Leserstimmen zu
Sex und Lügen

Leïla Slimani

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Leïla Slimani hat sich mit Frauen unterhalten, die ganz viel zu sagen haben, aber oft so unterdrückt werden, dass sie sich einfach nicht trauen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Vereinzelt hat sie auch die Sache unterstützende Männer befragt, wie sie das Ganze sehen, und alles unverändert in diesem Buch festgehalten. "Das Ganze" ist der Umgang der Regierung, der Religion und der marokkanischen Gesellschaft mit den Themen Sex, Sexualität, Frauen. Es wird den Menschen dort sehr viel vorgeschrieben, zum Beispiel wie sie ihre Sexualität ausleben dürfen, was richtig und was falsch ist, dass Jungfräulichkeit von Frauen für Männer das Um und Auf ist, ob man sie heiratet oder nicht, außerehelicher Sex ist verboten, Homosexualität ist das Schlimmste und wenn du als Frau ein selbstbestimmtes Leben führst, dann wirst du sowieso von allen geächtet. Dass das echte Leben anders aussieht, kann man sich vorstellen. Wenn die Menschen wüssten, dass viel mehr von ihnen ähnlich denken, also dass das repressive System nicht mehr tragbar ist und mit der Realität überhaupt nicht mehr übereinstimmt, dann könnten sie vielleicht etwas verändern, mehr Selbstbewusstsein erlangen, sich zusammentun und ihre Lebensumstände verändern. In Marokko leben vor allem Menschen, die dem Islam angehören. Leider sind dort Religion und Staat nicht voneinander getrennt, sodass sehr religiös-konservative Leute leider immer sehr viel Macht ausüben. Mir haben die Geschichten und Erzählungen sehr gut gefallen. Die Autorin hat die Texte der Frauen in kursiver Schrift ins Buch eingearbeitet und ihre eigenen Kommentare, Anmerkungen, Gedanken dazugeschrieben. So konnte sie sicher sein, dass nichts verfälscht wird. Es lassen sich alle Texte sehr leicht lesen und ich konnte fast das ganze Buch in einem Rutsch durchlesen. Inhaltlich wiederholen sich manche Berichte, aber so sieht man, wie viele Frauen von ähnlichen Problemen betroffen sind und wie krass sich das alles auf ihr Leben auswirkt. Diese Heuchelei, die Lügen, die Doppelmoral. Es ist einfach zum Kotzen und ich bin so wütend geworden während des Lesens. Fazit Ein spannender Einblick in das Leben marokkanischer Frauen. Religion, Staat und Gesellschaft sind besessen von ihren angeblichen Sitten und versuchen die Frau, die Sexualität, das freie Leben zu beherrschen. Mich hat dieses Buch wütend gemacht und mich darin bestärkt, weiter für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Auch wenn ich selbst nicht davon betroffen bin, wäre es naiv zu denken, niemand anderes ist davon betroffen. Slimani nimmt ihre eigene Stärke zusammen mit dem Mut der Frauen, die sie interviewt hat, und machte daraus einen Beitrag gegen Tabus und Lügen.

