Leserstimmen zu
Industrial Living

Sophie Bush

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Hardcover
€ 49,95 [D] inkl. MwSt. | € 51,40 [A] | CHF 68,00* (* empf. VK-Preis)

Normalerweise findet ihr bei mir hauptsächlich Buchbesprechungen zu Krimis, Thrillern und anderen Romanen. Doch dieser Bildband vom DVA Verlag hat es mir stark angetan - und ich erzähle euch auch warum. In "Industrial Living" nimmt uns Sophie Bush mit auf eine Reise in die Designwelt. Ziel dabei ist es, alte Industriegebäude ausfindig zu machen, die nun in einem neuen Glanz erstrahlen. Bewusst werden dabei nur die Wohnungen ausgesucht, die auch tatsächlich vorher als Industrie-/Fabrikgebäude dienten. So werden wir eindrucksvoll rund um den Kontinent geführt. Designs in Europa, Asien oder den Vereinigten Staaten zeigen auf, wie schade es wäre, die geschichtsträchtigen Gebäude verfallen zu lassen oder gar abzureißen. Dass der Charme einer ehemaligen Gerberei oder eines geschlossenen Getreidespeichers nicht immer oben auf liegt, ist für die meisten ArchitektInnen kein Problem. Mit vielen Kommentaren der ArchitektInnen und WohnungseignerInnen dürfen wir ganz offiziell in fremde 4 Wände blicken. Und ich sage dir: Diese Raumkonzepte bringen dich definitiv zum Staunen. Denn die wesentlichen Charakteristika der Gebäude (z.B. hohe Decken, großzügig geschnittene Räume oder alte Stahlträger) wurden in allen Fällen beibehalten. Umso beeindruckender ist es, wie aus diesen verlassenen Bauwerken schicke Lofts oder Familienwohnungen entstanden sind. Dass es nicht jedermanns Geschmack ist, eine Backsteinwand im Wohnzimmer oder den Blick nach draußen durch eine komplett verglaste Front zu haben, ist offenkundig. Auch, dass die dargestellten Projekte freilich nichts für den kleinen Geldbeutel sind, wird schnell klar. Dennoch inspiriert das Interieur dazu, auch die eigenen Wände umzugestalten. Wenn du also über ein neues Projekt nachdenkst, das designtechnisch mal etwas anderes, moderneres sein soll, findest du in diesem Bildband in jedem Fall tolle Anregungen mit Licht und Materialien zu arbeiten. Interessant ist übrigens auch das Inhaltsverzeichnis. Natürlich brauchen auch Bildbände einen roten Faden - und dieser läuft hier nicht entlang der geografischen Reise, wie man vielleicht anfangs vermuten würden. Stattdessen sind die Fotos der Industriegebäude gegliedert nach den architektonischen Charakteristika und dekorativen Details. So bringt uns der Aufbau von Balken und Trägern, über Außenfenster hin zu Stahltrommeln als Dekoelemente. Natürlich gibt es zu jedem Kapitel dann auch ein paar einführende Sätze, warum gerade diese Elemente von solcher Bedeutung sind für dieses außergewöhnliche Wohnen. Mir persönlich hätten ein paar Vorher-Nachher-Fotos noch gut gefallen: In diesem Bildband sehen wir nämlich ausschließlich fertige Wohnlandschaften. Doch noch beeindruckender wäre es gewesen, hätten wir als LeserInnen die Möglichkeit gehabt, die unfertigen Rohbauten zu sehen, aus denen die Wohnträume geschaffen wurden. Zugegeben, mit einem Preis von 49,95€ ist dieses Buch kein Schnäppchen. Doch die Qualität und der Inhalt sind dieses Geld wert. Vor allem wenn man sich für Innendesign oder Architektur interessiert. Bildbände sind nun mal grundsätzlich etwas hochpreisiger als andere Literatur.

