genug war für das Kopftuch und sie sich ab jetzt züchtig zu verhalten hat. Fahrradfahren gehörte nicht dazu. Von nun an galt es aus ihr so eine Frau zu machen, die die Aufmerksamkeit gläubiger Familien auf sich zog und sie für eine Heirat in Frage käme. Das war das nächste und bisweilen einzige Ziel in naher und ferner Zukunft. Einzig Ranas Vater wünscht sich, dass Rana auch nach der Hochzeit ein Studium macht und sich weiterbildet. Hin und wieder legte ich sprachlos und mit Tränen in den Augen das Buch zur Seite. Ich konnte nicht fassen, zu was Familienmitglieder, insbesondere Mütter, die einen lieben und (be)schützen sollten, fähig waren. Ranas Leben liest sich bis zur Flucht als ein wahrgewordener Albtraum, der in einer Endlosschleife feststeckt. Wenn nichts mehr bleibt, gibt es heutzutage noch das Internet, in das sich auch die Autorin geflüchtet hat und das letztendlich ihre Rettung war. Durch viele Menschen, die sie dort kennengelernte, die ihr bei ihrer Flucht letztendlich ein Netzwerk von Hilfe waren, schaffte sie es aus Saudi-Arabien raus in die Türkei und über Griechenland nach Deutschland. Auch sie wagte die gefährliche Flucht mit dem Boot und dann weiter über die Balkanroute. Und auch hier hatte sie wieder Glück, da diese, als sie floh, noch nicht geschlossen war. Rana Ahmad bestätigt in ihrem Buch all die bisher erzählten Erlebnisse von Menschen, die auf diesem Wege nach Europa gelangten. Es ist schrecklich zu lesen, was sie alle erleben mussten. Und wieder lohnt es sich darüber nachzudenken, wie schlimm das Leben dieser Menschen vor der Flucht war, damit sie, um zu überleben, ihr Leben aufs Spiel gesetzt hatten. Es war furchtbar diese Leidensgeschichte einer Frau zu lesen, die das große Pech hatte in einem Land zur Welt gekommen zu sein, in dem eine Frau nichts wert ist, keine Rechte, keine Stimme und kein Leben hat. Ranas Glück war ihr Syrischer Pass. Doch was ist mit all den Ranas, die mit ihrem Saudi-Arabischen Pass kein Flugzeug ohne männliche Begleitung betreten können? Lasst uns diese Frauen nicht vergessen! Lasst uns helfen, wo und wie wir können, damit ein Selbstmord nicht der einzige Weg aus dieser Hölle ist. Fazit: Die berührende Lebensgeschichte einer jungen Frau, die bis Anfang 30 bereits so viel Schreckliches erlebt hatte, das wir uns in einem ganzen Leben nicht vorstellen können. Es ist eine berührende, mutige und sehr persönliche Geschichte, die sehr an meinem Herzen gerührt hat. Ich wünsche Rana Ahmad alles Glück der Welt. Sie soll in Zukunft immer des eigenen Glückes Schmied sein! Möge sie nie den Geschmack der selbsterlangten Freiheit vergessen und Vorbild für viele betroffene Frauen sein. Ich drücke ihr die Daumen für ihr Physikstudium, damit sie sich auch diesen lang gehegten Traum irgendwann erfüllen kann.