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Sex und Lügen - Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt von Leila Slimani btb Verlag Oktober 2018 -Ergreifende und schmerzliche Bekenntnisse von Frauen aus einer scheinheiligen Welt- Frauen aus Marokko sprechen über Liebe, Gefühle und Sexualität. Die Autorin Leila Slimani erzählt von ihren Gesprächen mit Frauen aus der islamischen Welt. Slimani selbst wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in Marokko auf. Sie will uns mit diesem Buch die Gedanken dieser Frauen ungefiltert näher bringen. Und das hat sie bei mir auch geschafft. Das Lesen dieser Geschichten hat mich wütend gemacht. Wütend auf die Religion, die Männer, das Volk und auf die Frauen, die sich so viel gefallen lassen und mit dieser Heuchelei leben können. Diese scheinheilige Gesellschaft bestraft „Unzucht“ mit Gefängnis. D.h. außerehelicher oder gleichgeschlechtlicher Verkehr ist verboten, wenn es aber heimlich hinter verschlossenen Türen geschieht, passiert nichts. Dafür gibt es dann täglich Hunderte heimliche Abtreibungen oder „illegal“ gezeugte Kinder werden ausgesetzt. „Macht, was ihr wollt, solange niemand davon erfährt.“ „Unsere Gesellschaft ist zerfressen vom Gift der Heuchelei und von einer institutionalisierten Kultur der Lüge.“ Wütend macht mich auch die Tatsache, dass Männer vor der Hochzeit (und während der Ehe) machen können was sie wollen. Sie gehen zu Prostituierten oder schlafen mit Frauen, die sie dann aber niemals heiraten würden. Von Frauen erwartet man bis zur Hochzeitsnacht absolute Keuschheit. Jede Frau muss vor der Heirat ein „Keuschheitszertifikat“ vorlegen. Die Jungfräulichkeit des Mannes kümmert selbstverständlich niemanden. Um die Scheinheiligkeit zu wahren, gibt es für Frauen sogar die Möglichkeit das Jungfernhäutchen wieder rekonstruieren zu lassen. Unglaublich oder? Einfach paradox. Es geht in dem Buch auch um die Mütter, die ihre Söhne wie kleine Halbgötter aufziehen und ihren Töchtern einreden wie schuldig sie sind noch bevor sie gesündigt haben … Eine Welt in der Frauen vergewaltigt werden, weil sie Miniröcke tragen und in der Homosexuelle vor aller Augen gelyncht werden darf nicht akzeptiert werden. Jeder muss über den eigenen Körper frei verfügen und entscheiden können! Eine erschütternde und bewegende Geschichtensammlung über die Unterdrückung der Frau. Egal, ob durch eine bestimmte Auslegung des Korans oder durch andere gesellschaftliche oder politische Ungleichheiten: Frauen sind genauso viel Wert wie Männer und müssen auch so behandelt werden. Und das auf der ganzen Welt! 5 Sterne

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Doppelmoral, Heuchelei, sexuelles Elend. Die marokkanische Autorin Leila Slimani beleuchtet, wie Frauen in ihrer Heimat im permanenten Kampf um sexuelle Selbstbestimmung leiden. In dieser Sammlung sehr persönlicher Geschichten gibt Leila Slimani Frauen aus der islamischen Welt eine Stimme. Frauen in Marokko können, müssen vieles sein: Tochter, Schwester, Mutter, Ehefrau, nur kein Individuum. „Sie ist Garant der Familienehre und, schlimmer noch, der nationalen Ehre. Ihre Tugendhaftigkeit ist eine öffentliche Angelegenheit.“ Es ist ein politisches, ein gesellschaftliches Phänomen, das im Namen der Religion gelebt wird. Dabei war Sex in den Anfängen des Islams alles andere als ein Tabu. Nicht nur Fortpflanzung sondern Vergnügen, der Orgasmus als Vorgeschmack auf die Freuden des Paradieses, die Jungfräulichkeit kein Thema. In Sachen Sexualität ist eine Religion so gut wie die andere, behauptet die Asma Lamrabet, Theologin, Ärztin und Vertreterin des Reformgedankens in Marokko. Misogynie ist keine Erfindung des Islams. Und doch ist ein kleiner Teil des weiblichen Körpers, den ich wahrscheinlich keine fünf Minuten meines Lebens gedanklich beachtet habe, das Jungfernhäutchen, das Allerheiligste. Das Hymen, eine uneinnehmbare Festung, die es unbedingt zu bewahren gilt. Das marokkanische Recht ist äußerst restriktiv, was Sexualität anbelangt: außerehelicher Sex verboten, Homosexualität verboten, Abtreibung verboten. So kommt es, dass hunderte Babys pro Jahr ausgesetzt werden, unehelich geborene Kinder keinen zivilen Status erhalten. Leidtragende dieser Gesellschaft sind die Frauen. Männern gegenüber verhält sich die Gesellschaft nachsichtig, Frauen ist außerhalb des ehelichen Schlafzimmers nichts erlaubt. Polizisten hätten Besseres zu tun, als in Sittenangelegenheiten zu verhaften, vor allem wenn es nach der Bezahlung unter der Hand keinen Anlass mehr gäbe. Denn Sex ist ein einträgliches Geschäft, es geht nicht um Religion, sondern oftmals nur um das Gesetz des Geldes, das Gesetz des Stärkeren. Im herrschenden Patriarchat dient die Doppelmoral nicht dem Islam, sondern der Sache der Männer. Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Menschen in unserer westlichen Zivilisation sind mittlerweile frei sind der Wahl des Partners, ihre geschlechtlichen Identität und Integrität. Doch so lange ist es noch nicht her, dass auch hierzulande Frauen uneingeschränkt wirtschaftlich und körperlich vom Ehemann abhängig waren, Vergewaltigung in der Ehe nicht bestraft wurde, Homosexualität strafbar war. Hier wurden viele unserer heutigen Rechte hart erkämpft. Dieses Aufbegehren wird in den Berichten der von Leila Slimani interviewten Frauen spürbar. Es mag noch ein weiter Weg sein, doch die ersten Schritte sind gesetzt.

