Leserstimmen zu
Zeckenbiss

Sabine Thiesler

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Leider erfährt man am Anfang schon, wer der Mörder ist und man kann sich das Ende schon nach den paar Hundert Seiten denken. Auch ist es unvorteilhaft, wenn des öfteren die italienische Sprache verwendet wird und man nicht versteht, was gesagt wird. Die Handlung ist recht modern und kann bei dem einen oder anderen Leser durchaus extreme Reaktionen hervorrufen. Zu oft liest man in der Zeitung nach härteren Urteilen für diverse Jugendtäter, die scheinbar keinerlei Reue zeigen. Dennoch sollte man nicht alle über einen Kamm scheren und versuchen, sie zur Besserung ihres Verhaltens zu bewegen. Hoffnung, Wut, Zweifel ... All diese Emotionen werden durch die Protagonisten nur allzu oft beim Leser hervorgebracht. Trotz allem war es ein gutes Buch. Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig und die Charaktere sind gut durchdacht worden, obwohl man nicht zu viel in einzelne Charaktere investieren sollte, da die meisten ein kurzes Haltbarkeitsdatum aufweisen. Das Geschehen wurde aus mehreren Sichtweisen erzählt, zum Teil auch vom Täter selbst. Somit konnte man seine Gedankengänge mitverfolgen.

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Schon der Klappentext verrät: hier geht es um das ganz große Drama; Moloch und Brutstätte des Verbrechens… diese drastischen Formulierungen deuten auf eine hoch spannende Geschichte hin, die sich dann aber als recht klischeehaft und vorhersehbar zeigt. Der Auftakt kommt furios, wie Thiesler-Fans ihn kennen und schätzen: in kurzer Folge werden verschiedene Personen und Handlungsstränge eingeführt. Das geschieht so rasant, dass man schon mal den Überblick verlieren kann – andererseits verleiten die kurz gehaltenen Kapitel dazu, immer schnell noch eins zu lesen… Die Charaktere selbst, allesamt sorgfältig ausgearbeitet, bleiben doch oberflächlich und durchschaubar. Schön, erfolgreich, glücklich wie Lara oder asozial-chancenlos-kriminell und gerissen wie Faruk. Speziell der Strang um den jugendlichen Intensivtäter ist an Klischees kaum zu überbieten. Durch die sehr detaillierte Charakterisierung der Protagonisten ist auch recht schnell klar, wer hier der Täter ist bzw. dass die Wahl seiner Opfer keineswegs so wahllos und willkürlich erfolgt, wie der Klappentext suggeriert. Das ist Dank der die leichtgängigen und fesselnden Erzählweise der Autorin nicht weiter schlimm – man möchte trotzdem wissen, wie genau die Geschichte sich nun entwickelt. Auch Commissario Neri als Ermittler in fast allen Thiesler-Fällen kommt hier wieder zu seinem Recht mit einem eigenen kleinen Strang - eine hübsche Kontinuität für alle Thiesler-Fans der ersten Stunde. Ob die Aussöhnung mit dem Standort Ambra aber endgültigen Charakter hat und damit ein Neri-Hauptmotiv endet…? Die Handlung berührt durchaus anspruchsvolle Themen wie die Frage nach Schuld, Verantwortung und Rehabilitation oder nach den Grenzen von Rechtssystem und Sozialstaat. Die handelnden Personen in ihrer Vorhersehbarkeit machen den entstehenden Spannungsbögen leider bald ein Ende. Keine Frage, man liest dieses Buch gerne und mit Spannung, aber ein Thriller ist es eher nicht. An die abgründige, atemberaubende Spannung der älteren Thiesler-Thriller (die diesen Namen verdienen) kommt „Zeckenbiss“ nicht ran.

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Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar. Besonders haben mir die kurzen Kapitel gefallen. Sie haben mich dazu verleitet, doch noch schnell ein Kapitel mehr zu lesen. Die Story benötigt viele Figuren und Handlungsstränge, die in Mitte und am Ende des Buches zu einem stimmigen Plot verwoben werden. Mir war ziemlich schnell klar, wer der Täter war. Was ich persönlich schade finde. Auch haben mir Faruks Kapitel nicht so gut gefallen. Es wurden doch sehr viele Klischees bedient. Klar, hatte ich so schnell Faruk vor Augen. Aber mir wäre etwas weniger lieber gewesen. Das Besondere an diesem Buch ist die Geschichte. Ist unser Rechtssystem noch vertretbar? Welche Strafe ist angemessen? Und was wird aus Angehörigen der Opfer? Aber auch, wie würde ich handeln ? Die Geschichte ist spannend erzählt, aber nicht spannend genug für einen Thriller. Für mich ist es ein Spannungsroman. Leseratten, die gerne eine gute Geschichte mit spannenden Elementen lesen möchten, werden mit “Zeckenbiss“ gut unterhalten.

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Rezension zu Zeckenbiss Sabine Thiesler Heyne Verlag 23. April 2018 ***** Klappentext: Die Großstadt, ein Moloch, Brutstätte des Verbrechens. Faruk lernt von Kindesbeinen an, dass man als Krimineller am besten fährt. Er ist Mehrfach- und Intensivtäter, kommt aber immer wieder mit geringen Strafen davon. Bis irgendwann etwas Schreckliches geschieht. Wenig später mordet ein Mann scheinbar wahllos, sucht sich komplett unterschiedliche Opfer. Und erst allmählich wird klar, dass er mit all seinen Taten einen grausamen Plan verfolgt … ***** Meine Meinung: Nach beenden des Buches bin ich leider etwas zwiespältig zurück gelassen worden. Einerseits hat mir der Plot sehr gut gefallen, das Thema war spannend und relativ aktuell. Jedoch kam ich mit der Schreibweise in einigen Kapiteln nicht klar. Gerade die Kapitel mit Faruk waren mir meist ein wenig „too much“, die Aussprache und das Verhalten des Jungen sollten authentisch rüber kommen aber leider wirkte das auf mich sehr klischeehaft. Alle anderen Charaktere wirkten glaubhafter auf mich und es viel mir meistens ziemlich leicht mich in sie hineinzuversetzen. Am Anfang wird man als Leser mit mehreren Handlungsträngen konfrontiert, dies irritierte mich, weil ich nicht wusste was die verschiedenen Personen denn nun miteinander zu tun haben. Erst zur Mitte des Buches wird dem Leser klar, was die Personen miteinander verbindet. Das Ende kam für mich eindeutig zu schnell und wirkte auch irgendwie zu konstruiert. ***** Mein Fazit: Ein solider Krimi mit einigen Schwächen. Ich werde den Büchern von Sabine Thiesler jedoch eine weitere Chance geben, da diese laut anderen Lesern sehr gut sein sollen! 3 von 5 ⭐️⭐️⭐️

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