Leserstimmen zu
Im Dunkel der Angst

Lori Rader-Day

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Magisch vom Cover angezogen, dass so ruhig, aber auch zeitgleich so unheilvoll wirkt, musste ich „Im Dunkel der Angst“ definitiv haben. Und kaum beginnt man mit den ersten Seiten, landet man direkt inmitten von Anna Winger‘s geheimnisvollen Leben, die eine undurchdringbare Aura umgeben zu scheint, zumindest vorerst. Seite für Seite, Stück für Stück kommt man ihr, aber vor allem ihrem Geheimnis immer näher. Natürlich bekommt man durch das erste Kapitel und auch schon den Klappentext einen Einblick in das was einen erwartet, aber es ist doch anders als ich es mir gedacht hatte und insgesamt bietet es inhaltlich mehr als das. So war für mich das Highlight der Geschichte definitiv die Arbeit der Protagonistin als Graphologin, die in den Schriften Anderer so vieles herauslesen kann und das dieser Punkt eben auch eine durchgehende Rolle innerhalb des Buches spielt. Aus meiner Sicht ist es der Autorin ebenso geglückt, die Spannung rund um den Aufhänger der Geschichte bis fast zum Schluss aufrecht zu erhalten, auch wenn Anna und ihr pubertärer Sohn nicht gerade die sympathischsten Charaktere sind, sind sie doch auf ihre Art geradewegs realistisch aufgebaut, so dass man sich vorstellen kann ihnen jederzeit auf der Straße zu begegnen. Das was mir an diesem wirklich gelungenen Psychothriller nicht zugesagt, war dann allerdings der Schluss. Es war mir im Verhältnis zum Rest einfach zu plump und wirkte auf mich nicht mehr stimmig. Alles in allem ist es für mich ein solides Buch, dass ich Fans von Psychothrillern empfehle. 4 von 5 Wassertropfen

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Im Dunkel der Angst ist in der Ich-Perspektive geschrieben - etwas was ich nicht immer unbedingt mag. Meist führt diese Perspektive ja dazu, sich intensiver mit den Gedanken und Gefühlen der oder des Protagonisten auseinanderzusetzen. Wenn man den dann aber total unsympathisch, nervig oder dumm findet ist das Ganze dann nicht unbedingt ein Lesevergnügen :-) Flucht Nun fand ich Anna Winger, die Hauptperson in diesem Buch, eigentlich ganz nett. Ich wollte wirklich wissen und verstehen, warum sie schon so lange auf der Flucht ist und vor allem vor wem. Ihr Sohn leidet sehr unter diesem ständigen Ortswechsel, aber vor allem leidet er darunter, dass er ebensowenig weiß, wie ich. Er weiß nicht wer sein Vater ist, geschweige denn, wer seine Großeltern sind - er kennt weder Verwandte väterlicherseits, noch von der Seite seiner Mutter, noch weiß er, warum sie ständig umziehen. Das macht einen ohnehin schon pubertätsbedingt schlecht gelaunten Teenager weiß Gott nicht umgänglicher. Licht Bedingt durch die Eingangs schon erwähnte Ich-Perspektive, befasse ich mich nun sehr ausgiebig mit Annas Seelenleben, ihren Ängsten und Befürchtungen. Trotzdem dauerte es wirklich ewig lange, bis ein bisschen Licht ins Dunkel der vergangenen Ereignisse kommt. Für mich dauerte es es ein bisschen zu lange - zwischendurch verlor ich dann schon mal das Interesse an Anna, ihrem Sohn und den Geschehnissen rund um sie herum. Neugier Diesen Längen zum Trotz, habe ich das Buch nicht weggelegt, einfach weil meine Neugier dann doch stärker war. Ich wollte irgendwann tatsächlich endlich wissen, wer ihr da was angetan hat. Am Ende erfahre ich es dann auch, vielleicht ein bisschen sehr spät - andererseits lieferte mir dieses warten auf die Auflösung ja auch einen Grund immer weiter zu lesen :-) Der trotz einer gewissen Schroffheit angenehm flüssig zu lesende Schreibstil tat dazu sein übriges. Mein Fazit: Im Dunkel der Angst ist ein, wie ich finde, eher ungewöhnlicher Roman. Es ist kein Krimi, trotzdem ist die Geschichte sehr spannend, wenn man ein bisschen Geduld aufbringt und über kleinere Längen hinweg liest.

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