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Dieses Buch ist nicht nur eine Sammlung von Erzählungen. Es sind Erzählungen von sehr mutigen Frauen. Darüberhinaus öffnet es dem Leser die Augen über die marokkanische Kultur.
Unterschiedliche Frauen reden offen über ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ängste.
Es ist dadurch entstanden, dass Menschen sich gewundert haben , dass Leïla Slimani, die in Marokko aufgewachsen ist,von einer Sex besessenen Frau erzählt in ihrem ersten Roman. Die Autorin hat dafür eine ganz einfache Erklärung:
"Für jeden, der in einer Gesellschaft lebt oder aufgewachsen ist, in der es keinerlei Freiheit gibt, seine Gefühle auszuleben, wird Sex unweigerlich zur Obsession, zur permanenten Zwangsvorstellung." (S.9)
 Meine Meinung:
 Mir war vorher bewusst, dass die marokkanischen Frauen unterdrückt werden und es nicht leicht haben. Nach diesem Buch jedoch habe ich das Gefühl, dass ich sehr blauäugig war und es in Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.
 Ich finde es bemerkenswert , wie nüchtern der Schreibstil ist von Leïla Slimani. Mir würde es schwer fallen bei solch einem Thema nicht emotional zu werden. Doch genau das finde ich gut , denn es bleibt dem Leser überlassen zu entscheiden wie er zu dem Thema steht und fühlt. Man wird keineswegs beeinflusst. Jede Geschichte ist auf ihre eigene Weise ergreifend und berührend. Jede Erzählung hat mich berührt und sehr zum Nachdenken angeregt. Ich finde es traurig , dass im 21.Jahrhundert es noch Frauen gibt, die Angst haben ihre Meinung zu äußern, weil sie Angst haben dafür verurteilt zu werden. Ganz zu schweigen davon , dass eine alleinstehende Frau Schwierigkeiten hat eine Wohnung zu finden und zwar nicht weil sie schlecht verdient ( ganz im Gegenteil), sondern weil sie eine alleinstehende Frau ist.
Ich bewundere Leïla Slimani seit diesem Buch noch mehr und freue mich schon auf neue Bücher von ihr!

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Die meisten kennen Leïla Slimani durch ihren erfolgreichen Roman: "Dann schlaf auch du".
Nun möchte ich euch ein anderes Buch von ihr vorstellen. Es ist eine Art Sammlung von Erzählungen. Marokkanische Frauen erzählen über ihr Leben ohne Verschönerungen und sind dabei sehr ehrlich.