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Meinungsfreiheit und Frauenrechte sind heutzutage für viele von uns etwas selbstverständliches, wie die Luft, die wir atmen. Rana Ahmad zeigt in ihrer unter die Haupt gehenden Autobiographie, dass das doch nicht so selbstverständlich sein muss wie wir alle denken. Rana Ahmad, eine junge und vor allem mutige Syrierin, die in einer streng gläubigen muslimischen Familie in Riad in Saudi Arabien aufwächst, erzählt ihre Lebensgeschichte, angefangen mit den schönen Erlebnissen in ihrer Kindheit, bis hin zu ihrer Flucht nach Deutschland als Atheistin. Sie erzählt die dramatischen Erlebnisse und biografischen Einbrüche ihrer Lebensgeschichte auf eine lebendige und gefühlvolle Weise. Dabei geht sie besonders darauf ein, wie sie von der totalen Kontrolle und von einer von Männern dominierten Gesellschaft geistich und seelisch befreit hat.Rana Ahmad beschreibt in ihrem Buch auf eine fesselnde und atemberaubende Art, wie das Leben einer Frau in islamischen Ländern aussieht, welches Verhalten, welche Einstellung und Rolle verlangt wird und das es nahezu unmöglich ist, sich aus diesem Gefängnis zu befreien. Sie beschreibt mit einer sehr persönlichen Note, wie die Frauen von Männern behandelt werden und welche Konsequenzen diese befürchten müssen für jedes Fehlverhalten - Kelinigkeiten die uns selbstverständlich vorkommen- so dass der Leser das Gefühl bekommt, noch nie so hautnah davon gelesen zu haben. Dieser Einblick in die weibliche Rolle in den islamischen Ländern ist den meisten Europäern fremd und somit noch erschütterter. Vor allem die Seiten auf denen Rana Ahmad von ihrem letzten Tag in Riad und von ihrer Flucht erzählt gehen einem unter die Haut. Die minuziösen Schilderungen der Autorin bringen einem die Gedanken und Gefühle der Autorin nahe, ihre Hoffnungen und Ängste. Wie schwer ist es geliebte Menschen zu verlassen - auch wenn man weiß, dass es einem nicht gut tut - und sich auf den gefährlichen Weg ins Ungewisse zu machen, in ein neues Land, wo man niemanden kennt und niemanden hat. Selten begegnet man einem Buch, dass einem so unter die Haut geht und sprachlos hinterlässt. Eine wirklich berührende Lebensgeschichte einer mutigen und vor allem starken Frau, die uns allen zeigen sollte wie gut es Frauen und Mädchen in Europa haben und uns dazu inspirieren sollte für unser Wohlergehen und unsere Träume zu kämpfen.

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"Wie kann es sein, dass es für sie so selbstverständlich ist, frei zu sein, während es mir erscheint, als sei es das Größte und Ungeheuerlichste, das man sich vorstellen kann?" (Seite 217) Ich muss zugeben, dass ich eher vorsichtig bei Tatsachenberichten über Frauen aus islamischen Ländern bin, denn allzu schnell fühle ich mich an Negativbeispiele wie ‚Nicht ohne meine Tochter‘ erinnert, die allerlei Schubladen bedienen, Vorurteile eher verstärken als Aufklärung zu bieten, Ablehnung und Unwissen erhöhen statt Verständnis und Wissen zu vermitteln und Halbwissen zu eliminieren. ‚Frauen dürfen hier nicht träumen‘ hätte ich aufgrund des Titels wohl eher nicht in die Hand genommen. Ich habe es einzig und allein deshalb getan, weil Richard Dawkins, den ich sehr schätze, auf dem Einband zitiert wird. Und ich dachte: ‚Was Dawkins lesenswert findet, muss inhaltlich gut und wichtig sein.‘. Mit dieser Einschätzung lag ich goldrichtig, denn ‚Frauen dürfen hier nicht träumen‘ ist ein komplexes, ein ausgezeichnet geschriebenes und ein sehr bewegendes Buch, das ich jedem empfehle, der Einblicke in das Leben einer Frau in Saudi-Arabien erhalten möchte, und jedem ans Herz lege, der der Meinung ist, aus so einem Land müsse man nicht fliehen. Rana Ahmad erzählt in ‚Frauen dürfen hier nicht träumen‘ ihre eigene Lebensgeschichte, die uns ins Saudi-Arabien der 1980er und 1990er Jahre führt, als sie eine Kindheit zwischen Syrien (woher ihre Eltern stammen) und Saudi-Arabien (wo sich die Familie schließlich niedergelassen hat) führt. Die Autorin lässt den Leser teilhaben an ihrer ersten Verschleierung im Alter von zehn Jahren, womit ihre Kindheit plötzlich endet. Sie berichtet auf einfühlsame Weise von ihrem Wunsch nach Freiheit, der immer wieder im Keim erstickt wird, von ihrer Jugend und dem jungen Erwachsenenalter im 21. Jahrhundert. Ahmad erzählt von Geschlechtertrennung und sexuellen Übergriffen, von ihrer Hochzeit und dem Scheitern ihrer Ehe, von der Pilgerfahrt nach Mekka und ihrem Weg in den Atheismus und schließlich von ihrer Flucht aus Saudi-Arabien und ihrem Bemühen, sich ein neues Leben in Europa aufzubauen, wo sie ihre Wünsche erfüllen kann, wo sie denken und fühlen darf, was sie möchte und nicht, was die Gesellschaft von ihr verlangt. Ahmad erzählt ihre Geschichte auf lebendige und gefühlvolle Weise, aber ohne Pathos. Sie zeigt, wie das Leben einer Frau im wahhabitischen Islam aussieht, welches Verhalten, welche Rolle von ihr verlangt wird und dass es nahezu unmöglich ist, sich aus diesem Gefängnis zu befreien. Freilich weiß man, wenn man sich schon etwas mit Saudi-Arabien und dem Wahhabismus beschäftigt hat, wie Frauen in dieser rigiden Spielart des Islam leben und behandelt werden, aber Ahmad gibt dem Ganzen so eine persönliche Note, dass man das Gefühl bekommt, noch nie so hautnah davon gelesen zu haben. Vor allem die Seiten, auf denen Ahmad von ihrem letzten Tag in Riad und von ihrer Flucht erzählt, haben mich extrem berührt, denn durch die minuziösen Schilderungen hat sie mir all das nahebringen können, was sie in diesen Momenten gedacht, gefühlt, erlebt und gehofft hat. Ich wünsche Ahmad, die nun in Deutschland lebt, sich für die Unterstützung von Atheisten in restriktiven Ländern einsetzt und im Rahmen ihres Physikstudiums bald ein Praktikum am CERN antreten wird, von Herzen alles Gute für ihre Zukunft und ihr Leben in Freiheit. Rana Ahmad: Frauen dürfen hier nicht träumen. btb, 2018, 316 Seiten; 16 Euro.