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Der DVA-Verlag ist für seine eindrucksvollen Bildbände bekannt. Als ich -gerade mitten im Hauskauf – dieses beeindruckende Exemplar in der Vorschau entdeckte, war es sofort um mich geschehen. „Wow!“, dachte ich. was für tolle Wohnungen, oder besser gesagt Hallen. Denn Sophie Bush nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch verschiedenste Lagerhallen und ehemalige Produktionsstätten. Das sogenannte Loft war in den 80er und 90er Jahren vor allem bei Künstlern und Kreativen sehr beliebt. Dieses aus der Not geborene Konzept fand zunehmend auch bei Otto-Normal-Wohnungssuchenden Zuspruch. Sophie Bush rückt die Rohheit dieser Wohnhallen in ein anderes Licht und zeigt, dass es sich auch in solchen Ausmaßen gemütlich wohnen lässt – immer vorausgesetzt, man besitzt das entsprechende Kleingeld. Die abgebildeten Designermöbel reichen von ausgefallen, schlicht, über innovativ bis futuristisch. Ist dieser Bildband also nur Leuten mit entsprechend prallen Taschen zu empfehlen? Nein, denn wie so viele ähnliche Bildbände, lädt auch dieser vor allem dazu ein, sich inspirieren zu lassen.

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Neues Wohnen im Vintage Style Kein Roman, keine Lyrik: Diesmal dreht es sich um unsere Wohnkultur beziehungsweise, die von einigen privilegierteren Mitmenschen. Neugierig war ich alleine schon deswegen weil ich in jungen Jahren gerne Innenarchitektin geworden wäre... ...einige Möbel habe ich zwischendurch auf jedem Fall entworfen, die von verschiedenen Schreinereien tatsächlich umgesetzt worden waren. Ein spezielles Bücherregal hatte beispielsweise mein Mann für sein Zimmer gebraucht. Industrial Living Die Autorin. Sophie Bush ist bekannt als die Herausgeberin von Warehouse Home (was inzwischen in über 60 Ländern der Welt erhältlich ist), einem Printmagazin und einer Onlineplattform, die sich dem Thema "Wohnen in Industriebauten" in allen Facetten widmen. Ansonsten konnte ich leider nichts weiteres über die Autorin, Sophie Bush in Erfahrung bringen. Und so heißt auch das Buch im Original Warehouse Home. Und hier - das Warehouse im Internet parallel zum Buch. Allgemein. Auf Deutsch erschien das Buch im Oktober 2017 und es lag eine Weile unbeachtet bei mir herum. Die Feiertage gaben Zeit mich diesem schweren Lesewerk zu widmen. Anstoß zum Buch war, dass die Autorin im Jahr 2011 selbst gemeinsam mit ihrem Mann ein umgebautes Lagerhaus in London gekauft hatte. Dessen Neugestaltung im Vintage Style unter Berücksichtigung der zeitgemäßen Industrieästhetik damals zu Beginn ihrer Recherchen im Vordergrund stand und sie zu den interessantesten und kreativsten Umbauprojekten alter Industriegebäude weltweit führte, wie etliche Beispiele - etwa ein ehemaliges Kaviarlager, eine Spielzeugfabrik oder eine Getreidemühle es im Buch belegen! Das Buch. Dabei führt Sophie Bush Interessierte durch ungeahnte Wohnstätten. Was sofort besticht, sind die fantastisch gut fotografiert Szenen der einzelnen Hallen, die äußerst nah und lebendig erfolgreich ins Licht gerückt sind. Maßgefertigte Möbel vermitteln akzentuiert die jeweils vorgesehene Atmosphäre, die der Eigentümer dafür bestimmend festlegt. Freilich ein Normalverdiener kann sich ein derartiges Loft kaum leisten. Trotzdem ist es in meinem Dafürhalten kurzweilig, inspirierend im Buch zu blättern und den einen oder anderen Tipp zur Gestaltung der eigenen vier Wände mitzunehmen. Wir haben uns immer ein riesiges Studio, so groß wie eine Halle gewünscht: Einen leeren Raum in dem wir Hunderte von Büchern auf den Boden legen können. So gesehen ein eher magerer Grund für das Leben in einer früheren Fabrikhalle. - So spannend wie das Buch auch ist, ganz billig ist's natürlich nicht - Nein, ich habe selbst schon von solchen Hallen geträumt, zumal hier in Augsburg und Umgebung einige wundervolle Gebäude prädestiniert dafür wären. Ich gebe 6 von 7 Lesezeichen!

