Leserstimmen zu
Ihr Scheinheiligen!

Tuba Sarica

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Tuba Sarica wird in Deutschland geboren. Die Eltern sind türkische Gastarbeiter. Tuba fühlt sich wohl unter Deutschen in Deutschland und unter Türken in der Türkei. Sie bevorzugt aufgeklärte Menschen, die selbstbestimmt sind. Deutschtürken in Deutschland kommen ihr rückständig vor. Tuba Saricas Buch ist für junge Muslime beiderlei Geschlechts geschrieben. Das gut lesbare Buch werden bevorzugt Ältere lesen, die keine Muslime sind. Die Deutschtürken, die in einer Parallelgesellschaft leben, sind fremdenfeindlich, ja Rassisten. Im Durchschnitt sind sie konservativer und rückständiger als die in der Türkei lebenden Türken. Und sie wählen zu 2/3 den reaktionären Erdogan, weil er ihrem Ego gut tut! Gebildete Türken verachten ihre ungebildeten Mitbürger, die sich als Gastarbeiter in Deutschland verdingen. Erdogan ist der erste türkische Politiker, der vorgibt, die Deutschtürken nicht zu verachten. Dafür lieben und wählen sie ihn. In der Parallelgesellschaft dreht sich alles um die „Ehre“. Islamischer Terrorismus ist für Deutschtürken kein Thema. Verlangt wird stattdessen, politische und gesellschaftliche, islamisch-türkische Unterdrückung gutzuheißen. „Nieder mit Israel!“ ist ein deutschtürkischer Leitspruch. Aleviten sind unbeliebt, „eingedeutscht“ ein Schimpfwort, voreheliche Sexualität wird unterdrückt. Den Koran muss man auf arabisch lesen, ohne ihn zu verstehen! Der moderate Islam der Parallelgesellschaft ist eine Lüge! Selbstverwirklichung wird in der Parallelgesellschaft mit Respektlosigkeit verwechselt. Der weniger Religiöse hat dem mehr Religiösen, der Jüngere dem Älteren, die Frau dem Mann Respekt zu zollen. Ältere und Religiöse dürfen Grausamkeiten begehen. Der Fortschritt bedroht die Parallelgesellschaft, Fremdenfeindlichkeit hingegen ist identitätsstiftend, also erwünscht. Machotum ist legitim, ein eigener Wille ist illegitim. Emanzipation: Mein Mann erlaubt mir … Deutschtürkische Verbände fördern nicht die Integration, sondern verhindern sie. DITIB will, dass die Deutschtürken die Türkei und nicht Deutschland als ihre Heimat betrachten. Türkische Europasender erzeugen Massenverdummung die Dauerberieselung durch Trash TV stumpft das Gefühl für Menschenwürde ab. Die allermeisten Deutschtürken sind Gastarbeiter und ihre Nachkommen. Gastarbeiter, die im eigenen Land keine Arbeit finden, sind gewöhnlich keine Aristokraten, Professoren, Gelehrte oder reiche Händler. Gastarbeiter sind gewöhnlich bildungsfern aufgewachsen und geben dies meist ihren Kindern weiter. Das Bildungsniveau von Gastarbeitern ist zwangsweise niedriger als das des durchschnittlichen Menschen, der in der Türkei lebt und arbeitet. Schuld daran sind die Deutschen, die Gastarbeiter suchen, damit sie Arbeiten verrichten, für die sich ein Deutscher zu fein fühlt. Die Entstehung türkischer Parallelgesellschaften in Deutschland ist von Anfang an vorgezeichnet. Sie ist die zwingende Konsequenz der deutschen Wirtschaftspolitik. Vor Jahrzehnten glauben die Deutschen, dass die Gastarbeiter nach getaner Arbeit in die Türkei oder anderswo zurückkehren. Doch sie bleiben hier, weil es ihnen finanziell besser als zu Hause geht. Sie werden zu gescheiterten Einwanderern, die in einer Parallelgesellschaft verharren.

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Ihr Scheinheiligen

Von: Julia

25.07.2018

Kompromissloser und weniger tolerant als die gewohnten vorsichtigen Formulierungen, die das Thema Integration beherrschen, gibt die Autorin dem Leser echte Insider-Einblicke in das Alltagsleben von Deutschtürken. Sie hat vor allem die scheinbar gut integrierten Deutschtürken im Blick, die sich jedoch - laut der Autorin - gar nicht integrieren wollen. Statt der ansonsten vorsichtigen Herangehensweise, die man bei diesem Thema gewohnt ist, stellt die Autorin ganz klar fest, bei wem sie die "Schuld" für nicht gelingende oder nur scheinbar gelungene Integration sieht: bei denen, die sich weigern, sich zu integrieren. Denn Möglichkeiten dafür seien in Deutschland genug gegeben. Sie prangert aber dabei keinesfalls die Lebensweisen oder Einstellungen an sich an, sondern schafft beim Leser vor allem ein Verständnis der Hintergründe und Sichtweisen von türkischen Immigranten. Mit ihrem Buch trifft Tuba Sarica ein topaktuelles Thema aus einem ungewohnten Blickwinkel. Durch ihren Schreibstil, der den Leser sofort mitnimmt, erklärt sie sehr anschaulich anhand vieler Szenen aus ihrem eigenen Leben, woran es liegt, dass sich bei einigen Migranten Parallelgesellschaften entwickeln und wie diese von den Betroffenen selbst wahrgenommen werden. Insgesamt stellt die Autorin sehr kritisch das Thema der - nicht gewollten - Integration dar und nutzt ihr Buch gleichzeitig als Plädoyer dafür, den Mut zu haben, zu sich selbst zu stehen und aus den Mustern und unausgesprochenen Vorgaben der Gesellschaft auszubrechen und seinen eigenen Weg zu gehen.

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Ich bewundere ihren Mut

Von: Ludger Schiffler aus Berlin

16.06.2018

Wir sind kein Einwanderungsland. Wir Deutschen unterscheiden auch zwischen Biodeutschen und Deutschen mit Immigrationshintergrund. Nicht so in den USA, wo jeder Immigrant und doch Amerikaner ist, wenn er nicht gerade schwarz ist. Es ist normal, dass gerade in der Fremde ein Türke, das war sein Türkisch-Sein ausmacht, hochhält, und dass die Immigranten sich höher einschätzen als die Deutschen. Man muss schon so viel Selbstbewusstsein wie Tuba Sarica haben, Akademikerin sein, um auch einen anderen Blickwinkel anzunehmen. Wie sie selbst beschreibt, ist aber ein Studium noch lange nicht die Garantie dafür, dass man eine andere Sicht für sich selbst erarbeitet. Dieses Buch ist eine kritische Sicht auf alle Parallelgesellschaften hier in Deutschland. Dabei gibt es noch viel schlimmere Parallelgesellschaften hier in Deutschland als die von ihr geschilderte. Ludger Schiffler, Berlin

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