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Ungeheuerlich

Von: Sarah

03.03.2018

Es war daher spannend für mich Ranas Biographie zu lesen, was ihr alles widerfahren ist. Für mich als europäische Frau unvorstellbar, wie mit Frauen und auch mit der Religion in Saudi-Arabien umgegangen wird. Wie schwer es für die eine Hälfte der Gesellschaft ist, die ständig unterdrückt wird. Die Mädchen bekommen die Werte von der Mutter früh eingetrichtert. Die Mütter behandeln ihre "besonderen" Söhne auch ganz anders als ihre Töchter. Ranas Mutter war zum Beispiel sehr viel strenger zu ihr, wenn es um die Einhaltung der religiöse Gesetze ging, ihren Söhnen hingegen, hat sie alles erlaubt. Was für grauenhaften Sachen Rana und ihren Freundinnen so wie ihren weiblichen Familienangehörigen passieret sind und anscheinend alltäglich in diesem Land sind, ist ungeheuerlich. Wie sehr ihre alltäglichen Leben benachteiligt sind, nur weil sie das "schwächere" Geschlecht sind, ist unglaublich. Wenn ihr euch ein eigenes Bild machen wollt, wie es ist als Frau in Saudi-Arabien zu leben, kann ich euch das Buch nur ans Herz legen. Mich hat es sehr schockiert und nachdenklich zurück gelassen.

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"Ich fühle mich, als sei ich endlich aufgewacht, und seitdem bin ich auch ganz buchstäblich wach." Klappentext: "Ich verließ meine Familie und meine Heimat, weil ich nicht mehr an Gott glaube, aber an ein Leben als selbstbestimmte Frau." (Rana Ahmad) Flirrende Hitze, in der Sonne glitzernde Wolkenkratzer: Saudi-Arabien ist eines der reichsten Länder der Welt. Beherrscht von Scharia und der Religionspolizei. Als Zehnjährige muss Rana sich zum ersten Mal verschleiern. Sie soll die Sonne auf der Haut nicht mehr spüren, darf ohne männliche Begleitung nicht mehr auf die Straße. Rana fehlt die Luft zum Atmen, sie beginnt zu zweifeln: an Gott. Darauf steht in Saudi-Arabien die Todesstrafe. Auch deshalb beschließt sie auszubrechen. Erster Satz: Als ich über die Straße gehe, höre ich Vögel singen, sonst ist es ganz still, mitten in Köln. Meinung: Ich fange gefühlt zum zehnten Mal mit dieser Rezension an, weil es mir schwer fällt, die richtigen Worte zu finden... auch wenn man schon vieles über verschleierte Frauen und ihre Schicksale in Saudi-Arabien oder Syrien und deren Fluchtversuche gelesen, gehört und in Reportagen gesehen hat, ist es noch einmal etwas ganz Anderes, ein solches Schicksal nachzulesen. Das Buch handelt von Rana, einer syrischen Frau, die in Saudi-Arabien groß geworden ist. Sie erzählt aus ihrem Leben: ihr Leidensweg von klein an bis zur erwachsenen Frau, ihre Flucht, ihr Neuanfang. Ein Buch, das ich zwischendurch ab und zu beiseite legen musste, weil die Ereignisse so heftig waren und mich schockiert haben. Viele Dinge habe ich geahnt und trotzdem haben sie mich eiskalt erwischt. Es ist für mich unbegreiflich, dass Menschen so sein können... die eigene Familie... alles für die Ehre. Ihre Gedanken, ihre Ängste und ihre Wünsche sind sehr emotional, sie beweist unendlich viel Stärke und Mut. Wo viele andere Frauen aufgegeben hätten, hat sie weitergekämpft. Ein Kampf zwischen tiefster Hoffnung und bitterer Verzweiflung. So gut beschrieben, dass es unter die Haut geht. Eine sehr starke, wortgewaltige Biografie, die ich so schnell nicht vergessen werde. Fazit: Die mutige Geschichte einer syrischen Frau, die aus ihrem alten Leben ausbricht, um ein neues zu finden. Ein Aufruf, nicht die Augen davor zu verschließen.

