Leserstimmen zu
Die Kinder der Zeit

Adrian Tchaikovsky

Die Zeit-Saga (1)

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“Auf Brin-2 gab es keine Fenster – durch die Rotation war “draußen” immer gleichbedeutend mit “unten”, unter den Füßen, aus dem Sinn. Die Wandmonitore erzählten eine hübsche Geschichte, zeigten ungeachtet der ständigen Umdrehung eine zusammengesetzte Ansicht der Welt unter ihnen, so als würde der Planet bewegungslos im Raum schweben: ein grünes Juwel, entsprechend dem zwanzig Lichtjahre entfernten blauen Juwel ihrer Heimat. ” [Buchbeginn] Die Erde ist am Sterben. Nicht nur fiktiv. Auch in der Realität geht der blaue Planet langsam vor die Hunde. Nur ist man in “Die Kinder der Zeit” schon etwas weiter. Raumschiffe wurden gebaut. Schlafkammern erfolgreich getestet und eingebaut, um die langen Reisen im All zu überstehen. Denn man weiß nicht, wo die neue Heimat liegt. Man muss nur schlichtweg das sinkende Schiff verlassen. So begibt man sich an Bord der “Gilgamesh” und startet seine Reise in die Weiten des Universums. So schwirrt man durch die Gegend. Wartet darauf, dass die feinen Sensoren der Gilgamesh ein Signal auffangen und dann, tatsächlich, man empfängt eine Nachricht. Doch sie ist noch Jahrhunderte entfernt. Erneut legt man sich schlafen, schwebt näher heran und weckt diesmal die halbe Mannschaft auf. Immerhin geht es um die Zukunft. Ihre neue Heimat. Von diesem neuen Planeten kommt das verschlüsselte Signal. Was man nur noch deuten muss. “Es kommt vom Planeten.” “Scheiße! Im Ernst?” Seine Hand fuhr zum Mund. “Bitte entschuldige. Die Ausdrucksweise ist der Würde des Augenblicks und so weiter, aber…” “Nein, nein, das ist definitiv ein schweißwürdiger Augenblick.” (S.74) Doch nach der Freude kommt rasch die Ernüchterung. Es ist eine Wiederholung, eine Reflexion, nur ein Schleife, in der sich ein Intelligenztest versteckt. Nur, wer sendet diese Aufgabe? Einwohner des Planeten? Eine Raumkapsel? War etwa schon ein anderer Mensch vor ihnen auf dem Planeten? Nachdem diverse Hürden genommen wurden, sendet man eine Sonde aus, die den Planeten und seine Beschaffenheit prüfen soll. Als man grüne Oberflächen erblickt, ist die Freude groß. Nur dummerweise taucht da plötzliche eine Art haarige Hand auf und zerstört die Kapsel. Parallel zu den Insassen der Gilgamesh, haben wir noch zwei Textstränge: Zum einen geht es um Doktor Avrana Kern, die mit Affen und Viren experimentiert. Mit ihrem Evolutionsvirus sollen die Affen sich rasanter entwickeln und so den Grundstein auf einem bewohnbaren Planeten legen. Sie ist zukunftsorientiert und glaubt an ihre Forschungen. Dass da es Eklat schon in der hinteren Ecke lauert, kann man sich fast denken. “Sie ist Portia, und sie ist auf der Jagd. Sie ist acht Millimeter groß, aber in ihrer winzigen Welt ist sie ein Tiger, wild und listenreich.” (S.30) Und dann hätten wir da Portia, die kleine Springspinne. Wer also eine Spinnenphobie hat und nicht, wie ich, kleine freude Ausrufe von sich gibt, wenn er das innere Kopfkino anschmeißt, sollte vielleicht dieses Buch nicht zur Hand nehmen. Denn ihr Part kommt im stetigen Wechsel mit der Gilgamesh. Anhand der Spinne wird gezeigt, was passiert, wenn man Dinge nicht exakt testet und Fehler begeht. Wenn man künstlich hergestellte Produkte in die Welt entlässt, ohne sich dessen Folgen bewusst zu sein. Letztlich entspannt sich zwischen allen drei Erzählsträngen ein kleiner Wettkampf. Jeder will der Erste sein. Dafür wird kein auch alles Erdenkliche getan. Aber eigentlich hat eine Partei den Kampf schon lange gewonnen und wird als glorreicher Sieger hervorgehen. Der stetige Wechsel man den Lauf auf der Zielgeraden recht spannend. So wird einem auf den bald 700 Seiten nicht langweilig. “Die hohe Botin war die letzte Überlebende eines vergangenen Zeitalters im Universum, so wurde Ihnen verkündet. Im letzten Todeskampf dieser Zeit wurde sie auserwählt, um zu dieser Welt zu reisen und dem unfruchtbaren Boden Leben einzuhauchen.” (S.375) Ich habe auch nur einen starken Kritikpunkt, der mich etwas gestört hat und den Strang um Portia betrifft. Nicht immer fand ich ihre Handlungsweisen nachvollziehbar. Auch nicht mit dem gelernten Wissen. Da gingen mir manche Schritte doch zu schnell von der Hand. Leider kann ich nicht ins Detail gehen, da ich sonst wichtige Aspekte spoilern würde. Als Gesamtpaket hat mir das Buch absolut gefallen und von daher kann ich folgendes aussprechen: Ein Lesetipp, der auch für SciFi-Einsteiger geeignet ist. Trotz des Umfangs stellt sich keine Langeweile ein. Komplizierte Fachbegriffe fallen nicht. Eher wird alles nachvollziehbar erklärt und kann so einiges über die Evolution lernen oder sein altes Schulwissen schlichtweg wieder auffrischen.

