Leserstimmen zu
Zeckenbiss

Sabine Thiesler

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Inhalt: In Ambra, in der Toskana, wird eine deutsche Frau ermordet. Vom Täter oder dem Motiv fehlt jede Spur. In Deutschland gibt es einige Monate später einen weiteren ungeklärten Mordfall. Gibt es einen Zusammenhang? Währenddessen sitzt der 17-jährige Faruk zum wiederholten Mal im Jugendknast. Schon als Kind wurde er straffällig, ist inzwischen Mehrfach und Intensivtäter, kommt aber immer mit geringen Strafen davon. Auch diesmal hofft er auf eine vorzeitige Haftentlassung. Meine Meinung: Der Schreibstil von Sabine Thiesler ist wie immer absolut flüssig und sehr gut zu lesen. Trotz vieler Charaktere und verschiedener Handlungsstränge bin ich nie aus dem Lesefluss geraten. Bis etwa zur Hälfte des Buches waren mir die Zusammenhänge noch völlig unklar, erst dann laufen nach und nach die Handlungsstränge zusammen und die Verbindungen werden deutlich. Fast alle Charaktere werden sehr ausführlich beschrieben; ihre Vergangenheit, sowie ihre Gedanken und Gefühle. Ich konnte mit allen (außer Faruk) mitfühlen. Mit dem Mörder genauso wie mit seinen Opfern (was auf keinen Fall heißen soll, dass ich die Morde gutheiße!). Faruk, sein Leben in der JVA, die Zustände dort, seine Vergangenheit und die Tötung des Mädchens (für mich die schrecklichste Stelle im Buch - diese genaue Beschreibung fand ich überflüssig!) haben meiner Meinung nach zu viel Raum in der Geschichte eingenommen, auch wenn so Faruks kriminelle Entwicklung und sein Charakter sehr deutlich werden. Außerdem glaube ich, dass Frau Thiesler sich hier vieler Klischees bedient hat. Commissario Neri und seine Frau Gabriella, die vielen Lesern schon ans Herz gewachsen sind, haben leider nur eine sehr kleine Rolle, denn die Geschichte spielt hauptsächlich in Deutschland. Fazit: Ein „Thiesler“ mit einem anderen Aufbau als sonst, aber demselben genialen Schreibstil. Ich habe „Zeckenbiss“ gerne gelesen, finde das Buch aber etwas schwächer als seine Vorgänger.

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Super spannend bis zur letzten Seite

Von: Kizzy

11.06.2018

Das Erste, was mir an diesem Thriller auffiel, war, dass die Kapitel recht kurz gehalten waren. Was mich zunächst skeptisch machte, entpuppte sich als unfassbar angenehm, da es dem Leser so ermöglicht wurde, dass Buch kurzfristig aus der Hand legen zu können. Auch wenn dies aufgrund der fesselnden Geschichte erschwert wurde. Zum Inhalt möchte ich gar nicht so viel sagen, da ein Spoiler die ganze Spannung kaputt machen könnte. Der umgangssprachliche Sprachstil ist erfrischend und schenkt der Geschichte gleich noch etwas mehr Authentizität. Außerdem finde ich es toll, aus wie viel verschiedenen Perspektiven die Autorin schreibt. So lernt man eine Menge verschiedener Menschen, ihre jeweilige Lebensweise und persönliche Situation kennen. Ganz besonders muss ich aber hervorheben, wie ungezwungen Sabine Thiesler die menschlichen und gesellschaftlichen Abgründe, sowie den Konflikt zwischen Recht und Gerechtigkeit aufzeigt. "Zeckenbiss" ist, in meinen Augen, ein voll und ganz gelungenes Buch mit unterhaltender, spannender Geschichte und einer Nachricht, die zum Denken anregt.

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Man wird ins Buch hineingezogen

Von: elgeka

10.06.2018

Zu Anfang war ich irritiert. Zuerst ohne erkennbaren Zusammenhang werden Personen und eine Episode um diese Person erzählt. Aber Episode um Episode verdichtet sich die Geschichte und man wird hineingezogen. Die Abschnitte sind dabei immer so kurz, dass man sich sagt, je einen Abschnitt kannste noch. Und schon kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich bin begeistert. Gelungenes Buch, aktuelles Thema. Ich kann es nur empfehlen.