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Die Zeit des Lebens in „Lofts“ ist in den letzten Jahren zwar nicht „aus der Mode“ gekommen wohl aber nicht mehr in dem Maße „in“, wie es ab Mitte der 80er Jahre bis Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts gewesen ist. Wie so vieles „aus der Not geboren“ (gerade in Städten wie London, New York oder auch Paris war damals und ist heute der Immobilienpreis so exorbitant hoch, dass es für weniger vermögende, oft kreativ arbeitende Menschen, eine sich anbietende Lösung war, auf nicht mehr genutzte Industrieflächen zum Wohnen hin auszuweichen). So wie in der ehemaligen weltgrößten Fabrik für „Hundefutter“ in London, in der als erstes Großprojekt seiner Art 150 Wohnungen als kombinierte Wohn-Arbeitsflächen entstanden sind. Und von da an einen „Siegeszug des Wohnens“ weltweit einläuteten. Und auch das sollte klar sein beim Betrachten dieses Buches (angefangen von einem eigenes designten und hergestellten Toilettensitz und bei Küchen- und Badelementen noch lange nicht aufhörend), die faszinierenden, im wahrsten Sinne des Wortes „Wohnlandschaften“, die Sophie Busch im Buch fotografisch bestens ins Licht rückt und mit eingängigen, erläuternden Texten versieht, sind in dieser Form für „Normalverdiener“ schlichtweg nicht zu bezahlen. Dennoch aber, das Buch bietet weit mehr als einen Einblick in eine modische, „reiche“ Wohnform. In Farbgebung, individueller Gestaltung, in Raumnutzung, Raumaufteilung durch einfache, aber edel und geschickte Mittel, im Blick auf das Mobiliar bis hin zur kreativen und eleganten Form der Beleuchtungen bietet das Werk vielfältige Hinweise und Eindrücke, wie vielleicht auch mit einem weniger großen Budget ausdrucksstarke Einrichtungen dem einzelnen möglich wären. Wobei, das verbleibt als Wehrmutstropfen, es bedarf in den meisten der dargestellten Beispiele vor allem eines, und das ist mit am Teuersten in der heutigen Zeit: Platz. Ob Stützen, Balken und Träger, Holz und Stahl, offenes Backsteinmauerwerk oder Betonwände und -böden, ob individuell gestaltete Decken in Verbindung mit Fabrikwänden und Fabriktüren (von denen manche eher den Umfang von Toren einnehmen), ob leicht mit „Farbtupfern“ versehene, eher monochrome Wohnbereiche in Stahl, Ziegel, Beton oder Metall eingerahmt werden, das benötigt, um zu wirken und in vielen Fällen um überhaupt umgesetzt zu werden, viel Platz. Auch wenn so manches „stille Örtchen“ sich auf ein paar wenigen Quadratmetern bereits bestens zur Wirkung bringen kann. All dies Großformatige, was das Wohnen im Sinne der Räume angeht, kulminiert am Ende des Werkes in di einzelnen Möbel und deren Design. Ob mit verzinkten Rohren oder alten Spinden gearbeitet wird, ob alte Zollstöcke und Lineale oder gar Betonhohlblocksteine zum Einsatz kommen, oder ob „Industrie-Leinen“ als Stoff in vielfacher Weise Sitzmöbel, Lampen und Hocker überzieht, hier wird es für jeden Leser interessant, der dem „Vintage“ etwas abgewinnen kann. Denn Material für solche Möbel, Leuchten, und Accessoires wären, bei genügend Geduld, durchaus auch für einen kleinen Preis zu finden. Alles in allem ein hervorragender Eindruck in die Praxis des „Vintage“, mitsamt der Vorstellung herausragender Designer und eindrucksvoll individuell gestalteten Wohnraums. Jederzeit eine ausführlich Betrachtung wert.

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