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Der Wissenschaftliche Hintergrund, den der Autor hat (er ist sowohl Zoologe wie auch Psychologe) ist sicher mit daran beteiligt, dass hier ein so faszinierendes, evolutionsbiologisches spannendes und packendes visionäres Werk geschaffen wurde. Man kann kaum was darüber sagen ohne zu viel zu verraten, aber es ist die Geschichte des letzten verzweifelten Versuchs der Reste der Menschheit einen neuen Planeten zu finden. Das alleine ist nun wahrlich keine neue Idee, wenn auch dieser Strang des Buches seine ganz eigenen Ideen aufweißt und mit nichten langweilig wäre. Es ist aber ebenso die über Jahrtausende währende Geschichte der Entstehung eines Spinnenvolkes von kleinen krabbelnden Viechern zu intelligenten, sozialen Tieren mit Bewußtsein, Wissenschaftlicher Nuegierde, Überwindung von Religion etc. Über Generationen beschreibt der Autor wie sich die SPinnen entwickelt haben - ohne von dem Raumschiff nicht weit weg von ihrem Orbit zu wissen, dessen Besatzung die Zeit (in Jahrtausenden gesprochen) ausgeht. INTERVIEW mit Adrian Tchaikovsky: https://bit.ly/2IGmvox

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Der Wissenschaftliche Hintergrund, den der Autor hat (er ist sowohl Zoologe wie auch Psychologe) ist sicher mit daran beteiligt, dass hier ein so faszinierendes, evolutionsbiologisches spannendes und packendes visionäres Werk geschaffen wurde. Man kann kaum was darüber sagen ohne zu viel zu verraten, aber es ist die Geschichte des letzten verzweifelten Versuchs der Reste der Menschheit einen neuen Planeten zu finden. Das alleine ist nun wahrlich keine neue Idee, wenn auch dieser Strang des Buches seine ganz eigenen Ideen aufweißt und mit nichten langweilig wäre. Es ist aber ebenso die über Jahrtausende währende Geschichte der Entstehung eines Spinnenvolkes von kleinen krabbelnden Viechern zu intelligenten, sozialen Tieren mit Bewußtsein, Wissenschaftlicher Nuegierde, Überwindung von Religion etc. Über Generationen beschreibt der Autor wie sich die SPinnen entwickelt haben - ohne von dem Raumschiff nicht weit weg von ihrem Orbit zu wissen, dessen Besatzung die Zeit (in Jahrtausenden gesprochen) ausgeht.

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Die letzten Menschen haben eine sterbende Erde verlassen, um in den Tiefen des Alls ein neues Zuhause zu finden. Als sie auf den Planeten Eden stoßen, scheint ihnen das Glück sicher: ideale Konditionen und eine florierende Ökosphäre. Doch was sie nicht wissen – es waren bereits Menschen hier gewesen, vor langer Zeit. Menschen, die Eden als Versuchsplaneten für ein vermessenes Projekt künstlicher Evolution ausersehen hatten. Doch ihr Experiment damals hat ungeahnte Spuren hinterlassen, und nun treffen ihr Nachfahren auf die vergessenen Kinder ihres Versuchs. Wer von ihnen wird das Erbe von Eden antreten? (Klappentext) Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten. Ganz zu Anfang muss ich sagen: Von diesem Buch sollten Arachnophobiker ihre Finger lassen, zu ihrem eigenen Schutz, denn die „vergessenen Kinder“ sind ein Spinnenvolk. Meine kleinen grauen Zellen mussten sich ganz schön anstrengen, um die Technik der Spinnen teilweise nachvollziehen zu können, auch wenn ich manches nicht ganz verstanden habe. Faszinierend war es allemal, wie auch die gesamte Idee der Erhebung von Tieren durch einen Evolutionsvirus. Ich kann jetzt nicht sagen, inwiefern das realistisch ist, da mir dafür die wissenschaftlichen Grundlagen fehlen, aber vorstellbar ist es jedenfalls. Für mich war es ein wenig problematisch, dass es keinen Charakter gibt, der einem irgendwie ans Herz wächst. Die Spinnen sind Spinnen und dort wechselt auch immer die Generation, so dass man es immer mit jemand Neuem zu tun hat. Die Menschen verhalten sich meistens irgendwie seltsam bzw. dumm und tatsächlich denke ich an manchen Stellen, dass es vielleicht besser wäre, wenn sie einfach aussterben würden. Von Sympathie also keine Spur. Es ist eher, als würde ich einen wissenschaftlichen Bericht über die letzte Arche lesen und wie es ausgegangen ist, ohne aber besonders mitzufiebern. Das Tempo des Romans ist eher langsam, für meinen Geschmack an manchen Stellen zu langsam. Im Nachhinein fällt mir aber auf, dass die Erzählgeschwindigkeit ein wenig Ähnlichkeit mit der Evolution hat: Erst passiert lange Zeit so gut wie gar nichts, nur damit sich am Schluss die Ereignisse überschlagen. Das Ende kam für mich – ohne zu viel davon zu erzählen – etwas abrupt und für mein Empfinden zu harmonisch und einfach. Allerdings hat es mich tatsächlich überrascht und das ist etwas, was selten vorkommt. Trotzdem habe ich daran noch ein wenig zu knabbern und weiß nicht, ob ich es wirklich gut finden soll. Dieser Roman ist wirklich nur etwas für Leser, die Science-Fiction lieben. Nie und nimmer würde ich diesen Titel einem Sci-Fi-Neuling empfehlen, denn damit würde man niemanden einen Gefallen tun. So ganz bin ich mir noch nicht sicher, was ich von diesem Buch halten soll, und ob es mir wirklich gefallen hat. Es war auf jeden Fall kein totaler Reinfall.

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