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Ein wirklich packendes Buch

Von: NinaMju

07.06.2018

Fiel es mir anfangs noch etwas schwer, mich mit Faruks Sprache und seinen Ausdrücken zurechtzufinden war es aber am Ende genau das, was seinen Charakter ausmachte und ich ließ mich auf die Geschichte ein. Am Ende konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Man lebt in dieser Story tatsächlich jede einzelne Figur mit. Großartig und wirklich weiterzuempfehlen!

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Warum Zeckenbiss? Aus dem Klappentext erfahren wir bereits… >>Wie eine Zecke bohrte sich der Gedanke an blutige Rache in sein Hirn und ließ ihn nicht mehr los>> …hier handelt es sich also wohl um ein Rache-Thriller! Wieder einmal wählt die Autorin ihren Lieblingsschauplatz, - die Toskana. So auch in dieser Geschichte. Gleich zu Beginn erfahren wir von einem Mord, einer deutschen Frau, die zusammen mit ihrem Ehemann dort Urlaub macht. Im Gegensatz zu den vorherigen Büchern spielt diese Geschichte allerdings, größtenteils in Deutschland. In diesem Fall ist es Berlin. Dort sitzt nämlich der jugendliche Faruk in der JVA. Er war schon oft verhaltensauffällig und nachdem es dieses Mal nicht nur um geklaute Autos und Handtaschen ging, bekam er vier ganze Jahre. Zeitgleich geschehen weitere Morde, doch die Polizei tappt im Dunkeln. Wie immer hat die Autorin einen tollen, flüssigen Schreibstil und mit ihren kurzen Kapiteln erzeugt sie einfach eine gewisse Spannung, sodass man immer weiter lesen möchte. Dabei wechselt sie stets zwischen den Charakteren, sodass wir relativ schnell einen Einblick bekommen, wer, wer ist und wie alles zusammen hängt. Besonders gut hat mir der Stempel, den gewisse Charaktere aufgesetzt bekommen haben, gefallen. Dadurch wurde jeder einzelne Charakter viel stärker. Ob es die derbe Aussprache war, die sexuelle Neigung oder der extreme Kinderwunsch. Obwohl ich anfänglich auch mal zurückblättern musste, als mir die Namen noch nicht so geläufig waren, hat es den Lesefluss nicht gestört. Relativ schnell wusste man zwar, wer der Mörder ist, trotzdem war ich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Eher schockiert darüber, wie scheinbar das Rechtsystem, hier in Deutschland funktioniert, wenn man der Geschichte Glauben schenken darf. Zudem wollte ich natürlich auch wissen, wie dieses Buch endet. Auch, wenn ich mir das Ende mit einem großen Knall gewünscht hätte, sodass mir die Kinnlade runter klappt, was nicht der Fall war, gefiel mir das neueste Werk der Autorin wieder sehr gut. Ein guter Thriller, der vor allem die Frage offen lässt, ob unser Rechtssystem so richtig ist, wie es ist oder ob auch wenig Klischeedenken dabei eine Rolle spielten.

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Ambivalent

Von: Ubamü

05.06.2018

Das Buch Zeckenbiss, von Sabine Thiesler, hinterlässt bei mir einen ambivalenten Eindruck. Einerseits habe ich das Buch nur so verschlungen, andererseits habe ich mich immer wieder gefragt, wie gut und lesenwert dieses Buch eigentlich ist. Die Handlung ist gut strukturiert und insgesamt schlüssig, wenn auch manchmal vorhersehbar, aufgebaut. Die sprachlichen Fähigkeiten der Autorin haben mich begeistert. Immer wieder war ich über den Ausdruckswechsel in den unterschiedlichen Handlungsabläufen begeistert. Gestoßen habe ich mich ímmer wieder an der Ausdrucksweise des Protagonisten Faruk. Ich bin zwar nicht der leidenschaftlichste Gutmensch, und habe eine Meinung zu der Thematik Jugendkriminalität und Grenzen der Resozialisierung. Dennoch hoffe ich einfach nur, dass die Autorin in ihren Kommentaren, die sie Faruk sprechen lässt, nach dem Motto verfährt: Nur wer übertreibt, wird verstanden Anders könnte ich die Verstellungsqualitäten und -gedanken eines (jugendlichen)Straftäters, mit Wunsch nach Resozialisierung, nicht gut aushalten. Insgesamt ist das Buch eine schöne Lektüre.