Inhalt:
Dieses Buch ist nicht nur eine Sammlung von Erzählungen. Es sind Erzählungen von sehr mutigen Frauen. Darüberhinaus öffnet es dem Leser die Augen über die marokkanische Kultur.
Unterschiedliche Frauen reden offen über ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ängste.
Es ist dadurch entstanden, dass Menschen sich gewundert haben , dass Leïla Slimani, die in Marokko aufgewachsen ist,von einer Sex besessenen Frau erzählt in ihrem ersten Roman. Die Autorin hat dafür eine ganz einfache Erklärung:
"Für jeden, der in einer Gesellschaft lebt oder aufgewachsen ist, in der es keinerlei Freiheit gibt, seine Gefühle auszuleben, wird Sex unweigerlich zur Obsession, zur permanenten Zwangsvorstellung." (S.9)
Meine Meinung:
Mir war vorher bewusst, dass die marokkanischen Frauen unterdrückt werden und es nicht leicht haben. Nach diesem Buch jedoch habe ich das Gefühl, dass ich sehr blauäugig war und es in Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.
Ich finde es bemerkenswert , wie nüchtern der Schreibstil ist von Leïla Slimani. Mir würde es schwer fallen bei solch einem Thema nicht emotional zu werden. Doch genau das finde ich gut , denn es bleibt dem Leser überlassen zu entscheiden wie er zu dem Thema steht und fühlt. Man wird keineswegs beeinflusst. Jede Geschichte ist auf ihre eigene Weise ergreifend und berührend. Jede Erzählung hat mich berührt und sehr zum Nachdenken angeregt. Ich finde es traurig , dass im 21.Jahrhundert es noch Frauen gibt, die Angst haben ihre Meinung zu äußern, weil sie Angst haben dafür verurteilt zu werden. Ganz zu schweigen davon , dass eine alleinstehende Frau Schwierigkeiten hat eine Wohnung zu finden und zwar nicht weil sie schlecht verdient ( ganz im Gegenteil), sondern weil sie eine alleinstehende Frau ist.
Ich bewundere Leïla Slimani seit diesem Buch noch mehr und freue mich schon auf neue Bücher von ihr! Am 13.5 erscheinen zwei neue Bücher von ihr 😊.

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Sex und Lügen – Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt ist ein Sachbuch aus dem Jahr 2018, geschrieben von Leïla Slimani. Veröffentlicht wurde das Buch im btb-Verlag im Hause Randomhouse. Die gebürtige Marokkanerin beschäftigt sich mit einem der größten Tabuthemen der islamischen Gesellschaft, Sexualität, und deckt auf, welch unterschiedliche Rechte Männer und Frauen auch heute noch haben. Slimani gibt Frauen aus der islamischen Welt eine Stimme. Selbst aus Marokko stammend weiß sie genau, wie schwer es Frauen in dem Land ihrer Eltern haben, wenn es darum geht, offen zu ihrer Sexualität zu stehen. Wer sich als Frau allein auf die Sraße wagt, offen zu seinen Gefühlen steht und seine Partner frei wählt, bringt damit Schande über seine Familie. Die Gesetzeslage geht sogar so weit, das Homosexualität und Ehebruch mit Gefängnis betraft werden. Obwohl Religion in islamischen Ländern eine wichtige Rolle spielt und auch Frauen diese achten, gibt es eine große Zahl unter ihnen, die ein Doppelleben führen, um ihre Sexualität ausleben zu können. Die Autorin nimmt sich Zeit, um marokkanische Frauen unterschiedlichen Alters und ganz verschiedenen Sozialisationen, gänzlich ungefiltert und vorurteilsfrei Raum zu geben, ihre Erfahrungen mit Sexualität zu schildern. Die Erzählerinnen sind verschieden und haben doch eines gemeinsam: sie spüren eine tiefe Zerrissenheit gegenüber ihrem Land. Da ist zum Einen die Religion und Tradition und zum Anderen der drängende Wunsch nach Selbstbestimmung. Slimani gewährt wichtige Einblicke in die Regeln und Traditionen ihres Heimatlandes und prangert immer wieder die schizophrene gesellschaftliche Denkweise an. Marokko rangiert auf Platz fünf der Länder weltweit, die Pornografie konsumieren. Viele Männer im Land besuchen regelmäßig Prostituierte um ihre sexuelle Lust zu stillen, während Frauen das Recht auf freie Sexualität verwehrt bleibt. Diese Tatsache allein ist bezeichnend für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ein Umdenken muss stattfinden, damit es auch Frauen ermöglicht wird, sich frei zu fühlen, ihren ganz natürlichen, menschlichen Bedürfnissen nachzugehen. Insgesamt sind es sechzehn Geschichten von Frauen, die Slimani nieder geschrieben hat, die alle auf ihre eigene Weise wachrütteln und nahe gehen. Leïla Slimani beeindruckt durch ihre klaren Aussagen, ihre wichtige Botschaft und ihren unerschöpflichen Mut. Absolut ein Buch, das man gelesen haben sollte.