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Rana wächst in der Hauptstadt Saudi-Arabiens auf und erfährt schon früh, wie wichtig es dort ist, fromm und religiös zu sein. Ihr ganzes Leben wird vom Islam, dessen Regeln und Vorstellungen bestimmt. Im Alter von 10 Jahren muss sie sich zum ersten Mal verschleiern, bis sie schließlich mit 14 Jahren nur noch komplett verschleiert aus dem Haus gehen darf. Rana darf auch nicht ohne ihren Bruder oder ihren Vater das Haus verlassen, sie darf kein Fahrrad oder Auto fahren und der Kontakt zu Männern, die nicht zu ihrer Familie gehören, ist ihr streng verboten. Ranas Familie stammt ursprünglich aus Syrien. Jedes Jahr verbringt die Familie ihren Sommer in der Nähe von Damaskus bei den Großeltern und den anderen Familienmitgliedern. Dort muss Rana erfahren, welche Stellung Frauen in diesem System einnehmen und wie hilflos und aussichtslos die Situation für Frauen in dieser Gesellschaft ist. Rana wird von ihren Onkeln so behandelt, wie man es in Deutschland nur aus Schreckensgeschichten kennt – in Syrien und Saudi-Arabien ist es Alltag. Rana beginnt, an Gott und der Religion zu zweifeln, da er ihr bei ihren dunkelsten Erlebnissen nicht beisteht und recherchiert immer mehr über Atheismus. Wer sich in Saudi-Arabien von Gott abwendet, wird mit dem Tode bestraft, weshalb Rana in ständiger Angst lebt, sie wird von ihrem Bruder entlarvt. Doch ihre Neugierde ist größer als ihre Angst. Als Rana beschließt zu fliehen, war dieser Beschluss eine Konsequenz aus dem Verhalten ihrer Familie gegenüber ihr. Sie kann sich schließlich so kleiden, wie sie möchte, alleine ausgehen und auch sagen, was ihr in den Sinn kommt, ohne bestraft zu werden. Für manche von uns, für mich ganz besonders, ist es befremdlich, dass eine Person nicht sagen darf, welche Meinung sie vertritt oder sich nicht so kleiden darf, wie es ihr gefällt. Deshalb war es für mich umso schockierender zu erfahren, wie das Leben als Frau in einem von der Religion beherrschten Land wie Saudi-Arabien wirklich ist. Rana erzählt nicht nur von ihrem eigenen Schicksal, sondern auch von anderen Frauen, Cousinen, Schwägerinnen, Tanten, Freundinnen. Kaum eine Geschichte hat ein glückliches Ende für die Frau, die Macht der Männer über Frauen siegt. Rana Ahmad bring viele Faktoren ihres Lebens zusammen, die mich allesamt sehr schockiert haben. Sie erzählt von ihrem Leben in Saudi-Arabien, ihrer Flucht nach Istanbul, dem Weg von Istanbul nach Deutschland und auch die Zeit nach ihrer Flucht. Man leidet mit Rana, oft sind mir die Tränen gekommen, weil es mir das Herz gebrochen hat, was ihr widerfahren ist. Rana Ahmad ist eine unfassbar mutige Frau mit sehr viel Kampfgeist. Sie ist eine Inspiration und ein Vorbild für viele junge Mädchen, die sich in ihrer Umgebung gefangen und unterdrückt fühlen. Ihre Geschichte ist sehr eindrucksvoll und berührend. Ich wünsche Rana Ahmad, die heute in Deutschland wohnt, für ihr weiteres Leben nur das Beste.

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