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Schon der Klappentext verrät: hier geht es um das ganz große Drama; Moloch und Brutstätte des Verbrechens… diese drastischen Formulierungen deuten auf eine hoch spannende Geschichte hin, die sich dann aber als recht klischeehaft und vorhersehbar zeigt. Der Auftakt kommt furios, wie Thiesler-Fans ihn kennen und schätzen: in kurzer Folge werden verschiedene Personen und Handlungsstränge eingeführt. Das geschieht so rasant, dass man schon mal den Überblick verlieren kann – andererseits verleiten die kurz gehaltenen Kapitel dazu, immer schnell noch eins zu lesen… Die Charaktere selbst, allesamt sorgfältig ausgearbeitet, bleiben doch oberflächlich und durchschaubar. Schön, erfolgreich, glücklich wie Lara oder asozial-chancenlos-kriminell und gerissen wie Faruk. Speziell der Strang um den jugendlichen Intensivtäter ist an Klischees kaum zu überbieten. Durch die sehr detaillierte Charakterisierung der Protagonisten ist auch recht schnell klar, wer hier der Täter ist bzw. dass die Wahl seiner Opfer keineswegs so wahllos und willkürlich erfolgt, wie der Klappentext suggeriert. Das ist Dank der die leichtgängigen und fesselnden Erzählweise der Autorin nicht weiter schlimm – man möchte trotzdem wissen, wie genau die Geschichte sich nun entwickelt. Auch Commissario Neri als Ermittler in fast allen Thiesler-Fällen kommt hier wieder zu seinem Recht mit einem eigenen kleinen Strang - eine hübsche Kontinuität für alle Thiesler-Fans der ersten Stunde. Ob die Aussöhnung mit dem Standort Ambra aber endgültigen Charakter hat und damit ein Neri-Hauptmotiv endet…? Die Handlung berührt durchaus anspruchsvolle Themen wie die Frage nach Schuld, Verantwortung und Rehabilitation oder nach den Grenzen von Rechtssystem und Sozialstaat. Die handelnden Personen in ihrer Vorhersehbarkeit machen den entstehenden Spannungsbögen leider bald ein Ende. Keine Frage, man liest dieses Buch gerne und mit Spannung, aber ein Thriller ist es eher nicht. An die abgründige, atemberaubende Spannung der älteren Thiesler-Thriller (die diesen Namen verdienen) kommt „Zeckenbiss“ nicht ran.

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Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar. Besonders haben mir die kurzen Kapitel gefallen. Sie haben mich dazu verleitet, doch noch schnell ein Kapitel mehr zu lesen. Die Story benötigt viele Figuren und Handlungsstränge, die in Mitte und am Ende des Buches zu einem stimmigen Plot verwoben werden. Mir war ziemlich schnell klar, wer der Täter war. Was ich persönlich schade finde. Auch haben mir Faruks Kapitel nicht so gut gefallen. Es wurden doch sehr viele Klischees bedient. Klar, hatte ich so schnell Faruk vor Augen. Aber mir wäre etwas weniger lieber gewesen. Das Besondere an diesem Buch ist die Geschichte. Ist unser Rechtssystem noch vertretbar? Welche Strafe ist angemessen? Und was wird aus Angehörigen der Opfer? Aber auch, wie würde ich handeln ? Die Geschichte ist spannend erzählt, aber nicht spannend genug für einen Thriller. Für mich ist es ein Spannungsroman. Leseratten, die gerne eine gute Geschichte mit spannenden Elementen lesen möchten, werden mit “Zeckenbiss“ gut unterhalten.

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