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Autsch, Augen öffnen, genau hinsehen/hören und ciao! Mich hat schon lang kein Buch im Alltag so sehr beschäftigt wie dieses! In dem Buch ‚Sex und Lügen‘ welches im @btb_verlag erschienen ist, schreibt Leïla Slimani die berührenden Geschichten und Bekenntnisse von 16 Frauen aus Marroko ungefiltert nieder. Geschichten über absurde Gesetze von Liebe und Sex. Ein Beispiel: Artikel 490 des Strafgesetzbuchs sieht vor, dass Personen unterschiedlichen Geschlechts, die nicht miteinander verheiratet sind und miteinander Geschlechtsverkehr haben, mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem Monat und einem Jahr zu bestrafen sind. Sie erzählen von familären Strukturen und Erwartungen, der Zerrissenheit darüber, diese Erwartungen zu erfüllen oder lieber ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Unterdrückung der Frau und die Tabuisierung der Sexualität. Sätze wie „Und wenn jemand etwas gegen mich hat, findet er jederzeit einen Grund, um mich verhaften zu lassen. Unser Lebenswandel ist illegal. Daher können wir in unserem Kampf nicht bis zum Äußersten gehen. Weil wir Angst haben.“ (Radiomoderatorin Faty Badi) machen einen klar wie persönlich und gefährlich der feministische Kampf ist. Auch interessant die Aussage der libanesischen Dichterin und Journalistin Joumana Haddad zur Kölner Silvesternacht 2015. “Mütter, es tut mir leid, euch das zu sagen: Wenn eure Söhne zu Schlägern, Vergewaltigern, verwöhnten Ehemännern werden, wenn sie also Machos sind, dann hat das nicht nur mit Gesellschaft und Kultur zu tun. Es liegt auch an euch, ihren Müttern. […] Anstatt eurer Tochter zu erzählen, dass sie Beute ist, versucht eurem Sohn zu sagen, dass er kein Jäger ist. Anstatt eure Tochter zu lehren, den Mund zu halten, versucht eurem Sohn beizubringen zuzuhören. Anstatt eurer Tochter zu verbieten, dieses T-Shirt zu tragen, macht eurem Sohn klar, dass dieses T-Shirt keine offene Einladung zum Sex ist. Anstatt eure Tochter zu zwingen, sich zu verhüllen, erklärt eurem Sohn, dass eine Frau mehr ist als ihr Körper.“(Zeit.de) 201 Seiten! Berührend. Aufrüttelnd und sein eigenes Leben wertschätzend.

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In "Sex und Lügen" sind Gespräche versammelt, die Leïla Slimani mit marokkanischen Frauen geführt hat. Sie spricht mit den Frauen über sexuelle Freiheit, freie Entfaltung, Frauenrechte, Moral, Alltag und Familie. Die Frauen kommen aus den unterschiedlichsten Umfeldern, habe die verschiedensten Hintergründe und kommen aus verschiedenen Altersgruppen - und doch erzählen sie alle im Grunde das Gleiche: Dass sie unter der Doppelmoral, der Scheinheiligkeit und den gesellschaftlichen und religiösen Vorschriften leiden. Sex vor der Ehe ist absolut verboten, trotzdem halten sich die wenigsten daran. Man muss ständig Angst haben, erwischt und bestraft zu werden. Männer werden dazu erzogen, vor der Hochzeit sexuelle Erfahrungen zu machen aber in jedem Fall eine Jungfrau zu heiraten. Frauen werden dazu erzogen, jungfräulich in die Ehe zu gehen und dann für ihren Mann und die Familie da zu sein. Die Gespräche mit den Frauen sind erschütternd, inspirierend, aufrüttelnd. Manchmal schreibt die Autorin nur, wo sie die jeweilige Frau kennengelernt hat und lässt dann das von ihr Gesagte für sich sprechen, manchmal ist es ein Dialog, manchmal schreibt die Autorin selbst den Großteil des Kapitels und informiert uns über Hintergründe, Gesetze oder gesellschaftliche Normen. Sie plädiert für eine offenere, tolerantere marokkanische Gesellschaft, in der Frauen selbstbestimmt leben können und mehr Rechte bekommen. Ein lesenswertes Buch, das den Horizont über die westliche Sicht der Dinge hinaus erweitert, zum Nachdenken anregt und zeigt, was noch alles zu tun ist, um Frauen endlich gleichzustellen.  On Top gibt es am Ende eine Literaturliste, von der ich mir direkt einige Titel gemerkt habe.

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